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	<title>DFG-VK Aktuelles: Informationen der Friedensbewegung</title>
	<link>http://www.dfg-vk.de</link>
	<description>Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen</description>
	<language>de</language>
  <item><title><![CDATA[Heidemarie Wieczorek-Zeul unterschreibt die Kampagnenforderung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/779</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-779</guid><description><![CDATA[Erstmals unterzeichnet ein ehemaliges Mitglied des Bundessicherheitsrats die Forderung nach Klarstellung im Grundgesetz: Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert. Das Nähere regelt das Rüstungsexportgesetz.
 
"Solch prominente Unterstützung bestärkt uns natürlich in unserem Engagement", freut sich Christine Hoffmann, Sprecherin der &#39;Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!&#39;. "Mit Heidemarie Wieczorek-Zeul unterstützt erstmals ein ehemaliges Mitglied des Bundessicherheitsrates unsere Forderung nach Klarstellung im Grundgesetz. Jetzt geht es darum die SPD - genau wie alle anderen Parteien - zu konkreten Schritten auf dem Weg zum Stopp des Waffenhandels zu bewegen."
 
"Das Thema Rüstungsexporte braucht kritische Öffentlichkeit, deshalb begrüße und unterstütze ich die Kampagne  ", betont die ehemalige Bundesministerin für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit, die von 1998 bis 2009 Mitglied des Bundessicherheitsrates war. 
 
Die  setzt sich durch Informationsveranstaltungen, Mahnwachen und Protestaktionen für konkrete politische Schritte hin zum Stopp des deutschen Waffenexports ein. Sie sammelt Unterschriften für eine Klarstellung im Artikel 26.2 des Grundgesetzes. Künftig soll dieser heißen: "Zur Kriegsführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden. Das Nähere regelt das Kriegswaffenkontrollgesetz. Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert. Das Nähere regelt das Rüstungsexportgesetz."
 
Träger der Kampagne sind:
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) . Aktion Hoffnung eV der Diözese Rottenburg-Stuttgart . Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) e.V. . Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR . BROT FÜR DIE WELT .  Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) . Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) . Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW) Deutschland . Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) .  Internationale katholische Friedensbewegung pax christi - Deutsche Sektion . JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA) Deutsche Sektion . NaturFreunde Deutschlands . Ohne Rüstung Leben (ORL) . Provinzleitung der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit - Frieden - Bewahrung der Schöpfung . RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) . Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfGA) . terre des hommes - Hilfe für Kinder in Not...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/777.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Blockupy-Verbot vor Gericht: Stadt weiter auf Konfrontationskurs]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/775</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-775</guid><description><![CDATA[Stadt verhindert Einigung / Entscheidung für Anfang der Woche erwartet

Nach fünf Stunden Verhandlung ist die Anhörung zu den geplanten Blockupy-Aktionstagen vom 16. bis 19. Mai in Frankfurt am Main am heutigen Samstag vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Eine Entscheidung der Richter ist voraussichtlich für Anfang der Woche zu erwarten.

Das Blockupy-Bündnis warf der Stadt Frankfurt nach der Anhörung vor, auch vor Gericht eine Einigung verhindert zu haben. "Die Stadt hält an ihrem Konfrontationskurs fest. Die Vertreter der Versammlungsbehörde haben ihre Aufgabe allein darin gesehen, jeglichen demokratischen Protest zu verhindern", berichtete Werner Rätz, der für Blockupy an der Anhörung teilnahm."Das ist ein Skandal. Die Aufgabe der Versammlungsbehörde ist es, das verfassungsmäßige Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit zu ermöglichen, nicht es zu hintertreiben." Zur Rechtfertigung des Totalverbotes hätten Vertreter von Stadt und Polizei ein regelrechtes Drohszenario entworfen. Offenbar sei den Frankfurter Behörden der Ruf als Finanzmetropole wichtiger ist als das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit.

"Das Verhalten der Stadtregierung und des hessischen Innenministeriums ist unverantwortlich. Mit ihrer Verbotsorgie und den an die Wand gemalten Horrorbildern schaffen sie erst jenes Klima der Angst und Aggression, das sie vorgeblich verhindern wollen", sagte Blockupy-Sprecherin Timeela Manandhar. Dazu gehöre neben dem Totalverbot von Blockupy auch die Entscheidung der Stadt, das Occupy-Camp während der Aktionstage zu verbieten. Sollte die Polizei zum Auftakt der Aktionstage das friedliche Camp an der EZB räumen, wäre das irrsinnig und würde die Atmosphäre stark vergiften. Timeela Manandhar: "Doch wir lassen uns nicht provozieren und bleiben dabei: Von unseren Aktivitäten wird keine Eskalation ausgehen."

"Drohen, abschrecken, verbieten: Der demokratische Protest gegen die euroweite Verarmungspolitik soll offenbar mit nahezu allen Mitteln unterdrückt werden", stellte Christoph Kleine fest. Damit liege die Stadt Frankfurt auf einer Linie mit Bundesbankchef Jens Weidmann und Finanzminister Wolfgang Schäuble, die derzeit den erpresserischen Ton gegen Griechenland massiv verschärfen und mit einem Stopp der Finanzhilfen drohen, sollte Griechenland die von IWF und EU verordneten Kürzungsprogramme doch ablehnen."
 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/874.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW-ÄrztInnen fordern ein Nein zur Atalantamission  -  Statt weiteres militärisches Handeln umfassende Hilfsprogramme für Somalia und die Region]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/772</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-772</guid><description><![CDATA[Die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hat die Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben aufgefordert, die Verlängerung und Ausweitung der Atalantamission abzulehnen.

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der IPPNW hatten die Ärztinnen und Ärzte die Mitglieder des Deutschen Bundestags aufgefordert, bei der heutigen Beratung der Atalantamission einen anderen Weg als den militärischen einzuschlagen. Aus der Überzeugung heraus, dass Krieg kein Mittel der Politik sein kann und Menschenrechte zerstört und sie nicht sichert, heißt es in dem Schreiben:  

"Die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW e.V.) fordern die Mitglieder des deutschen Bundestags auf, bei der anstehenden Abstimmung über die Mandatsverlängerung und -erweiterung der Atalanta-Mission mit Nein zu stimmen. 

Die IPPNW befürchtet, dass mit der Erweiterung des Einsatzes auf eine Zwei-Kilometerzone auf Land verheerende Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung drohen. Die Bundestagsabgeordneten werden aufgefordert, ihrem Gewissen zu folgen: Sie müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, dass gerade deutsche Hubschrauber zu Einsätzen gegen Ziele an Land kommandiert werden können.

Statt einem fortgesetzten Militäreinsatz fordert die IPPNW für das durch Bürgerkrieg destabilisierte Land eine wirksame Unterstützung der notleidenden Bevölkerung wie z.B. effektive Maßnahmen gegen das Leerfischen somalischer Gewässer durch fremde Flotten. Dies hat dazu geführt, dass somalische Fischer ihre Existenzgrundlage verloren und sich dem kriminellen Geschäft der Seeräuberei zugewendet haben."...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/309.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[pax christi-Nahostkommission fordert das Auswärtige Amt auf, die palästinensische Menschenrechtsorganisation „Stop the Wall“ zu schützen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/776</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-776</guid><description><![CDATA[Die pax christi Nahostkommission fordert das Auswärtige Amt auf, die palästinensische Menschenrechtsorganisation „Stop the Wall“ vor weiteren Übergriffen und Verfolgung zu schützen.

pax christi protestiert gegen den Einbruch am Dienstag, 8. Mai der israelischen Armee in das Büro der Organisation in Ramallah und die Beschlagnahmung von Laptops, Speichermedien und Dokumenten mit Daten und Fotos über die Arbeit der Organisation. „Dieser Einschüchterungsversuch gegenüber einer Organisation, die sich mit friedlichen Mitteln für die Rechte der Palästinenser einsetzt, ist unerträglich“, kommentiert die pax christi-Nahostkommission.

„Stop the Wall“ kämpft mit gewaltlosen Mitteln gegen die Mauer in der Westbank, die nach einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs völkerrechtswidrig verläuft, und gegen die völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen. Die Menschenrechtsorganisation pflegt viele internationale Kontakte, darunter auch zu pax christi. Vor zwei Jahren hatte die Armee schon einmal das Büro der Organisation verwüstet und elektronische Geräte mitgenommen.

2009/2010 sind mehrere Mitarbeiter und Aktivisten von Stop the Wall festgenommen worden, unter ihnen der Koordinator, Jamal Juma. Mit internationaler Hilfe, der Hilfe der EU, auch des Auswärtigen Amtes in Berlin, sind die meisten Gefangenen nach mehreren Monaten wieder frei gekommen.

Jamal Juma wird Ende Juni in Deutschland erwartet. Am 30. Juni referiert er auf der Nahosttagung von pax christi und Evangelischer Akademie in Bad Boll zu „Frieden in Grenzen?“. Er sieht die Repression gegen seine Organisation in einem größeren Zusammenhang: „Es ist kein Zufall, dass die israelischen Behörden diesen Augenblick gewählt haben, um ihre Repression gegen das "Stoppt die Mauer Graswurzel Bündnis" von zivilem Widerstand gegen die Mauer und die Siedlungen zu eskalieren, während am selben Tag der Oberste Gerichtshof die Eingabe der beiden hungerstreikenden Palästinenser Diab and Tha’’ir Halahleh zurückgewiesen hat.“ Israel fürchte den Widerstand, so Juma.

„Das Eindringen des israelischen Militärs in das Büro von „Stop the Wall“ im palästinensischen Ramallah zeigt, dass die Besatzungsmacht nicht einmal A-Gebiete respektiert, die durch die Oslo-Verträge eigentlich unter palästinensischer Autonomieverwaltung stehen“, heißt es bei der Nahostkommission von pax christi. „Es ist deshalb dringend geboten, den internationalen Schutz für die palästinensischen Menschenrechtsverteidiger zu verstärken.“...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Der Krieg in Afgfhanistan wird unerbittlicher und grausamer. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/766</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-766</guid><description><![CDATA[Zu den neuen Enthüllungen über Leichenschändungen in Afghanistan erklärt der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski:

Die jüngsten Enthüllungen über Leichenschändungen in Afghanistan, begangen von US-Soldaten an getöteten Aufständischen, belegen aufs Neue, dass der Krieg am Hindukusch die beteiligten Soldaten mehr und mehr brutalisiert und entmenscht. Alle Erklärungen offizieller Vertreter der US-Streitkräfte und der NATO, die Vorgänge "repräsentieren keinesfalls die Werte oder den Professionalismus der überwältigenden Mehrheit der US-Soldaten", sind die Tasten nicht wert, auf denen sie getippt wurden.

Sind die "Werte" denn nicht schon über Bord geworfen worden, als der Krieg gegen Afghanistan befohlen wurde? Wurden sie nicht schon außer Kraft gesetzt, als der Oberbefehlshaber der Interventionstruppen, Präsident Bush, den Befehl gab, "Terroristen" in Afghanistan und überall in der Welt zu jagen und zur Strecke zu bringen? Wo zeigen sie sich in der Behandlung der "feindlichen Kämpfer", die außerhalb jeglichen Rechts in Guantanamo seit Jahren gefangen gehalten werden? Welche moralischen Maßstäbe hat das deutsche Verteidigungsministerium angewandt, als es nicht nur die Ermittlungen gegen Oberst Klein, den Verantwortlichen für das Massaker von Kundus, einstellte, sondern ihn nach einer kurzen Schamfrist sogar noch beförderte?

Zehn Jahre Krieg in Afghanistan hinterlassen ihre Spuren bei den Soldaten, denen eingeredet wird, im Namen des Guten, der Freiheit und sonstiger hoher Werte gegen weitgehend entmenschte Gegner, gegen die Inkarnation des Bösen zu kämpfen. Die psychische Verrohung von Soldaten ist eine der viel beschriebenen Folgen eines Krieges. Sind denn die Bilder von Abu Ghraib vergessen? Die in dem US-Gefängnis vorgenommenen Folterungen irakischer Gefangener gingen auf ein CIA-Handbuch zurück (das sog. "Kubark Counterintelligence Interrogation" von 1963), das jahrzehntelang Richtschnur für die Behandlung von Gefangenen in allen Erdteilen war. Die darin empfohlenen Foltermethoden wurden später vom US Army&#39;s Mobile Training Team übernommen, das in den 80er Jahren in Mittelamerika sein Unwesen trieb. Seit dem "war on terror" (2001) werden in Guantanamo, auf der US-Air Base von Bagram in Afghanistan und in anderen CIA-Gefängnissen Inhaftierte nach solchen "Regeln" gefoltert und ihrer Menschlichkeit beraubt. Und es sind beileibe nicht nur US-Soldaten, die im Krieg verroht sind. Zu erinnern ist beispielsweise an die obszönen Totenschändungen durch Bundeswehrsoldaten, die im Oktober 2006 bekannt wurde.

Der Krieg in Afgfhanistan wird unerbittlicher und grausamer. Zu "gewinnen" ist er ohnehin nicht. Gerechtfertigt war er erst recht nicht. Liegt es da nicht nahe, jetzt den Abzug aus dem Land zu organisieren? Sofort, bedingungslos und unwiderruflich! Es ist verantwortungslos, bis 2014 damit warten zu wollen....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Globaler Aktionstag zu Militärausgaben - Atomwaffen sind eine schlechte Investition]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/767</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-767</guid><description><![CDATA[Anlässlich des heutigen globalen Aktionstags zu Militärausgaben ruft die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ die deutsche Regierung dazu auf, nicht mehr in Atomwaffen zu investieren. Die Ausgaben für Atomwaffen werden  laut der Internationalen Kampagne für die Abschaffung der Atomwaffen (ICAN) im Jahr 2012 weltweit mehr als 100 Milliarden US-Dollar betragen.

Im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ in der NATO sind auch in den fünf europäischen Ländern Deutschland, Türkei, Italien, Niederlande und Belgien US-Atombomben vom Typ B61 stationiert.  „Jeder weiß, dass die in Europa lagernden Nuklearwaffen heute keinen militärischen Zweck mehr erfüllen. Deshalb muss es umso mehr verwundern, dass die USA in Zeiten kritischer Staatsverschuldung planen, diese Bomben durch neue zu ersetzen, damit sie bis 2050 einsatzbereit bleiben. Fünf Milliarden Dollar sind dafür derzeit eingeplant, es kann aber auch teurer werden“,  meint Otfried Nassauer, Leiter des Berliner Informationszentrums für transatlantische Sicherheit (BITS).  Auf die Stationierungsländer kommen damit erhebliche Mehrkosten zu:
Für die Trägerflugzeuge, die Lagerung, erforderliche Modernisierungen und die Bewachung. Die genaue Höhe der Kosten ist geheim; die finanziellen Mittel dafür verbergen sich im Verteidigungsetat.

„Atomwaffenprogramme ziehen öffentliche Gelder vom Gesundheitswesen, von der Bildung, dem Katastrophenschutz und anderer Grundversorgung ab“, sagt Xanthe Hall, Sprecherin der Kampagne und Abrüstungsreferentin der IPPNW. Jedes Jahr geben die neun Atomwaffen-Nationen eine Gesamtsumme von mehr als 100 Milliarden US-Dollar für ihre Atomstreitkräfte aus – für die Montage neuer Sprengköpfe, die Modernisierung alter Sprengköpfe sowie den Bau von Raketen, Bombern und U-Booten, um sie abzufeuern. Viele dieser Arbeiten werden durch private Gesellschaften ausgeführt, die durch ein riesiges Netz von Finanzinstituten auf der ganzen Welt finanziert werden, auch von deutschen Banken und Versicherern.

Auch private Gelder werden verwendet, um Atomwaffen zu finanzieren, belegt die Studie „Don’t Bank on the Bomb“ (Die Bombe ist eine schlechte Investition). Eine deutsche Zusammenfassung der Studie wird heute veröffentlicht. „Wir rufen die Finanzinstitute – wie etwa Deutsche Bank und Allianz – auf, diese Investitionen zu beenden“, so Roland Blach, Koordinator der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ und Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg. „Alle Geldanleger bitten wir, ihre Finanzanlagen und Versicherungen zu prüfen, ob sie für Investitionen bei Atomwaffenherstellern verwendet werden.“ Wenn ja, sollten sie sich an die Finanzinstitute wenden und darauf bestehen, dass sie solche Investitionen künftig nicht mehr tätigen.





Kontakte:
Roland Blach, Koordinator, 
Xanthe Hall, Sprecherin,...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/863.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Eine Antwort aus der Friedensbewegung an Günter Grass]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/763</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-763</guid><description><![CDATA[Die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von deutschen Friedensorganisationen, nimmt zu der Diskussion über das Gedicht von Günter Grass Stellung. Sie antwortet mit den Worten von Andreas Buro, ebenfalls in Form eines Gedichtes, und ergänzt noch weitere Gefahren für den Weltfrieden, die Grass in seinem Gedicht nicht erwähnt habe. Die Friedensorganisationen fordern „ keine Politik, die zu einem Krieg im Iran-Konflikt führen kann“ und einen „ großen Wettbewerb … um eine friedliche Lösung“. Günter Grass habe „dazu beigetragen, diese Aufgabe wieder auf die Tagesordnung zu setzen“.


Eine Antwort aus der Friedensbewegung an Günter Grass
Andreas Buro

Schon lange haben wir über die Drohungen aus dem Iran-Konflikt gesprochen,
haben Vorschläge gemacht,
wie eine friedliche Lösung erreicht werden könne
und die Maulhelden um Mäßigung
und Vernunft gebeten.

Die Antworten von oben waren eindeutig:
Alternativlos sei die Politik der Sanktionen;
Die ultima ratio des Militärschlages dürfe nicht ausgeblendet werden;
Der Iran sei von der Achse des Bösen hinab zustürzen.
Friede würde nur sein
durch eine Politik der Stärke.

Durch die Worte hörten wir schon
das Krachen der Bomben,
das Stöhnen der Getroffenen,
die Verherrlichung des blutigen Sieges durch die Machtpolitiker
und die Heldenreden der meist überlebenden Generäle.

Was für ein Frieden!
Wir denken an Irak und Afghanistan,
manche auch noch an Vietnam,
an die Folteropfer der Generäle in Lateinamerika,
an die Stellvertreterkriege in Afrika
an das Verhältnis von 9 zu 1
der Zivilen Opfer zu den toten Soldaten oder
den Kollateralschäden zu den angeblichen Helden.

Günter Grass hat vor Krieg gewarnt,
Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet.
Wir hätten auch die USA, die Erfinderin der Achse des Bösen, genannt,
aber auch die vielen arabischen und islamischen Staaten,
die mit der Kalaschnikow spielen
und aktuelle Konflikte anheizen.

Wir hätten noch auf die Gewaltsucht vieler herrschenden Kräfte gedeutet,
auf ihre Unfähigkeit, ja sogar Unwilligkeit, Frieden zu stiften.
Wir hätten auf die vielen Industrien des Todes verwiesen
und auf ihre glänzenden Geschäfte.
Wir vergessen auch nicht die Produzenten der Verklärung von Krieg:
Humanitäre Interventionen mit etwa 50 000 Toten in Libyen!
und auch nicht die Umarmungen aller getreuen Diktatoren durch die westlichen demokratischen Regierungen.

Schlammschlachten zur Abwehr der Lyrik von Günter Grass,
über seine SS-Zugehörigkeit als 16-jähriger Jugendlicher,
sein angeblich gestörtes Verhältnis zu Israel,
oder gar zu dem Versmaß seines Gedichtes
sollen von seiner Botschaft ablenken:
Keine Politik, die zu einem Krieg im Iran-Konflikt führen kann!

Wir aus Friedensbewegung und Friedensforschung
fordern zum großen Wettbewerb auf,
um eine friedliche Lösung,
um einen Nichtsangriffspakt zwischen den Kontrahenten
und die folgende Aufhebung aller Sanktionen,
um Kontrolle der nuklearen Bestrebungen durch die IAEA,
um die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Mittel- und Nahost,
um die Eröffnung eines regionalen Dialogs für Sicherheit und Zusammenarbeit
zur Entfaltung von Vertrauen und zum Abbau der Konfrontation
zugunsten von Kooperation der Völker und Staaten.
Deutschland könnte dazu beitragen.
Günter Grass hat dazu beigetragen, diese Aufgabe wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
Danke!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/180.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ostermarschierer: Weil Grass Recht hat ...]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/764</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-764</guid><description><![CDATA[Zu der medialen Aufregung um Günter Grass erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Selten ist ein Literaturnobelpreisträger von den Medien und der herrschenden Politik so schlecht behandelt worden wie Günter Grass nach Veröffentlichung seines Poems "Was gesagt werden muss". Darin rückt Grass ein paar Tatsachen ins rechte Licht, die hier zu Lande nur zu gern verschwiegen werden:

-    dass nicht der Iran, sondern Israel über Atomwaffen verfügt und somit in der Lage ist, den Iran zu vernichten;
-    dass nicht Iran, sondern Israel dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist und keinerlei internationale Kontrolle über sein Atomprogramm zulässt;
-  dass Deutschland mit der Lieferung eines weiteren Atom-U-Boots an Israel sich zum Beihelfer eines möglichen Präventivkrieges gegen Iran machen würde;
-    dass von der realen Atommacht Israel eine Gefahr für den "brüchigen Weltfrieden" ausgeht;
-   dass die Politik des Westens gegenüber Iran und Israel von Heuchelei geprägt ist; und
-   dass, wer Israels Politik kritisiert, all zu leicht unter das Verdikt des "Antisemitismus" fällt. 

Den Beweis dafür lieferten postwendend die abfälligen bis geifernden und "empörten" Verrisse, die sich Grass gefallen lassen musste: Der notorische Islamhasser Henrik Broder beschimpfte Grass als "Prototyp des gebildeten Antisemiten", Micha Brumlik meint in einem taz-Kommentar, "der Grass von 2012" sei noch "schlimmer als ein Antisemit", und die israelische Botschaft in Berlin stellt Grass in eine Traditionslinie des europäischen Antisemitismus, der die Juden regelmäßig vor dem Pessach-Fest des "Ritualmords" angeklagt habe. Und die "Bild"-Zeitung titelt in bekannter Manier: "Irres Gedicht gegen Israel".

Der Bundesausschuss Friedensratschlag findet nichts Irres und keine Spur von Antisemitismus in dem Gedicht von Grass. Und da es in keinem der ablehnenden Kommentare um eine literarische Bewertung des Textes geht, sondern nur um dessen politische Aussage, wollen wir dieser ausdrücklich zustimmen. Die an diesem Wochenende stattfindenden Ostermärsche der Friedensbewegung sind dankbar für die klaren Worte des Nobelpreisträgers - auch wenn er womöglich bei seinem Gedicht nicht an die Friedensbewegung gedacht hat. Grass Thesen decken sich mit den Forderungen der Ostermarschierer, etwa wenn es in der Erklärung des "Friedensratschlags" heißt: "Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen in die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens; dies schließt Schützenpanzer in die Vereinigten Emirate genauso ein wie Kampfpanzer nach Saudi-Arabien oder U-Boote nach Israel."

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/761</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-761</guid><description><![CDATA[von Otmar Steinbicker 

Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben mit dem Titel „Was gesagt werden muss“ und er hat damit in ein Wespennest gestochen! Wohl selten haben so wenige Zeilen eines Literaturnobelpreisträgers so schnell ein so riesiges Echo in der Weltpresse gefunden. Es ist seine zentrale These „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“, die polarisiert.

Da melden sich auch gleich die üblichen Lager zu Wort. Von „Antisemitismus“ ist sofort die Rede bei einigen unkritischen Befürwortern einer brandgefährlichen israelischen Regierungspolitik, die ihrerseits offen auf eine baldige militärische Konfrontation mit dem Iran setzt. Andererseits sehen sich einige Friedensbewegte schnell in ihrem Urteil durch eine prominente Stimme bestätigt, die obendrein in den Medien wahrgenommen wird – endlich drucken die Zeitungen Warnungen vor einer israelischen Kriegspolitik.

Doch die Probleme liegen tiefer!

Günter Grass äußert in seinem Gedicht seine Befindlichkeit, seine sehr persönliche Sicht der Dinge. Da geht es um Grass und seine eigene Biografie, da geht es um Iran, Israel und den Weltfrieden – ein weites Feld für spätere Gedichtinterpretationen.

Natürlich hat sein Gedicht auch eine politische Dimension, aber welche?

Einerseits gelingt es Grass, auf einige wichtige Probleme unüberhörbar aufmerksam zu machen: vor allem auf die israelischen Atomwaffen und die deutsche Lieferung von U-Booten als Trägerwaffen für eben diese Atomwaffen.

Andererseits fehlt Grass die nötige Differenzierung, um politisch ernst genommen zu werden. Die Problematik des iranischen Atomprogramms auf einen „Maulhelden“ Ahmadinedschad zu reduzieren, greift zu kurz. Von einem „Erstschlag, der das … iranische Volk auslöschen könnte“, also einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, ist in keinem bisher diskutierten Szenario eines israelischen Militärschlages die Rede, was allerdings nicht ausschließen muss, dass ein als konventionell begonnener Krieg irgendwann in einen Atomkrieg münden kann.

Auch reicht es als Lösungsansatz nicht, „darauf (zu) bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.“

Da sind kompliziertere Schritte erforderlich, die letztlich in eine atomwaffenfreie Zone unter Einschluss Irans und Israels münden müssen, wenn nicht in absehbarer Zeit der ganze Nahe und Mittlere Osten aus einem Konglomerat sich gegenseitig bedrohender Atommächte bestehen soll.

Nein, den ernsten Gefahren, die von der gegenwärtigen israelischen und iranischen Atompolitik ausgehen, wird das Gedicht von Günter Grass nicht gerecht! Da ist Israel, das dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist, nicht einmal bereit, den Besitz von Atomwaffen zuzugeben und der Iran, der dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist, verweigert Kontrolleuren der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) die effektive Kontrolle seiner öffentlichen Versicherung, keinen Atomwaffenbesitz anzustreben.

Da liegt der Erklärung aus der deutschen Friedensbewegung und der Friedensforschung „Friedens- statt Kriegspolitik im Irankonflikt“, die mittlerweile von mehr als 1700 Personen unterzeichnet und veröffentlicht wurde, eine differenziertere Analyse des Konflikts zugrunde und sie kommt auch zu durchdachteren politischen Handlungsoptionen. Allerdings kommt diese Erklärung dafür auch nicht mit wenigen Zeilen aus.

Wird Günter Grass mit seinen Zeilen letztlich dazu beitragen, die Problematik des Konflikts um Israel, Iran und die Atomwaffen bewusst zu machen und seine Leserinnen und Leser zu motivieren, sich ernsthaft mit diesem komplexen Thema auseinanderzusetzen? Es wäre zu wünschen!

Oder werden seine persönlichen Zeilen und die wohlfeile Politikerschelte am Ende dazu führen, eine ernsthafte Debatte dieses Themas zu erschweren?

Einiges wird jetzt davon abhängen, wie sich die Friedensbewegung und die Friedensforschung, aber auch diejenigen, die auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Positionen nach einem ernsthaften politischen Ausweg aus diesem schwierigen Konflikt suchen, positionieren! Werden sie sich in Gedichtinterpretationen üben oder wird es ihnen gelingen, die Aufmerksamkeit auf den schwierigen politischen Diskurs zu lenken?

Quelle: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/862.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zeitung gegen den Krieg - Jetzt rechtzeitig zu den Ostermärschen 2012 bestellen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/756</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-756</guid><description><![CDATA[Die 33. Ausgabe seit Gründung der Antikriegszeitung 1999 im Nato-Krieg gegen Jugoslawien („Kosovo-Krieg“), ist für die diesjährigen Ostermärsche in der Vorbereitung. Sie wird sich natürlich wieder der aktuellen Themen der Antikriegs- und Friedensbewegung und des Weltgeschehens annehmen.

Aus dem Inhalte der neuen Ausgabe

 -        Die neue Kriegsgefahr am Persischen Golf
-         Die Nato probt den Krieg – in Kalkar
-         Der Aufstand in Syrien und westliche Versuche der Instrumentalisierung
-         Neue Rekorde bei weltweiten Rüstungsexporten
-         Deutschland rüstet Saudi-Arabien auf
-         Griechenland: Sparen und Rüsten – die deutsche Verantwortung
-         Panzerfertigung in Kassel
-         Die Legende „Rüstung schafft Arbeitsplätze“
-         IG Metall mit zweideutiger Haltung zur Rüstungsindustrie
-         Deutsche Bundesregierungen und die NS-Vergangenheit

 Autorinnen und Autoren sind dieses Mal u.a.:

Manfred Dietenberger // Jürgen Grässlin // Heike Hänsel // Sabine Leidig // Marlis Wild-Stockmeyer // Ulrich Sander // Monty Schädel // Winfried Wolf /

Umfang wie immer seit zwölf Jahren: 12 Seiten Zeitungsformat

Die Zeitung gegen den Krieg geht am Mittwoch, dem 28. März 2012, in den Vertrieb. Sie sollte damit bei denen, die rechtzeitig bestellen, bereits am 30. oder 31. 3. (Freitag und Samstag) vor Ort vorliegen bzw. spätestens am Montag, dem 2. April ausgeliefert sein.

Die Zeitung wird zu den gewohnt günstigen Preisen wie bisher bei uns zu erhalten sein.  Nur bei rechtzeitigen Bestellungen können wir gewährleisten, dass die Zeitungen auch pünktlich zu den Ostermärschen bei Euch sein werden.

 Bezugspreise günstig wie folgt:
-           Bestellungen von 1 bis 50 Ex.: 30 Cent je Ex.
-           Bestellungen von 51 - 499 Ex.: 25 Cent je Ex.
-           Bestellungen ab 500 Ex.: 18 Cent je Ex.
 (Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.)

Bestellungen ab sofort bitte an 
Oder über das 
Oder per Fax 030-227 76 179
Oder per Telefon 030-22773179 (MdB-Büro Heike Hänsel)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/736.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutscher Waffenhandel heizt weltweites Wettrüsten an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/755</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-755</guid><description><![CDATA["Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!" kommentiert aktuelle SIPRI-Zahlen

"Die Bundesregierung  heizt an führender Stelle mit ihren Waffenlieferungen erneut auf unverantwortliche Weise das weltweite konventionelle Wettrüsten an" kommentierte  Paul Russmann, Sprecher der bundesweiten Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" die aktuellen Zahlen zum Rüstungsexport des schwedischen Friedensforschungsinstitutes SIPRI.

"Wer wie die Bundesregierung  immer mehr Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Kampfpanzer in Kriegs- und Krisenregionen liefert und weiter liefern will, gießt nicht nur zusätzlich Öl ins Feuer bestehender Konflikte, sondern konterkariert auch die Bemühungen der Vereinten Nationen den Waffenhandel mit einem Waffenhandelsvertrag einzuschränken", so  Kampagnensprecherin Christine Hoffmann.

"Der deutsche Weltmarktanteil von neun Prozent am Waffenhandel macht den Ausverkauf jeglicher Rüstungsexportkontrolle deutlich und stellt Art. 26 des Grundgesetzes auf den Kopf," so das Fazit der Kampagnensprecher/innen. "Es wird höchste Zeit für ein grundsätzliches Verbot der Ausfuhr von Kriegswaffen und Rüstungsgütern."

In den vergangenen fünf Jahren erhöhte sich nach den aktuellen Zahlen des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI das Volumen der Rüstungsgeschäfte rund um den Globus im Vergleich zum Zeitraum 2002-2006 um 24 Prozent. Nach den USA (30 Prozent) und Russland (24 Prozent) folgt Deutschland auf Platz drei mit 9 Prozent.

Die Bundesrepublik exportierte laut SIPRI unter anderem U-Boote und Fregatten. Die wichtigsten Absatzmärkte seien Griechenland, Südkorea und Südafrika gewesen


Sprecher/innen der Kampagne
Jürgen Grässlin, DFG-VK-Bundessprecher
Christine Hoffmann, pax christi-Generalsekretärin
Paul Russmann, Ohne Rüstung Leben...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/777.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart für strenge Rüstungsexportkontrolle]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/751</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-751</guid><description><![CDATA[(Schöntal)  Soziale Gerechtigkeit war das Schwerpunktthema der Sitzung des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart am Freitag und Samstag im Kloster Schöntal. Die Vertretung der Katholiken in Württemberg beschloss den Beitritt zum Aktionsbündnis „Aktion Aufschrei. Stoppt den Waffenhandel!“ und verabschiedete einstimmig eine Erklärung gegen die derzeitige deutsche Praxis bei den Rüstungsexporten. Er mahnt darin die Einhaltung der „Gemeinsamen Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern“ des Europäischen Rates vom 8. Dezember 2008. Die Bundesregierung fordern die Katholiken auf, sich vorrangig für eine zivile Krisenprävention zu engagieren und Rüstungsexport-Entscheidungen „nicht vorrangig nach wirtschaftspolitischen oder Bündnisinteressen“ zu treffen, sondern Kriterien des Menschenrechts und der Entwicklungspolitik zu berücksichtigen.
 
„Der Diözesanrat sieht in der Lieferung von Waffen und Rüstungsmaterialien in politische Spannungsgebiete und an Regime, die Menschenrechte grob verletzen und gewaltsam gegen Oppositionsbewegungen im eigenen Land vorgehen, eine Störung des friedlichen Zusammenlebens der Völker und damit einen Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Friedenspflicht“, heißt es in der Erklärung der württembergischen Katholikenvertretung. Sie moniert, der Rüstungshandel treibe insbesondere Entwicklungsländer „in eine Schuldenspirale“, habe aber auch zu der Überschuldung europäischer Staaten beigetragen. So habe Deutschland noch 2010 von U-Boot-Lieferungen an Portugal und Griechenland profitiert. „Wirtschaftlicher Profit steht vor der Achtung der Menschenwürde und des menschlichen Lebens“, kritisierte die Vorsitzende des Diözesanausschusses Eine Welt, Brigitte Willbold-Mulach aus dem Dekanat Schwäbisch Hall. Aus den Rüstungsexporten resultierten „hohe Gewaltpotentialentladungen, unsägliches menschliches Leid, Zerstörung von Entwicklungsmöglichkeiten und politische
Instabilitätslagen“. Michael Yongha Boh, kamerunischer Student in Stuttgart, berichtete eindrücklich über seine persönlichen Erfahrungen mit militärischen Waffen und die Auswirkungen der Waffenexporte in afrikanischen Ländern. Boh zeigte an Beispielen aus Afrika auf, dass Waffenexporte keinen Frieden schaffen, sondern Konfliktsituationen verschärfen, weil sie diktatorische Regierungen oder gewalttätige Rebellen stärken. 
 
Willbold-Mulach erinnerte: „Die Christliche Soziallehre und das Grundgesetz mahnen uns zur Friedenspflicht.“ Bischof Gebhard Fürst mahnte insgesamt ein geschärftes Bewusstsein für die weltweiten Konsequenzen unseres Lebensstils an. Er erinnerte daran, dass „Fragen des glaubwürdigen Lebensstils der Kirche als ganzer und der Kirchenmitglieder“ ausdrückliches Thema des aktuellen Dialogprozesses in der Diözese sei. Das Thema Soziale Gerechtigkeit ist einer der vier diözesanen Schwerpunkte für die Jahre 2011 bis 2014.
 
Der Export deutscher Rüstungsgüter habe sich von 1,3 Mrd. Euro 2009 auf 2,1 Mrd. Euro 2010 fast verdoppelt, erläuterte Odilo Metzler, Mitglied der Arbeitsgruppe AG Rüstungsexporte und der Kommission Friedenspolitik von Pax Christi Deutschland. Deutschland stehe nach den USA und Russland weltweit an dritter Stelle der Waffenexporteure. Dies hänge auch mit dem Genehmigungsverfahren in Deutschland zusammen, das eine parlamentarische Kontrolle vermissen lasse, erklärte Metzler. Weder müsse der Bundestag zustimmen noch sei der Bundessicherheitsrat gegenüber Parlament oder Öffentlichkeit rechenschaftspflichtig.
 
Der Diözesanrat beschloss einstimmig den Beitritt zum Aktionsbündnis der Kampagne „Aktion Aufschrei. Stoppt den Waffenhandel“. Angesichts der Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg, in der rund 7000 Arbeitnehmer beschäftigt sind, teilt der Diözesanrat auch den Ansatz des Aktionsbündnisses „Aktion Aufschrei“, Alternativen zur Rüstungsproduktion aufzuzeigen.
 
Außerdem ruft der Diözesanrat alle Katholiken in der Diözese auf, an der „Woche der sozialen Gerechtigkeit“ teilzunehmen, die vom 6. bis 23. Oktober 2012 diözesanweit stattfindet und Gelegenheit bietet, soziales Engagement vor Ort der Öffentlichkeit vorzustellen.  
 
Armuts-Reichtumsbericht für Baden Württemberg
Der Diözesanrat begrüßte den Beschluss der Landesregierung, einen Armuts-Reichtumsbericht für Baden-Württemberg herauszugeben. Seit Jahren hatten die Kirchen im Land einen solchen Bericht gefordert, um eine präzise Basis für Sozialpolitik und für das soziale Engagement der Kirchen zu haben. 2009 hatten Diözesanrat und Caritasverband selbst den Kinderarmuts-Reichtumsbericht „Die Menschen hinter den Zahlen. Arme Kinder und ihre Familien in Baden-Württemberg“ erstellen lassen.

Quelle: Pressemitteilung Diözesanrat vom 17.03.2012...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/853.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ernst Busche wird 80 ...]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/746</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-746</guid><description><![CDATA[... und denkt nicht ans Aufhören. Wir gratulieren von Herzen

Am Montag, 20. Februar, feiert der Mitbegründer des Bremer Friedensforums, Dr. Ernst Busche, seinen 80. Geburtstag. Seine Mitstreiter aus zahlreichen außerparlamentarischen Bürgerbewegungen gratulieren sehr herzlich. Busche, der vor allem durch sein jahrzehntelanges Friedensengagement bekannt wurde, bezeichnet sich selbst als "Bürgeraktionär".

In Chemnitz geboren, studierte er Biologie, Geografie und Geschichte. 1972 zog Busche nach Bremen und arbeitete an der Universität und im Schuldienst. Als Sprecher der Bürgeraktion Garlstedter Heide kämpfte er auch überregional gegen die Stationierung von US-Truppen nördlich von Bremen. Legendär ist die Zahl der von Ernst Busche gesammelten rund 16.000 Unterschriften unter den "Krefelder Appell" gegen die Stationierung neuer Atomraketen in der Bundesrepublik in den 1980er Jahren.

"Die Bremer Politikszene der letzten vier Jahrzehnte ist ohne Ernst Busche kaum denkbar", würdigen ihn seine langjährige Weggefährten Hartmut Drewes und Ekkehard Lentz vom Bremer Friedensforum. Busche war nicht nur an der Organisation zahlreicher Demonstrationen und Kundgebungen in der Hansestadt beteiligt, sondern wirkte bei einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen verantwortlich mit und meldete sich immer wieder zu Wort – unbestechlich und von seinem antimilitärischen Anliegen überzeugt. Zuletzt initiierte Busche die Proteste vor der Bremer Eiswette gegen die Rede von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und gegen den Neujahrsempfang der Bundeswehr im Rathaus. Die Parole aus dem Hessischen Landboten "Friede den Hütten! Krieg den Palästen!" ist Ernst Busche wie auf den Leib geschneidert.

Ernst ist ein aktiver und regelmäßiger Besucher des alljährlichen Friedenspolitischen Ratschlags in Kassel und lässt nach Möglichkeit kein Treffen des Bundesausschusses Friedensratschlag aus. An bundesweiten Friedensdemos und Aktionen beteiligt er sich meist mit eigenen Ideen, so wenn er etwa vor einigen Jahren in Bonn einen Eurofigther aus Pappe zersägte (wir trauen ihm zu, auch einen echten Kampfjet zu zerlegen, wenn man ihn nur ließe), oder wenn er mit immer originellen und selbstgefertigten Plakaten in Berlin gegen den Afghanistankrieg oder im letzten Jahr in Norddeutschland gegen Atomkraft und Atomwaffen in demonstrierte. Er lässt keine Gelegenheit aus, mit Soldaten ins Gespräch zu kommen: Ob auf der Straße, im Bus, in der Bahn oder sonstwo: Sichtet er einen Soldaten, so ist es gleich um ihn geschehen und er sieht sich in ein Gespräch verwickelt über das Soldatendasein und wie man es beenden könnte.

Ansonsten fährt Ernst nach wie vor gerne Rad, mittlerweile auf seiner Draisine. Er hört und spielt sehr gut und gern Klavier. Er lacht viel und ansteckend und freut sich über gute und witzige Aktionsideen wie die Clownsarmee u.ä.

Die Friedensbewegung kann sich glücklich schätzen, Freunde wie Ernst Busche in ihren Reihen zu haben. Und das soll noch lange so bleiben.

Bremer Friedensforum
Bundesausschuss Friedensratschlag

Der DFG-VK-Bundesverband schließt sich den Glückwünschen an und hofft, dass Ernst noch lange Aktiv in der Bewegung und der DFG-VK bleibt....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/838.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Appell an die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition  -  Gewalt in Syrien stoppen - Krieg verhindern! ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/737</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-737</guid><description><![CDATA[Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW ist zutiefst besorgt über die immer größere Zahl von Opfern der Gewalt in Syrien. "Wir teilen die Forderung der jemenitischen Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman nach internationalen Maßnahmen, um die Menschen in Syrien zu schützen", erklärt der stellvertretende IPPNW-Vorsitzende Christoph Krämer. Allerdings sieht die IPPNW für das gestrige Scheitern der Resolution im Weltsicherheitsrat keineswegs Russland und China allein verantwortlich, sondern die westliche Staatengemeinschaft, die seit Wochen einen konsequent friedensorientierten Resolutionswortlaut ablehnt. 

Die deutsche Sektion der IPPNW fordert die Bundesregierung und die NATO in einem heute veröffentlichten Appell auf, Plänen für eine westliche Militärintervention in Syrien eine klare Absage zu erteilen. Der heimliche Transfer westlicher Waffen in das Land müsse umgehend unterbunden werden. Auch Sicht der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Ärzteorganisation sind auch Embargos keine Lösung. Stattdessen müsse die Verständigung mit allen Beteiligten unter Einbeziehung Russlands gesucht werden. 	

"Als deutsche Sektion der IPPNW warnen wir aber auch vor einer noch darüber hinaus gehenden Gefahr: Eine westliche Militärintervention kann eine Dynamik in Gang setzen, die weitere Länder wie den Iran erfasst, und schließlich zu einem Flächenbrand der gesamten Region führen - die mit Europa direkt benachbart ist. Wenn die NATO darin verwickelt ist, kann dies letztlich sogar in eine offene Konfrontation zwischen den atombewaffneten Großmächten münden", heißt es in dem Appell.

Es mehrten sich die Hinweise, dass die inner-syrischen Konflikte wie der Kampf um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zunehmend von externen Akteuren für eigene Machtinteressen benutzt und geschürt würden. So werde nicht nur die syrische Regierung offenbar mit Waffen aus Russland unterstützt. Auch die Aufständischen erhielten große Geldbeträge aus den mit dem Westen verbündeten Golfstaaten und Waffen über die türkische NATO-Basis Incirlik sowie Unterstützung von Söldnern aus dem Ausland, etwa aus Libyen. Viele Menschen in Syrien und insbesondere friedliche Teile der Opposition beklagten, dass so die gewaltfreien Perspektiven der seit Jahren fortschreitenden Reformbewegung zerstört würden.

Den Appell an die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition sowie an die internationalen Unterstützer beider Seiten "Gewalt in Syrien stoppen - Krieg verhindern!" finden Sie unter . Der Appell kann auf der IPPNW-Homepage  werden....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Solidarität gegen das Krisenkommando der Troika-Mächte!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/735</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-735</guid><description><![CDATA[Einladung zur Europäischen Aktionskonferenz in Frankfurt am Main
vom 24. bis 26. Februar 2012

2011 war ein Jahr, das vieles in Bewegung gesetzt hat:
Inspiriert vom Aufbruch in Nordafrika demonstrierten rund um den Erdball immer wieder Hunderttausende gegen Unterdrückung und die globale Krise des Kapitals.
In Griechenland fand ein Generalstreik nach dem nächsten statt; in Israel zogen riesige Demonstrationen gegen steigende Lebenskosten durch die Straßen, in Spanien kampierten Zehntausende auf den zentralen Plätze, und mit occupy entstand ausgehend von den USA eine weltweite, auch in Deutschland spürbare Bewegung, die zuletzt im Russland Putins und im nigerianischen Generalstreik Resonanzen fand.
Relativ ruhig blieb es bisher in Deutschland: Höchste Zeit, auch hier einen Punkt zu setzen – ein Zeichen der Solidarität mit dem weltweiten Widerstand, ein Zeichen gegen die Troika und ihre Frankfurter und Berliner Dienstherr_innen.
Dazu trafen sich am 22. Januar 250 Aktive aus verschiedenen Netzwerken in Frankfurt und verabredeten sich zu einer europäischen Aktionskonferenz für einen heißen Frühling 2012.

Das sind die Fragen, die wir mit euch allen und unseren Freund_innen, Kolleg_innen und Genoss_innen aus verschiedenen Ländern auf der Aktionskonferenz diskutieren wollen: Wie können wir deutlich machen, dass es so nicht weiter gehen kann? Was können wir tun, damit es so nicht weiter geht? Wie lassen sich Protest und Widerstand gegen das autoritäre Krisenregime von Regierungen, Banken und Konzernen weiterentwickeln? Wie können wir der deutschen Regierung in den Rücken fallen? Wie zu einer transnationalen Organisierung der Bewegungen beitragen? Mit welchen Forderungen wollen wir mobilisieren? Wollen wir die EU demokratisieren oder auflösen? Wie verbinden wir die Kritik am kapitalistischen System mit alltäglichen sozialen Kämpfen? Wie lassen sich Massenhaftigkeit und Entschiedenheit kombinieren?
Es wird mit Workshops, Plena, Arbeitsgruppen, Talksshows und Murmelrunden viel Raum geben, um zu sich zu verständigen, zu planen, zu organisieren. Gehen wir’s an! Lasst uns gemeinsam diskutieren, streiten, weiterdenken, entwickeln wir Neues und lassen wir unseren Worten gemeinsam Taten folgen

Das sind die Aktionsideen, über die wir auf der Konferenz entscheiden wollen:
Nach der Demonstration an der EZB-Baustelle im Rahmen eines europäischen Aktionstags am 31.März wird der 1. Mai ein gemeinsamer Tag des Protests in Solidarität mit Lohnabhängigen, Erwerbslosen und den Kolleg_innen der Gewerkschaften. Ebenfalls am 31. März wird ein europäisches Vorbereitungstreffen in Mailand stattfinden, um die transnationale Koordination rund um die nächsten globalen Aktionstage zwischen dem 12. und 15. Mai 2012 zu intensivieren. An diesen Tagen wird es auch in Deutschland dezentrale, in die weltweiten Aktionen sich einbindende Aktionstage geben. Den Wind der globalen Proteste im Rücken wird es im Mai eine Vielzahl von Aktionen zentral in Frankfurt geben, dazu wird europaweit mobilisiert: Lasst uns das Finanzviertel blockieren wie die Occupistas in Oakland den Hafen. Ziel ist es, mit gleichermaßen massenhaften wie entschiedenen Aktionen ein unübersehbares Zeichen der Solidarität zu setzen. Gemeinsam, entschlossen, solidarisch, erfolgreich! Lasst uns so fruchtbare Bedingungen für einen heißen Herbst setzen, zum Jahrestag von Occupy Wallstreet im September, nach den Banken dann auch direkt gegen die Regierungen!
Über die genauen Termine zwischen dem „global actionday“ und Ende Mai wird auf der Aktionskonferenz entschieden. Ebenso über die Verstetigung der Proteste weit über den Sommer hinaus. Die Aktionskonferenz wird am Freitag, 24.2., um 19.30 Uhr mit einer zentralen Abendveranstaltung beginnen und am Sonntag 13 Uhr mit einem gemeinsamen Plenum enden. Es wird mit Workshops, Plena, Arbeitsgruppen, Talksshows und Murmelrunden viel Raum geben, um sich zu verständigen, zu planen, zu organisieren.

Der Ort wird das Studierendenhaus Campus Bockenheim in Frankfurt am Main sein.
Weitere Informationen:




Einladende:










-    Aktivist_innen aus der occupy Bewegung
-    no troika Kreis Frankfurt


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Studierende der Universität Frankfurt stimmen für friedliche und zivile Lehre und Forschung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/727</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-727</guid><description><![CDATA[      76,3% der Studierenden sprechen sich für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Goethe-Universität aus. Damit fordern sie die Universität auf, keine Kooperationen oder Drittmittelprojekte mit der Rüstungsindustrie oder der Bundeswehr einzugehen.

      „Wir sind unglaublich begeistert von diesem Ergebnis“, freut sich Beate Steinbach vom Arbeitskreis Zivilklausel. „Das ist ein eindeutiges Zeichen für eine friedliche Hochschule und eine klare Absage an Kooperationen mit der Bundeswehr oder Rüstungsindustrie.“ Gestern hatte der Wahlausschuss das Endergebnis der studentischen Urabstimmung über eine Zivilklausel an der Universität Frankfurt bekannt gegeben. Demnach sprachen sich 76,3% der Studierenden dafür aus, in der Grundordnung der Goethe-Universität festzuschreiben, dass „Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen“. Lediglich 12,6% stimmten mit Nein, während sich 11,1% der Stimme enthielten. „Setzt man die Ja- und Nein-Stimmen ins Verhältnis, ergeben sich 86% Zustimmung bei 14% Ablehnung“, erklärt die 25-jährige Politologie-Studentin. „Eindeutiger kann eine Abstimmung wohl kaum ausgehen“.

      Drei Wochen lang war an der Uni Frankfurt über Kriegsforschung, Friedensorientierung und die Verantwortung von Wissenschaft diskutiert und gestritten worden. Das gesteigerte Interesse der Studierenden an diesen Fragen zeigte sich letztlich auch daran, dass die Beteiligung an der Zivilklausel-Abstimmung bei der Urnenwahl um 9,6% höher lag als bei der traditionellen Wahl zum Studierendenparlament.

      „Besonders bemerkenswert ist, dass es in allen Fachbereichen der Universität eine große Mehrheit für friedliche und zivile Lehre und Forschung gibt“, betont Christoph Wiesner, Mitglied des Arbeitskreises Zivilklausel und Doktorand in der Physik. In der Tat sprachen sich in fast allen Disziplinen deutlich mehr als zwei Drittel der Studierenden für eine unabhängige, zivil und friedlich orientierte Wissenschaft aus. Beispielsweise lag die Zustimmung in den Neueren Philologien bei 87,9%, in der Psychologie bei 85%, in der Physik bei 68% und in der Medizin bei 76,6%. Selbst am Fachbereich mit dem niedrigsten Zustimmungswert, den Wirtschaftswissenschaften, gab es eine eindeutige Mehrheit von 63,3% für eine Zivilklausel.

      Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte die Universität über ihren Pressesprecher Olaf Kaltenborn verlauten lassen, sie werde die Willenserklärung der Studierenden ernst nehmen. Genau das verlangt nun Christoph Wiesner: „Nach dem eindeutigen studentischen Votum sind jetzt wieder Senat und Präsidium gefordert. Die Orientierung auf friedliche und zivile Forschung und Lehre, die bereits im aktuellen Hochschulentwicklungsplan verankert ist, muss zügig in die Grundordnung unserer Universität übernommen werden.“



Quelle: Pressemitteilung des AK Zivilklausel Frankfurt zur studentischen Urabstimmung an der Universität Frankfurt...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/816.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nach Rüstung kommt Krieg - Friedensbewegung diskutiert wirtschaftliche Kriegsursachen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/728</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-728</guid><description><![CDATA["Ökonomie und Krieg" -  Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden,
10.-11. Februar 2012 in Magdeburg

u.a. mit Politikprofessor Andreas Buro, Rüstungskritiker Jürgen Grässlin, Attac-Mitgründer Werner Rätz und dem israelischen Wirtschaftswissenschaftler Shir Hever


Ein wesentlicher Faktor für Kriege sind ökonomische Interessen. Regierungen sprechen von Menschenrechten und Demokratie und meinen Bereicherung an Rohstoffen, billigen Arbeitskräften und profitablen Märkten. "Ökonomie und Krieg" ist deshalb das Motto der diesjährigen Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden, einem Zusammenschluss von 57 Friedensorganisationen und --gruppen.

"Die Globalisierung im Sinne der Kapitalexpansion ist nach wie vor das Ziel, das mit Gewaltinstrumenten verfolgt wird", erläutert Andreas Buro. Der friedenspolitische Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie zählt dazu die NATO, die "out of area" ging, die Systemumwandlungen in einzelnen Staaten, die der Westen betrieb, - auch durch Kriege wie in Kosovo, Afghanistan, Irak, Libyen und nun die Bedrohung des Iran. Dabei sei der Islam zum neuen Feindbild erhoben und die Vereinten Nationen an den Rand gedrängt worden. Doch der Widerstand gegen diese Vorgehensweise wachse. "Militarisierung und Machtverschiebung machen es wahrscheinlich, dass der Westen sich darauf einstellt, gegen seinen Ökonomie- und Machtverlust mit militärischen Mitteln vorzugehen", befürchtet der emeritierte Politikprofessor. In der Aufdeckung der Legitimationsideologien sieht er Schritte wie Gewalt überwunden werden kann: "Die Ideologien vom Gerechten Krieg, der Humanitären Intervention, dem Nationalismus und Patriotismus sowie neuerdings die Responsibility to Protect verdecken die realen Beziehungen zwischen Ökonomie und Krieg."

Werner Rätz vom Attac-Koordinierungskreis spitzt Buros Analyse zu, wenn er vom Krieg des Empires zur Stabilisierung der Weltordnung spricht. Dieser Weltordnungskrieg trage weitgehend irreguläre Züge. "Wahrscheinlich ist es sogar ehrlich, wenn seine Protagonisten wechselweise den "Terror", die Migration, reale und angebliche Menschenrechtsverletzungen oder ausgemusterte ehemalige Gefolgsleute als Gegner benennen. Die Absicht besteht wahrscheinlich wirklich nicht in der systematischen Verfolgung emanzipatorischer Bewegungen, sondern in der verzweifelten Abwehr aller, die an den knapper werdenden Profitmöglichkeiten teilhaben wollen." Rätz setzt auf Wachstumsausstieg, Bürgerversicherung, Grundeinkommen und öffentliche Güter. "Es geht darum, die soziale Frage als Kern der neoliberalen Globalisierung, den unermesslichen Reichtum als Kern der systemischen Krise und den Kapitalismus als Kern der Kriegsgefahr zu erkennen."

Beim Rüstungsexport ist die Verknüpfung von Wirtschaft und Rüstung offensichtlich. Deutschland ist weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur. Jürgen Grässlin, Kampagnensprecher von "Aktion Aufschrei -- Stoppt den Waffenhandel" legt sich mit Rüstungsfirmen an: "Dürfen deutsche Unternehmen diktatorische Staaten wie Ägypten, Tunesien oder Libyen -- wohlgemerkt in den Jahren vor den Aufständen des Jahres 2011 -- mit Waffen beliefern? Darf die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS)  weiterhin Eurofighter an Saudi-Arabien ausführen, trotz des militärischen Eingreifens in Bahrain? Darf die EADS einen rund 8000 Kilometer langen Grenzschutzzaun  um Saudi-Arabien bauen? Darf das saudische Königshaus 200 Leopard-2- Panzer von Rheinmetall und Krauss- Maffei Wegmann erhalten?" Mittlerweile ist es ein breites Bündnis von Organisationen, das dazu nein sagt. Denn Staaten wie Saudi-Arabien liegen in Krisengebieten, ihre Menschenrechtsituation ist "sehr schlecht".

Warum unterstützt die israelische Bevölkerung die Besetzung der Palästinenser, obwohl sie weiß, dass dies eine ökonomische Last ist, fragt Shir Hever. Der Wirtschaftswissenschaftler vom Alternativen Informationszentrum in Jerusalem hat errechnet, dass für die militärische Besatzung allein sechs Milliarden US Dollar pro Jahr ausgegeben werden. "Eine starke nationale Identität und die Feier des Sieges über die Palästinenser kann manchmal wirtschaftliches Wohlergehen ersetzen", sagt er. Nur externer politischer und wirtschaftlicher Druck könne die israelische Gesellschaft zu einem Wandel veranlassen, damit Demokratie Fuß fassen könne. Davon würden nicht nur die Palästinenser, sondern auch die Israelis profitieren. 

Die Strategiekonferenz ist öffentlich und findet vom 10.-11. Februar im Roncalli-Haus in Magdeburg statt.


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/53.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Hände weg von Iran und Syrien ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/738</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-738</guid><description><![CDATA[ Den wirtschaftlich und politisch Herrschenden müssen Kriege wie in Afghanistan, Irak und Libyen unmöglich gemacht werden. Militärischen Interventionen gegen Syrien und Iran widersetzen wir uns. Im Konflikt gegen Syrien und Iran geht es nicht um Menschenrechte und Atompolitik, sondern um die Vorherrschaft in einer der geostrategisch bedeutendsten Regionen. 

Die USA, die EU und die Bundesregierung haben die Drohkulisse gegenüber dem syrischen Regime ständig erhöht. Einseitige Berichterstattung und militärische Unterstützung bewaffneter oppositioneller Gruppen durch einige NATO-Staaten haben zu einer gefährlichen Eskalation beigetragen. Hier gilt, was die Friedensbewegung schon im Fall von Libyen gefordert hatte: Die Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Ordnung eines Landes ist ausschließlich Angelegenheit seiner Bevölkerung. Sich mit ihr zu solidarisieren heißt vor allem, die Gewaltspirale zu beenden und sich jeglicher Intervention von außen zu widersetzen. Die Überwindung autoritärer Herrschaftsstrukturen und Ausbeutung ist nur in Abwesenheit äußerer Einmischung möglich. Äußere Einmischung – auch wenn sie sich noch so „humanitär“ gibt – ist stets von fremden Interessen geleitet und widerspricht dem völkerrechtlichen Prinzip der Selbstbestimmung und der Souveränität der Staaten. Libyen darf nicht zum Modell für weitere NATO-Interventionen werden. Ein Angriff auf Syrien könnte zudem leicht zum Flächenbrand werden. 

Seit Monaten wird in Israel und den USA offen über einen militärischen Angriff auf den Iran diskutiert. Allein schon eine solche Diskussion zeugt von der völligen Missachtung des strikten Gewaltverbots, das die Charta der Vereinten Nationen allen Staaten der Welt auferlegt hat. Dabei enthält der im November 2011 veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) keine belastbaren Belege für ein aktuelles iranisches Atomwaffenprogramm. Zum iranischen Kernenergieprogramm ist grundsätzlich festzustellen: Teheran nimmt nur das allen Staaten im Atomwaffensperrvertrag garantierte Recht für sich in Anspruch, den kompletten Kreislauf der Atomenergieproduktion nutzen zu können. Das muss uns nicht gefallen – zumal wir spätestens seit Fukushima wissen, dass auch die zivile Nutzung der Kernkraft lebensbedrohend und letztlich eben nicht beherrschbar ist. 

Dennoch haben die USA und die EU die Sanktionen gegen Iran in einer Weise verschärft, die immer näher an einen Krieg heranführt. Die jüngst beschlossenen Embargomaßnahmen gegen Ölimporte aus dem Iran und die Sanktionen gegen die iranische Zentralbank verfolgen das Ziel, den internationalen Ölhandel mit Iran ganz zum Erliegen zu bringen und stellen damit de facto einen Wirtschaftskrieg dar. Gegenmaßnahmen sind somit programmiert, die Spannungen und die wechselseitige Kriegsrhetorik werden sich gefährlich hochschaukeln. Verlierer ist wie immer in solchen Fällen die Zivilgesellschaft, die jeglicher Möglichkeit beraubt wird, demokratische und soziale Fortschritte gegen das herrschende System durchzusetzen. 

Wir alle sind aufgerufen, der Eskalation im Nahen Osten entgegenzutreten. Vorschläge zur Entspannung der Situation liegen seit langem auf dem Tisch. 

Wir fordern 
-  Krieg darf kein Mittel der Politik mehr sein 
-  Verbot jeglicher Waffenexporte 
-  Beendigung der konfliktverschärfenden Sanktionen 
-  Keine Abschiebung von Deserteuren und Flüchtlingen 
- Gesprächsangebote an den Iran über Kooperation und gemeinsame Sicherheit 
-  Aufnahme von Verhandlungen zur Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen/Mittleren Osten. 

Weil wir Frieden wollen, müssen wir die Politik in die eigenen Hände nehmen. 

, Germaniastr. 14, 34119 Kassel, Tel. 0561-93717974 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Presse-Erklärung zu Ischingers SIKO-Tagungsprogramm]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/730</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-730</guid><description><![CDATA[AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE NATO-„SICHERHEITSKONFERENZ“

SIKO-Konferenzleiter Ischinger hat auf seiner Pressekonferenz am 26. Januar das Programm für die bevorstehende Münchner „Sicherheitskonferenz“ bekannt gegeben und einige der prominentesten Teilnehmer an der diesjährigen NATO-Kriegstagung vorgestellt. Sowohl das Tagungsprogramm, als auch die angekündigten Redner entlarven seine öffentlichen Behauptungen, auf der SIKO gehe es ausschließlich um „Konfliktverhütung und Friedenssicherung“ als schönfärberische Propaganda für eine gutgläubige Öffentlichkeit.

Wie in den Vorjahren versammeln sich Bayerischen Hof die Hauptverantwortlichen für die Aggressionskriege der NATO und ihre Militärstrategen, um sich gemeinsam mit internationalen Wirtschafts- und Finanzbossen über Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer weltweiten Vorherrschaft zu verständigen.
Hier treffen sich diejenigen, die gerade mit der Mandatsverlängerung für den Bundeswehreinsatz die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan beschlossen haben und sich damit zum wiederholten Mal über den Mehrheitswillen der Bevölkerung in der Bundesrepublik hinweg setzen.
Wie in den vergangenen Jahren auch, werden die Repräsentanten aus den NATO- und EU-Staaten die SIKO als Propagandaforum zur Rechtfertigung ihrer völkerrechtswidrigen Militäreinsätze und für neue Kriegsdrohungen nutzen. Die verschärften Sanktionen – „der Ölkrieg“ des Westens gegen den Iran – ist bereits das Vorspiel für den ganz offensichtlich beabsichtigten nächsten „heißen Krieg“.

Die SIKO ein Familientreffen aus den NATO- und EU-Staaten

Zu den Hauptrednern auf der bevorstehenden sogenannten „Sicherheitskonferenz“ gehören überwiegend Außen- und Militärminister der NATO-Staaten sowie Regierungschefs von befreundeten Staaten.
Eröffnet wird die SIKO vom deutschen Militärminister de Maizière.  Aus den USA kommen Außenministerin Hillary Clinton und Kriegsminister Leon Panetta. Er war vorher  CIA-Direktor und verantwortlich für die US-Folterpraxis der letzten Jahre, ebenso wie für unzählige extralegale Hinrichtungen der CIA-Killerkommandos in Afghanistan, Pakistan und dem Iran.
Außerdem kommen der notorische Kriegsverbrecher und Ex-Außenminister Henry Kissinger, der Chef der westlichen Militärallianz,  NATO- Generalsekretär Rasmussen, die  Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Catherine Ashton und einige weitere EU-Kommissare.
 
SIKO-Programm Auftakt: „Die Führungsmacht Deutschland“

Gleich am ersten Tag geht es zur Sache. Nicht etwa – wie SIKO-Weichspüler Ischinger in der Öffentlichkeit immer wieder beteuert – „um die Sicherung des Friedens“,  sondern um pure Machtpolitik. Das Eröffnungsthema ist: „Die neue machtpolitische Rolle Deutschlands in Europa und in der Welt“. Es gehe, sagt Ischinger, um den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Deutschlands, um „Führungsmacht“ und selbstverständlich auch um die militärische Rolle Deutschlands. Er nennt das „Sicherheitspolitik“. Sie sei „eine wichtige Rahmenbedingung für den Erfolg, den unsere Wirtschaft auf der ganzen Welt erzielt hat und auch weiter erzielen soll“.
Im Zentrum stehe heute die Frage „nach der neuen deutschen Führungsstärke und Führungskraft“. Zu dieser Debatte ist auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski eingeladen, der kürzlich in Berlin die Deutschen aufgefordert hatte „Nehmt Eure Führungsaufgabe wahr“. Ischinger erklärte dazu: „Nur wir können das, also müssen wir es jetzt auch tun“. Das gelte vor allem für Europa, denn der EU fehle es bisher an einer „glaubwürdigen militärischen Dimension“. Um aber ihren Einfluss auf die Weltpolitik auszubauen, müsse die EU eine einheitliche Strategie, eine schlagkräftige Militärpolitik und die entsprechenden Kriegsfähigkeiten entwickeln. Ausdrücklich kritisierte Ischinger auf seiner Pressekonferenz, dass die Europäer etwa gleich viele Soldaten wie die USA unterhalten, aber nur ein Zehntel der militärischen Schlagkraft aufbringen.

Weitere Tagungsthemen sind: Die NATO – Russland Kooperation, die Raketenabwehr
und die neue Militärstrategie der US-Regierung, die derzeit ihren Fokus auf den asiatisch-pazifischen Raum verlagert und sich dort als Ordnungsmacht etablieren will.

Zum Tagungsthema „Weltweite Finanzmarktkrise“ hat Ischinger die Spitzenmanager des globalen Finanzkapitals eingeladen, den Weltbankchef Robert Zoellick, den US-Investor und Milliardär George Soros, den Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann – und wie in den vergangenen Jahren auch – zahlreiche weitere Vertreter aus den Chefetagen großer Wirtschafts- und Rüstungskonzerne.
Der Grund, weshalb dieses Thema auf der SIKO behandelt wird, liegt in der Sorge der Kriegsstrategen, dass die wachsenden Staatsschulden die militärische Handlungsfähigkeit einschränken, oder wie es Ischinger ausdrückt, „die Fähigkeit,  Sicherheit in den Rest der Welt zu exportieren“. Diese „exportierte Sicherheit“ kann man derzeit in Afghanistan, im Irak und in Libyen bewundern.

Ischinger, der „Wolf im Schafspelz“

Uns, den Gegnern der Kriegspolitik der NATO und der EU, bietet Ischinger immer wieder Dialoggespräche an, „auf allen Ebenen“, wie er ausdrücklich betont.  Er hoffe, sagte er bei seiner Pressekonferenz, dass durch seine „Dialogbereitschaft die Zahl der Demonstranten sinkt ...  Kritiker im Saal (seien ihm) lieber, als auf der Straße“. Ein paar Kriegsgegner als Feigenblatt auf seiner Kriegstagung, das hätte Herr Ischinger gern. Doch diesen Gefallen werden wir ihm nicht tun. Ischinger ist für uns kein Dialogpartner. Er selbst gehört zur Führungsriege der Kriegstrommler in unserem Land und als Chef der SIKO ist er quasi der inoffizielle Propagandachef  für die Militärpolitik Deutschlands, der NATO und der EU.
(Einige Fakten dazu in: )

Mit der NATO wird es keinen Frieden auf der Welt geben

Die NATO ist ein Kriegsbündnis, nicht der verlängerte Arm von Amnesty International.  Sie ist auch kein Instrument der Konfliktlösung, sondern eine Bedrohung für alle Länder, die sich nicht freiwillig den Vorherrschaftsinteressen der westlichen Großmächte unterwerfen.
Dieser Politik der Androhung und Anwendung militärischer Gewalt setzen wir unseren entschiedenen Widerstand entgegen.
„Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eine Werbung für Bayern und für München“, behauptete Ischinger gegenüber der Presse. Richtig ist: Die SIKO ist eine Werbeveranstaltung für mehr Rüstung und Krieg. NO PASARAN!
Ginge es nach dem Grundgesetz dürfte die SIKO gar nicht stattfinden. Denn nach Artikel 26, GG ist die Vorbereitung zur Führung von Angriffskriegen ausdrücklich verboten und unter Strafe gestellt.
Inzwischen mobilisieren mehr als 90 Organisationen zu den Protesten gegen die NATO-Kriegstagung in München. Das Aktionsbündnis erwartet rund 5000 Teilnehmer zu dieser großen Antikriegs-Demonstration, mit Teilnehmern nicht nur aus München, sondern auch aus vielen anderen Städten der Bundesrepublik.

Die Großdemonstration der Antikriegsbewegung findet am Samstag, den  4. Februar 2012 statt. Sie beginnt um 13 Uhr am Stachus.

Quelle: AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE NATO-SICHERHEITSKONFERENZ ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/813.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/725</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-725</guid><description><![CDATA[Aller guten Dinge sind drei!

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“  anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

„Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an!

AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.

Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!

Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/815.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[EU-Embargo gegen Iran: Ein "weiterer Schritt zum Krieg"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/726</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-726</guid><description><![CDATA[   - EU verhängt totales Öl-Embargo gegen Iran
   - Ein Beitrag zur Konflikteskalation
   - Friedensratschlag: Es gibt Alternativen zum Kriegskurs 

Kassel - Mit Sorge reagiert der Bundesausschuss Friedensratschlag auf den Beschluss der EU vom Montag, Öl-Lieferungen aus dem Iran vollständig verhindern zu wollen. Damit sei "ein weiterer Schritt zum Krieg" gemacht worden, sagte der Sprecher des Friedensratschlags in einer ersten Stellungnahme in Kassel:

Seit Monaten schon wird in israelischen Regierungskreisen über einen Militärschlag gegen Ziele im Iran diskutiert. Allein die Tatsache, dass eine solche Diskussion stattfindet, zeugt von der Missachtung des strikten Gewaltverbots, das die Charta der Vereinten Nationen allen Staaten der Welt auferlegt hat. Der im November 2011 veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) enthält weder neue Erkenntnisse über das iranische Atomprogramm noch belastbare Belege für einen akuten „Griff nach der Bombe“. Gleichwohl gehen die Regierungen der EU davon aus, dass der Iran Atomwaffen entwickelt, weil er die zivile Atomindustrie vorantreibt.

Letzteres kann dem Iran aber nach internationalem Recht nicht verweigert werden. Zum iranischen „Atomprogramm“ ist nämlich grundsätzlich festzustellen: Teheran nimmt ein Recht für sich in Anspruch, das alle anderen Staaten dieser Welt auch haben: den atomaren Kreislauf zu schließen, um die Kernkraft zu zivilen (energetischen) Zwecken voll nutzen zu können. Genau das sieht auch der Atomwaffensperrvertrag vor. Das muss uns nicht gefallen - zumal wir spätestens seit Fukushima wissen, dass auch die zivile Nutzung der Kernkraft lebensbedrohend und letztlich eben nicht beherrschbar ist.

Die Europäische Union hat sich ohne Not ins Kielwasser der USA begeben. Die im Januar 2012 von der US-Administration angeordnete Strafmaßnahme gegen die iranische Zentralbank verfolgt das Ziel, den internationalen Ölhandel mit Iran ganz zum Erliegen zu bringen. Dies hat die EU mit ihrem "beispiellosen Sanktionspaket" (so der britische Außenminister Hague) nun bestätigt, das offiziell am 1. Juli in Kraft tritt, aber heute schon von den meisten EU-Staaten durchgeführt wird. Japan beteiligt sich ebenfalls am Embargo, Südkorea wird folgen.

Damit wird dem Iran, der von den Ölexporten in die genannten Länder sehr stark abhängig ist, die wichtigste Lebensader durchschnitten. Die Sanktionen der USA und der EU können also die gesamte Volkswirtschaft des Iran lahmlegen. Der Schritt der EU stellt eine immense Verschärfung des politischen Klimas dar, bringt den Iran in eine fast ausweglose Situation und die ganze Region an den Rand eines Krieges.

Gegenmaßnahmen sind somit programmiert, die Spannungen und die wechselseitige Kriegsrhetorik werden sich gefährlich hochschaukeln. Verlierer ist wie immer in solchen Fällen die Zivilgesellschaft im Iran, die jeglicher Möglichkeit beraubt wird, demokratische und soziale Fortschritte gegen das herrschende System durchzusetzen.

Zur gefährlichen Drohkulisse des Westens gibt es Alternativen. Wir nennen nur die wichtigsten:

-    Anerkennung des Rechts auf Weiterentwicklung des zivilen Atomprogramms des Iran und dessen internationale Kontrolle (gemäß Atomwaffensperrvertrag);
-    Verhandlungen zwischen USA und Iran über gegenseitige Nichtangriffsgarantien Iran;
-    baldige Einberufung einer UN-Konferenz über die Errichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten. 

Der Bundesausschuss Friedensratschlag lädt die Friedensbewegung für den kommenden Sonntag zu einer bundesweiten Aktionsberatung nach Kassel ein: 29. Januar, 11.30 bis 16.30. Im Café Buch-Oase, Germaniastr. 14, 34119 Kassel. 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[In Syrien ist Vermittlung angesagt - nicht Drohung oder Scharfmacherei!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/732</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-732</guid><description><![CDATA[Als Mitglieder der Kommission Friedenspolitik der katholischen Friedensbewegung pax christi verfolgen wir die anhaltende Eskalation des Konflikts in Syrien zwischen dem Regime Baschar al Assads und der Protestbewegung mit Entsetzen und Besorgnis.

Abermals droht eine im Umfeld der arabischen Rebellion 2011 zunächst hoffnungsvoll in Gang gekommene Bewegung des gewaltfreien Widerstands gegen ein autoritäres Regime in einen Bürgerkrieg umzuschlagen.

Lange mag das massenmedial vermittelte Bild brachialer staatlicher Repressionsgewalt gegen wehrlose Demonstrant/innen weitgehend zutreffend gewesen sein. Inzwischen setzen aber auch Regimegegner Maschinengewehre und Raketen ein und provozieren damit ein noch brutaleres Zuschlagen der „Sicherheitskräfte“.

Westliche Politiker und „Leitmedien“, denen im Traum nicht eingefallen war, die gewaltfreie Bewegung rechtzeitig, zuverlässig und konstruktiv zu unterstützen, hören verstärkt auf unversöhnliche Rufe nach einem bewaffneten Eingreifen der „Weltgemeinschaft“ und drehen damit ihrerseits an der Eskalationsspirale. Verwirrende, nicht wirklich überprüfbare Gräuelmeldungen verschärfen die Gegensätze und sollen Interventionsbereitschaft schaffen und eine Intervention im Voraus rechtfertigen. In dieser Konfliktentwicklung zeichnet sich das gleiche Muster ab, das von anderen Konfliktkonstellationen, in die der Westen sich im vergangenen Jahrzehnt militärisch eingemischt hat, bestens bekannt ist. Kosovo, Afghanistan, Irak und Libyen sind die Hauptstationen.

Militärisches Eingreifen in augenscheinliche Unrechtsverhältnisse zur Destabilisierung von Herrschaftssystemen, die sich ohne Repression kaum halten können, die aber vor allem westlichen Mächten gegenüber die „geschuldete“ Hörigkeit vermissen lassen, führt zu unsäglich leidvollen Bürgerkriegen und zu erneuter Ausbeutung und Unterdrückung - dann durch Unrechtsregime von des Westens Gnaden. Was vor diesem Hintergrund jetzt in Syrien am allerwenigsten zu einer für alle Seiten halbwegs akzeptablen Konfliktregelung beitragen würde, ist eigeninteressengeleitete parteinehmende Einmischung von außen.

Der Westen insbesondere muss seine Politik korrigieren, darf sich nicht als Scharfmacher betätigen, kann bestenfalls als ehrlicher Vermittler hilfreich sein. Ein wichtiges Kriterium ehrlicher Vermittlung ist der Verzicht auf Doppelmoral, sowohl bei der Beurteilung und Bewertung der Konfliktparteien, wie bei den Leistungsanforderungen an sie. Darüber hinaus ist in den Revolutionswirren im arabischen Raum nicht nur das Ideal der Demokratie, der Selbstbestimmung der Völker zu verteidigen, sondern auch das damit zutiefst verbundene Ethos der zivilen Konfliktbearbeitung und der Gewaltfreiheit, mit dem die Aufständischen dort angetreten sind.

Wir erwarten von der europäischen und deutschen Außenpolitik, dass sie in die Konfliktlage in Syrien - und im Nahen und Mittleren Osten überhaupt - eine politische und diplomatische Vermittlungstätigkeit einbringt, die sich durch Fairness und durch kritische - und nicht zuletzt selbstkritische - Auseinandersetzung mit politischer Gewalt und Gewaltandrohung auszeichnet. Eine neue Wertschätzung des bewährten Instrumentariums der OSZE und dessen umfängliche Inanspruchnahme könnten unseres Erachtens die Eskalation stoppen, eine Deeskalation in Gang setzen und damit eine konstruktive Bearbeitung der Konflikte befördern.

Dagegen würde ein Rückgriff auf kriegerische Mittel - ein militärisches Eingreifen von außen - die destruktive Konfliktdynamik außerordentlich verschärfen und wie in Libyen zu einer wesentlich fataleren Opferbilanz und höchst fragwürdigem „Erfolg“ führen. Wir sind zutiefst überzeugt, dass nur auf dem Weg des Verzichts auf Gewalt und Zwangsmacht zufriedenstellende akzeptable Lösungen mit vergleichsweise geringen menschlichen Opfern zu erreichen sind.

pax christi-Kommission Friedenspolitik
Christof Grosse, Sprecher 
Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/739</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-739</guid><description><![CDATA[Zehntausende Tote, eine traumatisierte Bevölkerung, eine weitgehend zerstörte Infrastruktur und ein zerfallener Staat: Das ist das Ergebnis des Krieges, den USA und Nato geführt haben, um den Reichtum Libyens plündern und das Land wieder kolonialisieren zu können. Jetzt bereiten sie offen den Krieg gegen die strategisch wichtigen bzw. rohstoffreichen Länder Syrien und Iran vor, die eine eigenständige Politik verfolgen und sich ihrem Diktat nicht unterordnen. Ein Angriff der Nato auf Syrien oder Iran kann zur direkten Konfrontation mit Russland und China führen – mit unvorstellbaren Konsequenzen.

Mit ständigen Kriegsdrohungen, dem Aufmarsch militärischer Kräfte an den Grenzen zu Iran und Syrien sowie mit Sabotage- und Terroraktionen von eingeschleusten „Spezialeinheiten“ halten die USA gemeinsam mit weiteren Nato-Staaten und Israel die beiden Länder in einem Ausnahmezustand, der sie zermürben soll. Zynisch und menschenverachtend versuchen USA und EU, mit Embargos ihren Außenhandel und Zahlungsverkehr planmäßig lahm zu legen. Die Wirtschaft des Iran und Syriens soll bewusst in eine tiefe Krise gestürzt, ihre Arbeitslosenzahlen erhöht und die Versorgungslage ihrer Bevölkerung drastisch verschlechtert werden. Die inneren sozialen Konflikte sollen ethnisiert und zugespitzt, ein Bürgerkrieg entfacht werden, um einen Vorwand für die längst geplante militärische Intervention zu schaffen. An diesem Embargo gegen Iran und Syrien beteiligt sich auch ganz maßgeblich die deutsche Bundesregierung.

Wir rufen alle Bürger, die Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, die Friedensbewegung auf, dieser Kriegspolitik konsequent entgegenzutreten.

Wir fordern, dass die Bundesregierung

- die Embargomaßnahmen gegen den Iran und Syrien bedingungslos und sofort aufhebt;
-  klarstellt, dass sie sich an einem Krieg gegen diese Staaten in keiner Weise beteiligen und die Nutzung deutscher Einrichtungen für eine Aggression durch USA und Nato nicht gestatten wird;
-    sich auf internationaler Ebene für die Beendigung der Politik der Erpressung und Kriegsdrohung gegen den Iran und Syrien einsetzt.

Das iranische und syrische Volk haben das Recht, über die Gestaltung ihrer politischen und gesellschaftlichen Ordnung allein und souverän zu entscheiden. Die Erhaltung des Friedens verlangt es, dass das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten konsequent eingehalten wird.


Erstunterzeichner:

Dr. Ali Al-Abboud, Arzt; Dr. Majed Abdallah, Arzt; Stefan Abels, Musiker; Usame Al-Agi, Anwalt; Dr. Ayed Ahmad, Ördförande i Arabiska kultur förening, Vorsitzender der Arabischen Kulturvereinigung, Uppsala, Schweden; Dr. Mohammed Al-Akhal, Arzt; Dr. Gandi Al-Ali, Arzt; Mouhammed Ammar, Unternehmer; Dr. Ali Al-Assad, Chefarzt; Hüseyin Avgan, Bundesvorsitzender DIDF; Hussein Baag, Vorsitzender der Syrischen Studentenunion; Dr. Alexander Bahar, Historiker und Publizist; Dr. Friedrich-Martin Balzer, Historiker; Dr. Matin Baraki, Lehrbeauftragter; Willi Schulze-Barantin, DFV, Vors. Ortsverband Offenbach am Main; Dipl. Ing. Hermann Barges; Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Kabarettist und Musiker; Dr. Angelika Bator; Dr. Wolfgang Bator, Botschafter a.D.; Hans Bauer, Rechtsanwalt, Vors. der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung e.V.; Rolf Becker, Schauspieler; Prof. Dr. Rüdiger Bernhardt, Literaturwissenschaftler und Autor; Dr.-Ing. Yousef Berrou; Rolf Berthold, Botschafter a.D.; Hartmut Beyerl, hinter-der-fichte.blogspot.com; Barbara Bodechtel, Ärztin, IPPNW; Susanna Böhme-Kuby, Publizistin; Volker Bräutigam, Publizist; Arnold Bruns, Verleger, Pahl-Rugenstein Verlag; Eva Bulling-Schroeter, MdB; Isabelle Casel, Kunsthistorikerin; Dr. Jamal Al-Chaich, Arzt; Prof. Dr. Ziad Al-Chirike, Kosmetikchirug; Dr. Christa Clamer, Archäologin; Sevim Da&#287;delen, MdB; Elias Davidsson, Komponist und Völkerrechtler; Prof. Dr. Götz Dieckman, Historiker; Dr. Diether Dehm, Autor und MdB; Dr. Soussan Dilmaghani, Ärztin; Peter Dietrich, Lothar Natebusch, Bernhard Werner, Bündnis für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.; Nadja Douglas, Promotionsstudentin; Nazir Durgam, Lehrer; Sarah Durgam, Angestellte; Thaer Durgm, Student; Susanne Fasbender, Künstlerin; Peter Feininger, Redaktion www.forumaugsburg.de; Nasser Ferdin, Zahntechniker; Bernd Duschner, Freundschaft mit Valjevo e.V.; Dr. Gerhard Feldbauer, Historiker und Publizist; Annelise Fikentscher und Andreas Neumann, für den Bundesverband der Arbeiterfotographie; Peter Franz, Freier evangelischer Geistlicher; Wolf Gauer, Journalist; Thomas Geisler, Schreiner; Somar Ghassoun, Dipl. 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Weitere Unterzeichner wenden sich bitte an Bernd Duschner  oder .

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/826.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nahrungsmittelspekulation: Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/722</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-722</guid><description><![CDATA[Die Deutsche Bank will einen Film des "Zentrums für Politische Schönheit" verbieten und hat angekündigt, mit juristischen Mitteln gegen den Film über Nahrungsmittelspekulation vorzugehen. In dem Film hatte der Pressesprecher der Deutschen Bank, Frank Hartmann, auf die Nachfrage, ob seine Argumentation nicht auf die zynische Auffassung hinauslaufe, dass die Menschen in Afrika an ihrem Hunger selbst schuld seien geantwortet: "Natürlich sind die selbst schuld!"

Jetzt die Filme kopieren, über die sozialen Netzwerke teilen und auf eigenen Homepages einstellen! 


Pressemitteilung aus dem 

Die Deutsche Bank droht mit rechtlichen Schritten und Schadenersatzklage gegen einen Film über Nahrungsmittelspekulationen, sollte nicht eine Passage des Pressesprechers Frank Hartmann herausgenommen werden. Der Pressesprecher wird dahingehend zusammengefasst, dass nicht die Händler von Banken, sondern die Menschen in Somalia für ihre Armut selbst verantwortlich seien. Daraufhin bestätigt Hartmann: „Natürlich sind die selbst schuld!“

Der Aussage, Menschen in Somalia seien selbst schuld, sich die überhöhten Getreidepreise nicht leisten zu können, droht nun Zensur. Die Deutsche Bank hat angekündigt, Strafantrag wegen Verletzung des § 201 StGB zu stellen und den Film per 19.12.2011 zu verbieten. Der Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Bank fordert mit Schreiben vom 14. Dezember 2011, „die weitere Verbreitung und Vorführung des Interviews von Herrn Hartmann in dem Film zu unterlassen”. Die Deutsche Bank behauptet, der Pressesprecher habe ein "vertrauliches Hintergrundgespräch zu Ihrer persönlichen Information” geführt, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei. Der Kameramann des Films, Firas Sabbagh, erklärt: „Der Deutschen Bank ist peinlich, was ihr Pressesprecher gegenüber dem Zentrum für Politische Schönheit öffentlich erklärt hat. Frank Hartmann wurde darüber aufgeklärt, dass das Gespräch aufgezeichnet wird.” – Auch die CSR-Abteilung der Deutschen Bank, aufgescheucht von der Passage, die nicht so recht ins Bild sozialer Verantwortung passen will, bot Gespräche an. Jetzt droht die Bank, sich an der Freiheit der Kunst zu schaffen zu machen.

Die Bank war zuletzt wegen des Foodwatch-Berichts “Die Hungermacher” stark in die Kritik geraten. 2010 sollen laut Weltbank aufgrund gestiegener Nahrungsmittelpreise über 40 Millionen Menschen in die absolute Armut getrieben worden sein. Josef Ackermann erklärte einen Tag nach der Veröffentlichung des Berichts, die Sachlage zu prüfen. In einem persönlichen Brief an Foodwatch meinte Ackermann: „Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.“ – Laut Pressestelle der Bank war auch Ackermanns Brief nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Auch damals zeigte sich die Bank ungehalten über eine vermeintlich nicht intendierte Veröffentlichung. Nina van Bergen vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS): „Die Kritik ist seit Jahren bekannt. Aber erst jetzt, als das Interesse der Öffentlichkeit an den Spekulationsgeschäften, die gegen alle ethischen und moralischen Grundsätze verstoßen, enorm zunimmt, verfällt die Bank in hektische Aktivität. Als bräuchte sie einen Bericht, um Kritik überhaupt wahrzunehmen?“

Ein Mitarbeiter der CSR-Abteilung der Deutschen Bank unterbreitete dem ZPS das Angebot, nach Prüfung der Kritik an den Spekulationsgeschäften Ende Januar „zu reden“. Dazu erklärt Philipp Ruch, künstlerischer Leiter des Zentrums für Politische Schönheit: „Das scheint die übliche Masche zu sein. Es gibt nichts zu reden. Die Bank muss sofort handeln. Was haben hunderte Mitarbeiter beim Spekulationsgeschäft mit Weizen, Mais und Zucker verloren? Es geht um Millionen Menschen. Man hätte von Anfang an viel vorsichtiger sein müssen.“


Der Film ist hier zu sehen (die entsprechende Stelle ab 6:20):
++rQ7cXnsCh0E++

Eine Kurzfassung (ohne Pressesprecher): 
++X-7miE3vKbM++



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++wtgRO1RrxKg++...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/812.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutsche Rüstungsexportpolitik ist ein friedenspolitischer Offenbarungseid]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/718</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-718</guid><description><![CDATA[NaturFreunde fordern Festschreibung eines Verbots von Rüstungsexporten im Grundgesetz

Anlässlich der Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts 2010 durch die Bundesregierung erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Der von der Bundesregierung gebilligte Rüstungsexportbericht ist ein Dokument des Scheiterns einer Außen- und Wirtschaftspolitik, die eigentlich auf Abrüstung und Entmilitarisierung ausgerichtet sein will. Tatsächlich setzt die Bundesregierung auf die massive Steigerung der Rüstungsexporte.

Mit den skandalösen U-Boot-Lieferungen an Griechenland (und Portugal) zeigt sie zudem, dass alle Forderungen nach einer finanzpolitischen Sicherung des griechischen Haushaltes spätestens dann aufgegeben werden, wenn die Interessen der deutschen Rüstungsfirmen betroffen sind.

Es ist ein Skandal, dass die deutschen Rüstungsexporte zwischen 2009 und 2010 um etwa 60 Prozent (von 1,3 Milliarden Euro auf 2,1 Milliarden Euro) geradezu explodiert sind. Die Bundesregierung leistet sich damit einen friedenspolitischen Offenbarungseid.

Auch hat die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Entwicklungsländer deutlich zugenommen. Die Bundesregierung betreibt ganz bewusst eine Exportförderungspolitik für Kriegswaffen und nimmt dabei immer weniger Rücksicht darauf, ob diese Kriegswaffen dann in Krisengebiete geliefert werden. So wurden im Jahr 2010 Rüstungsgüter in Entwicklungsländer im Wert von 108 Millionen Euro exportiert. Davon entfielen allein 65 Millionen Euro auf Pakistan und 27,6 Millionen Euro auf den Irak.


16.145 Ausfuhranträge für militärische Güter im Wert von 4,7 Milliarden Euro
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 16.145 Einzelanträge für die endgültige Ausfuhr von Rüstungsgütern genehmigt. Diese Ausfuhrgenehmigungen betrafen militärische Güter im Wert von 4,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 wurden auch Ausfuhren von Rüstungsgütern in Entwicklungsländer im Wert von ca. 365,3 Millionen Euro genehmigt.

Bedeutendste Empfängerländer unter den Entwicklungsländern waren im Jahr 2010 Indien (96,8 Millionen Euro), Pakistan (96,6 Millionen Euro) sowie der Irak (54,2 Millionen Euro). Gerade die Belieferung von Indien und Pakistan, immerhin zwei Länder, die sich seit Jahrzehnten gegenseitig hochrüsten, zeigt die moralische Prinzipienlosigkeit der deutschen Rüstungsexportpolitik.


Die Liste der Lieferung von Rüstungsgütern in Krisenregionen ist lang
Nordkorea und Südkorea rüsten seit Generationen wechselseitig auf. Mit der Lieferung von Teilen für Kampfflugzeuge, Hubschraubern, Flugkörpern und Teilen für U-Boot-Simulatoren an die Republik Korea leistet die Bundesregierung ihren Beitrag zu dieser Hochrüstung.

Massiv sind die Machthaber der Vereinigten Arabischen Emirate gegen die Demokratiebewegung vorgegangen. Gleichzeitig wurde dieses undemokratische Land mit Teilen für Flugsimulatoren, Zieldarstellungsgeräten und Tiefladesattelaufliegern für Artillerie-Raketensysteme, gepanzerten Fahrzeugen und militärischen Landfahrzeugen beliefert.

Die Türkei führt seit Jahrzehnten einen blutigen Kampf gegen die PKK. Regelmäßig verletzt sie dabei die Grenze zu ihren Nachbarländern und dringt zur „Terrorbekämpfung“ mit militärischen Großgeräten in ihre Nachbarstaaten ein. Mit der Rüstungsexportpolitik Deutschlands, die Panzer, Brückenlegepanzer, gepanzerte Fahrzeuge, Abfeuereinrichtungen und Teile für Flugkörper und Flugkörperabwehrsysteme in die Türkei liefert, wird diese Politik auch noch sanktioniert.

Saudi-Arabien ist eine Diktatur, die ihre Opposition massiv unterdrückt. Die Bundesregierung genehmigte jedoch die Lieferung von elektronischen Ausrüstungen für die militärische Kommunikation und Navigation, Flugkörper und Teile für Schnellboote und Patrouillenboote nach Saudi-Arabien.

Auch im „heißen Frieden“ zwischen Pakistan und Indien war die Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung für beide Länder hilfreich. Während Indien mit Feuerleiteinrichtungen, Bordwaffen-Steuersystemen, Teilen für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, Teilen für U-Boote, Zerstörer und Landungsschiffen beliefert wurde, setzten sich die Rüstungsexporte nach Pakistan aus Flugkörpern, Minenräumsystemen und Torpedos zusammen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf,
> die eingeschlagene Rüstungsexportpolitik sofort zu stoppen. Deutschland darf sich nicht weiter zur Waffenschmiede der Welt entwickeln;
> Rüstungsexporte in Krisenregionen sofort zu beenden;
> ein Programm zur Rüstungskonversion aufzulegen und die Rüstungsfirmen zu zivilen Produktionsstätten umzubauen;
> dafür einen Runden Tisch zum Umbau der Rüstungsfirmen einzuberufen, an dem Unternehmen, Gewerkschaften, Umwelt- und Friedensorganisationen beteiligt werden;
> sich für die Festschreibung eines Verbots von Rüstungsexporten im Grundgesetz einzusetzen.


NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

Quelle: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/769.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Sitz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn seit heute 11 Uhr von AntimilitaristInnen besetzt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/717</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-717</guid><description><![CDATA[„Wir möchten mit dieser Besetzung unmittelbar vor der Kriegskonferenz am 5. Dezember ein Zeichen gegen jede Form zivil-militärischer Zusammenarbeit  setzen. Die Indienstnahme der Entwicklungshilfe als aktive Kriegshilfe  muss sofort beendet werden“, so Lutz Wehring von der Initiative NO-CIMIC.

Im letzten Jahr hat das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unter der Leitung von Einzelkämpfer Dirk Niebel erstmalig die Vergabe von Entwicklungshilfegeldern in Afghanistan an zwei folgenschwere Bedingungen geknüpft: Nach dem Vorbild einer umfassenden „vernetzten Sicherheit“ ist erstens die Wahl der Projektstandorte mit der Bundeswehr abzustimmen und zweitens ist die konkrete Hilfeleistung in Kooperation mit dem Militär durchzuführen. Gegen diese politisch abzulehnende und praktisch gefährliche Vereinnahmung haben sich bereits einige Organisationen verwehrt.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die seit Anfang des Jahres aus der Fusion der ehemaligen GTZ, dem DED und InWent hervorgegangen ist, ist die zentrale Planungsstelle des BMZ für diese erzwungene zivil-militärischen Zusammenarbeit. Über die finanzielle Förderung und die inhaltliche Konzeption von Entwicklungshilfeprogrammen stellt sie die Schnittstelle des Ministeriums zu den Hilfsorganisationen auch in den Kriegsgebieten dar. Im Juni diesen Jahres haben die GIZ und die Bundeswehr eine Vereinbarung zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit unterzeichnet. EntwicklungshelferInnen sollen Unterstützung der Bundeswehr in Anspruch nehmen, während die Bundeswehr Zugriff auf Erkenntnisse der Entwicklungshilfe erhält.

Wir fordern mit unserer Besetzung der GIZ alle Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf, die Einladung der Bundesregierung zur gemeinsamen Konferenz auszuschlagen und jegliche Kooperation mit der Bundeswehr zu verweigern.

Die NGO müssen sich die Frage stellen, ob sie den Aufbau eines repressiven Staatsapparates, wie derzeit in Afghanistan praktiziert, generell legitimieren und fördern wollen. Das gälte selbst für eine funktionierende Koordination zwischen zivilen Kräften und dem Militär im Falle einer strikten Arbeitsteilung.

        * Der Etablierung eines zivil gefärbten, permanenten Kriegszustandes eine klare Absage erteilen!
        * Gegen die Militarisierung der Gesellschaft sowohl in Deutschland als auch in den Kriegsgebieten der Bundeswehr! 

War starts here - let&#39;s stop it here!

Wir laden die Presse und alle Interessierten jetzt zum Gespräch ins Gebäude der GIZ, Tulpenfeld 7 in 53133 Bonn ein. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Neugestaltung der Fassade und dem umdekorierten Bürotrakt der GIZ.
Pressekontakt:

antimilitaristische Initiative NO-CIMIC
c/o Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Tulpenfeld 7
53113 Bonn

Tel.: 01573/ 496 37 15 (Lutz Wehring / Verena Sommer)

Erste Bilder:
 


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Krieg beginnt hier - Bonn akustisch markieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/712</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-712</guid><description><![CDATA[Open Your Windows - Play loud!

 

Den Jingle Herunterladen, auf ein Abspielmedium packen, Boxen in die Fenster stellen, Lautstärke hochdrehen und auf "Play drücken" - Viel Spaß!

Nach 10 Jahren Krieg - Tod, Gewalt, Vertreibung und Zerstörung - in Afghanistan, treffen sich an diesem Wochenende zahlreiche Kriegsverantwortliche an verschiedenen Orten in Bonn, um über die Zukunft des vom NATO-Krieg gezeichneten Landes zu beraten. Der hier stattfindenden Propaganda von Frieden, Demokratie und Stabilität im Rahmen der Kriegskonferenz werden wir unsere radikale Kritik am kriegerischen Normalzustand entgegensetzen und jede ideologische Legitimierung von militärischer Gewalt zurückweisen - im Rahmen der Kampagne "Krieg beginnt hier" wollen wir Bonn deshalb akustisch als Kriegsschauplatz markieren.

Dazu möchten wir vor allem alle Bonnerinnen und Bonner unter Euch bitten, den Jingle zu "Krieg beginnt hier" herunterzuladen und vor allem

am Sonntag (4. Dezember) zwischen 18 und 19 Uhr,

also kurz bevor sich die Konferenz-TeilnehmerInnen auf dem Petersberg zum Dinner treffen, laut und vernehmbar aus Euren Fenstern heraus abzuspielen. Mit dieser akustischen Markierung wollen wir gemeinsam deutlich zu machen: Krieg beginnt hier. Und hier lässt sich Krieg markieren,blockieren und sabotieren.

Nicht nur während des oben genannten Zeitfensters, sondern auch während des gesamten Wochenendes und für die Dauer der Afghanistan-Konferenz kann der Jingle immer wieder laut in der Öffentlichkeit, aus unseren Wohnungen und Häusern heraus abgespielt werden.

Bundeswehr wegtreten (Bonn)
>>>>  Bitte leitet diesen Aufruf an so viele (Bonner) Menschen, Organisationen und Institutionen wie möglich weiter, um die gemeinsame akustische Markierung so wirkungsvoll wie möglich zu machen.


Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[HERZKASPER – Not In My Name]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/714</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-714</guid><description><![CDATA[Text und Musik: HERZKASPER – Harald Hahn/David Fuhr 2011  

1. Wenn sie in die Schulen kommen und werben für das Kriegshandwerk
Dann bin ich wirklich voreingenommen, denkt Ihr dass ich die Strategie nicht merk?
Waffenträger sollen als normal gelten? Na klar, ein Mensch wie Du und ich
Doch im Ernstfall werden sie töten – ich will das nicht.
Ref: Not in my name, not in my name, not in my name
It’s not my game, it’s not my game, it’s not my game
Not in my name, not in my name, not in my name
It’s not my game, it’s not my game – it’s a shame

2. Wenn Sie von Menschenrechten reden und die Angst vor Terror schür’n
Wenn Werbeagenturen kommen und die Kommunikation ausführ’n
Sie erfinden Wörter am Reißbrett: „Humanitäre Intervention“
Ihr Krieg braucht solche Decknamen für die Legitimation
Ref: Not in my name...

3. Wenn Militärseelsorger kommen und sprechen vom gerechten Krieg
Segnen sie etwa wieder die Waffen? Sprechen Gebete für den Sieg?
Willst Du beichten dass Du geschossen hast, oder die Nacht im itTruppenbordell?
Lass Dir die letzte Ölung geben, die braucht man manchmal hier unten schnell
Ref: Not in my name...

4. Wenn dann die Popstars eingeflogen werden und spiel‘n zur Förderung der Moral
Kerner live aus Afghanistan! Das ist inzwischen voll normal
Ein bisschen Maffay zur Zerstreuung, ein Dankeschön vom Vaterland
Und durch den Panzer im Einsatz hallt jedes Mal lauter Heavy-Metal-Klang
Ref: Not in my name...

5. Wenn dann die Särge nach Hause kommen und Trauerfahnen weh’n
Politiker mit ernsten Mienen wieder vor Rednerpulten steh’n
Dann diese üblichen Floskeln von Freiheit und dem Exportschlager Demokratie
Und sie reden von Ehre und Staatsbürgerpflicht und nie von Macht, Ruhm und Ökonomie
Ref: Not in my name...



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/674.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Gefährliches Geschwätz über Militärschlag gegen den Iran]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/715</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-715</guid><description><![CDATA[„Es muss endlich Schluss sein mit dem gefährlichen Geschwätz über einen Militärschlag gegen den Iran. Wer einen Krieg gegen den Iran als Option für möglich hält, rückt einen neuen, großdimensionierten Nahostkrieg in den Bereich der Möglichkeit. Das ist ein verantwortungsloses Spiel mit dem Feuer. DIE LINKE lehnt einen Krieg gegen den Iran kategorisch ab. Kriegsdrohungen und eine Ausweitung der Sanktionen schaden letztendlich der Zivilbevölkerung“, so Wolfgang Gehrcke, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu den Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der CDU, Philipp Mißfelder, der die militärische Option gegenüber dem Iran ausdrücklich offen halten will.

Gehrcke weiter: „Die Ausweisung von Diplomaten, das Einfrieren diplomatischer Beziehungen und der Abbruch derselben tragen ebenfalls nicht zur Entspannung der Lage bei, sondern sind Ausdruck einer weiteren Zuspitzung. Dass der Außenminister den deutschen Botschafter im Iran zur Berichterstattung zurück beordert hat und der iranische Botschafter in Deutschland in das Auswärtige Amt einbestellt wurde, ist verständlich, darf aber nicht zum Abbruch diplomatischer Beziehungen führen.
Der Schutz diplomatischer Vertretungen gehört zu den Mindeststandards der Demokratie, den alle Staaten zu garantieren haben und der auch gegenüber dem Iran eingefordert werden muss.“

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/762.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Friedensperspektiven zur Bonner Afghanistankonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/708</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-708</guid><description><![CDATA[Das Protestbündnis aus Organisationen der Friedens- und Antikriegsbewegung kritisiert scharf die jüngsten politischen und militärischen Entwicklungen im Afghanistankrieg, in den die Bundesrepublik jetzt seit mehr als 10 Jahren verstrickt ist. Die unter großem Aufwand inszenierte Bonner Afghanistankonferenz Anfang Dezember sei schon jetzt gescheitert.

Die richtige Einsicht, dass eine militärische Lösungen nicht möglich und deshalb Verhandlungen mit den Taliban unumgänglich sind – gerade von Außenminister Westerwelle und Verteidigungsminister de Maizière bekräftigt [Bild am Sonntag] – werde durch das Festhalten an einer langfristigen Präsenz der NATO-Truppen im Land konterkariert. Verteidigungsminister de Maizière habe in bemerkenswerter Ehrlichkeit eine Woche vor der Bonner Afghanistankonferenz entgegen den sonst gern geschürten Hoffnungen auch betont, dass nach dem für 2014 angekündigten Abzugstermin der NATO-Kampftruppen die Bundeswehr weiter in Afghanistan aktiv sein wird. „Die Soldaten werden lediglich als &#39;Ausbilder&#39; umetikettiert, der Krieg geht weiter“, erklärt Reiner Braun, Geschäftsführer der Juristenvereinigung IALANA. Der „Abzug“ bis 2014, der nur sehr vage angekündigt wird sowie konditioniert sei und auch kein vollständiger Truppenabzug sein soll, bedeute drei weitere Jahre Krieg. Das sei nicht akzeptabel.

Die von Präsident Karzai mit Gefolgsleuten besetzte „Loya Jirga“ habe außerdem gerade ein Abkommen zum Verbleib umfangreicher US-amerikanischer Einheiten bis 2024 gebilligt. Das diene einseitig den wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der USA und sei ein massives Hindernis für die notwendige Einigung mit den Taliban über ein Ende der Kämpfe.

Völlig kontraproduktiv würden auch die Menschenjagd auf führende Köpfe der Aufständischen mit Drohnen und gezielte Tötungen durch Spezialeinheiten eskaliert und jetzt sogar Grenzeinheiten der pakistanischen Armee von NATO-Hubschraubern getötet.

„Ein Friedensprozess sieht anders aus“, so der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative Manfred Stenner. „Die Bonner Konferenz am 5. Dezember wird so eine eintägige Farce, die der kriegsmüden westlichen Öffentlichkeit Perspektiven für ein Ende des Krieges in Afghanistan lediglich vortäuscht“.

Die Friedensgruppen fordern bei dreitägigen Protestaktionen zur Afghanistankonferenz in Bonn einen sofortigen Waffenstillstand, Verhandlungen mit den Aufständischen, den Abzug der Truppen und die Verwendung der Gelder für Wiederaufbau und die Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen.

Für eine Friedensentwicklung gebe die Regierungs-Veranstaltung 10 Jahre nach der ersten „Petersberg-Konferenz“ keinerlei ernste Perspektiven. Die Zusammenfassung der Protestgruppen lautet schon jetzt: „Sie reden vom Frieden. Sie führen Krieg.“

Für das Protestbündnis gegen „Petersberg II“
Reiner Braun (IALANA)
Manfred Stenner (Netzwerk Friedenskooperative)

P.S.: Alle Informationen zu den Protestaktionen, Hintergründe und Veranstaltungstermine sowie Kontakte zum Presseteam finden sich unter: 
u.a.:




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petersberg II: 10 Jahre Afghanistankrieg – eine humanitäre Katastrophe]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/709</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-709</guid><description><![CDATA[Sofortiger Waffenstillstand und offene Friedensverhandlungen

Die humanitäre Situation in Afghanistan hat sich nach zehn Jahren "Krieg gegen den Terror" kaum verbessert. Das beklagt die ärztliche Friedensorganisation IPPNW. "Um Schlimmeres zu verhüten, bedarf es eines sofortigen Waffenstillstand, notfalls einseitig verkündigt. Dann müssen Verhandlungen folgen, die den vollständigen Truppenabzug und eine langfristig und großzügig dimensionierte Unterstützung des Wiederaufbaus des Landes zum Ziel haben", fordert der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim. Dieser sicher langwierige und mühsame Friedensprozess muss die bisherige Kriegsstrategie mit Drohneneinsatz, völkerrechtswidrigen gezielten Tötungen und unschuldigen zivilen Opfern endlich ersetzen. Deswegen lehnt die IPPNW auch die weitere Stationierung von ausländischen Truppen in Afghanistan und der Region ab.

Krieg ist immer eine humanitäre Katastrophe. Sichtbar wird diese Katastrophe an den Daten zur Mutter-Kind-Gesundheit. Die Müttersterblichkeit ist in Afghanistan zwischen 1980 und 2008 nur unwesentlich gesunken. Während 1980 geschätzte 1.700 afghanische Mütter bei der Geburt starben, sind es 2008 immer noch 1.400 Mütter. Afghanistan hat demnach die höchste Müttersterblichkeitsrate der Welt und ist eines von vier Ländern in denen die Rate über 1.000 liegt (Tschad (1.200), Somalia (1.200) und Guinea-Bissau (1.000)). Zum Vergleich die Müttersterblichkeit in den umgebenden Staaten der Region 2008: Iran (30), Pakistan (260), Indien (230).

Auch bei der Kindersterblichkeit konnten keine anhaltenden Fortschritte verzeichnet werden. 1990 starben 250 Kinder während der ersten fünf Lebensjahre, während es 2009 immer noch 199 Kinder waren. Afghanistan ist 2009 damit eines von 11 Ländern weltweit, in denen mehr als 20% der Neugeborenen nicht älter als fünf werden. Hauptursache für diese erschreckenden Tatsachen ist die zunehmende Unter- und Mangelernährung der ganzen Bevölkerung Afghanistans. Die FAO (Food and Agricultural Organisation of the United Nations) spricht in absoluten Zahlen von 422.000 Kinder die unter akuter Mangelernährung leiden und von 2.910.000 Kindern,
die chronisch mangelernährt sind.

Trotz dieser katastrophalen Gesundheits-Indikatoren, läuft die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung nur schleppend an. Eine Studie der International Crisis Group gibt an, von insgesamt zugesagten 90 Mrd. Dollar an Hilfsgeldern seien bis 2010 lediglich 57 Mrd. ausgeschüttet worden. "Geradezu skandalös ist dabei aber, dass von diesem Betrag 29 Mrd. Dollar in den Aufbau der afghanischen Armee und Polizei flossen - eine dreistere Zweckentfremdung von Entwicklungshilfe ist schwer vorstellbar", erklärt die
langjährige IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.

Ein weiteres düsteres Kapitel sind die ansteigenden Opferzahlen aufgrund der Kampfhandlungen in Afghanistan. Laut dem Internal Displacement Monitoring Center (IDMC) mussten zwischen 2006 und 2010 etwa 730.000 Menschen hauptsächlich als Folge von Kampfeinsatzen der westlichen Truppen fliehen. Fielen den Auseinandersetzungen im Jahr 2006 noch 929 Zivilisten zum Opfer, so steigen diese Zahlen jährlich (2007: 1.523; 2008: 2.118; 2009: 2.412; 2010: 2.777) und werden Schätzungen zufolge 2011 mit etwa 3.200 Opfern einen traurigen Höchststand erreichen.

Die IPPNW unterstützt die Protestaktionen gegen den Petersberg II Gipfel in Bonn am kommenden Wochenende (3.-5. Dezember 2011). Dr. Angelika Claußen wird bei der Auftaktkundgebung der Demonstration am 3.12. auf dem Bonner Kaiserplatz reden. Das ausführliche Statement von Dr. Claußen finden Sie unter

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petition gegen Streumunition lanciert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/710</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-710</guid><description><![CDATA[ 
Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates will nicht auf die Ratifizierung der UN- Konvention gegen Streumunition eintreten. Diese Konvention verbietet den Einsatz, die Lagerung sowie den Handel mit Streumunition.

Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die über einem Gebiet eine grosse Anzahl von Sprengsätzen verteilt. Schon beim Einschlag fordert diese Waffe aufgrund der grossen Flächenverteilung deshalb extrem viele zivile Opfer. Dazu kommt dass 30% der Geschosse nicht explodieren und als Blindgänger liegen bleiben. Noch Jahre nach dem Konflikt werden so Zivilisten getötet und schwer verletzt. Eine Untersuchung von Handicap hat gezeigt, dass 98% aller Opfer von Streumunition Zivilisten sind.

Mit der Nichtratifizierung der Konvention begibt sich die Schweiz in eine Liga mit Schurkenstaaten wie Burma, Nordkorea oder Syrien. 66 Staaten haben die Konvention bisher ratifiziert. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zum weltweiten Verschwinden dieser menschenverachtenden Waffe. Die Schweiz muss dieses Bestreben unterstützen und ihren Beitrag zur weltweiten Abrüstung leisten.

Am 21. Dezember wird die Ratifizierung der Konvention im Nationalrat behandelt. Um den Druck auf das Parlament zu erhöhen, den gravierenden Fehlentscheid der Kommission zu korrigieren, hat die GSoA nun eine Petition lanciert.

Unterschreib unter: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/801.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Comeback der Streubombe vom Tisch – USA scheitern mit Versuch der völkerrechtlichen Legalisierung von Streumunition]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/706</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-706</guid><description><![CDATA[Nach 14 Tagen intensivster Verhandlungen sind heute in Genf die USA, Indien, China und andere Streubombenbefürworter mit dem Versuch gescheitert, ihre Waffenarsenale zu legitimieren und ein „Zwei-Klassen-Völkerrecht“ zu installieren.

„Die Verhinderung der Legalisierung von Streumunition ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung des internationalen Völkerrechts und auch ein Verdienst der Zivilgesellschaft,“ betont Thomas Küchenmeister von FACING FINANCE und weist darauf hin, dass damit die „Oslo-Konvention“ und ihr vollständiges Verbot von Streumunition als verbindlicher Völkerrechtsstandard gestärkt wurde. Küchenmeister erwartet jetzt einen noch höheren Rechtfertigungsdruck bei den Streumunitions-befürwortern sowie weitere Stigmatisierungseffekte und zusätzliche nationale Verbotsgesetzte in Bezug auf das Investment in bzw. die Finanzierung von völkerrechtswidrigen Waffen.

Die deutsche Regierung hatte bis zuletzt, unterstützt u.a. von der Schweiz, Schweden, Italien und Holland, den Protokollentwurf  - und damit eine Legalisierung von Streumunition - grundsätzlich akzeptiert, aber auch Verbesserungen angeregt. „Deutschland muss sich jetzt wieder auf die Opferhilfe, die Räumung von Blindgängern und die Universalisierung eines vollständigen Verbotes von Streumunition konzentrieren, so wie von der Oslo-Konvention vorgegeben“, betont Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik und Kampagnen von „Brot für die Welt“. Hierzu zählt Seitz auch ein umfassendes deutsches Investmentverbot in die Herstellung von Streumunition.

Eine Gruppe von über 40 Staaten, darunter Norwegen, Österreich, die Schweiz und Südafrika lehnten das Protokoll mit Hinweis auf fehlenden humanitäre Mehrwert und eine damit verbundene Legalisierung von Streumunition ab. Unterstützt wurde die Gruppe vom IKRK und der Internationalen Kampagne gegen Streumunition (Cluster Munition Coalition) und vielen anderen Nichtregierungsorganisationen.

In offenen Briefen hatten die Vertreter von 13 Nichtregierungsorganisationen im Vorfeld der Verhandlungen an die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP appelliert, alles dafür zu tun, dass die erst vor gut einem Jahr in Kraft getretene Ächtung von Streumunition nicht wieder aufgeweicht wird. Am 10. November lehnten die Regierungsfraktionen im Bundestag zwei Anträge der Opposition zum Verbot von Streumunition abgelehnt. SPD und Grüne hatten in einem gemeinsamen Antrag (17/7637) gefordert, dass die Bundesregierung ein Veto gegen den aktuellen Protokollentwurf des UN-Waffenübereinkommens zu Streumunition einlegt.

Zu den Unterzeichnern der Briefe an CDU/CSU und FDP gehören: „Brot für die Welt“, Caritas international, der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, FACING FINANCE (Cluster Munition Coalition in Deutschland), Handicap International Deutschland e.V., Human Rights Watch Deutschland e.V., Oxfam Deutschland e.V. , pax christi – Sekretariat der deutschen Sektion, solidaritätsdienst international e.V., terre des hommes Deutschland e.V., UNICEF Deutschland und urgewald e.V.

Kontakte:
Thomas Küchenmeister, Koordinator FACING FINANCE&#8232;(Cluster Munition Coalition in Deutschland)
Rainer Lang, Pressereferent „Brot für die Welt“: 

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/84.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Atommülltransport ins Wendland rollt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/704</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-704</guid><description><![CDATA[

Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!
Für eine dezentrale und demokratisch verwaltete Energieversorgung!

Wir sind überzeugt: Es ist und bleibt richtig und notwendig, die Castorschiene im Wendland unbefahrbar zu machen, es ist richtig und notwendig, den Castor zu schottern. Nach Fukushima und der sogenannten Energiewende der Bundesregierung dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.


Atommüll, Castortransporte, Gorleben… noch lange nicht erledigt!

Mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde – wieder einmal – deutlich, dass das „Restrisiko“ der Atomenergie nicht beherrschbar ist. Und der Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung hat keineswegs eine Neuausrichtung der Energiepolitik gebracht: „Moderne“ Atommeiler sollen noch bis ins nächste Jahrzehnt hinein am Netz bleiben, jährlich hunderte Tonnen hochgiftigen Atommülls produzieren und das Risiko eines GAUs der Atomanlagen täglich reproduzieren. Und obwohl bald „ergebnisoffen“ nach einem Standort für ein atomares „Endlager“ gesucht werden soll, ist klar: Es kann kein sicheres „Endlager“ oder „Zwischenlager“ geben! Die Sanierungsfälle Asse und Morsleben machen dies überdeutlich. In diesem Sinne: Nicht trotz, sondern gerade wegen des „Atomausstiegs“ light der Bundesregierung gibt es ausreichend Gründe, im November den Castor zu stoppen.


Für eine Gesellschaft, in der Atomanlagen nicht möglich sind!

Denn an der Notwendigkeit, selbst für den Atomausstieg und für dezentrale, basisdemokratisch verwaltete Energieversorgungssysteme aktiv werden zu müssen, ändert der „Ausstieg“ der Bundesregierung nichts: Die Urananreicherungsanlage in Gronau bleibt genauso unbehelligt, wie die Regierung an ihren Bürgschaften für den Export deutscher Atomtechnologie nach Brasilien festhält. Auch der zerstörerische Uranabbau soll vor allem im globalen Süden weitergehen. Das alles zeigt: Die Sicherung der Macht und der Profite der Energiekonzerne gibt die Leitlinie der gegenwärtigen Energiepolitik vor. Eine kapitalistisch organisierte Energiewirtschaft funktioniert aufgrund der Tatsache, dass Profite privatisiert, die Risiken und Kosten aber auf Gesellschaft und Umwelt abgeladen werden.
In der gleichen Logik werden neue Kohlekraftwerke genehmigt, die den Klimawandel anheizen und die Gewinninteressen der Energiekonzerne über zentralistische Formen der Energieerzeugung langfristig absichern sollen. So ist es auch eine Allianz aus Regierenden und Konzernchefs, die mit der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage; unterirdische Verpressung des abgeschiedenen CO2) neue „Endlager“ schaffen will – diesmal für Kohlendioxid -, um Kohlekraft „klimafreundlich“ zu machen, mit einem grünen Mäntelchen zu versehen.


Energiekonzerne vergesellschaften!

Damit wird der Widerstand gegen die Castor-Transporte ins Wendland auch zum Widerstand gegen die Macht der Energiekonzerne, ihre Braunkohletagebaue und neuen Kohlekraftwerke,gegen ihre neo-imperialistischen Solarstromprojekte in Nordafrika. Dabei hat der Castor-Widerstand im Wendland eine besondere Tradition als Ort für neue Aktionsformen. So haben tausende Aktivist_innen mit „Castor? Schottern!“ im vergangenen Jahr eine altbekannte Praxis der Anti-Atom-Bewegung öffentlich legitimiert. Auch in diesem Jahr bleibt es legitim, den Schotter aus der Gleisbett zu räumen, um die Schiene unbefahrbar zu machen. Es bleibt weiterhin notwendig, das Gegengewicht zu einer Politik zu schaffen, die die atomaren-fossilistischen Interessen der Energiekonzerne vertritt.

Ja! Wir stören weiter…
Atomausstieg und Klimagerechtigkeit bleiben Handarbeit!
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/800.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Die neue Konzeption der Reserve – die strategische Militarisierung der Gesellschaft]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/702</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-702</guid><description><![CDATA[IMI-Standpunkt 2011/055 


Bei der Bundeswehrreform handelt es sich um eine quantitative Ab- und qualitative Aufrüstung der deutschen Streitkräfte. Ohne Grundwehrdienstleistende und mit weniger Gesamtumfang sollen zukünftig mehr Soldaten für den Auslandseinsatz bereitstehen sowie grundsätzlich immer umfangreichere Aufgaben des internationalen Krisenmanagements durch deutsche Kräfte bewältigt werden. Es war somit von Anfang an zu erwarten, dass die Bundeswehr im Zuge ihrer Reform zu einer „Armee im Einsatz“ zahlreiche Aufgaben und Tätigkeitsbereiche an Privatunternehmen, zivilgesellschaftliche Netzwerke und insbesondere die Reservisten und ihre Verbände auslagern wird. Der mittlerweile vorgelegte „grundsätzlich gebilligte Entwurf“ einer neuen „Konzeption der Reserve“ bestätigt dies (1). Angesichts der verstärkten Ausrichtung der Bundeswehr auf Auslandseinsätze bei gleichzeitigem Personalabbau soll die Reserve „die personellen Fähigkeiten des BMVg und aller Organisationsbereiche der Bundeswehr“ ergänzen und verstärken, wie es wiederholt heißt. Somit sei es „die Neuausrichtung der Bundeswehr“ selbst, welche „die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche für Reservisten ... erweitert“. Deshalb soll die neue Konzeption der Reserve „die notwendigen Rahmenbedingungen“ schaffen, um „die Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr zu sichern, die Durchhaltefähigkeit zu erhöhen, alle Organisationsbereiche (OrgBer) zu entlasten und in der Durchführung ihres Auftrages zu unterstützen“.

Hierfür werden die Struktur der Reservisten von Grund auf umgebaut und neue Möglichkeiten der Einberufung der Reservisten geschaffen. Dies soll den Zugriff des Verteigungsministeriums auf die Reservisten auch in Friedenszeiten deutlich intensivieren und etwa ein „fortdauerndes Begleiten und Betreuen der Angehörigen der Reserve während ihrer zivilberuflichen Entwicklung hinsichtlich der militärischen Nutzbarkeit“ ermöglichen. Notwendig ist hierzu u.a. eine verstärkte Einbeziehung „der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes“ um „einen optimalen Verwendungsaufbau der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters sowohl für eine militärische als auch für eine zivile Karriere zu erreichen.“

Der „Aufgaben- und Verantwortungsbereiche für Reservisten“ wird insbesondere in drei Bereichen „erweitert“: Neben dem verstärkten Einsatz von Reservisten auch bei Auslandseinsätzen soll insbesondere deren „Mittlerfunktion“ gegenüber der Zivilgesellschaft und ihre Rolle beim so genannten Heimatschutz gestärkt werden.


Im gesamten Aufgabenspektrum … und bei der Nachbereitung

Weiterhin gilt, dass Reservisten sowohl im Falle von „Beistandsverpflichtungen“ gegenüber der NATO, als auch im „zurzeit unwahrscheinlichen“ Fall eines „Existenz bedrohenden Angriff[s] auf das Bündnis als Ganzes“ den „Nukleus“ für einen „angemessenen Aufwuchs“ bilden sollen, also zur Waffe gerufen werden können. Freiwillig können sie hingegen jederzeit „im internationalen Aufgabenspektrum der Bundeswehr von Beobachtermissionen und internationaler Konfliktverhütung über Krisenbewältigung einschließlich des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus bis hin zu Frieden erzwingenden Kampfeinsätzen eingesetzt werden.“ Besonders eigneten sich Reservisten jedoch „als Spezialisten für Zivil-Militärische Zusammenarbeit/Ausland“ und könnten auch „als eigenständige Operation“ einen „Beitrag zum Wiederaufbau“ nach Interventionen leisten. Zukünftig sollten die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um Reservisten auch bei der militärischen Ausbildungshilfe einzusetzen. Das Papier verschweigt jedoch zumindest einen Grund, warum sich Reservisten für diese Einsätze besonders gut eignen: Gerade der Graubereich zwischen zivilen und militärischen Einsatzkräften, wie ihn u.a. Reservisten abbilden, ist bei aktuellen Interventionen von großer Bedeutung. So untersagte etwa die UN-Resolution 1973 die Stationierung von Bodentruppen in Libyen, zugleich entsandte jedoch die EU bereits während des NATO-Bombardements „humanitäre Teams“, „Sicherheits-“ und „Kommunikationsexperten“, deren Tätigkeit auch in geheimdienstliche Bereiche reichte. Werden solche Einsatzkräfte unbewaffnet und/oder unter zivilem Kommando eingesetzt, setzt dies etwa in Deutschland keine Zustimmung des Parlamentes voraus. Von Vorteil ist es jedoch zweifellos, wenn diese gute Kontakte zum und Kenntnisse des Militärs haben und ggf. sogar flexibel unter dessen Kommando gestellt werden können.


Die Durchdringung der Gesellschaft

Grundsätzlich nehme die Reserve jedoch v.a. auch in Deutschland selbst eine „Mittlerfunktion für die Bundeswehr in der Gesellschaft“ wahr. Dabei sollen sich „Reservisten als &#39;Staatsbürger mit Uniform&#39;“ wahrnehmen und „im Sinne der Grundsätze der Inneren Führung“ handeln. Dabei sei auch „zum Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger im Frieden“ eine „kurzfristige Verfügbarkeit notwendig“, da „bereits im Frieden“ der „Einsatz von Angehörigen der Reserve in größerem Umfang“ erforderlich sein könnte. Weisungsbefugt ist dabei der Beauftragte für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr (BresAngelBw), der „in einer regelmäßig herauszugebenden &#39;Weisung für die Reservistenarbeit&#39; … die Vorgaben und die Schwerpunkte für die Reservistenarbeit der Bundeswehr sowie den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) und den Beirat Reservistenarbeit“ festlegt und deren Umsetzung überprüft. Hierbei wird er durch das Bundesverteidigungsministerium und das im Streitkräfteamt eingerichtete „Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr“ unterstützt.

„Entscheidende Voraussetzung für die Zielerfüllung der Reservisten“, die im Übrigen „auf einen längeren Zeithorizont ausgelegt“ ist, sei es dabei, „interessierte und geeignete Reservisten sowie qualifizierte Ungediente für die Bundeswehr zu gewinnen bzw. an sie zu binden.“ Von besonderer Bedeutung sind hierfür natürlich „potenzielle zivile Führungskräfte der Zukunft“: „Diesen Personenkreis zu gewinnen, ist erklärtes Ziel. Der VdRBw [Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.] leistet dazu durch zielorientierte Information und Betreuung an Hochschulen einen unterstützenden Beitrag zur Personalgewinnung“. Für „ihre Mittlertätigkeit“ seien die eingesetzten Reservisten deshalb „insbesondere in sicherheitspolitischen Fragen weiterzubilden“. Hierfür sollen neben Reservisten auch „Ungediente“ auf freiwilliger Ebene in „dienstliche Vorhaben der Streitkräfte“ eingebunden werden, um etwa „Führungskräfte aus dem zivilen Bereich als Multiplikatoren für die Bundeswehr zu gewinnen“ oder „Ungediente über die Streitkräfte zu informieren und sie ggf. mit Blick auf ihre zivilberuflichen Qualifikationen für die Streitkräfte zu gewinnen.“

Bemerkenswert an dieser „Mittlerfunktion“ der Reserve aus Sicht des Verteidigungsministeriums ist, dass sie die in der Debatte um die Abschaffung bzw. Aussetzung der Wehrpflicht häufig vorgebrachte Angst vor einem „Staat im Staate“ nicht im geringsten aufgreift. Die Mittlerfunktion ist geplant, hierarchisch und einseitig. Die Reservisten sollen „zielorientiert“ informieren,„gewinnen“ und „an die Bundeswehr binden“. Eine potentielle Funktion für die „demokratische Kontrolle der Bundeswehr“ im Rahmen der „Mittlerfunktion“ ist in keiner Weise vorgesehen, sondern alleine die einseitige Durchdringung der Gesellschaft durch die Reservisten.


„Heimatschutz“

Als „wesentliche Aufgabe … der Reserve“ gilt jedoch v.a. der „Heimatschutz“ bei dem ihre Rolle „gestärkt“ werden soll. Hierunter wird auch der „Schutz der Bevölkerung und der lebenswichtigen Infrastruktur des Landes vor asymmetrischen und insbesondere terroristischen Bedrohungen“ verstanden, also auch der Einsatz im Inneren in Friedenszeiten. Besonders auffällig ist, dass zu den Aufgaben der Bundeswehr laut Konzeption auch die „Amtshilfe in Fällen von Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei innerem Notstand“ gehört. Während es sich bei Naturkatastrophen, Unglücksfällen und innerem Notstand um Ausnahmesituationen handelt, bei denen der Einsatz der Bundeswehr im Innern bereits im Grundgesetz verankert ist, handelt es sich beim „Schutz kritischer Infrastrukturen“ um eine kontinuierliche Aufgabe, die zukünftig offensichtlich auch aufgrund vager Gefahrenprognosen,„wenn nur [die Bundeswehr] über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt oder wenn der Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie kritischer Infrastruktur nur durch Kräfte der Bundeswehr gewährleistet werden kann“ an die Soldaten und Reservisten übergehen soll. Entsprechen seien sie bereits „in die Vorbereitung dieser Zusammenarbeit der Bundeswehr mit zivilen Kräften und Partnern eng einzubinden und an gemeinsamen Übungen zu beteiligen.“

Hierzu sollen neben den seit 2007 bereits geschaffenen Bezirksverbindungskommandos (BVK) und Kreisverbindungskommandos (KVK) u.a. so genannte „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr)“ aus Reservisten gebildet werden. Diese sollen „Sicherungs-“ und „Unterstützungsaufgaben“ im Inneren wahrnehmen können, wobei „jeder wehrrechtlich verfügbare Reservist ... in die RSUKr [und zwar für bis zu drei Monaten jährlich] beordert werden“ - kann. Wie genau die „Territoriale Reserve“ strukturiert sein soll, wird gegenwärtig von der Streitrkäftebasis, der sie zukünftig unterstehen soll, ausgearbeitet.

Anmerkungen
(1) 
sowie: 
Alle Zitate sind diesem Text entnommen.


Christoph Marischka 

(zuerst veröffentlicht bei )...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[18. Kasseler Friedensratschlag am 26./27. November 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/703</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-703</guid><description><![CDATA[Der Bundesauschuss Friedensratschlag lädt am Sa/So, 26./27. November 2011in die Universität Kassel zum FRIEDENSPOLITISCHEN RATSCHLAG 2011ein.

Es soll wieder umfangreich, spannend und vielfältig werden, gespickt mit einer Reihe von Höhepunkten. Darunter der Besuch von Malalai Joya aus Afghanistan. Norman Paech wird sich in einem Sondervortrag völkerrechtlichen Fragen des Nahost-Konflikts widmen, der ehemalige UN-Waffeninspekteur und jetzige Bundestagsabgeordnete Jan van Aken spricht zum Thema "Rüstungsexporte". Endlich wieder dabei ist diesmal auch die Schriftstellerin Daniela Dahn (Trägerin des Ludwig-Börne-Preises) aus Berlin; sie wird u.a. zum Libyen-Krieg Stellung nehmen.

Der "Friedensratschlag" findet in diesem Jahr erstmals nicht im Dezember, sondern schon am 26./27. November statt.  Die Vorverlegung war notwendig geworden, weil die Antikriegs- und Friedensbewegung am ersten Dezemberwochenende  durchführt.

Das ganze Programm des "Friedensratschlages 2011" ist hier als ²http://www.ag-friedensforschung.de/rat/2011/programm-end.pdf<pdf-Datei² herunterzuladen....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Solidarität mit verfolgten Bloggern in Ägypten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/700</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-700</guid><description><![CDATA[Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
Freiheit für Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und alle anderen Gefangenen!

Schicken auch Sie Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil Sanad!




12. November 2011:   Internationaler Aktionstag zur  "Verteidigung der Ägyptischen Revolution - Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit"


Seit dem Sturz des Mubarak-Regimes hat der regierende Militärrat tausende Menschen vor Militärtribunale gestellt und inhaftiert. Mittlerweile sollen mehr als 12 000 Zivilpersonen von Militärtribunalen verurteilt worden sein.

Dagegen hat sich inzwischen die Kampagne "No Military Trials" ("Keine Militärgerichte") gebildet. Sie bittet vor allem die Bewegungen, die sich von den Revolutionen in Nordafrika inspirieren ließen um Solidarität. Zum Beispiel rufen Gruppen aus Ägypten für den 12. November 2011 zu einem internationalen Aktionstag zur "Verteidigung der Ägyptischen Revolution - Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit" auf.

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Maikel Nabil Sanad
"Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die Diktatur."

Der Blogger, Militärkritiker und Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad wurde am 10. April 2011 von einem Militärgericht zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er als einer der ersten die Rolle des Militärs kritisiert hatte.

In seinem Blog hatte er ausführlich über fortwährende Menschenrechtsverletzungen und politische Einflussnahmen des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution berichtet. Er widersprach als einer der ersten der weit verbreiteten Annahme, das Militär und das Volk seien "eine Hand." ("The people and the military were never one hand".)

Er wurde wegen Beleidigung der Armee und Verbreitung falscher Informationen verurteilt. Seit dem 23. August befindet er sich im Hungerstreik und protestiert damit gegen seine fortgesetzte Inhaftierung.

Im Oktober wurde Maikel in eine psychiatrische Anstalt verlegt, um für verrückt erklärt zu werden. Doch selbst seitens der Gesundheitsbehörde wurde diese Pathologisierung eines politisch Andersdenkenden abgelehnt. Seit September wurden immer wieder Berufsverhandlungstermine vertagt und erwiesen sich als Farce. Am 11. Oktober hob das Berufungsgericht das Urteil als "null und nichtig" auf, ließ Maikel Nabil Sanad aber nicht frei, sondern verwies das Verfahren zur erneuten Urteilsfindung zurück. Inzwischen will Maikel die Militärgerichtsverhandlungen boykottieren, wurde aber zur Anwesenheit gezwungen.

Infolge des seit mehr als elf Wochen anhaltenden Hungerstreiks schwebt Maikel in Lebensgefahr.

Maikel Nabil Sanad hat 2010 als erster in Ägypten und in der arabischen Welt öffentlich seine pazifistisch motivierte Kriegsdienstverweigerung erklärt. Er wurde für untauglich erklärt, von der Militärpolizei allerdings gewarnt, dass er mit gesteigerter Repression rechnen müsse, wenn er seine politische und publizistische Tätigkeit fortsetzt.

Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil Sanad können geschickt werden über




Solidaritätspostkarten an Maikel können direkt an ihn ins Gefängnis geschickt werden: 
Maikel Nabil Sanad, El-Marg prison, El-Kalag,
El-Khanka, Qalyubeya, Ägypten

Weitere Informationen u.a.:


<http://www.connection-ev.deY

Blog von Maikel Nabil Sanad: 
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Alaa Abd El Fattah
"… wenn die Revolution nichts gegen dieses himmelschreiende Unrecht unternimmt, dann wird sie untergehen, ohne auch nur eine einzige Spur zu hinterlassen."

Am 30.Oktober wurde der Blogger Alaa Abd El Fattah inhaftiert und in ein Militärgefängnis verschlepppt. Er ist einer der bekanntesten Aktivisten und Bloggger des ägyptischen Aufstandes. Er weigerte sich, als Zivilist vor einem Militärgericht auszusagen. Ihm wurde vorgeworfen im Zusammenhang mit einer Demonstration am 9. Oktober Waffen gestohlen, Soldaten angegriffen und zu Gewalttaten aufgerufen zu haben. Die Demonstration der säkulären Grupppen gegen die Angriffe auf die koptische Minderheit war von bezahlten Schlägern und Angehörigen der "Sicherheitskräfte" zerschlagen worden. Die Kämpfe forderten mindestens 28 Tote. Alaa Abd El Fattah hatte als „muslimischer“ Unterstützer an der koptischen Demonstration teilgenommen und hinterher über die Gewalt der "Sicherheitskräfte" im Internet berichtet.

Weitere Informationen: 
Eine Möglichkeit für Online-Protest gegen die Verfol-gung von Alaa Abd El Fattah


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Die War Resisters’ International, Connection e.V. und die DFG-VK fordern:
# Sofortige Freilassung von Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und
allen anderen Gefangenen!
# Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
# Anerkennung des Menschenrechts auf Meinungsfreiheit auch in Ägypten...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/734.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan: Kein Rückzug aus der Verantwortung Menschenrechte und ziviles Engagement langfristig sichern ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/701</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-701</guid><description><![CDATA[Der Abzug der Bundeswehr und internationaler Truppen aus Afghanistan darf kein Rückzug aus der Verantwortung für das kriegsgebeutelte Land sein. Im Vordergrund eines zukünftigen Engagements müssen die Bedürfnisse der afghanischen Bevölkerung stehen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Beteiligung und Förderung von Frauen. Dies fordern der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und das europäische Afghanistan-Netzwerk ENNA sowie 18 internationale Organisationen in einem Positionspapier, das im Vorfeld der zweiten Bonner Afghanistan-Konferenz heute in Berlin vorgestellt wurde. 

Zehn Jahre nach der ersten Afghanistan-Konferenz leiden weite Teile der afghanischen Bevölkerung immer noch unter Armut, Hunger und mangelnder Sicherheit - doch es wurden auch Fortschritte erzielt. Ein Beispiel hierfür ist etwa der verbesserte Zugang für Mädchen und Frauen zu Bildung sowie die Entwicklung kritischer Medien und zivilgesellschaftlicher Organisationen. „Diese Erfolge dürfen aber nicht durch nachlassendes internationales Engagement gefährdet werden. Wir müssen uns langfristig am Aufbau einer selbstbewussten Zivilgesellschaft beteiligen und unseren Partnern vor Ort Rückendeckung geben “, so der VENRO-Vorsitzende Ulrich Post. Gleichzeitig muss seit 2006 eine stetige Verschlechterung der Sicherheitslage verzeichnet werden. Trotz der Milliarden-Hilfen, die in den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte investiert wurden, befinden sich sowohl die Polizei als auch das Militär in einem desolaten Zustand. „Wir brauchen endlich eine bessere Ausbildung für die afghanischen Sicherheitskräfte, die Themen wie Menschen- und Frauenrechte und den Schutz der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Solange afghanische Frauen und Männer mehr Angst vor ihren eigenen Sicherheitskräften haben als vor den Taliban, kann es keine Stabilität in Afghanistan geben“, so Monika Hauser von medica mondiale. „Die Herausforderungen sind enorm, deshalb brauchen wir die internationale Verpflichtung zu einem langfristigen Engagement in Afghanistan“, betont Jennifer McCarthy von ENNA.

VENRO unterstützt den Vorbereitungsprozess der afghanischen Zivilgesellschaft auf die Bonner- Konferenz und begrüßt die sichtbare Rolle, die die 34 Delegierten der afghanischen Zivilgesellschaft bei diesem Prozess einnehmen. Zivilgesellschaftliche Delegierte müssen auch weiterhin bei Treffen der internationalen Gemeinschaft zu Afghanistan und in Institutionen wie dem Hohen Friedensrat regelmäßig beteiligt werden. Die Beteiligung von Frauen muss bei mindestens 30 Prozent liegen, so die Forderung internationaler Nichtregierungsorganisationen.


Das  steht auf der Website  zum Download bereit.

Quelle: 
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<item><title><![CDATA[Erneute Kriegsdrohungen gegen den Iran - Droht Krieg als Ablenkung von der Krise? ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/697</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-697</guid><description><![CDATA[Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW appelliert an die deutsche Regierung, sich gegenüber Großbritannien, den USA und Israel für eine friedliche Lösung des Irankonflikts einzusetzen und sie aufzufordern, weitere Kriegsdrohungen zu unterlassen. Kriegsdrohungen eskalieren eine ohnehin stark angespannte Situation und führen zu keiner Lösung, so die IPPNW. 

"In allen drei Ländern, in denen ein Angriff auf den Iran ernsthaft erörtert wird, herrscht im eigenen Lande große Unruhe über die ökonomische Lage und soziale Ungerechtigkeit. Wollen diese Regierungen einen Ausweg in kriegerischen Abenteuern suchen?", fragt der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim. "Die Situation ähnelt der Vorgeschichte des Irakkrieges, wo behauptet wurde, dass vom Irak eine immense Gefahr ausgeht. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies erfunden war. Wir sollten aus der Geschichte lernen."

Bisher hat die Internationale Atomenergieorganisation IAEO keine Beweise für ein Atomwaffenprogramm des Iran vorgelegt. Die Äußerungen aus dem britischen Verteidigungsministerium, die die britische Zeitung The Guardian wiedergegeben hat, sowie die Umfrage in Israel über die Akzeptanz eines militärischen Angriffs auf den Iran, greifen dem Treffen der IAEO in Wien vor, wo über das iranische Atomprogramm erneut berichtet werden sollte. Sie basieren nicht auf Fakten.

Die Ärzteorganisation IPPNW mahnt vor den unkontrollierbaren Auswirkungen eines Angriffs auf nukleare Anlagen im Iran für die Bevölkerung im Nahen und Mittleren Osten, die bereits jetzt unter bewaffneten Konflikten zu leiden hat. "Es ist an der Zeit, mit jeglichen Drohungen aufzuhören und endlich einen ernsthaften Friedensprozess für Länder der Region einzuleiten, an dem alle Betroffenen beteiligt sind. Die "Zuckerbrot und Peitsche"-Politik des Westens hat versagt," meint Jochheim.

Die IPPNW schlägt einen ähnlichen Prozess vor, wie er den anhaltenden Konflikt im Europa des Kalten Krieges bearbeitete: eine ständige Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in der Region. Diese würde alle Staaten in der Region verpflichten, regelmäßig miteinander über alle Sicherheitsprobleme zu reden, mehr Transparenz zu schaffen und Wege zu friedlicher Kooperation zu finden. 

Die Ärzteorganisation IPPNW ist selbst an "Horizon 2012" beteiligt, ein gemeinsames Projekt von Nichtregierungsorganisationen aus der Region, die sich für eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen einsetzen. Nächstes Jahr soll eine UN-Konferenz zum Thema in Finnland abgehalten werden.

Quelle: Pressmitteilung der IPPNW per E-Mail...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ver.di fordert Truppenabzug aus Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/690</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-690</guid><description><![CDATA[Protestbündnis Petersberg II begrüßt die gewerkschaftliche Unterstützung

Der Aufruf von ver.di zur Teilnahme an der Demonstration   am 3. Dezember 2011 in Bonn ist ein Zeichen, wie stark das Engagement für Frieden in der Gewerkschaftsarbeit verankert ist und ein deutliches Signal gegen den  deutschen Kriegskurs in Afghanistan.  Das „Protestbündnis gegen Petersberg II“ begrüßt den ver.di-Aufruf ausdrücklich.“ freut sich pax christi-Generalsekretärin, Christine Hoffmann, eine der Erstunterzeichnerinnen des Bündnisses, das Proteste rund um Petersberg II organisiert. 

„Die gewerkschaftliche Unterstützung für den „umgehenden Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan“ ist auch ein unüberhörbarer Ausdruck der breiten gesellschaftlichen Ablehnung des Afghanistankrieges. Wir freuen uns auf die gemeinsame Protestkundgebung und Demonstration in Bonn. Denn die Petersberg II-Konferenz ist keine Friedenskonferenz, sondern eine internationales Treffen auf dem die Fortsetzung des Krieges durch dauerhafte Militärpräsenz vorbereitet und die Risiken an die Afghanen delegiert werden.“   

Der ver.di -Bundesvorstand  fordert die Bundesregierung in seinem Aufruf dazu auf, „die Truppen in Afghanistan sofort abzuziehen“ und stärker solche Maßnahmen wie medizinische Versorgung und Infrastruktur zu finanzieren, „die tatsächlich zur Verbesserung des Lebens der Menschen in diesem Land beitragen“.   

Die Kriegsstrategie der sogenannten Vernetzten Sicherheit, die zivilen Aufbau als Vehikel für militärische Taktik missbraucht, wird von der zweitgrößten Gewerkschaft Deutschlands deutlich kritisiert. Im Aufruf zur Teilnahme an der Protestdemo heißt es dazu:  „Bis zum Abzug der ISAF-Truppen sollen humanitäre – und zivilgesellschaftliche Organisationen strikt von militärischen Aktivitäten getrennt sein, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können.“

Beschlüsse des ver.di-Bundeskongresses:

	
Der Bundeskongress beschließt:
ver.di ruft seine Mitglieder zur Beteiligung an der Demonstration „Raus aus Afghanistan“ am 3. Dezember 2011 anlässlich der Petersberger Konferenz in Bonn auf.

Wir fordern den umgehenden Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan. Bis zum Abzug der ISAF-Truppen sollen humanitäre – und zivilgesellschaftliche Organisationen strikt von militärischen Aktivitäten getrennt sein, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können. Notwendig ist eine stabile und demokratische Regierung, die Frieden und Menschenrechte in Afghanistan gewährleistet. Wir fordern die Intensivierung der Hilfe zum Wiederaufbau. Dafür wollen wir ein Zeichen setzen.

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Der Bundeskongress beschließt:
Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Truppen in Afghanistan sofort abzuziehen. Gleichzeitig sind weitaus mehr Maßnahmen als bisher zu unterstützen und zu finanzieren, die tatsächlich zur Verbesserung des Lebens der Menschen in diesem Land beitragen. Es geht besonders um die Finanzierung von Bildung für Mädchen und Frauen, die Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Infrastruktur.

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesausschuss Friedensratschlag zum Standortkonzept für die Bundeswehr:]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/691</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-691</guid><description><![CDATA[- De Maizières großes Ablenkungsmanöver
- Es geht nicht mehr um Verteidigung, sondern um Intervention
- „Armee im Einsatz“ ist völkerrechts- und grundgesetzwidrig

Anlässlich der Bekanntgabe des neuen Standortkonzepts im Rahmen der Bundeswehrreform durch Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière erklären Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken vom Bundesausschuss Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte im Vorfeld seiner Standortentscheidung vier Kriterien genannt, die er anzulegen gedenke: 1. die „Funktionalität“ der Standorte, 2. eine „Abwägung der Kosten“, 3. die „Attraktivität“ eines Standorts und 4. das Bestreben, „in der Fläche“ präsent zu bleiben. Sieht man das heute vorgelegte Konzept an, so spielt nur noch das erste Kriterium eine Rolle: Es geht ausschließlich um die „Funktionalität“ der Standorte, d.h. inwieweit tragen sie zur Steigerung der Schlagkraft der Bundeswehr bei.

So gesehen ist de Maizières Stationierungskonzept nur eine Fortführung des seit langem betriebenen Umbauplans der Bundeswehr von einer Verteidigungs- in eine Einsatzarmee. Nicht das einzige, wohl aber das bekannteste Merkmal dieser „Transformation“ ist die noch unter zu Guttenberg verfügte Aussetzung der Wehrpflicht. Sie stand der Steigerung der Schlagkraft der Bundeswehr im Wege. Wehrpflichtige konnten im Ausland nicht eingesetzt werden. Folglich band die Wehrpflicht unnütz Ausbildungskapazität und Kasernenunterhalt.

Der eigentliche Sinn der Bundeswehrreform ist es, die Zahl der Soldaten, die für einen längeren Auslandseinsatz zur Verfügung stehen, von bisher etwa 7.000 auf mehr als 10.000 zu erhöhen. Immerhin eine Erhöhung um mehr als 40 Prozent. Allerdings ist diese Zahl noch steigerungsfähig, wenn sich die Regierung an der Einsatzhäufigkeit des einzelnen Soldaten Frankreichs und Großbritanniens orientiert. Dort sind 23.000 bzw. 30.000 dauerhaft einsetzbare Soldaten bei einer ähnlich großen Armee wir der deutschen möglich.

Ziel der Bundeswehrreform sind also nicht der Erhalt oder die Verbesserung der Landes- und Bündnisverteidigung. Künftig wird „vom Einsatz her gedacht“. De Maizière will die Bundeswehr für mehr Auslandseinsätze rüsten. Räumlich konzentriert und gestärkt werden infanteristische Kräfte für den Kampfeinsatz im Ausland. Es wird eine „Division Schnelle Kräfte“ gebildet. Ausbildungsziel ist deren „Befähigung zum Kampf“.

Eingesetzt wird die Bundeswehr, wenn „nationale Interessen“ das gebieten. Dabei spielt der „Katastrophenschutz“, den etwa die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsen-Anhalts ins Feld führten, um bestimmte Standorte zu erhalten, ebenso wenig eine Rolle wie die Überlegung, strukturschwache Regionen zu „schonen“, wie es vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann gefordert wurde. Bestimmt werden die „nationalen Interessen“ vor allem von der Wirtschaft. Laut den neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien vom Mai d.J. gehört zu den deutschen Sicherheitsinteressen, „einen freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen zu ermöglichen.“ Entsprechend ausgebaut und verbessert werden die Transportkapazitäten und die „Verlegefähigkeit“ der Truppen sowie die Bewaffnung und das Training zur effektiveren Niederschlagung von Aufständen oder zu deren Unterstützung. Dazu sagen wir: Hier werden Wirtschaftskriege und völkerrechtswidrige Interventionen in fremden Ländern vorbereitet! Die sind ebenso grundgesetzwidrig wie die Ausrichtung der Bundeswehr auf Auslandseinsätze insgesamt. Denn der einschlägige Grundgesetzartikel lautet immer noch: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“ (Art. 87a)

Wir bekräftigen unsere Ablehnung von Auslandseinsätzen und fordern als ersten Schritt den sofortigen und bedingungslosen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Auch das Kostenargument dient dem Verteidigungsministerium nicht als Kriterium für sein Standortkonzept. Die neue Bundeswehrreform wurde der Öffentlichkeit zwar als Ressortbeitrag zur Schuldenbremse verkauft, doch von Einsparungen kann keine Rede sein. Die gesamten Militärausgaben werden 2012 unter Hinzuziehung der im Einzelplan 60 eingefügten Ausgabenposten für ausscheidendes Personal (1 Mrd. Euro) und für Freiwillige (bis zu 450 Mio. Euro) sogar um fünf Prozent bis auf 33,1 Mrd. Euro anwachsen. Bis 2015 sind lediglich leichte Absenkungen geplant, die auf Einsparungen bei Betriebsausgaben zurückzuführen sind. Auch die von de Maizière angestrebte Stornierung zu viel bestellter Waffen wird nicht zu Minderausgaben führen, weil diese durch Ausgleichszahlungen kompensiert bzw. durch die Bestellung anderer Waffen – die für die Interventionsfähigkeit dringender gebraucht werden - ausgeglichen werden sollen. Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall stellte deshalb zur eigenen Zufriedenheit fest: „Insofern findet die Entwicklung sinkender Budgets in einigen westlichen Industriestaaten in Deutschland keine Entsprechung.“ Profiteure der Reform sind die Rüstungskonzerne. Die Commerzbank prophezeit der Rheinmetall-Aktie mittelfristig einen Kursanstieg um 50 Prozent.

Wir finden es einen Skandal, dass der Rüstungshaushalt als einziges Ressort vom Sparen ausgenommen wird und bekräftigen unsere Forderung: Spart endlich an der Rüstung!

Das mit großem Trara angekündigte große Stationierungskonzept de Maizières erweist sich bei genauem Hinsehen als ein großes Ablenkungsmanöver: Statt Kostensenkung Mehrausgaben, statt Abrüstung Umrüstung der Bundeswehr zur Interventionsarmee. Als Friedensbewegung sagen wir dazu: Wenn die Bundeswehr zur „Verteidigung“, wie es das Grundgesetz vorschreibt, nicht mehr gebraucht wird, ist sie abzuschaffen und nicht in eine Angriffsarmee umzuwandeln.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Kassel)
Lühr Henken (Berlin) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag klagt NATO an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/692</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-692</guid><description><![CDATA[   - NATO der Führung eines Angriffskriegs bezichtigt
   - Friedensratschlag: Krieg gegen Libyen war von Anfang an völkerrechtswidrig
  - "Wir teilen nicht Jubel über Gaddafis Tod"

Anlässlich des gewaltsamen Endes der Ära Gaddafi in Libyen erklären Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken in einer ersten Stellungnahme:

Der Bundesausschuss Friedensratschlag klagt die NATO an wegen Führung eines Angriffskrieges gegen Libyen. Von Anfang an, so heißt es in einer Erklärung vom Montag, haben Frankreich, Großbritannien und die USA nicht den "Schutz der Bevölkerung", sondern den Sturz des libyschen Regimes zum Ziel gehabt.

Dies wird durch drei Umstände belegt:

   1. Frankreichs Präsident Sarkozy gab bereits am 9. März im französischen    Fernsehen als Ziel den Sturz Gaddafis vor. Die diesem Ansinnen zugrunde liegenden Behauptungen, Gaddafis Luftwaffe würde friedliche Demonstranten bombardieren, konnten bisher ebenso wenig bestätigt werden wie Meldungen über angebliche andere Gräueltaten Gaddafis im Februar/März. Solche Gerüchte zur Grundlage einer Entscheidung über Krieg oder Frieden zu nehmen, ist ein Skandal. Dass sich daran auch der UN-Sicherheitsrat beteiligt hat, gehört zu den Tiefpunkten der Diplomatie der Vereinten Nationen. Fakt ist hingegen:
   Erst nach Eintritt der NATO zur Unterstützung der libyschen Rebellen eskalierte das Kampfgeschehen zu einem regelrechten Bürgerkrieg. Bei NATO-Eintritt in den Krieg wurden 1.000 Getötete geschätzt, danach ist die Zahl auf über 50.000 Kriegstote angewachsen. Die Zerstörung der Städte ist außerdem immens. Wenn die NATO behauptet, bei ihren über 10.000 Luft- und Raketenangriffen wären keine Zivilpersonen beschädigt worden, ist das eine dreiste Lüge.

   2. Die UN-Resolution 1973 vom 17. März 2011 forderte neben einer "Flugverbotszone" und dem "Schutz der Zivilbevölkerung" auch einen Waffenstillstand. Eine Ermächtigung zum "Regime Change" oder zur Tötung Gaddafis enthielt sie nicht. Vielfältige Angebote zum Waffenstillstand, für Verhandlungen und Vermittlungen wurden von den Rebellen und der NATO entweder ignoriert oder abgewiesen. Denn es ging ihnen nicht um ein Ende der Kämpfe und des Blutvergießens. Das Ziel lautete: "Regime Change", Beseitigung des ungeliebten Gaddafi-Systems. Damit aber hat die NATO die UN-Resolution gebrochen und gegen das Völkerrecht verstoßen.

   3. Der Bombenangriff von NATO-Kampfflugzeugen auf den Fahrzeugkonvoi des flüchtenden Gaddafis am Stadtrand von Sirte nahm dessen Tod bewusst in Kauf. Aber auch diese Tötungsabsicht entbehrt nicht einer gewissen Logik, entledigt man sich dadurch doch eines Zeugen früherer Kumpaneien. Was hätte ein lebender Gaddafi bei einem ordentlichen Gerichtsverfahren (z.B. in Den Haag) nicht alles an peinlichen Waffen- und Ölgeschäften und anderen Abmachungen ans Licht bringen können! Daher die absichtsvolle Tötung, vulgo: Ermordung Gaddafis. Die NATO betätigt sich als Ermittler, Richter und Henker in einem. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts zu tun.

Aus diesem Grund kann sich der Bundesausschuss Friedensratschlag auch nicht den Lobeshymnen über die "siegreiche" NATO anschließen. Die unverhohlene Freude über den Tod des libyschen Machthabers Gaddafi zeugt von einem gebrochenen Verhältnis zum Recht auf Leben.

Die Lehre aus dem Libyen-Krieg kann für die Friedensbewegung nur lauten: Die NATO agiert im Auftrag einiger Führungsmächte als aggressiver Militärpakt. Zur Durchsetzung seiner Ziele geht er notfalls auch über Leichen. Die NATO muss gestoppt werden. Sie gehört abgerüstet und aufgelöst. Die Welt braucht keine Kriegsbündnisse, sondern Friedensallianzen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Kassel)
Lühr Henken (Berlin)

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DFG-VK-Themenseiten zum Krieg gegen Libyen ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/751.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/693</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-693</guid><description><![CDATA[In den Reaktionen auf die mutmaßliche Hinrichtung von Muammar al-Gaddafi und weiterer Mitglieder seines Führungszirkels zeigt sich einmal mehr die Brutalität des Krieges und die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf extralegale Hinrichtungen. „Doch Selbstjustiz und Killerkommandos untergraben die Pfeiler humanitärer Werte, in deren Namen die westlichen Aliierten vorgeben, Kriege zu führen“, erklärt der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim.

Im Namen humanitärer Werte appellieren wir an unsere deutsche Bundesregierung, jetzt schnell den Flüchtlingen und MigrantInnen an der tunesisch-libyschen Grenze zu helfen. In Choucha warten etwa 8.000 Menschen seit Monaten unter unerträglichen Bedingungen in dem Lager des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR). Es ist beschämend, dass sich nur sieben EU-Mitgliedsländer bereit erklärt haben, Flüchtlinge aufzunehmen. Deutschland ist bisher nicht darunter. Zum Vergleich: Tunesien hat etwa 500.000 Libyenflüchtlinge aufgenommen.

In dem durch den Krieg zerstörten Land werden viele Menschen noch lange auf medizinische und humanitäre Hilfe angewiesen sein. Große Teile der Bevölkerung sind durch die Erlebnisse unter Diktatur und Krieg traumatisiert. „Langfristig ist es daher wichtig, dass den erlittenen massiven Traumata nicht noch weitere hinzugefügt werden. Nur so kann sich in Libyen eine auf Dauer friedliche Gesellschaft entwickeln“, so Jochheim abschließend.

Die IPPNW unterstützt bundesweiten Kampagne „Save me – Flüchtlinge aufnehmen“ , um die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen von UNHCR-Resettlement-Programmen zu erwirken sowie die Aktion „Schiffe der Solidarität“. Weitere Informationen unter 

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DFG-VK-Themenseiten zum Krieg gegen Libyen ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ägyptisches Militär liefert Militärkritiker bewusst dem Tod aus]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/687</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-687</guid><description><![CDATA[Urteil aufgehoben, Maikel Nabil Sanad wurde aber nicht freigelassen


 Das Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) fürchten um das Leben des inhaftierten Kriegsdienstverweigerers und Militärkritikers Maikel Nabil Sanad, der sich seit 51 Tagen im Hungerstreik befindet. Auf der gestrigen Berufungsverhandlung wurde das im April gegen ihn verhängte Urteil von drei Jahren Haft zwar aufgehoben: Das Gericht ließ ihn aber nicht frei, sondern wies das Verfahren zur erneuten Urteilsfindung zurück. Maikel Nabil Sanad wird bis zur erneuten Verhandlung in Haft bleiben und aufgrund dessen seinen Hungerstreik fortsetzen.

 Maikels Bruder, Mark Sanad, erklärte im Anschluss des Verfahrens gegenüber der Presse: „In zwei Tagen wird der Fall der Militärstaatsanwaltschaft übergeben werden, die dann über einen Termin für die erneute Verhandlung entscheiden wird.“

 „Nach 50 Tagen Hungerstreik kann jede Verzögerung des Verfahrens den Tod von Maikel Nabil Sanad bedeuten“, erklärte Andreas Speck von der War Resisters‘ International (London), der das Verfahren bereits im April beobachtete. „Warum hat das Gericht das ursprüngliche Urteil aufgehoben, ihn aber nicht bis zur Neuverhandlung auf freien Fuß gesetzt? Diejenigen, die sich weigern, ihn freizulassen, sind verantwortlich dafür, wenn Maikel Nabil Sanad zu Tode kommt.“

 Auch der Menschenrechtsbeauftragte des Auswärtigen Amtes hatte vor einer Woche im Namen der Bundesregierung gefordert, „die Haftstrafe von Maikel Nabil Sanad unverzüglich auszusetzen. (...) Die große Zahl von Verfahren gegen Demonstranten und Aktivisten vor Militärtribunalen ist sehr besorgniserregend und entspricht nicht rechtsstaatlichen Ansprüchen.“

 Rudi Friedrich von Connection e.V. erklärte angesichts der Zuspitzung heute: „Maikel Nabil Sanad wird trotz der lebensbedrohlichen Situation nicht in einem Krankenhaus behandelt. Die Militärgerichte spielen auf Zeit. So liefern sie ihn bewusst dem Tod aus. Das ägyptische Militär zeigt an seinem Beispiel mit aller Härte, wie es mit Kritikern umgeht.“

 
Zum Hintergrund
 Ein Militärgericht hatte Maikel Nabil Sanad am 10. April 2011 wegen Beleidigung des Militärs, Verbreitung falscher Informationen und Störung der öffentlichen Ordnung zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er in einem Beitrag auf  über die Rolle des Militärs während und nach der Revolution berichtet hatte. Er hatte darin ausführlich die fortwährenden Menschenrechtsverletzungen und politischen Einflussnahmen des ägyptischen Militärs in dieser Zeit thematisiert. (...)

 Seine Verurteilung verletzt das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit. Am 21. Juli 2011 hatte der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in der  Stellung bezogen: „Staatliche Behörden dürfen Kritik an Institutionen wie dem Militär oder Verwaltung nicht untersagen.“ Damit stellt die Verurteilung und Inhaftierung von Maikel Nabil Sanad eine klare Verletzung des Artikels 19 des Internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte dar. Auch die im Juni 2011 in Kraft getretene Übergangsverfassung Ägyptens garantiert das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit.

 Das Urteil wurde zudem von einem Militärgericht gegenüber einer Zivilperson ausgesprochen und erging in Abwesenheit der Familie, Freunde und des Anwalts von Maikel Nabil Sanad. Damit verletzt das Verfahren gegen Maikel Nabil Sanad auch das Recht auf ein gerechtes Verfahren nach Artikel 14 des Internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte.

 Maikel Nabil Sanad hatte am 23. August 2011 einen Hungerstreik begonnen. Mehrmals hatte er seine Forderung auf sofortige Freilassung mit einem Durststreik bekräftigt. Durch den Durststreik versagten seine Nieren und er fiel wiederholt ins Koma.

 

 Unterstützungsmöglichkeiten für Maikel Nabil Sanad gibt es weiter unter

 
 
 

 
Wir bitten zudem, Protestschreiben per Fax zu senden an:
 Director of Military Judiciary
 Major-General Ahmed Abd Allah
 Military Judicial Department
 Cairo, Egypt

 Fax: +202 2 402 4468 / +202 2 411 3452 (Bitte nach Fax fragen: ‘Fax please’)

 

 Military General Attorney
 Major-General Medhat Radwan
 Military Judicial Department
 Cairo, Egypt

 +202 2 412 0980 (Bitte nach Fax fragen: ‘Fax please’)

 gez.
Rudi Friedrich, Connection e.V.
Gernot Lennert, DFG-VK Hessen

 *******************************

 Connection e.V., Gerberstr. 5, 63065 Offenbach
Tel.: 069-82375534, Fax 069-82375535

 
DFG-VK Hessen, Mühlgasse 13, D-60486 Frankfurt
Tel.: 069-431440, Fax: 069-4990007
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/734.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Proteste gegen die „Petersberg II“ –  Afghanistankonferenz Anfang Dezember in Bonn]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/681</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-681</guid><description><![CDATA[10 Jahre nach Beginn des  Krieges in Afghanistan wollen zahlreiche Organisationen und Initiativen der  Antikriegs- und Friedensbewegung gegen die Konferenz der kriegführenden  Staaten in Bonn („Petersberg II“) protestieren. Sie fordern das Ende des  Krieges, den Abzug der Truppen, Wiederaufbau und Zukunftsperspektiven für die  afghanische Bevölkerung.

Die Protestplanungen wurden am Dienstag auf  einer Pressekonferenz in Bonn vorgestellt.

Die vom Auswärtigen Amt und  der afghanischen Regierung auf dem Petersberg und im Alten Bundestag  ausgerichtete eintägige Mammutkonferenz mit ca. 1.000 Teilnehmern solle  vorgeblich entscheidende Weichen für einen Prozess Richtung Frieden  stellen, werde aber die bisherigen Fehler der Afghanistanpolitik  nur fortsetzen, erwartet das „Protestbündnis gegen Petersberg II“.

Die  Friedensgruppen veranstalten deshalb am Vortag der Regierungsveranstaltung  eine Internationale Friedenskonferenz (Sonntag, 4. Dezember), bei der  Alternativen für ein selbstbestimmtes Afghanistan diskutiert werden  sollen.

Bereits am Samstag, 3. Dezember, führt eine  Antikriegsdemonstration durch die Bonner Innenstadt, die sich auch  allgemeiner gegen die Militärpolitik von Bundesregierung und NATO richtet.  U.a werden im Aktionsaufruf die deutschen Rüstungsexporte, die zunehmende  Werbung der Bundeswehr in Schulen und im öffentlichen Raum und  die erbarmungslose Abwehr von Flüchtlingen im Mittelmeer  kritisiert.

Die Regierungskonferenz soll am Montag, 5. Dezember,  mit Protestaktionen am Petersberg und beiderseits des Rheins (Königswinter  und Mehlem), sowie mit einem Schiff auf dem Rhein und am Alten Bundestag  begleitet werden.

Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks  Friedenskooperative, kritisiert die derzeitige Politik der Militärallianz:  „Der von Präsident Obama, der NATO und der deutschen Regierung u.a. wegen  der weit verbreiteten Kriegsskepsis angekündigte Abzug der  (Kampf- )Truppen bis 2014, die Übergabe der &#39;Sicherheitsverantwortung&#39;  an die afghanische Regierung und die Stärkung der zivilen Teile  der &#39;zivil-militärischen Maßnahmen&#39; täuschen eine Wende zum Besseren  nur vor“.

Die Kämpfe würden derzeit weiter intensiviert und die  extralegalen Exekutionen von Aufständischen durch Spezialeinheiten und  Drohnen in Afghanistan und Pakistan würden gesteigert, statt in  einen notwendigen Verhandlungsprozess mit den Taliban einzutreten  und Hoffnung für Frieden und Besserung der Lebensumstände für  die afghanische Bevölkerung zu schaffen. Hinter den Kulissen werde mit
dem  Karzai-Regime ein Pakt über die Präsenz westlicher Truppen bis 2024  ausgehandelt. Von „Petersberg II“ gehe keine Hoffnung auf Frieden  aus.

Werner Rätz von der globalisierungskritischen Organisation attac: „Der Bundesregierung geht es in Afghanistan nicht um  die Vorbereitung des Friedens und des zivilen Aufbaus, sondern um  die Stabilisierung eines korrupten Regimes zur Fortführung des  Krieges. Dazu unterwirft sie ihre gesamte Au+enpolitik zunehmend  einer militärischen Logik“.

Mit Bezug auf die Militäreinsätze und  Antiterrormaßnahmen seit den Anschlägen in den USA betont Jan Bremer von  der Interventionistischen Linken: „10 Jahre &#39;Krieg gegen den Terror&#39; heißt  10 Jahre Entrechtung, Folter, Verschleppung und permanenter Ausnahmezustand  nach innen und au+en. Widerstand dagegen ist legitim und notwendig. Wir  werden all jene Orte und Institutionen markieren, delegitimieren und  sabotieren, von denen Krieg ausgeht“.

Zu den Protestaktionen rufen bisher  130 Organisationen und Initiativen der Antikriegs- und Friedensbewegung auf.  In der jetzt beginnenden „heißen Phase“ der Vorbereitungen sollen noch  viele dazukommen. Das Bündnis hofft auch auf die Teilnahme der  kritischen Basis von Grünen, SPD und Gewerkschaften. Mit dabei sind schon  viele Gliederungen der Partei Die Linke.

Die Landessprecherin der  Linken NRW, Katharina Schwabedissen: „Die Linke ist die einzige im Bundestag  vertretene Partei, die gemeinsam mit der Mehrheit der Bevölkerung gegen  Kriegseinsätze der Bundeswehr stimmt. In Afghanistan werden nicht die  Menschenrechte verteidigt, sondern Menschenrechte für kapitalistische  Wirtschaftsinteressen mit Füßen getreten. Die Linke verteidigt den Grundsatz  &#39;Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!&#39;“.

Die  Veranstalter sind optimistisch, dass trotz wahrscheinlichen Drucks der  Bundesregierung für weitreichende Sperrbezirke das Demonstrationsrecht auch  in der Nähe  von Petersberg und Bundestag wahrgenommen werden kann. „In  Bonn kennen sich Polizeipräsidium und wir von vielen erfolgreichen und  friedlich verlaufenen Veranstaltungen“, betont Manfred Stenner. „Das kriegen  wir auch
diesmal wieder hin“....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung aufgepasst! - oder warum eigene Friedenskooperationen Bundeswehr-Schul-Kooperationen stabilisieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/682</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-682</guid><description><![CDATA[ von Markus Pflüger


Vorbemerkung: In der Friedensbewegung wird diskutiert, welche Strategien für mehr Friedensbildung und gegen die Bundeswehr an Schulen sinnvoll sind. In einem Beitrag in W&F 3/11 wurde für mehr "Friedens­bewegung an die Schulen!" geworben – dabei wird auf eigene Kooperationsvereinbarungen positiv Bezug genommen – als Pendant zu Kooperationsvereinbarung der Kultusministerien mit der Bundeswehr. In diesem Standpunkt werden Ergänzungen und andere Sichtweisen für eine Arbeit gegen Militarisierung und für mehr Friedensbildung vorgebracht. Eine Kurzvariante erscheint in Wissenschaft & Frieden 4/2011.


Klar, mehr Friedensbildung an Schulen wäre gut. Viele Friedensbewegte haben sich erst durch den verstärkten Werbefeldzug der Bundeswehr und v.a. durch die Kooperationsvereinbarung der Bundeswehr mit Kultusministerien darauf besonnen.

Der Werbefeldzug und die Maßnahmen zu Attraktivitätssteigerung der Bundeswehr müssen publiker werden, inklusive der macht- und wirtschaftspolitischen Interessen hinter der Militarisierung. Es gilt Schülern, Lehrern und Eltern Kritik UND Alternativen bekannter zu machen. Ein wichtiges Ziel erscheint mir dabei, die Bundeswehr aus der Schule zu drängen, sie im Idealfall zu einem militärfreien Ort zu erklären. Zwei solche Schulbeschlüsse gibt es inzwischen[1]. Durch die Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr ergibt sich folgerichtig der Einsatz für die Rücknahme dieser Vereinbarungen oder in anderen Bundesländern das Verhindern solcher Kooperationen. Gleichzeitig ist zu überlegen, wie die Friedensbewegung ihre Position stärker an Schulen bringt.

Das Anliegen der Autoren Becker[2] scheint dabei ein anders zu sein, als das vieler Friedensbewegter - beispielsweise im Netzwerk „Schul­frei für die Bundeswehr“. Sie schreiben: Mit eigenen Kooperationen sollen „ReferentInnen (...) über Erfahrungen im Freiwilligendienst und als Friedensfachkraft berichten (...)“ Und: „Die einen legen Wert auf die Bündelung von Ressourcen zur Abschaffung der Bundeswehr-Länder-Kooperation, die anderen auf ebenbürtige Kooperationsabkommen der Länder mit den Dach­verbänden des Friedensdiensts.“

Ich lege Wert auf Friedensbildung UND Engagement gegen Militarisierung. Kooperationsabkommen sind ein typisch obrigkeitsstaatliches Mittel, was die Bundeswehr zusätzlich aufwertet und ihr einen exklusiven Zugang ver­schafft, z.B. zur Lehreraus- und fortbildung. Die zwischen den Zeilen stehende Favo­ri­si­er­u­n­g eigener Friedensabkommen (und von Treffen bekannte Empfehlung Herr Beckers) erscheint mir ein Fehler. Die erste Friedens-Kooperationsvereinbarung wurde am 15.8.2011 in Rheinland-Pfalz unterzeichnet und sie ist nur in Bezug auf die bestehenden Bundeswehr-Kooperation zu verstehen: Die Friedenskooperation ist für die Landes­regierung eine Möglichkeit, Ärger und Kritik loszuwerden - ohne die Bundeswehrkooperation anzu­tasten. Eigene Kooperationsabkommen zu begrüßen, bedeutet die Kooperation mit der Bundeswehr zu verfestigen und ist deshalb friedenspolitisch kontraproduktiv. Oberkirchenrat Gottfried Müller begrüßt die Vereinbarung mit folgenden Worten: "Dadurch wird die notwendige Ausgewogenheit zwischen sicherheitspolitischen Erwägungen und friedensethischen Argumenten hergestellt."[3]


Rheinland-Pfalz als Vorreiter: ein gutes „schlechtes Beispiel“:

Kurz vor der Landtagswahl hatte sich die SPD-Alleinregierung mit Vertretern von Friedensgruppen – trotz der Bitte anderer Friedensgruppen, dies nicht zu tun – auf eine eigene Kooperationsvereinbarung verständigt – Kritik an der Bundeswehr gehört(e) nicht mehr dazu. Die Entwürfe lagen also bereit. Nach dem Verlust von SPD-Stimmen und dem Einzug der Grünen in den Landtag wurde eine rot-grüne Koalition verhandelt. Die Grünen haben im Wahlprogramm das Ende der Bundeswehr-Kooperation. In den Ver­handlungen hatte die SPD dann ein gut vorbereitetes Argument, um dies abzuschmettern: eine eigene Kooperation mit Friedensgruppen. Klingt für die Öffentlichkeit ausgeglichen – für die Beckers „eben­bürtig“. Dabei wissen wir, "gleichberechtigt" ist daran nichts. Fast 100 hauptamtliche und zahlreiche nebenamtliche Jugendoffiziere sind nur dafür da, die Weltsicht ihres Dienstherren den Jugendlichen zu vermitteln. Dabei sind sie nur die Spitze eines militärischen Werbe­feldzugs. Dieser reicht von Kinospots, Werbe­anzeigen z.B. in Schülerzeitungen und der Bravo, Präsenz auf youtube und facebook, Beratung in Arbeitsagenturen, Infotrucks, Heeresschauen­ über Jugendevents, Messeauftritte, Fernsehserien, Musik- und Sportveranstaltungen, Gulasch­kanonen auf Familienfesten bis hin zu Soldatengottesdiensten. Die Hauptzielgruppe sind fast überall Jugendliche. Trotz dieser Implikationen haben sich v.a. kirchliche Friedensgruppen und Arbeitsstellen für eine Unter­zeichnung entschieden. Dies sei pragmatisch, denn wir wollen ja alle mehr Friedensbildung.


Wieso sollen Kooperationsvereinbarung plötzlich mehr Friedensbildung an Schulen bringen?

*  Trugschluss 1: Wenn es ein Papier gibt, das einen besseren Zugang zu Schulen ermöglichen soll, haben wir den auch. Dabei bleibt es weiterhin Schulleitern und Lehrern überlassen, Friedensbewegte als Fachleute aus der Praxis einzuladen oder nicht. Wenn - wie in einigen Fällen in RLP - nicht nur Ministerpräsident und Landtagspräsident, sondern auch Rektoren ehemalige Berufs­soldaten sind oder gar frühere Jugendoffiziere jetzt Lehrer werden, wird dies wenig nützen. Wer Lehrer­zimmer kennt, weiß: bekannt werden unsere Ange­bote vor allem durch direkte persönliche Kontakte und Empfehlungen.

*  Trugschluss 2: Wenn es eine eigene Kooperationsvereinbarung gibt, wird mehr Friedensbildung geleistet. Als zaubere das Papier auch gleich kompetente Leute mit Zeit dafür herbei und alle Lehrer rufen plötzlich „Ahh, kommt bitte, ihr habt ja ein Papier von oben“? Mit einem Staatswappen und 10.000 € jährlich für Fahrtkosten u.ä. haben nicht plötzlich die wenigen Hauptamtlichen mehr Zeit und Ehrenamtliche Motivation. Für mehr Friedensbildung braucht es in erster Linie engagierte Menschen, die sich vernetzen und weiterqualifizieren, Material austauschen und fortentwickeln – siehe z.B. das Projekt von AGDF und EAK. Ob Kooperationsabkommen dazu was beitragen können, ist sehr fraglich. Ihr Beitrag zur Stabilisierung der Bundeswehr-Kooperation und zu Zwist innerhalb der Friedensszene ist klarer.

*  Trugschluss 3: Kooperationsvereinbarung sind ein nettes Angebot ohne politisches Kalkül der Landesregierungen. Nein! Sie ist eindeutig auch eine Antwort auf die Kritik an Bundeswehrkooperationen und Werbefeldzug nicht nur an Schulen. Die Kritik wird durch eigene Kooperationsabkommen geschickt gekontert, geschwächt und Kritiker werden vereinnahmt.

*  Trugschluss 4: Wer „Gegen die Bundeswehr an Schulen und Militarisierung“ aktiv werden will, wolle nicht „Mehr Friedensbildung“. Klar gibt es Schwerpunktsetzungen, aber ich selbst will mehr an Schulen bzw. will dass die Angebote dafür von uns verbessert werden, ich brauche dafür aber keine Kooperation. Und noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch der Rückschluss nicht stimmt: wer für eine Friedenskooperationen ist, macht nichts (mehr) gegen die Bundeswehr bzw. ihren Werbefeldzug.


Weitere Argumente gegen Kooperationen mit Friedensgruppen - Rheinland-Pfalz könnte Schule machen - veröffentlichte die Initiative für Schulen ohne Militär in RLP: "Soll Kooperationsabkommen Militärkritiker ruhig stellen?" PM 16.8.11: 

Ein Interview ergänzt dies: „Friedensgruppen sind in die Falle getappt“ jw 22.8.2011: 

Markus Pflüger arbeitet hauptamtlich für die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier, ist Mitglied der DFG-VK und IMI-Beirat 
 



Anmerkungen:
[1]  (siehe Musterantrag sowie Beispiel 1 und 2)
[2] Friedensbewegung an Schulen von Jenny Becker und Peter Becker in: Wissenschaft & Frieden 3/2011 S.28
[3] 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Rüstungsexportkampagne stellt Strafanzeige gegen Heckler & Koch]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/679</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-679</guid><description><![CDATA[Lieferung von G 36 an Gaddafi massiver Rechtsbruch

Mit scharfer Kritik reagieren die Sprecher der Rüstungsexportkampagne auf die Lieferung von  G-36 Gewehren nach Libyen und stellten über ihren Rechtsanwalt Holger Rothbauer Strafanzeige gegen die Firma Heckler & Koch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, gegen das Außenwirtschaftsgesetz sowie wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

"G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch zählen zu den tödlichsten Waffen weltweit", weiß Rüstungskritiker Jürgen Grässlin. "Sie kommen in mehr als 30 Staaten zum tödlichen Einsatz, darunter Georgien und Mexiko - und jetzt sogar auch Libyen."

Die Berliner Kampagnensprecherin Christine Hoffmann fordert: "Die Bundesregierung steht in der Pflicht, drängende Fragen zum Tatort Libyen zweifelsfrei zu klären: Hat die Firma Heckler & Koch eine G36-Ausfuhrgenehmigung für Libyen erhalten? Wenn nein: Auf welchem Weg gelangten die Sturmgewehre nach Libyen?"

Der Stuttgarter Kampagnensprecher Paul Russmann fordert die Bundesregierung auf, "den Export und die Lizenzvergaben von G36-Lieferungen in jedwede Krisen- und Kriegsgebiete zu unterbinden, vergebene G 36-Lizenzen zurückzuziehen und keine neuen zu vergeben."

Die Rüstungsexportkampagne "Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! Den Opfern Stimme, den Tätern Name und Gesicht"  fordert, eine Klarstellung im Grundgesetz, dass Rüstungsgüter grundsätzlich nicht exportiert werden.


Informationen: Mehr zu "Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! Den
Opfern Stimme, den Tätern Name und Gesicht" unter


Trägerorganisationen der Kampagne: Aktionsgemeinschaft Dienst für den
Frieden e.V. (AGDF) -- aktion hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. .
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR -- Bund der Deutschen Katholischen
Jugend (BDKJ) --  Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) -- Deutsche Sektion der Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW) Deutschland --
Internationale katholische Friedensbewegung pax christi - Deutsche
Sektion -- JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen
(IALANA) Deutsche Sektion -- Ohne Rüstung Leben (ORL) . Provinzleitung
der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit - Frieden -
Bewahrung der Schöpfung -- RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) --
Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfG)

Viele weitere Organisationen und Friedensinitiativen arbeiten im
Aktionsbündnis der Kampagne mit....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/777.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Liga für Menschenrechte fordert sofortige Einstellung der türkischen Militäroperationen gegen mutmaßliche Stellungen der PKK im Nordirak]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/676</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-676</guid><description><![CDATA[Liga-Vizepräsident Rolf Gössner: "Bundesregierung und EU sind gefordert, geeignete Maßnahmen im laufenden EU-Beitrittsprozess zu ergreifen, um die völkerrechtswidrigen Militärangriffe gegen Südkurdistan (Nordirak) zu beenden sowie eine friedliche und zivile Lösung der türkisch-kurdischen Frage zu forcieren. Hierzu gehört auch ein sofortiges Exportverbot für deutsche Waffen an die Türkei."

Türkische Kampfflugzeuge bombardieren seit geraumer Zeit die Grenzregion in Südkurdistan (Nordirak). Unter diesem Bombardement gegen mutmaßliche Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK leidet in erster Linie die Zivilbevölkerung. Die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilt diese grenzüberschreitenden Militäroperationen der Türkei als klaren Verstoß gegen das Völkerrecht, wobei die Liga militärische Interventionen auch im Kontext vermeintlichen oder tatsächlichen Terrorismus&#39; grundsätzlich ablehnt.

Dazu erklärt Liga-Vizepräsident Rolf Gössner: "Mit ihren Militäroperationen setzt die Regierung von Ministerpräsident Erdogan wieder auf eine militärische ,Lösung&#39; im türkisch-kurdischen Konflikt - obwohl diese staatsgewaltige Vorgehensweise seit Jahrzehnten nur Verwüstungen, Elend und Tod brachte und obwohl es in den vergangenen Jahren bereits hoffnungsvolle Anzeichen eines Dialogs gab und eine demokratisch-friedliche Lösung möglich erschien. Doch seit geraumer Zeit sind in der Türkei Strukturentwicklungen zu verzeichnen, die den notwendigen Demokratisierungsprozess behindern, Rechtsstaatserfordernisse blockieren und autoritäre Züge tragen."

Die AKP-Regierung versperrt mit ihrem militärischen Vorgehen den einzig sinnvollen Weg einer politischen Lösung und damit die Chance auf ein friedliches Zusammenleben von Türken und Kurden in der Türkei. Im Innern des Landes torpediert die Regierung eine Verhandlungsoption durch verschärfte Kriminalisierung und Repression gegen kurdische Abgeordnete und Parteien. Liberale türkische Wissenschaftler und Publizisten hatten schon seit längerem einen Friedensdialog unter Einbeziehung von PKK und Abdullah Öcalan eingefordert, den auch die kurdische Seite seit Jahren anstrebt - der aber immer wieder auch durch Anschläge, die der PKK zugerechnet werden, in Frage gestellt wurde. Der inoffiziell bereits begonnene Dialog mit Abdullah Öcalan ist nun in Gefahr.

Mit Ausgrenzung und Repression, mit Gewalt und Militäroperationen könne jedenfalls, so Gössner, keine friedliche, demokratische und gerechte Lösung erzielt werden. "EU und Bundesregierung sind deshalb gefordert, im Zuge des laufenden EU-Beitrittsprozesses mit geeigneten politischen Maßnahmen einzuschreiten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern und politische Wege zu öffnen - anstatt den Konflikt auch noch durch eine zunehmende Kriminalisierung der Kurden in Europa und Deutschland und durch weitere Waffenlieferungen an die Türkei zu verschärfen." Deshalb fordert die Liga sowohl eine Beendigung der Kriminalisierung und Ausgrenzung von Kurden in Europa und Deutschland als auch den Stopp jeglichen deutschen Waffenexports in die Türkei."

Nach Auffassung der Liga ist die politisch-friedliche Lösung der türkisch-kurdischen Frage inner¬halb der Türkei Schlüssel und Voraussetzung für eine Verbesserung der dortigen Menschenrechtslage und für eine Demokratisierung - und damit auch für einen EU-Beitritt der Türkei. "Schließlich ist die ,Kurdenfrage&#39; im Kern kein Terrorproblem, als das sie jedoch unablässig behandelt wird, sondern ein Türkeiproblem, das mittlerweile zu einer gesamteuropäischen zivilgesellschaftlichen Aufgabe geworden ist, die auch nur in einem europäischen Kontext dauerhaft zu lösen sein wird."

Deshalb fordert die Liga: "EU und Bundesregierung müssen endlich die Kurden- und Minderheitenfrage in der Türkei unter Beteiligung kurdischer Vertreter unverzüglich und mit Nachdruck auf die Agenda der EU-Beitrittsverhandlungen setzen, um eine demokratische, menschenrechtskonforme und gerechte Lösung für die große kurdische Minderheit in der Türkei zu forcieren."

-------------------------------------------------------------------
Quelle: E-Mail der 
Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR)
Haus der Demokratie und der Menschenrechte
10405 Berlin, Greifswalder Str. 4
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Antikriegstag: Gewerkschaften und Friedensbewegung gemeinsam]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/674</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-674</guid><description><![CDATA[Vermächtnis: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" / Veranstaltungen in über 150 Orten / Bundeswehr raus aus Afghanistan – und zwar sofort / Auch in Libyen ging es der NATO um Öl und geostrategische Interessen / Kritik an „Kesseltreiben“ gegen Westerwelle / Rüstungsexporte stoppen und Rüstungsproduktion „konvertieren“ / Keine Bundeswehr an Schulen und Hochschulen


Zu den bevorstehenden Aktivitäten der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung zum Antikriegstag (1. September) erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:

72 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und 70 Jahre nach dem Beginn des deutschen Vernichtungsfeldzugs gegen die Sowjetunion mahnen Friedensbewegung und Gewerkschaften in gemeinsamen Veranstaltungen, die Lehren aus der Geschichte nicht zu vergessen. Dazu gehört vor allem das Vermächtnis der Anti-Hitler-Koalition und der antifaschistischen Widerstandskämpfer: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!"

An rund 150 Orten wird in Veranstaltungen, Mahnwachen, Demos und Kundgebungen der Antikriegstag bzw. "Weltfriedenstag" begangen. Die Aktionen beginnen am 1. September frühmorgens um 5.45 in Kassel, wo die dortige Friedensbewegung traditionell zu einer Kundgebung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus aufruft. Und die Aktionen werden fortgesetzt bis zum 4. September, dem zweiten Jahrestag des Kunduz-Massakers, jenes verhängnisvollen Luftangriffs auf zwei Tanklastwagen in der Nähe von Kunduz, bei dem 140 Menschen, überwiegend Zivilpersonen, Kinder und Jugendliche getötet wurden. Befohlen hatte den Angriff ein deutscher Oberst, der damit das größte deutsche Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg auslöste.

Der Afghanistankrieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr (7. Oktober) zum zehnten Mal jährt, steht im Mittelpunkt der zahlreichen Aktivitäten von Friedens- und Gewerkschaftsbewegung. Die Botschaft ist klar: "Wir fordern die Bundesregierung auf, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden und die Zivilgesellschaft stärker zu unterstützen!", heißt es im Aufruf des DGB. Für die Friedensbewegung ist der Antikriegstag zugleich Auftakt für eine Reihe weiterer Aktivitäten im "Aktionsherbst Afghanistan", die fortgesetzt werden mit einer zentralen Veranstaltung am 7. Oktober in Berlin, mit demonstrativen Aktionen (u.a. auch in Berlin) am 8. Oktober, mit einer Unterschriftensammlung unter den Appell "Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen" sowie mit Aktionen gegen den Gipfel der Krieg führenden Staaten Anfang Dezember in Bonn.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag stellt noch einmal klar, dass die Bundesregierung weder eine Abzugsperspektive aus Afghanistan noch einen überzeugenden Plan zum zivilen Wiederaufbau des geschundenen Landes hat. Der Krieg wird weiter geführt, die Bundeswehr wird auch über 2014 hinaus in Afghanistan bleiben, die NATO wird ihren verfehlten "Krieg gegen den Terror" in Zentralasien und Pakistan fortsetzen. Denn nie ging es in diesem Krieg um Menschenrechte und Demokratie, sondern immer um Rohstoffe und geostrategische Interessen. Dazu dient die sog. "Transformation" der Bundeswehr. Im DGB-Aufruf heißt es hierzu: "Der Einsatz in Afghanistan ist der Vorbote für weitere Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Neuausrichtung zur Interventionsarmee lehnen wir ab."

Der von der NATO geführte und nach über fünf Monaten gewonnene Luftkrieg gegen Libyen ist ebenfalls ein "Vorbote" weiterer Interventionen. Auch in Libyen ging es der Kriegsallianz (der Deutschland formell nicht angehörte) nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung, sondern um die Unterstützung einer Bürgerkriegspartei in ihrem Kampf gegen das herrschende Gaddafi-Regime, das anfänglich auf beträchtliche Unterstützung in der eigenen Bevölkerung rechnen konnte. Der Krieg war völkerrechtswidrig (das beschränkte UN-Mandat wurde von Anfang an missachtet) und ist ein Bestandteil der westlichen Strategie zur Wiedergewinnung strategischer Positionen im arabischen Raum, in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten.

Die Friedensbewegung warnt vor einer neuerlichen Zuspitzung des Nahostkonflikts. Die jüngste Gewalteskalation zwischen Palästinensern und Israel hat gezeigt, wie angespannt die Situation in der Region in diesem Herbst ist. Das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat soll noch im September von der UN-Generalversammlung festgestellt werden. Der Bundesausschuss Friedensratschlag hält dies für einen längst überfälligen Schritt und hofft auf genügend internationalen Druck auf Israel, die Zweistaatenlösung endlich auch praktisch zuzulassen. Dies kann und muss auf der Grundlage des Völkerrechts und der vielen einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats geschehen.

Das ideologische Kesseltreiben gegen Außenminister Westerwelle (der in der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung keineswegs beliebt ist) wirft ein bezeichnendes Licht auf die kurze historische und juristische Gedächtnis der politischen Klasse: Hier wird jemand gezwungen, ein Bekenntnis zum Krieg als Mittel der Außenpolitik abzulegen. Das Gewaltverbot der UN-Charta (Art. 2,4) und das Kriegsverbot nach Art. 26 des deutschen Grundgesetzes gelten der politischen Klasse nichts mehr.

Dies wird auch deutlich bei der Rüstungsexportpraxis der Bundesregierung: Panzer nach Saudi-Arabien werden genauso durchgewinkt wie der Verkauf von Kleinwaffen (einschließlich der Vergabe von Lizenzen zu deren Produktion) in alle Welt. Die Friedensbewegung demonstriert am Antikriegstag für eine Beendigung des internationalen Waffenhandels und für die Umwandlung der Rüstungsproduktion in die Produktion ziviler Güter (Konversion). In vielen Städten beteiligen sich auch kurdische Gruppen an den Aktionen der Friedensbewegung und der Gewerkschaften. Unter dem Motto "Tatort Kurdistan" informieren sie z.B. über das brutale Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Kurden im eigenen Land sowie im Nordirak. Auch hier sind deutsche Waffen in Gebrauch.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktionen zum diesjährigen Antikriegstag bildet die Kritik an den Werbemethoden der Bundeswehr an Schulen, Ausbildungsmessen und Hochschulen. Staatsbürgerlicher Unterricht muss von dazu ausgebildeten Lehrkräften gehalten und darf nicht von "Jugendoffizieren" übernommen werden. Und an den Universitäten und Fachhochschulen muss für den Frieden und nicht für Militär, Rüstung und Krieg geforscht werden.


Quelle: E-Mail des Bundesausschuiss Friedensratschlag vom 29.08.2011...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Westerwelle und Libyen: Zurücktreten bitte?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/671</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-671</guid><description><![CDATA[Das Kesseltreiben gegen Westerwelle, um ihn aus dem Amt des Außenministers zu drängen, nimmt Fahrt auf. Sogar erste FDP-Mitglieder legen ihm einen „anständigen Rücktritt“ nahe. Anlass ist, dass die NATO inzwischen den Regime-Change (früher hieß das: „Export der Revolution“) in Libyen erfolgreich bewerkstelligt hat. Ihre Luftangriffe gegen die Gaddafi-Regierung sowie Waffenlieferungen und Ausbildungshilfe für die Rebellen haben diesen zum Sieg im Bürgerkrieg verholfen. Nun finden es viele unangemessen, dass sich Westerwelle auf die Seite der Sieger stellt, denn er war im März gegen den westlichen Kriegseintritt und sorgte dafür, dass sich Deutschland im Sicherheitsrat der Stimme enthielt.

„Der Erfolg der Nato ist ein später Beleg dafür, dass die Entscheidung falsch war, die Außenminister Guido Westerwelle am 17.März getroffen hat.“ Dieser Satz aus der Frankfurter Rundschau ist repräsentativ für den medialen und politischen Mainstream in Deutschland: Wer den Krieg gewinnt, hat Recht. Umgekehrt kann man daraus lesen, dass sich der Mainstream offenbar an dem NATO-Krieg beteiligen wollte. Denn mit „Ja“ stimmen und dann nicht mitmachen – das war natürlich zu keiner Zeit ernsthafte politische Option. Das weiß jeder Westerwelle-Kritiker, auch wenn das öffentlich nicht so gerne zugegeben wird. Das musste man ja „zum Glück“ auch nicht, da z.B. der Bundestag (dank Westerwelle) nie über eine deutsche Kriegsbeteiligung abstimmte. Da hätte sich dann Spreu vom Weizen trennen müssen.

Dass trotzdem einige deutsche Militärs in den NATO-Stäben den Krieg mitführten, wie Christian Ströbele unlängst aufdeckte, sollte man nicht nur aus Demokratie-Gründen (Übergehen des Parlaments) kritisieren, sondern weil die Kriegsbeteiligung falsch war.

Was war an dieser falsch, wo doch der Krieg jetzt offenbar gewonnen ist? Der angegebene Kriegsgrund („humanitäre Intervention“) ist zweifelhaft. Der Hamburger Prof. Reinhard Merkel dazu: „Dass Gaddafis Truppen gezielt Zivilisten töteten, ist vielfach behauptet, aber nirgends glaubhaft belegt worden.“ (FAZ 22.3.2011) US-Professor Alan J. Kuperman stellt im Boston Globe vom 14.4.2011 sogar das Basisargument, es habe ein Massaker an Zivilisten in Bengasi gedroht, in Frage: „Nor did Khadafy ever threaten civilian massacre in Benghazi, as Obama alleged. The “no mercy’’ warning, of March 17, targeted rebels only, as reported by The New York Times, which noted that Libya’s leader promised amnesty for those “who throw their weapons away.’’ Khadafy even offered the rebels an escape route and open border to Egypt, to avoid a fight “to the bitter end.’’”]

Gehen wir trotzdem einmal davon aus, dass im März ein Blutbad in Benghasi durch das Gaddafi-Regime drohte. NATO-Mächte wie Frankreich und Britannien bereiteten Luftangriffe vor und besorgten sich ein UN-Mandat. Die Flugverbotszone wurde eingerichtet. Nach dieser Lesart war Ende März also das Blutbad in Benghasi verhindert worden.

Aber wieso wurde nach der UN-Sicherheitsratsresolution (bis heute) fünf Monate heftig Krieg geführt, ohne dass es zu einem Waffenstillstand und zu politischen Verhandlungen bzw. einer politischen Lösung kam? Warum wurden alle Fact-Finding-Missionen abgelehnt? Wieso mussten mehr als 15.000 Menschen sterben? Weil Regime-Change (und darum ging es den westlichen Mächten von Anfang an) keine Kompromisse erlaubt. Die Waffen hätten nach NATO-Auffassung nur ruhen können, wenn sich der Kriegsgegner bedingungslos ergeben hätte. Weil er das nicht tat, wird er selbstverständlich für alle Opfer verantwortlich gemacht. Jede politische Initiative bzw. jedes Waffenstillstandsangebot Gaddafis wurde zurückgewiesen, da man Gaddafi grundsätzlich nicht trauen könne und dieser abtreten müsse. DANN (also quasi nach dem Regime-Change) könne man verhandeln. Die völlige Kompromisslosigkeit der Rebellen und der NATO ist insofern verblüffend, als viele Rebellenführer sich aus der Gaddafi-Führung rekrutierten. Der fließende Seitenwechsel zur anderen Bürgerkriegspartei wurde von Spiegel Online am 25.8.2011 mit der satirischen „Eilmeldung“ auf die Spitze getrieben, Gaddafi selbst sei nun auch zu den Rebellen übergelaufen. Insofern war die Basis für eine inhaltliche Einigung in Libyen besser als bei manch anderem Konflikt. Trotzdem wurden alle Bemühungen der Türkei, von Venezuela oder auch der Afrikanischen Union ignoriert bzw. bombardiert („Frankreich bombardierte eine Lösung“ – Überschrift in der türkischen Zeitung Hürriyet). In der Liste fehlt – Deutschland! Durch die Stimmenthaltung hätte die Bundesregierung alle Voraussetzungen für eine neutrale Vermittlung mitgebracht, aber hier unternahm Westerwelle offensichtlich nichts. DAS könnte man an ihm kritisieren, aber nicht die Stimmenthaltung im Sicherheitsrat.

Zweifellos war der NATO-Kriegseinsatz in Libyen intensiv: Bis Ende August wurde über 20.000 Lufteinsätze geflogen, darunter fast 8.000 richtige Kampfeinsätze. Zum Vergleich: im 1.Halbjahr 2010 wurden in Afghanistan nicht einmal 15.000 Einsätze geflogen!

Der Vorwurf an Westerwelle lautet nun, dass er den NATO-Kriegseinsatz nicht würdige und stattdessen „rechthaberisch“ auf die Erfolge der von ihm initiierten Sanktionspolitik verweise. Der wegen seiner Nähe zu Gaddafi Ende März im Eilverfahren abberufene russische Botschafter in Libyen, Wladimir Tschamow, schätzte damals, dass der Krieg in 3-4 Monaten zu Ende sei, wenn nämlich das Gaddafi-Regime seine Leute nicht mehr mit Lebensmittel und anderen Dingen versorgen könne. Er hat sich offenbar nur um wenige Wochen verschätzt. Insofern soll man Westerwelles Argument nicht vom Tisch wischen. Denn wie soll eine Großstadt wie Tripolis, die sich nicht selbst ernähren kann und von allen Verkehrsverbindungen abgeschnitten ist, noch versorgt werden? Dass noch auf Schleichwegen Lebensmittel in die Stadt gebracht werden können, ändert an der allgemeinen Versorgungsproblematik nichts. Die tagesschau berichtet entsprechend am 27.8.2011 über die Lage in Tripolis, nachdem die Stadt von den Rebellen erobert wurde: „Für die Menschen in Libyens Hauptstadt Tripolis wird das Leben schwieriger. In der Millionenmetropole fiel stundenlang der Strom aus. Die ganze Stadt sei dunkel, berichtete eine Korrespondentin am Abend der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe auch kein Wasser mehr… Zudem mangelt es in der Stadt an frischen Lebensmitteln. Vor den wenigen Geschäften, die frische Waren anbieten, bildeten sich lange Schlangen.“ Die Guthaben Libyens wurden seit März eingefroren und beschlagnahmt. Entsprechend geriet das Gaddafi-Regime auch ohne den täglichen Bombenhagel, der sicher auch der Strom- und Wasserversorgung nicht gut getan hat, immer mehr in die Bredrouille.

Dass die internationalen Sanktionen keine Wirkung auf den Konflikt hatten, kann man also nicht ernsthaft behaupten. Diejenigen, die Westerwelle wegen seiner Analyse des Zusammenbruchs des Gaddafi-Regimes kritisieren und ihn zum Abschwören und zur Würdigung der Militärschläge nötigen wollen, würgen damit gleichzeitig die Diskussionen über nicht-militärische Alternativen ab. Denn Westerwelle hatte bei den Zielen gar keinen Dissens zu seinen westlichen Bündnispartnern, er wollte diese aber ohne militärische Mittel erreichen.

Man muss Westerwelle in diesen Tagen verteidigen. Das geht, auch ohne dass man ihn gleich für den Friedensnobelpreis vorschlägt. Aber es wäre schon absurd, wenn er ausgerechnet zurücktreten würde, weil er etwas richtig gemacht hat.

Uli Cremer


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/682.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Liga für Menschenrechte gratuliert Friedensaktivisten und Rüstungs(export)gegnern zum Aachener Friedenspreis 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/669</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-669</guid><description><![CDATA[Liga-Vizepräsident Rolf Gössner (Bremen) wird am 1. September 2011während der Verleihungsfeier in der Aula Carolina zu Aachen die Laudatio halten auf die diesjährigen Aachener Friedenspreisträger

JÜRGEN GRÄSSLIN (Freiburg)
sowie die
INFORMATIONSSTELLE MILITARISIERUNG e.V. (IMI, Tübingen)

Jährlich zum Antikriegstag am 1. September findet die Verleihung des bundesweit und interna­tional renommierten Aachener Friedenspreises statt. Dieser Friedenspreis wurde 1988 als Bürgerinitiative aus der Aachener Friedensbewegung gegründet, um Einzelpersonen oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die von "unten her" dazu beigetragen haben, der "Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu dienen" -- eine Zielsetzung, der sich auch die Internationale Liga für Menschenrechte verpflichtet sieht.

Wie der Verein Aachener Friedenspreis zu seiner diesjährigen Entscheidung erklärt, arbeitet der Pädagoge und Buchautor  (Freiburg) seit den 1980er Jahren "mit beeindruckender Energie und Unermüdlichkeit für den Frieden, vor allem für Verbote von Rüstungsproduktion und Rüstungsexporten". Die  (Tübingen) sei als "antimilitaristische Denkfabrik" seit 15 Jahren "Mittler zwischen Friedensforschung und Friedensbewegung", die mit Analysen und kritischen Hintergrundinformationen den Widerstand gegen die zunehmende Militarisierung Deutschlands und der EU unterfüttere und unterstütze.

Dazu Liga-Vizepräsident Rolf Gössner (Bremen), der die Laudatio auf beide Preisträger halten wird:
"Es ist überaus bedeutsam und auch hochaktuell, dass dieses Jahr herausragende Rüstungsgeg­ner und Friedensaktivisten mit diesem Friedenspreis geehrt werden - gerade in einer Zeit, in der wir eine fortschreitende Militarisierung der Außen- und Innenpolitik zu beklagen haben, gerade in einer Zeit, in der der deutsche Waffenhandel ungebremst floriert." /Die skandalösen Genehmigungen von Rüstungs- und Waffenexporten an menschenrechtsverletzende Staaten und Regime des Nahen
und Mittleren Ostens durch den regierungsamtlichen Bundessicherheitsrat zeigten, wie brisant diese Problematik sei, so Gössner, "aber auch wie existentiell für potentiell Betroffene, wie verhängnisvoll für Oppositionelle und die Demokratiebewegungen in den jeweiligen Zielländern. Besonders die ganz legalen Rüstungsexporte an diktatorisch regierte Staaten sowie in Krisen- und Kriegsgebiete sind Bombengeschäfte mit dem Tod und lassen die deutschen Waffenschmieden zu staatlich lizenzierten Konflikt- und Kriegsgewinnlern werden." Mit ihrem herausragenden Engagement gegen Waffenexporte und fortschreitende Militarisierung von Staat und Gesellschaft haben sich die Aachener Friedenspreisträger 2011 große Verdienste erworben.

Mehr zu den Preisträgern auf 

Internationale Liga für Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Tel. 396 21 22, Fax 396 21 47,



Verleihung des Aachener Friedenspreises am 1. September 2011, 19 Uhr in der Aula Carolina zu Aaachen, Pontstraße


Programm


Begrüßung: Uta Kempen (Mitglied im Aachener Friedenspreis e.V.)

Grußwort für die Stadt Aachen: Stv. Bürgermeister Björn Jansen

Ansprache: Karl Heinz Otten (Vorsitzender des Aachener Friedenspreis e.V.)

Laudatio: Dr.  Rolf Gössner (RA/Publizist, Internationale Liga für Menschenrechte)

Preisverleihung und Dankreden der Preisträger:
Jürgen Grässlin (Freiburg) und 
Tobias Pflüger (für Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen)

Musikalischer Rahmen: Annette Coelho


Bisherige Aachener Friedenspreisträger u.a.:
Women in Black, 
Gush Shalom mit Uri Avnery (Israel),
Leyla Zana und Eren Keskin (Türkei),
Petersburger Soldatenmütter (Russland), 
Peace Brigades International,
Ludwig Baumann (Wehrmachtsdeserteur, Friedensaktivist),
Andreas Buro (Politologe),
Hanne Hiob (Schauspielerin),
Pro Asyl mit Heiko Kauffman,
Wanderkirschenasyl NRW,
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft e.V. (Büren)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ZgK 32 - Weltfriedenstag / Antikriegstag 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/668</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-668</guid><description><![CDATA[JETZT BESTELLEN! 

Auch zum diesjährigen Weltfriedens-/Antikriegstag am 1. September 2011 erscheint wieder eine Ausgabe der Zeitung gegen den Krieg – ZgK. Es handelt sich um die 32. Ausgabe seit Gründung der Antikriegszeitung 1999, im Nato-Krieg gegen Jugoslawien („Kosovo-Krieg“).

Die Zeitung geht am 26. August in den Vertrieb. Sie wird also für die Aktivitäten am Weltfriedens-/Antikriegstag rechtzeitig vor Ort präsent sein.

Inhalte der neuen Ausgabe

- Weltweite Schuldenkrise und weltweite Rüstungsausgaben
- Der Nato-Krieg um Öl in Libyen
- Kanzlerin Merkel als Händlerin des Todes / Deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien, Angola, Nigeria usw.
- Berliner Senat lässt an Schulen für das Kriegshandwerk werben
- Antikriegstag und Nazi-Mobilisierungen
- Ausstieg aus der Atomenergie? Nicht bei atomarer Forschung für das deutsche Militär
- Zehn Jahre Afghanistan-Krieg
- Das Massaker in Norwegen und die faschistische Ideologie


Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe sind u.a.:

Ulla Jelpke // Jürgen Grässlin // Joachim Guilliard // Heike Hänsel // Ulrich Sander // Reiner Braun // Dietrich Schulze // Laura von Wimmersperg // Winfried Wolf
 

Umfang wie immer seit zehn Jahren: 12 Seiten Zeitungsformat // Bezugspreise günstig wie folgt:
-           Bestellungen von 1 bis 50 Ex.: 30 Cent je Ex.
-           Bestellungen von 51 - 499 Ex.: 25 Cent je Ex.
-           Bestellungen ab 500 Ex.: 18 Cent je Ex.

Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.

Bestellungen ab sofort bitte an 

oder über unser  


oder per Fax 030-227 76 179
oder per Telefon 030-22773179 (MdB-Büro Heike Hänsel)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/736.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistanprotest: Aufruf unterschreiben, Protestbündnis unterstützen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/667</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-667</guid><description><![CDATA[SIE REDEN VOM FRIEDEN. SIE FÜHREN KRIEG.
Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!

10 Jahre nach der ersten Konferenz auf dem Petersberg nahe Bonn die den Krieg einleitete, wollen sich im Dezember 2011 Delegationen aus 90 Ländern erneut in Bonn treffen. Nach der Propaganda der kriegführenden Regierungen soll jetzt zwar der Ausstieg aus dem Krieg offizielle zelebriert werden, in der Realität wird die NATO aber weiterhin Besatzungstruppen in fünfstelliger Zahl in Afghanistan stationiert haben und werden die Entscheidungen für das Land an anderen Stellen als in Afghanistan gefällt.

Zu erwarten für den Dezember 2011 ist eine große Propagandashow.

Die Aufgabe der Antikriegs- und Friedensbewegung gerade auch zu dieser Konferenz besteht darin, diese Verlogenheit mit all ihren Details aufzudecken.
Breit. Kraftvoll. Überzeugend. Solidarisch miteinander und mit den vom Krieg direkt Betroffenen!

!!! WAR STARTS HERE. LETs STOP IT HERE !!!



Der Aufruf ist der Versuch, die unterschiedlichen Motive des Protestes gegen das Treffen zusammen zu fassen und gemeinsam zu formulieren. Es soll DER GEMEINSAME Aufruf unseres Protestes sein und kann deshalb natürlich nicht alle Gesichtspunkte des Protestes und der Motive aller im Einzelnen darlegen. Jede Gruppe, Struktur und Strömung ist bei der Unterstützung dieses Aufrufes natürlich auch weiterhin berechtigt, ja fast schon aufgefordert, in eigenen Aufrufen die eigenen Motive und Begründungen zu formulieren!

Mit dem gemeinsamen Aufrufwollen wir deutlich machen, dass die Proteste von unterschiedlichen Organisationen strömungs- und spektrenübergreifend organisiert und getragen werden.

Unterstützt jetzt den Aufruf persönlich und mit Euren Organisationen/Strukturen!
Macht Ihr jetzt deutlich, dass die Ablehnung des Krieges groß und der Protest dagegen von breiten Teilen der Gesellschaft getragen wird!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Antikriegstag: Freiheit und Frieden für alle — nie wieder Krieg!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/666</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-666</guid><description><![CDATA[Aufruf des DGB-Bundesvorstandes zum 1. September 2011

Freiheit und Frieden für die ganze Welt lautete der Mai-Aufruf des DGB im Jahr 1961.
Diese Forderung ist heute, 50 Jahre später, aktueller denn je.

Dieses Jahr jährt sich der Kriegsbeginn in Afghanistan zum zehnten Mal. Die Nachrichten über Opfer der Kampfhandlungen erreichen uns fast täglich. Die Bevölkerung braucht Arbeit und Stabilität statt Unsicherheit und Gewalt. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden und die Zivilgesellschaft stärker zu unterstützen!

Der Einsatz in Afghanistan ist der Vorbote für weitere Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Neuausrichtung zur Interventionsarmee lehnen wir ab. Die Bundeswehr braucht als Berufsarmee stärkere demokratische Kontrolle und enge Verbindungen in die demokratische Gesellschaft.

Im Frühjahr dieses Jahres begannen große Proteste in der arabischen Welt. Die Welle des demokratischen Aufbruchs breitete sich nach und nach auf die meisten Länder Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aus und brachte die Regime in Tunesien und Ägypten zu Fall. Gerade die junge Generation setzt große Hoffnungen darauf, dass diese Gesellschaften ihren Demokratieprozess friedlich und solidarisch fortführen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für die Unterstützung dieses Prozesses stärker als bisher zu engagieren und den Demokratisierungsprozess in der arabischen Welt auch finanziell zu unterstützen!

Und sie muss Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen: Die Waffen, die Machthaber in der arabischen Welt gegen ihr eigenes Volk einsetzen, haben unter anderem deutsche und europäische Rüstungsfirmen geliefert. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Wir fordern die Bundesregierung einmal mehr auf, Rüstungsexporte in Krisenregionen zu verbieten und Rüstungsausgaben nachhaltig zu senken!

Das Ende der zivilen Nutzung der Atomkraft muss auch das Ende aller Atomwaffen sein. Trotz der Abrüstung nach dem Kalten Krieg sind noch immer über 23.000 Atomwaffen einsatzbereit. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen!

Jede Form von Menschenverachtung, Kriegsverherrlichung und Chauvinismus ist ein Angriff auf die Menschenwürde. Dies zu bekämpfen ist eine zentrale Aufgabe des demokratischen Staates. Dafür müssen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Wir fordern alle politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, die NPD und alle rechtsextremen Organisationen endgültig zu verbieten.

Rechtsextremismus und Rassismus dürfen in unserer Gesellschaft kein Raum gegeben werden.

Quelle: 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/386.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Schlag gegen die Demokratie: Hoher Wahlrat der Türkei erklärt die Wahl des kurdischen Abgeordneten Hatip Dicle für nichtig]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/659</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-659</guid><description><![CDATA[Am 12. Juni 2011 fanden in der Türkei Parlamentswahlen statt. Wieder einmal hat sich bestätigt, dass Wahlen in der Türkei weder frei noch fair ablaufen. Neben der bestehenden 10%-Hürde, welche eine adäquate Repräsentanz der kurdischen Bevölkerung sowie aller Minderheiten im Parlament verhindern soll, kam es auch in diesem Jahr nach Berichten ausländischer und regionaler Wahlbeobachter zu schwerwiegenden Verletzungen des Rechtes auf freie Wahlen: Polizei- und Militärpräsenz in und um die Wahllokale, gefälschte Wahlscheine, mehrfache Stimmabgaben, Festnahmen, verschwundene Wahlurnen, Drohungen gegen Wähler sind nur einige Beispiele hierfür. 

All diese Repressionen konnten jedoch nicht verhindern, dass 36 Abgeordnete des Blockes für Frieden, Arbeit und Demokratie – 31 aus Kurdistan und fünf aus den türkischen Metropolen –als unabhängige Kandidaten den Einzug ins türkische Parlament schafften. Erstmalig in der Geschichte der türkischen Republik zog ein aramäischer Christ, Kandidat in der kurdischen Stadt Mêrdin, ins Parlament ein. Auch die ehem. DEP- Abgeordnete und Sacharow-Friedenspreisträgerin Leyla Zana, deren Immunität wegen ihrer Forderung nach einer politischen Lösung der kurdischen Frage aufgehoben wurde und die eine zehn jährige Haftstrafe verbüßte, wurde gewählt. Gewählt wurden auch sechs inhaftierte PolitikerInnen, die aufgrund ihrer Meinungsäußerung seit Monaten bzw. Jahren im Gefängnis sitzen. Einer davon ist der ehem. DEP- Abgeordnete Hatip Dicle, der bereits mehr als 10 Jahre im Gefängnis verbrachte, weil er als Abgeordneter für die Rechte des kurdischen Volkes eintrat. 

Seine Wahl wurde nun vom hohen Wahlrat der Türkei (YSK) für nichtig erklärt und damit auch der Wille seiner knapp 80000 Wähler bzw. aller Wähler des Blockes für Frieden, Arbeit und Demokratie. Diese Entscheidung ist entgegen der Erklärung des YSK ein ausschließlich politischer Entschluss, der jeglicher juristischer Grundlage entbehrt und bewusst gefasst wurde. Sie ist als Entscheidung im Hinblick auf die Lösungsart der kurdischen Frage zu werten und zeigt offenkundig, dass die Bemühungen der kurdischen Seite für eine politische Lösung seitens des türkischen Staates keine Beachtung finden. Die parallel hierzu verstärkten Militäroffensiven der türkischen Armee bestätigen dies. Der Entschluss des YSK stellt eine Provokation dar, die das Land in ein leidvolles Chaos stürzen wird, welches sicherlich nicht im Sinne der Völkerverständigung und des Leitbildes einer Demokratischen Republik Türkei steht. 

Das kurdische Volk wird sich jedoch von seinem Weg zu einem selbstbestimmten, freien Leben in einer Demokratischen Autonomie nicht abbringen lassen und auch diese Hürden überwinden; so auch die Überzeugung vieler WahlbeobachterInnen aus Europa, die die Parlamentswahlen in der Türkei mitverfolgt haben. Nach Bekanntgabe der Entscheidung des YSK in den Medien, noch bevor die Anwälte von Herrn Dicle oder dieser selbst informiert wurden, gingen zehntausende Menschen in der Türkei und in Kurdistan auf die Straßen; es gab Tote und verletzte. 

Wir appellieren daher an die Internationale Staatengemeinschaft und die Öffentlichkeit, umgehend zu intervenieren und die Einhaltung internationalen und türkischen Rechts einzufordern. Für eine politische Lösung der kurdischen Frage und die Gestaltung einer neuen, demokratischen Verfassung ist der Einzug von Hatip Dicle und allen anderen inhaftierten Abgeordneten ins Parlament unerlässlich. 

YEK-KOM- Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland e.V. // 
CENI- Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. // 
ISKU- Informationsstelle Kurdistan e.V. 
KURD-AKAD- Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V.//// 
YXK- Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.

Quelle: E-Mail vom 22.06.11
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/768.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufruf zum 2. Aktionstag der Kampagne TATORT Kurdistan am 1. September 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/657</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-657</guid><description><![CDATA[Rüstungsexporte weltweit stoppen

Die Kampagne TATORT Kurdistan möchte mit ihrem 2. bundesweiten Aktionstag ein Zeichen gegen Rüstungsexporte und die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen setzen. Die weltweit führenden Rüstungskonzerne konnten laut Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ihren Umsatz 2009 um weitere 8% auf 296 Mrd Euro steigern. In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Firmen ihre Rüstungsexporte fast verdoppelt, die Türkei ist dabei mit 15,2 % weiterhin der wichtigster Abnehmer für die BRD. Deutsche Konzerne profitieren vom Boom im Rüstungsbereich: Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann (KMW), ThyssenKrupp, Diehl, MTU oder Heckler & Koch.
Die Bundesregierung schreckt nicht davor zurück, Waffenexporte an Staaten zu genehmigen, in denen interne Gewaltkonflikte herrschen und Menschenrechte systematisch durch die Staatspolitik verletzt werden. Die Türkei ist dabei nur ein Beispiel von vielen.

Beim Aktionstag soll dargestellt werden, wie und wo deutsche Waffen bei der Verletzung von Menschenrechten, bei Kriegsverbrechen und bei der Zerstörung von Landschaften in Kurdistan eingesetzt werden. Dabei ist zu erwähnen, dass die Zahl der politischen Inhaftierten in Kurdistan und der Türkei seit Ende der 90er Jahre ihren höchsten Stand erreicht hat, dass Ende 2010 der Einsatz von chemischen Waffen durch das türkische Militär gegen kurdische Guerillas auch in den deutschen Medien und im Bundestag thematisiert wurde und dass das systematische Abbrennen von Wälder in Kurdistan weiter zunimmt.

Die BRD und ihre Vorgängerstaaten sind seit mehr als hundert Jahren einer der wichtigsten Unterstützer des türkischen bzw. osmanischen Staates bei der Repression und Vernichtung von Oppositionellen. So wird nach wie vor einer der dunkelsten Kapiteln, nämlich die deutsche Beteiligung und Verantwortung am Genozid an bis zu 1,5 Mio. ArmenerInnen im Jahre 1915 kaum thematisiert. Banken, Waffenindustrie, Armee und Politiker aus Deutschland waren damals im Weltkrieg die wichtigsten Unterstützer des osmanischen Staates. Ohne ihr Mitwissen und Unterstützung wäre dieses Verbrechen gegen die Menschheit in diesem Umfang nicht zu verwirklichen gewesen.
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich diese unrühmliche Zusammenarbeit immer mehr gegen die für ihre Freiheit kämpfenden KurdInnen gerichtet; in diesem Rahmen werden auch die politisch aktiven KurdInnen in der BRD kriminalisiert. Bundeskanzlerin Merkel versprach der Türkei noch im Frühjahr 2010 die Lieferung von 56 Leopard II Panzern. Es steht außer Zweifel, dass diese auch gegen die Zivilbevölkerung in Kurdistan eingesetzt werden.

Wir möchten darüber hinaus auch einen Bezug zu den aktuellen Aufständen breiter Massen in den mehrheitlich arabischen Staaten herstellen. Hierbei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass in Irakisch-Kurdistan ebenfalls täglich gegen die feudal-korrupte Regionalregierung der beiden herrschenden Parteien KDP und PUK protestiert wird. Deutsche Unternehmer kommen mit ihnen seit kurzem wieder gut ins Geschäft. So werden Treffen in der BRD organisiert, um die Investitionen deutscher Unternehmen in Irakisch-Kurdistan voranzutreiben. Dies wird aktiv von der deutschen Regierung, auch mit Besuchen Irakisch-Kurdistans, unterstützt. Die deutsche Presse verschweigt den Aspekt der Proteste.

Die Kampagne TATORT Kurdistan wird daher am 1. September 2011 zum zweiten Mal einen bundesweiten Aktionstag organisieren, um diese Machenschaften der deutschen Regierung und deutscher Unternehmen aufzuzeigen, zu kritisieren und zu behindern. Alle interessierten Einzelpersonen und Gruppen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Ein bundesweites Vernetzungstreffen findet statt am Sonntag, den 26.6. von 12-17 Uhr im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) KORN, Kornstraße 28-30, 30167 Hannover (U-Bahnhaltestelle Kopernikustrasse)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/768.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libysche Rebellen verteidigen Festung Europa]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/658</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-658</guid><description><![CDATA[Italien schließt Abkommen mit Übergangsrat in Bengasi. Moskau und Peking fordern Ende der Gewalt

Italiens Außenminister Franco Frattini hat am Donnerstag gegenüber dem Fernsehsender RAI Uno für den heutigen Freitag die Unterzeichnung eines »Kooperationsabkommens« mit dem selbsternannten Übergangsrat der libyschen Rebellen in Bengasi angekündigt. Dieses solle den Kampf gegen »illegale Einwanderung« nach Europa und »das Problem der Rückführung« regeln.

Italien, wo immer wieder Boote mit Flüchtlingen aus Afrika eintreffen, hatte mit der libyschen Regierung im Jahr 2009 ein ähnliches Rückführungsabkommen geschlossen. Danach ging die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zurück, da diese schon in Nordafrika von den dortigen Behörden aufgehalten wurden. Seit dem NATO-geführten Luftkrieg gegen Libyen, an dem sich auch Italien beteiligt, werden die Flüchtlinge von den Behörden jedoch nicht mehr an der Fahrt über das Mittelmeer gehindert. Frattini sagte nun, die libyschen Rebellen hätten sich dazu verpflichtet, Flüchtlinge zurückzuschicken.

Die Präsidenten Rußlands, Dmitri Medwedew, und Chinas, Hu Jintao, haben unterdessen zu einem Ende der Gewalt in Libyen aufgerufen. Die UN-Resolution, mit der die NATO ihre Luftangriffe begründet, müsse strikt eingehalten und dürfe nicht weiter als erlaubt ausgelegt werden. Beide Mächte hatten sich, ebenso wie Deutschland, bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution enthalten, seither das Vorgehen der Militärallianz jedoch wiederholt kritisiert. Mit Blick auf die Lage in Libyen und in Syrien erklärten die beiden Staatschefs, die internationale Gemeinschaft könne durchaus konstruktive Hilfe leisten, aber kein Land dürfe sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes in der Region einmischen. Um die schwierige Lage im Nahen Osten und in Nord­afrika in den Griff zu bekommen, seien »legale und politische Mittel« nötig, erklärten Medwedew und Hu weiter. (AFP/jW)

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/205.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutsche und europäische Nahost-Politik muss auf Palästinenserstaat bestehen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/654</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-654</guid><description><![CDATA[Äußerst kritisch bewerten die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) die von der Bundesregierung erklärten Bedingungen für die Gründung eines palästinensischen Staates. Jahrelang - und aktuell durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel bei ihrem Besuch in der Region - hat Deutschland die Zwei-Staatenlösung als das Frieden bringende Endziel für den Konflikt zwischen Palästinensern und Israel erklärt. Jetzt aber wird die für den September mögliche Ausrufung eines eigenen Palästinenserstaates vom Einverständnis der israelischen Regierung abhängig gemacht. Beide Minister warnten bei ihrem Besuch in der Region wiederholt vor einer "vorzeitigen und einseitigen" Ausrufung des palästinensischen Staates.

Die IPPNW sieht diese Konditionierung als einen erheblichen Rückschritt auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des Konflikts im Nahen Osten. Gerade dem politischen Einwirken Deutschlands und Europas auf die israelische Regierung misst sie erhebliches Entwicklungspotential für die Region zu.

Leider, so die IPPNW, hat die Bundesregierung ihre Nahost-Politik der Unbeweglichkeit der israelischen Regierung angeglichen. In seiner Rede vor dem US-Kongress demonstrierte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nachdrücklich, dass seine Regierung keinen Beitrag zu einer politischen Lösung des zentralen Konflikts im Nahen Osten anbietet. Statt friedenspolitischer Offerten wiederholte er gegenüber den PalästinenserInnen und dem Nahostquartett nur Altbekanntes: Nein zur Teilung Jerusalems, Nein zur Rückkehr der Flüchtlinge und Nein zu den Grenzen von 1967. Vielmehr forderte er, dass Israel als "Jüdischer Staat" anerkannt wird und verlangte israelische Militär-Stützpunkte entlang des Jordan.

Die IPPNW will in Übereinstimmung mit vielen anderen Organisationen der deutschen und europäischen Friedensbewegung die Unbeweglichkeit israelischer, deutscher und europäischer Politik durchbrechen. Sie stellt an alle am Konflikt Beteiligten die eindringliche Aufforderung, sich gewaltfrei für die Lösung des Konfliktes einzusetzen. Dazu gehört neben der Anerkennung Palästinas durch die UN im September auch, dass die Bundesregierung keine Waffen in Länder des Nahen und Mittleren Ostens von Ägypten bis Israel mehr exportiert. Deutschland und die Europäische Union müssen sich nachdrücklich für das Ziel der für 2012 geplanten UN-Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone in der Region engagieren. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Staatsverhinderung Palästinas]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/655</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-655</guid><description><![CDATA[pax christi widerspricht Niebel und Westerwelle

„Die Bundesregierung darf sich einer Zweistaatenlösung nicht in den Weg stellen. Sie muss deshalb den Staat Palästina anerkennen, der 1988 von Yassir Arafat ausgerufen wurde und von über 100 Staaten anerkannt ist.

Statt den Palästinensern ihre Initiative für eine Anerkennung des Staates Palästina durch die UNO auszureden, wie es derzeit Außenminister Westerwelle und Entwicklungsminister Niebel versuchen, muss die Bundesregierung das palästinensische Potential im Rahmen einer Zweistaatenlösung stärken.“

so heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes von pax christi.

Den gesamten Wortlaut der Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes finden sie 
im Folgenden
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Keine Staatsverhinderung Palästinas

pax christi widerspricht Niebel und Westerwelle

Die Bundesregierung darf sich einer Zweistaatenlösung nicht in den Weg stellen. 
Sie muss deshalb den Staat Palästina anerkennen, der 1988 von Yassir Arafat 
ausgerufen wurde und von über 100 Staaten anerkannt ist.

Statt den Palästinensern ihre Initiative für eine Anerkennung des Staates 
Palästina durch die UNO auszureden, wie es derzeit Außenminister Westerwelle und 
Entwicklungsminister Niebel versuchen, muss die Bundesregierung das 
palästinensische Potential im Rahmen einer Zweistaatenlösung stärken.

Die Palästinenser haben Hausaufgaben gemacht. Sie haben demokratische Strukturen 
und Institutionen aufgebaut und die Spaltung von Fatah und Hamas überwunden. Nun 
setzen sie ihre Hoffnung wieder einmal auf die Weltgemeinschaft. Die 
diplomatischen Erfolge in den lateinamerikanischen Ländern, von denen die 
meisten Palästina mittlerweile anerkannt haben, geben ihnen Auftrieb. Die 
UN-Generalversammlung soll, wie es die UN-Charta vorsieht, auf Empfehlung des 
UN-Sicherheitsrates der Aufnahme im September zustimmen. Falls es im 
Sicherheitsrat zu einem Veto kommt, z.B. durch die USA, muss die Einberufung 
einer außerordentlichen UN-Generalversammlung erfolgen.

Die israelische Regierung will die UN-Initiative der Palästinenser verhindern 
und ignoriert auch die Demonstrationen im eigenen Land, die die israelische 
Friedensbewegung zugunsten eines Staates Palästina begonnen hat. pax christi 
begrüßt diese Kundgebungen, als ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben 
von Israel und Palästina.

Die Bundesregierung will nur einem zwischen den Palästinensern und den Israelis 
verhandelten Staat Palästina zustimmen. Das hat Kanzlerin Merkel im Vorgriff auf 
eine noch auszuhandelnde gemeinsame EU-Linie Ministerpräsident Netanjahu 
zugesichert.  Statt im Rahmen des Nahostquartetts (EU, USA, UN und Russland) der 
israelischen Besatzung Grenzen zu setzen, erhöht die Bundesregierung nun den 
Druck auf die Palästinenser.

Der Staat Israel erklärte sich 1948 unabhängig und wurde international 
anerkannt. Auch von der Bundesrepublik. Den Staat Palästina aber, will die 
Bundesregierung immer noch nicht anerkennen mit Hinweis auf die noch ausstehende 
Friedenslösung. Sie will aber auch verhindern, dass der Staat Palästina in die 
UNO aufgenommen wird. Gelingt ihr das, stößt sie damit das kleine Fenster einer 
Zweistaatenlösung weiter zu.

Geschäftsführender Vorstand pax christi
Berlin, 14. Juni 2011
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Frieden in Libyen braucht Verhandlungen mit allen Seiten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/656</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-656</guid><description><![CDATA[Christoph Krämer, Vorstandsmitglied der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, nimmt den Besuch zweier deutscher Minister bei den Rebellen in Libyen zum Anlass, daran zu erinnern, dass "die äußere militärische Einmischung in einen Bürgerkrieg zugunsten einer Partei völkerrechtswidrig ist". Um einen dringend nötigten
Waffenstillstand und anschließende Friedensverhandlungen in Libyen nicht per se zu unterlaufen fordert er von der Bundesregierung, "den Konflikt nicht durch Vorwegnahme des westlicherseits erwünschten Kriegsergebnisses anzuheizen, sondern auch mit der weiterhin amtierenden Regierung zu kommunizieren, ihre Friedensinitiativen ernst zu nehmen und aufzugreifen und auch Tripolis zu besuchen, um sich dort ein eigenes Bild von den Folgen der NATO-Bombardierungen zu machen."

Mit der Anerkennung des Übergangsrat der gegen Gaddafi kämpfenden Rebellen und der Eröffnung eines deutschen Verbindungsbüros in der ostlibyschen Metropole Bengasi reiht sich Deutschland in die Phalanx jener ein, die gute Beziehungen und Nachkriegsgeschäfte mit dem größten afrikanischen Erdölproduzenten machen wollen.

Obwohl Deutschland sich bei der UN-Resolution 1973 der Stimme enthalten hat, unternimmt die Bundesregierung unterhalb der direkten militärischen Interventionsschwelle alles, was ihrer Ansicht nach deutschen Interessen und der NATO-Bündnistreue dienen könnte. Die völkerrechtlich fragwürdige UN-Resolution wurde mit dem Schutz der libyschen Zivilbevölkerung gerechtfertigt. Die Äußerungen von Politikern der intervenierenden Koalition und die Angriffsaktionen der NATO-Kräfte belegen dagegen seit geraumer Zeit, dass nunmehr ein "Regime Change" zum militärischen Endzweck geworden ist.

Christoph Krämer bestärkt die grundsätzliche Haltung der IPPNW, dass durch Krieg kein wirksamer Frieden für eine Gesellschaft zu erreichen ist. Die Geschichte belegt immer wieder die verheerenden Auswirkungen von Krieg und Bürgerkrieg auf die sozio-ökonomischen Indikatoren. Sie zeigt zugleich einen häufigen Übergang in eine gewalttätige Nachkriegsgesellschaft mit massenhaften Übergriffen und drohendem Genozid.

Der von einer internationalen Koalition unterstützte Bürgerkrieg in Libyen tötet und vertreibt zehntausende Menschen. Laut Angaben des UN-Hilfswerkes für Flüchtlinge (UNHCR) gibt es bis zu 100.000 interne Flüchtlinge im Land. Über 900.000 ausländische Arbeitskräfte wurden von den blutigen Auseinandersetzungen überrascht, ca. einem Drittel soll die Ausreise aus Libyen bislang gelungen sein. Insgesamt wird von einer Flüchtlingszahl von einer Million Menschen ausgegangen. Hunderte, wenn nicht tausende von ihnen sind bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Noch gibt es keine nachprüfbaren Zahlen über die Opfer des Bürgerkrieges und der NATO-Intervention, geschätzt wird, dass es bislang über 15.000 Tote gegeben haben könnte.

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Weitere Infos aus der Friedensbewegung zum Krieg in Libyen auf der DFG-VK-Themenseite ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Revision und Blockaden verschoben. Camp und Demo. Gorleben und Brokdorf.]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/651</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-651</guid><description><![CDATA[ Block Brokdorf bewertet Verschiebung der Revision im AKW als Teilerfolg +-+ Blockaden werden an diesem Wochenende nicht stattfinden +-+ Camp und Demo finden statt +-+ Aktionen in Gorleben an Pfingsten und Blockaden am Wochenende 17. - 19. Juni

Schon die Ankündigung von Blockaden hat ausgereicht, um den Zeitplan von E.ON durcheinander zu bringen. Die Verschiebung der Revisionsarbeiten zeigt, dass sich der Atomkonzern nicht sicher sein konnte, ob die Polizei es schaffen würde, den Zugang zum AKW freizuhalten. Die Behauptung einer bedrohten Netzstabilität über Pfingsten ist ein durchsichtiger Vorwand für den Rückzieher des Atomkonzerns. Das Aktionsbündnis Block Brokdorf sieht dies als einen wichtigen Teilerfolg, der uns zeigt, welchen Druck Blockaden und andere Aktionen des kollektiven Regelübertritts ausüben können..

Angesichts der Verschiebung des Beginns der Revisionsarbeiten im AKW Brokdorf auf den Mittwoch, den 15.6. wird das Aktionsbündnis Block Brokdorf die geplanten Blockaden an Pfingsten nicht durchführen. Unser Ziel war eine mehrtägige und materiell wirksame Blockade der Zufahrten zum AKW Brokdorf, um das Wiederanfahren des Reaktors zu verzögern. Dieses Ziel können wir nur während der Revisionsarbeiten erreichen, daher haben wir uns nach intensiver Beratung zur Absage entschlossen.

Das Camp in St. Margarethen wird aber wie geplant ab Freitag, den 10.6., geöffnet sein. Es gibt dort Platz zum Zelten, Verpflegung und sonstige Infrastruktur. Ebenso wird die angekündigte Demonstration am Sonntag, dem 12.6. um 6 Minuten vor Zwölf ab Großwisch zum AKW Brokdorf stattfinden.

Das Aktionsbündnis Block Brokdorf weist auch auf die Aktionen hin, die an Pfingsten parallel am geplanten Endlager in Gorleben stattfinden. Wir rechnen damit, dass einige AktivistInnen nun an diesen Aktionen teilnehmen werden. Infos: 

Wir begrüßen die Ankündigung von x-tausendmal quer, die Blockaden der Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf nun ab dem 18. Juni durchzuführen. Ob und in welcher Form sich das Aktionsbündnis Block Brokdorf sich an diesem Termin an den Blockaden beteiligen wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Eine Mitteilung hierzu erfolgt noch.

Der angekündigte Pressetermin am Camp St. Margarethen am 11.6. um 13 Uhr entfällt. Wir sind jedoch für weitere Auskünfte unter den angegebenen Nummern für Sie zu erreichen.

Quelle: Pressemitteilung #10 der BlockBrokdorf Pressegruppe vom 9. Juni 2011...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/761.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Breites gesellschaftliches Bündnis wird AKW Brokdorf blockieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/648</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-648</guid><description><![CDATA[BUND, Attac, IPPNW, NaturFreunde und etliche weitere Gruppen unterstützen AKW-Blockaden von X-tausendmal quer.

Nach dem Atom-Beschluss der Bundesregierung hat ein breites gesellschaftliches Bündnis Massenaktionen Zivilen Ungehorsams gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken angekündigt. Zahlreiche Verbände, darunter der BUND, Attac, IPPNW, die NaturFreunde und der Bund Deutscher PfadfinderInnen werden die gewaltfreie Blockade von X-tausendmal quer unterstützen, die ab Pfingstsonntag, 12. Juni, am AKW Brokdorf stattfindet.

Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin von X-tausendmal quer, erklärt:
„Monatelang haben Hunderttausende Menschen bei zahlreichen Protesten immer wieder den sofortigen Atomausstieg gefordert. Mit ihrem Beschluss, neun Reaktoren für mindestens zehn Jahre weiter zu betreiben, tritt Merkel diese Bewegung mit Füßen und verhöhnt diejenigen, die sich nach Merkels Erklärungen unmittelbar nach Fukushima einen echten Atomausstieg erhofft hatten. Doch X-tausende werden die Entscheidung Merkels nicht akzeptieren und den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken mit gewaltfreien Mitteln blockieren.“

Jutta Sundermann, Pressesprecherin von X-tausendmal quer und Mitglied im Koordinierungskreis von Attac erklärt: „Es herrscht offene Empörung über den so genannten Atomausstieg von Schwarz-Gelb: Nicht genug, dass die Bevölkerung für weitere zehn Jahre dem Risiko eines Super-GAUs ausgesetzt wird. Zusätzlich behindern die Beschlüsse der Koalition auch noch massiv den Ausbau der Erneuerbaren Energien und garantieren mit zahlreichen Extrawürsten für die vier großen Energiekonzerne deren Marktmacht. Den gesamtgesellschaftlichen Atom-Konsens, von dem die Koalition träumt, wird es so nicht geben.“

Bereits im vergangenen Herbst hatten sich Organisationen und Verbände aus verschiedenen gesellschaftlichen Spektren an den Castor-Blockaden von X-tausendmal quer in Gorleben beteiligt. Damals hatten 5000 Menschen den Atommüll-Transport mit einer gewaltfreien Sitzblockade mehrere Tage lang aufgehalten und gegen die schwarz-gelbe Atompolitik protestiert.

Die gesamte Liste aller 40 Organisationen, die die Blockaden unterstützen, finden Sie unter: 


X-tausendmal quer
Gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft

Pressemitteilung vom 1. Juni 2011


X-tausendmal quer ist eine bundesweite Anti-Atom-Initiative, die gewaltfreie Blockaden gegen Atomkraft und Castor-Transporte organisiert. 


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Auch der DFG-VK-Bundesverband sowie einige Gliederungen und viele Mitglieder der DFG-VK unterstützen den Aufruf zur Blockade....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/761.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Homohochzeit in Kriegszeiten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/650</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-650</guid><description><![CDATA[Rezension von Eugen Januschke zum Buch 
"Queere Bündnisse und Antikriegspolitik" von Judith Butler

Noch haben wir einen öffentlich bekennenden Schwulen als Außenminister. Und der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages Reinhold Robbe heiratete am 16. April Freo Majer, der mit seinem Verein „Frontkultur“ Theater für deutsche Soldaten in Afghanistan macht.
Die Zeiten, da man annehmen konnte, dass Schwule der Bundeswehr zumindest mit Vorbehalten gegenüber stehen, scheint vorbei. Nicht nur viele Schwule sehen Staat und Bundeswehr als Verteidiger ihrer „Minderheitenrechte“. Judith Butler ordnet dies ein in „... Versuche, Schwule für den Aufbau nationalistischer und fremdenfeindlicher Kulturen zu rekrutieren ...“, so in ihrem nun publizierten Vortrag „Queere Bündnisse und Antikriegspolitik.“

Gehalten wurde dieser Vortrag in der Berliner Volksbühne am Vorabend des Christopher-Street-Day (CSD) letzten Jahres. Butler sollte auf der Abschlusskundgebung des CSD dessen Zivilcouragepreis verliehen werden. Dort verweigerte sie öffentlich die Entgegennahme und begründete dies mit rassistischen Tendenzen innerhalb einiger Organisationen, die den CSD in Berlin veranstalten. Da es personelle Überschneidungen zwischen dem Veranstalter des Abends mit den Organisatoren des CSD gibt, konnte offensichtlich nicht der Versuchung widerstanden werden, den Beitrag im Buch noch um „Annotationen“ zu ergänzen, die sich um diesen Rassismusvorwurf drehen. Dabei ist das Anliegen des Textes von Butler durchaus weitergehend, indem sie Grundlagen für eine queere Antikriegspolitik aufzuzeigen sucht.

Hierzu entwickelt Butler zunächst ihre Forderung nach „radikaler Demokratie“ aus dem sich im CSD artikulierenden Wunsch, öffentlichen Raum für sich zu beanspruchen. Dieses „Recht“ auf die Beanspruchung von öffentlichen Raum hilft Butler zu begreifen, warum der sich darin ausdrückende Kampf mit dem Kampf aller entrechteten Minderheiten verknüpft ist. War diese Bündnisforderung „früher“ in emanzipatorischen Bewegungen mal selbstverständlich (ob sie dann tatsächlich erfüllt wurde, ist eine andere Frage), so hat diese Selbstverständlichkeit heute verschiedene Risse: Viele Schwule sind nicht nur gut integriert, sondern fühlen sich Staat und Militär auch in deren rassistischem Handeln verpflichtet. Anderseits behindern rassistische Einstellungen bei schwulenpolitisch Aktiven Bündnisse mit anderen Minderheiten. 

Butler beklagt nicht lediglich diesen Rassismus, sondern sie sucht - indem sie quasi einen Schritt zurück tritt - nach einer Grundlage queerer Antikriegspolitik. Diese sieht sie in der Auseinandersetzung mit der „normativen Rahmung“ des menschlichen Körpers durch Staat und Gesellschaft: „Dieser normative Rahmen legt von vornherein fest, welches Leben lebenswert, schützenswert und betrauernswert ist. Diese Auffassungen vom Leben durchziehen und rechtfertigen die heutigen Kriege. Leben wird danach unterschieden, ob es einen bestimmten Staat repräsentiert oder ob es eine Bedrohung für die liberale staatliche Demokratie darstellt, so dass reinen Gewissens ein Krieg im Namen eines bestimmten Lebens geführt werden oder die Zerstörung eines anderen reinen Gewissens gerechtfertigt werden kann.“ 

Deshalb kann Butler ihre Vorstellung von radikaler Demokratie - sich dem Fremden, fremden Ansprüchen, mögen sie auch irritieren, zu stellen - als Antikriegspolitik verstehen. Ob sie damit die Gay Community in ihrer Breite erreicht, kann man in Anbetracht von Homohochzeiten in Kriegszeiten bezweifeln. Interessant ist allerdings Butlers Text durchaus für KriegsgegnerInnen, die vom Ringen queerer Zusammenhänge um Antikriegsbündnisse jenseits von kulturellen Relativismus und Universalismus inhaltlich profitieren möchten.

Eugen Januschke ist aktiv im DFG-VK-Landesverband Berlin-Brandenburg.


Judith Butler: Queere Bündnisse und Antikriegspolitik.
Männerschwarm Verlag, Hamburg 2011; 42 Seiten; 6 Euro
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/763.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Menschenrechte statt Grenzschutztechnologie]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/645</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-645</guid><description><![CDATA["Die Proteste gegen die EADS-Aktionärsversammlung in Amsterdam kommen zur rechten Zeit. Der Konzern ist ein industrieller Handlanger des EU-Grenzregimes", kommentiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko eine entsprechende Ankündigung der holländischen "Kampagne gegen Waffenhandel".

Mit der geplanten Kundgebung wird nicht nur die Rolle des Konzerns als einer der weltweit größten Waffenproduzenten thematisiert. Kritisiert wird auch dessen Rolle als Hersteller nuklearer Waffensysteme. 2009 hatte EADS noch an der Rüstungsmesse LAVEX im libyschen Tripolis teilgenommen.

Hunko weiter:

"Recherchen von JournalistInnen hatten kürzlich die enge Verzahnung deutscher und saudi-arabischer Innenbehörden aufgedeckt: Über den Umweg der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden BeamtInnen der Bundespolizei finanziert, um saudische Grenzschützer am EADS-System zu schulen.

Details zu dem Deal zwischen EADS, Bundespolizei und dem saudi-arabischen Innenministerium bleiben weiterhin im Dunkeln. In den jahrelangen Verhandlungen dürfte der frühere Vorstandsvorsitzende Markus Hellenthal eine wichtige Rolle gespielt haben, der zuvor im Innenministerium Referatsleiter für den Bundesgrenzschutz gewesen war. Auch Udo Hansen, der frühere Präsident des Bundesgrenzschutzes Ost, verfügt über beste Beziehungen nach Saudi-Arabien, wo er zeitweise als privater Sicherheitsberater arbeitete.

Zur Maxime von EADS gehört die stetige Verzahnung ziviler und militärischer Sektoren. Hierzu kauft sich der Konzern regelmäßig Redezeiten bei großen &#39;Sicherheitsmessen&#39;, die vor allem Märkte in afrikanischen und arabischen Ländern adressieren.

EADS brüstet sich mit der Belieferung zahlreicher Länder mit Grenzsicherungssystemen, in die sowohl polizeiliche als auch militärische Infrastruktur integriert sind. Menschenrechte geraten gegenüber der hochgerüsteten Flüchtlingsabwehr ins Abseits".

Download der Studie "European Aeronautic Defense and Space Company EADS - European technology arming the world" von der "Kampagne gegen Waffenhandel" vom Mai 2011: 

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 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/760.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Offener Brief der GEW M-V: Keine Uniform an Schulen – Kooperationsvereinbarung kündigen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/637</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-637</guid><description><![CDATA[Anlässlich des 8. Mai fordern wir den Bildungsminister des Landes, Henry Tesch, auf, mit sofortiger Wirkung die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Wehrbereichskommando 1 Küste der Bundeswehr zu kündigen.

Wir rufen darüber hinaus alle Lehrkräfte im Land dazu auf, auf eine Einbeziehung der Bundeswehr im Unterricht, ganz gleich in welchem Zusammenhang, zu verzichten! Wir unterstützen die Kolleginnen und Kollegen mit Informations- und Aktionsmaterial, um auch den verstärkten Werbeversuchen der Bundeswehr entgegenzutreten, die wegen der Aussetzung der Wehrpflicht und der sich abzeichnenden Rekrutierungsprobleme zu erwarten sind.

Wir fordern die Parteien auf, im Parlament aktiv auf eine Kündigung der Kooperationsvereinbarung hinzuarbeiten!

Begründung:
Nicht erst der Zweite Weltkrieg hat gezeigt, welchen Schaden und wie viel Leid Krieg über die Menschen bringen kann. Auch die aktuellen Konflikte in der Gegenwart zeugen davon. Mit dem Einsatz der Bundeswehr in Krisen- und Kriegsgebieten im Ausland beteiligen sich auch deutsche Soldaten wieder an Kampfeinsätzen. Durch die Reform der Bundeswehr von einer Wehrpflicht hin zur Freiwilligenarmee steht nicht mehr der „Staatsbürger in Uniform“ bei Schulbesuchen den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. In der Vergangenheit hat sich außerdem gezeigt, dass die Bundeswehr vom Leitsatz der „Inneren Führung“ und damit der Gewissensentscheidung ihrer Soldatinnen und Soldaten über die Teilnahme an Kampfeinsätzen, immer häufiger abrückt.
Entgegen der mit dem Bildungsministerium vereinbarten Kooperation werben die Jugendoffiziere sehr wohl mit Berichten und Filmen für Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr. Eine unabhängige politische Bildung ist nicht mit dem Auftreten in Uniform zu vereinbaren, da das Tragen selbst bereits eine meinungsbildende Aussage trifft. Es steht zu befürchten, dass im Zusammenhang mit der geringen Meldung von Freiwilligen die Bundeswehr ihre Anstrengung zur Werbung nun auch an den Schulen intensivieren wird.
Die Bundeswehr ist kein „ganz normaler Arbeitgeber wie jeder andere auch“ (vgl. Zitat eines Wehrdienstberaters an einer Schule in Prerow/ Panorama 3. März 2011). Die Entscheidung für einen Dienst an der Waffe darf nicht vor dem Hintergrund der Angst vor einem fehlenden Ausbildungsplatz oder fehlende finanzielle Mittel für ein Studium getroffen werden. 

Uniformen gehören nicht an Schulen!



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weitere Materialien dazu:


 (Sicher nur deshalb, weil die Junge Union in M-V irrtümlich annimmt, dass die Bundeswehr ein Verfassungsorgan sei.) 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/517.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Jubelstürme bei der Friedensbewegung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/640</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-640</guid><description><![CDATA[Zum Tod des angeblichen Al-Kaida-Führers Osama bin Laden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Wir können in den Triumphgesängen von US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und NATO-Generalsekretär Rasmussen nicht einstimmen. Alle drei feiern heute den Tod Osama bin Ladens als "Erfolg für alle Menschen" (US-Botschafter Murphy), als "Erfolg für die Sicherheit der NATO-Alliierten" in Afghanistan (Rasmussen) und als "Erfolg für die Kräfte des Friedens" (Angela Merkel). Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit "Erleichterung" aufgenommen und gefeiert wird, begeben sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.

Aus vier Gründen wollen wir dem Jubel ausdrücklich widersprechen:

1) Wegen des Attentats vom 11. September 2001, dessen Urheberschaft Osama bin Laden zugeschrieben wird, wurde ein nun schon fast zehn Jahre dauernder Krieg in Afghanistan angezettelt. Diesem Krieg ist eine Vielfaches von Menschen zum Opfer gefallen, als damals beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben kamen. Der von US-Präsident Bush angeordnete Rachefeldzug ist in seiner Wirkung monströser ausgefallen als das Terrorattentat.

2) Von mehr "Sicherheit", wie Merkel fabuliert, kann doch keine Rede sein - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Und auch in anderen Ländern haben sich Terrororganisationen während des 10-jährigen "Krieges gegen den Terror" weiter verbreitet und zahlreiche Regionen destabilisiert. Ein Ende dieser Entwicklung ist mit der Ausschaltung einer terroristischen Führungsperson nicht zu erwarten.

3) Der Tod eines Top-Terroristen ist nie eine gute Lösung. Gerade wenn man an Aufklärung über terroristische Netzwerke und Aktivitäten interessiert ist, wäre ein lebender bin Laden wertvoller als ein toter.

4) 2001 bestand das wesentliche Ziel des Afghanistan-Krieges die Gefangennahme bin Ladens (siehe dazu auch die UN-Resolution 1273 vom 28. September 2001). Nun, nach seinem Tod, ist ein Hauptgrund für den Krieg entfallen. Zeit also, ihn sofort zu beenden! Leider ist davon in keiner Regierungs-Stellungnahme die Rede.

Der "Friedensratschlag" betont zum wiederholten Mal: Terrorismus ist mit Krieg nicht zu bekämpfen. Terrorismus ist eine besondere Form von Schwerkriminalität, die mit rechtsstaatlichen Mitteln zu beantworten ist.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Wir haben sie gründlich satt, die Kriegsmacher]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/634</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-634</guid><description><![CDATA[Eine Erklärung der War Resisters’ International (Internationale der KriegsdienstgegnerInnen) zur Intervention in Libyen.


War Resisters’ International – ein internationales Netzwerk von über 80 antimilitaristischen Gruppen in mehr als 40 Ländern – erklärt:

Wir haben sie gründlich satt die Militärinterventionen, die sich hinter dem Schutzschirm von falschen „humanitären Motiven“ verstecken, sei es in Libyen oder anderswo.
Wir haben die Logik der Gewalt als einer Form, soziale und politische Konflikte zu lösen, gründlich satt. Und doch müssen wir uns schon wieder diesen Themen zuwenden, als wäre in den letzten hundert Jahren nichts gelernt worden.
Wir lehnen die militärische Intervention von außen in Libyen, unter welchem Vorwand auch immer, absolut ab.

Wir lehnen auch den Gebrauch von Gewalt als Reaktion auf die vielfältigen Konflikte in Libyen ab.

Vor allem lehnen wir die ethischen und politischen Lektionen ab, die uns die intervenierenden Regierungen als Rechtfertigung für Bombardierung und Tod in dem Krieg gegen ihren ehemaligen Verbündeten Gaddafi offerieren. Die gelieferten Waffen der überwiegend europäischen Länder sind nun Objekt der Zerstörung durch einige dieser Mächte. Jetzt liefern sie noch mehr Waffen – oder erlauben deren Lieferung – diesmal an Gruppen in Opposition zu Gaddafi.

Die Tatsache, dass diese Heuchelei nicht neu ist, verringert nicht unsere Empörung, wann immer sie geschieht. Sie unterstützten Mubarak und seine Truppen in Ägypten und Ben Ali in Tunesien so lange wie möglich – und wechselten die Seite, als es für sie nicht länger nützlich war.

Wir lehnen auch militärische Interventionen von außen bei den Prozessen der Veränderungen, die in Nordafrika begonnen haben, ab. Diese unvollendeten Prozesse benötigen auf jeden Fall mehr Zeit, damit die Menschen Freiheit und soziale Gerechtigkeit erringen können. Wir hoffen, dass der Untergang der Diktaturen die Verletzungen der ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechte und Menschenrechte von Personen und Völkern beendet. Insbesondere sollte die hasserfüllte Gender-Gewalt und Diskriminierung, zu der die gestürzten Regime ermutigt hatten, ein Ende haben. Die internationale Rolle sollte nicht darin bestehen, die Zukunft dieser Länder zu formen, sondern eher darin, Unterstützung anzubieten für den Aufbau einer Gesellschaft, die die Wünsche und Rechte der Menschen respektiert. In Libyen sehen wir jedoch, dass die militärische Intervention von außen den Boden für langfristige bewaffnete Konflikte schafft, Trennungslinien verschärft, die Militarisierung der sozialen Bereiche und den Gebrauch von Gewalt verstärkt.

Was in Libyen als ein unbewaffneter Volksaufstand gegen die Diktatur begann, ist nun zu einem Bürgerkrieg geworden, der darin gipfeln wird, mit internationaler militärischer Intervention eine militärische Splittergruppe an die Macht zu bringen – wie bei den verlogenen „Friedensprozessen“ in Irak und Afghanistan.

Die WRI setzt sich heute wie gestern aktiv dafür ein, Militarismus zu verhindern und Krieg und seine Ursachen zu beseitigen. Die gewaltlosen Aktionen, die zu den Veränderungen in Tunesien und Ägypten geführt haben, zeigen den Weg, zwar noch unvollendet, aber Respekt für das Leben von Menschen und Völkern bejahend. 

Die WRI wird diesen Weg weiterhin unterstützen – ganz konkret
durch , inhaftiert wegen „Beleidigung der Armee und Störung der öffentlichen Sicherheit“ (wegen seiner im Blog veröffentlichten Meinung), indem ein internationaler Beobachter zum Prozess in Kairo entsandt wird; 
und durch Veröffentlichung des WRI-Handbook for Nonviolent Campaigns (Handbuch für gewaltlose Kampagnen) auf Arabisch. 

WRI Vorstand, April 2011

Quelle: 

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/629</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-629</guid><description><![CDATA[JETZT BESTELLEN! - Neue &#39;Zeitung gegen den Krieg&#39; zu den Ostermärschen 2011 ab 14.03.2010 im Vertrieb

Auch zu Ostern 2011 wird es wieder eine neue Zeitung gegen den Krieg geben. 

Die Zeitung gegen den Krieg Nr. 31 wird ab dem 14. April 2011 ausgeliefert. Rechtzeitiges bestellen sichert, dass die Zeitungen noch überall vor dem Beginn der Ostermärsche ankommen.

Bestellungen der Zeitungen  unter  oder Fax 030-227 76 179

 

Schwerpunkte der ZgK 31 werden natürlich die aktuellen Kriegsereignisse in Libyen und die Proteste gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan sein. Wir werden darüber berichten, wie die Bundeswehr mit ihrer Umstrukturierung zur Armee im Kriegseinsatz jetzt auch unter Kindern in Schulen Nachwuchs gewinnen will, während andererseits deutsche Firmen überall in die Welt Waffen liefern. Darüber hinaus wird deutlich gemacht werden, dass es zwischen dem Betreiben von Atomkraftwerken und der Entwicklung von Atomwaffen Zusammenhänge gibt.

Das atomare Desaster von Fukushima - Oder: Atomenergie und Atom-Waffen sind nicht zu trennen

Libyen - Stoppt den Nato-Krieg um Öl und Gas in Libyen

Bundeswehr (1) - Werbekampagne für den Job Soldaten als Mörder an Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen – und Aktivitäten dagegen

Bundeswehr (2) - Mit der Umwandlung in eine Berufsarmee wird verstärkt der Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorbereitet

Afghanistan - Die Entwicklung einer afghanischen Zivilgesellschaft / Vorbereitungen auf die Proteste anlässlich des 2. Jahrestag des Kundus-Massakers und des 10. Jahrestag der Petersberger Konferenz

Arabische Revolte / Aufrüstung - Der Westen rüstet Nordafrika und den Nahen Osten zum Pulverfass auf


Autoren u.a.:
Frank Brendle / Jürgen Grässlin / Joachim Guillard / Xanthe Hall / Heike Hänsel / Ulli Sander / Monty Schädel / Michael Schulze von Glaßer / Christian Stache / Jens-Peter Steffen / Laura von Wimmersperg / Winfried Wolf / ...


{Umfang wie immer seit zehn Jahren: 12 Seiten Zeitungsformat // Bezugspreise zum ersten
-	 Bestellungen von 1 bis 50 Ex.: 30 Cent je Ex. 
-	 Bestellungen von 51 - 499 Ex.: 25 Cent je Ex.
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Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.
Bestellungen ab sofort bitte an  oder per Fax 030-227 76 179 oder per Telefon 030-22773179 (MdB-Büro Heike Hänsel)

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/736.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libyen-Krieg: Die Machtfrage ins Ausland verlagern]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/627</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-627</guid><description><![CDATA[IMI-Studie 2011/4 - in: AUSDRUCK (April 2011)
von Andreas Wagner



Die schweren Auseinandersetzungen in Libyen und das überaus harte Vorgehen der Truppen des Diktators Muammar al Gaddafi haben viele Menschen schockiert. Auch wenn der Ausgang des Konfliktes zum gegenwärtigen Zeitpunkt (31. März 2011) ungewiss ist, eines lässt sich jetzt schon mit Sicherheit sagen: Diejenigen, die im Namen von „Demokratie“ und „Menschenrechten“ die westliche Militärintervention begrüßen, machen sich – ob bewusst oder unbewusst – zu Handlangern des Versuchs der interessierten Staaten, mit Gewalt die Geschicke des Landes in „geordnete“ - sprich: pro-westliche – Bahnen zu lenken.

Für die USA und große Teile der Europäischen Union ist Gaddafi, mit dem man in jüngsten Jahren zwar recht profitabel kooperiert und dabei mehrere Augen bei dessen Menschenrechtsverletzungen zugedrückt hat (bzw. etwa die Misshandlung von Migranten regelrecht ermutigte), ein zu unsicherer Kantonist geworden. Die massiven westlichen Interessen im Land erfordern einen zuverlässigeren Sachwalter und der Aufstand im Land eröffnet die Chance, einen solchen zu installieren. Hierfür verabschiedete der UN-Sicherheitsrat am 17. März die Resolution 1973, mit der ein umfassender Kriegseinsatz gegen Libyen autorisiert und zwei Tage später begonnen wurde. Das Ziel der Intervention ist jedoch nicht der Schutz von Menschenrechten, sondern der Sturz Gaddafis und damit die einseitige Unterstützung einer Bürgerkriegspartei, wofür keinerlei völkerrechtliche Grundlage existiert.

Da es zudem keineswegs als ausgemacht gilt, dass sich innerhalb der Aufstandsbewegung pro-westliche Kräfte durchsetzen, will man über die militärische Involvierung einen Fuß in die Tür bekommen, um die weiteren Ereignisse maßgeblich mitbestimmen zu können. Eine westliche Militärintervention ist somit nicht nur mit massiven Risiken behaftet, sondern sie erschwert auch jegliche emanzipatorische und progressive Lösung des Konfliktes in Libyen. Denn der Westen hat ausschließlich seine eigenen Interessen im Blick, nicht die der unterdrückten libyschen Bevölkerung.


Vom westlichen Saulus zum Paulus?

Muammar Gaddafi hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich - innerhalb seiner mittlerweile 42jährigen Diktatur wandelte er sich von einem westlichen Hassobjekt allerersten Ranges zu einem wichtigen Kooperationspartner. Einstmals war Gaddafi sogar ein Hoffnungsträger für viele Linke in und außerhalb des Landes, als dieser 1969 gegen den damaligen libyschen König Idris putschte: „Der Umsturz wurde im Land als ein Akt der Entkolonialisierung verstanden. Gaddafi ließ alle ausländischen Militärstützpunkte schließen, darunter die riesige US-Air Base Wheelus, die Ölindustrie wurde verstaatlicht und sämtliche Italiener wurden zur Ausreise gezwungen. […] Muammar al-Gaddafi wurde in jenen Schichten des Landes, die politische Veränderungen überhaupt wahrnahmen, zunächst als Revolutionär und Befreier akzeptiert.“[1] Soweit ersichtlich, setzte Gaddafi zumindest anfangs sozialpolitisch auf eine progressive Politik: „[So] verdoppelte der Revolutionsrat als eine der ersten Maßnahmen den Mindestlohn, senkte die Mieten um 30-40% und verhängte ein Preiserhöhungsverbot - bereits von Beginn an sollte dem verarmten Land ein künftiges Teilhaben am Wohlstand signalisiert werden.“[2]

Kaum verwunderlich also, dass sich im Laufe der 1970er Jahre die Konfrontation mit den USA sukzessive zuspitzte. 1978 erließen die Vereinigten Staaten erstmals ein Embargo auf militärische Güter (sowie teils auf Landwirtschaftsausrüstungen und Elektronikteile). Vor allem aufgrund der libyschen Verwicklung in Terroranschläge verschärften sich die Konflikte seit dem Amtsantritt Ronald Reagans, der Gaddafi mit dem „personifizierten Bösen auf Erden“ gleichzusetzen schien, nochmals erheblich.[3] Bereits 1981 erließ Washington ein Handelsembargo und es kam zu ersten militärischen Scharmützeln. Den Höhepunkt erreichten die Konflikte mit den Luftangriffen vom 15. April 1986, die offiziell als Vergeltung für den Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" stattfanden, für den die libysche Führung mit verantwortlich gemacht wurde. Ziel der Operation war es, Gaddafi zu liquidieren, was allerdings nicht gelang.[4] Im Jahr 1992 verhängten die Vereinten Nationen darüber hinaus auch multilaterale Sanktionen, sodass es westlichen Firmen nahezu unmöglich war, im Land zu operieren.[5]

So fand sich Gaddafi für viele Jahre weit oben auf der Liste westlicher Staatsfeinde, was sich ab 1999 ändern sollte. Was den Gesinnungswandel Gaddafis verursachte, ob es das Interesse war, westliche Bündnispartner gegen die wachsende innenpolitische Opposition zu gewinnen oder ob andere Ursachen ausschlaggebend waren, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden.[6] Jedenfalls hatten scheinbar bereits in den 90er Jahren Verhandlungen über eine Neujustierung des konfrontativen Verhältnisses begonnen, die am Ende des Jahrzehnts Früchte abwerfen sollten.[7] So überstellte Gaddafi 1999 zwei libysche Staatsangestellte, die der Verwicklung in das Lockerbie-Attentat bezichtigt wurden, woraufhin die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen Libyen im Gegenzug suspendierten. Der Wegfall der UN-Sanktionen ermöglichte europäischen Konzernen den Einstieg ins dortige Geschäft, weshalb sich in der Folge zahlreiche EU-Staatschefs regelrecht die Klinke in die Hand drückten. Im März 2004 besuchte Englands damaliger Premierminister Tony Blair Libyen, dem im Oktober desselben Jahres Gerhard Schröder auf dem Fuße folgte. Gaddafi wurde von Präsident Nicolas Sarkozy 2007 mit allen Ehren in Frankreich empfangen und 2009 änderte Silvio Berlusconi beim G8-Gipfel in Italien extra die Sitzordnung, damit der libysche Diktator den Ehrenplatz zu seiner Linken bekommen konnte (rechts saß Barack Obama).[8] Neben der wirtschaftlichen „Öffnung“ erwies sich Gaddafi vor allem auch bei der brutalen Migrationsabwehrpolitik der Europäischen Union als überaus williger und nützlicher Komplize. Mit voller Unterstützung der Europäischen Union wurden dabei schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen, woran sich lange aber niemand störte.[9]

Während EU-Konzerne also begannen, in Libyen „gute“ Geschäfte zu machen, lockerten auch die USA schrittweise ihre Sanktionen und strichen Libyen 2006 endgültig von der Liste der den Terror unterstützenden Staaten. Nun konnten also die Geschäfte richtig losgehen, insbesondere auch, weil Gaddafi im Laufe der Jahre auf einen neoliberaleren Kurs umschwenkte und alles tat, um ausländische Investoren anzulocken. Insbesondere wurde der vormals strikt nationalisierte Energiesektor für ausländische Firmen geöffnet. Von 2000 bis 2010 wurde zudem ein Drittel der Staatsbetriebe privatisiert und laut Regierungsangaben vom April 2010 sollte in den Folgejahren „100 Prozent der Wirtschaft der Kontrolle privater Investoren übergeben werden.“[10] Kein Wunder also, dass der Internationale Währungsfonds Gaddafi noch Ende 2010 hervorragende Noten für seine Wirtschaftspolitik ausstellte. In einem Bericht hieß es: „Der Ölsektor profitiert weiter vom Bekenntnis zu ausländischen Direktinvestitionen.“ Weiter lobte der Bericht die „zahlreichen wichtigen Gesetze […] zur Modernisierung der Wirtschaft“ sowie die „Bemühungen, die Rolle des Privatsektors in der Wirtschaft zu vergrößern.“[11]

Ob gewollt oder ungewollt, diese „Wirtschaftsreformen“ trugen sicherlich nicht zur Verbesserung der sozialen Situation im Land bei. Generell ist von der Sozialpolitik, die zumindest am Anfang der Gaddafi-Ära eine wichtige Rolle spielte, wenig übrig geblieben: „Libyen ist das reichste nordafrikanische Land. […] Aber dies spiegelt sich nicht in der wirtschaftlichen Situation des durchschnittlichen Libyers wider […] Die Arbeitslosenquote beträgt überraschende 30% und die Jugendarbeitslosigkeit 40-50%. Das ist die höchste in Nordafrika. […] Auch andere Entwicklungsindikatoren zeigen, dass wenige der Petrodollars zum Wohlbefinden der 6,5 Millionen Libyer ausgegeben wurden. Das Bildungsniveau ist geringer als im benachbarten Tunesien, das über wenig Öl verfügt, und die Analphabetenrate ist mit 20% überraschend hoch. […] Vernünftige Wohnungen sind nicht zu bekommen und ein generell hohes Preisniveau belastet die Haushalte noch zusätzlich.“[12]

Gleichzeitig ging Gaddafi innenpolitisch brutal gegen Kritiker vor, wie ein Blick in den Jahresbericht von „Amnesty International“ zeigt: „Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit blieben stark eingeschränkt. Die Behörden zeigten wenig Toleranz gegenüber abweichenden politischen Meinungen. Personen, die Kritik an der Menschenrechtspolitik der Regierung übten, wurden bestraft.“[13] Nun sind schwere Menschenrechtsverletzungen für die USA oder die Europäische Union selten ein Grund, mit einem Regime nicht zu kooperieren, solange die Kasse stimmt. Auch Gaddafi, den der Westen zwischen 2004 und 2010 bereitwillig mit Waffen im Wert von 1,56 Mrd. Dollar aufrüstete[14], machte hier keine Ausnahme, wie vor allem die schamlose Zusammenarbeit bei der Migrationsabwehr zeigt. Noch im Oktober 2010 unterzeichnete die Europäische Union mit Libyen ein Kooperationsabkommen, das Gaddafi umfassende Unterstützung zur Migrationsbekämpfung in Aussicht stellte.[15]

Angesichts der anderen Bereiche, in denen der libysche Diktator innerhalb der letzten zehn Jahre westlichen Interessen ebenfalls weit entgegengekommen ist, drängt sich die Frage auf, weshalb er gleich zu Beginn des Aufstands – ganz im Gegensatz zu den Diktatoren Ägyptens und Tunesiens – vom Westen fallengelassen wurde wie eine heiße Kartoffel, ja mehr noch, weshalb aktiv versucht wird, militärisch beim Sturz des Diktators nachzuhelfen.


Westliche Interessen und Gaddafi als unsicherer Kantonist

Zunächst gilt es festzuhalten, dass sich Gaddafi deutlich von seinen kürzlich abgesetzten Spießgesellen in Ägypten und Tunesien unterscheidet. Während Hosni Mubarak und Zine el-Abidine Ben Ali eindeutig westliche Marionettenfiguren waren, trifft dies für Gaddafi nicht zu. Für ihn stand und steht stets die eigene Agenda im Vordergrund, für die er auch immer wieder bereit war, sich mit dem Westen anzulegen.[16] Kurz, Gaddafi war und ist ein (zu) unsicherer Kantonist, insbesondere, nachdem die jüngsten Ereignisse ihn zu einer zu großen Bedrohung der westlichen Interessen gemacht haben – insbesondere im wichtigsten Bereich, dem Ölsektor.

Die Relevanz der libyschen Ölvorkommen steht außer Frage, sie sind mit 44,3 Mrd. Barrel die größten Afrikas. Besonders für die Europäische Union, die 10% ihrer Ölversorgung aus Libyen deckt, ist das Land von enormer Bedeutung. Im Falle Italiens machen die Libyen-Importe sogar 24% des Gesamtbedarfs aus, bei Frankreich sind es 10% und Deutschland importiert 6% aus dem nordafrikanischen Land.[17] Allein deshalb besteht ein großes Interesse an Stabilität und die ist mittlerweile mit Gaddafi angesichts der Breite der Aufstandsbewegung auf absehbare Zeit nicht mehr zu bekommen. Zudem fiel infolge der Konflikte zwischenzeitlich etwa die Hälfte der libyschen Ölproduktion weg, was zu einem sprunghaften Anstieg des Weltölpreises führte, der vorübergehend auf 120 Dollar pro Barrel kletterte. Anhaltende Konflikte würden den Ölpreis weiter unter Druck setzen und damit eine erhebliche Belastung für die Ökonomien der Industrieländer darstellen. Zwar sank der Preis mittlerweile wieder etwas, dennoch warnte der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner davor, im Zuge der Auseinandersetzungen in Libyen bestünde die Gefahr, dass der Ölpreis auf 130-150 Dollar steigen könnte: „Das würde zweifellos Ängste vor einer neuerlichen Rezession schüren. Deshalb brauchen wir baldmöglichst Klarheit über die politische Situation in den Maghreb-Staaten.“[18]

Zwischenzeitlich war es vor allem die Ölindustrie, die sich erhoffte, mit Gaddafi profitable Geschäfte machen zu können. Noch im Jahr 2008 titelte „Die Zeit“: „Alle wollen Libyens Öl. Unter Libyens Wüste lagern fossile Brennstoffe in riesigen Mengen. Ausländische Konzerne balgen sich um den Reichtum.“[19] In der Tat haben westliche Firmen erhebliche Summen in den libyschen Ölsektor investiert bzw. Verträge mit astronomischen Summen abgeschlossen – insgesamt ist von einem Gesamtvolumen in Höhe von über 50 Mrd. Dollar die Rede. So unterschrieb etwa die italienische ENI 2007 einen Vertrag, der ihr bei einer Investitionssumme von 28 Mrd. Dollar Öl- und Gasversorgungsrechte bis ins Jahr 2047 garantiert; die britische BP bezahlte im selben Jahr allein für das Explorationsrecht auf einer Fläche von 55.000 Quadratkilometern über 900 Mio. Dollar und plant in den kommenden Jahren bis zu 20 Mrd. Dollar zu investieren; und die amerikanische Exxon zahlte 2008 für Explorationsrechte 97 Mio. Dollar.[20] Auch die deutsche RWE sicherte sich Öl- und Gaskonzessionen im Sirte-Becken und hat vor, etwa 700 Mio. Dollar zu investieren, während die BASF-Tochter Wintershall mit einem Investitionsvolumen von 2 Mrd. Dollar in Libyen engagiert ist.[21]

Doch der Euphorie folgte schnell eine große Ernüchterung, denn so ganz war auf Gaddafi dann doch kein Verlass, wie Meldungen aus dem Jahr 2009 zeigen: „Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi erwägt angesichts sinkender Mineralölpreise einen außergewöhnlichen Schritt. Laut der spanischen Zeitung ‚El Pais‘ sagte er bei einem Treffen mit dem spanischen König Juan Carlos in Tripolis, er schließe nicht aus, Einrichtungen internationaler Ölkonzerne in seinem Land zu verstaatlichen. Zwar hoffe er nicht, das tun zu müssen, möglicherweise würden ihm die sinkenden Preise aber keine andere Wahl lassen.“[22] Als Gaddafi 2009 dann tatsächlich „Eigentum“ der in Libyen operierenden kanadischen Ölfirma Verenex verstaatlichte[23], war der Unmut groß, wie ein Branchenreport aus demselben Jahr zeigt: „Wenn Libyen die Nationalisierung von Privatbesitz androhen kann; wenn es bereits verhandelte Verträge neu aufmacht, um sein Einkommen zu vergrößern oder ‚Tribut‘ von Firmen zu extrahieren, die hier arbeiten und investieren wollen; […] dann wird den Unternehmen die Sicherheit verweigert, die sie für langfristige Investitionen benötigen. […] Libyen hat es versäumt, eine stabile Plattform bereitzustellen.“[24]

Aus Sicht der Ölindustrie bietet sich also mit dem Aufstand die Möglichkeit, sich des Diktators zu entledigen. Andererseits bestehen in den Reihen der Ölmultis auch große Sorgen, dass aus den Auseinandersetzungen eine Regierung hervorgehen könnte, die sich womöglich sogar noch unaufgeschlossener gegenüber ihren Profitinteressen erweisen könnte, als es das Gaddafi-Regime war. So schreibt das Magazin Fortune: „Unglücklicherweise könnten diese großen Deals mit hoher Wahrscheinlichkeit wertlose Papierfetzen werden, sollte Gaddafi das Land verlassen müssen. Jede Regierung, die an die Macht gelangen wird, wird zweifellos eine Neuverhandlung der Verträge wollen, was zu weniger Profiten aufseiten der Ölfirmen führen könnte. Eine neue Regierung könnte sogar die Industrie vollständig nationalisieren und alle Ausländer aus dem Land werfen.“[25]

Wie man es also dreht und wendet, für die Ölindustrie und die westlichen Regierungen besteht Handlungsbedarf. Ohne den Aufstand hätte man wohl mit Gaddafi leben und sich irgendwie arrangieren können: mit einem Bürgerkrieg und fortgesetzten Unruhen, die nicht nur die Ölversorgung gefährden, sondern auch die „Flüchtlingsgefahr“ erhöht, jedoch nicht. Und schon gar nicht will man zulassen, dass sich in Libyen eine Regierung etabliert, der womöglich das Wohlergehen der Bevölkerung mehr am Herzen liegt als das ihrer Führungseliten und westlichen Komplizen. Auch wenn die Aufstandsbewegung sicher keineswegs nur aus progressiven Gruppen besteht, allein die Möglichkeit, dass sich diese durchsetzen, käme aus westlicher Sicht einem Horrorszenario gleich, das unbedingt verhindert werden muss.


Frühzeitiges Interventionsgeschrei

In den USA erschienen bereits unmittelbar nach Ausbruch des Aufstandes zahlreiche Artikel, die für ein bewaffnetes Eingreifen in der ein oder anderen Form plädierten.[26] Prominent wahrgenommen wurde vor allem ein gemeinsamer Brief vom 25. Februar 2011, der von 40 US-Außenpolitikern unterzeichnet wurde, darunter zwölf, die in der Bush-Regierung teils hohe Posten innehatten. Er forderte Präsident Barack Obama auf, „sofort“ militärische Maßnahmen zum Sturz des Gaddafi-Regimes vorzubereiten.[27] Auch in linksliberalen Medien wie der „New York Times“ wurde für einen Krieg getrommelt. Dort erschien am 27. Februar ein Artikel, in dem davor gewarnt wurde, dass infolge der Auseinandersetzungen Chaos ausbrechen und sich im Zuge dessen Al-Kaida im Land festsetzen könne. Um dies zu verhindern sei es erforderlich, „eine fremde Schutztruppe“ für eine Zeit lang im Land zu stationieren – sprich: es zu besetzen.[28] Die US-Regierung selbst schlug bereits am 22. Februar harte Töne an, indem Präsident Barack Obama das berühmte „all options are on the table“ betonte, mit dem stets signalisiert wird, dass eine Militärintervention ernsthaft in Betracht gezogen wird.[29]

Auf der anderen Seite des Atlantiks bot u.a. der linksliberale Guardian dem ehemaligen Redenschreiber David Camerons, Ian Birrel, eine Plattform für seine Kriegspropaganda: „Die einzige Lösung ist eine rasche Intervention, angeführt vielleicht von Ägypten oder Tunesien, deren Armeen sich in den letzten Wochen Respekt erworben haben, um Gaddafi aus seiner Basis zu jagen und seinem entsetzlichen Regime ein Ende zu setzen.“[30] Bereits früh wurde denn auch gemeldet, dass die EU ernsthaft an Angriffsoptionen arbeite: „Die EU-Staaten ziehen Diplomaten zufolge für den Fall einer Katastrophe für die Menschen in Libyen Militäraktionen in Betracht. ‚Wir machen Notfallpläne mit verschiedenen Szenarien, das ist eine Möglichkeit, an der wir arbeiten‘, sagte ein EU-Diplomat am Donnertag [24.02] in Brüssel.“[31]

Schnell nach Ausbruch der Konflikte verabschiedeten sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union Sanktionen. Frankreich und Großbritannien äußerten die Absicht, die Aufständischen unterstützen zu wollen und Italien kündigte seinen Nicht-Aggressionspakt mit Libyen auf. Deutschland setzte als allererstes militärische Mittel ein, wenn auch „nur“, um 144 Personen aus dem Land zu evakuieren. Schnell verlegten die USA Kriegsschiffe in die Region, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.[32] Die Zeichen standen also frühzeitig auf Krieg, weshalb einige Militärexperten wie etwa Andrew Exum sich veranlasst sahen, auf die Risiken eines militärischen Eingreifens zu verweisen: „Ich bin entsetzt darüber, dass liberale Interventionisten weiter vorgaukeln, es sei einfach, humanitäre Krisen und regionale Konflikte durch die Anwendung militärischer Gewalt zu lösen. So leichtfertig über diese Dinge zu sprechen, spiegelt ein sehr unreifes Verständnis der Grenzen von Gewalt und der Schwierigkeiten und Komplexitäten heutiger Militäroperationen wider.“[33]


Resolution 1973: Persilschein für den Krieg

Zunächst drehte sich die gesamte Debatte „nur“ um die Einrichtung einer Flugverbotszone, was jedoch an sich schon problematisch genug gewesen wäre. Denn wer eine Flugverbotszone einrichtet, der muss diese gegebenenfalls auch militärisch durchsetzen – und das bedeutet einen Krieg zu führen: „Zunächst einmal bedeutet dies einen direkten militärischen Eingriff in die Souveränität eines Landes und kommt in diesem Sinne faktisch einer Kriegshandlung gleich. […] Oder wie es der amerikanische Verteidigungsminister Gates am Mittwoch [2. März] vor einem Kongressausschuss sagte: ‚Lasst uns die Dinge beim Namen nennen. Die Einrichtung einer Flugverbotszone beginnt zunächst mit einem Angriff, bei dem die Luftabwehr zerstört wird.‘“[34] Auch der Chef des amerikanischen Zentralkommandos, James Mattis, betonte, man müsse "die Luftabwehr außer Kraft setzen, um eine Flugverbotszone einzurichten." Man dürfe sich keinen Illusionen hingeben: "Dies wäre ein Militäreinsatz und nicht etwa die einfache Ansage, dass niemand mehr Flugzeuge einsetzen dürfe."[35]

Dennoch wurde die Flugverbotszone schlussendlich mit Artikel 6 der UNO-Resolution 1973 eingerichtet, die am 17. März ohne Gegenstimmen angenommen wurde; allerdings enthielten sich fünf Länder (neben Deutschland auch Brasilien, China, Indien und Russland). Artikel 7 autorisiert alle Staaten, die eine diesbezügliche Bereitschaft beim UN-Generalsekretär anzeigen, zu deren Durchsetzung „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen zu können. Noch viel weiter gehen aber die Passagen in Artikel 4. Die Resolution "autorisiert die Mitgliedsstaaten, national oder in regionalen Organisationen zu handeln [...] und alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten und zivil bewohnte Gebiete in der Republik Libyen, einschließlich der Stadt Bengasi, die angegriffen werden, zu schützen. Das schließt eine Besatzungstruppe in jeder Form und auf jedem Teil der Republik Libyen aus".

Trotz des letzten einschränkenden Satzes handelt es sich hierbei um einen Persilschein, nahezu jede Maßnahme zur Bekämpfung von Gaddafis Armee zu ergreifen – denn was zum Schutz der Zivilbevölkerung notwendig und sinnvoll ist und was nicht, lässt sich nahezu beliebig interpretieren. Selbst das eigentlich klare Verbot von Bodentruppen wird derzeit verbal ausgehöhlt. So sagte der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann: „Wer eingreift, muss durchgreifen. Die Resolution 1973 bietet dazu viele Möglichkeiten, sie schließt nicht Bodentruppen, nur fremde Besatzungstruppen aus.“[36] Ohnehin befinden sich Berichten zufolge bereits zahlreiche westliche Soldaten zur Zielmarkierung (und wer weiß, was sonst noch) vor Ort.[37]


Die NATO im Bürgerkrieg

Auf Grundlage von Resolution 1973 begann eine Koalition, angeführt von Frankreich, Großbritannien und den USA, am 19. März mit der Bombardierung Libyens. Mit der Durchsetzung einer Flugverbotszone hat "Operation Odyssey Dawn", die Ende März unter dem Dach der NATO in „Operation Unified Protector“ umbenannt wurde, allerdings herzlich wenig zu tun: „Der Einsatz der Nato – Briten und Franzosen vorneweg – geht längst darüber hinaus. Die westlichen Kampfflugzeuge haben nicht nur die Luftwaffe von Muammar al-Gadhafi ausgeschaltet. Sie bombardieren Panzer, Artillerie und anderes militärisches Gerät des Diktators. Ein Indiz für die gewandelte Ausrichtung des Einsatzes ist das eingesetzte Gerät: Die Amerikaner sind inzwischen auch mit tieffliegenden A-130-Bombern unterwegs, Flugzeuge, die dafür da sind, feindliche Stellungen zu beschießen. Zahlen über Opfer dieser Angriffe gibt es nicht. Mit den Bombardements wird der Vormarsch der Rebellen ermöglicht. Oder anders gesagt: Die Rebellen haben sich eine mächtige Luftwaffe zugelegt, die ihren Interessen dient.“[38]

Bei der NATO-Operation handelt es sich also um die einseitige militärische Parteinahme in einem innerstaatlichen Konflikt, um der „genehmen“ Seite zum Sieg zu verhelfen, wie etwa der französische Außenminister Alain Juppé freimütig einräumt: „Dank unserer Militäroffensive ist das Gleichgewicht hergestellt. Gaddafi hat seine Luftwaffe und einen Teil seiner Artillerie verloren. Das erlaubt den Kräften in Libyen, die die Freiheit wollen, in die Offensive zu gehen.“[39] Die Vereinten Nationen sind jedoch nicht dazu da, einen Bürgerkrieg zu entschieden, hierfür besteht aus guten Gründen keine völkerrechtliche Grundlage (s.u.).


Mögliche Szenarien – Teilung Libyens?

Keine der beiden Bürgerkriegsparteien scheint gegenwärtig in der Lage zu sein, die Gegenseite zu besiegen. Auch wenn die Bombardierungen Gaddafis Einheiten ganz offensichtlich geschwächt haben - je weiter die Aufständischen nach Westen vordringen, desto größer wird der Widerstand. Ein Vormarsch nach Tripolis erscheint auf absehbare Zeit ohne den direkten Einsatz westlicher Bodentruppen, wozu gegenwärtig noch wenig Bereitschaft existiert, unmöglich, auch weil Gaddafi im Westen noch über eine breite Unterstützung verfügt. Andererseits ist auch ein Vorrücken der Regierungstruppen angesichts der massiven Bombardierungen unwahrscheinlich, die langen Nachschublinien dürften dies kaum zulassen. Es besteht somit eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich der Frontverlauf irgendwo in der Mitte des Landes verfestigen könnte, so zumindest die Einschätzung der Militärexperten von „Strategic Forecast“.[40]

Ein solches Szenario scheint auch US-Generalstabschef Mike Mullen für wahrscheinlich zu halten, der angab, alles laufe auf eine „Pattsituation“ hinaus.[41] Vor diesem Hintergrund zeichnen sich gerade die nächsten Schritte ab: „Wenn Regime Change ohne westliche Bodentruppen entsenden zu müssen tatsächlich das eigentliche Ziel ist, Bodentruppen aber das zweckdienlichste Mittel sind, um Gaddafi in absehbarer Zeit besiegen zu können, scheint die Stärkung der Rebellentruppen im Osten durch bessere Waffen und Ausbildung der nächste logische Schritt zu sein.“[42] Und tatsächlich: Ende März meldete der Guardian, Großbritannien und die USA würden sich für Waffenlieferungen an die Rebellen einsetzen, was allerdings innerhalb der NATO noch umstritten sei.[43] Auch auf deutscher Seite gibt es teil Sympathien hierfür, etwa bei dem CDU-Verteidigungspolitiker Andreas Schockenhoff: „Ich persönlich würde Waffenlieferungen dann nicht ausschließen, wenn sie zum Schutz der Zivilbevölkerung notwendig sind. […] Das muss unter internationaler Aufsicht geschehen, und es muss vor allem unter internationaler Kontrolle geschehen. Wir wissen ja heute noch nicht, wer sich hinter den Rebellen wirklich verbirgt, ob das einheitliche Truppen sind, oder ob dort ganz unterschiedliche Interessen sind. Deswegen kann das nie einfach nur eine Waffenlieferung sein, sondern es braucht einen Dialog mit denen, die das libysche Volk vertreten wollen, und die müssen unter klaren Auflagen und mit klaren politischen Zielsetzungen in die Lage versetzt werden, die Bevölkerung zu schützen.“[44]

Gelingt es dennoch nicht, den Rebellen zum Sieg zu verhelfen, so stünde immer noch ein Plan B zur Verfügung. Der Westen würde weiter von Gaddafi kontrolliert, während der Osten von den Rebellen gehalten würde, was faktisch auf eine Teilung des Landes hinauslaufen würde: „Entweder gelingt es den Aufständischen, von Osten aus in Richtung Tripolis vorzustoßen, und zwar relativ schnell. Oder es gelingt ihnen nicht und dann greift das zweite Szenario: Dieser Krieg in Libyen könnte sich dann hinziehen bis zur Zweiteilung des Landes.“[45] Hiermit könnten die westlichen Kriegsakteure womöglich auch sehr gut leben, denn etwa 80% der libyschen Ölvorkommen liegen im Osten des Landes.[46]


Deutschland: Verquere Fronten

Eine geradezu bizarre Debatte findet derzeit über die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über Resolution 1973 statt. Die Regierungskoalition musste sich heftige Kritik anhören und wurde vonseiten sozialdemokratischer und grüner Politiker mal mehr, mal weniger deutlich als „Weicheier“ in der Kriegsfrage beschimpft. SPD-Chef Sigmar Gabriel warf der Regierung vor, es sei der Eindruck erweckt worden, „als würde Deutschland vor der Macht dieses Öl-Mafioso kuschen." Der Ex-Generalinspekteur Klaus Naumann „schämt“ sich gar für die Bundesregierung, sieht Deutschland „international isoliert“ und dadurch das Ziel, einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, gefährdet.[47] Daraufhin beeilte sich Außenminister Guido Westerwelle zu versichern, auch wenn man nicht beabsichtige, sich mit Soldaten zu beteiligen, man stehe zur UN-Resolution und wolle u.a. durch die Entsendung von AWACS-Aufklärern nach Afghanistan Reserven bei anderen Staaten freimachen, damit diese Schläge gegen Gaddafi führen könnten. Ferner könnten amerikanische Truppen ihre Stützpunkte in Deutschland für den Libyen-Krieg nutzen.

Trotz dieser verdeckten Kriegsunterstützung, die klar und in aller Deutlichkeit kritisiert werden muss: die Bundesregierung hat sich mit ihrer Enthaltung zur UN-Resolution und der Nicht-Beteiligung an jeglichen NATO-Operationen gegen Libyen extrem weit aus dem Fenster gelehnt. Worin genau die Gründe für die Position Deutschlands liegen, lässt sich schwer beurteilen. Weder völkerrechtliche Bedenken noch eine grundlegend ablehnende Haltung zu Kriegseinsätzen dürften den Ausschlag gegeben haben, soviel ist aus den bisherigen Erfahrungen sicher. Die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen haben angesichts der skeptischen Haltung in der Bevölkerung gegenüber einer deutschen Kriegsbeteiligung hier sicher eine wichtige Rolle gespielt. Auch dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten, sich vor Sarkozys Karren spannen zu lassen, dem Einflussverlust in den ehemaligen Kolonialgebieten (Frankophonie) mit der Intervention in Libyen entgegenzuwirken – vor allem wenn man berücksichtigt, dass das beiderseitige Verhältnis aufgrund des in den letzten Monaten recht unverhohlen beanspruchten deutschen Vormachtanspruchs in der EU schwer belastet ist.[48]

Allerdings spricht auch einiges dafür, dass die Bundesregierung den Einsatz einfach als zu riskant einschätzt. So warnten Angela Merkel und Guido Westerwelle mehrfach davor, die ganze Sache sei „nicht durchdacht“ und Ex-NATO-General Klaus Reinhardt wurde sogar noch deutlicher: „Ich bin in großer Sorge, dass wir in einen weiteren Krieg hineingezogen werden, aus dem wir nicht wieder herauskommen.“[49] Dem ist nur zuzustimmen! Insofern muss man froh sein, dass sich die Bundesregierung – trotz der unbedingt zu kritisierenden indirekten Kriegsunterstützung - bislang wenigstens weigert, sich direkt mit Soldaten am Krieg zu beteiligen. Leider begründet die Bundesregierung ihre derzeitige Position nicht mit dem Verweis auf das Völkerrecht – dies hätte schließlich zur Folge, dass sie sich nicht nur enthalten, sondern die Resolution 1973 hätte ablehnen müssen.


Klarer Völkerrechtsbruch

Wie surreal die Debatte verläuft, zeigte etwa die Phoenix-Runde vom 22. März. Dort warf der grüne Verteidigungspolitiker Omid Nouripour den Resolutionsbefürwortern zum wiederholten Male vor, auf der grundfalschen Seite zu stehen: "Ich will die deutsche Menschenrechtspolitik nicht neben der von China oder Russland einordnen. Das ist das Ende einer wertegebundenen Außenpolitik."[50] Man sollte meinen, dass die Frage, ob eine Resolution unterzeichnet und damit ein Krieg befürwortet wird, wenigstens eine Frage des Völkerrechts sein sollte, nicht wer mit oder gegen wen stimmt. Aus friedenspolitischer Sicht ist kein Krieg zu rechtfertigen. Früher galt aber wenigstens noch das Völkerrecht als Grundlage für Politikerentscheidungen in der Frage von Krieg und Frieden. Dies wird zunehmend in Frage gestellt, etwa durch solche Aussagen wie die Nouripours.

Dagegen argumentierte in der Phoenix-Runde der Völkerrechtler Reinhard Merkel, der am selben Tag auch eine Grundsatzkritik am westlichen Vorgehen verfasst und in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht hatte. „Ob man Gewalttaten unterbinden oder Diktatoren zum Teufel jagen soll, ist die eine Frage – selbstverständlich soll man das, so gut es geht. Eine ganz andere ist es aber, ob man zu diesem Zweck einen Krieg führen darf, dessen Folgen politisch wie normativ schwer abzusehen sind. […] Das Ziel, einen Tyrannen zu stürzen und bewaffneten Aufständischen dabei zu helfen, ist kein legitimer Titel zur gewaltsamen Intervention dritter Staaten.“[51] Eine solche, dem Völkerrecht verpflichtete Position, passte in der Phoenix-Runde Michael Lüders, ehemals Berater der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, überhaupt nicht ins Konzept. Er ging mit der Bundesregierung scharf ins Gericht und tat die Ausführungen Merkels lapidar mit dem Verweis ab, man solle hier nicht zu „legalistisch“ argumentieren. Erstaunlich, wie schnell derzeit teilweise die Grundfesten des Rechts in der Frage von Krieg und Frieden in einem Atemzug in die Tonne getreten werden können.[52]

Mit dem Verweis auf die Menschenrechte, vor allem aber mit der Begründung, Afrikanische Union, Arabische Liga sowie die Aufständischen selbst hätten regelrecht um eine Militärintervention gebettelt, wird derzeit jeder noch so klare Rechtsbruch legitimiert. Beispielhaft hierfür war schon früh die Argumentationsfigur von Jürgen Chrobog, ehemals Staatssekretär im Auswärtigen Amt: "Es muss eingegriffen werden. […] Ich halte eine Flugverbotszone für unausweichlich.“ Hierfür und auch für weitergehende Militärmaßnahmen sei „eigentlich“ eine Mandatierung des Sicherheitsrates erforderlich, wogegen sich vor allem Russland und China sträuben: „Doch wenn wir sie nicht kriegen, muss man überlegen, wie weit man sonst vorgehen kann und wo eine Rechtsgrundlage ist, und ich sagte ja, ein Hilfsersuch auch der Menschen vor Ort, der Menschen in Bengasi […] könnte letzten Endes aus humanitären Gründen vielleicht auch als ausreichend angesehen werden.“[53] So einfach ist es also: im Namen der Humanität folgt man dem Ruf der Opposition in Bengasi und aufgrund der hehren Absichten kann dabei auch geltendes Völkerrecht gebrochen werden. Ganz so simpel ist die Sache jedoch nicht, zumindest nicht, wenn man sich die Realität nicht auf derart drastische Weise zurechtbiegt, wie dies gegenwärtig der Fall ist.


Intervention: Not in our Name!

Wie den kriegführenden Staaten sehr wohl bewusst sein dürfte, unterstützt die Resolution der Afrikanischen Union weder eine Flugverbotszone und schon gar nicht die umfassenden Bombardierungen im Rahmen von "Operation Odyssey Dawn". Ebenso wenig liegt eine offiziell verabschiedete Resolution der Arabischen Liga vor, die dies befürworten würde, obwohl auch dies stets so suggeriert wurde.[54]

Auch von der Aufstandsbewegung wurde die NATO keineswegs zur Militärintervention eingeladen – zumindest nicht in der Form, wie sie nun erfolgt. Denn die Skepsis gegenüber einem westlichen Eingreifen ist groß, wie Lourdes Garcia-Navarro aus Bengasi berichtete: „Sie wollen nicht gerettet werden, sie wollen keinerlei militärische Intervention. Sie sagen, sie hätten dies alleine vollbracht und sie würden sich Moammar Gaddafi selbst vom Hals schaffen.“[55] Ein Blick auf die andere vom Westen „befreiten“ Länder – Kosovo, Afghanistan, Irak – sollte zudem genügen, um sich die „Nebenwirkungen“ eines Militäreinsatzes bewusst zu machen: „Das Beispiel des Irak beängstigt jeden in der arabischen Welt“, so Abeir Imneina, Politikprofessorin an der Universität in Bengasi. „Wir wissen sehr genau, was mit dem Irak geschehen ist, der von heftiger Instabilität geplagt wird. In diese Fußstapfen zu treten ist in keiner Weise attraktiv.“[56]

Anfangs sprachen sich auch die wichtigsten Vertreter des „National Libyan Council”, der am 5. März gebildeten Übergangsregierung, in aller Deutlichkeit gegen eine Intervention aus, so etwa ihr Sprecher, Hafiz Ghoga: „Wir lehnen eine ausländische Intervention vollständig ab. Der Rest von Libyen wird vom Volk befreit werden.“[57] Auch der Vorsitzende des „National Libyan Council”, Mustafa Abdul Dschalil, machte deutlich: "Wir wollen keine ausländischen Soldaten hier."[58]

Allerdings mehrten sich im Vorfeld der Abstimmung über Resolution 1973 die Stimmen, die eine Flugverbotszone, aber auf keinen Fall eine Militärintervention wollten.[59] Dies hat sich nun in gewisser Weise als Bumerang erweisen, denn diese Position wurde zur Legitimation dessen herangezogen, was mittlerweile zu genau der Militärintervention geworden ist, die von den libyschen Oppositionskräften mit großer Mehrheit abgelehnt wird.

Mit guten Grund: denn den NATO-Akteuren geht es in keiner Weise um den Schutz der Menschenrechte, sondern darum sicherzustellen, dass die revolutionären Umbrüche in Libyen (und darüber hinaus) in „geordnete“ Bahnen gelenkt werden. Die Entscheidung über die Zukunft Libyens soll in westlichen Hauptstädten, nicht in Bengasi getroffen werden: „Letztlich handelt es sich um eine Entscheidung mit politischen Folgen. Mit einem Mandat für den Lufteinsatz würde die Machtfrage ins Ausland verlagert. Wer aber einmal mitmacht, der gerät auf die schiefe Ebene, der wird sich nicht mehr entziehen können, sollte Gaddafi über Wochen oder gar Monate Widerstand leisten oder ein Guerilla-Krieg ausbrechen. Dann würde der Druck steigen, auch für einen Bodeneinsatz.“[60]


Kaperung der Revolution(en)

Aufschlussreich ist eine Analyse der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP), nach deren Angaben sich die Aufständischen im Wesentlichen aus vier Gruppen zusammensetzen würden: Teile der ehemaligen Elite, die inzwischen übergelaufen seien; den Stämmen, von denen mittlerweile sich ein Großteil gegen Gaddafi gewendet habe; den Muslimbrüdern, die vor allem in der „urbanen Mittelschicht“ Unterstützung fänden; sowie „arbeitslose oder unterbeschäftigte junge Männer“, deren Angriffe auf Polizeistationen „der entscheidende Impuls für den Aufstand“ gewesen seien. Trotz der Gründung einer Übergangsregierung könne von einer einheitlichen Oppositionsbewegung keine Rede sein, so die weitere Einschätzung: „Die Aufständischen sind eine lose Koalition verschiedener Gruppen, deren Zusammenhalt spätestens mit dem Sturz Qaddafis gefährdet sein dürfte.“ Nach dem Sturz Gaddafis stünde Libyen vor schwierigen Problemen: „Für die Mehrheit der politischen Akteure wird es aber weniger um die Grundlagen des libyschen Staates, sondern vielmehr um die Neuverteilung der Ressourcen gehen.“[61]

Genau jene „politischen Akteure“ zu stärken, die lediglich die Pfründe neu verteilen, nicht aber grundlegende Veränderungen einleiten wollen, scheint gegenwärtig das Ziel zu sein. Auf westlicher Seite hat deshalb bereits fieberhaft die Suche nach geeigneten „Kooperationspartnern“ innerhalb der Aufstandsbewegung begonnen. Man wolle der Opposition jegliche „Hilfe“ zur Verfügung stellen, heißt es in den westlichen Hauptstädten, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil man anders als etwa in Ägypten oder Tunesien über wenig Kontakte durch politische Stiftungen oder militärische Kooperationsprogramme verfügt.[62]

Hier konnte bereits ein erster Teilerfolg vermeldet werden, die Militärintervention scheint per se bereits „pro-westliche“ Kräfte in der Übergangsregierung zunehmend zu stärken. Ende März wurde Mohammed Dschibril zum neuen Chef des „National Libyan Council“ ernannt. Sogleich wurde er daraufhin von Nicolas Sarkozy und Hillary Clinton offiziell empfangen, die mit der Wahl hochzufrieden gewesen sein dürften. Denn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bestätigt, dass Dschibril „als ein Neoliberaler gilt“. Er hatte unter Gaddafi die Leitung des nationalen Ausschusses für wirtschaftliche Entwicklung und war damit für den radikalen Privatisierungskurs verantwortlich.[63] Dies fügt sich nahtlos in die am 8. März veröffentlichten Pläne der EU-Kommission, generell nun die Umbrüche in Nordafrika nutzen zu wollen, um verstärkten Druck auf den neoliberalen Umbau der Region auszuüben.[64] Die Westmächte wurden ganz offensichtlich von den nordafrikanischen Revolutionen auf dem falschen Fuß erwischt. Sie sind besorgt, dass sich im Ergebnis Kräfte durchsetzen könnten, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen könnten. Um dies zu verhindern, wird nun im Namen der Menschenrechte buchstäblich in die Offensive gegangen.


Krieg im Namen der Menschenrechte?

Wie scheinheilig die Menschenrechte bei feindlichen Regierungen ins Feld geführt, bei „befreundeten Staaten“ aber unter den Tisch gefallen lassen werden, zeigen jüngste Aussagen Roberts Coopers, der seit Jahren einer der wichtigsten EU-Politiker ist.[65] Er wurde am 22. März im Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments befragt, was er denn zu den Vorgängen in Bahrein sage, wo seit Wochen Proteste brutal niedergeschlagen werden. Erst am Tag vorher waren bei Auseinandersetzungen 200 Menschen verletzt und 4 getötet worden. Cooper tat dies lapidar mit dem Kommentar ab, "Unfälle kommen vor". Aufschlussreich ist seine Begründung: "Man muss verstehen, dass die Autoritäten das Recht hatten, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und das ist es, was sie getan haben."[66]

Ob man ins Visier der Europäischen Union gerät, hängt nicht davon ab, ob man die Menschenrechte mit Füßen tritt, sondern ob nach der Pfeife Brüssels getanzt wird oder nicht. Muammar Gaddafi ist ein Verbrecher und er gehört vor Gericht – besser früher als später. Die gegenwärtige westliche Militärintervention zu begrüßen, heißt jedoch den Bock zum Gärtner zu machen. Mehr noch, der Krieg droht jeglicher Perspektive auf eine progressive Regierung in Libyen den Dolchstoß versetzen: „Untrennbar mit den Forderungen nach demokratischen Freiheiten verbunden ist ein tiefgehendes Verlangen nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. […] Eine Militärintervention würde nicht nur eine Gefahr für Libyen und seine Bevölkerung bedeuten, sondern auch für die Kontrolle [ownership] dessen, was bislang eine vollständig organische, hausgemachte Demokratiebewegung in der gesamten Region war.“[67]

Leider scheint es genau das Ziel zu sein, diese demokratische Bewegung in den Griff zu bekommen, denn wenn die Europäische Union wirklich ein Interesse hätte, der Bevölkerung in Libyen und der Region zu helfen, so hätte sie schon längst die Grenzen geöffnet, anstatt ihre Grenzschutzagentur FRONTEX zur Abwehr verzweifelter Menschen in Stellung zu bringen: Bereits am 20. Februar startete die Europäische Union den FRONTEX-Einsatz „HERMES 2011“: „Ein wichtiger Teil der Operation sei übrigens auch die Hilfe bei der Rückführung der Bootsflüchtlinge in ihre Herkunftsländer, wie Frontex bekanntgab. Das ist die erste offizielle Bestätigung dafür, dass offenbar die meisten Bootsflüchtlinge demnächst nach Tunesien zurückgeschickt werden sollen - koordiniert durch Frontex. Auch deshalb ist die Einrichtung eine der umstrittensten in der EU.“[68] Wie schamlos sich in dieser Frage verhalten wird, sollte all denen zu denken geben, die nun im Namen der Menschenrechte buchstäblich zu den Waffen rufen.


Anmerkungen:

[1] Kister, Kurt: Muammar al-Gaddafi. Letztes Gefecht eines alten Revolutionärs, Süddeutsche Zeitung, 23.02.2011.
[2] Vrabl, Andreas: Libyen: Eine Dritte Welt - Revolution in der Transition, Diplomarbeit, Universität Wien, Juli 2008, S. 7: 
[3] Vrabl 2008, S. 48.
[4] Libyen: Reagan beging "abscheuliches Verbrechen", RP Online, 06.06.2004.
[5] „Auslöser für weitergehende Sanktionen gegen Libyen war die Bekanntmachung der USA und Großbritanniens am 14. November 1991, dass zwei Libysche Geheimdienstoffiziere mit direktem Auftrag von Gaddafi für den Lockerbie-Anschlag verantwortlich seien und man dafür stichhaltige Beweise hätte. Über dem schottischen Ort Lockerbie explodierte am 21. Dezember 1988 eine Boeing 747 durch eine Bombe, 270 Menschen starben, davon elf am Boden.“ (Vrabl 2008, S. 78).
[6] Vgl. Vrabl 2008, S. 88ff.
[7] How Gaddafi became a Western-backed dictator, Peters Notepad, 24.02.2011: 
[8] Krause-Jackson, Flavia: Berlusconi&#39;s `Slavish&#39; Courtship of Qaddafi Haunts Italy, Bloomberg, 23.02.2011.
[9] „Menschenrechtsorganisationen und Journalisten berichten seit Jahren regelmäßig von den brutalen Praktiken, denen Migranten in Libyen ausgesetzt sind. Dass die Flüchtlinge festgehalten, zu Hunderten in Container gepfercht und in Lager in der Wüste transportiert werden, wo man sie ohne genügend Nahrung in völlig überfüllte Zellen sperrt - Fläche pro Flüchtling: oft ein halber Quadratmeter -, gehört zum Alltag. Glaubwürdige Berichte belegen darüber hinaus, dass es in den Flüchtlingslagern immer wieder zu körperlicher Folter und zur Ermordung der Internierten kommt. Dass unerwünschte Migranten zuweilen in menschenleeren Wüstengebieten an der Grenze des Landes ausgesetzt werden - ohne überlebensnotwendige Ausrüstung und Nahrung -, kommt Mord ebenso gleich wie der gelegentliche Beschuss von Flüchtlingsbooten durch die libysche Küstenwache.“ (Der Zerfall eines Partnerregimes, German-Foreign-Policy.com, 23.02.2011).
[10] Libya to privatise half of economy in a decade, Reuters, 02.04.2010.
[11] Zaptia, Sami: Another Positive IMF Report on Libya&#39;s Economic Progress, Tripoli Post, 18.11.2010: 
[12] Africa Online News, zitiert bei How Gaddafi became a Western-backed dictator, Peters Notepad, 24.02.2011: 
[13] Amnesty Report 2010: Libyen: 
[14] Europe&#39;s Libya Intervention: An Introduction, Stratfor, 24.03.2011.
[15] European Commission and Libya agree a Migration Cooperation agenda during high level visit to boost EU-Libya relations, MEMO/10/472, Brussels, 5 October 2010.
[16] Nazemroaya, Mahdi Darius: Libya: Is Washington Pushing for Civil War to Justify a US-NATO Military Intervention? Globalresearch.ca, 24.02.2011.
[17] Import Dependence on Libyan Oil, Strategic Forecast, 22.02.2011.
[18] Disruption to Libyan oil supply highlights need for EU energy diversification, Deutsche Welle, 01.03.2011.
[19] Alle wollen Libyens Öl, Zeit Online 26.02.2008.
[20] Sanati, Cyrus: Big Oil&#39;s $50 billion bet on Libya at stake, Fortune, 23.02.2011.
[21] Der Zerfall eines Partnerregimes (II), German-Foreign-Policy.com, 25.02.2011.
[22] Öl: Gaddafi plant Verstaatlichung, Die Presse, 26.01.2009.
[23] Walkom, Thomas: Libyan oil, not democracy, fuelling the West, The Star, 03.03.2011.
[24] Zweig, Stefan: Profile of an Oil Producer: Libya, Heatingoil.com, 29.09.2009: 
[25] Sanati 2011.
[26] Vgl. etwa Liberating Libya. The U.S. and Europe should help Libyans overthrow the Gadhafi regime, Wall street Journal, 23.02.2011; oder Vandewalle, Dirk: After Gaddafi, Newsweek, 27.02.2011.
[27] Lobe, Jim: Neo-Con Hawks Take Flight over Libya, Inter Press Service 25.02.2011.
[28] MacFarquhar, Neil: The Vacuum After Qaddafi, New York Times, 27.02.2011.
[29] Obama says U.S. readying full range of options on Libya, Reuters, 24.02.2011.
[30] Birrel, Ian: On Libya we can&#39;t let ourselves be scarred by Iraq, The Guardian, 23.02.2011.
[31] Welt Online: Live-Ticker Libyen: http://www.welt.de/politik/ausland/article12631912/Deutsche-Marine-schickt-Kriegsschiffe-nach-Libyen.html
[32] Die Fahne der Abhängigkeit, German-Foreign-Policy.com, 02.03.2011.
[33] Lobe 2011.
[34] Flugverbotszone kann Massaker am Boden nicht verhindern, Neue Züricher Zeitung, 03.03.2011. Auch vom „European Council on Foreign Relations“ wird eingeräumt: „Eine europäische Involvierung, selbst die Erzwingung einer Flugverbotszone, wäre ein kriegerische Handlung.“ (Korski 2011)
[35] "Ohne Militäreinsatz keine Flugverbotszone", tagesschau.de, 02.03.2011.
[36] Naumann, Klaus: "Ich schäme mich für die Haltung meines Landes", Süddeutsche Zeitung, 21.03.2011
[37] Der Spion, der es versiebte – Soldaten in den Sand gesetzt, Hamburger Abendblatt, 07.03.2011.
[38] Ladurner, Ulrich: Eine Intervention voller Widersprüche, Zeit online, 29.03.2011.
[39] Tagesschau, 28.03.2011 (20h).
[40] Europe&#39;s Libya Intervention: An Introduction, Stratfor, 24.03.2011.
[41] War by Global Committee, Wall Street Journal, 21.03.2011.
[42] Why Washington is Reluctant To Arm Libya&#39;s Eastern Rebels, Stratfor, 30.03.2011.
[43] US and Britain may arm Libya rebels if Gaddafi clings to power, Guardian, 29.03.2011.
[44] Waffenlieferung unter Aufsicht Rebellen in Libyen sollen, Deutschlandfunk, 30.03.2011.
[45] Interview: "Gaddafi wird kämpfen bis zuletzt", tagesschau.de, 23.03.2011.
[46] Zu beobachten dürfte in diesem Fall das Verhalten Italiens sein, deren Ölfirma ENI zweistellige Milliardenbeträge im Westen investiert hat.
[47] Cohn-Bendit: Merkel in Libyen-Frage "arrogant"; Gabriel: Westerwelle hat Deutschland international isoliert, Tagesspiegel, 19.03.2011.
[48] Vgl. zu den Interessen der einzelnen EU-Staaten die jeweiligen Beiträge in der Sonderserie Europe&#39;s Libya Intervention von Stratfor:
http://www.stratfor.com/theme/special-series-europes-libya-intervention
[49] Ex-Nato-General warnt vor Militäreinsatz in Libyen, Focus.de, 12.03.2011.
[50] Libyen befreien? Nicht mit uns!, taz, 21.03.2011.
[51] Merkel, Reinhard: Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim, FAZ, 22.03.2011.
[52] Vgl. zu den völkerrechtlichen Fragen ausführlich Haid, Michael: Die Resolution 1973 (2011) des UN-Sicherheitsrates – Persilschein für Interventionen in Bürgerkriege? in: AUSRUDCK (April 2011).
[53] Flugverbotszone in Libyen ist "unausweichlich", Jürgen Chrobog, Ex-Diplomat, zu Handlungsmöglichkeiten, Deutschlandfunk, 03.03.2011: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1402117/
[54] Vgl. PSC/PR/COMM.2(CCLXV); und Arab League discusses no-fly zone in Libya, Echoroukonline, 03.12.2011.
[55] Libyan Rebels Close In On Tripoli, National Public Radio, 27.02.2011: http://www.npr.org/2011/02/28/134101354/libya-rebels-control-closest-city-to-capital
[56] World powers edge closer to Kadhafi solution, AFP, 01.03.2011.
[57]Libya rebels form council, oppose foreign intervention, Reuters, 28.02.2011.
[58] EU treibt Gaddafi in die Enge, Stern.de, 28.02.2011.
[59] Gadhafi&#39;s forces strike back hard, send rebels fleeing in disarray, Arizona Daily Star, 11.03.2011.
[60] Flugverbot birgt Gefahren, Süddeutsche Zeitung, 01.03.2011.
[61] Wolfram Lacher: Libyen nach Qaddafi; SWP-Aktuell 12, März 2011. Siehe auch Auf Partnersuche, German-Foreign-Policy.com, 10.03.2011.
[62] „Unübersichtlich gestaltet sich nach wie vor die Suche nach neuen Kooperationspartnern, die - aus deutscher Sicht - an die Stelle des Gaddafi-Regimes treten könnten. Die Mechanismen, auf die die Bundesrepublik in vergleichbaren Fällen zurückgreifen kann, funktionieren im libyschen Falle nicht: Einrichtungen wie das Goethe-Institut oder Büros der parteinahen Stiftungen, die in anderen Ländern Kontakte zu den Eliten auch jenseits der jeweiligen Regierungen herstellen, konnte Berlin in Tripolis nicht etablieren. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung etwa, die beispielsweise in Ägypten seit Jahren Beziehungen zur jetzt hoffnungsfrohen Opposition unterhält, hat sich um Libyen bislang nicht gekümmert. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung versuchte mehrfach, sich von Tunesien aus in Libyen zu etablieren, scheiterte jedoch: Ihre Anträge seien von der Regierung in Tripolis "im Endeffekt" nie entschieden worden, berichtet ein Nahost-Experte der Organisation.“ (Die Fahne der Abhängigkeit, German-Foreign-Policy.com, 02.03.2011).
[63] Ein „ernsthafter Gesprächspartner“, FAZ, 25.03.2011.
[64] Eine Partnerschaft mit dem südlichen Mittelmeerraum für Demokratie und gemeinsamen Wohlstand, Mitteilung der Kommission, Brüssel, den 08.03.2011, KOM(2011) 200 endgültig.
[65] Vgl. zu Coopers Rolle und Einfluss Foley, Frank: Between Force and Legitimacy: the Worldview of Robert Cooper, EUI-RSCAS Working Paper 2007/09.
[66] Top EU official defends Bahrain crackdown, euobserver, 23.03.2011.
[67] Milne, Seumas: Intervention in Libya would poison the Arab revolution, The Guardian, 02.03.2011.
[68] Troendle, Stefan: Frontex startet Mission "Hermes 2011", tagesschau.de, 20.02.2011.


Jürgen Wagner ist aktiv für die  und auch Mitglied der DFG-VK 

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Auch zur Information: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Andreas Buro: Ein pazifistischer Blick auf Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/626</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-626</guid><description><![CDATA[Beim militärischen Eingreifen von NATO-Staaten in Libyen entstehen Zweifel über die wirklichen Motivationen. Warum nur in Libyen ein und nicht in Saudi-Arabien, Syrien, Israel, Simbabwe oder an der Elfenbeinküste? Bei der NATO-Intervention in den libyischen Konflikt wird viel von einer ‚Humanitären Intervention‘ gesprochen. Die Ideologie von der „Humanitären Intervention“ ist die Fortsetzung der Ideologie vom „Gerechten Krieg“, der wichtigsten Legitimationsideologie für fast alle Kriege. Welche Folgen hätte es, wenn Pazifisten sich für eine humanitäre Intervention mit militärischen Mitteln einsetzten?

Kriegerisch intervenieren kann man nur mit überlegenen Kräften. Deshalb muß ständig qualitativ aufgerüstet werden, um diese Überlegenheit zu sichern. Selbst wenn der Militäreinsatz angeblich nur das letzte Mittel sein soll, schafft man damit eine Dauerlegitimation für Aufrüstung, die andere Staaten als bedrohlich empfinden und die destabilisierend wirken.

Die ‚militärisch‚ humanitäre Intervention‘ kann nur gegenüber vermutlich schwächeren Staaten und nicht gegenüber starken Staaten erfolgen. Sie wird damit zum Herrschaftsinstrument der großen und militärisch besonders potenten Staaten. Wenn aber militärische Aufrüstung und gar der Besitz von Atomwaffen scheinbar Sicherheit vor Eingriffen von außen verspricht, wer will dann noch abrüsten?

Verhandlungen im Zeichen der ‚militärisch, humanitären Intervention‘ werden zur Durchsetzung von Positionen geführt, aber nicht, um Kompromisse zu finden: "Und bist Du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt" ist die Devise. Die Verhandlungen der NATO in Rambouillet im Vorfeld des Krieges gegen Jugoslawien gaben dafür drastisches Anschauungsmaterial.

Um glaubwürdig zu sein, muß die Behauptung der ‚militärisch, humanitären Intervention‘ ständig legitimiert werden. Sind keine „Beweise“ vorhanden, so müssen sie erfunden werden. Es besteht der ständige Drang zur Verbreitung von Falschdarstellungen und Lügen. Dies war im Irak- und im Kosovo-Krieg reichlich zu beobachten. Solche irreführenden Darstellungen verhetzen die Bevölkerung und schaffen psychische Feindbilder vom ‚bösen Gegner‘, dem alles Schlechte angelastet wird. So verstellen sie den Blick auf die wirklichen Verhältnisse und führen zu Realitätsverlust.

Schließlich: Wo sind eigentlich die „guten“ Staaten, die tatsächlich zur Sicherung der Menschenrechte und nicht aus ganz anderen Interessen militärisch intervenieren? Ein Blick auf das vergangene Jahrhundert oder selbst nur auf dessen letzte Hälfte macht ratlos.

Darf man – „Kollateralschäden“ in Kauf nehmend - Menschen töten und ihre Lebensgrundlagen, also die Infrastruktur ihres Landes, zerstören, um die Rechte und das Leben von anderer Menschen zu retten? Nach einem Vortrag zum Kosovo-Krieg fragte eine Frau: „Bei wieviel jugoslawischen Toten hört die ‚humanitäre Intervention‘ auf, humanitär zu sein?“

Für Pazifisten ist aus diesen Gründen die militärisch, humanitäre Intervention unannehmbar. Sie wollen doch den militärischen Konfliktaustrag überwinden zugunsten einer zivilen Konfliktbearbeitung. Dies gilt ohne Bewertung der Sympathie, die mit dem Anliegen der einen oder der anderen Seite in einem Konflikt gegeben sein mag. Wir vergessen nicht die Tragödien die mit den gewaltsamen Kämpfen von Befreiungsbewegungen verbunden waren. Ihre hehren Ziele von Sozialismus, Freiheit und Demokratie gingen verloren, da, sehr verkürzt gesagt, im militärischen Kampf autoritäre Strukturen dominant wurden und in der Nachkriegszeit diktatorische Tendenzen begünstigten. Das gilt voraussehbar auch für Revolutionskriege in Nordafrika.

Historischer Hintergrund der arabischen Aufstände

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine Auflösung vieler ehemaliger Kolonien statt. Dies war jedoch nicht gleichbedeutend mit der Aufgabe der Herrschaft über diese neuen Staaten. Die westlichen Mächte stabilisierten ihre indirekte Herrschaft über die ehemaligen Kolonien durch eine Kooperation zwischen den herrschenden Eliten im Westen und denen in den entkolonialisierten neuen Staaten. Das Grundmuster lautete: Stabilität, Marktzugang, militär-strategische Stützpunkte und Ressourcen für die westlichen Eliten gegen die Akzeptanz der Ausplünderung und Unterdrückung der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern durch die peripheren Eliten. Diese wurden oftmals aus dem Verkauf der Rohstoffe und Lizenzen ihrer Länder reich, während die Bevölkerung verarmte und die Entwicklung des Landes stagnierte. Die westlichen Ökonomien profitierten von günstig erworbenen Rohstoffen und sorgten durch Rüstungsexporte für die Stabilisierung der Diktaturen.

Dieses Muster von Unterdrückung und Ausbeutung, das immer schon im krassen Gegensatz zu allen im Westen verkündeten Werten von Menschenrechten und Demokratie stand, wird durch die Aufstände in den arabischen Ländern in Frage gestellt. Im Rahmen der globalen Machtverschiebungen zuungunsten der westlichen Mächte wird dieser Prozess voraussichtlich nach und nach weitere Länder erfassen.

Das politische Stottern der westlichen Eliten ist auf diesen Grundwiderspruch ihre bisherigen Politik zurück zu führen. Sie suchen nun nach einem Weg, der einerseits ihren Einfluß sichert und andererseits sie nicht zu Feinden der Reformer im arabischen Raum werden läßt. Dabei eignet sich scheinbar der Krieg gegen Gaddafi, der sich in Afrika viele Feinde gemacht hat, besonders gut. Johan Galtung warnt jedoch, der Krieg könne sich ausweiten und sogar 10 Jahre dauern.

Selbstverständlich haben Pazifisten kein Zaubermittel, um eskalierte militärische Konflikte schnell still zu legen. Unsere direkten Einflußmöglichkeiten bei den kämpfenden Parteien in Libyen sind gleich Null. Möglich ist aber auf die eigenen Regierung einzuwirken, indem wir für einen Waffenstillstand und eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien plädieren, indem wir großzügige humanitäre Hilfe für Kriegsopfer und Flüchtlinge auf allen Seiten einfordern und selbstverständlich auf den Stopp der Rüstungsexporte auch über Libyen hinaus dringen. Wir müssen für eine faire Berichterstattung eintreten, die nicht im Freund-Feind-Denken gefangen ist. Der westliche Anteil an der Entstehung und Stabilisierung der Diktaturen in Afrika ist zu thematisieren. Etwaigen Bemühungen, diese Verhältnisse über den Aufstand der Bevölkerungen hinaus zu retten, muß entgegen getreten werden. Mit all diesen Aktivitäten ist die Forderung zu verbinden, die präventive Zivile Konfliktbearbeitung im Sinne von Friedenspolitik statt Militärpolitik zügig auszubauen.

Pazifisten haben keinen Anlaß, sich auf Argumentationen und Kalkulationen über gewalttätige Eingriffe in Libyen im Sinne der Ideologie der militärischen humanitären Intervention einzulassen. Dabei schrecken wir nicht vor dem Vorwurf zurück, Deutschland begebe sich auf einen Sonderweg und würde sich in der NATO isolieren. Wäre es so, würden wir es begrüßen, wenn Deutschland einen Sonderweg der friedlichen Konfliktbearbeitung beschritte. Vermutlich würden manche Länder einem solchen Kurs folgen.

Aus den hier genannten Gründen widerspreche ich auch dem von mir hoch geschätzten Uri Avnery, der vehement für die militärische Intervention der NATO in Libyen eintritt. Er setzt damit auf die Ideologie vom ‚Gerechten Krieg‘ und knüpft mit seiner Haltung an die früheren sogenannten Solidaritätsbewegungen an, die ebenfalls für die Unterstützung des militärischen Kampfes von Befreiungsbewegungen plädierten. Würde Uri Avnery auch für eine ausländische Militärintervention bei einem bewaffneten Aufstand der Palästinenser mit gegen die israelische Besatzung plädieren?

Die großen Erfolge des gewaltlosen Aufstandes in Tunesien und Ägypten zeugen erneut von der Möglichkeit, Konflikte ohne militärische Mittel zu bearbeiten. Daran ist als Ziel einer pazifistischen Friedensbewegung festzuhalten!

Andreas Buro ist Autor des . Seine Beiträge sehen Sie 

Quelle:  am 31.03.2011

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/284.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Der Westen interveniert in Libyen – noch ein Krieg der Neuen NATO]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/624</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-624</guid><description><![CDATA[von Uli Cremer

Bombardieren geht über Verhandeln

Der aktuelle Libyen-Konflikt ist von überraschenden Stellungswechseln der politischen Akteure gekennzeichnet, wie man sie in so kurzer Zeit selten erlebt. Da wendet sich die Arabische Liga nach einem Beschluss[1] an den Sicherheitsrat und verlangt eine Flugverbotszone über Libyen. Nach den ersten Bombenangriffen erklärt der Vorsitzende Mussa, dass die Forderung so nicht gemeint gewesen sei.

Wie mag die Arabische Liga im April zum Krieg stehen? Russland, das mit einem Veto das UN-Mandat hätte verhindern können, beklagt hinterher, so habe man nicht gewettet. Welche Position mag die russische Führung im April beziehen? Und dann Deutschland: Die Regierung enthält sich im Sicherheitsrat. Daraufhin gerät sie national wie international unter militaristisches Trommelfeuer. Insbesondere Außenminister Westerwelle zeigt Rückgrat und erklärt wieder und wieder, dass Deutschland keine Bundeswehr-Soldaten zur Teilnahme am Krieg bereit stelle, weder bei der Durchsetzung der Flugverbotszone (also bei den Luftangriffen), noch bei der Seeblockade zur Durchsetzung des Waffenembargos. Hält Deutschland diese Position weiter durch? Und wie ist die US-Linie im April? Die USA bombardieren zwar aktuell kräftig mit, doch es ist nicht »ihr Krieg«, gern würden sie in die zweite Reihe zurücktreten, um anderen die Führung zu überlassen. Gewinnt die militärische Führung wieder die Oberhand, die Kollateralschäden für den Afghanistankrieg in Form von weiterem Zulauf für die Aufständischen dort befürchtet? Formal hat Ende März die NATO erst einmal die militärische Führungsrolle übernommen, Oberbefehlshaber ist ein US-Soldat. Jeder NATO-Krieg steht und fällt auch im Jahre 2011 mit der Positionierung der US-Regierung.


Militarisierung der Politik

Schauplatz des Krieges ist ein reiches afrikanisches Land. Der Reichtum ist dem Öl sowie großen Wasservorräten geschuldet. Der wegen seiner Nähe zu Gaddafi gerade im Eilverfahren abberufene russische Botschafter in Libyen, Wladimir Tschamow, beschrieb den relativen Wohlstand in einem Interview mit der Moskwoskij Komsomolez am 25.3.2011 so: »Von welcher Unterdrückung sprechen Sie, wenn in Libyen den Bürgern ein zinsfreier 20-jähriger Kredit für den Hausbau gewährt wurde, der Liter Benzin 10 Cent … kostete, also fast überhaupt nichts, man einen neuen koreanischen Jeep des Typs KIA für ganze 7.500 Dollar kaufen konnte?« Wie der Reichtum bei einem Sieg der Aufständischen verteilt und die neuen Eigentumsverhältnisse aussehen würden, weiß man natürlich nicht. Die Hand nach den Ölreserven wurde aber bereits ausgestreckt: »Am Dienstag gründeten Rebellen in Benghasi eine Ölfirma, die die staatlich gelenkte National Oil Corporation ersetzen soll.«[2]

Zahlreiche ausländische ArbeiterInnen aus ärmeren afrikanischen und asiatischen kamen nach Libyen, um dort Geld zu verdienen. Jetzt flüchten sie zu hunderttausenden, nicht nur um dem Kriegsgeschehen zu entkommen oder aus Furcht vor dem Gaddafi-Regime, sondern auch weil sie seitens der libyschen Aufständischen der Verfolgung ausgesetzt sind (»UNHCR meldete… Morde an Nigerianern durch Rebellen.« taz vom 25.3.2011, S. 6)

Anders als bei anderen Bürgerkriegen bestand bei den mächtigen internationalen Akteuren zu keinem Zeitpunkt die Bereitschaft, einen Waffenstillstand zu erreichen, eine Verhandlungslösung anzustreben und zwischen den Bürgerkriegsparteien zu vermitteln. Vielmehr wurde vom Gaddafi-Regime die bedingungslose Kapitulation verlangt. Es sollte ein Regime Change in Libyen stattfinden. Angesichts dieser Maximalposition wird logisch aus dem Krieg als »letztem Mittel« das nächste bzw. erste Mittel, aus der »ultima ratio« wird die »proxima ratio«. Das kann man als Militarisierung der internationalen Politik bezeichnen, die die wichtigsten politische Akteure betrifft, also die westlichen Staaten Frankreich, Britannien, USA, die Arabische Liga und sogar die UNO, auch wenn in deren Resolutionen Regime Change als Ziel nicht auftaucht. »Das eigentliche Ziel ist nicht vorgesehen« schreibt die FAZ treffend am 22.3.2011.

Verlogen ist, wenn westliche Politiker nach tagelangen Bombenangriffen dennoch erklären, dass sie den Regime Change nicht anstrebten. Was denn sonst bitte sehr? Die präzisen Militärschläge gegen Gebäude der libyschen Führung sprechen eine klare Sprache. Vermittlungsangebote vor Kriegsbeginn bzw. vor der Kriegsermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat gab es nur durch den (gewählten) Präsidenten Venezuelas sowie die Afrikanische Union.

Da die Zielstellung des Regime Change in Libyen absolut identisch mit dem entsprechenden Vorhaben im Irak 2003 ist, wurde mit dem Libyen-Krieg George W. Bush quasi rehabilitiert. Eric Chauvistré bemerkt deswegen richtig: »Der Unterschied zu George W. Bushs Doktrin des Regime Change ist nicht mehr erkennbar.« (taz vom 25.3.2011) Daraus folgt: Wer 2011 für den Libyen-Krieg eintritt, revidiert im Grunde seine eigene Anti-Kriegsposition von 2003 (sofern er damals gegen den Irak-Krieg eintrat). Dass die Bush-Regierung für den Irak-Krieg kein UN-Mandat erreichen konnte, ist für überzeugte MenschenrechtskriegerInnen letztlich zu vernachlässigen bzw. nachrangig, zumal Gaddafi in puncto Gewaltverbrechen gegen die eigene Bevölkerung sowie Angriffskriege gegen Nachbarstaaten an Saddam Hussein kaum heranreicht.


Gaddafi – noch ein neuer Hitler?

Wesentlicher Charakterzug von Kriegs¬propaganda ist die Dämonisierung. Hierbei wird seit den 1990er Jahren der Anführer des Kriegsgegners zu einem Wiedergänger Hitlers aufgeblasen – Milosevic, Saddam Hussein und jetzt eben Gaddafi. Es nützt dem jeweiligen Diktator wenig, dass er keine KZs eingerichtet, keinen industriellen Massenmord begangen oder keine Menschen vergast hat. Eine »Argumentationshilfe« gab der ehemalige Justizminister Gaddafis, Mohamed Abdul al-Jeleil: »Gaddafis Tage sind gezählt. Er wird es wie Hitler machen und sich das Leben nehmen.«[3]

Daniel Cohn-Bendit, GRÜNER Fraktionsvorsitzender im Europa-Parlament erinnert an »die Bilder vom Warschauer Ghetto«[4] und warnt: »dann wird Gaddafi zum Beispiel zum Einnehmen der Stadt Bengasi bereit sein zum Beispiel Giftgas anzuwenden.«[5] Der Schriftsteller Ralph Giordano wirft der Bundesregierung »Beschwichtigungspolitik« vor, »die Saddam in Bagdad und Milosevic in Belgrad bis heute an der Macht gehalten hätte, wenn nicht militärisch interveniert worden wäre.«[6] Und Harald Martenstein fragt gar in seiner Tagesspiegel-Kolumne: »Warum tötet man Gaddafi nicht? Zum Thema ›Tyrannenmord‹ ist, spätestens im Zusammenhang mit Adolf Hitler, alles Notwendige gesagt... Ich hoffe auf ein britisches Geheimkommando«.[7]

Weil das Hitler-Regime nur mittels einer weltweiten Militärkoalition geschlagen und Europa befreit werden konnte, wird das Argument nahegelegt, dass der mit Hitler Verglichene oder Gleichgestellte eben auch nur mit militärischer Gewalt gestürzt werden kann. Und natürlich kann mit einem neuen Hitler auch keine Verhandlungslösung erfolgen (= Beschwichtigungspolitik), da gibt es logischerweise als einzige Option Krieg und die bedingungslose Kapitulation.


Trommelfeuer wegen Enthaltung

Statt die Bundesregierung für ihre mutige Entscheidung, im Sicherheitsrat den Krieg gegen Libyen nicht zu unterstützen, zu loben und ihr den Rücken zu stärken, haben weite Teile der Medien sowie der Oppositionsparteien SPD und GRÜNE nichts Besseres zu tun, als die Regierung an diesem Punkt anzugreifen. Das Argumentationsmuster ist nicht neu, sondern bereits erprobt perfide. Es wurde von den Kriegsbefürwortern erfolgreich in Hinblick auf die Teilnahme am Bosnien-, Kosovo- oder auch Irak- und Afghanistan-Krieg angewandt: Es wird »Sonderweg, Sonderweg« gerufen. Deutschland schere aus dem westlichen Bündnis aus, isoliere sich, das sei der Rückfall in die fatale Sonderwegspolitik. Gemeint ist jene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, deren Inhalt bekanntlich darin bestand, zwei Weltkriege anzuzetteln. Es ist jedes Mal wieder unglaublich, dass mit dieser Parallelisierung deutsche KriegsgegnerInnen angegriffen werden, die wohl kaum in der Tradition von Kaiser Wilhelm und Hitler stehen. Auch Westerwelle hat diesen Vergleich nicht verdient.

Nachdem Steinmeier und Trittin am ersten Tag die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat noch unterstützt hatten, erhob Trittin später folgenden Vorwurf: »Es ist richtig, dass Deutschland sich an dieser Operation nicht beteiligt. Aber diese richtige Haltung kann man auch anders ausdrücken als durch Enthaltung. Die Resolution des Sicherheitsrates enthält viel Richtiges, deswegen wäre es klug gewesen, ihr zuzustimmen.«[8]

Wenn man Nein meint, soll man mit Ja stimmen? Eine faszinierende Logik. FDP-Minister Dirk Niebel wies richtigerweise darauf hin, dass Deutschland bei einer Zustimmung in der Pflicht gestanden hätte, sich am Einsatz zu beteiligen, politisch wie militärisch-technisch. Denn: »Neben den USA hat allein die Bundesluftwaffe mit ihren ECR-Tornados die militärischen Fähigkeiten, die Flugverbotszone durchzusetzen und die Flugabwehr auszuschalten.« (dpa 19.3.2011)

Die GRÜNE EP-Abgeordnete Brandtner wirft Westerwelle vor, er wäre »sekundiert von Angela Merkel, zum Bremser in Europa und im Weltsicherheitsrat« geworden. Die Bundesregierung »bremst den Aufbau militärischer Drohkulissen in Form einer Flugverbotszone«.[9] Auch die ehemalige Entwicklungshilfeministerin Heidi Wieczorek-Zeul von der SPD rief »Schutzverantwortung« und befand: »Ich finde es eine Schande, dass sich die Bundesregierung ... in dieser Situation enthalten hat.«[10]

Dass sich Deutschland auch nicht an der Überwachung des Waffenembargos durch die NATO im Mittelmeer beteiligt, sondern demonstrativ die deutschen Schiffe abzog, wird von Oppositionspolitikern ebenfalls gegeißelt. Trittin wandte sich am 25.3.2011 im Bundestag an die Bundesregierung: »Wenn Sie es heute es ernst meinen mit ihrer Position zu einem Waffenembargo, dann müssen Sie auf den Deutschen Bundestag zukommen und sagen: Ja, wir beteiligen uns daran.« Deutschland soll also bei den Militäraktionen gegen das Gaddafi-Regime mitmachen und damit in den Krieg eintreten.

Eine weitere negative Auswirkung der Enthaltung besteht für die KritikerInnen im Schaden für das »außenpolitische Ansehen Deutschlands«. Cohn-Bendit findet, die Enthaltung schade, sogar »sehr. Den ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat kann sich Deutschland abschminken.« Auch Joseph Fischer sieht »den deutschen Anspruch ›endgültig in die Tonne getreten‹«[11]. Der SPD-Außenpolitiker Ulrich Klose bedauert: »diese Ambitionen haben keine sehr rea¬listische Grundlage mehr«.[12] Das Gleiche dürfte auch für Brasilien und Indien gelten, die sich ebenfalls der Stimme enthielten. In den Sicherheitsrat gehören in dieser Sichtweise offenbar nur kriegsbereite Staaten. Abgesehen davon, wie realistisch ein Sitz für ein weiteres EU-Land überhaupt ist: Was soll dieses zusätzliche Land dort, wenn es sowieso immer wie die anderen EU-Vetomächte abstimmen »muss«?


Es wird schon mal geübt

Bei der Festlegung der deutschen Kriegsdienstverweigerung hatte Westerwelle durchaus schon weiter gedacht: »Aber was ist denn, wenn eine Flugverbotszone, also ein militärisches Eingreifen aus der Luft, keinen Erfolg hat, wenn die Bodentruppen weiter vorrücken? Werden wir dann auch mit eigenen Bodentruppen nach Libyen gehen, wie es im Irak der Fall gewesen ist? Vor einer solchen schiefen Ebene will ich Deutschland schützen.«[13] Sein Kollege Niebel sekundierte: »Flugverbotszonen schützen nur ganz bedingt die Menschen. Sie bewegt nicht, ein Regime aufzugeben. Das hat die Vergangenheit gezeigt.«[14]

Um den libyschen Bürgerkrieg zugunsten der Rebellen zu entscheiden, reicht es offenbar nicht aus, das Gaddafi-Regime militärisch mit Luftangriffen zu schwächen, sondern für einen Sieg im Bodenkrieg müssten die Rebellen militärisch stärker werden. Dafür gibt es zwei Wege: Erstens können externe Mächte die Rebellen mit Waffen beliefern und Militärberater schicken. Das verbietet allerdings die UN-Resolution, deren Waffenembargo für beide Seiten gilt. Zweitens können sie eigene Bodentruppen einsetzen. Das ist in der Resolution nicht ausgeschlossen, auch wenn es ständig behauptet wird. Diese ermächtigt dazu, »bedrohte Zivilpersonen und von der Zivilbevölkerung bewohnte Gebiete – zu schützen, unter Ausschluss ausländischer Besatzungstruppen«.[15] Darauf hat im Bundestag am 18.3.2011 nur der Jan van Aken (Linksfraktion) hingewiesen: »es wurde auch genehmigt, dass zumindest zeitlich begrenzt ausländische Bodentruppen auf libyschem Gebiet eingesetzt werden dürfen. Das Einzige, was ausgeschlossen wurde, sind Besatzungskräfte.«[16] Auch der britische Außenminister Hague, der an der Formulierung der Resolution beteiligt war, und der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann, haben bereits im März 2011 öffentlich auf diesen Punkt hingewiesen.[17] Der Hilferuf liegt auch schon vor: Die Rebellen fordern am 24.3.2011 »den Westen auf, eine UN-Friedenstruppe mit Bodenkräften nach Misurata zu entsenden, damit dort kein Genozid passiert.«[18]

Insofern steht eine Diskussion über den Einsatz von Bodentruppen ins Haus. Die Verbände könnten von einzelnen Ländern oder aber von der NATO gestellt werden, die für solche Zwecke ihre NATO Response Force aufgebaut hat. Diese setzt sich aus Luft-, See- und Bodenstreitkräften zusammen, hat eine Größenordnung von ca. 14.000[19] Soldaten und ist innerhalb von einer Woche einsetzbar. Noch im Februar 2011 absolvierte übrigens das deutsche NRF-Luftwaffen-Kontingent das Manöver »Kalkar Sky 2011«: »Das fiktive Übungsszenario sah einen friedenserzwingenden Einsatz in Nord-Ost-Cerasia vor. Der vorgeschobene Teil des Gefechtsstandes führte aus Unakos, der Hauptstadt des fiktiven Staates Tytan, die Operationen der multinationalen Luftstreitkräfte. Unter anderem galt es eine Flugverbotszone in der Grenzregion des Nachbarstaates Kamon zu sichern.«[20]

Uli Cremer ist Mitglied der GRÜNEN FRIEDENSINITIATIVE und Autor des 2009 erschienenen Buches »Neue NATO: die ersten Kriege«

[1] Neun von 22 Mitgliedsstaaten erreichten eine Mehrheit, da viele Mitglieder nicht teilnahmen.
[2] FAZ vom 24.3.2011, S. 6: »Zawijy und der Schlüssel zum Erdgas«
[3] 
[4] 
[5] 
[6] 
[7] Tagesspiegel vom 27.3.2011, S .1
[8] FAZ vom 23.3.2011, S. 4: »Einig in der Kritik nur an der Regierung«
[9]  – gefunden 26.3.2011
[10] FAZ vom 22.3.2011, S. 7: »Kakophone Führung«
[11] SZ vom 22.3.2011: »Deutsche Außenpolitik ... eine Farce«
[12] taz vom 23.3.2011: »Deutschlands Ruf in Europa ist geschädigt«
[13] 
[14]  – gefunden 26.3.2011
[15] 
[16] 
[17] 
[18] taz vom 24.3.2011, S .2, Interview mit Rida Benfayed, Sprecher des oppositionellen Nationalrats
[19]  – gefunden 8.3.2011
[209  – gefunden 26.3.2011

Artikel erscheint in Sozialismus 4/2011. Link:


Hamburg, 28.03.2011

Quelle:: - gefunden 30.03.2011
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/682.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kampfhandlungen gegen Libyen sofort einstellen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/623</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-623</guid><description><![CDATA[Schutz der Zivilbevölkerung erfordert Waffenstillstand

Die Deutsche IALANA richtet sich in einem dringenden Appell an die Bundesregierung, sich für eine sofortige Beendigung der Bombardierung Libyens einzusetzen. Der Angriff mit Marschflugkörpern und die Bombardierung durch Tarnkappenbomber und Jagdflugzeuge provoziert Opfer unter der Zivilbevölkerung, die durch Sanktionen gegen die Regierung Gaddafi gerade verhindert werden sollten.

Es erscheint auch höchst zweifelhaft, ob die Resolution 1973 des UNSicherheitsrats mit der UN-Charta vereinbar ist, soweit darin für ein militärisches Eingreifen grünes Licht gegeben wurde. Hierzu ist zunächst daran zu erinnern, dass das Verhältnis der Staatengemeinschaft zu einzelnen Staaten wie das Verhältnis zwischen den Staaten durch den Grundsatz der souveränen Gleichheit nach Art.2 Ziffer 1 und durch das in Art. 2 Ziffer 3 der UN-Charta normierte Gewaltverbot bestimmt wird. 

Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta, insbesondere in ihrer schärfsten Form von militärischen Sanktionen nach Art 42 UN-Charta setzen die Feststellung einer Friedensgefährdung nach Art. 39 der Charta voraus. Der Sicherheitsrat hat in der Resolution vom 17. März die Formulierung verwendet:
„…feststellend, dass die Situation in der Libysch-Arabischen Dschamahirija auch weiterhin eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit darstellt,…“.

Nähere Ausführungen zur Begründung finden sich an dieser Stelle nicht. Ohne Zweifel liegt kein Friedensbruch durch die Libysche Regierung in Form eines Angriffs gegen einen anderen Staat vor. Auch eine Aggression gegen einen „de facto“- Staat auf libyschem Territorium ist nicht gegeben. Hierzu müsste die Oppositionsbewegung und der von ihr gebildete Nationalrat eine dauerhafte faktische Herrschaft über einen Teil des libyschen Territoriums im Sinne eines abgetrennten Separatstaats errichtet haben. Der Nationalrat hat aber gerade mehrfach versichert, dass die Bildung eines Separatstaats in der Cyrenaika für ihn nicht in Betracht komme; Ziel sei die Verdrängung Gaddafis von der Macht und die Eroberung der Herrschaft über ganz Libyen. Es handelt sich somit um einen nichtinternationalen bewaffneten Konflikt, einen Bürgerkrieg. Es ist aber ein feststehender Grundsatz, abgeleitet aus der Achtung der nationalen Souveränität der Staaten und dem Gewaltverbot sowie dem Gebot der Neutralität, dass Dritte sich nicht in Bürgerkriege zugunsten einer der Konfliktparteien einmischen dürfen. Dies hat der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag in seiner Nicaragua- Entscheidung vom 27.Juni 1986 ausdrücklich klargestellt.

Soweit die Intervention auf humanitäre Gründe gestützt wird, gilt folgendes: Zwar kann die Verletzung der Völkermord-Konvention zur Feststellung eins Friedensbruchs und militärischen Zwangsmaßnahmen durch den Sicherheitsrat führen. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass das Gaddafi-Regime wie etwa in Ruanda systematisch Teile der Bevölkerung aus ethnischen Gründen oder Gründen der Stammeszugehörigkeit vernichten lässt. Allerdings haben beide Bürgerkriegsparteien bei ihren bewaffneten Aktionen die Regeln des humanitären Völkerrechts einzuhalten. Hierzu gehört der allgemeine Grundsatz des Völkerrechts, wonach es verboten ist, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung als solche zu führen. Dieser Grundsatz ist in Art 51 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Abkommen vom 12.8.1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte normiert und auch von Bürgerkriegsparteien zu beachten. Danach sind unterschiedslose Angriffe, die sich nicht gegen ein bestimmtes militärisches Ziel richten, verboten, Art. 51 Abs.4a) 1. Zusatzprotokoll, ebenso solche, bei denen damit zu rechnen ist,
dass sie auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartiger Folgen zusammen verursachen, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen, Art. 51 Abs. 5b) 1. Zusatzprotokoll.

Diesbezüglich hält sich der Sicherheitsrat in seinem Beschluss etwas bedeckt, soweit er in seinen Eingangsformulierungen feststellt, er handele in der Erwägung, dass die in Libyen stattfindenden Angriffe auf die Zivilbevölkerung „möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“. In der Tat stellt sich die Faktenlage insofern bis jetzt äußerst ungesichert dar. Es ist Sache des bereits angerufenen Internationalen Strafgerichtshofs, die Fakten zu ermitteln und strafrechtlich zu bewerten. Jedenfalls besteht bis jetzt weder im kodifizierten Völkerrecht noch im Völkergewohnheitsrecht ein Grundsatz, der es erlaubt, militärische Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, um die Verletzung von Verstößen gegen Art 51 des Zusatzprotokolls zu unterbinden. Der Sicherheitsrat beschreitet damit Neuland und dieser Schritt ist von den geltenden völkerrechtlichen Regeln nicht gedeckt. Hinzu kommt, dass nach Artikel 42 UN-Charta die Verhängung militärischer Sanktionen nur erlaubt ist, wenn Sanktionen ohne Gewaltanwendung nach Art. 41 der Charta unzulänglich sein würden oder sich bereits als unzulänglich erwiesen haben. Auch dies ist fragwürdig. Zu Recht wies Außenminister Westerwelle nach Beginn der Angriffe darauf hin, dass nun zunächst ein Handelsembargo für libysches Erdöl und Erdgas verhängt werden solle und er dies als Hauptaufgabe der EU ansehe. Die Verstopfung jeder Einnahmequelle wäre nach dem Einfrieren aller Auslandskonten ein zunächst zu erprobendes Mittel gewesen, den Gaddafi-Clan zum Einlenken zu bewegen.

Auch das wesentlich mächtigere Apardheit-Regime in Südafrika ist schließlich auf Grund von Wirtschaftssanktionen und Isolation zur Aufgabe gezwungen worden.
Es ist auch widersprüchlich, wenn die Bundesregierung sich einerseits bei der Abstimmung über die Resolution 1973/2011 des UN-Sicherheitsrats der Stimme enthält, andererseits aber erklärt, sie halte alle darin formulierten Ziele für richtig und den USA erlaubt, den Krieg von Stuttgart aus zu leiten. Dies widerspricht der Verpflichtung, die Deutschland in dem 2+4 Vertrag von 1990 eingegangen ist, wonach von deutschem Boden nur Frieden ausgehen darf.

Der massive militärische Einsatz ist auch politisch kontraproduktiv. Er verschafft den Oppositionskräften im Osten des Landes möglicherweise eine Atempause, birgt jedoch das große Risiko in sich, dass die Mehrheit der Menschen im Land sich in der Stunde des Angriffs von außen um den Gaddafi-Clan scharen wird. Damit werden die Kräfte in Libyen, die für einen politischen Wechsel kämpfen, geschwächt. Geschwächt werden auch die Oppositionskräfte im arabischen Raum insgesamt, denn ihnen wird spätestens ab jetzt vorgehalten werden, sie stünden mit den USA, Großbritannien und Frankreich im Bündnis und betrieben deren Geschäft.

Schließlich mangelt es der Militäraktion auch an Glaubwürdigkeit, weil mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Oppositionskräfte im Jemen und in Bahrein, die von ihren Despoten niedergeschossen werden, erhalten keine vergleichbare Unterstützung. Im Gegenteil wird sogar die Waffenhilfe von Katar in Anspruch genommen. Der dort herrschende Emir Hamed al Chalifa vereinigt als absoluter Monarch Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung in einer Person. Parteien und ein Parlament gibt es in seinem Land nicht. Die demokratischen Rechte und Freiheiten, für die die Menschen in Libyen ihr Leben riskieren, enthält er seinen eigenen Bürgern vor. Erforderlich ist daher ein sofortiger Waffenstillstand und Verhandlungen aller Konfliktparteien über eine friedliche Lösung für die Zukunft Libyens.

Otto Jäckel
Rechtsanwalt, Vorsitzender der deutschen Sektion der internationalen IALANA



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 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/272.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag: Das Morden aus der Luft stoppen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/621</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-621</guid><description><![CDATA[Das Kundus-Massaker mahnt! - NEIN zum AWACS-Mandat!

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagsdebatte zur Entscheidung über die Teilnahme von Bundeswehrsoldaten an AWACS-Flügen der NATO über Afghanistan erklären Lühr Henken und Dr. Peter Strutynski in einer ersten Stellungnahme, die auch an die Bundestagsabgeordneten gerichtet ist:

Als die NATO im Dezember bei der Bundesregierung anfragte, ob sie sich an den AWACS-Flügen über Afghanistan ab Mitte Januar beteiligen würde, wurde dies von Außenminister Westerwelle mit dem Hinweis darauf abgelehnt, man wolle in Afghanistan den Schwerpunkt auf Ausbildung setzen. Nun bietet man von sich aus, ohne gebeten worden zu sein, urplötzlich 300 Soldaten dafür an. Gibt man nun den Schwerpunkt Ausbildung auf? Nein, das nicht. Westerwelles Begründung wurde schon damals als Ausrede entlarvt. In Wahrheit passte eine Ausdehnung des deutsches Kriegseinsatzes einfach nicht in die Regierungsrhetorik, man bereite den Abzug aus Afghanistan vor.

Der U-Turn ist dem Umstand geschuldet, dass die Regierung befürchtet, beim Verzicht auf ihre Teilnahme am Kriegsabenteuer Libyen (mit unsicherem Ausgang) ihren Bündnispartnern in NATO und EU gegenüber als unzuverlässig zu gelten, und damit ihre machtpolitischen Ambitionen auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Nun schickt sich die Regierung an, das Bombardieren in Afghanistan zu effektivieren. Mit den zur Verfügung gestellten Bundeswehrsoldaten lassen sich bis zu vier AWACS-Maschinen bedienen.
Diese in der Tat modernsten Gefechtsführungsplattformen der Welt dienen vor allem dazu, Kampfhelikopter, Drohnen und Bombenflugzeuge möglichst schnell zum Gefechtsort zu führen, damit sie in den Bodenkrieg eingreifen können. Damit trägt die Bundesregierung zu einer Intensivierung und Ausweitung des Krieges bei. Dies steht in diametralem Gegensatz zu ihrer eigenen Erkenntnis. In ihrem „Fortschrittsbericht Afghanistan“ vom Dezember 2010 heißt es  wörtlich: „Mittlerweile sind sich alle Akteure einig: Militärisch ist der Konflikt in Afghanistan nicht zu lösen.“ Der AWACS-Einsatz ist also widersinnig.

Der AWACS-Einsatz bindet Deutschland erstmalig unmittelbar in die Luftkriegsoperationen in Afghanistan ein. Allein im Oktober 2010 hatte ISAF 1.000 Bomben und Raketen abgeworfen. Das bedeutet, Deutschland wird sich mit dem AWACS-Mandat in bisher nicht da gewesener Weise in den Afghanistankrieg verstricken. Wir mahnen: Ein Kundus-Massaker ist schon ein Massaker zu viel!

Noch im Januar hatte die Bundesregierung behauptet, in der Personalzahl von 5.350 Soldaten sei eine flexible Reserve enthalten. Nun wird es diese Reserve nicht mehr geben, denn die 300 zusätzlichen AWACS-Besatzungen werden dauerhaft stationiert sein. Auch dies natürlich das Gegenteil von einer „Abzugsperspektive“, die im Januar versprochen wurde.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an jedes Mitglied des Deutschen Bundestags: Stimmen Sie mit NEIN! Sie haben es in der Hand, diese Eskalation des Mordens mit ihrer Stimme zu stoppen. Und was den Krieg gegen Libyen betrifft, an dem sich die Bundesregierung nicht „direkt“ beteiligen wollte: Die Verstärkung der Kräfte in Afghanistan ist zugleich eine Unterstützung des Krieges in Libyen, weil damit die US-Streitkräfte entlastet werden.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel) 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschuss Friedensratschlag

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Friedensratschlag: Krieg gegen Libyen sofort stoppen! ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/616</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-616</guid><description><![CDATA[- Deutsche Verlogenheit beenden!
- US-Militäreinrichtungen schließen!
- Appell an Friedensbewegung

Zum Angriff von NATO-Staaten auf  Libyen erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer Stellungnahme:

Selbst wer geglaubt hatte, mit der Einrichtung einer Flugverbotszone unblutig und in kurzer Zeit Angriffe auf die libysche Zivilbevölkerung verhindern zu können, muss sich bitter getäuscht fühlen.

Nicht nur, dass Massenbombardements mit US-Marschflugkörpern und aus Tarnkappenbombern Schäden unter der libyschen Zivilbevölkerung anrichten, nein, sie führen auch zur Ausweitung und Intensivierung militärischer Aktionen der Angegriffenen. Das vorgebliche Ziel der alliierten Invasoren, einen Waffenstillstand zwischen den libyschen Konfliktparteien herbeibomben zu wollen, ist schon im Ansatz gescheitert.

Eines ist jetzt schon sicher: Die Fortsetzung der westlichen Bombenangriffe wird den Blutzoll in Libyen weiter steigern. Hinzu kommt, dass der Konflikt nicht aus der Luft entschieden wird, sondern am Boden. Wir fragen: Wo liegt die Grenze des westlichen Kriegseinsatzes? Bisher ist der Einsatz von Bodentruppen durch die UN-Resolution 1973 (2011) ausgeschlossen. Auch die US-Regierung schließt einen Einsatz von Bodentruppen aus. Wie lange noch? Was ist, wenn es Gaddafis Truppen gelingt, nach Benghasi einzudringen? Werden dann westliche Bomben auf Benghasi gelenkt? Werden westliche Truppen in Benghasi eingesetzt? Was geschieht im umgekehrten Fall, wenn sich die Aufständischen mit Hilfe der westlichen Luftwaffe durchsetzen sollten? Wird dann spätestens vor den Toren der Hauptstadt Tripolis durch westliche Truppen dem Vormarsch der Aufständischen Einhalt geboten, weil die Zivilbevölkerung in der Hauptstadt geschützt werden muss?

Alle diese Fragen sind unbeantwortet, müssen aber beantwortet werden, denn das Ende einer Militärintervention müsste von Anfang an mitbedacht werden. Es sei denn, man legt es tatsächlich darauf an, sich in Libyen festzusetzen. Dieser Verdacht drängt sich förmlich auf. Von Anfang an scheint Regime-Change wie in Afghanistan und im Irak das wahre Ziel des Westens zu sein.

Denn der Nutzen eines Regime-Change wäre beträchtlich. Es winkt der uneingeschränkte Zugriff auf die Erdöl- und Erdgasressourcen Libyens. Das libysche Öl, die größten Vorkommen Afrikas, haben einen derzeitigen Marktwert von rund 5 Billionen, das Gas von etwa 500 Mrd. Dollar. Mehr noch: Nach einem Regime-Change könnten westliche Mächte wieder Militärbasen einrichten. Das würde den Status Libyens vor 1969 zu Zeiten König Idris wieder herstellen, dessen Stamm der Senussis heute zu den Aufständischen zählt.

Alt bekannte Lügenmuster über angebliche Massenvernichtungswaffen in Diktatorhand machen schon wieder die Runde. Jüngste Meldungen in US-Medien, wonach sich westliche Stellen besorgt darüber zeigen, dass das Gaddafi-Regime Senfgasbestände gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnte, gehören in diese Kategorie. Etwa 600 km von Tripolis entfernt lagern knapp 10 Tonnen Senfgas in Fässern, um sie unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) durch Verbrennung zu vernichten. Libyen hat bereits im Jahr 2004 sämtliche 3.300 Bomben zerstört, in denen es eingesetzt werden könnte. Senfgas auf andere Art und Weise zu transportieren ist extrem schwierig. Die aktuelle Erwähnung der libyschen Massenvernichtungswaffen von interessierter Seite soll einen Kriegsgrund nachliefern. Er ist an den Haaren herbeigezogen.

Während die Arabische Liga, Russland und China ihr Bedauern über den brutalen westlichen Kriegseinsatz in Libyen zum Ausdruck gebracht haben, suchen wir diese Reaktion von der deutschen Regierung, die sich wie die beiden Vetomächte der Stimme im UN-Sicherheitsrat enthalten hatte, vergeblich. Zwar hat die Bundesregierung ihre berechtigte Skepsis gegenüber dem Erfolg des westlichen Krieges unterstrichen, aber ihre Handlungen unterstützen genau diesen Krieg.

Die Bundesregierung hat sämtlichen NATO-Beschlüssen zugestimmt, hat der US-Regierung die uneingeschränkte Nutzung ihrer Militärbasen in Deutschland gestattet und lässt es zu, dass das US-Kommando für Afrika (AFRICOM) in Möhringen bei Stuttgart den Angriff der USA auf Libyen koordiniert. Das Verhalten der Bundesregierung ist nicht nur doppelzüngig, sondern verlogen.

Mit ihrem überflüssigen Angebot Bundeswehrsoldaten für AWACS-Maschinen der NATO im Afghanistankrieg als Kompensation für deren Einsatz im Libyen-Krieg zur Verfügung zu stellen, weitet die Bundesregierung ihre Verstrickung in den Afghanistankrieg aus. Wochen zuvor noch hatte sie Anfragen der USA vehement abgelehnt. Denn diese Einsatzerweiterung wollte damals partout nicht zu ihrer Rhetorik des angeblichen Abzugs aus Afghanistan passen. Überflüssig ist dieses deutsche Angebot deshalb, weil allein die USA über 42 AWACS-Maschinen verfügt, die längst nicht alle im Einsatz sind.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag fordert mit allem Nachdruck,
- die Angriffe westlicher Staaten auf Libyen unverzüglich einzustellen und
- neutrale internationale Vermittler zu bestellen, die am ehesten von der Afrikanischen Union kommen könnten, um die Konfliktparteien in Libyen zu einer unverzüglichen Waffenruhe zu bewegen; die Waffenruhe könnte durch die Afrikanische Union überwacht werden.

Von der Bundesregierung verlangen wir, sich der Distanzierung vom Krieg, wie es die Arabische Liga, Russland und China getan haben, anzuschließen und den USA die Nutzung der Militärbasen und Militäreinrichtungen in Deutschland zu untersagen.

Den Bundestag fordern wir auf, den AWACS-Einsatz im Afghanistankrieg mit deutschen Soldaten abzulehnen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag unterstützt die Aktivitäten der Friedensbewegung, die sich in den kommenden Tagen überall im Lande für ein sofortiges Ende des westlichen Angriffs auf Libyen einsetzen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel)

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ulla Jelpke: Libysche Flüchtlinge brauchen Schutz der EU]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/617</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-617</guid><description><![CDATA[„Den libyschen Flüchtlingen muss Schutz in der EU gewährt werden“, kommentiert Ulla Jelpke die aktuellen Pressemeldungen, denen zufolge inzwischen schon weit über tausend Flüchtlinge aus Libyen auf den italienischen Inseln gelandet sind. „Angesichts des Bürgerkriegs in Libyen, der durch die Angriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs dramatisch zu eskalieren droht, ist mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen.“ Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:


„Die Europäische Union ist jetzt gefordert, von ihren Instrumenten zur Aufnahme von Flüchtlingen in akuten Krisensituationen Gebrauch zu machen. Sie kann die Aufnahme und den Schutz der Flüchtlinge nicht Italien und Malta allein überlassen. Auch die Bundesregierung muss ihre Bereitschaft erklären, Flüchtlinge aufzunehmen. Rückschiebungen von Asylsuchenden, die über Italien in die EU eingereist sind, müssen ausgesetzt werden. Eine weitere Überlastung des ohnehin maroden italienischen Asylsystems kann so verhindert werden.

DIE LINKE hat zu diesem Thema bereits einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der eine Neuausrichtung der EU-Asylpolitik fordert. Er wird am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages beraten.“

Der Antrag 

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/703.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW fordert Ende militärischer Interventionen gegen Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/619</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-619</guid><description><![CDATA[Die deutsche Sektion der IPPNW ist bestürzt über den zivilen Blutzoll der ersten militärischen Aktionen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen. Sie warnt, dass weitere Angriffe zu noch mehr zivilen Toten und Verletzen führen werden. Zugleich rücke eine fortgesetzte militärische Intervention das Ziel eines Waffenstillstands in weite Ferne. 

Die IPPNW fordert das Ende der militärischen Intervention, den sofortigen Waffenstillstand und den Beginn von Friedenverhandlungen. Druckmittel dazu sind die Umsetzung eines entschiedenen Ölembargos, der Stopp aller Waffenlieferungen in die Region, die Ausweitung der Sperrung libyscher Konten im Ausland und verstärkte neutrale Vermittlungsbemühungen. 

Die IPPNW findet es befremdlich, dass in Bahrain der Einsatz heimischer und fremder Truppen gegen das eigene Volk vom Westen geduldet erscheint, während die militärische Intervention in den libyschen Bürgerkrieg für das Volk zur "humanitären Intervention" erklärt wird. 

Für Christoph Krämer, stellvertretenden Vorsitzenden der IPPNW, erklären sich diese Wahrnehmungs- und Darstellungsunterschiede aus den Interessen des Westens. In Bahrain wird eine sunnitische Minderheitsstruktur militärisch stabilisiert, um einen schiitischen Umsturz zu verhindern, der die Position des Iran in der Region - und gegenüber Saudi Arabien - stärken könnte. 

In Libyen sieht Krämer das strategische Interesse des Westens auf die riesigen Ölressourcen gerichtet. Er befürchtet, dass das westliche Interesse eines akzeptablen Ölpreises zu einer Eskalation der Gewalt hin bis zur Entsendung von Interventions-Bodentruppen führen könnte. 

Die IPPNW hat die Ablehnung einer deutschen Teilnahme an den Militärmaßnahmen gegen Libyen begrüßt. Ein glaubwürdiger Schutz der libyschen Bevölkerung bedürfe aber des erhöhten zivilen Einsatzes Deutschlands. So appelliert Krämer an die Bundesregierung: "Beenden Sie Ihre Parteinahme in diesem Krieg und entsenden Sie, wie von der libyschen Regierung gefordert, deutsche Beobachter nach Libyen!" 


Kontakt: Dr. Jens-Peter Steffen
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin,

Quelle: E-Mail der IPPNW
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Krieg gegen Libyen stoppen – Nein in der NATO gefordert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/613</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-613</guid><description><![CDATA[Weitere Eskalation und zivile Opfer zu befürchten

Flüchtlinge retten – der Bevölkerung politisch und zivil helfen

UN-Resolution ist ein fataler Präzedenzfall


Zum Beginn des Krieges der „Koalition der Willigen“ gegen das Gaddafi-Regime erklärt das Netzwerk Friedenskooperative:

Der Krieg der „Koalition der Willigen“ gegen das Gaddafi-Regime zeigt schon kurz nach Beginn der Bombardements die Eskalationsgefahren, vor denen viele Stimmen nicht nur aus der Friedensbewegung gewarnt haben.

Unter Inkaufnahme zahlreicher ziviler Opfer in der libyschen Bevölkerung – durch die eigenen Bomben und die Reaktionen des Regimes – wandelt die Kriegskoalition den Bürgerkrieg zu einer militärischen Intervention westlicher Staaten mit ungewissen Folgen für die Menschen Libyen und der Gesamtregion. Der als humanitäre Mission begründete Krieg wird im Bündnis mit Autokraten aus der arabischen Liga geführt, die daheim brutal die eigene Bevölkerung unterdrücken – Brüder im Geiste Gaddafis. Auch die jetzigen Kriegsherren auf westlicher Seite haben Gaddafi bis vor kurzem hofiert. Zu Recht wird vor Ort gemutmaßt, dass ihre Motive wenig mit humanitärer Hilfe und sehr viel mit Öl zu tun haben.

Weitere Eskalation und mehr Opfer liegen in der Logik des Krieges. Die westlichen „Helfer“ werden schon bald als Invasoren angesehen werden und die libyschen Aufständischen als von ihnen gesteuert. Bereits jetzt gibt es berechtigte Kritik wegen der zivilen Opfer der Angriffe, z.B. aus der arabischen Liga, Russland und China.

Die Rolle der Bundesregierung ist mehr als zwiespältig. Nach der Enthaltung im Sicherheitsrat, die vom Außenminister zum Teil mit Argumenten begründet wurde, die von der Friedensbewegung abgekupfert schienen, folgt aus bündnispolitischen Gründen ein Eiertanz der Kanzlerin um indirekte Kriegsbeteiligung durch Entlastung der NATO in Afghanistan (AWACS)und Nutzung der deutschen Stützpunkte für die Kriegsführung.

Bündnissolidarität sollte kein Grund sein, falsche Entscheidungen letztendlich doch mitzutragen und Helfershelfer zu sein. Deshalb muss die Bundesregierung bei den laufenden NATO-Beratungen mit einem Veto gegen den Kriegseintritt des Bündnisses stimmen und die Nutzung der US-Stützpunkte dafür verweigern.

Innenpolitisch ist anscheinend eine Art „Pazifismusdebatte“ gegenüber und innerhalb der schwarz-gelben Koalition entbrannt. Durchaus laute Stimmen aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen fordern eigenes kriegerisches Eingreifen auf Seiten der Aufständischen. Für pazifistisch orientierte Menschen ergibt sich vielleicht ein mulmiges Gefühl, scheinbar mit Guido Westerwelle in einem Boot zu sitzen.

Die Kriegsbefürworter folgen dabei dem Duktus der UN-Resolution, die ein verhängnisvoller Präzedenzfall für künftige militärische Interventionen werden könnte. Anders als noch 1990 nach dem Einmarsch des Irak in Kuweit lag in Libyen keine Agression gegen einen anderen Staat vor. Nunmehr scheinen Kriege gegen beliebige Regierungen möglich, wenn die Mehrheitsverhältnisse im UN-Sicherheitsrat demnach sind und als „humanitäre Intervention“ begründet werden können. Theoretisch wären jetzt also etwa 50 Interventionen angesagt, praktisch greifen die bekannten Doppelstandards, die sich aus wirtschaftlichen Interessen und innenpolitischer Meinungsmache ergeben.

Eine Sympathie für das Regime Gaddafis kann es nicht geben. In Libyen ging es den Aufständischen wie zuvor in Tunesien und Ägypten um die Beseitigung eines Despoten, um mehr Gerechtigkeit und Freiheit, um die Respektierung ihrer Menschenrechte und eine Entwicklungsperspektive für sich und ihre Region.

Statt durch Krieg wäre ihnen aber besser durch rasches ziviles Eingreifen, Evakuierung und Aufnahme der vielen Flüchtlinge und Gestrandeten, sowie die internationale Isolation des Regimes geholfen, ähnlich, aber konsequenter als damals beim Apartheid-Regime in Südafrika.

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative



Quelle: E-Mail des ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Gegen jegliche Gewalt - Erklärung zu Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/614</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-614</guid><description><![CDATA[Die Mitgliederversammlung des „Bund für Soziale Verteidigung“, die am 20. März 2011 in Minden / Westfalen stattfand, nahm mit Entsetzen die Bombardierungen Libyens durch Frankreich, Großbritannien und die USA und deren Unterstützung durch andere Länder zur Kenntnis.  Nach den weitgehend gewaltfreien Aufständen in Tunesien und Ägypten sind in einer Reihe weiterer Länder des Nahen und Mittleren Ostens Volksbewegungen entstanden, die sich gegen ihre diktatorischen Regierungen erheben. Die Versuche der gewaltsamen Niederschlagung dieser Aufstände – nicht nur in Libyen, sondern auch in Bahrain, Jemen und anderen Ländern - beobachten wir mit großer Sorge und sehen uns solidarisch mit all jenen Menschen, die ohne Waffen für Demokratisierung eintreten.

Das militärische Eingreifen in Libyen wird als ein effektiver Weg dargestellt. Dabei wird ausgeblendet, dass durch die Bombardierungen weitere unbeteiligte Zivilisten sterben und der innerlibysche Konflikt durch die Eskalation der Gewalt mit Gewissheit vertieft werden. Stattdessen sollte durch Angebote der Vermittlung und durch zivile Mittel (z.B. Ölboykott, Asyl für desertierende Soldaten) versucht werden, die Situation zu deeskalieren und das Leben der Aufständischen zu schützen. Uns ist nicht bekannt, dass solche Versuche ernsthaft unternommen wurden. Militärgewalt ist einmal mehr nicht das letzte Mittel (ultima ratio), sondern wurde leichtfertig und ohne Bedenken der längerfristigen Konsequenzen beschlossen. 

Wir stellen auch fest, dass der Bürgerkrieg in Libyen mit Waffen geführt wird, die von NATO-Staaten geliefert wurden. Wir fordern das vollständige Verbot von Waffenexporten. Die bisherigen Restriktionen bei Rüstungsexporten sind, wie sich jetzt wieder erweist, völlig unzureichend. Wir begrüßen, dass die Bundesrepublik im Weltsicherheitsrat den militärischen Maßnahmen nicht zugestimmt hat. Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich jetzt für die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen einsetzt und Bürgerkriegsflüchtlingen unbürokratisch Asyl gewährt. 

Quelle: E-Mail des ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/618</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-618</guid><description><![CDATA[Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt. Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt. Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.

Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!

Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu unterstützen.
Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen Intervention gegen
Libyen.

Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011


Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - 
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) 
Bundesvereinigung
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin


Quelle: E-Mail der VVN-BdA
----------------------------------------
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/365.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Krieg in Libyen: Nicht in unserem Namen!   ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/611</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-611</guid><description><![CDATA[         Durch die Intervention ausländischer Armeen wird  aus dem Bürgerkrieg in Libyen ein international geführter Krieg. Die Friedensbewegung in Deutschland und mit ihr der Friedensrat Markgräflerland erhebt ihre Stimme gegen diesen Krieg. So richtig es ist, dem Regime Gaddafis Einhalt zu gebieten, so falsch ist es, dies mit Krieg erreichen zu wollen. Krieg ist die Ultima irratio. Krieg bringt nur neues und größeres Leiden für die Menschen.        

         In dieser Situation wendet sich der Friedensrat Markgräflerland an die Menschen der Regio mit mit der dringlichen Bitte, sich für die eine zivile Lösung der Konflikte in Nordafrika und Arabien einzusetzen und die Stimme des Friedens zu erheben.     

Quelle: Pressemitteilung per E-Mail des Friedensrat Markgräflerland
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/53.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag kritisiert UNO und lobt Deutschland]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/609</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-609</guid><description><![CDATA[- Eine merkwürdige Resolution des UN-Sicherheitsrats
- UNO sagt Ja zum Krieg und Nein zur Besatzung: Quadratur des Kreises
- Deutschland enthält sich der Stimme
- Frankreich will Krieg führen

Zur gestern beschlossenen Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Libyen erklärte der Sprecher des Friedensratschlags in einer ersten Stellungnahme:

Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrats [UN-SR-Res. 1973 (2011)] enthält drei Merkwürdigkeiten:

Erstens wird der Arabischen Liga eine "wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Friedens und der internationalen Sicherheit in der Region" zugeschrieben. Dies, nachdem Mitglieder der Liga zwei Tage zuvor in Bahrain eingefallen waren, um das despotische Herrscherhaus in seinem Kampf gegen friedliche Demonstranten zu schützen! Und nachdem vor knapp einer Woche eben diese Liga, die aus 22 Mitgliedstaaten besteht, mit gerade einmal 9:2 Stimmen (11 Staaten waren der Sitzung fern geblieben) sich für eine Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen hatte.

Zweitens werden die Mitgliedstaaten und Regionalorganisationen (wie z.B. die NATO) ermächtigt, "alle notwendigen Maßnahmen" zu ergreifen, um Zivilpersonen vor Angriffen überall im Land, "einschließlich Benghazi" - zu schützen. Zugleich aber wird eine ausländische Besatzung jeglicher Art und in allen Teilen des Landes strikt ausgeschlossen. Wie die Durchsetzung einer Flugverbotszone ohne massive Eingriffe am Boden gelingen soll, bleibt vorerst das Geheimnis des UN-Sicherheitsrats. Und scheint es wie die Quadratur des Kreises.

Drittens werden ein Waffenstillstand und ein Ende der Gewalt gefordert (Art. 1 der Res.). Damit sind alle libyschen Konfliktparteien gemeint. Wie verträgt sich diese Aufforderung aber mit der Ermächtigung zur militärischen Einrichtung einer Flugverbotszone, die offensichtlich nur gegen eine Partei gerichtet ist und eine andere unterstützt?

Brasilien, China, Deutschland, Indien und Russland haben sich im UN-Sicherheitsrat der Stimme enthalten. Ihre Einwände gegen die Resolution betrafen vor allem die Praktikabilität der militärischen Maßnahme: Inwieweit ist es möglich, den Luftraum Libyens frei zu halten, ohne in einen Krieg mit der libyschen Luftwaffe und der libyschen Luftabwehr zu geraten? Die Resolution verfährt nach dem Prinzip des "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - überlässt sie es doch den Staaten dieser Welt, wie sie nun mit der Resolution umgehen wollen. Jeder kann - keiner muss eingreifen.

Wir begrüßen ausdrücklich Deutschlands Enthaltung im Sicherheitsrat, die der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig mit den "großen Risiken" begründete, welche die Implementierung des Beschlusses birgt. Die Wahrscheinlichkeit des Verlustes an Menschenleben "in großer Zahl" dürfe nicht unterschätzt werden, sagte er in der Sitzung. Aus diesen Gründen werden sich deutsche Streitkräfte nicht an den militärischen Maßnahmen beteiligen.

Es gibt Alternativen zum Kriegseinsatz. Die Resolution selbst enthält eine Reihe von Maßnahmen, die sofort zu ergreifen sind und die das Regime Gaddafi entscheidend schwächen würden (sie reichen von der Verhinderung von Waffenlieferungen bis zum Einfrieren von Vermögen konkret benannter Regierungsmitglieder und Militärs; siehe Art. 13 bis 23). Über weitere Vorschläge und Vermittlungsangebote von dritter Seite (wie z.B. Venezuelas oder der Afrikanischen Union) hat sich der Beschluss des UN-Gremiums unverständlicherweise hinweg gesetzt.

Unter Nutzung der unpräzisen Formulierungen der Resolution hat Frankreich hat bereits angekündigt, "in wenigen Stunden" mit Angriffen auf Libyen zu beginnen.

Der Friedensratschlag ist empört über die Leichtfertigkeit, mit welcher der UN-Sicherheitsrat Kriegsermächtigungen vergibt. Die Friedensbewegung ist aufgefordert, ihre Stimme gegen den Krieg zu erheben. An die befreundete Friedensbewegung Frankreichs hat der Friedensratschlag eine entsprechende Botschaft geschickt. 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Informationen zur Atomkatastrophe in Japan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/605</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-605</guid><description><![CDATA[Mit einer Sonderseite will die Organisation IPPNW  über die Atomkatastrophe in Japan und nützliche Materialien zum Thema Atomunfall, Strahlenschutz, Radioaktivität und Gesundheit sowie Tschernobylfolgen informieren und bietet dazu auch Matertialien zum Herunterladen an. 



Veranstaltungshinweis:
25. und 26. März 2011, Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr. 64, 80336 München
 25 Jahre Tschernobyl - Bombenrisiko Atomkraft

Atomwaffen und Atomenergie gemeinsam abschaffen
weitere Infos ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Kreuzzug durchkreuzen - 10 Jahre ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/606</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-606</guid><description><![CDATA[Jahrestagung und Mitgliederversammlung des BSV  vom 18. bis 20. März 2011, in Minden

In diesem Jahr jährt sich der Terroranschlag vom 11. September in New York und Washington zum 10. Mal, ein Ereignis, das die Welt nachhaltig verändert hat. Als Friedens- und auch Bürgerrechtsorganisation nimmt der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) auf seiner Jahrestagung vom 18.-20. März 2011 in Minden diesen Jahrestag zum Anlass, um eine kritische Bilanz der letzten zehn Jahre zu ziehen.

Der Titel der Tagung „Den Kreuzzug durchkreuzen – 10 Jahre &#39;Krieg gegen den Terror&#39;“ verweist darauf, welche Folgen der Anschlag ausgelöst oder verstärkt hat: die erstmalige Ausrufung des Bündnisfalls der NATO, die Interventionen und Kriege im Irak und in Afghanistan, eine Einschränkung von Bürgerrechten oder eine Dämonisierung des Islam.

Am Freitag Abend wird der renommierte Journalist Otfried Nassauer (BITS) die sicherheitspolitischen Folgen von 9/11 eingehend analyiseren. Am Samstag Morgen wird Elke Steven (Komitee für Grundrechte und Demokratie) die (negativen) Nebenwirkungen von 9/11 darzustellen: die zunehmende gesellschaftliche Militarisierung.

Aber der BSV bleibt nicht bei der Analyse des Vergangenen stehen. Als Dach- und Fachverband für gewaltfreie Konfliktaustragung wird er die selten diskutierte Frage ansprechen, ob dem Problem des Terrorismus mit gewaltfreien Mitteln begegnet werden kann. Zu dieser Frage hat der BSV den schwedischen Friedensforscher und Friedensaktivisten Stellan Vinthagen (War Resisters International / Resistance Studies) eingeladen. Er wird am Samstag Nachmittag über „Alternative Ansätze gegen Terrorismusbedrohung“ sprechen.

Als ReferentInnen für diverse Arbeitsgruppen am Vormittag und Nachmittag wurden eingeladen:
- Thema „Krieg gegen Terror als Vorwand für Kriege“: Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung
- Thema „Afghanistan und Irak“: Otmar Steinbicker, aixpaix
- Thema „Menschenrechtsverletzungen im Krieg gegen Terror“: Christoph Burtscher, Amnesty International
- Thema „Bausteine zur Überwindung des Feindbilds Islam“: Roland Schüler, Friedensbildungswerk Köln
- Thema „Wie kann die Friedensbewegung ihre Ziele erreichen“: Renate Wanie, Werkstatt für gewaltfreie Aktion, Baden
- Thema „Militarisierung des Zivilen oder Zivilisierung des Militärischen“: Ute Finckh, BSV
- Thema „Möglichkeiten der Zivilen Konfliktbearbeitung“ (Utopiewerkstatt): Björn Kunter, BSV

.

Es sei darauf verwiesen, dass am Samstag Abend eine fünfteilige Ausstellung zur Nonviolent Peaceforce „Krieg löst keine Konflikte – Es gibt eine Alternative“ erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt wird. Einführende Worte wird Outi Arajärvi, Mitglied im Internationalen Vorstand der Nonviolent Peaceforce und Vorstandsmitglied des BSV, sprechen.

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Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8 32423 Minden 
Email:     info [at] soziale-verteidigung.de
Tel.:     0571/29456 Fax: 0571/23019 
Internet:




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA["Flugverbot ist Kriegsbeginn - Bodentruppen sind der Anfang einer Besatzung"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/607</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-607</guid><description><![CDATA["So wie die Einrichtung einer Flugverbotszone einen militärischen Angriff bedeutet, so ist der Einmarsch von Bodentruppen der Beginn einer militärischen Besatzung", kommentierte Inge Höger die Ankündigung der UN-Botschafterin der USA Susan Rice, über eine Flugverbotszone hinaus in Libyen militärisch eingreifen zu wollen. Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, warnt eindringlich vor einer Militärintervention des Westens. 

Höger weiter:

"Ein Angriff auf Libyen wird die Opposition in Libyen irrelevant machen und die Demokratiebewegungen im Nahen Osten und Nordafrika dem Verdacht aussetzen, sie seien vom Westen gesteuert. Jahrelang haben die USA und die EU Gaddafi für seine Verbrechen Waffen geliefert und ihm Rückendeckung gegeben, um an die Bodenschätze zu kommen und Flüchtlinge zu bekämpfen. Durch einen Kriegseinsatz ist das nicht wieder gut zu machen. Opfer werden nicht zuerst Gaddafi und seine Getreuen sein, sondern die libysche Zivilbevölkerung. Aus den Desastern in Afghanistan und im Irak haben die USA scheinbar nicht gelernt. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, keinerlei Kriegsvorbereitungen zu unterstützen, egal ob die Einrichtung einer Flugverbotszone oder die Entsendung von Bodentruppen, egal ob im Rahmen des UN-Sicherheitsrates, der EU oder der NATO!"


 ist Mitglied der DFG-VK...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/515.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[An gewaltfreien Maßnahmen gegenüber Libyen festhalten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/604</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-604</guid><description><![CDATA[pax christi-Kommission Friedenspolitik lehnt Überlegungen zu militärischem Eingreifen ab

Die pax christi-Kommission Friedenspolitik verurteilt die offenkundigen Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes und jede Form von Gewaltanwendung bei den derzeitigen politischen Auseinandersetzungen in Libyen. Wir glauben aber nicht, dass der Konflikt durch militärische Gewalt von außen beizulegen und dadurch ein Blutbad zu verhindern ist. Vielmehr birgt ein militärisches Eingreifen aus vorgeblich humanitären Gründen die Gefahr einer langfristigen militärischen Verstrickung.

Wir setzen daher allein auf gewaltfreie Maßnahmen gegenüber Libyen und lehnen jede Unterstützung einer mit Waffengewalt kämpfenden Partei ab. Unsere Anteilnahme gilt unterschiedslos allen Opfern von Gewalt, unsere besondere Anerkennung aber den Libyern und Libyerinnen, die Unterdrückung und Ausbeutung mit gewaltfreien Mitteln bekämpfen. Wir ermutigen sie in ihrem Widerstand und wollen nach Kräften dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit in unserem Land ihrem legitimen Protest anhaltende Aufmerksamkeit zuwendet. Wir vertrauen auf die Kraft aktiver Gewaltfreiheit - in der Überzeugung, dass sich in unserer global vernetzten Welt nur damit selbstbestimmte und zukunftsfähige Wege zur Überwindung von offener Gewalt, von Unterdrückung, Ausbeutung und Entfremdung eröffnen. Die jüngsten Beispiele Tunesien und Ägypten bestärken uns in dieser Überzeugung.

Im Falle Libyens legen die verantwortungslosen Gedankenspiele mit Flugverbotszonen, der Bewaffnung von Aufständischen oder gar dem Einsatz von Spezial-Bodentruppen den Verdacht nahe, dass sie von der Sicherung der Rohstoffe des Landes für die westlichen Industriestaaten motiviert sind. Wir sehen die Gefahr, dass dadurch die Glaubwürdigkeit des Volksaufstandes in Libyen und anderen arabischen Ländern zerstört wird.

Stattdessen sind die politischen und geschäftlichen Beziehungen, die europäische Regierungen und Wirtschaftsunternehmen - allen voran aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland -, aber auch die USA, Russland und China bis vor kurzem mit dem Gaddafi-Regime gepflegt haben, konsequent anzuprangern. Wir fordern die deutsche und die europäischen Regierungen auf, den Import von Öl aus Libyen bis zum Ende des Gaddafi-Regimes zu unterbinden.

Eine besonders verwerfliche Beziehung verbindet die europäische Politik und den Gaddafi-Clan auf dem im Lissabonvertrag festgeschriebenen Tätigkeitsfeld der EU-Agentur FRONTEX bei der Verhinderung von Flüchtlingsbewegungen in die EU. Die damit im Zusammenhang stehende Lieferung von Störsendern und G36-Sturmgewehren aus Deutschland in die Krisenregion wird auch gerichtlich im Detail zu untersuchen sein. Alle Personen und Institutionen, die mit dem Gaddafi-Regime paktiert haben, müssen vor nationalen, europäischen und UN-Instanzen für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.

URL: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/602</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-602</guid><description><![CDATA[Monty Schädel: „Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Vor dem Hintergrund zunehmender Kriegsrhetorik fordert Monty Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), die Besinnung der Politik zur Diplomatie und humanitärer Hilfe.

Schädel warnt vor einer weiteren Eskalation des Konfliktes in Libyen durch die von NATO-Militärs  und -Politiker laut vorgebrachten Gedanken einer mögliche militärischen Intervention in dem nordafrikanischen Land. „Wer von Überwachung fremden Luftraums oder Flugverbotszonen über fremden Territoriums spricht, muss dieses in der Folge auch umsetzen, was unweigerlich zu einer weiteren Eskalation der Situation beiträgt.“ Solche Verlautbarungen müssten als Drohung verstanden werden und trügen nicht zu einer Deeskalation bei. Anstelle einen weiteren Krieg verbal und durch Truppenkonzentrationen direkt vorzubereiten, sollten die reichen Länder ihre zivile humanitäre Verantwortung wahrnehmen.

Monty Schädel: „Für humanitäre Hilfe und Deeskalation werden keine Soldaten und Waffen benötigt! Die stören dabei nur!“ Flüchtlingen bräuchten in dem Krisengebieten Unterstützung und auch in Westeuropa Asyl. Um sofort zu helfen könnte die EU den Deserteuren aus den Kriegsgebieten Asyl gewähren und auch andere Flüchtlingen aus den arabischen Ländern die Grenzen öffnen.

Das es den westlichen Ländern in Nordamerika und der EU offensichtlich aber nicht um humanitäre Hilfe für bedrohte Zivilisten geht, macht das Versagen bei der zivil möglichen Unterstützung für die Flüchtlinge in Nordafrika deutlich. „Während in kürzester Zeit Kriegsmaterial in die Krisenregion verbracht, Flüchtlinge in Richtung EU auf dem Mittelmeer abgefangen sowie Grenzen mit Millionenaufwand dicht gemacht werden können, fehlt es an anderer Stelle an Trinkwasser, Zelten, Lebensmitteln zu einem Bruchteil der anderen Kosten.“

Als „heuchlerisch“ bezeichnete der Friedensaktivist die Betonung westlicher Politiker, Zivilisten mit ihrem Handeln schützen zu wollen. Das Militärbündnis NATO sei für Friedenslösung völlig ungeeignet. Monty Schädel wies darauf hin, welchen Entwicklung die angeblich militärisch notwendige Durchsetzung von Menschenrechten durch die NATO-Länder in anderen Teilen der Welt genommen hat. „Trotz jahrelanger Besatzung des Iraks gibt es in dem Land eine schier unerschöpfliche Flut von Kriegsmaterial aus den Rüstungsschmieden der NATO-Länder und sich damit bekriegenden Einheiten. Im zehnten Jahr des Krieges gegen Afghanistan mit mehr als 100.000 Besatzungssoldaten ist die dortige Gesellschaft keinen Schritt näher an eine friedliche Zukunft gekommen.“

Auf die Ermordung von acht Kindern durch NATO-Beschuss in Afghanistan bezugnehmend erklärte der DFG-VK-Bundessprecher: „Wer in Afghanistan seit 10 Jahren fast täglich Zivilisten  mit Raketen und Bomben aus Kampfflugzeuge und Hubschraubern ermordet, sollte sich nicht als Friedenskraft oder Wächter von Menschenrechten präsentieren. Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Der Konflikt in Libyen kann nach Ansicht des Friedenspolitikers nur unter neutraler Vermittlung, durch Verhandlungen der Konfliktparteien miteinander, ohne die Einmischung oder Drohung von außen gelöst werden.

Weitere Informationen aus der Friedensbewegung zu Libyen:
- Pressemitteilung des Bundesauschuss Friedensratschlags vom 08.03.2011: 

- DFG-VK-Pressemitteilung vom 04.03.2011: 

- Interview vom DFG-VK-Bundessprecher Jürgen Grässlin am 01.03.2011: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/172.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Appell aus der Friedensbewegung: Kein Öl ins Feuer gießen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/603</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-603</guid><description><![CDATA[Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen! Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag


    * NATO-Planungen zur Libyen-Invasion beenden
   * Deutsche Kriegsschiffe abziehen
  * Humanitäre Hilfe muss zivile Hilfe sein
 * Für Waffenruhe und Verhandlungslösung 


Zum Bürgerkrieg in Libyen und den militärischen Drohung aus dem Ausland erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel in einer Stellungnahme:

Die brutale Niederschlagung anfangs friedlicher Demonstrationen vor allem in den östlichen Teilen Libyens durch Sicherheitskräfte des Gaddafi-Regimes hat zu einer raschen Militarisierung des Konflikts seitens der Aufständischen und somit insgesamt zu einer gefährlichen Eskalation der Gewalt geführt, sodass sich das ölreichste Land Afrikas am Beginn eines blutig ausgetragenen Bürgerkrieges befindet. Insbesondere Berichte über den Einsatz der libyschen Luftwaffe gegen die Zivilbevölkerung ließen zahlreiche Rufe nach der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen laut werden. Ganz abgesehen davon, dass es dafür bisher keine überprüfbaren Beweise gibt (US-Verteidigungsminister Gates sagte, dass das Pentagon keine Bestätigung dafür habe, dass Revolutionsführer Gaddafi seine Bevölkerung tatsächlich aus der Luft habe beschießen lassen; er habe das bisher nur Presseberichten entnommen), warnen wir entschieden davor, diese Option weiter zu verfolgen. Und zwar aus zwei Gründen:

                    1.     Die Einrichtung einer Flugverbotszone („No-Fly-Zone“) stellt eine Kriegshandlung dar, die in einem laufenden Konflikt eindeutig Partei ergreift. Die eingreifende Seite muss in der Lage sein, sämtliche Militärflugzeuge abzufangen. Die libysche Luftwaffe verfügt nominell über 374 Kampfflugzeuge auf 13 Stützpunkten. Notwendig wäre zudem die Ausschaltung der libyschen Flugabwehr, was mit beträchtlichen „Kollateralschäden“ verbunden sein dürfte. Auch wenn sich die diesbezüglichen NATO-Planungen noch in einem Anfangsstadium befinden sollten, haben sie schon jetzt dazu beigetragen, den Konflikt weiter anzuheizen. Das Gaddafi-Regime kann sich dadurch zum Verteidiger der nationalen Ölinteressen aufspielen und der „Nationalrat“ der Opposition sieht keine Veranlassung zurückzustecken, weil er sich in der Hoffnung wähnt, die NATO käme ihm aus der Luft zur Hilfe.
                    2.     Die Folgen einer „No-Fly-Zone“ für die arabische Welt und die südlich angrenzenden Staaten sind unkalkulierbar. Denn die Geschichte der Einrichtung von „No-Fly-Zones“ über dem Irak und in Bosnien-Herzegowina hat gezeigt, dass es damit nicht getan war. In beiden Fällen folgte der Einsatz von Bodentruppen. Auch für Libyen lässt sich dies nicht ausschließen. Die Folge wäre hier ein NATO-Krieg gegen die Metropole Tripolis. Die Agglomeration der libyschen Hauptstadt beherbergt etwa ein Drittel der rund sechs Millionen Einwohner Libyens. Angesichts dieser blutigen Aussichten sollten sich derartige Gedankengänge von vornherein verbieten. 

Gegenwärtig deutet vieles auf einen zähen und langwierigen Bürgerkrieg hin. Beide Seiten beanspruchen für sich jeweils für das ganze Land zu sprechen, aber keine Seite kann der anderen einen entscheidenden Schlag versetzen. Die Folgen eines Bürgerkrieges wären hohe Opferzahlen und ein Anstieg der Flüchtlingsströme bei zunehmender Schwächung der Wirtschaft und einer Beeinträchtigung der Versorgungslage. Dies würde zu einer Destabilisierung einer sich im Umbruch befindenden arabischen Welt beitragen und hätte darüber hinaus unübersehbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Jedes militärische Eingreifen von außen würde zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Interventionsplanspielen der NATO oder der EU muss entschieden entgegen getreten werden. Wir erachten es für dringend notwendig, dass sich neutrale Vermittler finden, die sich unverzüglich um Verhandlungen mit den Konfliktparteien bemühen. Erstes Ziel muss eine Waffenruhe sein. Es ist uns unverständlich, weshalb der kürzlich vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez entworfene Friedensplan, der auf die Zustimmung Gaddafis traf, vom Westen übergangen wurde. Solange in den USA und in der EU einseitig auf den Sturz Gaddafis gesetzt wird, rückt eine Lösung des Konflikts in weite Ferne.

Für verfehlt halten wir den Einsatz der deutschen Luftwaffe in und der Marine vor Libyen. Der Flug von zwei Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr in die libysche Wüste am 26. Februar war nicht nur überflüssig, sondern auch völkerrechtswidrig. Zuvor war übereinstimmend berichtet worden, dass die Lage an den Ölförderstätten der BASF-Tochter Wintershall in der Wüste bei Nafoora (ca. 400 km südöstlich von Bengasi in der Cyrenaika gelegen) „ruhig“ gewesen sei. Die Anlage sei heruntergefahren worden, und lediglich wenige Wachleute seien zurückgeblieben. Weshalb dann trotzdem die Bundeswehr-Maschinen, von bewaffneten Fallschirmjägern der Bundeswehr begleitet, ohne Genehmigung in den libyschen Luftraum eindringen „mussten“, konnte von der Bundesregierung nicht plausibel begründet werden. Für Leib und Leben der 132 Ausländer, darunter 22 Deutsche, die nach Kreta ausgeflogen wurden, hatte offensichtlich keine Gefahr bestanden. „Gefahr im Verzug“ konnte also nicht geltend gemacht werden. Internationales Recht wurde gebrochen, weil die Bundeswehr unbefugt in fremden Luftraum eingedrungen ist. Weil es sich hier um einen bewaffneten Einsatz der Bundeswehr handelte, hätte der Bundestag zuvor zustimmen müssen. Eine nachträgliche Zustimmung, wie sie das „Parlamentsbeteiligungsgesetz“ im Falle der „Gefahr im Verzug“ vorsieht, greift hier nicht – und ist im Übrigen bislang auch nicht beantragt worden.

Für verfehlt halten wir auch den Einsatz von zwei Fregatten und einem Einsatzgruppenversorger, um 400 Flüchtlinge von Tunesien nach Ägypten zu transportieren. Die Kriegsschiffe sind für den Personentransport nur unzureichend ausgestattet. Warum müssen es überhaupt Kriegsschiffe sein? China beispielsweise hat für die Evakuierung ihrer 36.000 Landsleute griechische Fähren gechartert und zivile Flugzeuge genutzt. Zivile Flugzeuge hätten es für Deutschland auch getan, zumal dann die Flüchtlinge nicht drei Tage, sondern nur wenige Stunden unterwegs gewesen wären.

Wir bewerten den unsachgemäßen Einsatz militärischer Mittel als Versuch, humanitäre Hilfe zu militarisieren, d.h. militärische Maßnahmen als „alternativlos“ darzustellen und damit zu legitimieren. Nicht nur in diesem Fall wären ausschließlich zivile Hilfsmaßnahmen zu Gunsten der Flüchtlinge effektiver und kostengünstiger gewesen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an die Bundesregierung, sowohl in der NATO und in der EU als auch im UN-Sicherheitsrat allen Bestrebungen entgegen zu treten, die ein militärisches Eingreifen in Libyen zum Ziel hätten. Was die Bevölkerung in Libyen am dringendsten braucht, sind ein Waffenstillstand und internationale Bemühungen – vor allem von Seiten der Afrikanischen Union – um eine neutrale Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Türkei: Die Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer geht weiter]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/601</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-601</guid><description><![CDATA[Inan Süvers Verhandlung vertagt – Halil Savda rechtskräftig verurteilt


In der gestrigen Verhandlung gegen den türkisch-kurdischen Kriegsdienstverweigerer Inan Süver wurde das Verfahren wegen Desertion und Befehlsverweigerung vertagt, da die offizielle Bestätigung für seine Ausmusterung noch nicht vorlag. Das berichtete Süvers Rechtsanwältin. Das Verfahren wird am 6. Juni fortgesetzt.

In einem Verfahren gegen Halil Savda, das vergangenen Freitag stattfand, wurde ein Urteil wegen öffentlicher Äußerungen zur Kriegsdienstverweigerung vom Berufungsgericht bestätigt. In einer Presseerklärung hatte er am 1. August 2006 seine Solidarität mit den israelischen Kriegsdienstverweigerern Itzik Shabbat und Amir Pasteur erklärt. Er wurde deswegen nun rechtskräftig wegen „Distanzierung des Volkes vom Militär“ zu fünf Monaten Haft verurteilt, so die Internetplattform Bianet. In Kürze muss er seine Haft antreten.

 verurteilt die Strafverfolgung der Kriegsdienstverweigerer in der Türkei. „Auf breiter Front gehen die türkische Regierung und das türkische Militär gegen Kriegsdienstverweigerer vor,“ so Rudi Friedrich von Connection e.V. heute. „Immer wieder werden dabei schwere Menschenrechtsverstöße begangen. Wir fordern die Türkei auf, hier umgehend Abhilfe zu schaffen und alle Verfahren gegen Kriegsdienstverweigerer einzustellen.“

 
Zu Inan Süver
Inan Süver war 2001 zum Militärdienst einberufen worden. Wegen mehrmaliger Desertion wurde er in drei Verfahren zu insgesamt 25 Monaten Haft verurteilt. Sieben Monate verbüßte er bereits vor mehreren Jahren. Nach seiner vorläufigen Entlassung tauchte er unter.
Als Inan Süver desertierte, wusste er nichts von der Idee der Kriegsdienstverweigerung. Erst am 10. Oktober 2009 verweigerte er offiziell.
Am 5. August 2010 wurde er erneut verhaftet. Wie andere Kriegsdienstverweigerer wurde er in der Haft mehrmals misshandelt. Da er den größten Teil der bisherigen Haftstrafe verbüßt hat, ist mit einer vorzeitigen Entlassung von Inan Süver zum 6. Juni 2011 zu rechnen. Aber gegen ihn sind weitere Militärstrafverfahren anhängig: Wegen Desertion im Jahre 2007 und wegen seiner Weigerung, nach der Verhaftung im August 2010 eine Uniform anzuziehen. ()


Zu Halil Savda
Halil Savda war früher Angehöriger der PKK, der Kurdischen Arbeiterpartei, die einen bewaffneten Kampf gegen die Türkei führte und führt. Er wandte sich im Jahre 2004 von der PKK ab, als er wegen seiner Mitgliedschaft eine Haftstrafe verbüßte: "Im Gefängnis setzte ich mich intensiv mit der Gewaltfrage auseinander. Ich las von anderen Kriegsdienstverweigerern und ihrem Kampf, was mich sehr ansprach. Ich fühlte, dass dies meiner inneren Überzeugung entsprach und wurde so selbst zum Kriegsdienstverweigerer."
Zuletzt saß Halil Savda vom 27. März bis 25. November 2008 wegen Desertion und Ungehorsam im Gefängnis. Am 25. April 2008 wurde er ausgemustert.
Gegen Halil Savda ist noch ein weiteres Verfahren wegen kritischer Äußerungen gegen das Militär anhängig. Gemeinsam mit drei anderen Aktivisten wurde er im Juni 2010 wegen der Unterstützung des türkischen Kriegsdienstverweigerers Enver Aydemir angeklagt und zu sechs Monaten Haft verurteilt. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein. ()


Zum Hintergrund
Die Türkei verfolgt Kriegsdienstverweigerer auf zweierlei Art und Weise. Zum einen werden öffentliche Äußerungen gegen das Militär unter Strafe gestellt. Zum anderen wird das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkannt. Kriegsdienstverweigerer wie Halil Savda, Osman Murat Ülke, Mehmet Tarhan oder Mehmet Bal wurden wegen Befehlsverweigerung bzw. Ungehorsam bis zu sieben Mal verurteilt. Die Wehrpflicht gilt erst nach Ableistung des Militärdienstes als erfüllt.

Im Rahmen der Beitrittsverhandlungen zur EU hatte die Europäische Kommission wiederholt die Strafverfolgung von Meinungsäußerungen kritisiert (). Zudem verstößt die Türkei mit der Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 24. Januar 2006. Darin hatte das Gericht festgestellt, dass wiederholte Anklagen gegen Kriegsdienstverweigerer in Verbindung mit der Möglichkeit einer lebenslangen Strafverfolgung "im Missverhältnis zu dem Ziel stehen, die Ableistung des Militärdienstes sicherzustellen", und damit die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen. ()



gez. Rudi Friedrich

*******************************
Quelle: 
Connection e.V., Gerberstr. 5, 63065 Offenbach
E-Mail: 
Website: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zum Rücktritt Karl Theodor zu Guttenbergs vom Amt des Bundesverteidigungsministers]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/599</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-599</guid><description><![CDATA[erklärt die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Kathrin Vogler: 
 
"Der Rücktritt von Guttenberg als Verteidigungsminister war überfällig. Wer ein derart gestörtes Verhältnis zu Recht und Unrecht hat, darf nicht über Krieg und Frieden entscheiden. Dennoch ist dieser Rücktritt nicht das Ende der Affäre. Ich erwarte, dass die mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaften jetzt zügig die strafrechtliche Relevanz des Verhaltens von zu Guttenberg bewerten und entsprechende Strafverfahren in Gang setzen." 
Vogler, die gegen Guttenberg Strafanzeige erstattet hat, wartet noch auf eine Eingangsbestätigung der Staatsanwaltschaft Bayreuth. 

Vogler bedankt sich bei den inzwischen über 50.000 Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftlern, die mit einem Aufruf den Druck auf Guttenberg erhöht hatten: "Dieses gesellschaftspolitische Engagement würde ich mir öfter wünschen." 

Politisch bewertet sie den Rücktritt Guttenbergs als Menetekel für Kanzlerin Merkel und die Afghanistanpolitik der Regierung: "Frau Merkel hat Guttenberg ins Kabinett geholt, gerade weil er so gut täuschen und tarnen kann. In der Kundus-Affäre sollte er nach innen vertuschen und öffentlich den Aufklärer spielen. Der nächste Verteidigungsminister sollte sofort den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan veranlassen. Erst dann wäre der Rücktritt Guttenbergs eine wirklich gute Nachricht."

----
Kathrin Vogler ist Mitglied der DFG-VK, ist im Landesverband NRW akriv und war Geschäftsführerin des DFG-VK-Bundesverbandes. Darüber hinaus ist sie auch in anderen Teilen der Friedensbewegung aktiv....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Per Flugverbotszone in den Krieg in Nordafrika?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/594</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-594</guid><description><![CDATA[Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Am Vormittag des 22.2.2011 forderte der ehemalige britische Außenminister Lord David Owen gegenüber Aljazeera eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats, in der die Situation in Libyen als „Gefährdung des Weltfriedens“ deklariert wird und nach Kapitel VII der UN-Charta, das militärische Zwangsmaßnahmen zulässt, eine Flugverbotszone über Libyen eingerichtet wird. Keine zwei Stunden später wird dieselbe Forderung von der einflußreichen International Crisis Group über ihren Newsletter verschickt. Doch auch in bedeutend staatsferneren Medien taucht dieser Vorschlag auf: Im Namen der dubiosen Anonymous-Gruppe, die mit ihrer Solidaritätsaktion für Wikileaks mehr von sich Reden machte, als Konkretes zu erreichen, wird in zahlreichen Internetforen, darunter Indymedia, folgender Aufruf verbreitet: „An die Vereinten Nationen … Anonymous verlang von Ihnen, dass sie alle nötigen Maßnahmen zum Schutze der Libyschen bevölerung starten...[Dazu gehört] das Einrichten einer Flugverbotszone, sodass kein Zivilist mehr Bombardiert werden kann.“ [Fehler im Original] Auch die Forderung des ehemaligen britischen Außenministers passt sich – so scheint es – ganz den neuen Mobilisierungs- und Protestformen, wie sie die Aufstände in Nordafrika geprägt haben, an: Sie findet sich weniger auf Nachrichtenportalen, als dass sie weltweit getwittert wird.

Der Ruf nach einer Intervention ist angesichts der unglaublich heftigen Repression des libyschen Militärs gegen den Aufstand verständlich – aber auch gefährlich. Und er droht wiederum missbraucht zu werden. Zunächst klingt alles sehr harmlos: Die UN richten eine Flugverbotszone ein. Doch die UN kann diese nicht durchsetzen, infrage käme hierzu eigentlich nur die NATO. Genau darin bestand auch Owens Vorschlag: die NATO solle – evtl. gemeinsam mit der ägyptischen Armee – diese Flugverbotszone durchsetzen, libysche Flugzeuge abschießen und Flugplätze bombardieren. Angesichts der militärischen Ausrüstung Libyens bedeutet dies einen handfesten Krieg. Alleine im Jahr 2009 wurde der Export italienischer Kampfflugzeuge im Wert von 107 Mio. Euro nach Libyen genehmigt, Portugal lieferte Drohnen im Wert 4.6 Mio. Euro. Deutschland hat ebenfalls 2009 u.a. Störsender für 43,2 Mio. Euro geliefert, die nicht nur die Kommunikation unter den Protestierenden und auch die Evakuation von Ausländern behindern, sondern auch militärische Angriffe erschweren können.

Bislang wurden zwei Mal von der UN mandatierte Flugverbotszonen eingerichtet und auch durchgesetzt: 1991 über dem Nordirak (Operation Provide Comfort) und 1993 über Bosnien und Herzegowina. Beide Einsätze mündeten letztlich – wenn auch mit unterschiedlichen Zeitabständen – in den Einsatz von Bodentruppen und die anschließende militärische Besatzung. Eine Evaluation beider Einsätze durch den US-Luftwaffenmajor Michael V. McKelvey für die Forschungsabteilung der US-Luftwaffe versucht anhand dieser die Ziele einer Flugverbotszone zu systematisieren: Flüge nicht verbündeter Kräfte zu verhindern, Zivilisten vor Bombardements zu schützen und die Lufthoheit für „andere Missionen“ zu sichern. Die Erfolgsmaßstäbe seien dabei erstens der Erfolg der Luftoperationen, zweitens die Kongruenz zwischen den Luftoperationen und „höheren Zielen“ und drittens die tatsächlichen Auswirkungen dieser Luftoperationen für die Erreichung der „höheren Ziele“ und des „gewünschten Endzustands“. Die Evaluation trägt den bezeichnenden Titel „Luftüberlegenheit in MOOTW [Military Operations other than War]: Eine kritische Analyse des Einsatzes von Flugverbotszonen zur Durchsetzung nationaler Interessen“.

Worin die nationalen Interessen hinter einem Krieg in Nordafrika und speziell gegen Libyen bestehen, liegt auf der Hand. Libyen verfügt über gewaltige Vorkommen an Erdöl und Erdgas und ist einer der wichtigsten Energielieferanten Europas. Es übt Kontrolle über wesentliche Teile der Sahara und einen großen Einfluss auf deren Anrainerstaaten aus. Auch innerhalb der Afrikanischen Union war Libyen als einer der größten Finanziers de facto eine Vetomacht. Deshalb und wegen der Überflugsrechte musste bislang jeder EU-Militäreinsatz in Afrika zuerst mit Gaddafi verhandelt werden. Europäische Rüstungslieferungen „erzwang“ er nach Logik der europäischen Sicherheitspolitiker durch die Drohung, die Öl- und Gasleitungen nach Europa abzudrehen und stattdessen Flüchtlinge nach Europa kommen zu lassen.

Doch auch jenseits solcher klassischer geopolitischer Interessen könnten viele westliche Politiker entscheidende Vorteile in einer solchen Intervention sehen. Ein Internationaler Konflikt in Nordafrika könnte die Protestwelle zum Erliegen bringen oder zumindest eine massive Repression gegen die unerwünschten Teile des Protests im Schatten des Krieges ermöglichen. Dies wäre zumindest in Ägypten anzunehmen, falls es zu einer Flugverbotszone und einer Zusammenarbeit mit der NATO kommt. Wo westliche Einflußnahme von großen Teilen der Protestbewegung abgelehnt wird, ist mit einer enormen Eskalation zu rechnen, sollte sich die Militärregierung während des „Übergangs“ Seite an Seite mit der NATO in einen Krieg stürzen oder ihr auch nur Truppenstationierungen erlauben. Ähnliches gilt für die anderen nordafrikanischen Staaten, weshalb davon auszugehen ist, dass eine Flugverbotszone überwiegend von Flugzeugträgern aus dem Mittelmeer durchgesetzt werden würde – dort, wo jetzt schon Flüchtlinge ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen.

Den Protestierenden in Libyen wird ein solcher militärischer Aufmarsch nichts nutzen. Luftangriffe eignen sich nicht zur langfristigen Aufstandsbekämpfung sondern allenfalls als einmalige, menschenvernichtende Machtdemonstration. Bis die NATO aufmarschiert ist, wird entweder die Protestbewegung die Oberhand über das mittlerweile unkontrollierte Militär gewonnen haben oder durch dieses vernichtet worden sein. Einen Anlass für ein solches, noch härteres Vorgehen und eine Reorganisation der libyschen Streitkräfte könnte die bevorstehende Intervention jedoch allemal darstellen - oder auch schon deren Androhung.

Christoph Marischka

IMI-Standpunkt 2011/013 vom 23.02.2011
URL: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zur Lage in Libyen: Gesicherte Korridore für Flüchtlinge schaffen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/595</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-595</guid><description><![CDATA[Die deutsche Bundesregierung muss sich im Rahmen der Europäischen Union für gesicherte Korridore für Flüchtlinge aus Libyen und den Nachbarstaaten einsetzen. Das fordert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW anlässlich der schweren Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes an seiner Bevölkerung. Das Aufnahmeverfahren für Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union muss humanitären Standards genügen. 

Die Abschiebung von libyschen Flüchtlingen durch Italien verletzt die Einhaltung des Zurückweisungsverbots. Alle Personen, die sich in der Hoheitsgewalt eines Mitgliedstaates befinden, stehen unter dem Schutz der Europäischen Menschenrechtskonvention. Sie haben das Recht auf die notwendige humanitäre und medizinische Versorgung sowie einen effektiven Zugang zu Rechtsmitteln.

Allein seit Mai 2009 hat die italienische Küstenwache laut Aussage von Pro Asyl über 2.000 Bootsflüchtlinge aus Eritrea, Somalia und anderen Verfolgerstaaten in Haftlager Gaddafis zurückgeschickt. Sie wurden dort misshandelt und gefoltert. "Europas jahrelange Zusammenarbeit mit dem libyschen Regime ist beschämend und inhuman. Hier werden elementare Menschenrechtsstandards zugunsten von Flüchtlingsabwehr und `Anti-TerrorkampfŽ geopfert", erklärt Matthias Jochheim, stellvertretender IPPNW-Vorsitzender.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Castor Schottern lehnt gemeinsam mit anderen Widerstandsgruppen Auswertungsgespräch mit der Polizei ab]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/596</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-596</guid><description><![CDATA[- Wenn es einen Castor-Transport 2011 ins Wendland gibt, wird wieder geschottert
- Castor Schottern fordert Stopp der Transporte, kein Endlager in Gorleben und die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen

In einer gemeinsamen Erklärung wiesen gestern Bäuerliche Notgemeinschaft. Bürgerinitiative Umweltschutz, widerSetzen, X- tausendmal quer, widerStandsNest Metzingen, Ermittlungsausschuss Wendland und die Kampagne Castor Schottern eine Einladung der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen zur gemeinsamen Auswertung der Castor-Proteste zurück.

Sonja Schubert: "Die Polizei hat sich auch 2010 wieder wie eine Besatzungsmacht im Wendland aufgeführt. Mit Besatzern werten wir aber nichts gemeinsam aus, sondern wir Protest- und Widerstandsgruppen erarbeiten stattdessen gemeinsam Strategien zur Beendigung der Castortransporte und der sie begleitenden Polizeieinsätze. Die BäuerInnen haben mit ihren dezentralen Treckerblockaden vorgemacht wie die Einsatzfähigkeit der Polizei zu beschränken ist."

Christoph Kleine: "Nach den Castor-Protesten 2010 sollten die politisch Verantwortlichen begriffen haben: Weitere Castortransporte ins Wendland, ein Endlager in Gorleben und der Weiterbetrieb der Atomanlagen sind politisch nicht durchsetzbar."

Peter Bachstein: "Für das, was Regierung, Atomindustrie und meinetwegen auch die Polizei unbedingt wissen müssen, braucht es auch gar keine besondere Auswertung, das können wir ihnen auch so ganz kurz und knapp zurufen: Bereitet euch schon mal vor auf eure nächste politische Niederlage im Wendland, denn im kommenden November wird der Tanz auf den Strassen und an den Gleisen garantiert noch schwungvoller sein als im vergangenen Jahr."

Die Kampagne Castor Schottern hat bei mehreren Treffen ein positives Resümee der Aktivitäten im Jahr 2010 gezogen. Eine ausführliche, schriftliche Fassung werden wir Anfang März vorstellen. Ein Ergebnis steht jedoch schon jetzt fest: Auch 2011 wird es im Falle eines Castor-Transportes ins Wendland massiven Widerstand der Kampagne Castor Schottern geben.

Hanna Spiegel: "Sollte der Castor im kommenden Herbst tatsächlich ins Wendland rollen, wird es einen noch zahlreicheren und besser vernetzten Widerstand als 2010 geben. Wir sind schon jetzt in der Vorbereitung und werden erneut massenhaft zu den Transportwegen des Castors gehen und diese unbefahrbar machen. Wir bauen dabei auf das gewachsene Vertrauen zwischen allen Widerstandsgruppen und Initiativen im Wendland auf, das schon die Aktionen im November 2010 geprägt hat. Die Kampagne Castor Schottern ist Bestandteil einer Gesamtchoreografie des Widerstandes, die sich in ihrer Vielfalt mit einem klaren NEIN der Atompolitik von Bund und Land entgegenstellt."

Mischa Aschmoneit: "Die Polizei war 2010 bereits am Ende ihrer Kapazitäten. Wir hingegen sind optimistisch, 2011 deutlich mehr AktivistInnen an die Schienen zu mobilisieren. Wir und die anderen Widerstandsgruppen haben aus unseren Erfahrungen gelernt - Bundes- und Landesregierung wären daher klug beraten, die weiteren Castor-Transporte nach Gorleben und in andere Zwischenlager abzusagen."

Den Text der gemeinsamen Erklärung aller Protest- und Widerstandsgruppen finden Sie auf .


Quelle: Pressemitteilung der Kampagne "Castor schottern"
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/631.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresden: Nazi-Aufmarsch erfolgreich verhindert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/591</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-591</guid><description><![CDATA[Polizei steht als schlechter Verlierer da
Friedensratschlag: Gewaltdiskussion lenkt ab

(Kassel/Dresden) Zu den Vorfällen anlässlich der Blockade des rechtsradikalen Aufmarsches am Samstag in Dresden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski:

Wenn sich über 20.000 Menschen aus Dresden und aus dem ganzen Land einem Aufmarsch gewalttätiger Anhänger faschistischer Ideologien in den Weg stellen, dann ist das für sich genommen schon eine gute Sache. Noch besser ist es , wenn der Aufmarsch der Alt- und Neonazis tatsächlich verhindert werden kann. Und das war in Dresden der Fall. Ein Sieg der Demokratie!

Dass die Friedensbewegung sich an den demokratischen Protesten beteiligt hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Faschismus ist eine Menschen verachtende Ideologie, Faschismus ist praktizierte Diktatur und Gewalt, Faschismus bedeutet Krieg. Nach allen völkerrechtlichen Verträgen nach dem Zweiten Weltkrieg (z.B. dem Potsdamer Abkommen vom August 1945), nach der UNO-Charta (sog. "Feindklausel" Art. 107) und nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Art. 139) gehört die Bekämpfung von Nazismus, Rassismus und Militarismus zu den Wesensbestandteilen unserer Demokratie. Faschistisches Gedankengut unterliegt demnach auch nicht dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, Neonazi-Aufmärsche nicht dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit. So gesehen waren alle Verfügungen sächsischer Gerichte, den Nazis am 19. Februar Rede- und Bewegungsfreiheit in Dresden zu geben, mit unseren Rechtsgrundlagen nicht vereinbar.

So gesehen haben die Menschen, die sich am 19. Februar 2011 dem Nazi-Aufmarsch in den Weg stellten, das Recht und die Demokratie in diesem Land verteidigt. Dies ist in diesem Fall vollständig gelungen, da die Nazis durch die Blockadeaktionen der vielen Tausenden keine Möglichkeit erhielten, ihre Hassbotschaften im öffentlichen Raum zu verbreiten. Der Bundesausschuss Friedensratschlag beglückwünscht die Organisatoren des Protestes, das Bündnis "Dresden nazifrei", die aus dem ganzen Land angereisten Antifaschisten und die Stadt Dresden zu diesem großartigen Erfolg.

Leider wurde der Erfolg der Demokraten sowohl am Samstag während der Aktionen als auch im Nachhinein getrübt durch verschiedene Gewalt-Ereignisse. Sie gehen einerseits auf das Konto der Polizei. Nachdem sich nämlich an zahlreichen Punkten der Stadt größere Menschenmengen zu friedlichen Blockaden zusammengefunden hatten, konnte die Polizei die vom Verwaltungsgericht verfügte Anweisung, den Nazis den Weg frei zu machen, nicht mehr durchsetzen. Anstatt sich einzugestehen, dass der Einsatz polizeilicher Gewalt nur zur Eskalation der Situation führen müsse und sich von daher verbiete, ging die Polizei an verschiedenen Stellen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor. Dazu beigetragen hatten auch die im Vorfeld kolportierten Meldungen, dass viele "gewaltbereite Chaoten" oder "Linksextreme" in die Stadt einfallen würden. Die dann erzeugten "Gewaltexzesse" gehören also zu einem Teil in die Kategorie der "self-fulfilling prophecies".

Bedauerlich an diesen Vorfällen ist indessen auch, dass sich zu diesem erwarteten Szenario auch immer wieder genügend Grüppchen finden, die - möglicherweise auch durchsetzt und angespornt von Spitzel-Provokateuren - dieses "Spiel" mitmachen und der Polizei Anlässe oder Vorwände zum Eingreifen bieten. Das liefert den konservativen Politikern und den Mainstream-Medien die Bilder, die sie zur Diffamierung der Linken und der Antifaschisten brauchen. Sie lenken ab von den Inhalten und politischen Botschaften der demokratischen Proteste. Dies ist umso bedauerlicher, als es der jahrelangen Aufklärungsarbeit und der Aktionen des Bündnisses "Dresden nazifrei" zu danken ist, dass die Bevölkerung in und außerhalb Dresdens die Nazis gründlich "satt hat".

Die Polizei erwies sich auch als schlechter Verlierer, als sie am Abend, also Stunden nach dem Erfolg der Demokraten, das Büro von "Dresden nazifrei" im "Haus der Demokratie" stürmte, wahllos andere Bürotüren im Haus aufbrach und ebenso wahllos Menschen festsetzte sowie Computer und andere "Beweismittel" (Beweise wofür? Für den erfolgreichen Protest?) mitnahm. Der Bundesausschuss Friedensratschlag ist empört über diese - angeblich von der Staatsanwaltschaft "mündlich" angeordnete - Aktion (ein Durchsuchungsbefehl lag nicht vor!) und fordert eine Beendigung der Strafverfolgung von Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufmarsch der Nazis verhindern  -  Blockieren ist ein Menschenrecht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/588</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-588</guid><description><![CDATA[Kassel/Dresden - Zu den bevorstehenden Protesten gegen den Aufmarsch der Nazis am kommenden Samstag in Dresden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski:

Es bleibt für uns eine unerträgliche Situation, dass den Alt- und Neonazis erlaubt wird, das Gedenken an die Toten der Bombenangriffe von Dresden 1945 für ihre geschichtsrevisionistischen "Botschaften" zu missbrauchen. Es ist für uns unerträglich, dass sächsische Gerichte die Polizei auffordern, den Nazi-Aufmarsch dieses Mal besser zu schützen um den Geschichtsleugnern den Weg für ihren gruseligen Umzug frei zu kämpfen. Und es war unerträglich, dass am vergangenen Wochenende ein erster "Gedenk"-Marsch der Nazis genehmigt, ein antifaschistischer Stadtrundgang in der Dresdener Altstadt indessen verboten wurde.

Wer heute der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs (der Gefallenen und bei der Offensive der Alliierten getöteten Zivilpersonen) und der kriegsbedingten Umsiedlung von Millionen Menschen gedenkt, muss die deutsche Verantwortung dafür und die deutsche Täterschaft benennen. Wir wollen nur an drei Wahrheiten erinnern:

1) Das Unglück des Zweiten Weltkriegs begann nicht erst mit den Angriffen der Antihitlerkoalition auf Ziele in Deutschland. Es begann am 1. September 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, setzte sich fort mit dem Feldzug im Westen und den Luftangriffen gegen Städte in Großbritannien (z.B. Coventry) und fand seinen Höhepunkt im Angriff auf die Sowjetunion 1941 und den Vernichtungskrieg im Osten. Allein in der Sowjetunion starben 20 Millionen Menschen. Während des Krieges wurden sechs Millionen Juden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblinka, Buchenwald, Sachsenhausen, Dachau, Majdanek u.a. systematisch ermordet - das größte Verbrechen, das die Menschheit bisher gesehen hat.

2) Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs gehört die Machtübernahme Hitlers und der NSDAP am 30. Januar 1933. Innerhalb weniger Monate wurden die freien Gewerkschaften, alle oppositionellen Parteien verboten, Kommunisten, Sozialdemokraten, antifaschistisch und liberal gesinnte Demokraten aller Couleur verfolgt und ein autoritäres, verbrecherisches und aggressives Regime errichtet, das sich anschickte, nach der Wiedereingliederung des Saarlands, des „Anschlusses“ Österreichs und der Einverleibung des „Protektorats“ Böhmen und Mähren die „Kornkammern“ Osteuropas zu erobern, die slawischen „Untermenschen“ zu versklaven und ein „tausendjähriges“ Weltreich zu errichten.

3) Dass sich dagegen die Völker Europas und der Welt zur Wehr setzten und dass schließlich die Anti-Hitler-Koalition Nazi-Deutschland in einem verlustreichen Krieg niederrang, war ein Akt der Selbstverteidigung. Der Anti-Hitler-Koalition haben wir die Befreiung der noch überlebenden Häftlinge des KZ Auschwitz (27. Januar 1945) zu verdanken, ihr haben wir schließlich – am 8. Mai 1945 - die endgültige Befreiung Deutschlands von dem terroristischen Nazi-System zu verdanken.

Vor einem Jahr war es einem breiten demokratisch-antifaschistischen Bündnis gelungen, den Aufmarsch der Rechten zu stoppen. Neofaschisten mobilisieren europaweit, diese "Schmach" wieder auszuwetzen und wollen Dresden am Samstag wieder ihren braunen Stempel aufdrücken. Dem wollen wir uns entgegen stellen.

Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt verhindern will. Eigentlich wäre das die Aufgabe der staatlichen Organe. Vor einem Jahr, am 13. Februar 2010, war es den Demokraten gelungen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Auch diesmal stellen wir uns quer.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat in einem Appell an die Friedensbewegung dazu aufgerufen, am 19. Februar nach Dresden zu kommen und sich dem Aufmarsch der Rechtsradikalen entschlossen entgegen zu stellen. (Den Aufruf "Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg!" können Sie hier herunterladen
[pdf-Datei]...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[pax christi fordert Freilassung von palästinensischem Menschenrechtsverteidiger]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/589</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-589</guid><description><![CDATA[Gewaltloser Widerstand Thema bei pax christi-Tagung

Die Hoffnung auf Wandel, Demokratisierung und Überwindung von Repression, die 
Ägypten und Tunesien erfasst hat, zeigt sich auch in Palästina. In den letzten 
Wochen ging es bei den wöchentlichen Demonstrationen in den Dörfern entlang der 
Sperranlage in der von Israel besetzten Westbank, neben dem Protest gegen Mauer 
und Siedlungen, auch um die Solidarität mit den Demonstrierenden auf dem Tahrir 
Platz in Kairo.

Gegen die Demonstranten und ihre Angehörigen geht das israelische Militär mit 
zunehmender Härte vor. Seit Beginn der Proteste gegen Mauer und Siedlungen sind 
dabei 17 Menschen umgekommen. Ende Januar 2011 waren nach Angaben der 
Gefangenenhilfsorganisation Addameer  20 palästinensische 
Menschenrechtsverteidiger in israelischer Haft.

Ein wichtiger Akteur  dieses gewaltfreien Widerstandes, Abdallah Abu Rahma, ist 
immer noch in Haft. Der international anerkannte Menschenrechtsverteidiger und 
Lehrer an der katholischen Schule in Ramallah leitet in seinem Heimatdorf Bilin 
bei Ramallah/Westbank die friedlichen Proteste gegen die dort von der 
israelischen Besatzungsmacht völkerrechtswidrig errichtete Sperranlage. Diese 
steht in Bilin nicht auf der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und der 
Westbank, sondern trennt das Dorf von der Hälfte seines Landes ab. ”Wir sind 
nicht gegen die Juden oder gegen die Israelis, wir sind gegen die Besatzung”, 
erklärte der auch als palästinensischer Gandhi bezeichnete Abu Rahma gegenüber 
dem mit pax christi verbundenen Arab Education Institute in Betlehem. ”Was mich 
weitermachen lässt? Es ist die Hoffnung, dass diese Mauer entfernt werden kann. 
Das ist unser Recht. Wir haben ein Recht auf unser Land. Wir haben keine Wahl. 
Wie sollen wir ohne unser Land Häuser für unsere Kinder bauen können?” Hoffnung 
schöpft er auch durch die Anwesenheit internationaler Freiwilliger, auch aus der 
israelischen Friedensbewegung. ”Mitglieder der israelischen Friedensbewegung 
kommen Tag und Nacht. Wann immer wir sie brauchen, kommen sie sofort.”

Der kreative und friedliche Widerstand in Bilin gegen die israelische Besatzung 
hat internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung gefunden. pax christi 
unterstützt diesen Widerstand, dessen Ziel das Ende der Besatzung ist. pax 
christi erwartet Abu Rahma, der Träger der Ossietzky Medaille der 
Internationalen Liga für Menschenrechte ist, zu einer internationalen Tagung im 
Mai in Bad Boll bei Stuttgart, bei der es u.a. um das Thema Gewaltloser 
Widerstand und Feindesliebe der palästinensischen Kirchen geht.

Abu Rahmas zunächst einjährige Haft begann am Tag der Menschenrechte, dem 10. 
Dezember 2009. Im Januar 2011 wurde sie um vier weitere Monate verlängert. Ihm 
wird vorgeworfen, die friedlichen Proteste angeführt zu haben. Laut Aussage der 
Strafverfolger soll dies ”der Abschreckung etwaiger Nachahmer dienen”. 111 
Festnahmen von Aktivisten zählte der palästinensische Zusammenschluss von 
Nichtregierungsorganisationen „Stop the Wall“ zwischen  April und Juni 2010. 
Darunter sind auch zahlreiche Minderjährige.

Das Militärgericht sprach Abu Rahma schuldig wegen Aufwiegelung, Organisation 
und Teilnahme an illegalen Demonstrationen. Es beruft sich dabei lediglich auf 
Aussagen Minderjähriger, die nachts verhaftet worden waren und denen ein 
Beistand durch einen Anwalt verweigert worden war. Aufwiegelung ist nach 
israelischem Militärgesetz definiert als ”Versuch verbal oder anderweitig die 
öffentliche Meinung in der Gegend zu beeinflussen, die den öffentlichen Frieden 
oder die öffentliche Ordnung stören könnte.”

pax christi sieht das Urteil als politisch begründet an. Dadurch setzt sich 
nicht nur die Besatzungsbehörde ins Unrecht, dadurch wird auch ein gewaltfreier 
Wandel in Palästina verhindert. pax christi begrüßt den Einsatz der 
Außenbeauftragten der EU, Lady Cathrin Ashton und anderer EU-Regierungen für die 
Freilassung von Abu Rahma und die Rechte friedlicher Demonstranten in Palästina. 
pax christi sieht in Abdallah Abu Rahma einen gewaltlosen politischen Gefangenen 
und schließt  sich der Forderung von Amnesty International an, ihn als solchen 
(prisoner of conscious) zu behandeln. Der Grund seiner Verhaftung sei - so ai -  
einzig und allein  die friedliche Ausübung seines Rechts auf freie 
Meinungsäußerung und Versammlung. pax christi fordert die  sofortige und 
bedingungslose Freilassung von Abdallah Abu Rahma.

Ansprechpartnerin bei pax christi für die Presse: Christine Hoffmann...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Am 12. Februar ist Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/585</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-585</guid><description><![CDATA["Schlimm genug, dass Erwachsene Krieg führen. Der Missbrauch von Kindern in militärischen Konflikten ist absolut inakzeptabel und zeigt, wie perfide die militärische Logik ist", so Inge Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag anlässlich des internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der am 12. Februar begangen wird."

Höger weiter:

"Die Bundesregierung ist in zweifacher Hinsicht mitverantwortlich dafür, dass Kinder als Kriegsmaschinen aufwachsen: Zum einen bildet sie selbst im Rahmen der EU-Trainingsmission "EUTM" in Somalia Kindersoldaten aus. Zum anderen beliefert Deutschland auch die Konflikte mit Waffen, die Kindersoldaten einsetzen", sagte Höger und rief die Regierung dazu auf, Militärausbildungsmissionen wie die EUTM, sowie sämtliche Rüstungsexporte in Krisengebiete sofort einzustellen. 

Das Leid von Kindersoldaten ist in keiner Weise mit der Situation deutscher Soldatinnen und Soldaten gleichzusetzen ist. Dennoch:

"Nicht umsonst kritisiert die UN Deutschland immer wieder dafür, dass die Bundeswehr 17jährige als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert. Das widerspricht der UN-Söldnerkonvention! Und das ist wohl auch der Grund, warum sich sämtliche Bundesregierungen seit Jahren weigern, diese Konvention zu ratifizieren", stellt die Linke-Politikerin fest.

Außerdem kritisierte die Bundestagsabgeordnete, dass die Bundeswehr zunehmend unter Jugendlichen um zukünftige Rekruten wirbt. "Die Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen!", machte Inge Höger deutlich.

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/642.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbildung an Schulen stärken – den Einfluss der Bundeswehr zurückdrängen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/583</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-583</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Projektes: Projekt Friedensbildung, Bundeswehr und Schule

Angesichts geringer Akzeptanz ihrer Auslandseinsätze in der Bevölkerung und Nachwuchssorgen bemüht sich die Bundeswehr um größeren Einfluss an Schulen. Mittlerweile wurden mit acht Bundesländern Kooperationsverträge über den Einsatz von Jugendoffizieren geschlossen. Zugleich mangelt es in Medien an Berichten über gelungene Beispiele des konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten. Durch Friedensbildung an Schulen kann der Blick der Jugendlichen für Fragen von Krieg und Frieden geschärft, ihr Urteilsvermögen gefördert und ihnen Handlungskompetenzen vermittelt werden. Durch eine bundesweite Initiative von Friedensverbänden, kirchlichen Akteuren und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft soll Friedensbildung an Schulen gestärkt und der Einfluss der Bundeswehr in den Schulen zurückgedrängt werden.

Nach Aussage ihres politischen Geschäftsführers Monty Schädel steht für die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) die Ablehnung des Militärs an Bildungseinrichtungen im Vordergrund. Zugleich ist es aber wichtig, die Friedensbildung auch an Schulen zu stärken und auszubauen.

Aus Sicht des Beauftragten für Friedensarbeit des Rates der EKD, Renke Brahms, ist Friedensbildung eine Kernaufgabe der Schulen, die auszubauen ist. Dieses Ziel verfolgt ein neues Projekt der Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK). So sollen Lehrer/innen geeignete Materialien für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden und ein Pool qualifizierter Referent/innen aufgebaut werden, die von Schulen eingeladen werden können. In der gemeinsamen Geschäftsstelle von AGDF und EAK wird zudem die aktuelle Diskussion zur Rolle der Bundeswehr an Schulen ausgewertet und Interessierten Analysen und Dokumente  zur Verfügung gestellt.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt das Projekt. Nach einem Beschluss ihres Hauptvorstands will die GEW den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr an Schulen zurückdrängen. Jugendoffiziere sollten von den Lehrer/innen nur dann eingeladen werden, wenn die notwendige politische Ausgewogenheit gewährleistet ist. Zudem sind Friedensinitiativen die gleichen Möglichkeiten einzuräumen, wie der Bundeswehr. Für Pax Christi sollte an den Schulen stärker der Vorrang von ziviler Konfliktbearbeitung zum Tragen kommen. Generalsekretärin 

Christine Hoffmann verweist auf die Bereitschaft zum Engagement junger Menschen für den Frieden und betont, dass diese im zivilen Bereich noch viel stärker gefördert werden könnte. Eine einseitige schulische Orientierung auf Friedensdienst als Militärdienst laufe aller Friedensethik zuwider. Der Evangelische Entwicklungsdienst verspricht sich von dem Projekt laut dem Vorstand Rudolf Ficker, dass ergänzend zu Materialien zu globaler Gerechtigkeit auch geeignete Materialien zur Friedensbildung den Schulen zur Verfügung gestellt werden können. 

Internet: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/699.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Arbeitskonferenz: Stoppt den Krieg in Afghanistan – Perspektiven für Frieden & Entwicklung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/581</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-581</guid><description><![CDATA[Wann: 19. / 20. Februar 2011
Wo: ver.di – Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover

„Stoppt den Krieg in Afghanistan-Perspektiven für Frieden und Entwicklung“…

… so lautet das Motto einer eher ungewöhnlichen Konferenz zur deutschen Afghanistanpolitik. Personen und Organisationen aus der Friedensbewegung und dem entwicklungspolitischen Zusammenschluss VENRO haben den Dialog der beiden unterschiedlichen Perspektiven gestartet. Das Unbehagen an der Lage in Afghanistan und das Bestreben mit den je eigenen Kompetenzen zu einer Verbesserung beizutragen, motiviert diese Gruppen zur Zusammenarbeit. Dem unkoordinierten Nebeneinander der offiziellen Politik stellen sie Dialog und konkrete Schritte der Zusammenarbeit entgegen. Auf der Konferenz in Hannover wollen sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten für eine friedliche Lösung in Afghanistan kontrovers diskutieren.

Danach sind Kooperationen und gemeinsame Aktionen auf der Basis der Gemeinsamkeiten geplant. Veranstalter der Konferenz sind der „Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.“ - VENRO, die fünfzig in der „Kooperation für den Frieden“ zusammengeschlossenen Gruppen und Initiativen sowie der „Bundesausschuss Friedensratschlag“, der vor allem Basisinitiativen der Friedensbewegung vertritt.

In einem Diskussionspapier zur Konferenz wird „Vorrang für zivil“ und als ersten Schritt das Ende aller Kampfhandlungen gefordert, um einen Dialog über eine umfassende Friedenslösung einzuleiten, die den Abzug der internationalen Truppen beinhaltet. Zivile selbstbestimmte Strukturen in Afghanistan sollen demnach unterstützt werden. Eine militärisch zivile Zusammenarbeit wird abgelehnt und eine nachhaltige Friedenspolitik wird angemahnt. Die Ursachen von Hunger, Armut, Gewalt und Unterentwicklung müssten beseitigt werden, um die existenziellen Bedürfnisse der Menschen zu sichern. Entwicklung gelingt nicht durch das Überstülpen fremder westlicher Lebens- Kultur- und Wirtschaftsweisen auf andere Länder.

Nach einer Analyse der Lage in Afghanistan aus entwicklungspolitischer und friedenspolitischer Perspektive geht es bei der Arbeitskonferenz um Wege zur Beendigung des Krieges, um Knackpunkte einer zivilen Afghanistanpolitik und das Herausarbeiten gemeinsamer Positionen und Empfehlungen.

Die Träger erwarten von der Konferenz eine Intensivierung ihrer Informationstätigkeit über die Probleme des Krieges in Afghanistan und damit Beiträge zu dessen baldiger Beendigung.

Träger der Arbeitskonferenz: 
 
 
 
 

 
 
  


Mit Unterstützung von:
Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK
Stiftung Friedensbewegung
Humanistische Union vereinigt mit Gustav-Heinemann-Initiative

Das Programm


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/585.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW fordert Stopp der deutschen Waffenlieferungen an das Mubarak-Regime]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/572</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-572</guid><description><![CDATA[In Anbetracht des brutalen Vorgehens des Mubarak-Regimes gegenüber der Demokratiebewegung fordert die Friedensorganisation IPPNW von der deutschen Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen an Ägypten. „Appelle der Bundeskanzlerin bleiben unglaubwürdig, solange sie nicht von konkreten Maßnahmen für ein Ende des Blutvergießens und der Unterdrückung in dem nordafrikanischen Land begleitet werden“, erklärt Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteorganisation. 

Die Bundesregierung hat die Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, von 33,6 Millionen Euro in 2008 auf 77,5 Millionen Euro in 2009. Sie handelt damit entgegen den eigenen rechtlichen Vorgaben, wonach Waffenexporte in Länder mit schweren Menschenrechtsverletzungen zu untersagen sind.

Vorbild für eine Lösung der Konflikte in der Region könnte die &#39;Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit&#39; sein, die in den 70er Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Ende der Konfrontation in Europa leistete. Die deutsche IPPNW unterstützt die Initiative für eine &#39;Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten&#39;, die auch die israelische Regierung in einen verbindlichen Prozess der Konfliktlösung und Abrüstung mit einbeziehen soll.

Die deutsche IPPNW setzt starke Hoffnungen in eine Vermittlerrolle des früheren Chefs der UN-Atomenergie-Organisation IAEO, den Friedensnobelpreisträger El Baradei, in seinem ägyptischen Heimatland. Über die ägyptischen IPPNW-Ärzte wird die Friedensorganisation nach Wegen suchen, zivilgesellschaftliche Unterstützung für Demokratie und Menschenrechte in der Region zu leisten. 

Kontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Urteil des Verwaltungsgerichts Köln im Beobachtungsfall Gössner]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/571</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-571</guid><description><![CDATA[Bundesamt für Verfassungsschutz wegen vier Jahrzehnte langen Rechtsbruchs verurteilt

Liga: "Mit diesem sensationellen Urteil bescheinigt das Gericht dem Verfassungsschutz einen beispiellosen Dauerrechtsbruch, der nur noch als rechtsstaatswidrig und skandalös zu bezeichnen ist. Dieser Verfassungsschutz schützt nicht die Verfassung, sondern ist offenbar selbst eine Gefahr für den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat."

Heute hat das Verwaltungsgericht Köln sein Urteil in dem Verfahren Dr. Gössner ./. Bundesrepublik Deutschland verkündet, in dem es um die fast 40jährige geheimdienstliche Beobachtung des Bürgerrechtlers Rolf Gössner geht. Das Urteil lautet:

"Es wird festgestellt, dass die Beobachtung des Klägers bis zum 13.11.2008 einschließlich der während dieses Zeitraumes erfolgten Erhebung und --Speicherung von Daten zu seiner Person rechtswidrig gewesen ist. Die Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens."

Kläger Rolf Gössner: "Dieses Urteil ist eine herbe Niederlage für den Inlandsgeheimdienst, dessen geheime Dauerüberwachungstätigkeit in vollem Umfang für unverhältnismäßig und rechtswidrig erklärt wird."

Liga: "Diese skandalöse und rechtswidrige Langzeitüberwachung darf nicht ohne drastische politi-sche Konsequenzen bleiben -- zumal wenn man bedenkt, dass es sich hier um keinen Einzelfall han-deln dürfte. Diese aufwändige Überwachungsgeschichte ist auch ein ganz dringlicher Fall für den Bundesrechnungshof - wegen Verschwendung öffentlicher Gelder."

Gössners Anwalt Dr. Udo Kauß: "Diese Entscheidung ist wirklich ein Meilenstein. Dem Schutz der BürgerInnen vor staatlicher Überwachung wurde nach 5jährigem Rechtstreit zumindest rückwir-kend Geltung verschafft. Die im Prozess vom Bundesamt für Verfassungsschutz für sich in Anspruch genommene Deutungshoheit über das, was in diesem Staat zulässiger Weise gesagt und ge-schrieben werden darf, ist diesem Geheimdienst entzogen worden. Eine schallende Ohrfeige mit hoffentlich nachhaltiger Wirkung für die Erfassungspraxis nicht nur des Bundesamtes für Verfas-sungsschutz, sondern aller bundesdeutschen Geheimdienste. Das Amt wird seine Beobachtungs- und Erfassungspraxis gründlich ändern müssen."

Rolf Gössner stand seit 1970 ununterbrochen unter Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) -- schon als Jurastudent, später als Gerichtsreferendar und seitdem ein Arbeitsleben lang in allen seinen beruflichen und ehrenamtlichen Funktionen als Publizist, Rechtsanwalt und parlamentarischer Berater, später auch als Präsident/Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und als Mitherausgeber des alljährlich erscheinenden Grundrechte-Reports, seit 2007 als gewähltes (parteiloses) Mitglied der Innendeputation der Bremer Bürgerschaft und selbst noch als stellvertretender Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen. Erst am 13.11.2008, unmittelbar vor der 1. mündlichen Verhandlung, wurde die Beobachtung überraschend und mit erstaunlicher Begründung eingestellt. Es dürfte die längste Dauerbeobachtung einer unab-hängigen Einzelperson durch den Geheimdienst sein, die bislang dokumentiert werden konnte -- ohne dass diese jemals selbst als "Extremist" oder "Verfassungsfeind" eingestuft wurde.

Ohne die Klage gegen den Verfassungsschutz, so ist sich die Liga sicher, wäre ein Ausstieg aus die-ser Überwachungsgeschichte wohl kaum erfolgt, so dass Rolf Gössner womöglich weiterhin, bis ins hohe Rentenalter, unter Beobachtung stünde.

Das Gericht war in diesem Verfahren vor die schwierige Aufgabe gestellt, trotz der vom BfV aus Geheimhaltungsgründen - Quellenschutz, Ausforschungsgefahr, Staatswohl - nur unvollständig vorgelegten 2.000seitigen Personenakte eine Entscheidung treffen zu müssen. Außerdem prallten in dem Verfahren "zwei Denkwelten" aufeinander, wie der Vorsitzende Richter feststellte. Das Ge-richt problematisierte dabei auch, dass durch die einseitige Auswahl des erfassten Materials durch die Beklagte "zwangsläufig ein falsches Bild" vom Kläger und von dessen beruflichen und rechts-politischen Aktivitäten entstehen müsse. Schon deshalb habe Rolf Gössner ein berechtigtes "Rehabilitierungsinteresse", dem das heutige Urteil in vollem Umfang entspricht.

Rolf Gössner drückte bereits vor Gericht "sein Bedauern darüber aus, dass durch diese unsinnige, geradezu absurde Überwachungsgeschichte so viel Lebenszeit und -kraft vergeudet wurde und dass zwei Gerichte -- das Verwaltungsgericht Köln und das Bundesverwaltungsgericht - mit aufwändigen Verfahren belästigt werden" mussten. "Aber dieser mühsame Kampf war nun mal notwendig, um wenigstens zu versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel geheimdienstlicher Machenschaften zu brin-gen und solch ausufernde Geheimdiensttätigkeit künftig zu bändigen."

"Mir war immer klar, dass mit mir gewissermaßen eine ganze Generation von engagierten Menschen mitklagte, die sich seit den späten 60er Jahren in unterschiedlichen Aktivitäten und Berufen linkspolitisch betätigten oder weiterbetätigen, und dabei möglicherweise ebenfalls mehr oder weniger lang ins Visier des Verfassungsschutzes geraten sind. Vielleicht habe ich deshalb so viel Zu-spruch und Solidarität empfangen, für die ich mich herzlich bedanken möchte, weil ich mich in gewisser Weise auch stellvertretend zur Wehr gesetzt und geklagt habe."

Diese Überwachungsgeschichte und das Gerichtsverfahren zeigen in aller Deutlichkeit, so die Liga, "welche Gefahren für Persönlichkeitsrechte, für Informationelle Selbstbestimmung, Meinungs- und Pressefreiheit, Mandatsgeheimnis und Informantenschutz mit Geheimdiensten und ihren klandestinen Aktivitäten verbunden sind."

Rolf Gössner: "Dass ein Geheimdienst wie der Verfassungsschutz über vier Jahrzehnte unkontrol-liert und rechtswidrig eine unabhängige Einzelperson beobachten, personenbezogene Daten erfas-sen, sammeln, auswerten und übermitteln kann und dass er dann auch noch den größten Teil der Personenakte geheim halten darf, beweist die These, dass es sich letztlich um eine demokratieunverträgliche Institution handelt, für die das Prinzip demokratischer Transparenz und Kontrollierbarkeit praktisch nicht gilt."

Dieses Urteil hat nach Auffassung der Liga über den Einzelfall hinaus grundsätzliche Bedeutung, denn es geht um ein brisantes Problem, das auch andere Publizisten, Rechtsanwälte und Menschenrechtler betrifft: Welche Grenzen sind den kaum kontrollierbaren Nachrichtendiensten und ihren geheimen Aktivitäten gezogen -- gerade im Umgang mit Berufsgeheimnisträgern und im Rahmen unabhängiger Menschenrechtsarbeit von Nichtregierungsorganisationen?

Die Begründung des Urteils wird erst später vorliegen.

Zum Hintergrund der Überwachungsgeschichte und zum Ablauf des Verwaltungsgerichtsverfahrens sei auf die  verwiesen. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Militärreklame erreicht fast eine Million Jugendliche]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/564</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-564</guid><description><![CDATA[Fast eine Million Jugendliche haben Jugendoffiziere und Wehrdienstberater der Bundeswehr im vergangenen Jahr mit ihrer Werbung erreicht. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, mit. "Das systematische Werben um junges Kanonenfutter ist unvereinbar mit humanitären Grundsätzen", erklärt dazu Ulla Jelpke. Die Abgeordnete weiter:

"Jugendoffiziere konnten voriges Jahr vor rund 139.000 Schülerinnen und Schülern im Unterricht auftreten, um ihnen die Auffassungen der Bundeswehr über ,Sicherheitspolitik&#39; darzulegen. Zusätzlich konnten Wehrdienstberater in Vorträgen vor 197.000 Schülerinnen und Schülern versuchen, diesen eine Karriere als Zeitsoldat schmackhaft zu machen.

Auf Messen und Ausstellungen wurden nach offiziellen Angaben außerdem 590.000 Jugendliche erreicht. An Truppenbesuchen nahmen 22.000 ,Zielgruppenangehörige&#39; der Nachwuchswerber teil. Insgesamt haben die PR-Arbeiter der Bundeswehr demnach knapp 950.000 Jugendliche direkt beworben.

Die Sorge der Bundeswehr um ihren Nachwuchs muss riesig sein, wenn sie Schulen als -Rekrutierungsstätten missbraucht. Angesichts der Tragik von Kindersoldaten weltweit ist dies geradezu obszön. Schulen verletzen zudem elementare Bildungsprinzipien, wenn sie das Thema Sicherheitspolitik einseitig von Reklameagenten des Militärs darlegen lassen.

Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass die Nachfrage nach Vorträgen speziell von Wehrdienstberatern rückläufig ist - um genau ein Drittel. Die Bundeswehr sorgt mit ihren makabren, bisweilen tödlichen Ritualen selbst dafür, dass ihre Nachwuchssorgen nicht abreißen. Und solange sie nicht von ihrem Kriegskurs lässt, tun Jugendliche gut daran, einen weiten Bogen um sie zu machen."

Die Antwort der Bundesregierung ist auf  abrufbar.
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/703.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Demokratie-Aufstände in arabischen Ländern unterstützen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/568</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-568</guid><description><![CDATA[Zu den Protestbewegungen gegen autokratische arabische Regime erklären
Andreas Buro, friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie und 
Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative:

Wir begrüßen die Aufstände in Tunesien und Ägypten. Die Unterdrückten und Benachteiligten stehen auf für mehr Gerechtigkeit, Freiheit, die Respektierung ihrer Menschenrechte und für eine Entwicklungsperspektive für sich und ihre Länder. Sie zeigen bewundernswerten Mut, demokratische Reife und Besonnenheit. Das große Bemühen der Aufständischen um eine gewaltfreie Veränderung der Gesellschaften zeigt die bedeutende Einsicht, dass durch Gewalt keine gerechtere Gesellschaft zu schaffen ist.

Die Solidaritätsbekundungen aus der Bundesregierung und den USA erscheinen uns dagegen unglaubwürdig, nachdem diese seit Jahrzehnten die autokratischen Unterdrückungsregime gestützt haben. Spätestens jetzt, da das ägyptische Militär ein Ende der Demonstrationen verlangt, müssen die USA, die europäischen Regierungen und eben auch die Bundesregierung ihre militärischen Hilfen für das ägyptische Regime, alle Rüstungsexporte und jegliche Zusammenarbeit mit den dortigen Sicherheitsapparaten sofort einstellen. Bei Durchsetzung der Demokratisierung ist wirtschaftliche Hilfe etwa als Schuldenerlass dringend geboten.

Wir erinnern: Die westlichen Mächte stabilisierten ihre indirekte Herrschaft über die ehemaligen Kolonien durch die Aufrüstung der Diktaturen. Die Herrschaftseliten wurden oftmals aus dem Verkauf der Rohstoffe ihrer Länder reich, während die Bevölkerung verarmte und die Entwicklung des Landes stagnierte. Die westlichen Ökonomien profitierten von günstig erworbenen Rohstoffen und sorgten weiter für die Stabilisierung der Diktaturen. Dieses Muster von Unterdrückung und Ausbeutung wird durch die Aufstände in den arabischen Ländern in Frage gestellt. Im Rahmen der globalen Machtverschiebungen zuungunsten der westlichen Mächte wird dieser Prozess voraussichtlich nach und nach weitere Länder erfassen.

Ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der westlichen Außenpolitik hin zur Kooperation bei der Lösung der Probleme dieser Länder ist angesichts des lauten Rufs der Völker nach Freiheit und Demokratie im Maghreb, Ägypten, Jemen, Jordanien, Sudan und auch des jüngsten Aufschreis der Jugendlichen aus dem Gaza-Streifen menschenrechtlich und politisch vonnöten.

Die aktuellen Beweggründe für die Revolte sind weder sozialistische Utopien noch islamistische Zielsetzungen im Sinne der Schaffung eines rückwärts gewendeten Gottesstaates. Islamistische Verhärtungen sind nur dann zu erwarten, wenn versucht wird, die diktatorischen Systeme von innen und mit Unterstützung von außen mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Befürchtungen, der Sturz der Autokratien könne sich friedenspolitisch negativ auswirken, weisen wir entschieden zurück. Solche Behauptungen dienen nur dem Zweck den repressiven status quo doch noch aufrecht zu erhalten.

Wir befürchten, dass die westlichen Regierungen trotz aller derzeitigen Lippenbekenntnisse Roll-back-Bestrebungen der Autokraten unterstützen werden. In dieser Situation ist es die Aufgabe der Friedens- und der Menschenrechtsbewegung in der Bundesrepublik, solchen Bestrebungen entgegen zu treten.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung gegen Münchner (Un)Sicherheitskonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/565</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-565</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

München wird zur Militärfestung - eine Provokation für die Bürger/innen

- Partner und Hauptsponsoren garantieren stramme Ausrichtung der Konferenz
- NATO und Afghanistan-Krieg sind "alternativlos"
- Friedensratschlag unterstützt Demonstration am Samstag

Anfang Februar treffen sich im Bayerischen Hof in München Generäle, Verteidigungsminister, Außenminister, Regierungschefs, Politikberater/innen, Wirtschaftsbosse (vornehmlich aus der Rüstungsindustrie) und ihnen gewogene Politiker/innen verschiedener Couleur. Sie debattieren über Krieg und Frieden, über Energiesicherheit, über "Sicherheit und Stabilität" im Nahen Osten, Atomwaffen und Nichtverbreitungsvertrag, über die neue NATO-Strategie, das Verhältnis der NATO zu Russland, über Afghanistan u.v.a.m.

Die Veranstaltung ist eine große Provokation für die Friedensbewegung, aber auch für immer mehr Münchner Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stadt nicht gern in eine militärische Festung verwandelt sehen wollen.

Ein breites Bündnis von Friedensinitiativen und anderen demokratischen Organisationen ruft zu diversen Gegenveranstaltungen auf und zu einer "Großdemonstration" am kommenden Samstag, den 5. Februar. Der Bundesausschuss Friedensratschlag unterstützt den Protest und stellt fest:

1. Die Münchner Sicherheitskonferenz steht nach wie vor in der Tradition der "Wehrkundetagung", d.h. Sicherheit wird vornehmlich militärisch definiert.

2. Die Partner und Hauptsponsoren der Veranstaltung garantieren eine stramme Ausrichtung der Konferenz: Mit dabei sind neben Vertretern der Großindustrie und des Finanzkapitals (Linde AG, BMW, Barclays) führende Rüstungsunternehmen wie die deutsche Krauss Maffei Wegmann (Panzerbau) und der französische Konzern Thales (Führungs- und Waffeneinsatzsysteme - Luft und Marine). Die Bundesregierung unterstützt die "Privatveranstaltung" finanziell sowie mit der Abstellung "vieler Helfer der Bundeswehr".

3. Wenn in München über Afghanistan diskutiert wird, dann steht von vornherein fest: Die Fortsetzung des Krieges am Hindukusch ist alternativlos, oder wie Konferenzleiter Wolfgang Ischinger sagte: Ein "Abzug aus Afghanistan ist keine Option" und ein weiteres Engagement der Bundeswehr sei "unerlässlich" (Monthly Mind November 2010).

4. Dass auch die NATO "alternativlos" ist, geht aus der Zusammensetzung der Diskussionsrunde am Sonntag hervor: Vier NATO-Apologeten, darunter ein hoher NATO-Admiral und die ehemalige US-Außenministerin Albright diskutieren mit einem Abgeordneten der russischen Staatsduma über die neue NATO-Strategie.

5. Eine besondere Note erhält das Panel am Samstagnachmittag, wenn es um "Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten" geht. Fraglich ist nämlich, ob ein saudi-arabischer Prinz und der Chefberater des ägyptischen Außenministeriums die richtigen Experten dafür sind. Auch die weiteren Teilnehmer (aus USA, Israel, der Türkei und Russland) dürften eher am Status quo denn an einer wirklichen Veränderungsperspektive für die arabische Welt interessiert sein.

Der Protest der Friedensbewegung gegen die Ansammlung von NATO-Freunden und Kriegsbefürwortern ist notwendig und soll so laut sein, dass er noch in den Räumen des abgeschirmten Nobelhotels "Bayerischer Hof" zu hören ist und von der Öffentlichkeit und den Medien wahrgenommen wird.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

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Informationen zur (Un)Sicherheitskonferenz auch unter:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/691.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung zum Nahostkonflikt / Strategiekonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/566</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-566</guid><description><![CDATA[- Friedensbewegung fordert Anerkennung des Staates Palästina, Unterstützung des gewaltfreien Widerstandes gegen Mauer und Siedlungen, ein Ende der Rüstungsexporte und eine atomwaffenfreie Zone Mittlerer Osten
- Bundesregierung muss sich in ihren Gesprächen mit der israelischen Regierung für Menschenrechtsverteidiger einsetzen

Die sofortige Anerkennung des Staates Palästina durch die Bundesregierung, die Unterstützung des gewaltfreien Widerstandes gegen Mauer und Siedlungen, ein Ende der Rüstungsexporte und eine atomwaffenfreie Zone Mittlerer Osten, fordert die Friedensbewegung.

Dies ist das Fazit der in der Kooperation für den Frieden zusammengeschlossenen Friedensorganisationen in Deutschland aus ihrer 8. Strategiekonferenz, die unter der Überschrift „Kriegsgefahren im Nahen und Mittleren Osten – unsere Handlungsmöglichkeiten für Frieden“ und unter Beteiligung von Partnern aus der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung vom 21. bis 22. Januar in Hannover stattfand.

Die Kooperation für den Frieden fordert die Bundesregierung auf, den Staat Palästina in der Westbank, Ostjerusalem und Gaza anzuerkennen. Eine Anerkennung eines souveränen Staates Palästina würde der palästinensischen Gesellschaft eine Perspektive auf ein Leben in Freiheit, ohne Besatzung und Blockade, bieten. Die Friedenskräfte in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten würden gestärkt und der Druck, der von Tunesien über -gypten und Jordanien auch nach Palästina dringt, würde so positiv aufgegriffen. Innerhalb der EU darf die Bundesregierung eine Anerkennung eines souveränen Staates Palästina nicht weiter blockieren. Dazu gehört auch, Parlamentswahlen unter Beteiligung aller Parteien in Gaza, Ostjerusalem und Westbank zu unterstützen und das Ergebnis dieser Wahlen zu respektieren.

Die Kooperation für den Frieden unterstützt den friedlichen palästinensischen Widerstand gegen die völkerrechtswidrige Sperranlage und die Siedlungen. Wöchentlich protestieren in Bilin und in zahlreichen anderen palästinensischen Orten an der Mauer Menschen gegen diese Sperranlage, die sie von ihrem Land trennt. Die Reaktion der israelischen Armee führt zu Toten und Verletzten. Zahlreiche Demonstranten befinden sich in israelischen Gefängnissen. In ihren gemeinsamen Gesprächen mit israelischen Regierungsmitgliedern müssen Bundesregierung und EU sich stärker für die Freilassung dieser Menschenrechtsverteidiger einsetzen. Wenn die 810 Kilometer lange Sperranlage (Mauer und Zaun), die größtenteils innerhalb der Westbank verläuft, fertig ist, wird Israel damit de facto 46% der Westbank annektiert haben.

Der aus der palästinensischen Zivilgesellschaft stammende Aufruf zu wirtschaftlichen Maßnahmen gegenüber Israel solange die Besatzung besteht, wird zunehmend von Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Israel und in anderen Ländern aufgegriffen. Wer die völkerrechtswidrig gebauten Siedlungen nicht mittragen möchte, kann dies tun, indem sie/er auf Waren aus diesen Siedlungen verzichtet. Die Politik ist aufgefordert, diese Waren in der EU zu kennzeichnen; denn sonst besteht für Verbraucherinnen und Verbraucher nur die Möglichkeit, auf alle israelischen Waren zu verzichten.

Neben Libanon, Irak und Iran, Länder, in die keine Waffen geliefert werden dürfen, müssen auch Rüstungsexporte aus Deutschland in die anderen Länder des Nahen und Mittleren Ostens von -gypten bis Israel beendet werden. Die Kooperation für den Frieden appelliert darüber hinaus an die Bundesregierung, sich im Rahmen der in 2012 geplanten UN Konferenz, vehement für einen atomwaffenfreien Nahen und Mittleren Osten einzusetzen.

Der SprecherInnenkreis der Kooperation für den Frieden.
Jens-Peter Steffen, Christof Grosse, Mira Lorent, Monty Schädel...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/180.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan-Abstimmung im Bundestag: "Es fehlt eine verantwortungsvolle Zukunftsvision für Afghanistan"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/560</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-560</guid><description><![CDATA[Die Ärzteorganisation IPPNW fordert einen sofortigen Waffenstillstand in Afghanistan statt einer Verlängerung des Einsatzes von Bundeswehrsoldaten im Rahmen des ISAF-Mandats. "Das Jahr 2010 war für afghanische Zivilisten das tödlichste Jahr seit 2001. Es ist zudem das verlustreichste Jahr für die Interventionstruppen seit Kriegsbeginn neun deutsche Soldaten starben. Auch die Zahl der deutschen Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen hat 2010 einen neuen Höchststand erreicht", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.
 
Der Afghanistan-Einsatz hat die Lebensbedingungen der Menschen in dem Land nicht verbessert: Ein Drittel hungert, drei Viertel haben kein sauberes Trinkwasser und die Kinder- und Müttersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt. Jedes vierte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 44 Jahren. In der Entwicklungstabelle der Vereinten Nationen fiel das Land seit 2001 um sechs Plätze zurück auf den vorletzten Platz. "In Afghanistan fehlt eine verantwortungsvolle Zukunftsvision. Statt auf Krieg und fortgesetzte Bewaffnung afghanischer Dorfmilizen, sollte die westliche Staatengemeinschaft auf Verhandlungen und Rückzug der eigenen Truppen setzen", fordert Claußen. Ein erster Waffenstillstand zum Beispiel in der Provinz Kunduz wäre dafür die Voraussetzung. Partner für Friedensverhandlungen könnte auf afghanischer Seite die Friedens-Dschirga sein. 

Die IPPNW kritisiert darüber hinaus, dass die Bundesregierung die wahren Kosten für den Afghanistankrieg verschleiert. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung liegt die Gesamtsumme für den Einsatz zwischen 18 und 33 Milliarden Euro, für den Fall dass alle deutschen Truppen das Land Ende 2011 verlassen haben. Sollten die Truppen aber bis 2016 in Afghanistan bleiben, liegen die Kosten laut Studie zwischen 26,2 und 46,8 Milliarden Euro. Laut Verteidigungsministerium hat der Einsatz in Afghanistan zwischen 2001 und 2010 4,1 Milliarden Euro gekostet.

"Die deutschen Ausgaben für die Entwicklungshilfe in Afghanistan sind dagegen marginal", betont Claußen. Die Mittel für den zivilen Wiederaufbau Afghanistans bis 2013 belaufen sich pro Jahr auf etwa 430 Millionen Euro (250 Millionen Euro Entwicklungshilfeministerium und 180 Millionen Euro Auswärtiges Amt). Sie fordert, die durch einen Abzug der Bundeswehr frei werdenden Gelder zur Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung einzusetzen. Die von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel propagierte Verzahnung von militärischen und zivilen Projekten führe zu einer "Militarisierung der Entwicklungspolitik" und stelle die Neutralität deutscher Entwicklungsarbeit in Frage. Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, ihr Konzept der "zivil-militärischen Zusammenarbeit" zu beenden.
  




Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz hält an symbolischem Protest gegen Europas größten Naziaufmarsch fest. Sie äußert sich weiterhin nicht zu den erfolgreichen Aktionen des Zivilen Ungehorsams gegen Nazigroßereignisse. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/561</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-561</guid><description><![CDATA[Das Blockadebündnis »Nazifrei! - Dresden stellt sich quer« ruft dazu auf, sich den Nazis direkt in den Weg zu stellen.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden erklärte auf ihrer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch, sie halte für den 13. Februar am Konzept der Menschenkette um die Altstadt mit Brückenschlag zur Neustadt fest. Auf die Frage, wie sie die Altstadt vor den Nazis schützen wolle, da diese ihren Aufmarsch zu einem späteren Zeitpunkt bewerben erklärte sie, der symbolische Charakter ihrer Aktion stehe im Vordergrund. Judith Förster, Pressesprecherin des Bündnisses »Nazifrei! – Dresden stellt sich quer«, dazu: »Dies unterstreicht, dass das Engagement der Oberbürgermeisterin nur ein Lippenbekenntnis ist. Wenn sie einen Teil der Stadt »vor dem Eindringen Rechtsextremer« schützen will, soll sie ihren Worten Taten folgen lassen!« 

Zu den vom Bündnis geplanten Blockaden erklärte Frau Orosz: »Die Frage können Sie sich eigentlich selbst beantworten: Das Gericht hat entschieden!« »Für Dresden-Nazifrei ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, der Naziaufmarsch hätte im letzten Jahr durchgeprügelt werden müssen, eine politische Entscheidung. Sie öffnet Tür und Tor für Repressionen rund um unsere legitimen Blockaden und ermöglicht der Oberbürgermeisterin, sich um ein eigenes Statement zu drücken« erklärt Stefan Thiele, Sprecher des Blockadebündnisses. Üblicherweise dauert es mehrere Jahre bis solche gerichtlichen Urteile gefällt werden. Dass das Urteil des Verwaltungsgerichts diesmal so zeitnah vor den geplanten Aktionen gegen den Naziaufmarsch gefällt wurde, ist Thiele suspekt.

Zu dem von der Oberbürgermeisterin verkündeten Teilerfolg der Menschenkette, dass die Nazis nun dieses Jahr mit ihrer zentralen Mobilisierung auf den 19.2. ausweichen müssten, kann Judith Förster nur schmunzeln: »Hätte sich Frau Orosz mal intensiv mit der Geschichte des Aufmarschs beschäftigt wüsste sie, dass dies dem Vorgehen der letzten Jahre entspricht. Lediglich der kalendarische Zufall des letzten Jahres, dass der 13.2. auf einen Samstag fiel, führte dazu, dass der Großaufmarsch für diesen Tag geplant wurde. Verhindert haben den Aufmarsch die mutigen Blockiererinnen und Blockierer – nicht die Menschenkette auf der anderen Elbseite.« 

Dass ein deutliches Bekenntnis zu den Aktionen gegen Europas größten Naziaufmarsch im kommenden Februar auch Mandatsträgern gut zu Gesicht steht, zeigt das neue Video diverser Bundestagsabgeordneter, dass auf der Videoplattform Youtube zu finden ist:

++SMz1qBXQaic++


Bündnis Nazifrei! - Dresden stellt sich quer
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundeswehr ist für Soldatinnen schon in der Ausbildung lebensgefährlich!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/558</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-558</guid><description><![CDATA["Finden Sie es nicht bedenklich, dass es sich bei den letzten drei bekannten Todesfällen auf der Gorch Fock nur um Frauen in der Offiziersausbildung handelte. Schließlich ist die Gorch Fock ein Ausbildungsschiff und nicht im Kriegseinsatz", fragte heute Heidrun Dittrich im Familienausschuss Kristina Schröder, Ministerin für Familie und Frauen.

"Unverständlich ist, dass Kristina Schröder es ablehnt, sich um die Diskriminierung von Frauen bei der Bundeswehr mit Todesfolge zu kümmern", so Heidrun Dittrich. "Als Familienministerin muss sie Frauenpolitik als Querschnittsaufgabe verstehen und darf sich nicht als unzuständig darstellen." 

"Wie schon bei der Aufarbeitung des Kundus-Vorfalls versucht auch Verteidigungsminister zu Guttenberg die öffentliche Aufmerksamkeit von seinem Führungsversagen abzulenken indem er überraschende Positionswechsel vollzieht und Untergebene in die Feuerlinie schiebt", erklärt Heidrun Dittrich. "Dieses Manöver dient lediglich seiner persönlicher Imagepflege und wird den Todesfällen auf der Gorch Fock in keinster Weise gerecht. Angesichts der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee darf die Zivilcourage von SoldatInnen wie auf der Gorch Fock, die sich gegen Vorgesetzte zur Wehr setzen und einen wichtigen Beitrag zum Bekanntwerden der Vorfälle leisten, nicht hoch genug eingeschätzt werden."

Dass die Gleichstellungsbeauftragte im Verteidigungsministerium die Berichte über sexuelle Übergriffe auf der Gorch Fock ,nicht nachvollziehen kann&#39;, "ist skandalös", so Heidrun Dittrich. Und weiter erklärt die Bundestagsabgeordnete aus Hannover und Anti-Kriegs-Aktivistin: "Das Verteidigungsministerium scheint offenbar wenig beeindruckt von den dramatischen Vorfällen auf dem Segelschulschiff." Der Verteidigungsminister kümmert sich um den Schutz des von seinen Diensten entbundenen Kapitäns. Den Schutz der SoldatInnen in Ausbildung zählt er offensichtlich nicht zu seinen Fürsorgepflichten als oberster Dienstherr."

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Heidrun Dittrich, MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 30 227-726 15
Fax: +49 30 227-766 15

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/252.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Mehr Fantasie für den Frieden – Verhandlungen jetzt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/553</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-553</guid><description><![CDATA[Neues Infoblatt des Bund für Soziale Verteidigung belegt Alternative zum Bürgerkrieg in Afghanistan

„Bundesregierung und NATO müssen sich jetzt entscheiden, ob sie an der Vorbereitung eines Friedensprozesses in und um Afghanistan mitwirken oder weiterhin den Bürgerkrieg vorbereiten wollen.“

Mit dieser Forderung zum Umdenken endet das neue Infoblatt des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV). Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban. 

Wenn heute Soldaten der Bundeswehr und Afghanen in der Region Kundus sterben liegt dies auch daran, dass die NATO den nach der Bombardierung des Tanklasters einseitigen Waffenstillstand der Taliban platzen und den lokalen Taliban Kommandeur Kari Bashir töten ließ. Dank wikileaks ist heute bekannt, dass auch die Bundeswehr dafür Mitverantwortung trug, ließ sie doch Bashir während der Verhandlungen auf die NATO Fahndungsliste setzen. Bis heute gibt es keine ernsthaften Initiativen für Friedensverhandlungen durch die NATO.

„Anstelle einen Friedensprozess zu starten, wollen NATO und Bundesregierung die korrupte Karsai Regierung den Bürgerkrieg alleine führen lassen.“ erklärte daher der BSV-Geschäftsführer Björn Kunter bei der Vorstellung des Infoblattes: „Auch bei der diesjährigen Mandatsverlängerung legt die Bundesregierung weder eine zivile Strategie für Afghanistan vor, noch fordert sie irgendwelche Friedensimpulse der NATO. Es fehlt der Bundesregierung auch weiterhin die von Margot Käßmann eingeforderte Fantasie für den Frieden“ 

Das Infoblatt beschreibt die in den afghanischen Traditionen angelegten Fähigkeiten in Verhandlungen und Kompromissen miteinander Frieden zu schließen. Dagegen sei die Schreckensherrschaft der Taliban unter dem Einfluss des pakistanischen Geheimdienstes und wahabitischer Missionare ein Bruch mit allen afghanischen Traditionen gewesen. Mit der öffentlich verkündigten und auch von internationalen Experten als ernsthaft wahrgenommenen Lossagung von Al Qaida hat die Führung der Taliban vor einem Jahr aber bereits eine wichtige Bedingung für Friedensverhandlungen erfüllt.

Die Abgeordneten des Bundestages sollten endlich Friedensbemühungen der NATO einfordern, statt ein „Weiter So“ abzunicken und damit den Weg für die Fortsetzung des Bürgerkriegs in Afghanistan zu bereiten.

Das  kann kostenlos bestellt oder unter  heruntergeladen werden.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Gewöhnung an Gewalt. Den Krieg beenden. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/554</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-554</guid><description><![CDATA[Anlässlich der bevorstehenden Beratungen zur Verlängerung des Afghanistan-Mandats fordert der Präsident der deutschen Sektion von pax christi Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, die Bundesregierung auf, den sofortigen Beginn des Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan einzuleiten und das deutsche Engagement in Afghanistan konsequent zivil auszurichten. 


"Eine Gewöhnung an das Mittel der Gewaltanwendung kann es unter dem Vorzeichen des gerechten Friedens nicht geben." 
                                               Gerechter Friede, Die deutschen Bischöfe, 27. September 2000
 

 
Die Bundesregierung hat sich bereits für die Verlängerung des Mandats der Bundeswehr für den Afghanistan-Einsatz entschieden, über die der Bundestag in Kürze beschließen wird.  Mit dem "Fortschrittsbericht Afghanistan" legte die Bundesregierung den Abgeordneten im Dezember 2010 dazu erstmals eine ausführliche Darstellung der Lage in Afghanistan vor. Eine solche lange geforderte Gesamtdarstellung der internationalen Intervention in Afghanistan hatte es in Deutschland bisher nicht gegeben. Die Ausführlichkeit des Berichtes verdient Anerkennung, der Verzicht auf die Bewertung der gesammelten Fakten nicht.
 
Verbunden mit Hinweisen auf die militärische Eigendynamik und die damit verbundene hohe Anzahl von Menschenleben, die dieser Krieg schon gekostet hat, habe ich im vergangenen Jahr das Scheitern des militärischen Einsatzes konstatiert, dessen Beendigung und den Einsatz seiner finanziellen Mittel für den zivilen Aufbau gefordert. Angesichts der erschreckenden Fakten, die im Bericht der Bundesregierung deutlich zu Tage treten, und der nach wie vor fehlenden konkreten Abzugsperspektive der Bundesregierung erinnere ich daran und bekräftige meinen Appell.
Offen stellt die Bundesregierung in ihrem Bericht fest, dass "die stetig wachsende Militärpräsenz bisher nicht zu einer signifikanten und nachhaltigen Verbesserung der Sicherheitslage geführt",  sondern diese sich "ab 2006 erheblich verschlechtert" hat  und  der Konflikt in Afghanistan aus der Sicht aller beteiligten Akteure militärisch nicht zu lösen ist. Die Zustimmung der afghanischen Bevölkerung zur Präsenz der internationalen Truppen ist auch im für Deutschland bedeutsamen Norden in hohe Ablehnung umgeschlagen. 
 
Der Krieg, an dem Deutschland seit neun Jahren beteiligt ist, hat in der afghanischen  Bevölkerung, unter den Aufbauhelferinnen und -helfern sowie unter den Kämpfenden viele Opfer gefordert.  Angesichts der hohen Zahl von Kriegstoten bedeutet die geplante Fortsetzung der  Kämpfe nichts anderes als sehenden Auges für die Jahre 2011 - 2014 weitere Todesopfer einzukalkulieren. Den vorsichtigen Opferangaben der UN-Hilfsmission Afghanistan zu Folge wären das jährlich 2.500 Menschen. Andere Quellen sprechen für das Jahr 2010 von nahezu 9.000 Getöteten und bald 16.000 Verletzen. Solchen Schätzungen zufolge wird die Gesamtzahl der seit 2001 getöteten Zivilisten mit knapp 20.000 und die der Verwundeten mit etwa 49.000 Verletzten angegeben.
 
Bei diesen offensichtlichen Auswirkungen und entsprechend zu erwartenden Folgen ist die Fortsetzung dieses Krieges nach den Kriterien, die wir Bischöfe im Jahr 2000 in unserer  Denkschrift "Gerechter Friede" benannt haben, nicht zu rechtfertigen. Denn hier stehen völkerrechtliche Legalität und die ethische Legitimität der Intervention fundamental auf dem Spiel. Auch weil keine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Fortsetzung der Gewalt ihr Ziel erreichen kann und die Lage nicht etwa noch verschlimmern wird. 
 
Mit der Verlängerung des  Mandats will die Bundesregierung trotzdem die Beteiligung Deutschlands an der Strategie der NATO weiterhin umsetzen. Dabei schließt sie sich auch den von der amerikanischen Regierung vorgegebenen Zeitplänen für den Abzug der internationalen Truppen an und betont, dass der Abzug erster Bundeswehrkontingente unter dem Vorbehalt der Sicherheit der verbleibenden Truppen stehe. Auf dieser Grundlage sollen die Abgeordneten der Verlängerung des Afghanistan-Mandates der Bundeswehr zustimmen.  
 
Verschiedene Entscheidungsträger sprechen zurzeit eher formelhaft von Fehlern, die anfangs beim Afghanistaneinsatz gemacht worden seien. Der Rückblick auf 2010 zeigt aber,  wie sehr sich die Situation auch unter der neuen, in London vereinbarten internationalen Strategie zugespitzt hat. Mit der  in Lissabon beschlossenen NATO-Strategie hat sich die Befürchtung bewahrheitet, dass die NATO die Aufstandsbekämpfung in Afghanistan auch weiterhin zu einem Schwerpunkt macht, der zivile Maßnahmen nutzt, um einen militärischen Sieg zu erringen. 
 
Afghanistan braucht nach diesem schrecklichen Krieg weiterhin internationale  Unterstützung. Es kann zum jetzigen Zeitpunkt der Zerstörung und Armut im Land nicht um ein Ende der Intervention gehen, aber um ein Ende der Kämpfe. Zentral ist jetzt die Deeskalation der Gewalt. Wenn die afghanische Bevölkerung zu ihrer Sicherheit  die Präsenz internationaler Soldatinnen und Soldaten wünscht, ist die Stationierung von UN-Blauhelmen für die nächsten drei Jahre bei sofortigem Abzug der NATO-Truppen zu prüfen.   
 
Weitere internationale Unterstützung braucht insbesondere die aufkeimende afghanische Zivilgesellschaft, darunter mutige Frauenrechtsaktivistinnen. Die Situation der Frauen, die sich von den Alliierten eine Verbesserung ihrer Situation erhofft hatten, ist weiterhin katastrophal. Sie ist heute geprägt von einer Gesellschaft, die seit drei Jahrzehnten Krieg erlebt. Die militärische Gewalt wirkt in das Leben der Familien hinein und steigert die häusliche Gewalt. Auch der jetzige Krieg trägt dazu bei, dass Gewalt als einziger Weg der Konfliktlösung erscheint. Frauen setzen sich in kleinen Initiativen und Projekten für den Zugang zu den Rechten ein, die die Verfassung ihnen garantiert, die aber nicht angewendet werden. Um diese Frauen zu stärken, bedarf es vermehrten internationalen Engagements für  das Rechtswesen. Die internationale Diplomatie ist hier gefordert, die zerstörerische Wirkung der massenhaften Traumatisierung der Frauen und Mädchen für die ganze Gesellschaft zu verdeutlichen. Innerafghanische Versöhnung kann nur auf der Basis von Schuldanerkenntnissen und tätiger Wiedergutmachung gelingen. Der gesellschaftliche Ausgleich mit den Taliban darf nicht auf Kosten der afghanischen Verfassung und ohne die Beteiligung von Frauen verhandelt werden.
 
Grundlage einer Entscheidung über das Mandat muss der Blick auf die Opfer dieses Krieges sein, verbunden mit der Frage, wie weitere Opfer zu vermeiden sind. Das kann in der Konsequenz aber nur bedeuten, diesen Krieg zu ächten. Es ist unverantwortlich, weiterhin Soldatinnen und Soldaten für einen Einsatz zu mandatieren, von dem alle Beteiligten, Militär und Politik, überzeugt sind, dass dieser Krieg dort nicht gewonnen werden kann. Es dürfen nicht noch mehr Menschen geopfert werden in der Annahme, militärisches Durchhalten könne das Land mit der Zeit soweit stabilisieren, dass die alliierten Truppen dann abgezogen werden können. Um im Interesse der afghanischen Bevölkerung Sicherheit zu gewährleisten, sind jetzt nicht Kämpfe, sondern das Ende aller Kampfhandlungen notwendig. 
 
Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan braucht Frieden. 

pax christi fordert die Bundesregierung auf:
- den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr einzuleiten,
- in der NATO auf ein sofortiges Ende der Kämpfe und den Beginn des Abzugs der internationalen Truppen hinzuwirken,
- wenn Afghanistan es fordert, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie materiell eine Blauhelm-Mission zu unterstützen,
- das deutsche Engagement in Afghanistan konsequent zivil auszurichten und dabei den Schwerpunkt auf die Umsetzung der afghanischen Verfassung, des Rechtswesens, die Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen sowie den Ausbau des Gesundheits- und des Bildungswesens zu legen,
- sich für die konsequente Umsetzung der UN-Resolution 1325, das heißt die Beteiligung von Frauen an allen Prozessen zur Herstellung von Stabilität in der Region mit den Nachbarstaaten, an allen Verhandlungen und innerafghanischen Versöhnungsprozessen einzusetzen und dies bei eigenen Projekten umzusetzen.
 
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda
 
 

Ansprechpartnerin bei pax christi für die Presse:
Christine Hoffmann
Telefon: 030.200 76 78-0


Quelle: Pressemitteilung von pax christi
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Alle reden vom Abzug …   Beginnt endlich damit!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/577</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-577</guid><description><![CDATA[Die Bundeswehr führt im Rahmen der NATO nun schon im zehnten Jahr Krieg in Afghanistan. Hieß es am Anfang noch, der Einsatz diene der „Stabilisierung“ der Karzai-Regierung in Kabul, änderten sich im Verlauf der Jahre die Kriegsziele: Vom Kampf gegen den Terrorismus und der Durchsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte von Frauen und Mädchen, über die Einführung rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen und von Demokratie bis hin zum ökonomischen und sozialen (Wieder-)Aufbau des Landes reichte die Palette der offiziellen Gründe, in Afghanistan zu bleiben.

Die Wahrheit blieb dabei jedes Mal auf der Strecke. Von den Kriegszielen wurde keines wirklich erreicht. Terroristische Aktivitäten weltweit wurden nicht eingeschränkt, Menschen- und Frauenrechte nicht erkämpft, die bisherigen Wahlen in Afghanistan sprechen demokratischen Grundsätzen Hohn, von Wiederaufbau und Entwicklung des Landes kann keine Rede sein. Das einzige, was heute blüht in Afghanistan, sind der Mohnanbau und die Korruption.

Die Kriegsbilanz ist verheerend: Nach vorsichtigen Schätzungen (USA und NATO geben keine Zahlen heraus) fielen dem Krieg bisher mindestens 70.000 Menschen zum Opfer, der größere Teil davon Zivilpersonen. Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen, die Bundeswehr 44 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes – ist wegen der Millionen von Minen nur sehr eingeschränkt möglich.

Ein großer Teil der internationalen Hilfsgelder versickert in den Taschen der korrupten Regierung oder in den aufwändigen Apparaten unseriöser Hilfsorganisationen. Die Selbstmordrate unter Frauen ist in den letzten Jahren gestiegen, die Analphabeten-Quote ebenfalls und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen beträgt mittlerweile knapp 50 Prozent.

Weder die NATO noch die Bundesregierung haben bisher die wahren Gründe für ihren aussichtslosen Krieg in Afghanistan genannt. Alle Welt weiß aber, dass es um Rohstoffe, um Pipelines für das zentralasiatische Öl und Erdgas sowie um geostrategische Positionen im Kampf um die Weltmacht geht. Originalton Guttenberg: „Die Sicherung der Handelswege und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“. (In einer Rede am 9. Nov. 2010 in Berlin.)

70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnen den Afghanistan-Einsatz ab und fordern die Rückkehr der Bundeswehr – je eher desto besser. Die Bundesregierung ignoriert die Wünsche ihrer Bürger/innen und beantragt im Bundestag die Verlängerung des Kriegseinsatzes um ein weiteres Jahr. Dieser Antrag wird der Öffentlichkeit verkauft als „Abzugsplan“. Bis 2014 soll die„Sicherheitsverantwortung“ in die Hände der afghanischen Armee und Polizei gelegt werden, sodass dann die „Kampftruppen“ das Land verlassen können – „falls“ die Sicherheitslage es zulässt. Das ist kein Abzug, sondern die Verlängerung des Krieges.

Wir verlangen dagegen einen sofortigen Waffenstillstand und den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr. Mit dem Rückzug des Militärs muss die Verstärkung der ausschließlich zivilen Hilfe einhergehen. Das sind wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.

Quelle: Flugblatt des Bundesausschuss Friedensratschlag, 
Germaniastr. 14, 34119 Kassel, Tel.: 0561/93717974
Spenden: Kt.Nr. 217 001 232; Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53, 
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Unterschreiben Sie den Appell der Friedensbewegung: „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen“. ()...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. -  Sprüche 31,8]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/552</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-552</guid><description><![CDATA[(Neujahrsgrüße des israelischen Aktivisten Reuven Moskovitz)

Liebe Freundinnen und Freunde,

Die wenigen Leser, die auf meine selten gewordenen Briefe reagiert haben, bringen  zum Ausdruck, dass sie sie eine Hoffnungslosigkeit darin spüren – nicht nur im veränderten  Logo,   sondern auch im Inhalt des Geschrieben. 

Dass wir Menschen ohne Hoffnung nicht leben können, ist selbstverständlich. Nicht selbstverständlich ist die Erwartung, man solle von Hoffnung sprechen in einer aussichtslosen Situation. Alle unsere Propheten haben die Hochmut der Regierenden angeprangert und zur Umkehr aufgerufen, um die Zuversicht wiederherzustellen. 
In den vergangenen Jahren stand ich oft am Rande der Verzweiflung. Immer aber blieb ich bei meiner festen Überzeugung, dass die Hoffnung Voraussetzung ist, um aus der Ausweglosigkeit herauszufinden.

In diesem Zustand  traten  zwei Ereignisse ein, die meine Zuversicht  gesteigert haben: meine Teilnahme an der Gaza - Fahrt des Bootes der “Jüdischen  Stimme für einen gerechten Frieden“ - und die Nachricht dass Sumaya Farhat Naser und ich für den Amos-Preis nominiert worden sind!


Das jüdische Schiff  nach Gaza

Die Entscheidung, mich an der Bootsfahrt zu beteiligen, traf ich, als ich erfuhr, dass das jüdische Boot sich kurz vor den  Herbstfeiertagen auf dem Weg machen sollte. Wie Ihr wisst, bin ich keinen gesetzestreuen Jude, dennoch tief durchdrungen vom jüdischen Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und der Menschenliebe.  Diese Feiertage sind Tage der Umkehr, der Bitte um Verzeihung und der Versöhnung. Vor Rosh Hashana  bittet man Gott um Verzeihung für Sünde und Versäumnisse. Die zehn Tage zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur sind die Tage der Umkehr und der Versöhnung. Eine uralte jüdische Regel heißt, dass Sünde zwischen Mensch und Gott von Gott verziehen wird, während für Sünden zwischen Menschen die Menschen sich gegenseitig um Verzeihung bitten und versöhnen müssen. 
Ich schlug vor, die Gaza-Fahrt in die Zeit der Verzeihungsgebete und der Umkehr zu verschieben.

Selbstverständlich war mir klar, dass ein kleines Boot mit einer Handvoll Menschen die politischen Umstände nicht ändern wird. Ich habe meine Hoffnung nur darauf gesetzt, dass nach dem mörderischen Piraterie - Drama auf der Mavi Marmara,  meine israelische Regierung sich siebenmal überlegen würde,  ein kleines Boot, hauptsächlich mit Juden besetzt, ebenso zu überfallen.

Die Sprecher der Besatzung, Rami El-Chanan so wieJonathan Shapira und sein Bruder Itamar, haben eindeutig in allen Presseerklärungen klar gemacht, dass wir keine Provokation beabsichtigten, sondern einen symbolischen Durchbruch der Blockade. Das war unsere Botschaft:“ wir halten es für unsere Pflicht als Juden, unsere Feinde – die Hamas-Anführer von Gaza – aufzurufen, den Teufelskreis von Hass und gegenseitigem Morden zu verlassen“.

Unsere Hoffnung wurde gestärkt durch ein eindeutiges Angebot aus Gaza, dass jeder Jude und Israeli der mit Friedens- und versöhnlicher Absicht nach Gaza kommt, mit der traditionellen arabisch-moslemischen Gastfreundschaft empfangen wird. 
Uns Teilnehmern war klar, dass die israelische Regierung versuchen würde, uns davon abzubringen nach Gaza zu fahren. Wir hielten auch für möglich, dass man uns  mit Gewalt  stoppen würde. Wir waren entschlossen, in diesem Falle Folgendes zu erklären: „Wir befinden uns in einem Boot unter britischer Flagge. Wir leisten keinen gewalttätigen Widerstand. Die einzigen Waffen, die wir haben, sind symbolische Güter wie Wasserreinigungsgeräte, Fischernetze, Medikamente, Kinderspielzeug und 50 Mundharmonikas für Kinder in Gaza.“

Mit Absicht haben wir uns fern gehalten von israelischen territorialen Gewässern. Als wir noch über dreißig Meilen von Gaza entfernt waren, näherten sich mehrere israelische Kommandoboote mit dem Aufruf, dass unser Versuch illegal sei und dass Gaza sich unter internationaler und israelischer Blockade befände. Unsere Antwort war, dass wir uns in internationalen Gewässern aufhielten, dass uns eine internationale Gaza- Blockade nicht bekannt sei, und, da Israel Gaza 2005 geräumt hat, die israelische Flotte kein Recht habe, ein Boot unter englischer Flagge zu entern. 
Dann der blitzartige Überfall: etwa sieben Kommandoschnellboote und dazu zwei Kanonenboote umzingelten unseren winzigen Katamaran..Gemäß unserer Entscheidung saßen wir untergehakt -  und ich spielte auf meiner Mundharmonika “Hevenu Shalom Elechem“ – Wir wollen Frieden für alle. „We shall overcome“ zu singen, haben wir nicht mehr geschafft, da plötzlich Dutzende von schwer bewaffneten Soldaten mit voller Wucht auf das Schiff sprangen und den Kapitän gewaltsam vom Steuer entfernten. Ich zog instinktiv einen Hebel um die Motoren zu stoppen. Dabei merkte ich, dass mehrere Soldaten und ein Oberleutnant versuchten, Jonathan und Rami El Chanan zu trennen und andere fielen über Itamar her, sein Sendegerät wurde beschlagnahmt und die Antenne zerbrochen. Ich sah, wie ein Offizier, seine Pistole zog und auf Jonathan eine Kugel abschoss, die einen elektrischen Schock verursachte, worauf  der einen schrecklichen Schmerzensschrei ausstieß. Rami versuchte Jonathan zu schützen und wurde von mehreren Soldaten überfallen. Da fing ich an  zu schreien und zeigte auf meine und die anderen Mundharmonikas, dass das die einzige Waffen sind, die wir besitzen. Dazu, dass Rami kein Verbrecher, sondern Vater eines bei einem Terroranschlag getöteten Tochter sei. Unser Gepäck, auch die Tasche mit meinen Medikamenten und Ausweisen, schleuderte man auf die angreifenden Schiffe. Dann wurden  Israelis und nicht-israelische Insassen getrennt. Jonathan und Itamar wurden mit Gewalt von uns gerissen und auf ein Kommandoboot transportiert. Mir wurden derweil die Mundharmonikas, die  Geschenke für die Kinder, mit einem Gewehrstoß aus den Händen geschlagen und ich hörte das Knirschen der „Waffen“ unter den Soldatenstiefeln.

Mein Herz fing an rasend zu schlagen -  und die Tasche mit meinen Medikamenten war nicht zu finden. Da kam die gespielte Barmherzigkeit der israelischen Armee zum Zuge. Ein Arzt wurde gebracht, der mich behandelte und sich bemühte, mich zu beruhigen -  und sich zu entschuldigen! Plötzlich erschienen Kartons mit Mineralwasser, Käsebrote und Obst -  als ob die Aktion dazu gedient hätte, uns vor dem Verhungern zu retten. 
Angehängt an ein Schnellboot mit starker Bugwelle, standen wir plötzlich alle fast bis an die Knie im Wasser. Der Befehlshaber der Aktion versuchte mit mir ins Gespräch zu kommen und mich für die unverantwortliche Aktion die er für sich peinlich fand, zu tadeln. Versöhnlich wie ich bin, kam ich mit ihm ins Gespräch. Er hat sogar mein Mundharmonika-Spiel in meinem fortgeschrittenen Alter bewundert. Es sind dann noch ein paar jüdische Sprüche und Anekdoten unserer Weisen gefallen, was dem Oberst offensichtlich Unbehagen bereitete. Es war schon ein surrealistischer Zustand, der einen israelischen Spruch bestätigte, der auch zu einen Buchtitel geworden ist: „Wir schießen und weinen“.  Mehreren Soldaten, die dem Gespräch zuhörten, war ihre offensichtliche Verlegenheit anzusehen. 

Dann kam die Festnahme im Hafen Ashdod. Die fünf Israelis wurden erwartet von Hunderten Polizisten, Offizieren, Gefängniswächtern, militärischer Presse, zahllosen Geheimdienstlern und einem unfreundlichen Empfang,  Durchsuchen und Verhör bei brennender Hitze. Nur auf unseren Protest und nach Beratungen einiger Offiziere durften einige im Schatten warten.

Als ich das erste Mal Kafka gelesen habe, dachte ich, dass er übertreibt und Kultur und Recht  zu hoffnungslos  beschreibt. Die Situation im Hafen von Ashdod überstieg seine Darstellung vielleicht noch. Der Polizei überantwortet und in  Anwesenheit einer Rechtsanwältin, hat sich die Situation dann geändert. Nach mehreren Stunden – zwar freundlichen  - Verhörs sind wir auf Bewährung freigelassen worden nachdem wir eine Garantie von 5000 Shekel unterschrieben, uns der Polizei oder dem Gericht zu stellen, wann immer wir aufgefordert werden.

Trotz der Traurigkeit nach diesen Erlebnissen, ist meine Hoffnung gewachsen  durch die anrührenden neuen Begegnungen auf dem Schiff. Der kleine, zarte und schlanke Kapitän, Glynn, die zwei Frauen, Edith und Lilian, Rami und die beiden Brüder Jonathan und Itamar, ein israelischer und englischer, aus Indien stammende Reporter, sind für mich eine Art Offenbarung von Liebe, Solidarität und der Entschlossenheit, die Menschlichkeit und Hoffnung nicht aufzugeben.


Amos Preis

Nun kam die absolut unerwartete Überraschung. Der Prophet Amos war schon immer einer meiner meist geliebten Propheten. Als Student, mit meinen Lehrern Ernst Simon und Martin Buber, habe ich mich oft unterhalten über den Weg, die junge Generation im Geist unserer Propheten, und insbesondere Amos, zu erziehen.  Nun wird meine Hoffnung entfacht, dass dieser Preis mir und meinen Gleichgesinnten neue Voraussetzungen schafft, vielleicht erfolgreicher als bis jetzt gegen die hoffnungslose Politik israelischer Machthaber aufzuschreien und zu mahnen. Weil „alles seine Zeit hat“ ist es die höchste Zeit zu versuchen die israelischen und deutschen Regierenden zu einem raschen Ausstieg aus der hoffnungslosen Politik zu bewegen.
Mit herzlichen Wünschen zu frohen Weihnachten und zum neuen Jahr,  Euer Reuven.

Reuven Moskovitz – Hotel Leonardo Inn, Nr.721, Postfach 3686 , 96100 Jerusalem,
Tel. 00972 2 653 51 03, vardamos (at) hotmail (punkt) com

Quelle: E-Mail-Brief ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW kritisiert -Fortschrittsbericht Afghanistan- der Bundesregierung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/545</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-545</guid><description><![CDATA[Sofortiger Waffenstillstand ist Bedingung für wirkliche Verbesserung der Gesundheit in Afghanistan

Der "Fortschrittsbericht Afghanistan 2010" der Bundesregierung über die Lage in Afghanistan bestärkt die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges in ihrer entschiedenen Ablehnung des dortigen Krieges. "Der Krieg im Land und seine Auswirkungen auf die Versorgung der Menschen kommt in dem Kapitel zum Gesundheitswesen gar nicht vor", kritisiert Dr. med. Angelika Claußen, Vorsitzende der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges. 

Die Aufzählung zahlreicher Indikatoren des Gesundheitswesens im Regierungsbericht soll die Verbesserung des afghanischen Gesundheitssystems seit 2001 auf niedrigem Niveau belegen. "Dabei wird aber wohlweislich darauf verzichtet, die angegebenen Daten in Bezug zu anderen Ländern oder zu Zielvorgaben der UNICEF oder WHO zu setzen", moniert die Medizinerin aus Bielefeld. 

Ein Beispiel sei die seit 2002 reduzierte Sterblichkeitsrate bei gebärenden Müttern, die von 1.600 auf 1.400 Fälle bei 100.000 Lebendgeburten im Jahr 2010 fiel. Trotz aller Hilfsprogramme und der nach Afghanistan geschleusten Hilfsgelder ist das nach wie vor nach Sierra Leone die weltweit zweithöchste Müttersterblichkeitsrate. 

Auch bei der Darstellung der Pro-Kopfausgaben für die Gesundheitsversorgung im Lande von $ 10,92 wird mit keinem Wort die Forderung der WHO erwähnt, die Ausgaben zwischen $ 15 und $ 30 pro Kopf für die Gesundheit für Länder im Krieg fordert. 

Unerwähnt bleiben im Regierungsbericht auch die strukturellen Auswirkungen des Krieges auf die Gesundheitsversorgung in Afghanistan. Für Claußen gehören dazu die bleibende ungleiche Verteilung der Gesundheitsressourcen zwischen Stadt und Land. Bereits der Versuch kranker Menschen, Gesundheitsangebote zu erreichen, kann aufgrund der Kriegssituation sowohl in den städtischen Ballungszentren als auch auf dem Lande das Leben gefährden. Als Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie kritisiert sie besonders die völlig mangelhafte Versorgung der vielen kriegstraumatisierten Menschen. 

Vom Internationalen Roten Kreuz ist bekannt, dass die Zahl der durch Waffeneinwirkung verwundeten Zivilisten in den Konfliktgebieten in diesem Jahr erheblich angestiegen ist. Laut Aussage von Reto Stocker, dem Delegationschef des Internationale Roten Kreuzes in Kabul, haben sich beispielsweise waffenbedingte Verletzungen bei der Zivilbevölkerung im August und September im vom Roten Kreuz unterstützten Mirwais Regional Hospital in Kandahar im Vergleich zum Vorjahr auf 1.000 Opfer verdoppelt. 

"Auch wenn die Dokumentation der Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung mangelhaft ist, ist offensichtlich, dass der Krieg wieder einmal gerade sie trifft", so Dr. Claußen. Deswegen fordert sie im Namen der deutschen Ärzteorganisation "einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen, die zu einem Abzug der NATO-Truppen führen. Das ist die Voraussetzung für eine Friedensperspektive in Afghanistan und eine wirkliche Verbesserung der Gesundheitsversorgung." 

Quelle: 
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[CDU/CSU drängen auf Intensivierung der zivil-militärischen Kooperation]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/542</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-542</guid><description><![CDATA[IMI-Standpunkt 2010/053

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will die „Kapazitäten für eine effektive zivilmilitärische Zusammenarbeit“ weiter ausbauen. Das geht aus einem Thesen-Papier mit dem Titel „Gemeinsam für Frieden und Sicherheit“ hervor, das am 22. November 2010 beschlossen wurde.

Kritik von Nichtregierungsorganisationen an der Instrumentalisierung von Entwicklungspolitik für militärische Ziele wird ausdrücklich zurückgewiesen, stattdessen werden „gemeinsame Ziele im Sinne der von einem Konflikt betroffenen Menschen“ unterstellt.

Die CDU/CSU-Fraktion rechnet bereits mit neuen Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Dafür soll frühzeitig „ein Konzept für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Einsatzgebiet erarbeitet werden. In den zuständigen Ministerien sind entsprechende Planungs- und Koordinierungskapazitäten und Modelle für solche Einsatzkonzepte vorzuhalten.“

Die Unionsfraktion möchte beim Umbau der Bundeswehr sichergestellt haben, dass Strukturen für zivil-militärische Operationen erhalten und „wo notwendig, geschaffen werden“. Die Bundeswehr soll entsprechende “Übungen mit potentiellen Partnern intensivieren“.

An „Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Stiftungen und andere zivilgesellschaftliche Akteure auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit“ wird appelliert, sich „der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr weiter zu öffnen und, wo dies bereits geschieht, diesen Weg konsequent und verstärkt fortzuführen.“

Damit der nächste Bundeswehreinsatz ein Volltreffer wird, soll auch gleich das Parlament in Reih und Glied ausgerichtet werden. „Der Bundestag muss seine Arbeit an den Erfordernissen der zivil-militärischen Zusammenarbeit ausrichten. Eine verstärkte Kooperation zwischen den zuständigen Ausschüssen ist daher anzustreben.“

Wehrminister Guttenberg lobte das CDU/CSU-Dokument auf einem entsprechenden Kongress der Fraktion als „richtungsweisendes Thesenpapier“ und stellte es in die Tradition des Schäuble-Lamers-Papiers von 1994, das die Idee eines „festen Kerns“ innerhalb der EU mit Deutschland und Frankreich im Zentrum („Kern des festen Kerns“) erstmals öffentlich publizierte und auf eine Militarisierung der EU („eigenständiges Handeln unter Nutzung der NATO-Mittel und von Teilen der NATO-Stäbe“) drängte.

Quelle: „Gemeinsam für Frieden und Sicherheit“, Thesenpapier. Beschluss der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 22. November 2010.


Arno Neuber

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zivile Konfliktbearbeitung statt NATO]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/536</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-536</guid><description><![CDATA["Das neue strategische Konzept der NATO ist noch immer geheim - auch für uns ParlamentarierInnen. Eine Entmachtung des Parlaments, die erneut zeigt, dass NATO und Transparenz sich ausschließen. Eins steht aber schon fest: Die NATO will sich immer mehr zivile Aufgaben unter den Nagel reißen", erklärt Kathrin Vogler, Bundestagsabgeordnete der LINKEN, anlässlich der heutigen Debatte im Bundestag über das neue NATO-Konzept.

"Unter dem Vorwand, dass Militär alleine nicht reicht und dass zivile Organisationen aufgrund der Sicherheitslage oder aus logistischen Gründen nicht agieren könnten, fordert NATO-Generalsekretär Rasmussen nun auch zivile Kapazitäten für die NATO. Die Erkenntnis, dass Militär keine Lösung für Konflikte ist, ist inzwischen nicht nur in der Friedensbewegung weithin anerkannt. Aber die Schlussfolgerung von Rasmussen ist schlicht falsch. Die Unterordnung des Zivilen unter das Militär ist keine Zivile Konfliktbearbeitung, sondern die Fortsetzung der alten falschen Politik in neuem Gewand.

Notwendig ist nicht eine weitere Aufblähung des überholten Militärbündnisses NATO, sondern der Ausbau der Zivilen Konfliktbearbeitung und humanitärer Hilfe unter ziviler Leitung. Wer zivile Kapazitäten militärischer Führung unterstellen will, um dem Militär ein humanistisches Deckmäntelchen umzuhängen, verschlechtert die ohnehin schon schwierigen Arbeitsbedingungen ziviler Helfer. Diese Erfahrung haben mir verschiedene Mitarbeiter ziviler Organisationen auch auf meiner gerade beendeten Erkundungsreise in den Sudan bestätigt. Zivile Konfliktbearbeitung braucht schon zum eigenen Schutz die Distanz zum Militär. Jeder Euro, der in einen neuen ,zivilen&#39; Arm der NATO fließt, fehlt den ohnehin unterfinanzierten Entwicklungs- und Hilfsorganisationen. Die Linke wird einer solchen Mandatsausweitung der NATO deshalb keinesfalls zustimmen."

Kathrin Vogler ist Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag und aktives DFG-VK-Mitglied...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Berufungsprozess gegen Antimilitaristin in Flensburg gestartet]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/538</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-538</guid><description><![CDATA[*** Verurteilung bereits jetzt offensichtlich  ***  Pflichtverteidigung abgelehnt  ***  „Das kann dann das OLG entscheiden“  ***  Militärangehöriger als Schöffe: „Nicht befangen!“ ***

Die 25-jährige Aktivistin Hanna Poddig steht seit heute in Flensburg vor Gericht. Die Vorwürfe gegen sie lauten Nötigung und Störung öffentlicher Betriebe. In erster Instanz wurde sie vom Amtsgericht Husum wegen einer antimilitaristischen Blockadeaktion zu 120 Tagessätzen verurteilt. Gemeinsam mit weiteren Friedensaktivist_innen war es ihr im Februar 2008 gelungen, anlässlich einer Protestaktion die Weiterfahrt eines Militärtransportes der Bundeswehr auf dem Weg zu einem NATO-Response-Force-Manöver für mehrere Stunden zu verzögern.

Ein Transparent vor dem Gericht und solidarische Zuschauer_innen begleiteten den heutigen Prozessauftakt. Der Prozess begann mit einem Antrag der Angeklagten auf Pflichtverteidigung, da hier ein komplexer Sachverhalt verhandelt werde. Die Rechtslage sei überhaupt nicht eindeutig. Das Gericht widersprach dieser Einschätzung nicht, fügte aber an, es gäbe in ähnlichen Fällen bereits Urteile, weswegen eine Pflichtverteidigung nicht notwendig sei. „Diese Einschätzung des Gerichts ist absurd, denn die bisher in ähnlichen Fällen gefällten Urteile sind widersprüchlich und für juristische Laien nahezu undurchschaubar. Eine Pflichtverteidigung hätte in jedem Fall gewährt werden müssen“ so ein Prozessbeobachter. Richter Grisée kommentierte die Erwiderung der Verteidigung nur lapidar mit den Worten: „Mag unser Oberlandesgericht dazu Stellung nehmen!“. „Bereits hier zeigte sich deutlich, dass auch diese Verhandlung die übliche Farce wird!“ sagte die Angeklagte. Der Verweis auf das OLG zeige, dass Richter Grisée bereits mit einer Revision der Verteidigung rechne; dies setze eine Verurteilung voraus.

Geladen waren die Lokführer und Fahrdienstleister, die zum genauen Ablauf der Rangierarbeiten und Streckensperrungen befragt wurden. Der demonstrative Charakter der Aktion wurde mehrmals betont und das Gericht räumte ein, dass die Rechtseinschätzung der ersten Instanz zum Thema Versammlungsrecht so wohl nicht haltbar sei. Das Amtsgericht in Husum hatte in erster Instanz geurteilt, die Aktion sei keine Versammlung gewesen, da sie nachts und abgelegen stattgefunden hätte. Die Angeklagte erklärt dazu: „Ich bin weiterhin der Meinung, dass es zu keiner Zeit eine Pflicht zur Entfernung von den Gleisen gegeben hat, da die Versammlung nicht aufgelöst wurde. Ich rechne dennoch mit einer Verurteilung, denn es entspricht der Rolle der Gerichte, die kriegerischen Einsätze der Bundeswehr zu decken und Widerstand dagegen zu kriminalisieren.“

In einer Verhandlungspause erfuhr die Angeklagte, dass einer der zwei Schöffenrichter beruflich bei der Bundeswehr tätig ist. Sie stellte daraufhin sofort einen Ablehnungsantrag wegen des Verdachtes der Befangenheit. Den lehnte der vorsitzende Richter jedoch ab. Der Schöffe Kowalski arbeite zwar in der Streitkräftebasis, und bilde Soldaten in Fernmeldetechnik aus. Daraus leite sich jedoch noch keine Befangenheit ab. Die Angeklagte dazu: „Deutlicher kann eine Befangenheit kaum sein: In unserer Pressemitteilung vom Februar 2008 fordern wir die Abschaffung der Tötungsinstitution Bundeswehr und nun soll ein Bundeswehrangehöriger darüber entscheiden, ob meine Handlungen oder nicht vielmehr die Kriege der Bundeswehr verwerflich sind- das Ergebnis steht doch fest“. Die Streitkräftebasen stellen zudem die Logistik für die als Auslandseinsätze verharmlosten Kriegsbeteiligungen bereit. „Und gegen genau diese richtete sich die verhandelte Aktion!“ sagte die Angeklagte. Sie blickt trotz allem optimistisch auf die kommenden Prozesstage: „Jeder Prozess bietet eine Plattform, die Inkompetenz der Polizei und den grausamen Krieg der Bundeswehr zu thematisieren- das finde ich
wichtig und dafür lohnt es sich.“

Der Prozess wird am 17. und 19.11. jeweils um 9.00 Uhr vor dem Landgericht Flensburg fortgesetzt.

Kontakt: 0175 9767027...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/229.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsbeteiligung in Afghanistan soll im Januar verlängert werden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/535</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-535</guid><description><![CDATA[Vier Wochen früher als erwartet soll der Bundestag über die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr entscheiden. Als Termin sei der 28. Januar 2011 geplant. Unter Berufung auf nicht genannte Koalitionsmitglieder meldet die Süddeutsche Zeitung am 3. November 2010, dass zwischen der Abstimmung und den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Baden-Württemberg ein größerer zeitlicher Abstand liegen soll. Dies haben allerdings Vertreter der Bundesregierung, die noch "im vergangenen Jahr mit Rücksicht auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen umstrittene Projekte (...) verschoben hatte", widersprochen. Es gehe darum, über die Verlängerung nicht erst unmittelbar vor dem Auslaufen des bis Ende Februar befristeten Mandats zu entscheiden. ()...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/655.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[“Wir haben genug von Gewalt und Terror!”]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/529</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-529</guid><description><![CDATA[Irakis fordern ein Ende der Gewalt in ihrem Land

Heute endet die Vierte Irakische Woche der Gewatfreiheit; das Engagement für Frieden und gegen Gewalt im Irak geht weiter: Das irakische gewaltfreie Netzwerk LaOnf machte vom 1. – 8. Oktober mit Aktionen im ganzen Irak auf das Problem der alltäglich gewordenen Gewalt aufmerksam und rief die Bevölkerung und Politik dazu auf, an dem Aufbau eines friedlichen Irak mitzuwirken.

Unter dem diesjährigen Motto „Es ist an der Zeit für eine nationale Regierung! Schluss mit dem Warten!“ gingen LaOnf-Mitglieder in allen Teilen des Irak auf die Straße, um in der Öffentlichkeit stabile politische Verhältnisse und ein Ende der Gewalt im ganzen Land zu fordern. LaOnf, das bedeutet „Keine Gewalt“, und ist der Name eines 2006 gegründeten Netzwerkes, in dem sich zivilgesellschaftliche Organisationen und Einzelpersonen aus dem ganzen Irak zusammengeschlossen haben, die die gemeinsame Überzeugung teilen, dass der Verzicht auf Gewalt die Basis für einen Wiederaufbau des Irak und einen politischen Wandel im Land sind. Die Ideen von Frieden und Gewaltfreiheit versuchen sie seitdem in Gesellschaft und Politik zu verbreiten, indem sie auf die negativen Folgen einer von Gewalt durchzogenen Gesellschaft aufmerksam machen und für Alternativen sensibilisieren. In der jährlich stattfindenden Woche der Gewaltfreiheit finden zu diesem Zweck im ganzen Land verstärkt öffentlichkeitswirksame Aktionen statt, die möglichst breite Teile der Bevölkerung erreichen sollen.

Nicht zufällig ist der Termin stets um den 2. Oktober herum gewählt, den Geburtstag des großen Vorbildes Mahatma Gandhi und seit einigen Jahren Internationaler Tag der Gewaltfreiheit. Die Theaterperformance in Bagdad, das Kulturfestival in Babylon, die
Fachtagung „Keine Gewalt gegen Frauen“ im kurdischen Dohuk oder das Fußballturnier in Erbil – die irakischen LaOnf-AktivistInnen boten eine bunte Palette von Events und Aktivitäten, die zum Mitmachen und Nachdenken über Sinn bzw. Unsinn von Gewalt anregten und Alternativen aufzeigten. Als besonderen Erfolg werteten die Veranstaltenden die Tatsache, dass in diesem Jahr erstmals auch RegierungsvertreterInnen an einzelnen Veranstaltungen teilnahmen und damit offen ihre Zustimmung zur Arbeit von LaOnf ausdrückten.

Auch in Deutschland wurde Solidarität gezeigt: Der Bund für Soziale Verteidigung veranstaltete am 2. Oktober einen Solidaritätstag in Münster, in dem u. a. in einer Live-Schaltung per Internet direkter Kontakt zu irakischen LaOnf-AktivistInnen aufgenommen wurde. „Es ist eine furchtbare Situation voller Gewalt und Terror, unter der die irakische Bevölkerung leidet. Wir wollen einen friedlichen und prosperierenden Irak schaffen, wir wollen Schritte in Richtung Gewaltfreiheit und Frieden gehen und möglichst viele dazu anregen, diesen Weg mitzugehen“, so Salar Ahmed, Koordinator des Netzwerkes. Die Öffentlichkeitsarbeit ist hierfür von besonderer Bedeutung, weiß Ahmed: „Das fehlende Bewusstsein für die verschiedenen Facetten der Gewalt und ihre negativen Folgen ist eines der größten Hindernisse für eine friedliche Entwicklung.“ Die andere große Hürde sieht er in der Zersplitterung der politischen Parteien. Die Parlamentswahlen im März haben noch immer zu keiner neuen Regierungsbildung geführt. „Die politische Instabilität hat die Gewaltakte im Land wieder verstärkt, die Menschen sind frustriert und wenden sich wieder verstärkt dem Terrorismus zu“ meint auch der LaOnf-Vorsitzende Ibrahim Ismael. Daher fordert das diesjährige Motto der Woche auch explizit die lange fällige Regierungsbildung. Auch die Arbeit von LaOnf selbst bleibt von der Gewalt im Land nicht unberührt. Mangelnde Sicherheit ist immer wieder der Grund dafür, dass geplanten Veranstaltungen keine offizielle Genehmigung erteilt wird. So drohte die Großveranstaltung in Bagdad zum Auftakt der Woche der Gewaltfreiheit aufgrund von Sicherheitsbedenken der Behörden zu scheitern, konnte jedoch, einen Tag früher als geplant, doch noch stattfinden. Eine Übersicht über diese und alle anderen im Rahmen der Woche der Gewaltfreiheit durchgeführten Veranstaltungen im Irak gibt der Bund für Soziale Verteidigung unter .

Dass es ein beschwerlicher und teilweise auch gefährlicher Weg hin zu einem friedlichen Irak ist, hält die Laonf-Mitglieder nicht davon ab, diesen Schritt für Schritt zu gehen. Als unterstützend empfinden sie dabei insbesondere auch die internationale Solidarität, die sie von Friedensorganisationen aus aller Welt erfahren. Der Bund für Soziale Verteidigung führt zu diesem Zweck eine Solidaritäts-Fotoaktion durch, an
der sich alle Interessierten unter    beteiligen können.

Auch für das nächste Jahr gibt es bereits Pläne: „Wir beginnen gerade mit den Vorbereitungen für den Internationalen Bagdad-Marathon gegen Gewalt,“ so Salar Ahmed, „es soll der größte Lauf in der Geschichte des Irak werden.“
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[NEW IPB CO-PRESIDENTS COMMENT THE 2010 NOBEL PEACE PRIZE]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/531</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-531</guid><description><![CDATA[This year&#39;s Nobel Peace Prize, awarded to Chinese human rights activist Liu Xiaobo, illustrates once again the dilemma faced by the Nobel Committee, and all commentators, in interpreting the meaning of &#39;peace&#39; in our era.

It is true that no sustainable peace can be achieved at the national level without full respect for human rights and democratic participation in decision-making. In this sense we applaud the decision of the Norwegian Nobel Committee to shine a spotlight, not only on Liu Xiaobo and his Charter 08 movement, but on human rights defenders all over the world.


On the other hand, international peace cannot be achieved without mutual respect, including between nations. There is a risk that the award of this prize, to a person who may be regarded as a hero by western governments and analysts, and as a criminal by the Chinese government, will exacerbate tensions between states.  

In our view it is not self-evident that this choice contributes, as the Committee claims, to &#39;fraternity between nations&#39;. Alfred Nobel was inspired by the vision of a disarmed world community living within a framework of international law. In that sense the 2010 award can be seen as another missed opportunity to return the prize to its roots.

The motivations for making this year&#39;s choice are no doubt multiple: it could be thought for example that after the world&#39;s most powerful politician, it was time to re-focus on grassroots actors. Another explanation could be that the Norwegian Nobel Committee is deliberately developing its taste for the controversial in order to provoke even greater media interest. That is a subject that will no doubt be raised as part of the next round of the national debate in Norway, and elsewhere.

Ingeborg Breines
Tomas Magnusson

Co-Presidents International Peace Bureau

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The International Peace Bureau is dedicated to the vision of a World Without War. We are a Nobel Peace Laureate (1910) and over the years 13 of our officers have been recipients of the Nobel Peace Prize. Our 276 member organisations in 70 countries, and individual members, form a global network bringing together expertise and campaigning experience in a common cause. Our current main programme centres on Sustainable Disarmament for Sustainable Development. We welcome your participation. IPB needs your support!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/210.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensnobelpreis: Wieder ein Fehlgriff ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/530</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-530</guid><description><![CDATA[Friedensratschlag kritisiert Nobelpreiskomitee: Der richtige Mann - aber der falsche Preis Friedensnobelpreis verliert sein Alleinstellungsmerkmal 

Zur Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an den in China inhaftierter Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Liu Xiaobo erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme: 

Als Friedensbewegung vermögen wir nicht in den Chor der Laudatoren einstimmen: Der Bundesausschuss Friedensratschlag hält die Vergabe des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo für einen Fehlgriff und beobachtet mit Sorge die Entwicklung der Vergabepraxis des Nobel-Komitees.

Die Kritik aus der Friedensbewegung hat nichts damit zu tun, dass die Verdienste des Preisträgers nicht zu würdigen wären, dass sein Engagement nicht internationale Anerkennung verdiente - etwa von amnesty international oder von Human Rights Watch. Das Problem ist vielmehr, dass der Friedensnobelpreis in den letzten Jahren zunehmend entweder nach politischen Gesichtspunkten vergeben wurde (das war etwa im vergangenen Jahr der Fall, als Obama den Preis erhielt), oder dass er Leistungen bedacht hat, die nur in sehr entfernter Weise mit dem ursprünglichen Charakter des Preises zu tun haben. Im abgelaufenen Jahrzehnt wurde die Hälfte der Auszeichnungen an Personen oder Organisationen verliehen, die sich um die Umwelt, um Menschenrechte und die wirtschaftliche Entwicklung verdient gemacht haben. Der Friedensnobelpreis ist aber weder ein Umweltpreis, noch ein Menschenrechtspreis, noch ein Demokratiepreis; vor allem sollte er nicht als politische Waffe für oder gegen ein bestimmtes Regime instrumentalisiert werden. 

Ein bezeichnender Eintrag von Grußbotschaften auf der Website des Nobelpreiskomitees kurz nach der Bekanntgabe des Preisträgers lautet: "&#39;Congratulations!!! Fuck Chinese Communist Party!!!&#39; / On behalf all chinese". Ob diese Meinung tatsächlich "im Namen aller Chinesen" abgegeben wurde, muss dahin gestellt bleiben. Der Komitee-Vorsitzende Thorbjoern Jagland hatte jedenfalls Recht, als er kurz vor Bekanntgabe sagte, die Wahl des Komitees werde "eindeutig" ähnlich umstritten sein wie die Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr. 

Zu erinnern ist an das Testament des Preisbegründers Alfred Nobel, wonach die Preisträger "den besten oder größten Einsatz für Brüderlichkeit zwischen Staaten, für die Abschaffung oder Abrüstung von stehenden Heeren sowie für die Organisation und Förderung von Friedenskonferenzen" gezeigt haben sollen. 

So gesehen, hätte es jede Menge Alternativen für das Nobelpreiskomitee gegeben. Wir nennen nur vier: 

1) Malalai Joya, diese unerschrockene Kriegsgegnerin und Kämpferin für Menschen- und Frauenrechte in Afghanistan, die unermüdlich für eine Beendigung der Besatzung als Voraussetzung für einen selbstbestimmten Frieden eintritt. 

2) Uri Avnery, der sich wie kaum ein anderer in Israel seit Jahrzehnten für die Rechte der Palästinenser auf ein menschenwürdiges Leben in einem eigenen Staat einsetzt 

3) Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und jetziges Mitglied des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats. Sein globalisierungs-, kapitalismus- und militärkritischer Verstand verbinden sich mit einer unvergleichlichen Sprachgewalt, die den Zorn über die Verhältnisse und die Empathie für die Hungernden und Entrechteten dieser Welt zum Ausdruck bringt. 

4) Mordechai Vanunu, israelischer Nukleartechniker, der sich seit einem Vierteljahrhundert mit Zivilcourage und herausragender Standhaftigkeit für die vollständige atomare Abrüstung, für transparente Demokratie und für Frieden zwischen den Nationen einsetzt. Vanunu hatte die Welt 1986 über das bis dahin streng geheim gehaltene Atomprogramm seiner Regierung informiert und wurde dafür zu einer Gefängnisstraße von 18 Jahren verurteilt. 


Mit Sorge beobachten wir die schleichende Umdeutung und Entwertung des Friedensnobelpreises. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte man noch von acht "genuinen" Friedensnobelpreis sprechen, im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts waren es nur noch vier. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, verliert der Friedensnobelpreis sein Alleinstellungsmerkmal als weltweit bedeutendster Friedenspreis. Die Zeit wäre dann reif für die Gründung eines "Alternativen Friedensnobelpreises". 


Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: 
Lühr Henken, Hamburg/Berlin 
Peter Strutynski, Kassel ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Online-Aufruf: Den Krieg gegen Iran verhindern!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/526</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-526</guid><description><![CDATA[In jüngster Zeit häufen sich die offenen Drohungen mit einem militärischen Schlag gegen den Iran. Ein angedrohter und erst recht ein akuter Krieg, aber auch weitere Eskalationsschritte wie Sanktionen sind die Gundlage dafür, dass im Iran jede gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Kritik im Keime erstickt werden. Fordern Sie Bundestag und Bundesregierung auf, einen Krieg gegen den Iran zu verhindern. 

Den Krieg gegen Iran verhindern Kriegstreiber stoppen, Sanktionen aufheben

Wir fordern von Bundestag und Bundesregierung

   - Stopp aller Sanktionen und sonstigen Kriegsvorbereitungen
   - keine Beteiligung am militärischen Aufmarsch gegen den Iran
   - sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und dem gesamten Nahen und Mittleren Osten sowie Einstellung aller Waffenexporte
   - Eintreten für die Geltung des Atomwaffensperrvertrages für alle Länder und eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten einschließlich Iran und Israel

Nur so hat ein gerechter Frieden zwischen gleichberechtigten und souveränen Staaten im Nahen und Mittleren Osten eine Chance.




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Für ein friedensförderndes Energiekonzept – gegen Nutzung von Atomkraft und Abhängigkeit von fossilen Ressourcen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/527</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-527</guid><description><![CDATA[Für ein friedensförderndes Energiekonzept – gegen Nutzung von Atomkraft und Abhängigkeit von fossilen Ressourcen

Am Tag der Unruhe im nahe gelegenen Wendland verabschiedet die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) auf ihrer Mitgliederversammlung am 02. Oktober in Hamburg folgende Resolution:

„Mit Nachdruck richtet sich die Mitgliederversammlung der AGDF an die Bundesregierung, die an ihr beteiligten Parteien und ihre Mitglieder, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen, den Ausstieg aus der Atomenergie sofort zu vollziehen. Es gilt die Abhängigkeit von lebensfeindlichen und endlichen Rohstoffen wie Öl und Uran beenden.

Voller Entsetzen und Zorn nehmen wir zur Kenntnis, dass die Bundesregierung statt des geplanten Atomausstiegs eine Politik zugunsten der kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen einiger weniger Konzerne macht. 

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist keine Brücke in die Zukunft, sondern ein gefährlicher Umweg, der den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien bremst. Die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme stehen für Zukunft und Sicherheit.

Von der Nutzung und Verbreitung ziviler Atomtechnik ist es hingegen ein kleiner Schritt zur Atomwaffen. Mit größter Sorge treten wir daher Plänen für eine weitere Nutzung der Atomkraft entgegen, die auch die Weiterverbreitung dieser Technologie durch deutsche Exporte bedeutete. Vom Uranabbau über Atomtransporte und Betrieb von Atomanlagen bis zur unlösbaren Atommüllentsorgung zerstört die Atomenergienutzung Umwelt, Mensch und Demokratie.

Wir plädieren für einen effizienten Einsatz erneuerbarer Energiegewinnung und warnen zugleich vor der weltweiten Gefahr von Konflikten durch eine Verknappung von endlichen Rohstoffen und fossilen Brennstoffen.

Die AGDF ist einer Kultur und Praxis der Gewaltfreiheit verpflichtet, wie sie aktiv von ihren Mitgliedern in den Kirchen und auf unterschiedlichen politischen Aktionsfeldern in der Friedensbewegung entfaltet wird.

Nachdrücklich bekunden wir unsere Bereitschaft mit gewaltfreien Mitteln für eine friedensfördernde und zukunftsfähige Energiepolitik zu streiten. 

Wir erklären uns solidarisch mit dem vielfältigen gewaltfreien Widerstand gegen Castor-Atommülltransporte, die im November im Wendland erwartet werden.

Die AGDF schließt sich daher dem Aufruf für die bundesweite Demonstration „Rote Karte für Atomkraft“ am Samstag, 06. November 2010 in Dannenberg an und ruft zur Teilnahme an diesem Protest auf.“

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Büro und Sekretariat der AGDF:
Endenicherstr. 41
D-53115 Bonn
Tel. 0228 24999-0
Fax 0228 24999-20
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/659.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IrakerInnen zelebrieren die Vierte Woche der Gewaltfreiheit – In Münster Solidarität zeigen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/523</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-523</guid><description><![CDATA[Keine Gewalt in Bagdad, ohne Waffen in Kirkuk, friedliches Miteinander in Falludscha –  in ihrer Vierten Woche der Gewaltfreiheit setzen sich die Mitglieder des irakischen Netzwerkes LaOnf für eine Kultur der Gewaltfreiheit in ganz Irak ein. Eine Solidaritätsveranstaltung in Münster unterstützt die Ziele von LaOnf symbolisch.

LaOnf, das bedeutet ´keine Gewalt´, und ist das Motto, das die Mitglieder des 2006 gegründeten Netzwerkes eint. Es sind Irakerinnen und Iraker, die den Wiederaufbau ihres Landes und den Frieden vorantreiben wollen. Der häufig als Normalität erfahrenen Gewalt in Familie, Gesellschaft und dem öffentlichen Leben setzen sie eine Kultur ohne Gewalt entgegen, in der Konflikte ohne Waffen gelöst werden. In ihrer vierten jährlichen Woche der Gewaltfreiheit organisieren die LaOnf-Mitglieder zwischen dem 2. und 8. Oktober im ganzen Land öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, mit der sie die irakische Bevölkerung für die Gefahren, die von einer von Gewalt geprägten Gesellschaft ausgehen, sensibilisieren und für gewaltfreie Methoden im Umgang mit Konflikten werben wollen. 

Zum Auftakt der diesjährigen Woche der Gewaltfreiheit am 2. Oktober, dem Geburtstag Mahatma Gandhis, veranstaltet der Bund für Soziale Verteidigung e. V. in Kooperation mit dem AStA der Universität Münster in Münster den Solidaritätstag Irak ohne Gewalt. Um 13 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Kulturkneipe Frauenstr. 24 in Münster mit Vorträgen und einer Live-Schaltung zu den irakischen Aktivistinnen und Aktivisten. Ab 18 Uhr spielt die Band Caravana del Mundo ein Solidaritätskonzert; um 19:30 Uhr wird der irakische Spielfilm Schildkröten können fliegen gezeigt. Der Eintritt ist frei und für alle offen.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Beteiligung des ehrenamtlichen Naturschutzes und der örtlichen Parteiebenen an Kampfdorfbesichtigung der britischen Streikräfte]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/519</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-519</guid><description><![CDATA[Am kommenden Freitag, 1. Oktober, stellen die britischen Streitkräfte die fertiggestellten Kampfdörfer in der Senne erstmalig den Vertretern deutscher Behörden vor.

Dazu erklärt Marcus Foerster, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen den Bau neuer Kampfdörfer: 

"Es kann nicht sein, dass zu diesem Termin nur Vertreter der Behörden, Landräte und Bürgermeister eingeladen werden. Der ehrenamtliche Naturschutz bleibt wie so oft außen vor, ebenso bedenklich ist die Nichtbeteiligung der Fraktionsspitzen der örtlichen Parteiebenen an dieser Aufklärungsveranstaltung."

Besonders brisant findet Foerster auch den Hinweis von der Pressesprecherin des britischen Militärs Helga Heine, dass es unabhängige Umwelt- und Lärmstudien zum Bau der Einrichtungen gäbe. "Wer soll denn an die Richtigkeit dieser Studien glauben, wo doch allen Beteiligten klar sein sollte, dass die Senne nicht nur  Hauptübungsplatz der Britischen Rheinarmee sein wird, sondern das damit einhergehend die Belastung für Mensch und Natur deutlich zunehmen werden? Vor diesem Hintergrund sind diese Studien äußerst fragwürdig. Fest steht, eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung will diese Kampfdörfer nicht, wir kämpfen deshalb weiterhin für eine Aufgabe der militärischen Nutzung und der Ausweisung eines Nationalparks" so Foerster. 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/52.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Erneute Kaperung eines Schiffs nach Gaza: Israel verstößt gegen internationales Recht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/520</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-520</guid><description><![CDATA[Die deutsche IPPNW protestiert entschieden gegen die Kaperung der "Irene" durch die israelische Marine. Das Schiff der Kampagne "Jewish Boat to Gaza: Two Peoples one Future" war zur Unterstützung der belagerten Bevölkerung von Gaza mit Hilfsgütern unterwegs. Seine Besatzung bestand aus internationalen, jüdischen Passagieren.

Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der IPPNW aus Frankfurt und im Mai selbst Opfer der Kaperung der "Mavi Marmara", kommentiert diesen erneuten Übergriff: "Trotz der internationalen Forderung nach Aufhebung der völkerrechtswidrigen Blockade hat die israelische Regierung erneut einen Akt der Piraterie begangen. Wir appellieren auch an die deutsche Bundesregierung, ihre Rüstungskooperation mit einer Regierung einzustellen, die immer wieder mit illegaler Gewalt die Isolierung und das Besatzungsregime gegenüber der palästinensischen Bevölkerung durchsetzt."

Die IPPNW fordert den Stopp aller Rüstungslieferungen in den Nahen Osten. Sie erneuert besonders ihren Protest gegen das Ansinnen der israelischen Regierung, aus Deutschland zwei Korvetten geliefert zu bekommen. Zudem wird der Lieferstopp der U-Boote der Dolphin-Klasse an Israel gefordert, die sich als Atomwaffenträger umrüsten lassen.

Weitere Informationen unter ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Bundeswehr - und das ist auch gut so!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/514</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-514</guid><description><![CDATA[Vor mehr als zwei Wochen rief das frisch gegründete Bündnis "Ruppiner Anti-Militaristische Aktion" (Rama) zum Protest gegen eine geplante Infotour der Bundeswehr auf. Über einen längeren Zeitraum wurden kreative Aktionen vorbereitet, Redebeiträge geschrieben, Gespräche mit Verbündeten geführt und Vorbereitungen getroffen.

Aber die Bundeswehr ließ sich nicht blicken. Kein "Sterbenswörtchen" in der Presse. Nix. Nun gut! Wir sind nicht böse darüber - im Gegenteil. Und vielleicht hat unser angekündigte Protest ja auch dazu geführt, dass sich die Bundeswehr von ihrem Vorhaben distanziert hat. Schließlich hatte schon 2007 ein provisorisches Feldlazarett vor dem Bundeswehrtruck die "Mordsstimmung" ordentlich versaut.

Für uns ist klar: wir bleiben trotzdem dran! An der Aktualität unser Kritik wird sich vorraussichtlich nichts ändern. Krieg wird nicht auf einmal chic werden und das Märchen der "Bomben für die Menschenrechte" bleibt weiterhin ein Märchen. Deutschland und die EU werden weiterhin Kriege führen, um Absatzmärkte und "deutsche Interessen" gewaltsam durchzusetzen - solange bis wir zusammen aufstehen und sagen: STOPP das muss aufhören! Zeit, sich zu bewegen!

Auch unsere alternativen Bundeswehroffiziere, die direkt über Kriegseinsätze berichten können, werden es sich nicht nehmen lassen auch beim nächsten Mal eine andere, unbequeme Sicht auf Krieg und deutsche Verantwortung zu verbreiten. Unsere Redebeiträge bleiben aktuell - eure Verbrechen auch! Unsere Musik bleibt tanzbar - eure Gleichförmigkeit ätzend! Kommt nur, kommt! Ob an der Schule oder im öffentlichen Raum - Wir werden immer da sein und eure Propaganda entlarven, euch die Show stehlen und unsere Vision von einer friedlichen Welt ohne euch verbreiten.

Kein Vergessen den deutschen Kriegsverbrechen!
Militär stören, rettet Menschenleben!
Kein Raum den Kriegstreibern!

Eure Rama

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Quelle: Bericht auf  und E-Mail der Gruppe Rama an die DFG-VK...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/650.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Wehrpflicht durch die Hintertür]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/511</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-511</guid><description><![CDATA[- Die Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht darf nicht zu neuen Ersatzdiensten führen
- Absage an Freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr und Freiwilligem Zivildienst

pax christi begrüßt die Pläne des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg zur Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht. Dieser längst überfällige Schritt räumt auf mit der Mär von der Wehrgerechtigkeit und befreit die jungen Männer von einem nicht mehr begründbaren und dem Geist des Grundgesetzes widersprechendem Zwangsdienst. Gesellschaftliches Engagement kann nur auf der Grundlage von Freiwilligkeit erreicht werden. Auf dem Hintergrund der langjährigen Erfahrung mit Freiwilligen, beobachtet pax christi mit Sorge die aktuelle Diskussion um einen freiwilligen Wehrdienst in der Bundeswehr, bzw. einem Freiwilligen Zivildienst.

„Freiwilligendienste sind nur aus zivilgesellschaftlichem Engagement heraus begründbar. Jedwede Verzweckung, sei es sicherheitspolitisch oder sozialpolitisch steht dazu im Widerspruch“, betont pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann.

„Die vorgeschlagenen Schritte hin zu einem Freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr und einem neuen, staatlich organisierten Freiwilligen Zivildienst bleiben verhaftet in der Idee des Pflichtdienstes. Demokratie aber lebt vom freiwilligen Engagement und dessen Förderung braucht Kontinuität und verlässliche Rahmenbedingungen. Wer die Wehrpflicht aussetzt, kann nicht im gleichen Zug fortgesetzten Zugriff auf die jungen Menschen planen. Der Dienst an der Waffe ist nicht vergleichbar mit dem zivilgesellschaftlichen Freiwilligen Dienst, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr/ FSJ, dem Freiwilligen Ökologischen Jahr/ FÖJ oder dem Jahr für den Frieden, wie pax christi es anbietet. 
Freiwillige brauchen Lernorte und Gestaltungsspielraum. Denn junge Menschen wollen sich engagieren und die globalisierte Welt mitgestalten. Ausbildung und Dienst in der Bundeswehr mit ihrer Ausrichtung auf Funktionalität der Einsätze und sicherheitspolitische Ziele sind nicht mit der Zielsetzung eines gesellschaftlichen und persönlichen Lerndienstes vereinbar. Über Folgen und Chancen der Aussetzung der Wehrpflicht muss gründlicher nachgedacht werden. Die Aussetzung der Wehrpflicht erfordert, dass an Stelle des Zivildienstes die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement so verbessert werden, dass mehr junge Menschen für einen Freiwilligendienst gewonnen werden“, fordert die Generalsekretärin.

pax christi entsendet am 25. September erneut 12 Freiwillige in ein Jahr für den Frieden. Das besondere am Freiwilligen Jahr für den Frieden bei pax christi ist die Ausrichtung der Projekte auf Friedens- und Versöhnungsarbeit. Einsatzorte sind zum Beispiel: das Zentrum für Versöhnung und Dialog in O&#347;wi&#281;cim in Polen, das Friedensprojekt in Derventa in Bosnien-Herzegowina oder ein Ländlicher Entwicklungsverein in Ecuador. Die Verarbeitung von Gewalterfahrungen durch Kriege mit ihren individuellen und den gesellschaftlichen Dimensionen spielt in diesen Projekten eine besondere Rolle. Die jungen Menschen erfahren, was Erwachsene und Kinder brauchen, um Gewalt- und Kriegserfahrung zu verarbeiten. 
Ihre Mitarbeit im Projekt gibt den Freiwilligen die Gelegenheit, ihren Lebenshorizont und ihre Sozialkompetenz zu erweitern. Das freiwillige Jahr für den Frieden im Ausland ist stets zugleich ein Jahr interkulturellen Lernens und der Begegnung mit den Lebensbedingungen anderer Länder.

Im freiwilligen Jahr für den Frieden bringen die jungen Erwachsenen sich mit ihrer Kreativität und Eigeninitiative in die Arbeit der Projektpartner im Ausland ein. Die Begegnung mit Fremdem, der  Spracherwerb und die Alltagsarbeit in den Projekten ist als Lerndienst gestaltet, der ihre Persönlichkeitsentwicklung fördert. Nach der Rückkehr unterstützt pax christi die jungen Menschen dabei, ihre Erfahrungen in Gemeinde und Kirche hier in Deutschland einzubringen. Die jungen Freiwilligen leisten damit in zwei Richtungen einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung. Viele engagieren sich in Verbänden oder sozialen Bewegungen und stärken die Demokratie in Deutschland. Ihre Erfahrungen im Ausland fördern ihre Fähigkeit die globalisierte Welt zu verstehen und mitzugestalten.

Alle weiteren Überlegungen zur Fortentwicklung der Freiwilligendienste haben sich an diesen und den Erfahrungen tausender freiwilliger junger Frauen und Männer zu orientieren, die in den zurückliegenden Jahrzehnten Dienste im In- und Ausland geleistet haben. Dieses frei gewählte zivilgesellschaftliche Engagement muss der alleinige Maßstab für Freiwilligendienste sein....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ISRAEL: Kriegsdienstverweigerer Omer Shoshan zu 20 Tagen Haft verurteilt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/512</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-512</guid><description><![CDATA[Der Kriegsdienstverweigerer Omer Shoshan ist am 14. September zu 20 Tagen im Militärgefängnis verurteilt worden.

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Eine Protest-Mail an den israelischen Minister der Verteidigung Ehud Barak kann geschickt werden über .
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Omer Shoshan hatte vor etwa acht Monaten seinen Dienst in den israelischen Streitkräften (Israeli Defence Forces, IDF) angetreten. Während des Dienstes kam er aus Gewissensgründen zur Ablehnung des Militärdienstes. Er verließ seinen Posten am 6. September, am 14. September kehrte er zu seiner Militäreinheit zurück. Er wurde zu zwanzig Tagen im Militärgefängnis verurteilt, aber zunächst auf der Militärbasis festgehalten. Am 19. September wurde er in eine Arresteinrichtung der Militärpolizei in Jerusalem überstellt, wo seine Gefängnisstrafe offiziell in Kraft trat. Dadurch wurde die Zeit seiner Haftstrafe erhöht: zur Gefängnisstrafe kam die vorhergehende Gefangenschaft in der Militärbasis hinzu.


In seiner  schrieb Omer Shoshan:
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Ich weigere mich, ein Teil der Israelischen Streitkräfte zu sein, einer Armee, die täglich die palästinensische Bevölkerung besetzt hält und unterdrückt. Dadurch werden die Chancen, Frieden zu erreichen unterminiert, und damit auch Israels Sicherheit, sowie die Moral und der demokratische Charakter des Staates korrumpiert.

Für mehr als 40 Jahre haben die IDF täglich die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten unterdrückt und ihr ihre elementarsten Rechte auf ein normales Leben vorenthalten. Das beinhaltet die Behinderung ihrer Bewegungsfreiheit, die Unterminierung ihrer Wirtschaft, Körperverletzungen, illegale Festnahmen und viele andere schwere Verbrechen, die üblicherweise nicht in die etablierten Medien gelangen. Schon die Tatsache, dass jeder einfache Soldat, der jenseits der Grünen Linie dient, Macht über das Leben der örtlichen Bevölkerung hat und sie zwingen kann zu tun, was ihm gefällt, ist illegal und undemokratisch und bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was angeblich beabsichtigt ist: Es werden mehr Terroristen produziert, der Hass gegenüber uns wächst und es wird jede realistische Chance für Frieden unterminiert. Also welchem Zweck dient diese Unterdrückung wirklich? Nur einem - der Verewigung der israelischen Siedlungen in der West Bank, die an sich schon illegal sind und die das Hindernis sind, um zwischen den beiden Völkern einen Kompromiss zu erreichen.

Sogar vor meinem Dienstantritt hatte ich meine Zweifel darüber, ob oder ob ich nicht in der Armee dienen soll, ob ich die Armee, die mein Land repräsentiert, unterstützen oder ob ich verweigern soll. Ich entschloss mich schließlich, den Dienst anzutreten, weil ich den Eindruck hatte, dass ich von innen verweigern, Dinge anders tun und Wandel bewirken könnte. Heute weiß ich, dass allein schon die Handlungen der Armee in den besetzten Gebieten und ihre Präsenz das sind, was die Besetzung ausmacht und dass keine Handlung von mir, noch nicht einmal eine bessere Behandlung der palästinensischen Zivilbevölkerung, irgendeinen Unterschied machen würde.

Ich glaube, dass in einem Land, das beansprucht eine Demokratie zu sein, es gut und sogar notwendig für uns alle ist, Kritik und Entrüstung zu äußern, wenn das Land im Unrecht ist. Die IDF sind eine Organisation, die für Interessen kämpft, an die ich nicht glaube, die anti-demokratische und unmoralische Handlungen begeht und erheblich die Chancen, Frieden zu erreichen, unterminiert. Ich bin nicht länger bereit, ein Teil davon zu sein.
**********************************

Omer Shoshans Entlassung ist am 6. Oktober fällig, und es ist wahrscheinlich, dass er danach wieder inhaftiert werden wird. Da Omer Shoshan in einem kleinen Arrestzentrum und nicht in einem Militärgefängnis gefangen gehalten wird, kennen wir nicht seine Haftadresse, aber Unterstützungsschreiben können ihm per E-Mail geschickt werden über: 
Sie werden ausgedruckt und ihm bei Besuchen überreicht.

Die  und die  bitten um Protestschreiben an israelische Behörden und Botschaften.
Eine vorformulierte  an den israelischen Minister der Verteidigung Ehud Barak kann über die   oder aber auch an nachfolgende Adresse geschickt werden.
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Seine Exzellenz Herr Yoram Ben Zeev
Botschaft des Staates Israel
Postfach 33 05 31, 14175 Berlin
Tel. 030-89 04 55 00, Fax 030-89 04 55 55

_____________________________________________________________________

Die War Resisters&#39; International (WRI) und die DFG-VK fordern die unverzügliche Freilassung des Kriegsdienstverweigerers Omer Shoshan und aller anderer inhaftierter Kriegsdienstverweigerer.


Weitere Informationen

- Auf der Homepage unserer israelischen Partnerorganisation 
      Dort werden weitere Adressen für Protestschreiben genannt.

- Auf der Homepage der

-  von Omer Shoshan

- In Deutsch: Immer wieder aktuelle Beiträge über Kriegsdienstverweigerung in Israel: 

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Quellen: E-Mails von  und 
Übersetzung: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[UN-Menschenrechtsrat legt Untersuchungsbericht  vor Angriff auf Gaza-Flotte: Verstoß gegen internationales Recht bestätigt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/513</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-513</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung der IPPNW
Die IPPNW begrüßt den Bericht des UN-Menschenrechtsausschusses zu dem israelischen Angriff auf die FreeGaza-Flotte Ende Mai diesen Jahres. „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die im Bericht aufgezählten Verstöße gegen internationales Recht wie vorsätzliche Tötungen, Folter und Misshandlungen strafrechtlich verfolgt werden. Außerdem muss Außenminister Westerwelle sich nachdrücklich für die sofortige Aufhebung der Gaza-Blockade einsetzen“, erklärt der stellvertretende IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim, der an Bord der Mavi Marmara war. 

Israel hat nach Ansicht der UN-Ermittler internationales Recht gebrochen. Die israelische Blockade des Gazastreifens selbst wird als ungesetzlich eingestuft. Der Menschenrechtsausschuss hatte den Angriff auf unschuldige Zivilisten bereits im Juni mit großer Mehrheit scharf verurteilt. Laut UN-Bericht haben die israelischen Soldaten ein "nicht zu akzeptierendes Maß an Brutalität" gezeigt. Sie hätten sich während und nach dem Einsatz schwerer Rechtsbrüche wie vorsätzlicher Tötung und Folter schuldig gemacht. 

Die IPPNW bedauert, dass Israel die Untersuchungsmission des Menschenrechtsrats als parteiisch ablehnt und seine Beteiligung verweigert hat. Israel unterstützt lediglich die von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon geleitete Kommission. Während es sich bei dem Untersuchungsbericht des UN-Menschenrechtsausschusses um eine Fact-Finding-Mission handelt, hat die von Ban Ki-Moon eingesetzte Untersuchungskommission den Zweck, die Beziehung zwischen der Türkei und Israel positiv zu beeinflussen. 

Zur Gruppe der fünf deutschen Passagiere an Bord der Mavi Marmara gehörten neben Matthias Jochheim die beiden Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger, der Völkerrechtler und IPPNW-Beiratsmitglied Norman Paech sowie Nader al Saka von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland. 


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[US-Deserteur André Shepherd erhält taz Panter Preis]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/506</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-506</guid><description><![CDATA[Positive Entscheidung im Asylverfahren eingefordert

Connection e.V. und das Military Counseling Network begrüßen die Verleihung des taz Panter Preises an den US-Deserteur André Shepherd am vergangenen Samstag. „Dies ist ein deutliches Zeichen, wie groß die Zustimmung zu seiner Entscheidung ist“, sagte heute Rudi Friedrich von Connection e.V. „Das Bundesamt für Migration ist nun gefordert, André Shepherd endlich den notwendigen asylrechtlichen Schutz zu gewähren.“

 Im November 2008 stellte der US-Soldat André Shepherd in Deutschland einen Asylantrag. Er hatte sich 2007 einem erneuten Einsatz im Irakkrieg verweigert und erklärt: „In dem Angriffskrieg gegen das irakische Volk hat die USA sowohl US-Recht, als auch internationales Recht gebrochen. Ich will nicht dazu gezwungen werden, in einem illegalen Krieg zu kämpfen. Das ist der wesentliche Grund für meinen Asylantrag.“

 Der 32-jährige André Shepherd stammt aus Ohio. Er war in Ansbach-Katterbach stationiert. Als Mechaniker für die Apache-Hubschrauber wurde er 2004 für einige Monate im Irak eingesetzt. Die Apache-Hubschrauber wurden Anfang 2010 durch ein von  bekannt, dass die kaltblütige Erschießung von unbewaffneten Zivilisten im Irak zeigt. Shepherd war sich aufgrund seines Einsatzes solcher Verbrechen bewusst. Zurück in Ansbach, erhielt er 2007 einen erneuten Marschbefehl in den Irak. Statt dem nachzukommen, flüchtete er aus der Einheit und tauchte in Deutschland unter.

 In seinem Asylantrag verweist Shepherd auf die Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen. Noch immer steht eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration über seinen Antrag aus. Nach US-Militärrecht müsste er mit einer langen Haft rechnen.

 „Der LeserInnen-Preis 2010 ehrt mit André Shepherd einen Irak-Kriegs-Veteranen“, so die taz heute, „der mit seinem Schicksal zur Symbolfigur wurde". Laudator und taz-Redakteur Bernd Pickert würdigte den Preisträger: „Er hat gemacht, was Soldaten bei Strafe verboten ist: Er hat entschieden. Allein. Er hat sein Leben in die eigene Hand genommen und gesagt: Ich mache nicht mehr mit." „Damit", so die taz, „stellt er dessen Mut heraus, gegen den Strom zu schwimmen und große persönliche Härten für seine Überzeugungen in Kauf zu nehmen.“

 gez.

 Marius van Hoogstraten,  (06223-47506)

 Rudi Friedrich,  (069-82375534)
******************************* 


Wir bitten weiter um Spenden

für den Rechtshilfefonds für André Shepherd. 

Mehr dazu unter:
 oder auf 
Konto 70 85 704 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 20 500. 

Spenden sind steuerlich absetzbar....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/368.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung fordert Truppenabzug aus Afghanistan ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/507</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-507</guid><description><![CDATA[Ernüchterung nach der Scheinwahl in Afghanistan: Ein erster Ausweg aus der Sackgasse: Beendigung der Besatzung! Friedensbewegung fordert sofortigen Abzug der Bundeswehr, nicht nur der Tornados

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag 

Kassel/Hamburg, 20. September 2010 - Angesichts der desolaten Lage Afghanistans nach der "Wahl" erklären Seitens der Friedensbewegung die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme: 

Nach den Wahlen in Afghanistan am vergangenen Samstag hüllt sich selbst die offizielle Politik in Berlin in beredtes Schweigen: Lediglich die Vuvuzela des Auswärtigen Amts, Minister Westerwelle, verkündet wider besseren Wissens, die Wahlen seien ein "bemerkenswerter Schritt auf dem Weg zur Demokratie", die Wahlbeteiligung sei höher als bei der letzten Wahl und die Hoffnung liege jetzt bei der Wahlkommission, die "Verdachtsfällen von Wahlbetrug konsequent nachgehen und, wo nötig, entsprechende Korrekturen veranlassen" müsse (Erklärung Westerwelles am 19.09.10). Unabhängige Beobachter sprechen dagegen davon, dass die Wahlbeteiligung gegenüber der letzten Parlamentswahl vor 5 Jahren um rund drei Millionen Stimmen geringer ausgefallen sei: Sie sank nach offiziellen Angaben von 54 Prozent auf etwa 40 Prozent. Überdies war die Sicherheitslage im ganzen Land desaströs und es muss von zahlreichen Unregelmäßigkeiten ausgegangen werden. Dass die afghanischen Wahlinstitutionen hier "Korrekturen" vornehmen können, wie Westerwelle vorschlägt, ist natürlich möglich: Dies gelang ja auch schon bei der Präsidentenwahl 2009, wodurch dem korrupten Amtsinhaber Hamid Karzai eine weitere Amtszeit beschert wurde. Mit Demokratie hat das aber nichts zu tun. 

Experten verschiedener außenpolitischer Think Tanks der USA sprechen mittlerweile davon, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen und daher so schnell wie möglich beendet werden müsse. Planspiele des Council on Foreign Relations (CFR), der "Afghanistan Study Group" oder der New America Foundation legen den USA einen radikalen Strategiewechsel in Afghanistan nahe. So könnte etwa der paschtunische Süden ganz den Taliban überlassen werden - was auf eine Teilung des Landes hinaus liefe -, man könne sich auch mit den Aufständischen darauf einigen, Al Kaida nicht mehr im Land zu dulden. Die Afghanistan Study Group geht davon aus, dass ein militärischer Sieg nicht nötig sei, um dennoch amerikanische Interessen in Afghanistan zu schützen. Nach neuesten Umfragen in den USA ist mittlerweile eine Mehrheit von 58 Prozent gegen die Fortsetzung des Krieges am Hindukusch. 

Die USA, die NATO und die Bundesregierung stehen letztlich vor der Entscheidung: Abzug sofort und den Dingen in Afghanistan ihren Lauf lassen - oder weiter kämpfen, töten und sterben, um später doch zum Abzug gezwungen zu werden. Die Mehrheit der Menschen in den NATO-Staaten, die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland befürworten eine schnelle Beendigung des Kriegseinsatzes. Die Friedensbewegung fordert in einem Appell die bedingungslose Beendigung der Kampfhandlungen (Waffenstillstand), den sofortigen Beginn des Truppenabzugs und die drastische Aufstockung der Mittel für die rein zivile Hilfe zum Wiederaufbau des geschundenen Landes. ...

Verteidigungsminister zu Guttenberg plant offenbar den Abzug der sechs deutschen Aufklärungs-Tornados aus Afghanistan. Die Friedensbewegung hat deren Einsatz vor dreieinhalb Jahren begründet abgelehnt und darauf hingewiesen, dass damit eine neue Eskalationsstufe im Afghanistan-Krieg heraufbeschworen würde. Insofern begrüßen wir diesen Schritt. Wir würden ihn gern als erste Abschlagszahlung auf einen generellen Rückzug der Bundeswehr werten, wissen aber, dass die Bundesregierung halsstarrig am Hindukusch-Abenteuer festhält. Bis auch sie die Zeichen der Zeit erkennt und sich dem Druck der Argumente und hoffentlich auch dem Druck der Straße beugt. Die Holländer haben es vorgemacht und ziehen gerade ihre Truppen ab; Kanada wird folgen. Die deutsche Friedensbewegung wird alles daran setzen, dass Deutschland bald folgen wird. 

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: 
Peter Strutynski, Kassel 
Lühr Henken, Hamburg 

P.S.: Unsere Empfehlung: Alles über den Afghanistankrieg lesen Sie im entsprechenden 

_________________________________________________________________

Der Appell der Friedensbewegung zum  und  auf ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Flüchtling P. droht Abschiebung nach Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/505</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-505</guid><description><![CDATA[Eine Information des Bayrischen Flüchtlingsrates

Der Kriegsdesserteur Ahmad P. (28) sollte am Dienstag, den 7. September, von Frankfurt nach Kabul abgeschoben werden. Mit einem dramatischen Fluchtversuch über das Rollfeld konnte sich der Afghane zunächst retten, mit einem nächsten Abschiebeversuch ist jedoch zeitnah zu rechnen. Ahmad P. floh im Jahr 2008, nach seiner Desertion aus der Afghanischen Armee, nach Deutschland. Seine berechtigte Angst im Kampfeinsatz zu sterben ist jedoch kein Asylgrund – sein Asylantrag wurde abgelehnt. Seither lebte er mit einer Duldung in Passau, bis er vor zwei Wochen in Abschiebehaft genommen wurde. Straftaten hat Ahamd P. zwar begangen, trotzdem sollte er am Dienstag um 20.30 Uhr mit einer Maschine von Safi Airways ab Frankfurt abgeschoben werden. Wenige Minuten vor dem Start der Maschine floh Ahmad P. und rannte aus dem Flugzeug auf das Rollfeld. Wäre ein Flugzeug gelandet eine lebensgefährliche Tat.

Seit zwei Jahren ist dies bundesweit der erste bekannt gewordene Fall eines Asylbewerbers, der nach Afghanistan abgeschoben werden soll. Die Lage in Afghanistan hat sich indes weiter verschlechtert. Die UN berichtet für das erste Halbjahr 2010 von einem Anstieg der zivilen Opfer des Bürgerkriegs um 30 Prozent: 1.271 zivile Todesopfer und 1.997 Verletzte sind dokumentiert, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Neben der Gefahr durch den bewaffneten Konflikt, sind in Afghanistan willkürliche Verhaftungen, Folter, Entführungen und Erpressungen an der Tagesordnung. Lebensmittelpreise in Kabul sind derzeit kaum bezahlbar, die medizinische und sanitäre Versorgung ist weiterhin völlig unzureichend.




Unterstützen Sie die Forderung nach einem Bayerischen Abschiebestopp nach Afghanistan mit Ihrer Unterschrift!

In Afghanistan herrscht nach wie vor Krieg. Die Vereinten Nationen sprechen aktuell in 2010 von einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage und einer Zunahme der zivilen Opfer um 30%. Weder die medizinische noch die Versorgung mit Lebensmitteln sind auf dem Land oder in den Großstädten gewährleistet. Abschiebungen in dieses Kriegsgebiet verbieten sich deshlab derzeit grundsätzlich.

Wir fordern deshalb den Bayerischen Landtag auf, gemäß den eingereichten Petitionen einen sofortigen  zu beschließen und die  zu lassen. 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/416.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kampagne Castor Schottern ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/500</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-500</guid><description><![CDATA[+++ Unterstützung für Kampagne Castor Schottern wächst +++ Massenzeitung erschienen +++ Kampagne will Enteignung +++

Hannes Wader und Konstantin Wecker tun es, Prof. Dr. Peter Grottian und Prof. Michael Brie sind dabei, Aktive aus dem bundesweiten Koordinierungskreis von attac unterstützen sie ebenso wie GewerkschaftssekretärInnen oder die Bundestagsabgeordneten Halina Wawzynia und Sahra Wagenknecht – die Kampagne Castor Schottern hat schon in der ersten Woche ihres Bestehens zahlreiche Persönlichkeiten für sich gewinnen können.

Ebenfalls dabei sind über 60 Gruppen, Initiativen und Organisationen aus der ganzen Republik – und aus dem Wendland selbst. UmweltaktivistInnen, PfadfinderInnen, StudentInnen, Autonome und AntifaschistInnen sind sich einig: Der Castor wird gestoppt!

In der gemeinsamen Erklärung heißt es zur geplanten Aktion während des Castortransportes: "Mit Hunderten, Tausenden von Menschen, die aus unterschiedlichsten politischem und sozialem Alltag kommen, werden wir am Transporttag auf die Schienenstrecke gehen. Wir sind entschlossen, massenhaft den Schotter aus dem Gleisbett zu entfernen, also die Gleise zu unterhöhlen und sie damit für den Atommüllzug unbefahrbar zu machen. Wir wählen für die Aktion einen Schienenabschnitt, an dem an diesem Tag kein Zugverkehr außer dem Castortransport stattfindet."

AktivistInnen von Castor Schottern werden auch am 18.9. in Berlin dabeisein. "Wir werden bei der Berliner Großdemonstration mit einer 4-seitigen Massenzeitung unsere Aktionsidee weiter bekannt machen", erklärt Sonja Schubert, Pressesprecherin der Kampagne Castor Schottern, "Wir haben zunächst 50.000 Exemplare gedruckt und hoffen, dass dies für Samstag und die nächsten Tage ausreicht", so Schubert weiter. Die Zeitung steht unter www.castor-schottern.org zum Download bereit. 

"Innerhalb kurzer Zeit haben wir bei facebook mehr als 700 UnterstützerInnen gewinnen können. Jetzt tun wir alles, um aus dem virtuellen Protest realen Widerstand auf und unter den Schienen zu machen. Schottern kann man lernen, wir bieten dafür spezielle Trainings an.", so Tadzio Müller, Pressesprecher der Kampagne Castor Schottern.

Zur Diskussion um die Enteignungspläne der Bundesregierung zur Durchsetzung des Atommüll-Endlagers in Gorleben, sagt Mischa Aschmoneit von Castor Schottern: "Nicht die wendländischen Kirchengemeinden und der Graf von Bernsdorff müssen enteignet werden, sondern E.on, RWE, EnBW und Vattenfall. Eine ökologisch verantwortliche Energieerzeugung ohne Kohle und Atom wird nur möglich sein, wenn die großen Energiekonzerne in demokratisch kontrollierte Einheiten verwandelt werden."

"Die Kampagne Castor Schottern wird – gemeinsam allen anderen Protest- und Aktionsformen - zu einem echten praktischen und politischen Problem für die Atomregierung werden. Wir warnen aber davor, schon jetzt zu spekulieren, ob der Castor-Transport wegen des erwarteten massiven Widerstandes noch kurzfristig abgesagt wird. Das ist zwar möglich, aber unsere Aufgabe ist es jetzt, uns mit aller Kraft auf die Aktionen vorzubereiten.", erklärt Christoph Kleine, Pressesprecher der Kampagne Castor Schottern, abschließend....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/635.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Worten müssen umgehend Taten folgen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/502</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-502</guid><description><![CDATA[Die Zentralstelle KDV fordert: Einberufungen aufheben, wenn der Einberufene widerspricht

Nach den Festlegungen der CSU und des CDU-Präsidiums und -Vorstands, dem Kurs von Verteidigungsminister zu Guttenberg zu folgen, ist klar: Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, die letzten Einberufungen zum Grundwehrdienst und zum Zivildienst dürften zum 1.1.2011 erfolgen. Wer noch Grundwehrdienst oder Zivildienst als Pflichtdienst leisten will, muss sich also beeilen. Bald geht es nur noch freiwillig.

Einberufungen zu Wehr- und Zivildienst greifen erheblich in die Ausbildungs-, Berufs- und Lebensplanung ein. Zurzeit werden Studenten einberufen, die am 1.1.2011 mitten im ersten oder zweiten Semester sein werden. Andere mit einem Zeitarbeitsverhältnis hätten die Chance, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Promotionen sollen ebenso unterbrochen werden wie der Start in die Selbstständigkeit. All das darf vor dem Hintergrund des absehbaren Wegfalls der Wehrpflicht nicht mehr sein.

Die Zentralstelle KDV fordert Verteidigungsminister zu Guttenberg und Jugendministerin Schröder auf, die nachgeordneten Behörden anzuweisen, jedem Widerspruch gegen eine Einberufung im Rahmen der Ausübung des Einberufungsermessens stattzugeben. Es kann nicht sein, dass Behörden heute noch unter Berufung auf die Rechtsprechung des Kalten Krieges von vor dreißig Jahren der Wehr- und Zivildienstleistung Vorrang vor Ausbildung und Arbeit verschaffen.

Gleiches muss für Entlassungsanträge aus dem Dienst gelten. Wer früher in Ausbildungen gehen kann, wer die Chance hat, einen Arbeitsplatz anzutreten, wer ein Studium aufnehmen kann, darf durch den Wehr- oder Zivildienst daran nicht mehr gehindert werden. Er sollte vorzeitig entlassen werden.

"Die Wehrpflicht ist ein so tiefer Eingriff in die individuelle Freiheit des jungen Bürgers, dass ihn der demokratische Rechtsstaat nur fordern darf, wenn es die äußere Sicherheit des Staates wirklich gebietet." hat der damalige Bundespräsident und ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgericht Roman Herzog 1995 formuliert. Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat darauf in seinem Bericht für den Deutschen Bundestag am 1.9.2010 ausdrücklich Bezug genommen. Nach der aktuellen Debatte ist deutlich, dass schon heute, Tag für Tag, die Grundlage für die Wehrpflicht entfallen ist. 

Zurzeit gibt es 195.000 Zeit- und BerufssoldatInnen und 25.000 freiwillig länger Wehrdienstleistende in der Bundeswehr. Das sind deutlich mehr als nach den diskutierten Bundeswehrmodellen (zwischen 150.000 und 210.000 SoldatInnen) sicherheitspolitisch nötig sind. Der sofortige Verzicht auf einzelne Einberufungen zum Grundwehrdienst oder die Zustimmung zu vorzeitigen Entlassungen aus dem Grundwehrdienst würde keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen haben.

Nicht zuletzt deswegen ist in der jetzigen Übergangszeit allen Widersprüchen und Entlassungsanträgen zu entsprechen. 

- - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V.
Sielstraße 40, 26345 Bockhorn
Tel.: 04453/9864888, Fax: 04453/9864890
E-Mail: Zentralstelle.KDV@t-online.de 
Internet: www.zentralstelle-kdv.de
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/162.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Stop European war planning  -  Demonstration September 23rd 2010, Ghent (Belgium)]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/504</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-504</guid><description><![CDATA[    * *Stop the war in Afghanistan
   * *Stop the militarisation of Europe
    * *No nuclear weapons in Europe

Protest against the informal EU Defence Summit 2010.

During the Belgian presidency of the European Union, the ministers of defence 
will gather for an informal meeting in Ghent on 23rd and 24th September. The Belgian peace movement does not want to see a summit that prepares for war. The EU must not become an economic block that prepares for war. Europe must be a project of peace that prioritises social and environmental issues, providin sustainable jobs, ensures public services, defends social security, invests in sustainable development and has a fair international trade policy. Europe must “disarm to develop”. For this reason, we are calling everyone to come to Ghent to take part in a peace demonstration in Ghent on 23rd September.

The demonstration starts at 7pm at the “Woodrow Wilsonplein” at the Zuid, near the city library. It can be reached on foot in 15 minutes from the train station Gent Dampoort. From the main train station of Gent Sint Pieters, take tram 21 of 22. Ghent can be reached easily by train from Brussels, with 3 trains each hour, taking about 30 minutes.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/637.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ TÜRKEI: Der Kriegsdienstverweigerer Inan Süver ist im Hungerstreik.]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/495</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-495</guid><description><![CDATA[Aufruf zu Unterstützungs- und Protestschreiben
____________________

Die War Resisters&#39; International (WRI) wurde informiert, dass der türkische Kriegsdienstverweigerer Inan Süver am 1. September 2010 zum zweiten Mal in den Hungerstreik getreten ist.
Momentan ist der WRI jedoch noch nicht bekannt, was diesen Hungerstreik auslöste und was die genauen Forderungen von Inan Süver sind.

Er wurde am 5. August 2010 in Istanbul festgenommen und am 23. August in das Militärgefängnis in Izmir überführt. Dort sitzt er derzeit in Untersuchungshaft. Am 24. August trat er vor das Gericht des Ägäischen Streitkräfte-Kommandos, wo er in der  Anhörung erneut seine Kriegsdienstverweigerung formulierte. Das Gericht bestätigte die Anklage wegen "illegaler Abwesenheit" und ordnete an, dass Inan Süver wieder in Untersuchungshaft kam.
________

Amnesty International zufolge wurde Inan Süver bereits dreimal wegen seiner Desertion verurteilt und saß bereits im Militärgefängnis. &#304;nan Süver berichtete, dass er während seiner Haft im Militärgefängnis in Sirinyer in Izmir wiederholt von den Gefängniswärtern in schwerwiegender Weise geschlagen wurde. Zusätzlich hat er auf Grund seiner Desertion noch eine ausstehende Vorstrafe von 35 Monaten.

Wie zuvor berichtet, hatte Inan Süver 2009 gegenüber den Militärbehörden seine Kriegsdienstverweigerung erklärt.  
_____________________

Die WRI ruft zu Unterstützungsschreiben an Inan Süver - wie auch zu Protestschreiben an die türkischen Botschaften und Behörden – auf:

Eine vorformulierte, veränderbare Protest-Mail kann versandt werden
über: 


Untersatützung

Unterstützungsschreiben für &#304;nan Süver :

Inan Suver
1. Sinif Askeri Ceza ve Tutukevi Müdürlügü
Buca – Sirinyer
Izmir
Türkei
Adresse mit Beachtung der hier nicht darstellbaren Sonderzeichen des Türkischen: 


Protest

Protestschreiben an die türkischen Behörden und die türkische Botschaft:
# Präsident der Türkischen Republik: Fax: +90-312-4271330, email:


# Protest-eMails an den türkischen Präsidenten Abdullah Gül können auch versandt werden über .

# Seine Exzellenz Herr Ali Ahmet Acet, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter
Botschaft der Republik Türkei, Rungestr. 9, 10179 Berlin
Tel. 030-275850, Fax 030-27590915
E-Mail 

Die WRI und die DFG-VK fordern die unverzügliche Freilassung von Inan Süver und allen anderen inhaftierten Kriegsdienstverweigerern.


Weitere Informationen

In Deutsch:


In Englisch:



In Türkisch:


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Protest gegen das Soldatentreffen am Ort des Todes zigtausender Kriegsgefangener]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/496</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-496</guid><description><![CDATA[Erklärung von Ulrich Sander, Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten - VVN-BdA

Schon am 6.11.2009 hieß es in der Westfälischen Rundschau: "Es dürfte eines der größten Reservistentreffen des Landes werden, wenn am 28. September 2010 auf der Landesgartenschau der ‚Bundeswehrtag&#39; veranstaltet wird. Panzer können besichtigt werden. Marschmusik erklingt. Bundesweit will Gartenschau-Geschäftsführer Peter Friedrich in Reservisten-Verbänden Werbung für diesen Tag machen. Für Hemer wird es ein besonderer sein. Denn nur durch den Umstand, dass die Blücher-Kaserne eine neue Nutzung benötigte, wurde die Stadt im Märkischen Kreis überhaupt Gartenschau-Ausrichter: ‚Eigentlich erleben wir auf diesem Gelände den Zauber der Verwandlung, wie Schwerter zu Pflugscharen werden&#39;, sagt Friedrich. Mit dem Bundeswehr-Tag stellen wir uns unserer Geschichte.&#39;"

Meine Anmerkung: Zu dieser Geschichte gehört der Mord an zigtausenden Kriegsgefangenen auf dem Gelände im 2. WK. Auf ihren Gräbern wird herumgetrampelt. Protest ist angesagt. Im Programm ist der Bundeswehrtag noch immer drin!!! Wer macht mit beim Protest?

Das schrieb VVN-BdA-Landessprecher Ulrich Sander in einem Brief an zahlreiche Friedensinitiativen. Jetzt hat die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten) in Nordrhein-Westfalen eine Erklärung zum größten Soldatentreffen der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben. 




Erklärung des Landesausschusses der VVN-BdA NRW

Gegen das Militärspektakel von Hemer am 28. September

Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Hemer will die Bundeswehr am 28. September eines ihrer größten Soldatentreffen durchführen, das es je gab. Der Bundeswehrverband und die Reservistenverbände sind mit von der Partie. Panzer sollen den Kindern als Spielgerät angeboten werden. Militärmärsche sollen erklingen. Es wird für Militär und Krieg geworben.

All das findet nicht nur auf dem Landesgartenschaugelände statt, sondern auch auf dem Boden des ehemaligen Stalag VI A (Kriegsgefangenen-Stammlager der Wehrmacht). Hier sind während des Vernichtungskrieges der Naziwehrmacht viele Tausende Kriegsgefangene grausam zu Tode gekommen. Mit drei Millionen Todesopfern unter den sowjetischen Kriegsgefangenen ist diese Opfergruppe eine der größten gewesen. Zigtausende kamen in Hemer ums Leben. Mindestens 25.000 von ihnen sind auf den Friedhöfen am Stadtrand in Massengräbern begraben. Weitere starben im Arbeitseinsatz als Zwangsarbeiter in der Ruhrwirtschaft; allein im Zeitraum von Juli bis November 1943 starben im Ruhrbergbau 28.000 Gefangene.

Und hier soll nun die Bundeswehr aufmarschieren. Wir sind es den Opfern schuldig, uns dagegen zu wehren.

Wir wehren uns dagegen, dass mit den Reservistenverbänden und dem Bundeswehrverband zwei besonders militaristische Großorganisationen hier für sich werben dürfen. Diese Verbände sind durchsetzt mit rechtsextremistischen Kadern. Erst kürzlich wurde es von den Verbandsführungen abgelehnt, den NPD-Vorsitzenden Udo Voigt, Hauptmann der Reserve. auszuschließen. Auch andere Nazikader sind dabei. Das war schon seit Gründung dieser Vereinigungen so, denn sie haben auch die Reservisten aufgenommen, die schon in der Wehrmacht dienten. Viele waren schon im Krieg an schweren Kriegsverbrechen beteiligt. Der Bildungsverein des Bundeswehrverbandes ist nach Karl Theodor Molinari benannt worden, einen Bundeswehr- und Wehrmachtsgeneral, der in Frankreich wegen seiner Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt wurde.

Heute rufen die Neonaziverbände ihre "jungen Kameraden" auf, sich in der Bundeswehr an Waffen ausbilden zu lassen - "für den Kampf für Deutschland". Diese Leute sind dann dabei, wenn die Zivilmilitärische Zusammenarbeit die Städte und Gemeinden durchdringt. Tausende Reservisten sehen zum Einsatz im Innern bereit - auch zum Einsatz gegen das eigene Volk. Zum Einsatz gegen Streikende.

Die Bundeswehr, die sich in Hemer feiern lassen will, ist im Kriegseinsatz. In Afghanistan führt sie den Krieg gegen die dortige Bevölkerung. Am 4. 9. 2009 hat ein Oberst Georg Klein die Ermordung von 142 Männern, Jugendlichen und Kindern befohlen - ohne dass die Bundeswehr oder die deutsche Justiz ihn belangt hätten. Strafbefreiung für Massenmord.

Wir fordern die Absetzung des Militärspektakels auf dem Gelände des Stalag VI A und der Landesgartenschau. Wir fordern Schritte zum Frieden, statt Manöver für den Krieg....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/365.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsminister bombardiert mit Badelatschen – Prozess am AG Tiergarten am 08.09.2010]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/492</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-492</guid><description><![CDATA[Kunduz-Massaker voll in Ordnung – Störung dieser Ordnung vor Gericht - voll daneben!

Am 8. September 2010 wird eine Berliner Kriegsgegnerin vor Gericht  stehen. Ihre „schwerwiegende Tat“: Sie duldete nicht, dass  Kriegseinsätze der Bundeswehr auch noch im Bundestag gefeiert werden. Sie mischte sich ein. Rosarote Flip-Flops regneten am 30. Juni 2009 auf  den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Jung herab zusammen mit  hunderten Flugblättern mit der knappen Erläuterung: „15 Jahre Militäreinsätze = 15 Jahre Krieg“.

Inzwischen darf gesagt werden, dass in Afghanistan Krieg geführt wird. Zu diesem Krieg gehört – ganz legal – der Befehl des deutschen Oberst Klein vom 4. September 2009 zur Bombardierung von zwei festsitzenden Tanklastzügen, bei denen sich die Bevölkerung der umliegenden Dörfer versammelt hatte. Mindestens 142 Menschen starben, viele weitere erlitten schwere Verbrennungen und andere Verletzungen. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wie auch die der Bundeswehr wurden im April bzw. im August diesen Jahres eingestellt, d.h. es folgen keine rechtlichen Konsequenzen für den verantwortlichen Befehlsgeber Klein. Flugblätter und Plastikbadelatschen auf Krieg feiernde deutsche Politiker und Soldaten zu werfen hat offensichtlich mehr Strafwürdigkeit als Bomben auf eine afghanische Menschenmenge.

Anlass für die Schuhwürfe war die Eröffnung der Ausstellung „Bundeswehr im Einsatz“ im Paul-Löbe-Haus des Bundestages, mit der gefeiert wurde,dass das deutsche Militär mit Mandat des Parlaments seit 15 Jahren weltweit Kriege führt – erstmalig mit dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien. Durch den Raum schallende Slogans „Tucholsky hat Recht“ und für den Abzug der Truppen aus Afghanistan, ein Regen aus weißen Flugblättern und rosa Badelatschen auf Redner und Militärkapelle (siehe Bilder) ließ die Köpfe vor Wut rot glühen. Während der Rede von Minister Jung wurde oberhalb von ihm auch ein Transparent entrollt: „Wir geloben zu morden, zu rauben. GelöbNIX!“ - bezugnehmend auf die öffentliche Rekrutenvereidigung, die wenige Tage später zum zweiten Mal – aufwendig von Protesten abgeschirmt – vor dem Reichstagsgebäude stattfand.

27 rosa Pantoffeln und Badelatschen zählte die Polizei anschließend. In einer bombastischen Ermittlungsarbeit zur Erfassung des Tathergangs dieser seinerzeit zum „Anschlag“ aufgeblasenen antimilitaristischen Aktion wurden mindestens 30 Zeugen vernommen, zig Fotos und mehrere Videos ausgewertet. Mehrere Personen wurden bei der Aktion festgenommen und sollen strafbar gemacht werden. Am 8.9.10 findet der erste von  mehreren Prozessen statt.

Deutsche Kriegspolitik und die von der Wirtschaft geforderte Ausweitung von Kriegseinsätzen erfordern entschiedenen antimilitaristischen Widerstand.


Verhandlungstermin

08.09.2010, 13 Uhr, Amtsgericht Berlin, Kirchstraße 6, Raum 3093


Weiteres Material:

 



Fotos und Kurzbericht zur Aktion gegen die Ausstellungseröffnung:


Offizielles Bundestagsvideo zur Ausstellungseröffnung, mit kurzer Einblendung der Aktion am Ende (Minute 3:38 – 3:49):


Erläuterungen Bundestag:
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/624.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Braune Friedensfreunde?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/485</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-485</guid><description><![CDATA[Massenblockaden sollen Neonaziaufmarsch am Sonnabend in Dortmund verhindern

Für den 4. September mobilisiert die militante Neonaziszene zu ihrem »6. Nationalen Antikriegstag« nach Dortmund. Erwartet werden mehrere hundert Teilnehmer aus dem In- und Ausland. Antifaschisten wollen den rechten Aufmarsch mit friedlichen Blockaden stoppen.

Mit einer bundesweiten Kampagne mobilisiert das Spektrum der »Autonomen Nationalisten« für den kommenden Sonnabend nach Dortmund. Anlass ist der Internationale Antikriegstag der Friedensbewegung am 1. September, der nationalistisch und völkisch umgedeutet und für das extrem rechte Lager vereinnahmt werden soll. Bereits das Motto der Veranstaltung »Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege« offenbart die Unterwanderungsstrategie. Zudem finden sich im Aufruf zahlreiche Fragmente, die so oder so ähnlich auch von linken und demokratischen Organisationen verwendet werden könnten.
 
Doch bei genauerem Hinsehen wird schnell deutlich, dass es hier nicht um eine von internationaler Solidarität inspirierte globale Friedensordnung geht, sondern um ein weltweites Apartheidsystem hierarchisch strukturierter Lebens- und Einflusssphären. Die Gleichheit aller Menschen wird als »ewiggestriges« und »wesensfremdes Menschenbild des Liberalismus« gebrandmarkt. Eine solche »Gleichmacherei«, so heißt es in dem Aufruf weiter, bedeute »in Wirklichkeit ideologischer und wirtschaftlicher Imperialismus« und damit Krieg.

Propaganda mit der »Eigenart aller Völker«

Das Gegenmodell der »volksbewussten Freiheitsbewegungen weltweit« sei deshalb »das Anerkennen und Betonen der Eigenart aller Völker«, die in »souveränen Volksstaaten« ihren Ausdruck finden müsse. Gleichzeitig wird die »Masseneinwanderung nach Deutschland und Europa« ebenso als ein Krieg bezeichnet wie der »immer hysterischer betriebene Schuldkult und die Lüge über deutsche Verbrechen während des 2. Weltkrieges«.

Als Redner sind in diesem Jahr, neben den beiden »alten Herren« der militanten Neonaziszene, dem Hamburger Christian Worch und Gottfried Küssel aus Österreich, auch Dennis Giemsch und Andy Knape vorgesehen. Giemsch gilt als zentrale Figur der »Autonomen Nationalisten« im östlichen Ruhrgebiet. Knape ist Landesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten in Sachsen-Anhalt. Mit Dr. Pierre Krebs vom »Thule Seminar« in Kassel soll außerdem einer der bekanntesten europäischen Volkstumsesoteriker zu Wort kommen.

Wie schon in der Vergangenheit mobilisiert auch in diesem Jahr ein breites Bündnis demokratischer und antifaschistischer Gruppen und Organisationen gegen den Aufmarsch. Nach den Erfolgen in Dresden und Berlin soll auch in Dortmund versucht werden, die rechte Demonstration mit friedlichen Massenblockaden zu verhindern. Dafür gibt es unter anderem die Unterstützung des früheren Vorsitzenden der Linkspartei, Oskar Lafontaine, der es in einem Schreiben als »unerträglich« bezeichnete, »dass hunderte Neonazis versuchen wollen, sich in Dortmund als Friedensfreunde zu inszenieren«. »Wir alle wissen«, so Lafontaine, »dass Neonazis – egal, ob aus den Reihen der NPD oder der sogenannten Freien Kameradschaften – für Krieg, Völkermord und Rassismus stehen.«

»Nationaler Antikriegstag« seit 2005

Am »1. Nationalen Antikriegstag« im September 2005 hatten knapp 250 Neonazis teilgenommen. Ihre Zahl stieg bis 2008 kontinuierlich auf 1200 an. Nach mehreren, in letzter Instanz allerdings gescheiterten, Verbotsversuchen fanden im vergangenen Jahr dann mit 700 Personen deutlich weniger Anhänger des extrem rechten Spektrums den Weg nach Dortmund.

Von Carsten Hübner in ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/612.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Frieden ist machbar]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/490</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-490</guid><description><![CDATA[Neue pädagogische Arbeitsmaterialien des Zivilen Friedensdienstes für Schulen und politische Bildung erschienen

(Bonn, 1.9.10) Gewalt verhindern, Frieden schaffen – das ist immer wieder ein Thema im Schulunterricht und in der politischen Bildung. Neue pädagogisch-didaktische Arbeitsmaterialien des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) ermöglichen einen ungewöhnlichen Zugang zu diesem Thema und liefern Lehrkräften gute Arbeitsvorlagen.

Im Mittelpunkt der Unterrichtsmaterialien „Wir scheuen keine Konflikte“ stehen die Projekte des Zivilen Friedensdienstes in Konfliktgebieten in aller Welt. Dort tragen ZFD-Fachkräfte dazu bei, Konflikte gewaltlos zu regeln oder ein neues Aufflammen nach dem Ende eines Krieges zu vermeiden. 

Das Unterrichtsthema bietet einen guten Anlass, den Umgang mit Konflikten in unserem Alltag zu thematisieren. Die Arbeitsmaterialen eignen sich für fachbezogenen und fächerübergreifenden Unterricht in Sek I und II sowie an Berufsschulen. Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen erleichtern die Unterrichtsvorbereitung. Schulen, Bildungseinrichtungen, Kirchengemeinden und Friedensinitiativen können sie gegen 7 Euro Versandkostenbeitrag per E-Mail bestellen bei . Der Versand erfolgt mit Rechnung.

Mehr Infos zum Zivilen Friedensdienst unter 

 

Kurzinfo: Was ist der Zivile Friedensdienst?

Ziel des Zivilen Friedensdienstes ist es, Gewalt ohne militärische Mittel einzudämmen und die zivilen Kräfte der Gesellschaft dabei zu unterstützen, Konflikte friedlich zu regeln. Getragen wird der ZFD von acht deutschen Friedens- und Entwicklungsdiensten, finanziert wird er vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 

Seit 1999 wurden mehr als 500 professionell ausgebildete ZFD-Fachkräfte in Krisenregionen entsandt. Gemeinsam mit örtlichen Organisationen vermitteln sie in Konflikten, bilden lokale Kräfte in ziviler Konfliktbearbeitung aus, bringen Anliegen benachteiligter Gruppen an die Öffentlichkeit oder begleiten ehemalige Soldatinnen und Soldaten auf dem Weg ins zivile Leben. Der Zivile Friedensdienst genießt heute weltweite Anerkennung.
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<item><title><![CDATA[Antikriegstagsveranstaltungen fordern Truppenabzug aus Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/484</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-484</guid><description><![CDATA[Präsident Obama sollte jetzt mit Nahostinitiative Ernst machen

Mit etwa 170 Veranstaltungen erinnern Gewerkschaften und Friedensgruppen nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative zum Antikriegstag an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren, mit dem ein „Vernichtungskrieg ohne Beispiel“ begann. Die Aktionen wenden sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und fordern den Abzug der Truppen aus Afghanistan, die Umwidmung der Gelder für den zivilen Wiederaufbau des Landes und Verhandlungen unter Einbeziehung aller Konfliktparteien inclusive der Taliban und der involvierten Nachbarstaaten.

Weitere Themen der Friedensgottesdienste, Mahnwachen, Diskussionsveranstaltungen und Demonstrationen zum Antikriegstag bis zum Wochenende sind der Widerstand gegen neofaschistische und rechtsradikale Umtriebe, die Kritik an der zunehmenden Werbung der Bundeswehr in Schulen und im Öffentlichen Raum, die Forderung nach Abzug der verbliebenen US-amerikanischen Atombomben und eine Friedenslösung für den Nahostkonflikt.

Am 4. September werden sich viele Menschen aus der Friedensbewegung dem geplanten Neonaziaufmarsch in Dortmund entgegenstellen und gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Faschisten protestieren. 

Viele Antikriegstags-Veranstaltungen erinnern an diesem Tag auch an das Massaker von Kunduz vor einem Jahr. Für die deutschen Friedensorganisationen ist der strafrechtlich und disziplinarisch nicht geahnte Bombenangriff, bei dem etwa 140 Menschen, die meisten davon Zivilisten, zu Tode kamen, ein „Fanal für die gescheiterte Einsatzstrategie der Bundeswehr und ein durch die Bundesanwaltschaft und den Verteidigungsminister gedecktes Kriegsverbrechen“.

Die Friedenskooperative äußert sich auch skeptisch zu der ebenfalls am 1. September in Washington beginnenden neuen Verhandlungsrunde zwischen Israelis und Palästinensern und warnt vor einer reinen „Showveranstaltung im Vorfeld der Kongresswahlen“. Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner: „Falls Präsident Obama anfangen möchte, sich den Friedensnobelpreis nachträglich zu verdienen, muss er alle den USA zur Verfügung stehenden Register ziehen, den weiteren Siedlungsbau unterbinden und einen verbindlichen und kurzfristigen Fahrplan für die Zwei-Staaten-Lösung durchsetzen. Das ist von dem in der politischen Praxis leider zögerlichen Rhetoriker kaum zu erwarten“.

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative

P.S.: Unter  sind die Termine der Antikriegstagsveranstaltungen abrufbar.

Ebenfalls über die website  sind mit den Dossiers der „Kooperation für den Frieden“ zu Afghanistan und zum Nahost-Konflikt umfangreiche Vorschläge für die zivile Konfliktbearbeitung veröffentlicht.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufruf zum Antikriegstag: Nie wieder Krieg ! Nie wieder Faschismus! Keine Auslandseinsätze!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/480</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-480</guid><description><![CDATA[Waffen schaffen keinen Frieden, keine Demokratie, keine Sicherheit und keine Gerechtigkeit.

Die Menschen in Afghanistan erfahren das jeden Tag. Der dortige Krieg ist mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen. Lange geheim gehaltene Papiere belegen, wie schmutzig er ist und wie viele zivile Opfer er bereits gefordert hat. Die schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen.

Wir fordern deswegen mit allem Nachdruck, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dazu gehört dringend die Unterstützung der afghanischen Frauen sowie der ländlichen Bevölkerung. Frauen und Kinder brauchen Schutz, die Landbevölkerung nachhaltige Alternativen zum immer noch viel zu gewinnträchtigen Mohnanbau.

Wir fordern Regierung und Parteien auf, den Umbau der Bundeswehr zur weltweit aktiven Interventionsarmee zu stoppen und an der Wehrpflicht festzuhalten. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ erhalten werden kann. Eine faktische Abschaffung der Wehrpflicht ohne breite gesellschaftliche Debatte lehnen wir entschieden ab.

Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an. Iran, Irak, Gazastreifen, Liberia, Sudan, Elfenbeinküste, Nigeria, Tadschikistan, Nordkaukasus, Nordkorea, Kolumbien, Mexiko sind nur einige der Brennpunkte. Konflikte, Krisen und Kriege werden nur vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand in und zwischen Staaten gerechter wird. Die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise hat die Ungleichheit weiter verschärft. Eine ganze Generation ist um ihre Zukunft gebracht.

Die Weltwirtschaftskrise hat auch die Ernährungskrise weiter verschärft, weil mancherorts ausländische Direktinvestitionen geringer wurden oder ganz wegfielen oder wegen der geschrumpften Budgets der Entwicklungszusammenarbeit und des Handels.

Armuts-, Ernährungs- und Klimakrise sind ungelöst und werden immer mehr Kriege um Ressourcen und mithin mehr Elend nach sich ziehen. Nur Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt, gerechte Verteilung und Gewerkschaftsrechte können dauerhaften Frieden schaffen. Sie sind die Grundlagen für eine friedlichere Welt und eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Sie ist ferner denn je.

Bei der Abrüstung hat es auch gute Nachrichten gegeben. Ein Erfolg ist das Abkommen zum Verbot von Streubomben, die zu besonders verheerenden zivilen Opfern führen. Es ist vor wenigen Wochen in Kraft getreten. Und wenn die Staatengemeinschaft das Projekt „Kernwaffenfreie Zone Nahost“ auf ihre Agenda gesetzt hat, ist das nur zu begrüßen – schließlich ist diese Region besonders konfliktreich. Somit bleibt unsere alte Forderung: Frieden schaffen ohne Waffen! Denn die Gefahr durch die Verbreitung von Atomwaffen ist nicht gebannt. Iran und Nordkorea setzen ungeachtet aller internationalen Appelle und Sanktionen ihre Aufrüstungsprogramme fort. Schließlich fordern wir die Bundesregierung auf, endlich den Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland herbeizuführen.

Nach den Erfahrungen von Krieg und Faschismus fordert der DGB mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD. Denn die Nazis werden immer perfider, ihre Tarnung wird besser, die Gerichte verbieten ihre Veranstaltungen nicht. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land!

V.i.S.d.P.:  DGB Bundesvorstand, Abteilung Grundsatzangelegenheiten und Gesellschaftspolitik

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 Den Krieg in Afhgahnistan beenden - Zivil helfen!

Den Appell aus der Friedensbewegung  unterstützen oder aber Listen ausdrucken!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/386.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Raus aus Afghanistan - Kriegsdrohungen gegen Iran stoppen - Bundeswehr darf nicht zur Interventionsarmee werden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/482</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-482</guid><description><![CDATA[Die politischen Übereinstimmungen zwischen Gewerkschaften und Friedensbewegung waren lange nicht mehr so groß wie in diesem Jahr, stellte der Bundesausschuss Friedensratschlag in einer Erklärung zum Antikriegstag (1. September) fest. Die über 150 Veranstaltungen im ganzen Land sind ein deutlicher Beweis für den wachsenden Protest gegen den Kriegs- und Aufrüstungskurs der Bundesregierung.

Zum traditionellen Antikriegstag am 1. September, dem Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen, womit 1939 der Zweite Weltkrieg entfesselt wurde, rufen Gewerkschaften und Friedensgruppen im ganzen Land zu Veranstaltungen und Aktionen auf. Das Spektrum reicht von Informationsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen über Mahnwachen und Info-Stände bis zu Kundgebungen. In einem zentralen Aufruf des DGB werden die zentralen Forderungen der Friedensbewegung angesprochen: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Keine Auslandseinsätze!"

Im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen steht der Afghanistankrieg. Nach Auffassung von Gewerkschaften und Friedensbewegung muss er beendet werden, die Bundeswehr umgehend abgezogen werden, damit ziviler Wiederaufbau eine Chance erhalten. Ein im Sommer gestarteter gemeinsamer Aufruf der großen Friedensorganisationen (Den Krieg in Afghanistan beenden - zivil helfen") wird bei den Aktionen zur Unterschrift ausliegen. Die Kriegsgegner wollen damit der breiten Ablehnung des Krieges in der Bevölkerung eine Stimme verleihen.

Viele Friedensgruppen und -organisationen nutzen die Aktivitäten zum Antikriegstag dieses Jahr auch zum Gedenken an das Massaker von Kunduz vor einem Jahr. Am 4. September 2009 waren auf Befehl eines deutschen Offiziers zwei Tanklastzüge in der Nähe von Kunduz bombardiert worden; dabei starben ca. 140 Menschen, darunter mindestens 100 Zivilisten. In einer Erklärung des Friedensratschlags zum Tag des Gedenkens an die Opfer von Kunduz heißt es: "Die Bundeswehr wird durch unverantwortliche Regierungs- und Parlamentsbeschlüsse immer tiefer in die Verbrechen des Afghanistankrieges verstrickt. Auch sie tötet Unschuldige. Sie erhöht die Anzahl ihrer Truppen und verstärkt die Kriegshandlungen." Am 4. September werden in zahlreichen Städten Mahnwachen zur Erinnerung an das Kunduz-Massaker stattfinden.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag warnt aber auch vor einer weiteren Zuspitzung in dem Konflikt mit dem Iran. Es gibt nach wie vor einflussreiche Kreise im Westen, insbesondere in den USA und Israel, die auch vor einem Krieg gegen Iran nicht zurückschrecken. Solchen Abenteurern gilt es rechtzeitig das Handwerk zu legen. Wer wirklich daran interessiert ist, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen kommt, muss dafür sorgen, dass der Beschluss der New Yorker Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag vom Mai 2010 umgesetzt wird: Der Nahe Osten soll zu einer atomwaffenfreien Zone werden. Dazu gehört auch Israel, das sich von seinen vermuteten 250 Atomsprengköpfen verabschieden müsste.

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat mit seiner Initiative zu einer radikalen Reform der Bundeswehr nicht nur Beifall und Kritik von den etablierten Parteien sowie vom Bundeswehrverband erhalten. Die Friedensbewegung und der DGB reagieren mit lautstarkem Protest. Beim DGB heißt es: "Wir fordern Regierung und Parteien auf, den Umbau der Bundeswehr zur weltweit aktiven Interventionsarmee zu stoppen und an der Wehrpflicht festzuhalten." Der Friedensratschlag und mit ihm die überwiegende Zahl bundesweiter, regionaler und lokaler Friedensorganisationen lehnen demgegenüber nicht nur den Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee ab, sondern weinen der Wehrpflicht keine Träne nach. Sie diente schon bisher lediglich als Rekrutierungsbasis für länger dienende Zeitsoldaten. Sie ist schon lange keine Garantie mehr für die Beibehaltung des "Leitbilds des &#39;Staatsbürgers in Uniform&#39;", wie der DGB formuliert.

Als eine besondere Provokation empfindet es die Friedensbewegung, wenn am 4. September die Alt- und Neonazis in Dortmund zu einem "nationalen Antikriegstag" aufrufen. Dagegen ist breiter demokratischer Widerstand notwendig. Der Friedensratschlag unterstützt die Aktion "Dortmund stellt sich quer" und hofft, dass der braune Aufmarsch verhindert werden kann. Es ist ein abgeschmackter Gipfel der Heuchelei, wenn ausgerechnet die Neonazis, die aus ideologischen Gründen immer den Krieg verherrlicht haben, nun so tun, als hätten sie etwas mit der Antikriegsbewegung gemein. Dieses Täuschungsmanöver darf nicht gelingen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: Peter Strutynski, Kassel


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 Den Krieg in Afhgahnistan beenden - Zivil helfen!

Den Appell aus der Friedensbewegung  unterstützen oder aber Listen ausdrucken!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Grundgesetz gegen allgemeinen Pflichtdienst]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/477</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-477</guid><description><![CDATA[Zu der Forderung der CDU-Politiker Peter Müller und Roland Koch, einen allgemeinen Pflichtdienst einzuführen, erklärt der Vorsitzende der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V (kurz: Zentralstelle KDV), Dr. Werner Glenewinkel:

Das Gerede von der Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht klingt wie Stammtischgerede auf allerunterstem Niveau: Nur der Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber für ein Freiwilliges (!) Jahr kann ein Platz zur Verfügung gestellt werden. Ursache ist, dass die Herren Koch und Müller als Ministerpräsidenten in ihren Bundesländern bisher nicht bereit waren, das Taschengeld für diese engagierten jungen Menschen zur Verfügung zu stellen. 

Die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht in Deutschland würde jedes Jahr rund 12 Milliarden Euro kosten - zusätzlich zu den bisherigen Kosten für Wehr- und Zivildienst. Woher Koch und Müller das Geld nehmen wollen, sagen sie nicht. Die Bundesregierung - so war zu vernehmen - hatte Ende Juni eine Spar- und keine Ausgabeklausur. Wer Vorschläge macht, muss auch sagen, wie sie bezahlt werden sollen.

Besser wäre, wenn die Bundesländer - insbesondere auch Hessen und das Saarland - endlich mehr Geld für die Freiwilligendienste zur Verfügung zu stellten. Statt über allgemeine Dienstpflicht zu schwadronieren ist Handeln bei Freiwilligendiensten gefordert.

18 % eines Jahrgangs haben nach Umfragen ein großes Interesse, sich in einem freiwilligen Jahr zu engagieren. Das sind jedes Jahr 140.000 junge Männer und Frauen. Bisher werden ca. 25.000 Plätze vom Bund und den Ländern gegenfinanziert. Wegen des großen Andrangs haben die Träger der Freiwilligendienste das Geld so verteilt, das zumindest 38.000 Jugendliche die Chance auf einen Einsatz haben. Beworben haben sich aber doppelt so viele.

Offensichtlich kennen die Herren (Ex)-Ministerpräsidenten weder das Grundgesetz (Artikel 12) noch die Europäische Menschenrechtscharta (Artikel 5) oder die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen (Artikel 4). Alle verbieten die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes. Nur ein Land der Erde hält sich nicht an diesen Codex der Völkergemeinschaft: Die Militärdiktatur in Birma. 

Wir fordern die Bundesländer - allen voran das Saarland und Hessen - dazu auf, endlich jeder und jedem, die und der sich in einem Freiwilligendienst für die Gesellschaft engagieren wollen, auch tatsächlich einen Platz zur Verfügung zu stellen.


Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/162.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Palästinensischer Menschenrechtler verurteilt - IPPNW fordert sofortige Freilassung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/478</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-478</guid><description><![CDATA[Mit Unverständnis haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges auf die Verurteilung Abdallah Abu Rahmah aus BilŽin wegen "Anstiftung und Organisation illegaler Demonstrationen" durch ein israelisches Militärgericht am Dienstag den 24. August reagiert. Nach über acht Monaten Untersuchungshaft steht die Höhe der Gefängnisstrafe - es ist eine mehrjährige Strafe zu erwarten - noch aus. 

Die gezielte Verfolgung von Repräsentanten des gewaltfreien Widerstands durch die israelischen Behörden erschwert jeglichen Friedensprozess. Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion kritisiert: "Ohne Anerkennung der legitimen Rechte der Menschen in Palästina und ihres gewaltfreien Eintretens hierfür wird es keinen Frieden in der Region geben können!"
 
Der palästinensische Lehrer Abdallah Abu Rahmah ist seit 2004 der Koordinator des BilŽin Popular Committee und ein Repräsentant des gewaltfreien palästinensische Widerstandes gegen die israelische Siedlungspolitik und den Mauerbau im besetzten Westjordanland. Dafür konnte er 2008 in Berlin den Menschenrechtspreis, die Carl-von-Ossietzky-Medaille, entgegennehmen.

Die IPPNW fordert vom deutschen Außenminister Guido Westerwelle bei der israelischen Regierung zu intervenieren und sich für die Freilassung Abdallah Abu Rahmahs einzusetzen.
 
Nach einem Gutachten des internationalen Gerichtshofs vom 9. Juli 2004 ist die von Israel errichtete Mauer völkerrechtswidrig. Trotzdem wird sie unvermindert weiter auf palästinensischem Boden fertig gebaut und die israelische Regierung verfolgt die Strategie, den gewaltfreien palästinensischen Widerstand dagegen zu kriminalisieren. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Mehr als 100 Veranstaltungen zum Hiroshimatag: Widerspruch zu Westerwelle]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/469</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-469</guid><description><![CDATA[Mehr als 100 Veranstaltungen in der Bundesrepublik erinnern zum 65. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki an die Opfer und fordern den Abzug der letzten verbliebenen US-Atombomben, den Verzicht der Bundesrepublik auf die sogenannte „Nukleare Teilhabe“ sowie ein stärkeres Engagement der Bundesregierung für eine atomwaffenfreie Welt. „Zügig müssen Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention begonnen werden, die eine Ächtung der Atomwaffen zum Ziel haben, so wie es gerade auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Nagasaki gefordert hat“, erklärt das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn.

Die Erklärung von Außenminister und Vizekanzler Westerwelle zum Hiroshima-Gedenken sei an Worthülsen und Schwammigkeit kaum zu überbieten, kritisiert das Netzwerk. Westerwelle rede vom „konsequenten“ Einsatz der Bundesregierung für Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung auf Grundlage der Beschlüsse bei der Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag. In der Substanz heiße das: Nichtstun. Die Unverbindlichkeit der Beschlüsse dieser Konferenz und das Fehlen jeglichen Zeitplans seien von Friedensorganisationen bereits heftig kritisiert worden.

Mit einer „Nacht der 100.000 Kerzen“ am späten Abend des 5. August (parallel zur Gedenkveranstaltung in Hiroshima um 8.15 Uhr Ortszeit) und zahlreichen Mahnwachen und Informationsveranstaltungen bis zum 9. August (Nagasakitag) wollen Friedensinitiativen mehr Druck für ein deutsches Engagement zur Abschaffung der Atomwaffen machen. Oft beteiligen sich dabei auch die Kommunen, die der weltweiten  Organisation der "Bürgermeister für den Frieden" angehören (siehe ).

Erster Schritt müsse die Entfernung der vermuteten 20 US-Atombomben in Büchel/Eifel sein. Damit sei die Bundesrepublik auch sehr viel glaubwürdiger bei den nötigen Bemühungen, Schwellenstaaten vom Griff nach der Atombombe abzuhalten.

„Überhaupt ist es ein Unding, wenn heute noch Bundeswehrsoldaten trainieren, Atombomben an Tornados zu befestigen und diese dann bei einer Reichweite von 1.000 Kilometern über Polen abzuwerfen“, so die Friedenskooperative.

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskoperative


Hinweis:

Termine der örtlichen Veranstaltungen, sowie Erklärungen, Aufrufe und Hintergrundgrundinformationen finden sich unter 
Weitere Infos auch unter  
und 

----------------------------------
Netzwerk Friedenskooperative
Römerstr. 88, D- 53111 Bonn
Tel. 0228/692904, Fax: 0228/692906
friekoop(at)friedenskooperative(Punkt)de

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Staaten im Vergleich - Wer hat noch die Wehrpflicht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/467</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-467</guid><description><![CDATA[Die Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung informierte heute: 

Dass die Wehrpflicht in der Nato ein Auslaufmodell ist, dokumentieren wir seit vielen Jahren anschaulich auf unserem Internet-Auftritt. Diese Dokumentation haben wir im vergangenen Jahr um die EU erweitert. Nur noch fünf der 28 Nato- und sechs der 27 EU-Mitgliedsstaaten halten gegenwärtig an der Zwangsrekrutierung fest. Eine Tatsache, über die die Internetauftritte der Bundeswehr bisher stillschweigend hinweggegangen sind.
Offensichtlich hat sich der Wind gedreht. Seitdem die politische und militärische Spitze nicht länger an der Wehrpflicht festhalten will, werden auch unbequeme Tatsachen nicht länger verschwiegen. Seit dem 2. August 2010 dokumentiert die Bundeswehr online einen solchen Überblick in Tabellen. Dank unserer Arbeit brauchte sie nicht viel Recherchearbeit zu leisten. Was sie im Einzelnen von uns übernommen hat, lässt sich nicht genau bestimmen. Dass sie bei uns „gelernt“ hat, steht außer Frage. Selbst der Fußnoteneintrag zu Dänemark ist auf Punkt und Komma identisch. Wir sagen: Bitte schön. Trotzdem: Beim nächsten Mal vorher fragen. Interessanter Nebeneffekt des Copy und Paste: Auch die Bundeswehr spricht endlich von Zwangseinberufungen. Es gab mal Zeiten, da genügte dies, um in  bedacht zu werden.

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/399.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Leistung die Leiden schafft – Die Deutsche Bank und ihr Investment in kontroverse Waffen – NROen fordern Einhaltung des Investitionsverbotes in Produzenten von Streumunition]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/450</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-450</guid><description><![CDATA[Aktuelle Recherchen von Nichtregierungsorganisationen haben umfassende Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bank zu Herstellern kontroverser und völkerrechtswidriger Waffen aufgedeckt.

Laut einer Studie von Netwerk Vlaanderen unterhält die Deutsche Bank Geschäftsbeziehungen zu führenden Anbietern und Herstellern von Streumunition wie z.B. Alliant Techsystems, L3-Communications, Lockheed Martin, Textron, Singapore Technologies Engineering und Raytheon. Weitere Recherchen von Landmine.de und urgewald haben ergeben, dass viele Investmentfonds der Deutschen Bank Tochter DWS an Streumunitionsproduzenten beteiligt sind. „Wer DWS-Fonds erwirbt, muss damit rechnen, an Herstellern von Streumunition beteiligt zu sein“, warnt Thomas Küchenmeister von Aktionsbündnis Landmine.de.

Das völkerrechtliche Verbot von Streumunition tritt am 1.8.2010 in Kraft. In Deutschland ist jeglicher Umgang mit Streumunition per Gesetz seit Juni 2009 verboten. „Paragraf 18a des Kriegswaffenkontrollgesetzes verbietet die Förderung der Produktion von Streumunition und dazu gehört eindeutig auch jede Art der finanziellen Unterstützung bzw. Beteiligung an der Produktion“, betont Küchenmeister. Die Fraktion B’90 / Die Grünen im Bundestag prüft derzeit eine Strafanzeige gegen deutsche Konzerne und Banken, die in Streumunitionshersteller investieren. Länder wie z.B. Belgien, Luxemburg und Irland haben solche Investitionen längst verboten.

„Die Deutsche Bank führt ihre Kunden in die Irre mit ihren vollmundigen Erklärungen, nicht in Transaktionen mit kontroversen Waffen verstrickt sein zu wollen“, kommentiert Barbara Happe von urgewald. „Um weitere Imageschäden oder gar gerichtliche Schritte gegen sie zu vermeiden, sollte sie sich jetzt umgehend von diesen Kunden und Beteiligungen trennen und dem Vorbild anderer Banken folgen, bei denen Streubombenhersteller längst auf dem Index stehen“.

Besondere Brisanz erhalten die Rechercheergebnisse durch die Informationen von Amnesty International, dass die US-Armee bei einem Luftangriff auf die jemenitische Ortschaft El Maadschala Streubomben eingesetzt haben soll. 34 Al-Kaida-Kämpfer und 41 Zivilpersonen sollen dabei getötet worden sein. Die USA haben offiziell nicht bestätigt, daran beteiligt gewesen zu sein. Nach Studienergebnissen von Handicap International hat Streumunition bis heute weltweit etwa 100.000 Opfer gefordert. 98 Prozent der registrierten Opfer sind Zivilisten, 27 Prozent davon Kinder. „Jedes Investment in kontroverse Waffen untergräbt auch die Hilfsprojekte für die Opfer“, beklagt François De Keersmaeker von Handicap International.

Die Nichtregierungsorganisationen fordern die Deutsche Bank und die Regierung daher eindringlich auf, das durch die Konvention zum Verbot von Streumunition und das Kriegswaffenkontrollgesetz festgeschriebene direkte Investitionsverbot in Streumunitionshersteller umfassend umzusetzen und darüber hinaus auch explizit gesetzlich auf ein Verbot in Bezug auf jegliche Kredite, Anleihen und andere finanzielle Dienstleistungen auszudehnen.

Das ARD Politikmagazin REPORT MAINZ berichtet in seiner heutigen Ausgabe (22:00 im ERSTEN) ausführlich über die Investitionen der Deutschen Bank in Hersteller von Streumunition.

Kontakte:
Thomas Küchenmeister, Leiter Aktionsbündnis Landmine.de, 030-32661681 / 0175- 4964082
Barbara Happe, Finanzreferentin bei urgewald, 0172 - 6814474
François De Keersmaeker, Geschäftsführer Handicap International Deutschland, 0177-5563555 

Sendung vom Montag, 7.6.2010 | 22.00 Uhr | Das Erste
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/167.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Köhlers Abtritt und deutsche Heucheleien]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/452</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-452</guid><description><![CDATA[IMI-Standpunkt 2010/017 - Am 31. Mai 2010 trat Bundespräsident Horst Köhler aufgrund seiner Aussagen über die Hintergründe deutscher Kriegseinsätze zurück. Wörtlich gab er in einem Interview in Deutschlandradio Kultur zu Protokoll: "Meine Einschätzung ist aber, dass […] im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen - negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen."[1]

Tatsächlich sind derartige Einsätze zur Durchsetzung deutscher Interessen schon längst Gang und Gäbe. Bereits in den "Verteidigungspolitischen Richtlinien" des Jahres 1992 wurden die Grundlagen hierfür gelegt. Einsätze zur Rohstoffsicherung und zum "Schutz" von Handelswegen sind seither in jedem wichtigen militärpolitischen Dokument, etwa in den neuen "Verteidigungspolitischen Richtlinien" des Jahres 2003 oder dem Weißbuch der Bundeswehr von 2006 eine Selbstverständlichkeit.[2] Wie offen bereits lange vor Köhlers Aussagen mit diesem Thema umgegangen wurde, verdeutlicht etwa eine Rede von Rudolf Adam, dem ehemaligen Leiter der "Bundesakademie für Sicherheitspolitik": "Wer in seiner Wettbewerbsfähigkeit nicht mithalten kann, wer sich vom Zugang zu lebensnotwendigen Rohstoffen oder Handelsrouten verdrängen lässt, wer es versäumt, sich strategische Wachstumsmärkte und dominante Technologien zu erschließen, wird zurückfallen. Sicherheitspolitik darf sich nicht darauf beschränken, offene Attacken abzuwehren; sie muss nach meinem Verständnis auch dafür sorgen, dass langfristig die Grundlagen von Stabilität, Wohlstand und freier Entfaltung nicht langsam und zunächst fast unbemerkt erodieren. […] Ich halte auch die langfristige Sicherung von Wohlstand, Einfluss und Gestaltungsfähigkeit für eine legitime und zentrale Aufgabe von Sicherheitspolitik."[3]

Auch in der aktuellen Ausgabe der "Internationalen Politik", dem publizistischen Flaggschiff der "Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik", orakelt der ehemalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Friedbert Pflüger, "eine neue Ära des Energieimperialismus" stehe bevor: "Der dominierende Konflikt der Weltpolitik im 21. Jahrhundert wird der Kampf um Energie, Rohstoffe und Wasser sein. Nationalismus, Kolonialismus und Imperialismus des 19. Jahrhunderts kehren zurück."[4] In dieselbe Richtung gehen die am 17. Mai 2010 veröffentlichten Vorschläge zur Neufassung der NATO-Strategie, die im Auftrag des Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen erstellt wurden. "Unsicher und unvorhersehbar" sei die Zukunft, u.a. drohe die "Sabotage von Energiepipelines" und die "Störung zentraler Meeresversorgungsrouten." Unmissverständlich wird die Bedeutung von Rohstoffen, insbesondere Öl und Gas betont: "Der Zugang zu einer ausreichenden Versorgung mit Energie ist eine notwendige Bedingung für jeden modernen Staat. […] Die Möglichkeit schwerwiegender Unterbrechungen der Energieversorgung sollten einen hohen Stellenwert in der NATO-Strategieplanung und in den Vorbereitungen für Maßnahmen gegen solche unvorhergesehenen Vorfälle einnehmen."[5]

Vor diesem Hintergrund muss die geballte Kritik, die sowohl vonseiten der Medien als auch der Politik auf Köhler einprasselte, diesen durchaus überrascht haben. Schließlich hat er mit seinen menschenverachtenden Aussagen lediglich auf den Punkt gebracht, was ohnehin längst usus ist. Damit hätte man dem Ex-Bundespräsidenten wenigstens zu Gute halten können, endlich mit offenem Visier eine ehrliche Debatte über die Hintergründe deutscher Einsätze anzustoßen und von der allgegenwärtigen Heuchelei Abstand nehmen zu wollen, die Kriegseinsätze stets als eine besonders altruistische Form "bewaffneter Entwicklungshilfe" zu verkaufen sucht. Besonders peinlich wurde es, als der Ex-Bundespräsident bemerkte, dass die öffentliche Meinung für die Wahrheit noch nicht sturmreif geschossen war und er auf erhebliche Widerstände stieß. Schnell ruderte das Bundespräsidialamt deshalb zurück, Köhler habe mit seinen Aussagen keinesfalls Afghanistan gemeint, sondern sich vielmehr auf den Anti-Pirateneinsatz vor der Küste Somalias (ATALANTA) bezogen – als ob es einen Unterschied macht, ob Menschen für deutsche Interessen am Hindukusch oder am Golf von Aden sterben würden. Politik und Journaille waren mit dieser "Klarstellung", die eigentlich überhaupt nichts klarstellte, zwar zufrieden, Köhler jedoch nicht. Er fühlte sich "fehlinterpretiert", zu Unrecht überhart angegriffen usw., weshalb er dann von seinem Amt zurücktrat.

Und die Moral von der Geschicht? Horst Köhler wurde für einen "Tabubruch" (Süddeutsche Zeitung) abgestraft: als er offen aussprach, was in Strategiepapieren und konkreten Einsätzen schon lange zum Handwerkszeug des deutschen Militarismus zählt, überschritt er eine rote Linie. Imperialistische Kriege darf man führen – darüber offen reden, allerdings nicht. Schnell waren Politik und Medien denn auch wieder in der Spur: In der gemeinsamen Sondersendung von ARD und ZDF zu Köhlers Rücktritt schafften es die beiden "Journalisten" der befragten Kanzlerin KEINE einzige Frage zum inhaltlichen Kern von Köhlers Aussagen zu stellen – und diese bemühte sich verständlicherweise auch nicht darum, dieses "Versäumnis" ihrerseits zu beheben.

[1] Horst Köhler im Gespräch mit Christopher Ricke, Deutschlandradio Kultur, 22.05.2010: 
[2] Vgl. zum deutschen Rohstoffimperialismus Wagner, Jürgen: Kampf um den letzten Tropfen, in: AUSDRUCK (Februar 2008).
[3] Rudolf Adam: Postmoderne Konfliktmuster. Welche Rolle kann, welche Rolle soll militärische Gewalt spielen? Vortrag vor der Clausewitz-Gesellschaft, Berlin, 30. März 2006: 
[4] Friedbert Pflüger: Eine neue Ära des Energieimperialismus. Für Europa gilt: Von China lernen heißt siegen lernen, in: Internationale Politik Mai/Juni 2010: 
[5] NATO 2020: Assured Security; Dynamic Engagement, 17. Mai 2010: 

Jürgen Wagner

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Israelische Marine greift Gaza-Hilfsflottille an - IPPNW fordert unverzügliche Freilassung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/443</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-443</guid><description><![CDATA[Die IPPNW verurteilt den Angriff der israelischen Marine auf die Gaza-Hilfsflottille in internationalen Gewässern aufs Schärfste. „Der völkerrechtswidrige Angriff von israelischen Eliten-Einheiten auf die Schiffe ist eine unverantwortliche Eskalation“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. „Mit diesem Vorgehen hat die israelische Regierung den Tod von unschuldigen Zivilisten billigend in Kauf genommen. Ein derartiger Einsatz ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der IPPNW, ist auf dem türkischen Passagierschiff, der Mavi Marmara, um den Transport dringend benötigter medizinischer Hilfsgüter nach Gaza zu begleiten.

Wir fordern den Bundespräsidenten, den Bundestagspräsidenten, die Kanzlerin und den Bundesaußenminister auf, sich gegenüber der israelischen Regierung für die unverzügliche Freilassung sämtlicher Teilnehmer der FreeGaza-Flottille einzusetzen.

Wir fordern eine internationale Untersuchungskommission zur Klärung der Vorgänge auf den Schiffen. Die Internationale Gemeinschaft muss sich nun endlich für ein Ende der völkerrechtswidrigen Blockade von Gaza einsetzen.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, , Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email:...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/180.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Kathrin Vogler: Solidaritätsadresse an die Mitreisenden der ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/444</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-444</guid><description><![CDATA[Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

der gewaltsame Angriff der israelischen Armee auf die internationale humanitäre Aktion "Free Gaza" mit Toten und Verletzten ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Kaperung eurer Schiffe in internationalen Gewässern verstößt klar gegen das Völkerrecht. Wir sorgen uns um unsere Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen, die auf dem türkischen Schiff waren und von denen wir noch keine Nachricht haben. Den Angehörigen und Freunden der Toten und auch den Verletzten gilt unser Mitgefühl und unsere Solidarität.

Die Bundesregierung muss nun unmittelbar handeln: Außenminister Westerwelle sollte den israelischen Botschafter einbestellen und auf eure sofortige Freilassung drängen.
Die Hilfsgüter, für die Menschen in aller Welt gespendet haben, müssen Gaza erreichen! Auch dafür sollte sich die Bundesregierung einsetzen.

Die Blockade von Gaza trifft nicht in erster Linie Hamas, sondern die Zivilbevölkerung. Sie muss beendet werden, um die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen zu stoppen und den Weg für einen Friedensprozess im Nahen Osten nicht länger zu blockieren.

Eure Reise ist eine hervorragende Aktion der internationalen Solidarität und des Zivilen Ungehorsams und verdient weiterhin die volle Unterstützung aller, denen an gewaltfreien Wegen aus dem Nahostkonflikt gelegen ist. Wir sollten nun auf jeden Fall entschlossen und gewaltfrei bleiben und uns dafür einsetzen, dass die Free-Gaza-Flottille von keiner Seite zu weiteren Eskalationen politisch missbraucht wird. Auch mit Hubschraubern, Gewehren und Granaten ist die Idee von "Free Gaza" nicht zu stoppen!

Mit solidarischen Friedensgrüßen

salaam und shalom

Kathrin Vogler

**********
 ist seit 1979 in der DFG-Vk aktiv. Im Ergebnis der letzten Bundestagswahl ist sie Mitglied des 17. Deutschen Bundestages. Dort ist sie Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Unterausschuss "Zivile Krisenprävention und vernetzte Sicherheit"...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Israelischer Piratenakt mit tödlichem Ausgang Friedensratschlag erschüttert und empört Solidarität mit Hilfskonvoi und israelischer Friedensbewegung ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/445</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-445</guid><description><![CDATA[- Israelische Streitkräfte stoppen Gaza-Hilfskonvoi mit Gewalt
- Friedensbewegung erschüttert und empört 
- Die Militäraktion verstößt gegen jedes internationale Recht 
- Israel provoziert unkontrollierbare arabische Reaktionen 
- Friedensratschlag solidarisch mit israelischer Friedensbewegung 

Zum Angriff der israelischen Streitkräfte auf den internationalen Hilfskonvoi für Gaza, in dessen Folge zahlreiche Menschen getötet oder verletzt wurden, erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag: 

"Der israelische Privatsender &#39;10&#39; berichtete, dass bei dem israelischen Angriff 16 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer eröffnet, nachdem einige Menschen an Bord sie &#39;mit Äxten und Messern&#39; angegriffen hätten. - Die israelische Besatzungsarmee verhängte eine Nachrichtensperre. Demnach darf aus Israel nicht über die Zahl der Toten und Verletzten berichtet werden. Die Organisatoren der Flottille erklärten, sie hätten keinen Kontakt mehr zu den Schiffen." 

So weit die jüngsten und bis auf weiteres wohl auch letzten Meldungen, denn die von Israel verhängte Nachrichtensperre dürfte total sein. Allenfalls können wir mit weiteren Märchen rechnen wie der Behauptung, die Friedensaktivisten hätten die israelischen Soldaten mit Messern und Äxten angegriffen. 

Fest steht, dass die Schiffe sich in internationalen Gewässern befanden, als sie in der Nacht zum Montag von der israelischen Marine überfallen wurden. Unzweifelhaft sind mehrere zivile Opfer zu beklagen, zahlreiche Menschen wurden verletzt. An Bord der Schiffe befinden sich unter anderem die Friedensnobelpreisträgerin von 1976, Mairead Corrigan Maguire, europäische Parlamentarier, eine Holocaust-Überlebende und der weltberühmte Schriftsteller Henning Mankel. Von deutscher Seite sind u.a. der stellvertretende Vorsitzende der IPPNW, Matthias Jochheim, der bekannte Hamburger Völkerrechtler Prof. Dr. Norman Paech, die Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger sowie Nader el Sakka von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland dabei. 

Der Bundesausschuss Friedensratschlag ist erschüttert und empört über das Ausmaß der israelischen Aggression. Die Verbindung zu Norman Paech, der sich auf dem angegriffenen türkischen Schiff "Marmara" befindet, ist  abgebrochen. Der Bundesausschuss Friedensratschlag ist in großer Sorge um ihn und um die anderen Teilnehmer/innen an der Gaza-Hilfsexpedition. 

Das Aufbringen der Schiffe in internationalen Gewässern und der brutale Einsatz von Waffengewalt ist ein besonders schwerer Akt der Piraterie. Israel setzt sich damit über das Internationale Seerechtsabkommen hinweg. Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie umgehend und massiv von der israelischen Regierung Aufklärung und die sofortige Freilassung der deutschen und der Staatsbürger anderer Staaten und deren Überstellung an die jeweiligen Botschaften verlangt. 

Die seit vier Jahren praktizierte Abriegelung des Gaza-Streifens verstößt nicht nur gegen die Genfer Konventionen, sondern auch gegen alle Prinzipien der Humanität. Piraterie und Mord sind Verbrechen, die auch dann bestraft werden müssen, wenn sie von befreundeten Regierungen begangen werden. Daher fordern wir von der Staatengemeinschaft, insbesondere von der EU, die israelischen Verstöße gegen Völkerrecht und Menschenrechte nicht weiter tatenlos hinzunehmen, sondern über wirkungsvolle Sanktionen nachzudenken und sie ggf. auch zu verhängen. 

Die ersten Reaktionen aus der Türkei und aus verschiedenen arabischen Ländern lassen erkennen, dass Israel mit seiner Militäraktion gegen zivile Hilfsschiffe jeden Funken Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses erstickt hat. Die Gewalt wird neue Gewalt hervorrufen, Aktionen der verzweifelten Menschen im Gazastreifen werden sich kaum kontrollieren lassen. Die atrabische Welt ist in Aufruhr. Der Nahe Osten steht vor einer neuerlichen Eskalation der Gewalt. 

Die Friedensbewegung hier zu Lande ist aufgefordert, mit Veranstaltungen, Mahnwachen und anderen Aktionen gegen die israelische Politik zu protestieren und ein Ende des Embargos gegen Gaza sowie ein Ende der völkerrechtswidrigen Besetzung des Westjordanlands zu fordern. Der israelischen Friedensbewegung, die heute bereits zu Solidaritätskundgebungen mit den Aktivistinnen und Aktivisten des Hilfskonvois aufgerufen hat, gilt die Sympathie und Unterstützung aus Deutschland. 

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: 
Peter Strutynski (Sprecher) 

Umfassende Informationen zum israelisch-palästinensischen Konflikt finden Sie auf der Website der AG Friedensforschung der Uni Kassel unter folgenden Stichwörtern: 



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zimbabwe: Die Polizei überfällt das Büro der WRI-Mitgliedsgruppe „Gays and Lesbians of Zimbabwe“ und verhaftet zwei Aktivisten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/442</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-442</guid><description><![CDATA[Am Montag, 24. Mai 2010 stellte die Polizei Strafanzeigen gegen zwei Angestellte der WRI-Mitgliedsgruppe Gays and Lesbians of Zimbabwe (GALZ), die in der vergangenen Woche verhaftet wurden, nachdem die die Polizei ihre Büros in der Hauptstadt durchsucht hatte.

Am Montag beschuldigte die Polizei Ellen Chadema, die im Januar an der WRI-Konferenz in Indien teilgenommen hatte, und Ignatius Muhambi des Verstoßes gegen Abs. 33 des Kriminalgesetzes wegen angeblicher Unterminierung der Autorität von Präsident Robert Mugabe.

Die Polizei behauptet, Chademana und Muhambi hätten eine Gedenktafel des früheren Bürgermeisters von San Francisco, Willie Lewis Brown, Jr, in ihrem Büro gezeigt, auf der der Afro-Amerikaner Präsident Robert Mugabes Homophobie gegen Schwule und Lesben brandmarkt.

David Hofisi von den Rechtsanwälten Zimbabwes für Menschenrechte (ZLHR) erreichte schließlich, assistiert von Belinda Chinowawa, Zugang zu ihren Klienten zu bekommen, nachdem ihnen dieser Zugang am Samstag, 22. 5. 2010 anfangs verweigert worden war.

Chademana und Muhambi wurden auch beschuldigt, in Besitz obszöner, unsittlicher oder verbotener Artikel sein und damit § 26(1) (b) des Censorship and Entertainment Control Act (etwa: Gesetz für Zensur und Steuerung des Unterhaltungswesens), Kap. 10:04 zu verletzen.

Die beiden werden ihre vierte Nacht in Polizeizellen verbringen, nachdem die Polizei sie am Montag nicht vor Gericht gebracht hat. Sie sollen nun am Mittwoch, 26. 5. 2010 nach dem Africa-Day-Festtag vor Gericht gestellt werden.

In der Zwischenzeit hat die ZLHR am Montag, 24. 5. 2010 eine Klage gegen die untersuchenden Beamten im Fall der GALZ eingereicht. Die ZLHR klagt die untersuchenden Beamten unter Führung von M. Gomo an, sie hätten sie vorsätzlich falsch über den Aufenthaltsort ihrer Klienten informiert.

Als die Rechtsanwälte der ZLHR am Montagmorgen zur zentralen Polizeistation in Harare kamen, wurde ihnen von Mr. Gomo gesagt, dass Chatemana und Muhambi in Polizeizellen seien und an einen Ort gebracht würden, wo die Rechtsanwälte seien, damit ihre Einlassungen nach Erläuterung und Belehrung in Gegenwart und mit Unterstützung ihrer Rechtsanwälte aufgenommen werden könnten. Die Rechtsanwälte waren jedoch schockiert, als sie später entdeckten, dass, während sie aufgrund der Versicherungen des Untersuchenden Beamten in der Polizeistation warteten, ihre Klienten in Wirklichkeit aus der Haft entfernt und unter Polizeiüberwachung zu den Büros des GALZ Milton Park gebracht worden waren für eine weitere unberechtigte Durchsuchung der Büros ohne Kenntnis oder Einverständniss der Rechtsanwälte. Die Invasion schloss die illegale und zwangsweise Überprüfung der persönlichen Emailkonten der beiden GALZ-Angestellten und die zwangsweise Preisgabe ihrer Passwörter durch die betreffenden Polizeibeamten ein. Die gesetzwidrige und einseitige Aktion wurde durchgeführt mit voller Kenntnis der Tatsache, dass die Verdächtigen gesetzmäßig vertreten waren und infolge dessen das Recht hatten, ihre gesetzlichen Rechtsvertreter während aller polizeilichen Aktivitäten gegenwärtig zu haben.

Chademana und Muhambi wurde nicht die Gelegenheit gegeben, ihren Rechtsanwälte Bescheid zu geben; auch die Polizei selbst benachrichtigte die Rechtsvertreter nicht, wo ihre Klienten waren und was sie mit ihren Klienten machten. Die Polizei lieferte absichtlich irreführende Informationen an die Rechtsanwälte, die in der zentralen Polizeistation von Harare warteten und verlangten, ihre Klienten zu sehen und ihre Einlassungen nach Erläuterung und Belehrung zu diskutieren.

In ihrer Beschwerde verlangte die ZLHR von dem diensttuenden Beamten der Drogenabteilung in der zentralen Polizeistation von Harare, er solle seine Untergebenen dringend belehren, besonders diejenigen, die mit der Sache des GALZ zu tun hätten, dass Chademana und Muhambi von der Verfassung her das Recht haben, ihre gewählten Rechtsanwälte gegenwärtig und über jeden einzelnen Schritt der Polizeiermittlung informiert zu halten.

Die ZLHR stößt sich auch an der Tatsache, dass die Polizei anfangs angedeutet hatte, ihre Klienten sollten am Montagmorgen vor dem Stadtgericht nur angeklagt werden, dass sie absichtlich langsam gewesen und die Ausgangssperre von 11 Uhr, die von den Gerichten festgelegt worden war, missachtet hätten. Die Änderung schien vorherberechnet und ein mutwilliger Versuch, die gesetzlichen Rechte der Angestellten der GALZ auszuhebeln.

Die ZLHR verlangte vom Polizeichef, eine Untersuchung der Polizeiaktionen durchzuführen, die eine Behinderung der Justiz und ein schwerwiegender Missbrauch von Amt und Prozedur sind.

Die ZLHR wies darauf hin, dass jeder sogenannte Beweis, der als Ergebnis solcher gesetzwidriger und verfahrenswidriger Handlungen erzeugt oder verwendet werden sollte, bei jedem Gerichtsverfahren als unzulässig angegriffen werden wird.



Die betroffenen Friedensaktivisten:



Siehe auch:

ebenso wie eine diesbezügliche Rosa Nachrichten-Geschichte über COPAC- das Auswahlkomitee zur Revision der Verfassung von Zimbabwe – mit der Ankündigung, es schlage keine Erwähnung schwuler Rechte in der Verfassung vor und werde diese Angelegenheit nicht weiter diskutieren.

Eine Protestmail kann verschickt werden auf:


Weitere Adressen für Proteste:
Ministry of Home Affairs
The Permanent Secretary
Private Bag 7703
Causeway
Harare
Tel: + 263 - 4 - 703641
+ 263 - 4 - 703643
Fax: +263 - 4 - 707231
E-mail: 
Website: 

Ministry of Foreign Affairs
Munhumutapa Building, Samora Machel Ave
P.O. Box 4240 Harare, Zimbabwe
Tel : + 263 - 4 - 727005/9 : 794681/5
Fax: +263-4-705161
Email Addresses:
Policy, Research and Training : 
Website: 

Protestschreiben können auch geschickt werden an:
Permanent Mission of Zimbabwe to the United Nations
128 E. 56th Street
New York, NY 10022
USA
Tel: 1-212-980-9511 Fax: 1-212-308-6705
email: 
oder an die Botschaft von Zimbabwe in Ihrem Land:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Absage an Geist, Logik und Praxis militärischer Gewalt - jetzt!  -  Eine Kritik an 65 Jahren deutscher Militarisierung seit der "Stunde Null" 1945]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/438</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-438</guid><description><![CDATA[Das Schauspiel macht nachdenklich und weckt fatale Erinnerungen:
Drei in Afghanistan getötete deutsche Soldaten werden eine Woche später mit einer Trauerfeier geehrt, die durch die Anwesenheit höchster RegierungsvertreterInnen geradezu den Charakter eines Staatsakts, wenn nicht sogar der Heldenverehrung annimmt. Propagandistisch wird von der Mehrzahl der Medien eine breite Anteilnahme der Bevölkerung suggeriert, Trauer, aber auch Stolz auf die militärischen Leistungen werden vielfach wieder als Normalität vorausgesetzt, wie die wenigen verbliebenen kritischen Medien vermerken. 

Diese Kriegspropaganda rechnet auf ein allmähliches Vergessen der schrecklichen Erfahrungen des Angriffskriegs Nazideutschlands, die viele Opfer und Zeitzeugen in den ersten 50 Jahren des Bestehens der Bundesrepublik Deutschland mit viel Engagement im Bewusstsein der öffentlichen Meinung noch wachhalten konnten. Sie geht einher mit einer Militarisierung der Gesellschaft, die sich allerorts bemerkbar macht: Veranstaltungen von Militärs an Schulen, die ein positives Bild von „vernetzter Sicherheit“ und damit Militäreinsätzen vermitteln sollen und dabei durch Kooperationsvereinbarungen zwischen Bundeswehr und Kultusministerien gestützt werden, in der instrumentalisierenden Einbindung von PsychotherapeutInnen zur Rehabilitierung kriegstraumatisierter SoldatInnen, bei öffentlichen "feierlichen Gelöbnissen", Militärgottesdiensten mit klingendem Spiel oder in der logistischen Unterstützung von Kirchentagen durch die Bundeswehr.

Wie weit ist es mit der Bundesrepublik Deutschland 65 Jahre nach Kriegsende wieder gekommen, seit einer "Stunde Null", in der im Entsetzen über das Geschehene und Getane die Waffen auf große Haufen geworfen wurden und eine Wiederbewaffnung für alle Zeiten undenkbar schien? Der preußische Militarismus und die Wehrmacht als seine Steigerung zur Barbarei hatten abgewirtschaftet., Ggänzlich andere, vergessen geglaubte "Vormärz"-Vorstellungen von Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit und friedlicher Einordnung in die Völkergemeinschaft erwachten in dieser ersten Nachkriegszeit neu und fanden ihren Ausdruck in der föderalen Konzeption der Bundesrepublik und im Grundgesetz von 1949. Die Aufstellung von Streitkräften war darin nicht vorgesehen, jede Vorbereitung eines Angriffskriegs unter Androhung von Höchststrafe verboten, das Recht des Einzelnen auf die Gewissensentscheidung, den Kriegsdienst zu verweigern, garantiert. Es schien so, als ob die schon im Ersten Weltkrieg formulierte freundliche Vision Hermann Hesses, Deutschland möge "der Welt nicht bloß mit den Waffen imponieren, sondern mit den Künsten des Friedens und mit der Betätigung einer übernationalen Humanität", greifbar geworden sei.

Aber schon bald mobilisierten die alten Eliten, gestützt auf eine schweigende Bevölkerungsmehrheit, die sich die Emanzipation von autoritärem Denken und repressiven Erziehungsmodellen noch nicht zutraute, für eine Rückkehr zu militaristischen Traditionen. Die CDU/CSU-Regierung Adenauer konnte nach einer von den Westalliierten unterstützten ideologischen Kampagne 1955 die Wiederbewaffnung durchsetzen und provozierte mit der Gründung der Bundeswehr die Gründung der NVA. Das Grundgesetz gestattete in seiner Neufassung nun die Aufstellung von Streitkräften ausschließlich zur Verteidigung. Und mit der fatalen Einbeziehung in das "Verteidigungsbündnis" der NATO begann die Relativierung und Verkehrung der ursprünglichen Verfassungsziele, in denen noch "der Verzicht auf den Krieg als ein Mittel der Politik" (Carlo Schmid) vorgesehen war. 

Zugleich regte sich jedoch entschiedener Protest und führte zu einem ersten großen Anwachsen der Friedensbewegung gegen die Wiederbewaffnung. Die atomare Bedrohung und die befürchtete nukleare Teilhabe der Bundesrepublik waren dann vor genau 50 Jahren Anlass für die ersten Ostermärsche in Deutschland. Der für die USA in einem Desaster endende Vietnamkrieg und eine breite antimilitaristische Strömung im Zusammenhang des antiautoritären gesellschaftlichen Umbruchs zum Ender der 608er Jahre senkten die Akzeptanz für alles Militärische beträchtlich. Eine Fülle von entstehenden friedensethischen und alternativen entwicklungspolitischen Ansätzen aus der Zivilgesellschaft und namentlich den Kirchen heraus - der "konziliare Prozess", die Befreiungstheologie! - ließen jede Rückkehr zu gewaltbewehrten Politikkonzepten über den Ost-West-Konflikt hinaus unwahrscheinlich werden. Zu einem regelrechten Aufbranden der Friedensbewegung unter Beteiligung von Millionen kam es schließlich gegen die nuklearen Aufrüstungspläne der NATO-Staaten Anfang der 80er Jahre, die bereits den Beginn eines weltweiten konservativen Scroll Back signalisierten.

Konnte sich die nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa wieder mit ihrer vollen Souveränität ausgestattete Bundesrepublik aus dem unmittelbar folgenden, den Übergang zur unilateralen Politikphase der "letzten verbliebenen Weltmacht" USA markierenden Golfkrieg 1991 noch heraushalten, so führte der Bürgerkrieg in Jugoslawien zu einer herkömmliche völkerrechtliche Positionen aufweichenden kontroversen Diskussion über die Verpflichtung zu "humanitären Interventionen". Zeitgleiche, offen geostrategische Überlegungen seitens der Bundeswehr im Zusammenhang der sich beschleunigenden Globalisierung zeigten, dass die ethische Debatte den einsetzenden Militarisierungsschub der "Berliner Republik" nur überlagerte. Das Bundesverfassungsgericht lockerte die Interpretation von ersten Auslandseinsätzen als "Verteidigung im Bündnissystem" von Urteilsspruch zu Urteilsspruch. Der "Sündenfall" geschah schließlich unter der rotgrünen Regierung Schröder mit der Beteiligung am nicht UN-legitimierten, völkerrechtswidrigen NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999, die immerhin noch einen durch die Regierungskoalition gehenden Riss erkennen ließ. Vollends brachen die Dämme dann nach den Attacken auf das World Trade Center in New York am 11.9.2001. Große Teile des Bundestags verwandelten sich in der Folge in eine jeder Kritik am militärischen Engagement unzugängliche politische Kaste, die den Bundeswehreinsatz in Afghanistan beschloss und seiner Verlängerung seitdem Jahr um Jahr neu zustimmt. Die Integration der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik in die europäische ESVP und die Durchsetzung des EU-Vertrags von Lissabon ergänzen das neue, unverhohlen machtpolitische Kalkül. 

Die deutsche Friedensbewegung hat, aufgerüttelt aus ihrer berechtigten, aber sehr bald enttäuschten Hoffnung auf eine allgemeine Abrüstung und bevorstehende "Friedensdividende" nach der Epochenwende 1989, auf diese Entwicklung mit der Bündelung ihrer Kräfte in nationalen und regionalen Netzwerken und Initiativen reagiert. Namentlich die Kooperation für den Frieden schließt mittlerweile mehr als 50 friedenspolitische, zivilgesellschaftliche und kirchliche Gruppierungen organisatorisch zusammen. 
Zum 65. Jahrestag des Kriegsendes 1945 am 8. Mai fordert die Kooperation für den Frieden über die tagesaktuelle Notwendigkeit des Rückzugs aus Afghanistan hinaus eine Grundsatzdiskussion über die Verfassungsmäßigkeit/Verhältnismäßigkeit von inzwischen weltweitem militärischem Engagement und ein Hinterfragen des Sinns von militärischem Handeln als Mittel der Politik überhaupt. So anerkennenswert die mahnende Klarstellung des Bundesverfassungsgerichts vom 30.6.2009 auch ist, die den Charakter der Bundeswehr als reines Parlamentsheer festschreibt: die Einsätze sind keine reine Frage der Mandatierung, sondern müssen ständig aufs Neue am übergeordneten Geist und nicht nur Buchstaben unseres Grundgesetzes überprüft werden. Bevor krampfhafte Legitimations- und "umgangssprachliche" Definitionsversuche von Krieg den gesellschaftlichen Diskurs vollends ins Groteske abgleiten lassen, fordern wir nicht weniger als die Rückkehr zu den ursprünglichen Positionen des eben von der Herrschaft des Faschismus befreiten Deutschlands, das in der Stunde Null vor 65 Jahren aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben schien. Der zivilgesellschaftliche Fortschritt der zurückliegenden Jahrzehnte hat in beeindruckender Weise die Wirksamkeit und Gütekraft gewaltfreien politischen Handelns unter Beweis gestellt. Es ist an der Zeit, dass sich diese &#39;Künste des Friedens in der Betätigung einer übernationalen Humanität&#39;, für die die Völkergemeinschaft der Vereinten Nationen, und nur sie allein, das Instrumentarium bereitstellt, entfalten können. Dazu ist die Rückkehr zu einem nicht abwandelbaren Völkerrecht zwingend notwendig, durch die vollumfängliche Rehabilitierung der Rolle der in ihrem Gewicht zunehmend erodierten Vereinten Nationen.


Der SprecherInnenrat der Kooperation für den Frieden
Reiner Braun, Christof Grosse, Mira Loret, Monty Schädel, Renate Wanie
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/177.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung kritisiert Auftritt der Bundesregierung in New York]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/437</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-437</guid><description><![CDATA[Atomwaffenkonvention mit keinem Wort erwähnt

Die Anti-Atomwaffenbewegung ist enttäuscht von der Rede des Staatsministers im Auswärtigen Amt Werner Hoyer. Sie widerspricht seiner eigenen in der UN-Rede formulierten Zielsetzung. "Wir haben viel Zeit verloren, jetzt brauchen wir eine neue Dekade der Abrüstung", hatte er erklärt. Mit keinem Wort erwähnte Hoyer die Atomwaffenkonvention. Er fällt damit hinter den interfraktionellen Beschluss des deutschen Bundestages für eine Welt ohne Atomwaffen und die Rede des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon auf der großen NGO-Konferenz vom Wochenende zurück.
"So verstreicht nicht nur weitere Zeit hin zur atomaren Abrüstung, sondern die Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen steigt dramatisch", erklärt Reiner Braun, Geschäftsführer von IALANA. 

Auf scharfe Kritik der Mitglieder der deutschen Friedensbewegung stieß die Relativierung des Abzugs der US-Atomwaffen aus Deutschland. "Wer den Abzug mit der NATO-Strategie koppelt, schiebt ihn auf den Sankt-Nimmerleins-Tag", so IPPNW-Pressesprecherin Angelika Wilmen.

Die Friedensbewegung fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestag auf, Druck auf die Bundesregierung auszuüben, in New York ernsthafte eigene Initiativen zur nuklearen Abrüstung vorzulegen. Dazu gehört als erster Schritt eine Ankündigung des unilateralen Abzugs der US-Atomwaffen auf Deutschland, um Dynamik in den gesamten Abrüstungsprozess zu bringen. 

Hinweis für die Redaktionen: Reiner Braun, Geschäftsführer von IALANA, überreichte heute für den Trägerkreis "Für eine Zukunft ohne Atomwaffen" 15.781 Unterschriften an den Vorsitzenden der Überprüfungskonferenz Libran Cabactulan. Darin fordert ein breites Bündnis aus Vertretern aus Politik, Gewerkschaften, Kirchen, Wissenschaft und Friedensbewegung den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland, den Stop aller Modernisierungspläne für Atomwaffen und ihrer Trägermittel, ein Nein zu Atomwaffen in der neuen NATO-Strategie sowie den Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen.

Fotos von der Übergabe in druckfähiger Auflösung finden Sie unter 

Weitere Informationen zu der Kampagne "Für eine Zukunft ohne Atomwaffen": 

Täglich aktualisierter Blog von der NPT-Konferenz 

Pressekontakte:
Angelika Wilmen in New York, Mobil: 0049-162-2057943, ; Reiner Braun in New York, Mobil: 0049-172-2317475; ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/575.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Da sollte doch was zu machen sein!? - Antimilitaristische Initiative veröffentlicht Bundeswehr-Werbetermine]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/432</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-432</guid><description><![CDATA[Die Initiative „kehrt marsch“ hat Termine von Bundeswehr-Werbeauftritten im Internet veröffentlicht und ruft antimiltaristische und friedensbewegte Aktive zu Protestaktionen auf. Die Termine stammen zum Teil aus einer Bundestagsanfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke (LINKE), zum Teil von Internetseiten der Bundeswehr und der Agentur für Arbeit. Sie werden auf der Seite  in einer interaktiven Karte dargestellt.

Bei den meisten Terminen handelt es sich um Messestände oder Auftritte von Musikkorps. Es befinden sich auch Gelöbnisse, Zapfenstreiche oder die Anlaufstellen des Karrieretreffs, der durch ganz Deutschland fährt und für eine Karriere bei der Bundeswehr wirbt, darunter.

In den letzten Jahren hat es bei vielen Bundeswehr-Veranstaltungen kreative Störaktionen gegeben. Dies zeigt sich auch in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linksfraktion. Dort heißt es: „Die aus heutiger Sicht erwartete Kostensteigerung im Vergleich zum Jahr 2009 ergibt sich aus einer allgemeinen Steigerung der Betriebskosten sowie aus einem erhöhten Bedarf an Bewachungsdienstleistungen zum Schutz des Personals und Materials gegen bundeswehrkritische Aktivisten.”

Das Organisationsteam von „kehrt marsch“ sieht das auch als Erfolg ihrer Kampagne, die vor etwa einem Jahr startete. „Die Bundeswehr hat offenbar erkannt, dass ihre ausufernden Werbe- und Rekrutierungsmaßnahmen auf zunehmenden Widerstand stoßen“, erklärt einer der Initiatoren und ruft dazu auf, die bisherigen Proteste fortzuführen: „Die Bundeswehr will sich und ihre Kriege in ein positives Licht rücken. Dem wollen wir etwas entgegenhalten.“

Die Kampagne veröffentlicht auf ihrer Homepage Aktionsideen und stellt Material zum Herunterladen zur Verfügung. Sie ruft antimilitaristische AktivistInnen zudem dazu auf, sich in ihren Email-Newsletter einzutragen, um über zukünftige Bundeswehr-Werbung informiert zu werden. 



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/573.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IALANA: Bundesregierung wird verklagt!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/428</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-428</guid><description><![CDATA[Überblick über das Anliegen der Klage

Die Apothekerin Frau Dr. Elke Koller, die nur knapp 4 km vom Fliegerhorst Büchel der Bundesluftwaffe entfernt wohnt, erhebt Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland und beantragt,
- dass Deutschland von den USA verlangt, dass die in Büchel noch stationierten 20 Atombomben abgezogen werden
- und Deutschland sich aus der Nuklearen Teilhabe in der Planungsgruppe der NATO verabschiedet.

Sie vertritt nämlich die Überzeugung, dass es nicht ausreicht, wenn die Bundesegierung entsprechend dem Koalitionsvertrag mit den Mitteln der Diplomatie auf die nukleare Abrüstung hinwirkt. Vielmehr gebietet das Grundgesetz, dass sie im Sinn der hier gestellten Anträge tätig wird.

Das ergibt sich aus dem Friedensgebot des Grundgesetzes, das ein zentrales Prinzip des Grundgesetzes auf Basis der konkreten friedensrechtlichen Regeln darstellt (II. in der Klageschrift). Hier einschlägige Norm ist das Gewaltverbot der UN-Charta, das nach Art. 25 Satz 1 GG als „allgemeine Regel des Völkerrechts“ als Bestandteil des Bundesrechts gilt (III.). 

Vom Gewaltverbot gibt es nach der UN-Charta nur zwei Ausnahmen: Gewalt darf nur ausgeübt werden mit einwilligung des Sicherheitsrates oder im Fall einer flagranten Selbstverteidigungslage (IV.). Diese Regeln gelten beispielsweise für das US-Militär, wenn es von deutschem Boden aus kriegerische Handlungen ausführt, wie das Bundesverwaltungsgericht in zwei aktuellen Entscheidungen ausgeführt hat. Dabei ist ohne Belang, wenn solche Handlungen im Rahmen von NATO-Strukturen ausgeführt werden (V.). Wenn Gewalt nach diesen Grundsätzen rechtmäßig ausgeübt wird, ist gleichwohl “nicht jedes Mittel recht”: Vielmehr muss beim Einsatz von Atomwaffen zusätzlich das humanitäre Kriegsvölkerrecht beachtet werden, wie der Internationale Gerichtshof in Den Haag festgestellt hat (VI.). Danach ist der Einsatz von Atomwaffen “generally illegal”. Deswegen ist der sogenannte Ersteinsatz von Atomwaffen, der “preemptive strike”, rechtswidrig. Zwar hielt es der Gerichtshof für denkbar, dass im Fall einer extremen Notwehrlage, bei der der Feind Atomwaffen einsetzt, zur Verteidigung Atomwaffen eingesetzt werden dürfen. 

Zu dieser Konstellation hatten die Atomwaffenstaaten den IGH aber nicht ausreichend mit Vortrag versehen. Insbesondere war offen geblieben, ob es überhaupt Atomwaffen gibt, die im Einklang mit den zuvor aufgestellten Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts eingesetzt werden können. Bekannt gewordene Aussagen über die verfügbaren Atomwaffen gehen dahin, dass solche Waffen nicht existieren und auch nicht mehr entwickelt werden sollen. Also verstößt das Vorhalten “konventioneller Atombomben” durch die Atomstaaten gegen das Gewaltverbot im Zusammenhang mit dem humanitären Kriegsvölkerrecht. Die Beklagte darf rechtswidriges Verhalten der US-Armee auf ihrem Boden nicht dulden (VII.).

Jedoch unterlässt die Beklagte pflichtgemäßes Handeln. In einem solchen Fall gewähren die friedensrechtlichen Regeln des Grundgesetzes, insbesondere Art. 25 Abs. 1 GG, Drittschutz (VIII.). Er wendet sich nicht nur an den Staat, sondern erzeugt „Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes“, gewährt also individuellen Rechtsschutz. Außerdem sind Handlungen, die das friedliche Zusammenleben der Völker stören, insbesondere die Vorbereitung der Führung eines Angriffskrieges, verfassungswidrig (Art. 26 Abs. 1 GG). Auch diese Regel vermittelt Drittschutz. Diese Regeln müssen auch bei der nuklearen Teilhabe berücksichtigt werden.

Das bedeutet für die gestellten Anträge:
Schon die Vorhaltung und erst recht der Einsatz der in Büchel gelagerten Atombomben (Antrag zu 1.) ist völkerrechts- und verfassungswidrig, weil diese Bomben nur unter Verletzung humanitären Kriegsvölkerrechts eingesetzt werden könnten. Dazu kommt, dass die geltende US-Strategie für Atomwaffen ebenso wie das Strategische Konzept der NATO in Verbindung mit der aktuell gültigen
Version des vertraulichen NATO-Dokumentes MC400 (wahrscheinlich noch MC400/2) deren Ersteinsatz zulässt, so dass die Gefahr besteht, dass auch von Deutschland aus und/oder unter Beteiligung der deutschen Luftwaffe ein rechtswidriger Ersteinsatz erfolgen könnte. Diese Gefahr muss unterbunden werden.

Für die Nuklearstrategie der NATO, an deren Umsetzung deutsche Soldaten und Stäbe mitwirken und die in deutschen Militär- und Verwaltungsbehörden begleitet wird (nukleare Teilhabe im übrigen, Antrag zu 2.), gilt, dass sie die Vorgaben des Völker- und Verfassungsrechts ebenfalls nicht beachtet. Denn sie basiert auf der Vorhaltung von Waffen, die für den vielleicht allein zulässigen Einsatzfall nicht konzipiert sind. Ein politischer Beurteilungsspielraum kommt dabei der Beklagten nicht zu.

Schließlich verletzt die Atomwaffenlogistik auch im übrigen Völker- und Verfassungsrecht.

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/272.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW: Unser Rezept gegen Atomterrorismus: der Atomausstieg]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/427</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-427</guid><description><![CDATA[Ärzte kritisieren Ergebnisse des Atomgipfels in Washington - Rezept für den Frieden: Erneuerbare Energien

Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert den vermeintlichen Erfolg des Atomgipfels in Washington. „Die zivile Nutzung der Atomenergie blockiert jegliche atomare Abrüstung. Jedes neue Atomkraftwerk erhöht die Menge an nuklearem Material, das abgebaut, weiterverarbeitet, gehandelt, transportiert und gelagert wird. Auf jeder Stufe besteht die Gefahr, dass Material für eine schmutzige Bombe abgezweigt wird. Einen wirklichen Schutz bietet nur der schnellstmögliche Ausstieg aus der Atomenergie,“ sagt Angelika Claußen, Vorsitzende der IPPNW.

Die Ressource Uran wird zukünftig immer knapper und teurer. Auch die Nutzung von Mox-Brennelementen (Mischoxid aus Uran und Plutonium), die nur unter Verwendung der Wiederaufarbeitung hergestellt werden können, birgt nach Ansicht der IPPNW große Gefahren. Mehr weltweite Wiederaufarbeitung inklusive der damit verbundenen Verarbeitung, Lagerung sowie dem Handel und Transport von reaktorfähigem Plutonium würde die Möglichkeiten, an atomwaffenfähiges Material zu gelangen, vervielfachen.

Auch bei strengen Sicherheitsvorkehrungen lassen sich in einer modernen Wiederaufbereitungsanlage zwar sichere Aussagen über den Verbleib von 99 Prozent des Plutonium-Bestandes treffen. Dennoch kann aus verfahrenstechnischen Gründen etwa ein Prozent des Plutoniums nicht genau bestimmt werden und gilt offiziell als »Material Unaccounted For« (MUF). Eine gravierende Sicherheitslücke: Das potentielle MUF der hochmodernen Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho Mura in Japan wird nach Aussagen britischer Experten auf ca. 50 Kilogramm Plutonium pro Jahr geschätzt - genug Stoff für etwa sechs bis acht Atomwaffen. Daher reicht es nicht, die Herstellung von Plutonium für Waffenzwecke zu beenden. Dieser lebensgefährliche Stoff darf auch im zivilen Sektor nicht mehr produziert werden.

Die IPPNW kritisiert darüber hinaus den mangelhaften Schutz vieler Atomkraftwerke vor terroristischen Angriffen: Abgesehen vom völlig unzureichenden Schutz gegen die viel diskutierten terroristischen Flugzeugabstürze kann jedes Atomkraftwerk durch gezielte Sprengungen oder Beschuss zum Katastrophenreaktor werden. Eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke würde dieses Risiko noch auf Jahre fortschreiben.

Pressekontakt:
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nur Trippelschritte zu weiteren Verhandlungen - Neue US-Nuklearstrategie: Kosmetik statt Fortschritt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/423</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-423</guid><description><![CDATA[Der START-Vertrag ist kein Abrüstungs-, sondern ein Rüstungskontroll-Vertrag

Stellungnahme des Bundesausschusses Friedensratschlag

Anlässlich der am Donnerstag erfolgten feierlichen Unterzeichnung eines neuen START-Abkommens zur Reduzierung nuklearer strategischer Offensivwaffen zwischen den Präsidenten Russlands und der USA in Prag erklären die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken:

Wenn die Präsidenten der USA und Russlands heute in Prag den START-Nachfolgevertrag feierlich unterzeichnen, gibt es für die Welt wenig Grund zur Erleichterung. Das einzig Gute an dem Ereignis ist, dass die beiden nuklearen Supermächte überhaupt einen Vertrag zustande gebracht und damit zur gegenseitigen Vertrauensbildung beigetragen haben. In der Sache ist das Ergebnis beschämend mager, vor allem wenn man bedenkt, welch hochgesteckte Ziele insbesondere US-Präsident Obama in seiner Prager Rede vom 5. April 2009 formuliert hatte, als er von einer "Welt ohne Atomwaffen" sprach.

Der START-Vertrag bezieht sich lediglich auf die "strategischen" Atomwaffen; die stellen aber lediglich weniger als ein Viertel aller die Menschheit bedrohenden Atomwaffen dar.

Weltweit gibt es heute ca. 23.400 nukleare Sprengköpfe, gut 22.000 davon sind im Besitz der USA und Russlands. Den Rest von rund 1.000 Sprengköpfen teilen sich Frankreich, Großbritannien, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Die Hälfte dieser Waffen steht für den unmittelbaren Gebrauch bereit. Die USA und Russland haben jeweils 1.000 Sprengköpfe in höchster Alarmbereitschaft. Im Falle einer unmittelbaren Bedrohung bleibt den Führungen der beiden Staaten nur jeweils vier bis acht Minuten Zeit für eine Entscheidung. Diese Fakten zeigen, dass die Menschheit noch sehr weit entfernt ist von der Realisierung einer atomwaffenfreien Welt, wie sie US-Präsident Obama vor einem Jahr in Prag werbewirksam als Vision verkündete.

Der neue START-Vertrag legt nun neue Obergrenzen für Sprengköpfe und Trägersysteme (das sind land- und seegestützte Interkontinentalraketen sowie Langstreckenbomber) für strategische Nuklearwaffen fest. Zur Zeit verfügen die USA über 2.200 strategische Sprengköpfe, Russland hat 2.500. Nach Expertenschätzungen haben die USA 800 aktive Trägersysteme, Russland 566.

Der neue START-Vertrag erlaubt beiden Seiten nun, jeweils 1.550 nukleare Sprengköpfe und 700 Trägersysteme einsatzbereit zu halten. Zudem werden je 100 Trägersysteme als Reserve erlaubt. Sieben Jahre nach Vertragsabschluss müssen die vereinbarten neuen Obergrenzen erreicht sein.

Wir stellen fest: Die Reduzierungen der Sprengköpfe sind angesichts des großen Arsenals minimal, bei den Trägersystemen ist Russland sogar eine Aufstockung erlaubt. Nach Umsetzung dieses START-Abkommens bedrohen noch immer 20.400 US-amerikanische und russische Atomsprengköpfe das Leben auf der Erde. Von einem Fortschritt oder gar "Durchbruch" bei den Atomverhandlungen kann daher keine Rede sein. Was bleibt, ist Kosmetik.

Wirkliche Abrüstung sieht anders aus. Von Bedeutung ist nur, dass es überhaupt zu einem verbindlichen Vertragsabschluss zwischen den beiden großen Atommächten gekommen ist. Ein Trippelschritt -- nicht zu einer atomwaffenfreien Welt, sondern zu weiteren Verhandlungen.

Der START-Vertrag hat zudem schwerwiegende Fehler. Sie öffnen dem Vormachtstreben der USA Tür und Tor:
- Der Vertrag sieht keineswegs eine Verschrottung der Sprengköpfe und der Trägersysteme vor; beide werden nur eingemottet und können demnach bei sich ändernden Bedingungen wieder reaktiviert werden. Die USA wollen zudem ihre ehemaligen nuklearen Trägersysteme mit konventionellen Sprengköpfen versehen, um damit binnen weniger Minuten jeden Punkt der Erde in einem Überraschungsangriff -- völkerrechtswidrig - treffen zu können ("Prompt Global Strike").
- Der Vertrag ermöglicht es den USA ein umfassendes Raketenabwehrsystem aufzubauen. Russland kann aus dem Vertrag aussteigen, wenn es in der Raketenabwehr eine Bedrohung seiner Sicherheit und des nuklearen Gleichgewichts sieht.

Fast zeitgleich mit dem START-Vertragsabschluss verkündete US-Präsident Obama die neue Nuklearstrategie der USA (Nuclear Posture Review, NPR). Auch darin steckt kaum Neues gegenüber der Bush-Doktrin von 2002.
- Obama besteht weiterhin auf der "Rechts"anmaßung der USA, als erste Atomwaffen einzusetzen.
- Zwar will Obama, anders als seine Vorgänger, künftig darauf verzichten, Atomwaffen gegen Staaten einzusetzen, die über keine Atomwaffen verfügen; ausgenommen davon werden jedoch alle Staaten, welche die USA tatsächlich oder vermeintlich mit biologischen Kampfmitteln angreifen oder den Atomwaffensperrvertrag verletzen. Länder werden nicht mit Namen genannt, aber Iran, evtl. Nordkorea oder Syrien kämen dafür in Frage.
- Auch wer angesichts des Ziels einer atomwaffenfreien Welt darauf gehofft hatte, dass Obama auf die Entwicklung neuer Sprengköpfe gänzlich verzichten würde, wird enttäuscht. Solche Neuentwicklungen werden lediglich auf später verschoben. Festgehalten wird indessen an der Weiterentwicklung und Modernisierung der bestehenden Atomwaffen.

Aussagen über die taktischen Atomwaffen der USA in Europa (ca. 150 bis 200, davon 10 bis 20 in Büchel/Eifel) sucht man in der neuen US-Nukleardoktrin vergeblich. Die Obama-Administration scheint kein wirkliches Interesse an einem baldigen Abzug der Atomwaffen aus Büchel zu haben -- obwohl diesen Wunsch mittlerweile sogar die Bundesregierung öffentlich vertritt. Im Gegenteil: Im US-Haushalt wurden Gelder bereit gestellt, die dazu dienen sollen, zu prüfen, inwiefern diese Atombomben modernisiert werden können. Und Obama stellte fest, dass die taktischen Atomwaffen der USA in Europa als Faustpfand gegenüber Russland dienen, um diese zur Abrüstung ihrer rund 2.000 einsatzfähigen taktischen Atombomben zu bewegen. Darauf lässt sich Russland indessen nicht ein, solange es im konventionellen Bereich den USA bzw. der NATO so himmelweit unterlegen ist.

Die Friedensbewegung wird weiter für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und für eine atomwaffenfreie Welt kämpfen. Zur Zeit appelliert sie an die Teilnehmer-Staaten der im Mai stattfindenden Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrag in New York mit einer weltweiten Unterschriftenaktion "Für eine Zukunft ohne Atomwaffen". Darin wird auch die Forderung nach einer unverzüglichen Aufnahme von Verhandlungen für eine Nuklearwaffenkonvention erhoben. Eine solche Konvention soll die Atomwaffen besitzenden Staaten endlich zur Umsetzung des Art. 6 des Atomwaffensperrvertrags verpflichten, wonach alle Atomwaffen abzurüsten sind. Die Unterschriftaktion läuft bis zum 30. April.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg
Peter Strutynski, Kassel

Bitte beachten Sie:
Ein umfangreiches Atomwaffen-Dossier bietet die ²http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Atomwaffen/Welcome.html|Website der AG
Friedensforschung²

__________________________________________________________________
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Osterwanderung auf dem Bombodrom: Es bleibt spannend - Initiativen lehnen nachgeschobene Bedingungen der Bundeswehr ab]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/421</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-421</guid><description><![CDATA[
Überraschend hat die Bundeswehr den fünf Initiativen, die für Ostersonntag zu einer Wanderung über das ehemalige Bombodrom-Gelände aufrufen, mitgeteilt, dass sie dazu einen Mitbenutzungsvertrag unterzeichnen sollen. Die Initiativen halten den vorgelegten Vertrag für rechtswidrig und halten an den mündlich bereits im Detail getroffenen Vereinbarungen fest. Dies erklärte heute Klaus Günther von Pro Heide. "Wir haben der Bundeswehr mitgeteilt, dass wir den Vertrag so nicht unterzeichnen können. Wir gehen davon aus, dass die mündlichen Vereinbarungen als Vertrag gelten und die Osterwanderung wie geplant stattfindet." Treffpunkt ist am Ostersontag um 14 Uhr an der Mahnsäule bei Schweinrich.

Bereits am 3. März hatten die Initiativen mit Vertretern der Ordnungsämter, der Polizei und der Bundeswehr im Detail vereinbart, unter welchen Bedingungen eine Osterwanderung auf dem Gelände stattfinden kann. Am 24. März fand ein Kooperationsgespräch mit der Polizei statt. Bis zum 26. März ließ sich das Verteidigungsministerium Zeit mit seiner endgültigen Zustimmung. "Dass jetzt plötzlich völlig neue Bedingungen auftauchen, ist ein Unding", sagt Eckhard Häßler von der Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide. Von einem schriftlichen Vertrag sei bisher nie die Rede gewesen.

In dem Vertragsentwurf (5 Seiten, 12 Paragraphen) heißt es unter anderem: "Der Mitbenutzer verpflichtet sich keine Transparente und Ähnliches mitzuführen, deren Aufschriften inhaltlich gegen die Bundeswehr  gerichtet sind." Diesem Vertrag zu folgen, widerspreche der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, argumentiert Hans-Peter Laubenthal von der Friedenswerkstatt Sichelschmiede. "Wir leben in einem freien Land, wir haben Meinungsfreiheit. Als Veranstalter haben wir gar kein Recht, den Versammlungsteilnehmern vorzuschreiben, was sie auf ihre Transparente schreiben, solange sich der Inhalt im Rahmen geltenden Rechts bewegt." Ähnlich zweifelhaft erscheint das verlangte Fotografierverbot, das die Pressefreiheit erheblich einschränken würde. "Dort gibt es ohnehin keine militärischen Geheimnisse zu fotografieren, der Platz ist kein Truppenübungsplatz und wird seit 18 Jahren nicht militärisch genutzt", ergänzt Claudia Orlowski vom Aktionsbündnis Rosa Heide. Das Bündnis hatte am gleichen Ort 2007 eine Besiedelungsaktion durchgeführt.

Auf Unverständnis stößt bei den Initiativen auch die folgende Forderung: "Der Mitbenutzer hat sich und alle Personen, die auf seiner Seite an der Mitbenutzung teilnehmen, wegen seiner und ihrer gesetzlichen Haftpflicht für Schäden, die sie im Zusammenhang mit der Mitbenutzung verursachen, in ausreichendem Maße zu versichern. Als ausreichend gelten Deckungssummen von pauschal 3 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden je Schadensfall."; und "Zusätzlich hat der Mitbenutzer eine Veranstaltungsversicherung für 1.000 Teilnehmer vor Beginn des Marsches nachzuweisen." "So etwas ist bei Demonstrationen absolut unüblich und auch rechtlich nicht möglich", so Laubenthal. "Schließlich wissen wir gar nicht im Voraus, wer kommen wird."

Desweiteren wird von den Veranstaltern verlangt, "Ordnungskräfte" einzusetzen, die "sicherzustellen" haben, dass die vorgegebene Marschroute nicht verlassen wird. "Selbstverständlich setzen wir Ordner ein, die die vereinbarte Route kennen und gegebenenfalls Leute ansprechen würden, die sie verlassen wollen" sagt Klaus Günther. "Aber wir haben doch keine polizeilichen Befugnisse, mit denen wir das "sicherstellen" könnten.

Die Initiativen hoffen auf rege Beteiligung an der Osterwanderung. "Es gibt auf jeden Fall ein interessantes Programm mit einer geistlichen Besinnung, Redebeiträgen und Musik. Auch für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Wir gehen weiter davon aus, das auch die Wanderung über das Militärgelände wie geplant stattfinden wird", sagt Britta Meyer-Itner von der Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel".

Den Vertragsentwurf und die Antwort sind auf unserer Homepage zu sehen:
 (unter "Presse")

Kontakt für Rückfragen:
Klaus Günther 033923-70663
Hans-Peter Laubenthal 030-43 67 16 21
Eckhard Häßler 0151-50 900 705
Barbara Lange 01577-5976 760 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/53.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Einfluss der Bundeswehr an Schulen zurückdrängen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/431</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-431</guid><description><![CDATA[Mit Sorge beobachtet die GEW, dass sich die Bundeswehr in letzter Zeit verstärkt um größeren Einfluss in den Schulen bemüht. Es wurden Fälle bekannt, in denen Waffenschauen und Informationsveranstaltungen auf Schulhöfen und in Turnhallen stattfanden. Kooperationsabkommen mit Landesregierungen unterstützen das offensive Vorgehen der Bundeswehr.

In den Abkommen (z. B. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Saarland ....) wird betont, dass nicht für Tätigkeiten in der Bundeswehr geworben darf. Stattdessen werden der Bundeswehr jedoch weit reichende Möglichkeiten im Bereich der politischen Bildung / des Politikunterrichts sowie der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte und Referendare eingeräumt. Landesregierungen sagen zu, Bildungsangebote der Bundeswehr in ihren Amtsblättern und auf ihren Online-Plattformen bekannt zu machen.

Diese verstärkten Aktivitäten fallen in eine Zeit, in der die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Rahmen von NATO- und UN-Mandaten verfassungsrechtlich umstritten, politisch immer fragwürdiger und von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. Gleichzeitig hat die Bundeswehr Nachwuchssorgen und junge Menschen hoffen in der aktuellen Wirtschaftskrise auf die Bundeswehr als Arbeitgeber.

Die Positionen der GEW

    * Die GEW wendet sich entschieden gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts und der Lehreraus- und Fortbildung, wie sie in den Kooperationsabkommen zwischen Kultusministerien und Bundeswehr deutlich werden.

    * Die politische Bildung – auch in Fragen der Sicherheitspolitik – gehört in die Hand der dafür ausgebildeten pädagogischen Fachleute und nicht in die von Jugendoffizieren. Die GEW fordert die Landesregierungen auf, entsprechende Passagen in den Kooperationsabkommen zu kündigen.

    * Die GEW bekräftigt die Gemeinsame Erklärung des Präsidenten der Kultusministerkonferenz und der Vorsitzenden der Bildungs- und Lehrergewerkschaften „Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern heute – Fachleute für das Lernen" (Berlin 2000). Darin heißt es: „Die Zukunftsaufgaben von Bildung und Erziehung werden vor allem geprägt sein durch (...) die Sicherung von Frieden und Gewaltfreiheit.“ Die GEW betont, dass Militarismus und autoritäre Strukturen in der Gesellschaft ein Problem darstellen.
 
   * Die GEW betont: Lehrkräfte entscheiden souverän, ob sie in ihrem Unterricht externen Sachverstand hinzuziehen wollen oder nicht, denn „Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lernen, ihre Kernaufgabe ist die gezielte und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und systemische Evaluation.“ (Gemeinsame Erklärung....). Sie erziehen ihre Schülerinnen und Schüler zu demokratischem Handeln, Kritikfähigkeit, Gewaltfreiheit und Toleranz und beteiligen sie an allen wichtigen Entscheidungen der inhaltlichen und methodischen Gestaltung des Lernens.

    * Die GEW empfiehlt, Jugendoffiziere der Bundeswehr nur dann einzuladen, wenn die notwendige politische Ausgewogenheit gewährleistet ist. Die unterschiedlichen friedenspolitischen Konzepte, die Kontroversen über die verfassungsmäßige Funktion der Bundeswehr (von der Landesverteidigung zur Interventionsarmee), die Möglichkeit des Zivildienstes sowie die verschiedenen Konzepte der internationalen Friedenspolitik müssen in gleicher Gewichtung dargestellt werden.

    * Friedensorganisationen und Friedensinitiativen sind die gleichen Möglichkeiten wie der Bundeswehr einzuräumen, ihre Konzepte zu erläutern. Die GEW geht davon aus, dass die Landesregierungen, die mit der Bundeswehr Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen haben, auch entsprechende Kooperationsvereinbarungen mit den Friedensorganisationen und Friedensinitiativen abschließen.

    * Die GEW hält Exkursionen zu Informationsveranstaltungen der Bundeswehr für kein geeignetes Mittel der politischen Bildung und zur „Sicherung von Frieden und Gewaltfreiheit“. Waffenschauen und ähnliche Veranstaltungen der Bundeswehr haben auf dem Schulgelände nichts zu suchen – auch nicht an Wochenenden und während der unterrichtsfreien Zeit.

    * Keine Pädagogin und kein Pädagoge und keine Schülerin und kein Schüler dürfen zur Teilnahme und Durchführung einer Veranstaltung mit Bundeswehrangehörigen gezwungen werden.

    * Die GEW lehnt die Werbeversuche der Bundeswehr an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ab und verurteilt sie. Die GEW ruft zu Aktionen gegen Werbeversuche der Bundeswehr auf. Die Schule ist kein Ort für Rekrutierung von Berufssoldatinnen und -soldaten. Es muss strikt darauf geachtet werden, dass die Bundeswehr weder offen noch verdeckt junge Leute für den Militärdienst wirbt. Wo dies jedoch Fall ist, muss die Schulaufsicht entsprechend informiert und tätig werden sowie bei der Bundeswehr Beschwerde einlegen.

    * Junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft oder ihre Ausbildung bei der Bundeswehr realisieren wollen, benötigen umfassende Informationen, worauf sich Zeitsoldat/innen einlassen (z. B. Verpflichtung zu 12 Monaten Auslandseinsatz und harten finanziellen Sanktionen bei vorzeitigem Vertragsausstieg). Zur Information gehören auch Berichte über traumatisierte Heimkehrer/innen aus Afghanistan und über diejenigen, die in einem Kriegeinsatz in Afghanistan getötet werden. Die Schule hat die Aufgabe, interessierten Schülerinnen und Schülern Hinweise zu geben, wo sie sich umfassend informieren können.

Quelle: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/517.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Wann kommt die Dienstzeitverkürzung?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/416</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-416</guid><description><![CDATA[Die aktuelle öffentliche Debatte um die Dienstzeitverkürzung wird seit wenigen Tagen auf eine höchst verwirrende Art geführt. Die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer, in der auch die DFG-VK Mitglied ist,  gibt dazu folgende Hinweise:

1.	Wann tritt die Dienstzeitverkürzung in Kraft?

Der Koalitionsvertrag hat dazu im Oktober 2009 eine eindeutige Aussage getroffen: CDU/CSU und FDP haben das "Ziel, die Wehrdienstzeit bis zum 1. Januar 2011 auf sechs Monate zu reduzieren". Anknüpfend an die Regelungen früherer Dienstzeitverkürzungen ergibt sich daraus eigentlich nur eine gesetzliche Regelung: "Wehrpflichtige, die am 31. Dezember 2010 sechs Monate oder länger Grundwehrdienst geleistet haben, sind zu entlassen; auf Antrag können sie stattdessen Grundwehrdienst von der im Einberufungsbescheid festgesetzten Dauer leisten." Diese Gesetzesformulierung wurde bei den Dienstzeitverkürzungen 1972, 1990, 1995 und 2001 gewählt.

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat vor wenigen Tagen für Aufregung gesorgt, als er von einem "Vorziehen" der Reform auf den Dienstantrittstermin 1.10.2010 sprach. Faktisch hätte das aber bedeutet, dass die ersten Wehrpflichtigen mit der kurzen Dienstzeit nicht am 31.12.2010, sondern erst zum 31.3.2011 entlassen worden wären. Die Reform wäre nicht vorgezogen, sondern um ein Quartal verschoben worden.

Neuere Meldungen sprechen von der Verkürzung beim Wehrdienst ab dem 1.10.2010 und beim Zivildienst ab dem 1.8.2010. Ob Dienstantritt oder Dienstende gemeint ist, bleibt offen. 

2.	Was gilt für den Zivildienst?

"Die Dauer des Zivildienstes entspricht der Dauer des Grundwehrdienstes (§ 5 Abs. 1a des Wehrpflichtgesetzes)." So steht es in § 24 Absatz 2 Zivildienstgesetz. Daran soll nichts geändert werden. Wehrdienst und Zivildienst werden also zum gleichen Zeitpunkt verkürzt werden.

3.	Was sollte ein Zivildienstpflichtiger heute bedenken?

Wegen der unklaren Lage empfehlen wir denen, die die kürzere Dienstzeit nutzen wollen, den Dienstantritt auf den 1.10.2010 zu verschieben. Trotz der unterschiedlichen Äußerungen scheint aber sicher zu sein, dass ein Dienstantritt ab dem 1.10.2010 die kürzere Dienstzeit zur Folge hat.

Das Deutsche Rote Kreuz und der Paritätische Wohlfahrtverband sprechen sich massiv gegen die Dienstzeitverkürzung aus und verweisen auf die Schwierigkeiten in der Versorgung der von ihren Einrichtungen betreuten Menschen. Die Verlautbarungen deuten darauf hin, dass diese Einrichtungen Zivildienstleistende nicht zusätzlich einsetzen, sondern ihnen reguläre Aufgaben übertragen, um andere Arbeitskräfte einzusparen. Das entspricht nicht den Vorschriften des Zivildienstgesetzes. Zivildienstpflichtige, die diesen Missbrauch des Zivildienstes nicht unterstützen wollen, sollten sich bei anderen Organisationen einen Zivildienstplatz suchen. 

4.	Weitere Informationen

Wir werden Sie informieren, sobald es konkretere und verlässlichere Informationen gibt.

Am 17.3.2010 haben wir uns mit einer  gewandt.
Bereits am 10.3.2010 haben wir eine  vorgenommen....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/162.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[BRITISCHER VERWEIGERER JOE GLENTON ZU 9 MONATEN HAFT VERURTEILT]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/413</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-413</guid><description><![CDATA[Organisationen der Friedensbewegung Connection e.V., DFG-VK Hessen, IVAW Europe rufen zu Solidaritätsschreiben auf  

Am 5. März 2010 wurde der britische Afghanistankriegsverweigerer Joe Glenton zu einer neunmonatigen Haftstrafe wegen Unerlaubter Abwesenheit verurteilt. Connection e.V., Iraq Veterans Against the War Europe und die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hessen verurteilen gemeinsam mit vielen anderen Organisationen weltweit schärfstens das Urteil des Militärgerichts in Colchester.

Joe Glenton verließ 2007, traumatisiert durch den siebenmonatigen Kriegseinsatz in Afghanistan, seine Einheit. Zwei Jahre später stellte er sich und machte seine Verweigerung bei einer Demonstration in London öffentlich. Das Militär reagierte harsch: Da es ihm zuvor jede öffentliche Äußerung untersagt hatte, klagte es ihn nun wegen fünfmaliger Befehlsverweigerung an und nahm ihn in Haft. Erst nach einem Monat wurde er auf Kaution mit der Auflage aus der Haft entlassen, sich nicht weiter öffentlich zu äußern. In einer Vorverhandlung im Februar 2010 wurden die Anklagen wegen Befehlsverweigerung zurückgezogen, die Anklage wegen Desertion wurde auf Unerlaubte Abwesenheit reduziert.

Glentons Anwalt, John Tipple, geht davon aus, dass das Militär die Anklage reduzierte, um eine gründlichere Beweisaufnahme zu verhindern. Glenton hatte geplant, bei einer Anklage wegen Desertion einen Gutachter zur Verteidigung aufzurufen, der sich mit der Frage beschäftigen sollte, ob der Konflikt in Afghanistan internationalem Recht entspricht.

Joe Glenton wurde nun verurteilt, obwohl der Gutachter Lars Davidsson posttraumatische Störungen festgestellt hatte, die Glenton aufgrund seines Einsatzes in Afghanistan erlitten hat. Seine damalige Bitte, ihn zu behandeln, wurde brüsk zurückgewiesen. Sein Vorgesetzter nannte ihn einen Feigling und Simulanten.

Zum Prozess hatten nach einem Aufruf des britischen Zweigs des internationalen Netzwerks Payday Gruppen und Organisationen in Russland, den USA, Deutschland, der Türkei, Großbritannien, Italien, Irland, Griechenland und Polen mit Öffentlichkeitsarbeit, Mahnwachen und Kundgebungen die Einstellung des Verfahrens gegen Joe Glenton gefordert. Mehrere Tausend Unterschriften wurden in den letzten Wochen an die britische Regierung übergeben.

Die Mutter von Joe Glenton, Sue Glenton, sagte nach dem Urteil: "Ich bin sehr verärgert. Das Gericht hat sich noch nicht einmal bemüht, gerecht zu sein. Die Richterin hat offensichtlich den Argumenten nicht zugehört oder sie einfach ignoriert. Die Anwälte erwägen, Klage gegen das Urteil einzureichen. Der Verteidigungsminister wird noch von mir hören."

Connection e.V., Iraq Veterans Against the War Europe und die DFG-VK Hessen bitten um Solidaritätsschreiben für Joe Glenton. Sie können schreiben

- über die Website 
- an
- an Lance Corporal Joe Glenton, Military Corrective Training Centre, Berechurch Hall Camp, Colchester CO2 9NU, Großbritannien

gez. 
Rudi Friedrich (Connection e.V.) -  
Chris Capps-Schubert (IVAW Europe) - 
Gernot Lennert (DFG-VK Hessen) - 
 
-----------------------------------------------
Informationen in englischer Sprache auch auf der Homepage der 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/218.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Gebührenerhebung für Verlassungsanträge durch Landkreis Saalkreis entbehrt jeder Rechtsgrundlage! ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/409</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-409</guid><description><![CDATA[Verwaltungsgericht Halle/Saale gibt Kläger Komi E. Recht

Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen, finden sich fast zwangsläufig in einem Status wieder, der offiziell als „unsicher“ oder „geduldet“ bezeichnet wird. Solange ihr Asylantrag in Bearbeitung ist, gilt der Status der Asylsuchenden als „unsicher“. Ist der Antrag abgelehnt aber eine Abschiebung aufgrund der Situation im Herkunftsland nicht möglich, gilt der Status „vorübergehend geduldet“ und deshalb „unsicher“. Flüchtlingen mit „unsicherem“ Aufenthaltsstatus werden bundesweit auf Massenunterkünften verteilt, die alle Aspekte von Lagern aufweisen.

Die bundesweite Verteilung der Flüchtlinge auf Lager in einzelnen Landkreise ist durch das weltweit einmalige Gesetz der so genannten Residenzpflicht geregelt. Asylbewerbern ist es untersagt, die territoriale Parzelle zu verlassen, auf der sie gemäß einer Quotenreglung festgesetzt werden, damit die dort zuständige Ausländerbehörde sie „verwalten“, d. h. auf Schritt und Tritt überwachen und kontrollieren kann.

Zur inhumanen Verwaltung  gehören so genannte (!) Verlassensanträge.

Im Landkreis Saalkreis (Sachsen Anhalt) hat sich die Ausländerbehörde die Praxis zu eigen gemacht, */pro Verlassensantrag „aus privaten Gründen“ eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 10,-- € zu erheben/*. Angesichts der Tatsache, dass Flüchtlinge mit „unsicherem“ Aufenthaltsstatus finanziell auf ein minimales Taschengeld werden, der Schikanengipfel der insgesamt inhumanen Flüchtlingspolitik in Deutschland.

Gegen diese Praxis klagte Komi E. beim Verwaltungsgericht Halle/Saale.


Mit Erfolg!

Rechtsanwalt Volker Gerloff: „Am heutigen Freitag, 26. Februaer 2010 stellte das Gericht fest,  dass es keine Rechtsgrundlage für die Erhebung einer Gebühr für Verlassensanträge gibt. Insofern wurden alle von Flüchtlingen bereits bezahlten Gebühren vom Landkreis rechtswidrig erhoben! Dies ist das erste Urteil, dass die grundsätzliche Unvereinbarkeit der Gebührenpraxis des Landkreis Saalkreis mit geltendem Recht feststellt.“

Die Liga ruft alle Asylsuchende auf, Anträge auf Rückerstattung aller Gebühren zu stellen, die der Behörde für die Beantragung einer Erlaubnis die als „Residenz“ bezeichnete Aufsichtsparzelle zu verlassen, entrichtet wurden.

Überdies fordert die Liga die Abschaffung der Residenzpflicht insgesamt! Das Gesetz, das sie regelt, verstößt gegen elementare Menschenrechte und Bürgerfreiheiten, die jedem Menschen im internationalen Rechtsystem verbrieft und durch das Grundgesetz garantiert sind.

Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin (Presidentin)

Eine Pressemitteilung der:
International League for Human Rights - FIDH/AEDH Germany
Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR)
Haus der Demokratie und der Menschenrechte
Greifswalder Str. 4...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petition: Wehrpflicht aussetzen, Freiwilligendienste fördern]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/403</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-403</guid><description><![CDATA[Die Wehrpflicht soll ausgesetzt und stattdessen Freiwilligendienste gefördert werden. Das fordert Marco Penz in einer Petition an den Deutschen Bundestag. Unterstützt wird der Kriegsdienstverweigerer und ehemalige Zivildienstleistende vom Deutschen Bundesjugendring, der DGB-Jugend, den JungsozialistInnen, Pax Christi, der DFG-VK und der Zentralstelle KDV.

In seiner Petition beleuchtet Marco Penz ausführlich juristische, ökonomische und gesellschaftspolitische Gründe, die für die Abschaffung der Wehrpflicht sprechen. Er verweist dabei auf zahlreiche Forschungsergebnisse und stellt die Positionen der Parteien, der Kirchen, der Gewerkschaften und der Wohlfahrtsverbände dar. Außer-dem geht er auf die sicherheitspolitische Lage ein, mit der die Wehrpflicht bisher legitimiert wurde. Im internationalen Vergleich zeigt sich laut Marco Penz, dass 23 von 28 Nato-Staaten die Wehrpflicht ausgesetzt haben oder sie aussetzen werden. 

Auf 147 Seiten legt Marco Penz in der Petition seine Argumente dar, die zu seiner Forderung auf Abschaffung der Wehrpflicht führen. Als Alternative beschreibt er die Förderung von Freiwilligendiensten. „Freiwilligendienste müssen attraktiv gestaltet werden“, erklärt der Petent und fordert: „Jugendliche, die sich für einen Freiwilligendienst entschieden haben, sollten keine Nachteile davontragen“.

„Jugendverbände haben regelmäßig sehr kontrovers und dennoch gewissenhaft über Friedenspolitik diskutiert und dabei über bestimmte Aufgaben für Streitkräfte. Nach unserer Überzeugung ist die Wehrpflicht nicht mehr notwendig und auch nicht mehr zeitgemäß, damit die Streitkräfte ihre Aufgaben erfüllen können“, sagt Dirk Neumann, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings. Freiwilliges und selbstbestimmtes Engagement seien die Basis der Arbeit in den Jugendverbänden, Freiwilligendienste führen diesen Gedanken weiter. 

„Der Wehrdienst, ob mit oder ohne Waffe, schränkt die Grundrechte auf Selbstbestimmung und freie Entfaltung junger Männer erheblich ein“, beschreibt Florian Haggenmiller, bei der DGB-Jugend zuständig für Bundeswehr- und Zivildienstfragen, die aktuelle Situation. Die DGB-Jugend setzt sich daher für die Abschaffung der Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste ein. „Die Gewerkschaftsjugend fordert für den Sozialbereich sozialver-sicherungspflichtige, tarifvertraglich geregelte Arbeitsplätze und Freiwilligendienste zu schaffen und Zwangsdienste jeder Art abzuschaffen“, unterstreicht Florian Haggenmiller.

„Die Wehrpflicht ist ein Relikt aus vergangenen Tagen. Wir sehen in dem staatlichen Zwang einen völlig ungerechtfertigten Eingriff in die individuellen menschlichen Freiheitsrechte. Daher muss die Wehrpflicht abgeschafft werden. Kosmetische Eingriffe, wie sie nun von der Bundesregierung durchgeführt werden, werden die Situation weiter verschärfen", sagt Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende JungsozialistInnen in der SPD. 

„Die Wehrpflicht ist ein Eingriff in die Freiheitsrechte der jungen Männer, der angesichts der Sicherheitslage nicht gerechtfertigt ist“, betont Christine Hoffmann, Generalsekretärin von Pax Christi. Die faktische Wahl-freiheit zwischen Grundwehrdienst und Zivildienst oder anderen Freiwilligendiensten stelle die Gesellschaft vor neue Herausforderungen, die noch viel zu wenig zur Kenntnis genommen werden. „Der Dienst an der Waffe hat andere ethisch-moralische Implikationen als die Pflegeunterstützung im Altersheim oder ein freiwilliges ökologisches Jahr. Das darf nicht nivelliert werden“, sagt Christine Hoffmann.

„Das Grundgesetz schützt die Gewissensfreiheit, garantiert die freie Wahl von Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte und verbietet Zwangsarbeit und Dienstverpflichtungen. Die Wehrpflicht steht dazu im Widerspruch und ist als Ausnahme von den Freiheitsgarantien der Verfassung nur dann zulässig, wenn es die sicherheitspolitische Lage zwingend erfordert. Das ist spätestens heute nicht mehr der Fall“, erklärt Stefan Philipp von der DFG-VK und stellvertretender Vorsitzender der Zentralstelle KDV. Er betont: „Die Abschaffung der Wehrpflicht ist der beste Gewissensschutz für Kriegsdienstverweigerer.“

Die Petition kann sowohl schriftlich, als auch online ( oder ) unterstützt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit bereits genutzt....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/389.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kooperation für den Frieden: An die Abgeordneten des Deutschen Bundestages]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/404</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-404</guid><description><![CDATA[Sehr geehrte Damen und Herren,

wie schon mehrfach in den zurückliegenden Jahren werden Sie von der Bundesregierung aufgefordert, erneut das Bundeswehrkontingent in Afghanistan zu verstärken.

Erinnern Sie sich: in den zurückliegenden Jahren hat jede Verstärkung des Truppenkontingents zu einer Verstärkung der Probleme in Afghanistan geführt. Seit der Stationierung der Tornados ist es mit der relativen Ruhe im Bereich der von der Bundeswehr befehligten PRT’s in Nordafghanistan vorbei. Die spätere Stationierung von Kampftruppen hat zu einer deutlichen Verstärkung der Kämpfe geführt. Jetzt sollen mehr Soldaten die Lage beruhigen? Die Logik legt das Gegenteil nahe: Mehr Soldaten werden auch dieses Mal mehr Krieg bedeuten! Die aktuelle Offensive der US-Armee in Südafghanistan demonstriert diese Logik nachdrücklich!

Durchbrechen Sie daher bei der jetzt anstehenden Abstimmung diese Logik der Eskalation! Setzen Sie ein Zeichen der Bereitschaft dafür, eine andere, zivile Lösung des komplizierten Konflikts zu suchen. Die Bundesregierung hat Gespräche und Verhandlungen mit den Aufständischen einschließlich der Taliban nicht ausgeschlossen.

Fordern Sie die Bundesregierung jetzt auf, ein schlüssiges Konzept für eine solche Verhandlungslösung vorzulegen.

Auch wenn Sie den bisherigen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan für richtig hielten und vielleicht auch weiterhin für richtig halten, so sind Sie dieses Mal nicht gezwungen, einer Ausweitung zuzustimmen. Auch wenn Sie mit Nein stimmen, muss deshalb kein einziger Bundeswehrsoldat sofort abgezogen werden.
Fordern Sie deshalb mit Ihrem Nein zur Aufstockung des Bundeswehrkontingents die Bundesregierung zu einer Denkpause (Moratorium) auf!

Fordern Sie die Bundesregierung auf, sich innerhalb der NATO für Friedensverhandlungen mit allen Konfliktparteien in Afghanistan einschließlich der Taliban einzusetzen.

Fordern Sie die Bundesregierung auf, in ihrem Verantwortungsbereich im PRT Kundus einen regionalen Waffenstillstand mit den Taliban zu schließen, der dann auf andere Provinzen des Landes ausgedehnt werden kann und die notwendige Ruhe für Friedensverhandlungen sicherstellt.

Die Sprecherinnen und Sprecher der Kooperation für den Frieden

Reiner Braun, Christof Grosse, Mira Lorent, Monty Schädel, Renate Wanie

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/177.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nie wieder Faschismus! - Nie wieder Krieg! - Friedensbewegung nach Dresden!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/399</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-399</guid><description><![CDATA[Am Wochenende traf sich in Kassel der Bundesausschuss Friedensratschlag und verabschiedete eine Erklärung zum bevorstehenden Nazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden. Dazu sagte der Sprecher des "Friedensratschlags" gegenüber der Presse:

Der Aufmarsch Tausender Alt- und Neonazis aus Deutschland und dem Ausland in Dresden anlässlich des Jahrestags der Bombardierung der Stadt am 13. Februar geht alle Demokraten in diesem Land an: Es darf nicht sein, dass das Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens von der rechtsradikalen Szene missbraucht wird, um die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben. Die Zerstörung Dresdens und anderer deutscher Städte am Ende des Krieges ist ein Ergebnis des verbrecherischen Krieges, den Hitler-Deutschland 1939
begonnen hatte und in dessen Folge 55 Millionen Menschen ihr Leben lassen mussten und sechs Millionen Juden in den faschistischen Vernichtungslagern systematisch ermordet wurden.

Die faschistische Ideologie war rassistisch, menschenverachtend und kriegerisch. Die Nazis gingen buchstäblich über Leichen - durch Gewaltexzesse gegen Juden, Demokraten, Sozialisten und Kommunisten im Inneren und durch Raub-, Eroberungs- und Vernichtungskriege nach außen. Die Neonazis von heute stehen in dieser unheilvollen Tradition. Deswegen müssen wir uns ihnen in den Weg stellen. Das verlangt im Übrigen auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Eigentlich wäre es die Aufgabe der staatlichen Organe, Nazi-Aufmärsche zu verbieten. Aufrufe zur Gewalt und volksverhetzende Reden sind strafbare Handlungen und vom Recht auf frei Meinungsäußerung nicht gedeckt. Es ist also nur folgerichtig, wenn Demokraten, Antifaschisten und friedensbewegte Menschen in Dresden dem Recht zum Durchbruch verhelfen wollen.

Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt verhindern will.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag ruft die Friedensbewegung dazu auf, am 13. Februar nach Dresden zu kommen und mit vielen anderen sozialen Bewegungen für eine nazifreie Stadt zu demonstrieren.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski, Sprecher 

 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/449.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsrat(los) in London: Internationale Afghanistan-Konferenz setzt auf das Prinzip Hoffnung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/400</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-400</guid><description><![CDATA[Zu den Ergebnissen der Londoner Afghanistan-Konferenz erklärten die Sprecher der Kampagne "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan":

Dass die Londoner Konferenz eine Truppenstellerkonferenz werden würde, hatte ohnehin niemand gedacht. Die von den USA und der NATO geforderte Erhöhung der ausländischen Kampftruppen um 40.000 war ja bereits im Vorfeld nahezu gelungen: Nach Auskunft des NATO-Generalsekretärs wurdenbisher zusätzliche Truppen in Höhe von 37.000 zugesagt; 30.000 gehen allein auf das Konto der Obama-Administration, der Rest verteilt sich auf 36 Staaten, darunter die Bundesrepublik Deutschland mit 850 zusätzlichen Soldaten.

Die NATO wird nach Ende der Dislozierung neuer Truppen insgesamt ca. 150.000 Militärangehörige in Afghanistan stehen haben; nicht eingerechnet die unbekannte Zahl von Söldnern diverser profitorientierter privater "Sicherheitsfirmen", die am Hindukusch im Auftrag westlicher Regierungen ihr Unwesen treiben und von niemandem dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Krieg lässt sich auf diese Weise nicht "gewinnen". Im Gegenteil: Alle Erfahrungen des bisherigen achtjährigen Kriegsverlaufs sprechen dafür, dass die Sicherheitslage in Afghanistan weiter destabilisiert wird, dass die Anzahl der bewaffneten Widerstandsgruppen (die UNO zählte vor zwei Jahren über 2.000 solcher Organisationen) weiter zunimmt und dass in der Folge noch mehr gekämpft und noch mehr gestorben wird - auf allen Seiten, insbesondere auch auf Seiten der Zivilbevölkerung.

Die Londoner Konferenz, an der Regierungsvertreter von über 60 Staaten beteiligt waren, hat als Ergebnis im Wesentlichen nur vier Botschaften vorzuweisen:

1) Zusätzliche NATO-Truppen sollen den Taliban und anderen Aufständischen schmerzhafte Verluste zufügen. Nach einer verstärkten Phase der erbarmungslosen Aufstandsbekämpfung könne ab 2011 mit dem Rückzug der zusätzlichen Truppen begonnen werden.

2) Neben der Aufstandsbekämpfung gehe es der NATO vordringlich darum, die Afghanen in die Lage zu versetzen, für die Sicherheit des Landes immer mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Der britische Premierminister Gordon Brown brachte es bei der Konferenz auf den Punkt: "The first thing is to strengthen the Afghan forces". Das aber, so sind sich die Experten einig, dauerte Jahre.

3) Eine Abzugsperspektive der ausländischen Truppen wäre zwar wünschenswert, hieß es von verschiedenen Seiten, lässt sich aber weder mit einem Anfangs- noch gar mit einem Enddatum bestimmen. Der unter mehr als zweifelhaften Umständen wieder"gewählte" Präsident Karsai sprach in London davon, dass Afghanistan noch ungefähr 15 Jahre auf die Hilfe des Westens angewiesen sei. Etwa "fünf bis zehn Jahre" dürfte nach seinen - nicht gerade präzisen - Angaben die Ausbildung afghanischer "Sicherheitskräfte" dauern. Bis Oktober 2011 sollen die afghanischen
Sicherheitskräfte von derzeit 180.000 (nominell, real sind es höchstens 100.000) auf rund 300.000 Mann anwachsen - eine unlösbare Mammutaufgabe, wenn man bedenkt, dass jeder zweite ausgebildete Polizist oder Soldat wieder desertiert bzw. die Seiten wechselt.

4) Neben der Verstärkung des Militäreinsatzes soll die zivile Hilfe ausgebaut werden. "Die Anstrengungen und Opfer unserer Soldaten allein werden nicht genügen, um die Wende in Afghanistan zu bringen", sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in London, es ginge auch um eine "Roadmap", einen "klaren politischen Fahrplan". Dazu gehört auch die in der EU und im deutschen Auswärtigen Amt ausgeheckte Idee eines "Reintegrationsfonds" sog. "moderater Taliban", deren Effekte indessen mehr als zweifelhaft sind. Diese "Rückkehrprämie ins zivile Leben" wird von manchem in Anspruch genommen, der später wieder zum bewaffneten Kampf zurückkehren wird; und zwar einfach deswegen, weil die strukturellen Probleme des Landes nicht angegangen werden. Die Aufständischen rekrutieren sich zu einem großen Teil aus arbeitslosen Männern; und das wird so bleiben. Der Reintegrationsfonds könnte also für die Aufrüstung des afghanischen Widerstands zweckentfremdet werden.

Die wichtigste Botschaft der Taliban an die Adresse der Londoner Konferenz bestand in der Ankündigung, dass die Taliban über alles mit sich reden lassen - allerdings nur wenn die ausländischen Truppen abgezogen werden.

Dem steht die Absicht der NATO diametral gegenüber, die - in den Worten von Premierminister Brown - darauf zielt, die afghanischen Sicherheitskräfte (Militär und Polizei) so stark zu machen, dass sie - unterstützt von den ausländischen Truppen - in der Lage sind, die Taliban entscheidend zu schwächen. Danach erst könne mit Verhandlungen begonnen werden.

Die Afghanistan-Konferenz in London hat weder einen Strategiewechsel, noch eine belastbare Aussage zu einem "Abzug" der ausländischen Truppen noch gar eine Perspektive zur Entwicklung der vom Krieg so geschundenen Bevölkerung gebracht. Mehr als 60 Regierungen setzen offenbar weiter auf das Prinzip Hoffnung und versinken dabei immer mehr in einen sinnlosen Krieg. Das einzige, was nach London feststeht ist, dass der Krieg ausgeweitet und dass er zugleich der Öffentlichkeit als humanitäre Aktion verkauft wird.

Die Friedensbewegung ist in ihrer grundsätzlichen Ablehnung des Krieges bestärkt. Sie wird international gegen den Krieg vorgehen. In Deutschland wird sie gegen die vorgesehene Erhöhung der Truppen protestieren und - mit Rückendeckung der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung - den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordern. Damit muss sofort begonnen werden.

Für die Kampagne "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan":
Peter Strutynski

Bei Rückfragen stehen Ihnen von der Pressegruppe der Kampagne zur Verfügung:
Lühr Henken, Hamburger Forum für Frieden, mobil: 0160 40 666 30
Monty Schädel, DFG-VK, mobil: 0177 88 71 014
Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag, Tel. 0561/804-2314; mobil: 0160 976 28 972 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/416.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Kritische Internetplattform zur Bundeswehr geht online]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/392</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-392</guid><description><![CDATA[Die Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung berichtet heute über ihr aktuelles Projekte und gibt den Start der  Kritische Internetplattform zur Bundeswehr   bekannt. 

Was ist Bundeswehr-Monitoring?
www.bundeswehr-monitoring.de ist eine kritische Informationsplattform zu Themen der Bundeswehr, der Rüstung und der deutschen Militärpolitik.
www.bundeswehr-monitoring.de macht Informationen
· aktuell und dauerhaft
· strukturiert und mit nachvollziehbarer Quelle
· kostenfrei für die NutzerInnen
· und in einer Datenbank recherchierbar
zugänglich, für alle Interessierten, Friedensbewegten, PolitikerInnen und JournalistInnen. Wir bieten damit eine solide Basis von Fakten und Quellen für eigene Analysen und Initiativen.

Warum Bundeswehr-Monitoring?
In mehr als 50 Jahren ihres Bestehens ist es der Bundeswehr gelungen, sich einer öffentlichen Kontrolle weitgehend zu entziehen. Soldaten verpflichten sich bei Dienstantritt zu Stillschweigen über ihre Erlebnisse bei der Bundeswehr. Der Bundestag erhält lediglich über den Verteidigungsausschuss und den Wehrbeauftragten des Bundestags Einblicke, und die sind oft vertraulich. Skandalöse Vorfälle, die bekannt werden, werden von Bundeswehr und Politik als "Einzelfälle" abgewertet, und beim jeweils nächsten sind alle vorigen "Einzelfälle" längst vergessen. Viele Informationen, beispielsweise über die Auslandseinsätze der Bundeswehr, erreichen die Öffentlichkeit nur bruchstückhaft oder verschwinden schnell wieder aus den Medien. Weil erst aus der Zusammenschau von Tatsachen ein aussagekräftiges Bild entsteht, sammeln wir Informationen aus Medienberichten, aus dem Bundestag, Studien und anderen Quellen und setzen sie zueinander in Beziehung.

Wir laden ein,  zu besuchen und freuen uns über Meinungen und Kritik. Wir freuen uns über jede Unterstützung durch Weiterempfehlung, Verlinkung und durch Hinweise auf Fakten und Quellen. Jede Spende, Mitarbeit und Unterstützung trägt dazu bei, Informationen über die Bundeswehr zu verbreiten und eine kritische Öffentlichkeit herzustellen.

Mit friedlichen Grüßen
Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/399.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW unterstützt das klare Votum von Margot Käßmann gegen Krieg  -  Krieg schafft keinen Frieden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/387</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-387</guid><description><![CDATA[Die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Ärzteorganisation IPPNW unterstützt das klare Votum der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Dr. Margot Käßmann gegen den Afghanistan-Krieg. Wir begrüßen ihre Aufforderung an die Politik, die Logik des Krieges zu durchbrechen. „Nicht das Votum von Frau Käßmann gegen diesen Krieg, sondern das Votum der Politiker für dessen Fortsetzung gegen den Willen der Volksmehrheit ist unmoralisch“, erklärt IPPNW-Gründer und Ehrenvorstandsmitglied Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich bereits seit Jahren bei allen Umfragen eindeutig gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan aus. 

Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, die deutsche Beteiligung an den Afghanistan-Einsätzen OEF und ISAF schnellstmöglich zu beenden. Die finanziellen Ausgaben für den Bundeswehreinsatz stehen im eklatanten Missverhältnis zu den Ausgaben für die Entwicklungshilfe. Diese finanzielle Ausstattung für den zivilen Aufbau muss aus Sicht der Ärzteorganisation dringend aufgestockt werden. Notwendig ist zudem eine klare Trennung zwischen Militär und Aufbauhilfe.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, , Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Afghanistan: Versprechen gegenüber afghanischen Frauen einhalten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/383</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-383</guid><description><![CDATA[ „Die Lage der afghanische Frauen und Mädchen ist schrecklich und kann sich noch verschlechtern. Während die ganze Welt momentan auf die neue Sicherheitsstrategie der Obama-Regierung blickt, ist es von großer Wichtigkeit, dass Frauen- und Mädchenrechte keine Lippenbekenntnisse bleiben und von der Regierung und Geberländern nicht ans Ende der Prioritätenliste geschoben werden.“ Rachel Reid, Afghanistan-Expertin

Frauenrechte sollen Schwerpunkt von Regierung und Geberländern sein

(New York) - Acht Jahre nach dem Sturz der Taliban sind Frauen und Mädchen in Afghanistan weiterhin Opfer von Gewalt und Diskriminierung. Zudem haben sie oft keinen Zugang zu Justizwesen und Bildungsinstitutionen und sind als junge Frauen Opfer von Zwangsheirat, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Die afghanische Regierung hat die Mörder von prominenten Frauen nicht vor Gericht gestellt, wodurch ein Klima der Straflosigkeit für diejenigen entstanden ist, die Frauen attackieren.

Der 96-seitige Bericht „We Have the Promises of the World: Women&#39;s Rights in Afghanistan" beschreibt beispielhaft Fälle von anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in fünf Bereichen: Angriffe auf Frauen in der Öffentlichkeit, Gewalt gegen Frauen, Kinder- und Zwangsheirat, angemessener Zugang zum Justizwesen und die Möglichkeit zu höherer Schulbildung für Mädchen.

„Die Lage der afghanische Frauen und Mädchen ist schrecklich und kann sich noch verschlechtern“, so Rachel Reid, Afghanistan-Expertin von Human Rights Watch. „Während die ganze Welt momentan auf die neue Sicherheitsstrategie der Obama-Regierung blickt, ist es von großer Wichtigkeit, dass Frauen- und Mädchenrechte keine Lippenbekenntnisse bleiben und von der Regierung und Geberländern nicht ans Ende der Prioritätenliste geschoben werden“.

Seitdem die Not von Frauen und Kindern während der Herrschaft der Taliban benutzt wurde, um die militärische Invasion in Afghanistan im Jahr 2001 zu rechtfertigen, wird Frauenrechten keine dauerhafte Priorität in der Politik der Regierung oder bei internationalen Gebern eingeräumt. Es besteht die Gefahr, dass die seit 2001 gemachten Fortschritte für afghanische Frauen und Mädchen in den Bereichen Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit zunehmend wieder eingeschränkt werden. Gründe hierfür sind die Stärkung fundamentalistischer Fraktionen in der Regierung, die zunehmende Gefahr durch Aufständische und eine sich abzeichnende Aussöhnung mit einzelnen Gruppen der Taliban.

„Frauenrechte haben keine Priorität bei unserer Regierung oder der internationalen Gemeinschaft", so die Parlamentarierin Shinkai Karokhail zu Human Rights Watch. „Wir sind vergessen worden".

In der Öffentlichkeit aktive Frauen sind immer wieder Opfer von Drohungen und Einschüchterungen. Trotz Morden an einigen prominenten Frauen wurden die Täter nicht vor Gericht gestellt. Der Mord an der Menschenrechtsverteidigerin und Politikerin Sitara Achakzai im April 2009 stellte ein weiteres Warnsignal für alle Frauen dar, die in der Öffentlichkeit stehen.

Prominente Frauen berichteten in Interviews für diesen Bericht, dass sie sich nicht ernst genommen fühlen, wenn sie Drohungen melden. Eine Parlamentarierin, die wie auch andere Befragte wegen Drohungen anonym bleiben wollte, berichtete Human Rights Watch:

 „Ich wurde schon so oft bedroht. Manchmal melde ich dies, wobei die Behörden mir dann sagen, ich soll mir keine Feinde machen und ruhig sein. Aber wie soll ich aufhören, über Frauen- und Menschenrechte zu reden?"

Eine Polizistin, die Todesdrohungen erhielt, erzählte:

„Sie sagten mir, sie würden meine Töchter umbringen. Ich fürchte mich jede Minute. Ich kann nie nach Hause gehen, weil mich die Regierung dort nicht schützen kann. Mein altes Leben ist vorbei."

Eine landesweite Umfrage zu Gewalt gegen afghanische Frauen ergab, dass 52 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von körperlicher und 17 Prozent von sexueller Gewalt geworden sind. Trotzdem melden die wenigsten Frauen und Mädchen diese Gewalttaten den Behörden wegen sozialer und juristischer Hindernisse. Bei Vergewaltigungen sind diese Hindernisse besonders groß. Frauenrechtsaktivistinnen und Parlamentarierinnen haben sich sehr dafür eingesetzt, diese Missstände zu beenden, und konnten schließlich auch mit der Aufnahme von Vergewaltigung ins Strafgesetzbuch einen Erfolg verzeichnen. Dennoch zeigt die Regierung geringe Bereitschaft, jeden Fall als ernsthaften Kriminalfall zu behandeln oder eine öffentliche Kampagne dagegen zu starten.

Fehlende strafrechtliche Verfolgung verschlimmert die Gefährdung von Frauen. Ein Opfer versuchte unter großen Hindernissen die Verbrecher vor Gericht zu bringen, nachdem sie von mehreren Tätern hintereinander vergewaltig worden war, darunter ein lokaler Kommandeur mit guten politischen Kontakten. Durch einen Erlass des Präsidenten wurden diese dann jedoch freigelassen. Bald danach wurde der Ehemann des Opfers im Jahre 2009 erschossen. Die Frau berichtete Human Rights Watch, dass er ermordet wurde, weil er sich für ihre Rechte eingesetzt hatte:

 „Ich habe meinen Sohn und meine Ehre verloren und nun auch meinen Mann", so die Frau. „Ich bin nur eine arme Frau, wer hört mir schon zu?"

Laut Umfragen sind bei mehr als der Hälfte der Eheschließungen die Frauen jünger als 16 Jahre, und 70 bis 80 Prozent der Ehen finden ohne die Zustimmung der Frau oder des Mädchens statt. Dadurch entstehen für Frauen und Mädchen viele grundlegende Probleme, wobei ein Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und Kinder- bzw. Zwangsheirat besteht.

Ein 13-jähriges Mädchen, Opfer einer Zwangsheirat, berichtete Human Rights Watch, wie sie von der Familie des Mannes nach ihrer Flucht verfolgt worden war: „Sie kamen zu mir und forderten mich auf zurückzukommen. Ich weigerte mich, aber sie kamen immer wieder. Ich sage immer nein ... ich kann nicht zurückgehen. Sie wollen mich umbringen." Frauenrechtsaktivistinnen, die dem Mädchen Unterschlupf gewährt hatten, wurden im Parlament denunziert. Die junge Frau kämpft Jahre später immer noch um die gerichtliche Annullierung ihrer illegalen Zwangsheirat.

Dieser Fall ist nur einer von vielen in dem Bericht, der das grundlegende Problem von Frauen und Mädchen zeigt, dass sie keinen uneingeschränkten Zugang zum Justizwesen haben. Umfragen zufolge sind mehr als die Hälfte aller inhaftierten Frauen und Mädchen wegen „moralischer Verbrechen" inhaftiert, wie zum Beispiel Ehebruch oder „von Zuhause Weglaufen", wobei letzteres gemäß afghanischem oder Sharia-Recht kein Verbrechen ist. Die Polizei oder Gerichte reagieren jedoch meist mit Unverständnis, wenn eine prominente Frau bedroht wird, eine junge Frau vor Zwangsheirat fliehen will oder ein Vergewaltigungsopfer Bestrafung für den Täter fordert.

„Polizei und Richter betrachten Gewalt gegen Frauen nicht als Verbrechen, deshalb verfolgen sie diese Fälle nicht", so Dr. Soraya Sobhrang von der Unabhängigen Afghanischen Kommission für Menschenrechte.

Gesetzesreformen zum Schutz von Frauenrechten sind wichtig. Doch um die öffentliche Meinung zu ändern und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern, ist auch politische Führung nötig.

„Die Regierung soll ihrer Verantwortung zum Schutz von Frauen und Kindern ernsthaft nachkommen", so Reid. „Präsident Karzai muss einiges tun, um seinen Ruf im Bereich der Frauenrechte wieder herzustellen".

Nachdem die Taliban viele Mädchenschulen zerstört hatten, wurde die Ausbildung von Mädchen zu einem der wichtigsten Bestandteile in den Bemühungen der internationalen Geberländer in Afghanistan. Obwohl große Fortschritte gemacht wurden, besteht nach wie vor ein großes Ungleichgewicht der Geschlechter. Die Mehrheit der Mädchen geht weiterhin nicht in die Grundschule. Nur elf Prozent der Mädchen im Sekundarschulalter besuchen die Klassen sieben bis neun, nur vier Prozent  der Mädchen besuchen die Klassen zehn bis zwölf. Die Zahl der Schulabgänger wächst im Sekundarschulalter stark an, wobei der Rückgang unter den Mädchen besonders dramatisch ist.

Die immer mehr an Bedeutung verlierende Rolle von Frauenrechten in Afghanistan kam erst wieder auf die politische Tagesordnung, als im März 2009 das Shia-Gesetz vom Parlament verabschiedet und von Präsident Karzai unterschrieben wurde. Unter nationalem und internationalem Protest ließ sich Karzai auf eine Änderung des Gesetzes ein, wobei einige zweifelhafte Artikel bestehen blieben, die Shia-Frauen in ihrer Freiheit stark einschränken. Dazu zählt, dass eine Ehefrau ihren Mann um Erlaubnis bitten muss, das Haus verlassen zu dürfen, mit Ausnahme von nicht genauer bestimmten „vernünftigen rechtlichem Anlässen". Das Gesetz gibt außerdem nur Vätern und Großvätern das Sorgerecht für Kinder.

„Wir haben die Worte der Völkergemeinschaft zum Shia-Gesetz sehr begrüßt. Sie haben viele schöne Dinge gesagt, wie sie es bereits 2001 getan haben", so die Frauenrechtlerin Wazhma Frogh. „Wir haben das Versprechen der Welt. Dennoch warten wir weiterhin darauf, was sie darüber hinaus noch tun werden."

Präsident Karzai soll das Gesetz überarbeiten, um den uneingeschränkten Schutz von Frauenrechten zu garantieren, und Frauen, die sich aktiv für ihre Rechte eingesetzt haben, sollen an politischen Entscheidungen beteiligt werden. 

„Das Shia-Gesetz ist eine rechtzeitige Mahnung dafür, wie gefährdet afghanische Frauen angesichts politischer Machenschaften und nicht eingehaltener Versprechen sind", so Reid. „Karzai soll seine neue Amtszeit mit einem klaren Signal an die Frauen beginnen, das den Willen seiner Regierung zeigt, das Prinzip der Gleichheit zu fördern."

Die wichtigsten Empfehlungen des Berichts:

    * Die Regierung und die Geberländer sollen der Förderung und dem Schutz von Frauenrechten beim Wiederaufbau des Landes und in ihren politischen, wirtschaftlichen und militärischen Strategien eine zentrale Stellung einräumen.
    * Die Regierung soll mit Unterstützung der Geber eine groß angelegte Kampagne starten, die klarstellt, dass Vergewaltigung eine Straftat ist und als solche von den Exekutivorganen, Richtern, Beamten, dem Parlament und der afghanischen Öffentlichkeit verurteilt wird.
    * Die Regierung soll die staatliche Registrierung von Ehen leichter zugänglich und obligatorisch machen.
    * Der Präsident soll die Freilassung aller Frauen und Mädchen anordnen, die wegen des Vorwurfs „von Zuhause Weglaufen" inhaftiert sind. Zudem sollen sie eine offizielle Entschuldigung sowie eine Entschädigung erhalten.
    * Die Regierung soll mit Unterstützung der Geber die Anzahl und die geographische Verbreitung von Mädchenschulen verbessern. Es sollen mehr Sekundarschulen für Mädchen gebaut und die Rekrutierung und Ausbildung von Lehrerinnen beschleunigt werden.
    * Die Regierung soll mit Unterstützung der Vereinten Nationen und anderen Geberländern die Sicherheit von Kandidatinnen und Wählerinnen bei den Parlamentswahlen 2010 gewährleisten
    * Internationale Geber und die Vereinten Nationen sollen gemeinsam mit dem afghanischen Ministerium für Frauen alle Ausgaben unter Gender-Gesichtspunkten überprüfen.

Quelle: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/439.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresdner Zapfenstreichgegner vor Gericht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/380</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-380</guid><description><![CDATA[Justiz verfolgt Verwendung von SS-Runen auf antimilitaristischem Plakat

Am Montag, dem 14.12.2009 wird um 09:00 Uhr am Amtsgericht Dresden gegen den Antimilitaristen Jörg Eichler die Hauptverhandlung in einem Strafverfahren wegen "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" (§ 86a StGB) stattfinden; einen ersten Termin im Juli 2009 hatte die zuständige Richterin am Amtsgericht, Fahlberg, platzen lassen.
Anlass des Verfahrens ist ein Aufkleber, der sich auf einer Website zur Organisation von Protestaktionen gegen den „Großen Zapfenstreich“ der Bundeswehr befand. Auf diesem waren mehrere Soldatenköpfe mit Helmen aus verschiedenen Zeiten abgebildet. Auf einem der Helme befand sich auch eine SS-Rune, um auf die furchtbarste Epoche des deutschen Militarismus zu verweisen, in dessen Tradition sich die Bundeswehr mit der Abhaltung derartiger Militärrituale bewusst stellt.

Der Ausgangspunkt dieses Verfahrens geht zurück auf Ereignisse des Jahres 2006. Zum 800-jährigen Bestehen der Landeshauptstadt Dresden „schenkte“ die Bundeswehr der Stadt am 12. Oktober 2006 einen „Großen Zapfenstreich“ auf dem zentral gelegenen Altmarkt. Wie auch sonst bei ähnlichen militärischen Auftritten in der Öffentlichkeit regte sich Protest, ein Bündnis „Wider die Militarisierung des öffentlichen Raumes“ rief auf zu Kundgebung und Demonstration.

Das Landeskriminalamt Sachsen – Abteilung „Politisch motivierte Kriminalität links, Verratsdelikte, Kriegsverbrechen“ – stieß im Internet auf der Mobilisierungsseite der ZapfenstreichgegnerInnen auf eine Grafik, die sie für gefährlich hielt: Dort waren unter den Überschriften„Vergangenheit und Gegenwart – Den Zapfenstreich-en! – Wider der
Militarisierung des Alltages“ mehrere Soldatenköpfe mit Helmen verschiedener Epochen abgebildet, darunter auch ein Helm, auf dem zur Verdeutlichung des ebenfalls gemeinten historischen Kontextes eine sogenannte „Doppelsigrune“ abgebildet war, das Emblem der SS (welche in der Form der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg kämpfende Truppe war; nur die Waffen-SS durfte – neben der Wehrmacht – den Großen Zapfenstreich durchführen).

Daraufhin sah das LKA dringenden Handlungsbedarf: Nur zwei Tage nach Auffinden der Grafik im Internet wurde die Wohnung des für die Internet-Domain Verantwortlichen, Jörg Eichler, mit acht BeamtInnen knapp vier Stunden lang durchsucht. Sämtliche Rechentechnik wurde per Spiegelung der Festplatten beschlagnahmt, gefunden wurde schließlich – nichts.

Einige Monate später, am 30. Mai 2007, erhob die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage. Nur gute zwei Monate vorher hatte der BGH in seiner sehr bekannt gewordenen „Hakenkreuz-Entscheidung“ (Gegenstand war ein durchgestrichenes Hakenkreuz) vom 15.03.2007 noch einmal klargestellt, dass das Verwenden derartiger Kennzeichen nicht strafbar sei, wenn der Inhalt der Darstellung „in offenkundiger und eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organistion und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt“. Auch hatte der BGH bereits seit 1972 wiederholt betont, dass die Strafbarkeit gem. § 86a StGB sich an dem Schutzzweck der Norm orientieren muss: Was sich erkennbar gegen die betroffenen verfassungswidrigen Organisationen und das dahinter stehende Gedankengut richte, falle nicht unter diese Vorschrift. Die Staatsanwaltschaft Dresden jedoch scheint von diesen höchstrichterlichen Erklärungen völlig unbeeindruckt – die Anklage beruft sich sogar noch ausdrücklich auf die jüngste BGH-Entscheidung.

Anschließend geschah zwei Jahre nichts mehr. Es schien fast, als habe das Gericht die Sache verjähren lassen wollen, um sich inhaltlich nicht äußern zu müssen. Doch am 18.05.2009 wurde die Anklage zugelassen. Ein erster Hauptverhandlungstermin im Juli 2009 endete nach 20 Minuten: Als der Angeklagte seine Einlassung im Stehen abgeben wollte, meinten Richterin Fahlberg und Staatsanwalt Muck, dies unterbinden zu müssen. Nach einer gut zehnminütigen Diskussion hierüber wurde das Stehen schließlich „akzeptiert“ (tatsächlich steht es dem Angeklagten frei, seine Erklärung im Sitzen oder Stehen abzugeben, dies ist ausdrücklich in den „Richtlinien für das Straf-
und Bußgeldverfahren“ so geregelt). Als Eichler dann seine Einlassung mit einem kurzen Zitat Kurt Tucholskys eröffnete, bekam er auch schon keine Möglichkeit mehr, fortzufahren: Die Richterin erklärte, dass Zitate und „politische Erklärungen“ nicht zulässig seien. Durch die Verhandlungsführung des Gerichts hatte sich im Publikum inzwischen eine gewisse Unruhe ergeben - die Richterin ließ daraufhin einen Zuschauer, der erklärt hatte, die Einlassung nun hören zu wollen, aus dem Saal entfernen. Dann brach Fahlberg die Verhandlung ab.

Ein Ablehnungsantrag des Angeklagten wegen Befangenheit der Richterin wurde vom AG Dresden verworfen - das vorgeworfene Verhalten sei „Ausdruck der Souveränität der abgelehnten Richterin“! Fünf Monate nach dem geplatzten ersten Termin – und über drei Jahre nach Einleitung des Verfahrens – findet also am 14.12.09 ein neuer Anlauf statt, die Hauptverhandlung vor dem AG Dresden unter Leitung der Richterin Fahlberg durchzuführen. „Dieses Verfahren ist von Beginn der Ermittlungen an, über die Anklageerhebung und -zulassung, bis hin zum Gebaren der Dresdner Justiz im Rahmen der Hauptverhandlung im Juli dermaßen grotesk und zugleich unverfroren, dass einem schon der Atem stocken kann“, erklärt Verteidiger Detlev Beutner
(Frankfurt a.M.).

Detlev Beutner


Aktenzeichen:
Ø	204 Ds 201 Js 46706/06 – AG Dresden

Termin und Ort der öffentlichen Hauptverhandlung:
Ø	Montag, 14.12.2009 um 09:00 Uhr, am Amtsgericht Dresden, Berliner Str. 13

Kontakte:
Ø	Angeklagter Jörg Eichler, Tel/Fax: 0531 / 563 58 42, Mobil: 0172 / 912 95 97;
Ø	Verteidiger Detlev Beutner, Tel/Fax: 06198 / 57 76 26, Mobil: 0171 / 6 18 05 14;
Ø	Staatsanwaltschaft Dresden, Staatsanwalt Muck, Tel.: 0351 / 4 46 -0;
Ø	Amtsgericht Dresden, Geschäftsstelle Abt. 204, Tel.: 0351 / 4 46 -37 63; RiAG Fahlberg....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/437.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Afghanistan:  Caritas fordert strikte Armutsbekämpfung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/372</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-372</guid><description><![CDATA[Kritik an Missverhältnis von militärischen und zivilen Ausgaben -  "Entwicklungshilfe muss sich nach humanitärer Not richten"

Freiburg, 26. November 2009. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, kritisiert aus Anlass der Debatte im Deutschen Bundestag um die Mandatsverlängerung der Bundeswehr für Afghanistan das Missverhältnis zwischen militärischen und zivilen Ausgaben von 4:1. "Nur mit einer konsequenten Armutsbekämpfung werden wir erreichen, dass das westliche Engagement von der afghanischen Bevölkerung akzeptiert wird", so Oliver Müller, Leiter von Caritas international. Ziel müsse es deshalb sein, die militärische Komponente zu reduzieren und die zivile auszubauen.

Die Pläne des Entwicklungshilfeministeriums, die Mittel für Afghanistan aufzustocken, begrüßt Caritas international daher. Auf scharfe Kritik stößt jedoch die Ankündigung, die Gelder und Projekte auf das Einsatzgebiet der Bundeswehr zu konzentrieren. "Die Verteilung staatlicher Entwicklungshilfe muss sich strikt nach dem humanitären Bedarf richten und darf nicht strategischen militärischen Zielen untergeordnet werden", so Müller. Die Vernachlässigung armer Landesteile Afghanistans, sei der Sache der Armutsbekämpfung abträglich. So sei unverständlich, warum es im zentralen Hochland so wenig deutsches und internationales Engagement gebe.

Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, engagiert sich seit den 80er Jahren in Afghanistan. Im Kabuler Büro sind bis zu vier deutsche und 13 afghanische Mitarbeiter beschäftigt. Caritas international fördert in Afghanistan zahlreiche Projekte lokaler Partner. Schwerpunkte der Arbeit sind die Nothilfe in Dürregebieten des zentralen Hochlandes, der Bau von Kliniken, Straßen und Trinkwasserleitungen sowie die psycho-soziale Behandlung von kriegstraumatisierten Menschen.

Für ihre Hilfsprogramme ruft Caritas international zu Spenden auf.

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/429.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan: Neue Strategie gefordert - Hilfsorganisationen kritisieren Militäreinsatz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/367</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-367</guid><description><![CDATA[Bonn, 24. November 2009 – Hilfsorganisationen haben die neue Bundesregierung zu einem grundlegenden Strategiewechsel in Afghanistan aufgefordert. Statt mehr Soldaten in den Krisenstaat am Hindukusch zu schicken, sollte der zivile Wiederaufbau vorangetrieben werden. Zudem müssten Frauenrechte und die Pressefreiheit endlich durchgesetzt und die demokratische Teilhabe der Bevölkerung verbessert werden, so der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO).  

„Trotz des internationalen Militäreinsatzes hat sich die Situation der afghanischen Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Sie leiden unter Armut und Hunger und der prekären Sicherheitslage“, sagt Jürgen Lieser, stellvertretender VENRO-Vorstandsvorsitzende. Gerade bei jungen Afghanen wachse der Zorn gegenüber den ausländischen Besatzern. Immer mehr würden sich bewaffneten Widerstandstruppen anschließen. „Vom Ziel, ein stabiles Afghanistan zu schaffen, sind wir weit entfernt.“  

Lieser stellte anlässlich der Afghanistan-Konferenz „Mission Impossible am Hindukusch?“ in Berlin ein neues VENRO-Forderungspapier vor. In dem Papier verlangen in Afghanistan tätige deutsche Hilfsorganisationen einen grundlegenden Kurswechsel der Afghanistan-Politik.  

Es gebe zwar vereinzelte Erfolge, etwa bei der Gesundheitsversorgung oder Schul- und Berufsbildung, aber die seien nicht ausreichend. Afghanistan ist nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt – trotz der Mittel, die bisher für den Wiederaufbau und die Entwicklungshilfe bereit gestellt worden sind.  

 „Die neue Regierung muss dem zivilen Einsatz Vorrang einräumen und dies auch finanziell unterfüttern. Zurzeit entsprechen die Mittel, die für den zivilen Wiederaufbau bereit gestellt werden, nur einem Bruchteil dessen, was Deutschland für den militärischen Einsatz bereit stellt“, so Lieser.

VENRO kritisiert schon seit langem, die Vermischung von ziviler und militärischer Hilfe in dem kriegszerrütteten Land. Durch die unklare Abgrenzung zwischen dem humanitären und politischen Mandat sei die Unabhängigkeit der Hilfsorganisationen in Frage gestellt und ihre Sicherheit gefährdet. „Mittelfristiges Ziel muss es sein, alle ausländischen Truppen aus Afghanistan abzuziehen“ sagt Lieser. 

VENRO hat seine Forderungen in der Publikation  zusammengefasst. 

___________________________________________________________
 ist der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören rund 120 deutsche NRO an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/427.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Wehrpflicht abschaffen - Zivildienst realistisch sehen - Allgemeinwohlorientierung strikt einhalten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/365</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-365</guid><description><![CDATA[Die Zentralstelle KDV hat sich auf ihrer Mitgliederversammlung am 14.11.2009 in Berlin mit den die Wehrpflicht und den Zivildienst betreffenden Teilen der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und FDP befasst und erklärt hierzu:

Wehrpflicht abschaffen

Mit der beabsichtigten Dienstzeitverkürzung bei Wehr- und Zivildienst wird deutlich, dass die behauptete Notwendigkeit der Wehrpflicht endgültig widerlegt ist.

"Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf" (Artikel 87a Abs. 1 S. 1 Grundgesetz). Von dieser Norm haben sich Realität und Struktur der Bundeswehr schon lange weit entfernt. Die Bundeswehr ist zu einer "Armee im Einsatz" außerhalb Deutschlands geworden, in Europa ist Deutschland "von Freunden umzingelt". 
Viele Kommentatoren haben den sechsmonatigen Wehrdienst als Militärpraktikum, als reine Beschäftigungstherapie bezeichnet. Wehrpflichtige dienen nur noch, um das Rekrutierungssystem "Wehrpflicht" um seiner selbst willen zu erhalten. Die Wehrpflichtigen übernehmen keine Funktionsstellen in der Bundeswehr mehr, sie werden nicht mehr gebraucht. Das ist verfassungsrechtlich nicht zulässig.

Für die Bundeswehr scheinen sechs Monate Wehrdienst ein "Glücksfall" zu sein: Zum einen bleibt die Wehrpflicht in ihrer Grundstruktur erhalten, wobei die Wehrpflichtigen aber in reine Ausbildungseinheiten ausgegliedert werden und dadurch den Betrieb der "Armee im Einsatz" nicht weiter belasten. Zum anderen bleibt sie das zentrale Instrument zur Gewöhnung der Gesellschaft an das Militär. Dies scheint den Verantwortlichen einige Milliarden Euro wert zu sein. 

Wir erneuern und bekräftigen unsere Forderung, dass die Wehrpflicht sofort abgeschafft werden sollte.


Zivildienst realistisch sehen

Die anlässlich der beabsichtigten Dienstzeitverkürzung geführte heftige öffentliche Diskussion zeigt, dass der Zivildienst ein Opfer seines eigenen Images geworden ist. Zahlenmäßig sehr kleine Arbeitsbereiche des Zivildienstes werden zur "Stütze des Sozialsystems" erklärt. Völlig aus den Augen verloren wird dabei, was der Zivildienst von Verfassung wegen ist: Ersatz für den Wehrdienst im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht. Und laut Gesetz dürfen die Dienststellen Zivildienstleistende nur mit zusätzlichen Aufgaben betrauen und haben strikte Arbeitsmarktneutralität zu wahren.

Diese Ersatz-Funktion muss auch dem einzelnen, sozial engagierten Zivildienstleistenden bewusst sein, der aus seiner Sicht die Verkürzung des Zivildienstes möglicherweise für kontraproduktiv hält. Das Jugendministerium verkennt diese Ersatzfunktion, wenn es vorschlägt, einen freiwillig verlängerten Zivildienst einzuführen, um dadurch angebliche Lücken im Sozialsystem auszufüllen. Alle sozialen Einrichtungen haben die Möglichkeit und die Pflicht, alle regulären Aufgaben durch ordentliche Arbeitsverhältnisse zu erfüllen und ergänzende Aufgaben durch Freiwilligendienste zu organisieren. 

Wehr- und Zivildienst fügen sich unabhängig von ihrer Dauer fast immer schlecht in die Lebensplanung der Dienstpflichtigen ein. Wir begrüßen, dass unnötige Lücken zukünftig durch die Möglichkeit einer abschnittsweisen Dienstleistung vermieden werden sollen. Weitere Möglichkeiten, diese erzwungenen Lücken zu schließen, sind außerhalb des Zivildienstes durch reguläre Beschäftigung und Anpassungen von Schul- und Semesterzeiten zu entwickeln. 

Wir fordern die strikte Beachtung der Ersatzfunktion des Zivildienstes und lehnen alle Versuche, den Zivildienst freiwillig zu verlängern, entschieden ab.


Allgemeinwohlorientierung strikt einhalten

Nach § 1 Zivildienstgesetz sind im Zivildienst Aufgaben zu erfüllen, die "dem Allgemeinwohl dienen, vorrangig im sozialen Bereich." Mittlerweile leistet jeder dritte Zivildienstleistende, der im sozialen Bereich tätig ist, seinen Dienst in privaten oder privatisierten Einrichtungen. Diese nutzen die für sie sehr billige - weil vom Bund hoch subventionierte - Arbeitskraft, um die Gewinne der Betriebsinhaber oder die Ausschüttung an Aktionäre zu erhöhen. 

Einen Einsatz von Zivis in solchen Bereichen lehnen wir strikt ab. Zivildienst muss - solange es ihn noch gibt - dem Allgemeinwohl und nicht dem Gewinninteresse Einzelner dienen.



 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/162.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ein Massaker angemessen? - zu Guttenberg disqualifiziert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/356</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-356</guid><description><![CDATA[Gibt es keine Strafverfolgung durch die Bundesanwaltschaft, dann ist Den  Haag gefragt

Die Bewertung des Verteidigungsministers zu Guttenberg, die Bombardierung der entführten Tanklaster bei Kundus mit mehr als hundert Todesopfern sei "militärisch angemessen" gewesen, bezeichnet das Netzwerk Friedenskooperative als skandalöse Fehleinschätzung. Zu Guttenberg habe sich damit bereits kurz nach der Amtseinführung disqualifiziert.

Selbst der geheim eingestufte NATO-Bericht als Untersuchung in eigener Sache widerspreche seiner Einschätzung eklatant. Mit der Rückendeckung für den befehlshabenden deutschen Oberst legitimiere die Bundesregierung ein offensichtliches Kriegsverbrechen, dem selbst nach eigener Aussage des Ministers auch zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen waren.

Der Geschäftsführer des Netzwerkes Manfred Stenner befürchtet, dass nach der Abtretung der Ermittlungen von Dresden an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe das Massaker völlig ungesühnt bleiben wird.  "Die Bundesanwaltschaft ist weisungsgebunden und hat bereits signalisiert, dass sie keine Anhaltspunkte für eine Straftat sieht", erklärt Stenner. "Gibt es im Rechtsstaat Deutschland keine Verfolgung von Kriegsverbrechen der Bundeswehr ist schließlich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag gefragt".

Die Friedenskooperative fordert den Abzug der Truppen aus Afghanistan und die massive Verstärkung der zivilen Hilfe in enger Abstimmung mit der regionalen Bevölkerung. Die Friedensbewegung will sich mit zahlreichen Veranstaltungen und Abstimmungsaktionen im Vorfeld der Bundestagsentscheidung zur Verlängerung des Afghanistanmandates in die Debatte einmischen....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Guttenberg spricht von "Krieg in Afghanistan"  -  Krieg traumatisiert Soldaten und Zivilbevölkerung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/353</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-353</guid><description><![CDATA[Die IPPNW begrüßt, dass der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg den Krieg jetzt endlich also solchen bezeichnet. "Wir Ärzte erinnern zum wiederholten Male daran, dass Krieg eine von Menschenhand verursachte Katastrophe ist. Krieg tötet nicht nur, sondern macht die betroffenen Soldaten und vor allem die Zivilbevölkerung krank", so die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die Politiker, die den Krieg am Hindukusch als vermeintlich notwendig deklarieren, hätten zu verantworten, dass sowohl immer mehr Soldaten als auch die Menschen in Afghanistan getötet, verwundet und traumatisiert würden. 

Bei deutschen Soldaten ist die posttraumatische Belastungsstörung als Folge von Beteiligung an Kriegseinsätzen deutlich gestiegen. Laut Auskunft des Verteidigungsministerium wurden 2007 129 deutsche Soldaten aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung in den Krankenhäusern der Bundeswehr behandelt. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Fälle auf 245 Soldaten, eine sprunghafte Zunahme von 61 Prozent.

Zwei neue US-Studien zur seelischen Gesundheit der ca. 1,6 Millionen US-amerikanischen Soldaten, die seit 2001 im Irak- bzw. im Afghanistan-Krieg gekämpft haben, lassen vermuten, dass die Zahl der betroffenen Soldaten auch in Deutschland weit höher liegt. Eine dieser US-Studien kommt zu dem Schluss, dass 37 % der 290.000 untersuchten Soldaten eine oder mehrere psychiatrische Diagnosen bekommen haben. Eine zweite Studie an 1.965 nach dem Zufallsprinzip ausgesuchten US-Veteranen ergab, dass 18,5 % der Veteranen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, 14 % unter einer Depression und 19,5 % wahrscheinlich an den Folgen einer Gehirnverletzung litten. Wenn man dieses Ergebnis auf die 1,6 Millionen Soldaten hochrechnet, so heißt das: 300.000 der Veteranen sind mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder mit einer Depression heimgekehrt, ca. 320.000 leiden an den Folgen einer Gehirnverletzung. 

Acht Millionen Menschen in Afghanistan leiden an Hunger und Unterernährung. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit 46 Jahren um 20 Jahre kürzer als die in den Nachbarstaaten. Ein Bruchteil der 3 Milliarden Euro, die allein in Deutschland für den Krieg verwendet wurden, würde ausreichen, um spürbare Verbesserungen für die Lage der notleidenden Menschen zu erzielen. "Wir Ärzte stehen mit unserer Profession für Leben, Gesundheit und Wiederaufbau eines zerstörten Landes wie Afghanistan. Dazu bedarf es eines konkreten Planes zum Abzug der ausländischen Truppen. Die deutsche Regierung könnte dem Beispiel der niederländischen und der kanadischen Regierung folgen, die als NATO-Mitglieder ihren Abzug angekündigt haben", so Claußen abschließend.

Pressekontakt: 
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Reiner Braun: Zum Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung (Oktober 2009) ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/376</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-376</guid><description><![CDATA[Der Geist des Vertrages ist nicht Frieden


„Die deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik oder Frieden ist die Maxime deutscher Außenpolitik“ so die Leitgedanken der Koalitionsvereinbarungen unter Willy Brandt ja auch unter Gerhard Schröder. Selbst wenn die Taten, den deklamierten Worten wiedersprachen, zeigte die Betonung auf die Friedenssicherung doch die Akzeptanz des Grundgedankens der Geschichte der Bundesrepublik, das Frieden zwar nicht alles, aber alles nichts ohne Frieden ist“(Willy Brandt).

Anders der neue Koalitionsvertrag. - Das Wort Frieden wird marginalisiert, taucht nur noch in beschreibender Form nicht als Zielperspektive oder zu erhaltender Wert auf.
Ein zweite grundsätzliche Zielperspektive, der sich die Bundesregierungen – verbal –verbunden fühlten, wird kaum noch erwähnt, geschweige denn als positiver Wert ausgeführt. Das Wort Völkerrecht taucht nur zweimal im Koalitionsvertrag auf.
Dafür kommen die deutschen Soldaten und die Bundeswehr 11 mal vor. Das mag rein quantitativ nicht viel sein, es wird aber verfänglich, wenn diese Erwähnung immer im Zusammenhang mit deutschen Interessen auftritt.

Selbstdefinierte „deutsche Interessen“ und „westliche Werte“ sind das Mantra des Koalitionsvertrages. Erinnerungen tauchen auf, die einen eher Schaudern lassen.

Die Überschrift des entsprechenden Kapitals des Koalitionsvertrages lautet „ Wertegebundene und interessengeleitete Außenpolitik“ Der Text beginnt mit folgender Einführung „ Die enge Abstimmung und das gemeinsame Handeln der westlichen Wertegemeinschaft, d.h. der aufgeklärten, rechtsstaatlichen Demokratien dieser Welt, waren und bleiben das Erfolgsrezept deutscher Außenpolitik. Auch in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts betrachten wir die Ideen des Westens als Grundlage und seine Institutionen als Plattform deutscher Außenpolitik.“

In der Regierungserklärung am 10. November 2009 erklärte die Bundeskanzlerin den Zugriff auf die weltweiten Ressourcen zu einem der Werte, die im Mittelpunkt deutscher Außenpolitik stehen. Werte für die diese Regierung eintritt sind also freier Zugang zu den Märkten anderer Staaten (besonders des Südens und des Ostens), freie ungehinderte Handelswege, Zugriff zu den weltweiten Ressourcen, besonders zu Öl und Mineralien. Die Dominanz des Nordens über den Rest der Welt soll unter der Legitimation der angeblichen westlichen Werten verfestigt werden.
Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden existieren nicht – sie würden ja der ungehinderten ökonomischen und politischen Dominanz zutiefst wiedersprechen.


Imperiale Werte

Die Wertedemagogie erreicht ihren Höhepunkt in dem Koalitionsvertrag in dem internationale Organisationen, in denen Deutschland Mitglied ist, zu westlichen Wertegemeinschaften umgedeutet werden. Was die Mehrheit der Länder in den Vereinigten Nationen, in der eine Vielzahl von Wertegemeinschaften vertreten sind, dazu sagt, bleibt das Geheimnis der Regierung. Auf jeden Fall würde die Durchsetzung dieser Position der Bundesregierung, die Zerstörung der internationalen Organisationen bedeuten. Eine UN als westliche Wertegemeinschaft ist – Gott oder Marx sei dank nicht möglich. Eine konstruktive, Konflikte friedlich lösende Politik in dieser Weltorganisation sieht allerdings vollständig anders aus.

Konsequenterweise werden  die globalen Probleme der Menschheit und ihre Lösungen durch internationale Kooperation und Zusammenarbeit nicht angesprochen: Der Hunger von über einer Milliarde Menschen, die größer werdenden Flüchtlingsbewegungen, die Ausrottung der Weltkrankheiten, die gerechte Verteilung der weltweiten Ressourcen, sie erscheinen nicht im Koalitionsvertrag. Der „Krieg gegen den Terror“, dieses Relikt der gescheiterten  Bush Politik jedoch findet seine (positive) Erwähnung im Koalitionsvertrag. Selbst Barack Obama hat davon Abstand genommen.

Die Außenpolitik ist eine Fortsetzung der neoliberalen Innenpolitik. Die Ideologie des Neoliberalismus prägt die Außenpolitik wie ein Dogma und Krieg nach Innen und nach Außen gehört – wenn notwendig - dazu. Krieg ist letztendlich unausweichlich.


Die heiße Luft der Abrüstung

Völkerrecht – Frieden durch Recht oder weltweite Abrüstung spielen außer einer kosmetischen Garnierung (man kann sich ja nicht vollständig von Obama abkoppeln) kaum eine Rolle. Trotzdem sei an dieser Stelle positiv hervorgehoben: der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland wäre ein erster positiver Schritt.
Er ist aber mit vielen wenn’s und aber’s (multilateral, mit Zustimmung der USA und der NATO) versehen, so dass er eher ein verbales Nachgeben gegenüber der Stimmung in der Bevölkerung ist als ein realer Politikansatz dieser Regierung. Die „schwarzen Atomwaffenpolitiker“ wie von Klaeden, die Atomwaffen in Europa für sakrosant erklärt haben, werden schon drauf achten, dass dieser Satz schnell vergessen wird. Umso wichtiger bleibt für die Friedensbewegung, ihn immer wieder einzufordern und den Druck zu erhöhen.
Weltweite Abrüstung bedeutet Schritte zu mehr Gerechtigkeit und verlangt einseitige Maßnahmen, Verzicht auf eigene Aufrüstung und Beendigung des Rüstungsexportes – all das sucht man im Koalitionsvertrag vergeblich. Rüstungskontrollmaßnahmen und  entsprechende Verträge sind sicher zu begrüßen, sie sind aber keine Wende zu einer Abrüstungspolitik. Abrüstung beginnt zu Haus und auch einseitig – Schritte dazu hat diese Regierung ohne massiven Druck der Straße nicht vor.


Die Instrumente des Krieges ausbauen

Die europäische und internationale Zusammenarbeit zur Verteidigung gemeinsamer neoliberaler Interessen und zur Ausbalancierung unterschiedlicher Interessen der ersten Welt wird fortgesetzt – wenn auch mit klar erkennbarerem verstärkten deutschen Führungsanspruch.

Die Instrument für die (asymetrischen) Kriege des 21. Jahrhunderts werden ausführlich benannt. Dieses ist als aller erstes die NATO. Im Koalitionsvertrag setzen sich die Regierungsparteien für die weitere Stärkung der NATO ein und halten an der Fortsetzung ihrer Beteiligung an den Militäreinsätzen fest. Dieses gilt als erstes für den Krieg in Afghanistan. Die deutschen Truppen sollen bleiben. Nicht ein Ende des Krieges und damit ein Ende des Tötens, des Sterbens von Zivilisten, der täglichen Zerstörung ist das Ziel deutscher Politik sondern eine „neue Strategie“ der Effektivierung des Krieges und der koloniale Abwälzung der Kriegführung auf das besetzte Land.
 Bei der anstehenden Strategiedebatte in der NATO macht die Regierung sich für die Stärkung der militärischen Instrumente der NATO stark, setzen auf ihre Interventionsfähigkeit und hält an den Atomwaffen als „Abschreckungsinstrument“ fest. An eine Kopplung der NATO-Einsätze zu mindestens an ein UN Mandat ist nicht gedacht, es bleibt bei der Selbstmandatierung. Die NATO wird auf eine Stufe mit der UN gehoben. Dieses ist eindeutig völkerrechtswidrig. Der gesamte Absatz zur NATO widerspricht dem Friedens- und „Verteidigungs“gebotes des Grundgesetzes 

Die internationale (friedliche) Krisenprävention soll fortgesetzt werden, wird aber im Koalitionsvertrag weitestgehend reduziert auf die Stärkung von Polizei und Justiz. Repressionsapperate in anderen ändern sollen zur Unterdrückung berechtigter Proteste gestärkt werden. Für den zivilen Friedensdienst (ZFD) und ähnlich Instrumente internationaler friedlicher Konfliktlösungen lässt der Koalitionsvertrag nicht viel Gutes erwarten.

Eine herausgehobene Rolle im Vertrag spielt die „europäische Integration“, besonders nach dem Inkrafttreten des Lissabon Vertrages. Wenn wir die Teile des Koalitionsvertrages von ihren Worthülsen entkleiden, bleibt übrig: Kooperation und Konkurrenz ist die Leitlinie deutscher EU-Politik. Dazu soll und muss Europa (unter militär-industriepolitischer Federführung von Deutschland (und Frankreich) weiter militarisiert und zu einem festen eigenständigen Standbein in der NATO ausgebaut werden. Die transnationale Rüstungskooperation und Rüstungsforschung soll dazu weiterentwickelt werden. Im Koalitionsvertrag ist hier sogar von der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze (des Todes) die Rede. Die Armeen der verschiedenen Länder unterliegen dem „Modernisierungszwang“ des im Koalitionsvertrages hoch gelobten Lissabon Vertrages - auf Kosten der Sozialsysteme aller europäischen EU-Länder.

Die politische Realisierung und praktische Umsetzung dieser Politik geht nicht ohne schlagkräftige Instrumente zur Durchsetzung dieser Konzepte. Dazu sollen die bestehenden Institutionen ausgebaut und vor allem besser vernetzt werden:
            „Schließlich werden wir die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), das Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZIF) und die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAKBw) verstärkte nutzen, um Führungskräfte von Bund und Ländern sowei Wirtschaft, Wissenschaft und Medien weiterzubilden und die Prinzipien der Vernetzten Sicherheitspolitik kontinierlich weiterzuentwickeln“
Das Schlagwort „vernetzte Sicherheit“ durchzieht große Teile des Koalitionsvertrages. Es bedeutet nicht nur die Unterordnung des Zivilen unter das Militärische, die Absicherung des Krieges durch zivile und infrastrukturelle Hilfsdienste sondern – im Koalitionsvertrag deutlich formuliert auch eine intensive Militarisierung nach Innen.


Zwei Beispiele – zum Erschrecken und Handeln

1. Lateinamerika
            „Die Partnerschaft zwischen Deutschland, Lateinamerika und der Karibik baut auf gemeinsamen Werten auf. Wir teilen ein kulturelles Erbe und Erfahrungen aus langjähriger Zusammenarbeit auf politischem, Wirtschaftlichem, Kulturellem und wissenschaftlich-technologischem Gebiet“

Das ist eine Sprache von Kolonialherren, an die Werte der Inquisition und des Völkermordes auf dem ganzen Kontinent gibt es nur ein Grauen der Erinnerung. Bei der langjährigen Zusammenarbeit könnte ja auch die Unterstützung Pinochets der Diktaturen in Argentinien und Brasilien durch die Konservativen gemeint sein und die Kumpanei der (FDP) Naumann Stiftung mit der Militärdiktatur in Honduras.
Eindeutig ist, diese Regierung wird versuchen, die Emanzipation eines ganzen Kontinents zugunsten der Unterwerfung unter die neoliberalen Interessen des „freien Marktes der 1. Welt“ zurückzudrehen.

2. Israel- Palästina

Die verbale Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung wird durch die konkreten Aussagen konterkariert.
Es beginnt schon damit, dass im Mittelpunkt der Nahostpolitik nicht als erstes ein Bekenntnis zum Friedensprozess steht sonder unsere „besondere Verantwortung gegenüber Israel als jüdischen Staat“. 25% der Bevölkerung Israels werden schlicht ausgegrenzt, diese Formulierung ist völkerrechtswidrig und behindert jede Friedensfindung in der Region.
Es gibt eine besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern Israels aber keine Kumpanei mit der Kriegspolitik der jeweiligen Regierung des Landes.
Eine eigenständige, ermittelnde Nahostpolitik sieht anders aus.

Fazit:
Der Koalitionsvertrag, zu mindestens der hier untersuchte außen und sicherheitspolitische Teil, ist einerseits eine Fortsetzung des von rot-grün und schwarz-rot begonnenen Weges der kriegerischen weltweiten Intervention – er formulier dieses aber eindeutiger und aggressiver. Die militaristischen Grundpositionen der Regierungsparteien aber auch die tiefe kapitalistische Krise führt hier zu einer neuen Klarheit der Formulierung: es geht um ökonomische Herrschaftsinteressen, die weltweit auch militärisch abgesichert werden müssen. Erst Recht, wenn der Anspruch der Regierung Merkel, Westwelle, Gutenberg ist, Deutschland im Zusammenhang mit der EU als Großmacht mit eindeutigen geostrategischen Interessen in Osteuropa/Russlands, Naher und Mittlerer Osten, Afrika und China/Indien zu positionieren.

Ob die Friedensbewegung und andere soziale Bewegungen diese Herausforderungen für Frieden, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen gewaltfrei annehmen und die Kraft zur Gestaltung von Alternativen aufbringen, ist die offene Frage -  nicht nur für unser Land.

Reiner Braun,
Geschäftsführer der IALANA
Einer der Sprecher der „Kooperation für den Frieden“
(der Artikel wurde für die Mitgliederzeitung der DFG-VK ZivilCourage 5/2009 geschrieben und dort zuerst veröffentlicht)

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Reiner Braun, geboren 1952, studierte Literaturwissenschaften und Geschichte sowie Journalismus,
Seit 1982 vielfältiges Engagement in der deutschen und internationalen Friedens- und anderen sozialen Bewegungen vor allen in kritischen WissenschaftlerInneninitiativen.
Von 2003 bis 2005 Mitarbeiter des Max-Planck Instituts für Wissenschaftsgeschichte im Projekt Einsteinjahr 2005
Seit 2006 Geschäftsführer der IALANA (Juristen gegen die Atomwaffen – für zivile Konfliktlösungen) und der VDW (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler) sowie einer der Sprecher der „Kooperation für den Frieden.“ Er ist Programmdirektor von INES „International Network of Engineers and Scientists for Global Responsibility“...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/430.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Truppenabzug jetzt! Frieden statt Krieg!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/347</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-347</guid><description><![CDATA[Fuldaer Erklärung

Im Oktober 2009 starb ein junger Mann aus der Region Fulda an den schweren Verletzungen,
die er mehr als ein Jahr zuvor als Soldat in Afghanistan erlitten hatte. Wir sind bestürzt über die steigende Zahl der Opfer, die der Krieg in Afghanistan fordert. Junge Menschen werden in diesen Krieg geschickt, Töten und Sterben wird von den verantwortlichen Politikern billigend in Kauf genommen.

Die NATO-Staaten Kanada und Niederlande haben für 2010/2011 den Abzug ihrer Truppen
angekündigt. Die Bundesregierung aber hält eisern am Kriegsbündnis fest. Die Bundeswehr bringt keine Lösung des Konfliktes, sie ist längst Teil des Problems. Nur zivile Hilfsprogramme können eine Wende zum Positiven bringen. Die unabdingbare Voraussetzung für eine friedliche Entwicklung in Afghanistan ist die Beendigung der bewaffneten Kämpfe.

Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn alle ausländischen Truppen abgezogen werden.
Deshalb fordern wir:
- Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan statt weiterer Aufstockung der Kontingente
- Sofortige Einstellung aller Waffenlieferungen
- Keine logistische Unterstützung des Krieges
- Bereitstellung von Mitteln für den zivilen Wiederaufbau
- Zivile Berufsbildungsprogramme für Jugendliche und Bundeswehrangehörige

Erstunterzeichner:
DGB Kreisverband Fulda: Pia Hainer, Karin Masche; Frank Herrmann, DGB Regionsvorsitzender Südosthessen; Hubert Barteska, DGB KV-Vogelsberg; Michael Wahl, Kreistagsabgeordneter (Landkreis Fulda); Dr. Diether Dehm, MdB, Großentaft (Landkreis Fulda); Martin Uebelacker, Vorsitzender ver.di OV Fulda im Fachbereich 8; Günter Kopaschinski, Betriebsrat (Eichenzell); Sabine Barteska, Vorsitzende NaturFreunde Lauterbach; Dr. Peter Strutynski, GEW, Bundesausschuss Friedensratschlag; Regina Hagen, Trägerkreis Atomwaffen abschaffen, Darmstädter Friedensforum; Willi van Ooyen, Friedens- und Zukunftswerkstatt, MdL, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag; Dr. Ulrich Wilken, MdL, Landesvorsitzender DIE LINKE Hessen; Wolfgang Gehrcke, MdB; Christine Buchholz, MdB; Sabine Leidig MdB; Tobias Pflüger, Vorstand Informationsstelle Militarisierung, ehemaliger Europaabgeordneter; Monty Schädel, Politischer Geschäftsführer Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK); Gregor Böckermann, Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF)

Diese Unterschriftensammlung wurde durch den DGB-Kreisverband Fulda initiiert.
Onlineunterstützung auf  . 



Zeitungsanzeigen unterstützen
Anlässlich der für Anfang Dezember geplanten Bundestagsdebatte über eine Mandatsverlängerung der Bundeswehr für Afghanistan wird die DFG-VK mehrere Anzeigen vermutlich am 28. November in überregionalen Zeitungen schalten. Wir wären Euch/Ihnen sehr dankbar, wenn Sie/Ihr den Text mit unterzeichnen und sich/Euch an der Finanzierung beteiligen könntet/könnten. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/407.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensnobelpreis an Obama für gute Absichten  -  ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/345</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-345</guid><description><![CDATA[Kassel/Berlin/Hamburg/Frankfurt - Zur überraschenden Verleihung des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Oama erklären die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag:

Das Nobelpreis-Komitee hat mit der diesjährigen Wahl des Friedenspreisträgers einen kolossalen Fehlgriff getan. Barack Obama ist noch nicht einmal neun Monate im Amt und soll bereits für seine "Leistungen" mit der höchsten Auszeichnung, die es gibt, bedacht werden?
Dabei ist gegen die Begründung des Komitees nicht einmal etwas
einzuwenden: Darin wird Obamas Bekenntnis zu einer "atomwaffenfreien Welt" genauso hervorgehoben wie der kooperative Stil, den er in die internationale Diplomatie eingebracht habe.

Das mag als Auszeichnungsgrund für den mächtigsten Mann der Welt genügen, wenn hinter diesen Ankündigungen auch Taten stünden. Vorerst bleiben die Reden Obamas von Prag (Atomwaffenfreiheit) und Kairo (Dialogbereitschaft mit der islamischen Welt) wohl klingende Versprechungen. Dem stehen aber Handlungen gegenüber, die nicht in das strahlende Bild eines globalen Friedensbringers passen. Wir denken etwa an das Modernisierungsprogramm für die US-Atomwaffen und an die Entwicklung neuartiger Bunker brechender Waffen. Auch die Absage an die Installierung von Raketenabewehrsystemen in Polen und Tschechien bedeutet keine Abkehr von dem Anspruch und den konkretisierten Planungen einer umfassenden see- und landgestützten Raketenabwehr in und um Europa - die soll vielmehr vorangetrieben werden. Auch der versprochene Dialog mit dem Teil der Welt, der bei Obamas Amtsvorgänger Bush unter den Generalverdacht des Terrorismus gefallen war, stieß schon bei der ersten Bewährungsprobe an Grenzen, als nämlich in der UN-Generalversammlung Obama zusammen mit seiner Außenministerin fluchtartig den Plenarsaal verließ, bevor der unbequeme libysche Staatschef Gaddafi seine Rede hielt - immerhin als legitimer Vertreter der Afrikanischen Union!

Das Nobelpreiskomitee ignoriert schließlich die andere Seite des gefeierten US-Präsidenten: Obama legte dem Kongress den höchsten Miltäretat in der Geschichte der Vereinigten Staaten vor. Das allein wäre wohl schon ein Ausschlussgrund für eine solche Auszeichnung. Der Stifter des Preises, Alfred Nobel, hatte seiner Zeit verfügt, dass nur der- bzw. diejenige den Preis erhalten solle, der bzw. die "am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat". (Alfred Nobel, Testament vom 27. November 1895.) Nicht berücksichtigt hat das Komitee auch die von Obama eingeleitete Verstärkung der US-Truppen in Afghanistan, womit der dortige Krieg ausgeweitet wird, nicht aber zu beenden ist.

Die Auszeichnung Obamas ist ein irritierendes Zeichen an die Welt: Der Nobelpreis wird nicht an eine Person vergeben, die durch ihre Taten einen wertvollen Beitrag zum Frieden geleistet hat, sondern die vorerst nur mit guten Worten glänzen konnte. Das gehört zum Job jedes Politikers und Obama macht ihn nur besonders gut. Das Nobelpreiskomitee hätte noch ein paar Jahre Zeit gehabt mit der Ehrung Obamas. Dann hätte die Welt seine Leistungen für den Weltfrieden besser beurteilen können.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg/Berlin (Sprecher)
Peter Strutynski, Kassel (Sprecher)

Beitrag zur Ergänzung:
 Elsa Rassbach für  6/2008 (Mitgliedermagazin der DFG-VK) 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Lebensretter freigesprochen! - Stellungnahme des Liga-Vorstands zum Urteil im Fall Cap Anamur vom 7.  Okt. 2009]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/344</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-344</guid><description><![CDATA[Stefan Schmidt, früherer Kapitän der "Cap Anamur", wurde heute zusammen mit dem Journalisten und ehemaligen Vorsitzenden des Hilfskomitees "Cap Anamur", Elias Bierdel, und dem 1. Offizier des Schif-fes, Vladimir Daschkewitsch, von einem Strafgericht in Agrigent/Sizilien freigesprochen. Die Angeklag-ten hatten im Juni 2004 insgesamt 37 Menschen gerettet, die als Flüchtlinge vor der italienischen Küste in Seenot geraten waren. Die italienische Staatsanwaltschaft hatte den drei Lebensrettern in einem skandalösen Strafverfahren deshalb "bandenmäßige Beihilfe zur illegalen Einreise in besonders schwerem Fall" vorgeworfen.

Der Vorstand der Internationalen Liga für Menschenrechte hat diese Freisprüche mit großer Erleichterung zur Kenntnis genommen. Für die Rettungstat zeichnet die Liga Kapitän Schmidt mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille aus, die anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte (10.12.) am 13.12.09 in Berlin im Haus der Kulturen der Welt verliehen wird. Zusammen mit Stefan Schmidt wird Mouctar Bah geehrt. Er hat sich intensiv für die Aufklärung der Umstände des qualvollen Verbrennungstodes seines Freundes Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier am 7.01.05 engagiert.

"Das Urteil des italienischen Gerichts ist eine schallende Ohrfeige für die italienischen Strafermittler und Ankläger. Wir fordern nun eine vollständige Rehabilitierung der Betroffenen!", so die Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte, Prof. Fanny-Michaela Reisin. 
"Das Recht auf Flucht und Asyl ist ein elementares Menschenrecht." Das seit Jahrhunderten überlieferte und bewährte Seerecht gebietet die Rettung von Menschen, die auf hoher See in Not geraten. Die Missachtung elementarer humanitärer Gebote und universeller Menschenrechte durch die italienische Staatsanwaltschaft ist das beklagenswerte Resultat der EU-Flüchtlingspolitik. Europa wird mehr und mehr zu einer Festung gegen Flüchtlinge und Migranten ausgebaut. Eine Kehrtwende ist jetzt überfällig.

Die Liga verzeichnet nach wie vor mit Besorgnis, dass Lebensrettung in Italien und in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres nicht mit Verdienstorden für Zivilcourage und Menschlichkeit, sondern mit Kriminalisierung und Strafverfahren quittiert wird. So ergeht es nach wie vor dem tunesischen Fischer, Abdel Zenzeri, der im August 2007 insgesamt 44 Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet hatte. Dafür forderte die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent -- ähnlich wie im Verfahren gegen Stefan Schmidt und Elias Bierdel - dreieinhalb Jahre Haft und 440.000 Euro Geldstrafe. Das 11.000 Euro teure Boot wurde von den italienischen Ermittlungsbehörden als "Tatwerkzeug" beschlagnahmt. Der Fischer hat damit die Existenzgrundlage für sich und seine Familie verloren. Sein einziges Vergehen: Menschen vor dem Er-trinken gerettet zu haben. "Ein solch willkürliches Vorgehen ist nicht hinnehmbar", erklärt die Liga-Präsidentin; "Abdel Zenzeri braucht unsere Solidarität und verdient eine Wiederherstellung nicht nur seines Rufs, sondern seiner Existenz!"

Die Abschottungspolitik der Europäischen Union fordert Opfer unter Menschen aus zahlreichen Regionen der Welt, die vor politischer Unterdrückung, vor Krieg und Armut fliehen. Nicht außer Acht gelassen werden darf dabei, dass Europa gegenüber Flüchtlingen und Migranten aus Afrika nicht nur eine aus den Kolonialvergehen resultierende Bringschuld hat, sondern auch Verantwortung trägt wegen der verheerenden Folgen der Agrar- und Wirtschaftspolitik der EU auf dem afrikanischen Kontinent. 
Millionen Menschen werden damit ihrer Lebensgrundlage in ihren Heimatländern beraubt.

"Zu fordern ist ein grundlegendes Umdenken der EU. Die Wirtschaftspolitik muss davon abkommen, den hemmungslosen Raubbau an Ressourcen - weltweit und speziell in Afrika - zu stützen. Die Sozialpolitik muss Zufluchts- und Migrationswege nach Europa schaffen und schützen", so das Fazit des Liga-Vorstandes.

Kontakt: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/280.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[BGH legt Meinungsfreiheit zugunsten von Kritischen Daimler-Aktionär Grässlin aus]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/341</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-341</guid><description><![CDATA[Pressemittelung der Kritischen AktionärInnen Daimler

(Karlsruhe / Stuttgart) Zum Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 22.09.2009 stellen die Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) fest: Wir gratulieren unserem Aktionärssprecher Jürgen Grässlin zu seinem eindeutigen juristischen Sieg vor dem BGH im Verfahren gegen die Daimler AG und Jürgen Schrempp. 

Mit dem heutigen Urteil hat der VI. Zivilsenat des BGH das in Artikel 5 des Grundgesetzes verbriefte Recht auf Meinungsfreiheit gestärkt. Auch in Zukunft sind spontane öffentliche Meinungsäußerungen von kritischen Aktionären, Buchautoren oder Journalisten an Missmanagement in deutschen Konzernzentralen möglich. 

In diesem Sinne äußerte sich Grässlin: »Dieses Urteil ist ein Sieg für die Meinungsfreiheit und die Bürgerrechte. Es macht all den Menschen Mut, die mit Zivilcourage Fehlentscheidungen von Topmanagern aktiv entgegentreten.
Gerade Schrempp«, so Grässlins Kritik, »wurde als ‚Mister Shareholder Value’ zur Symbolfigur für einen entfesselten Raubtierkapitalismus. Dessen Auswirkungen sieht man in der aktuellen Finanzkrise.«

Grässlins Rechtsanwalt Holger Rothbauer aus Tübingen bewertete das Urteil auch in einem weiteren Sinne als äußerst positiv: »Mit dieser erfreulichen Entscheidung des BGH wird auch der Justizelfenbeinturm Hamburg mit seiner einseitigen Prominentenrechtssprechung in die Schranken verwiesen.« Insgesamt, so Rothbauer, »ist dieses Urteil wegweisend für die Meinungsfreiheit in Deutschland«.

Kontakt: Rechtsanwalt Holger Rothbauer, Mob.: 0173-444 68 77
Aktenzeichen: Bundesgerichtshof VI ZR 19/08

Weitere Informationen siehe Pressemitteilung des BGH Nr. 191/2009 Pressestelle Tel. 0721-159-5013

Jürgen Grässlin ist auch Bundessprecher der DFG-VK. Wir gratulieren ihm recht herzlich zu dem Erfolg vor Gericht und danken ihm für das Durchhaltevermögen in dem Streit mit dem ungleichen Gegner aus der Rüstungsindustrie. 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/66.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aktionstag gegen Afghanistankrieg am Mittwoch]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/338</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-338</guid><description><![CDATA[(Kassel, Frankfurt, Hamburg, Berlin) - Im Anschluss an ein bundesweites Treffen des "Friedensratschlags" am Wochenende in Kassel erklärte ein Sprecher zur Eskalation des Afghanistankrieges:

Wer immer noch behauptet, dass es sich beim Bundeswehreinsatz in Afghanistan um einen "Stabilisierungseinsatz" handelt, wer immer noch leugnet, dass sich Deutschland in Afghanistan in einem Krieg befindet, lügt sich in die eigene Tasche und belügt die Bevölkerung.

Die Eskalation der Gewalt im Krieg gegen Afghanistan wurde mit dem Bombardement bei Kundus erneut sichtbar. Für den Tod der 125 Menschen, darunter eine größere Anzahl Zivilpersonen, ist die Bundeswehr und die militärische Führung, also Verteidigungsminister Jung verantwortlich.
Die Politikerreden, der NATO-Einsatz richte sich gegen Terroristen und sei für das Leben und Überleben der Menschen in Afghanistan notwendig und von den Menschen dort erwünscht, erweisen sich als Schwindel. Dass bei dem verheerenden Bombenangriff ausschließlich "Taliban" getötet worden seien, glaubt außer dem Verteidigungsminister niemand. Franz Josef Jung ist zu einem Sicherheitsrisiko geworden - für die afghanische Bevölkerung und für die Bundeswehr. Der Minister muss sofort zurücktreten.

Die Lage in Afghanistan wird immer desolater und kritischer. Es gibt mehr Opfer in der Zivilbevölkerung als je zuvor. Die Inkaufnahme ziviler Opfer bei dem von der Bundeswehr am vergangenen Freitag angeforderten NATO-Luftangriff hat noch einmal vor Augen geführt, dass der Kriegseinsatz der Bundeswehr und der NATO gegen das Kriegsvölkerrecht verstößt und das Gegenteil von dem bewirkt, was die Politiker behaupten.

In diesem Jahr sind schon über 800 Zivilisten durch die NATO umgebracht worden. Krieg ist kein Mittel, den Afghanen Frieden, Demokratie und Menschenrechte zu bringen. Bomben und Granaten verursachen im Gegenteil immer neue Gewalt und weitere Zerstörung.

Die ausschließliche Konzentration auf zivile Hilfe, auf Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie eröffnet einen Ausweg aus der afghanischen Sackgasse. Der sofortige Abzug der Bundeswehr ist ohne Alternative.

Zahlreiche Friedensinitiativen werden ab kommenden Mittwoch, 09.09.2009 bundesweit mit Mahnwachen, Flugblattaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen gegen den Krieg in Afghanistan protestieren und den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordern.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/390.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dem Krieg geschadet - Einweihung des Denkmals für Deserteure in Köln]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/336</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-336</guid><description><![CDATA[Von Hans-Dieter Hey

Weshalb man Deserteure herabgesetzt hat? Sie haben den Kriegen schon immer geschadet. Deshalb mussten sie mit standrechtlicher Erschießung bedroht, verfolgt, ausgelöscht und aus Bewusstsein und Geschichte getilgt werden. 70 Jahre nach dem Beginn des 2. Weltkriegs und 56 Jahre nach Heinrich Bölls Frage „Wo sind die Deserteure?“ wurde am Dienstag, dem 1. September, nun endlich auch in Köln ihrer gedacht und das lange geforderte Denkmal würdig eingeweiht. Eine Gegendemonstration von Neonazis blieb bis zum Schluss verboten.
Ziviler Mut und Widerstandskraft

Der Widerstand konservativer oder rechter Kräfte gegen das Gedenken an die Deserteure des 2. Weltkriegs hat eine bittere Nachkriegsgeschichte bis in die jüngste Zeit. Noch im November 2004 trieb es der Berliner Bürgermeister Herbert Weber (CDU) mit seiner Hetze auf die Spitze. Vor 300 Reservisten zitierte er den früheren FDP-Politiker und „Ritterkreuzträger" Erich Mende und äußerte: „Die meisten Deserteure hatten etwas auf dem Kerbholz und wussten, warum sie abhauten. Der unbekannte Deserteur, welche Verhöhnung des unbekannten Soldaten. Es ist eine Verirrung, die nur mit Geisteskrankheit, Hetze oder maßloser Verhetzung zu erklären ist", so die Berliner Morgenpost vom 26. März 2005.


Nein, Hasenfüße waren sie gewiss nicht, die sich mit Flucht, Ausbruch, Totalverweigerung, Befehlsverweigerung oder Verstümmelung dem brutalen Naziregime entzogen hatten. Im Gegenteil. Sie forderten von sich selbst Mut und Widerstandskraft als „Wehrkraftzersetzer“, „Kriegsdienstverweigerer“ oder „Kriegsverräter“. Mehr als 30.000 Menschen wurden von der Militärgerichtsbarkeit zum Tode verurteilt, 20.000 von ihnen hingerichtet. In Köln wurden im damaligen Klingelpütz 50 Menschen durch Enthaupten ermordet, in Kölner Umlandgefängnissen 21 Deserteure erschossen. Peter Rosellen aus Köln hatte Glück, ebenso Ludwig Baumann. Beide konnten sich freuen, bei der Einweihung des – nein ihres – Denkmals anwesend sein zu können.

Späte, aber würdige Ehrung und Rehabilitation

Mit Denkmälern für „gefallene“ Soldaten ging es nach dem Krieg ziemlich schnell. Lange hat es aber gedauert, bis im Jahr 1981 in Kassel das erste Denkmal Deutschlands für den zivilen Widerstand der unbekannten Deserteure eingeweiht wurde, obwohl schon im Jahr 1953 der friedensbewegte, gegen NATO-Nachrüstung und Raketenstützpunkte eingestellte Kölner Heinrich Böll, Träger des Nobelpreises für Literatur, fragte: „Wo sind die Deserteure? Wo sind die Eltern, sind die Freunde, die Brüder und Schwestern dieser erschossenen Deserteure, deren Leiden man auf die Schwelle des Friedens häufte? Und wo sind die Deserteure, die sich in den zerstörten Städten verbargen, in Dörfern und Wäldern, wartend auf die Alliierten, die für sie damals wirkliche Befreier waren? Haben sie Angst vor den gründlich ihnen eingeimpften Phrasen, die Fahneneid, Vaterland, Kameradschaft heißen?"

Sie galten weiterhin als Verräter und Feiglinge. Erst unter der rot-grünen Bundesregierung, am 23. Juli 2002, wurden gegen den Widerstand von CDU/CSU und FDP der Katalog der „Straftaten“ aus NS-Unrechtsurteilen um Desertion, Feigheit oder unerlaubte Entfernung vom Militärdienst erweitert und die Urteile von Volksgerichtshof und Standgerichten aufgehoben - mit Ausnahme sogenannter „Kriegsverräter“.

Rehabilitation war schwer durchsetzbar und das hatte Gründe: „Die oft gnadenlosen Richter der Militärgerichte blieben in der Bundesrepublik unbestraft und setzten ihre Karrieren nahtlos fort“, so Dr. Werner Jung, Leiter des NS-Dokumentationszentrum im ELDE-Haus anlässlich der Denkmalseinweihung. Er erinnerte an Hans Filbinger, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Ehrenvorsitzenden der CDU. Der „furchtbare Jurist“ hatte noch in den letzten Kriegstagen als NS-Marinerichter ein Todesurteil ausgesprochen und sich nach dem Krieg verteidigt: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein“. Doch nun hatte Dr. Werner Jung Anlass zur Genugtuung: „Es ist eine erfreuliche Tatsache, dass der Deutsche Bundestag in genau einer Woche, also noch vor den Bundestagswahlen, nun auch die letzte Gruppe der Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitieren möchte, und zwar getragen von allen Fraktionen.“

In Köln hat es lange gedauert mit diesem Denkmal. Erst am 13. November 2008 beschloss der Rat gegen die Stimmen der rechtgerichteten Gruppierung „Pro Köln“ einen Künstlerwettbewerb. Die Kölner Bürgermeisterin Elf Scho-Antwerpes (SPD) erinnert sich, dass sie 2006 zum Anti-Kriegstag in der Antoniterkirche darauf hinwies, dass ein solches Denkmal längst überfällig sei: „Ich weiß, dass ich damals mit Herrn Detjen (Anm. Die.Linke im Stadtrat) gesprochen hatte und dass wir das in die Gremien der Politik bringen wollten, und das ist uns gelungen.“ Scho-Antwerpes weiter: „Mit diesem Denkmal ehren wir Menschen, die sich weigerten, sich an einem verbrecherischen und rassistischen Angriffskrieg zu beteiligen, der am 1. September 1939 von Deutschland ausging. Als Soldaten oder Zivilisten hörten diese Menschen auf ihr Gewissen. Sie entschieden sich für das Leben und gegen den nationalsozialistischen Rassenkrieg.“

Sie wies darauf hin, dass die sogenannte „Wehrkraftzersetzung“ noch lange als Verrat am Vaterland bezeichnet wurde. Erst als in den 1990er Jahren das Bild von der „sauberen Wehrmacht“ erschüttert wurde, habe sich diese Einstellung geändert. Es sei richtig gewesen, die Erforschung der Nazidiktatur konsequent und lückenlos zu betreiben. Unermüdlich, so Scho-Antwerpes, habe die Projektgruppe von Malle Bensch-Humbach, Elvira Högemann, Jochen Kaufmann, Gregor Lawatsch und Anne Schulz daran gearbeitet und in den Archiven unter staubigen Akten die Kölner Fälle herausgesucht. Damit sei ein erster Schritt für weitere Forschungen getan.

Denkmal als Mahnung für Morgen

Nun ist das Denkmal des Preisträgers Ruedi Baur eingeweiht. Ein Denkmal allerdings, dessen Nutzen zu gering wäre, würde es lediglich zum Gedenken an die Verfolgung der Deserteure der Nazi-Diktatur dienen. Ein Denkmal kann es nur dann sein, wenn es als dauerhafte Mahnung auch eine Verbindung zu Gegenwart und zur Zukunft herstellt. Das gilt gerade aktuell, denn schon wieder befinden wir uns in kriegerischen Zeiten, in denen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) den Heldenkult neu entdeckt, Kriegsorden als „Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit“ verteilt.

Vor dem Kölner Dom dürfen immer noch „Soldatengottesdienste“ abgehalten werden, und   die Bundeswehr darf durch Jugendoffiziere in Schulen, in Arbeitsagenturen, Universitäten oder auf Messen für ihr tödliches Handwerk werben. Siehe unser Beitrag dazu. Durch den von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen unterzeichneten Lissabon-Vertrag werden demnächst wieder Tötung bzw. Hinrichtung ermöglicht, um "einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen" oder bei „Taten in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr." Seit Jahren protestieren die Gruppe „Bundeswehr wegtreten!“ und Linke gegen die Indoktrinierung vor allem junger Bürgerinnen und Bürger und den schleichenden europäischen Militarismus. Vielleicht wird man später wieder einmal Deserteure ehren müssen und an das Denkmal erinnern, das am 1. September 2009, dem Tag des hinterhältigen Angriffs von Adolf Hitlers Armee auf Polen, eingeweiht wurde.

Seit 1990 kämpft einer der bei der Denkmaleinweihung anwesenden überlebenden Deserteure aus Köln, Ludwig Baumann, um seine späte Würde. (Seine Geschichte erzählt er hier!) Noch immer klagt er – zutiefst verletzt – an. „Wir haben nach dem Krieg gehofft, dass unsere Handlungen anerkannt würden. Wir sind aber weiterhin als Feiglinge, als Kriminelle beschimpft und bedroht worden, bis wir fast verzweifelt sind“. Er und andere konnten nicht rehabilitiert werden, weil die Soldaten der Wehrmacht damit ins Unrecht gesetzt und der Kampfauftrag und die Moral der Bundeswehr untergraben, ihr also geschadet worden wäre. So lautete die Begründung damals. Nun – 70 Jahre nach Kriegsende – ist Ludwig Baumann erneut zutiefst verunsichert: „Was bedeutet das, dass wir uns anmaßen, unsere Interessen heute am Hindukusch zu verteidigen? Was haben wir da zu suchen?“ (HDH) 

Quelle: 


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/218.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriege vermeiden - Krisen bekämpfen - die Weltwirtschaft neu ordnen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/332</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-332</guid><description><![CDATA[Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Antikriegstag - 1. September 2009

Am 1. September 1939 – vor 70 Jahren – begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. 60 Millionen Opfer stehen für den schlimmsten Vernichtungskrieg in der Geschichte der Menschheit. Auch 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges sind wir Tag für Tag mit Kriegen konfrontiert. Die Ansätze der Staatengemeinschaft, Konfliktursachen auszuräumen, Konflikte einzudämmen und Eskalationen zu vermeiden, sind vielerorts gescheitert. Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an.

In Afghanistan herrscht Krieg. Die Bundeswehr ist immer tiefer in ihn verstrickt. Der Krieg ist mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen. Wir fordern, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer nachhaltigen Zivilgesellschaft zu unterstützen.

Die alte Forderung der Friedensbewegung ist unverändert aktuell: Frieden schaffen ohne Waffen! Denn die Gefahr durch die Verbreitung von Atomwaffen ist größer denn je. Atomwaffen in der Hand von Diktatoren oder undemokratischen Regimen sind genauso eine neue Qualität der Bedrohung wie Atomwaffen in Terroristenhänden. Die Menschheit muss sich endlich von der Geißel der Atomwaffen befreien. Wir fordern die künftige Bundesregierung auf, sich nachdrücklich für den Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen. Das wäre ein wichtiges Signal auch zur Unterstützung für Präsident Obama und seine Initiative für eine atomwaffenfreie Welt.

Mit Gewalt wird Gewalt nicht eingedämmt. Auch wenn die Ursachen für Konflikte sehr unterschiedlich sind, muss unsere Botschaft lauten: Nur Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt und gerechte Verteilung können dauerhaften Frieden schaffen. Sie sind die Grundlagen für eine friedlichere Welt und eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Sie ist ferner denn je.

Die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sind noch immer nicht absehbar. Sie öffnet die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Wenige bereichern sich aus Gier, während viele die Zeche für die Auswüchse des Casinokapitalismus zahlen. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze und als engagierte GewerkschafterInnen mancherorts ihr Leben. Die Finanzkrise wird durch die Klima- und Nahrungsmittelkrise noch verschärft, Kämpfe um Rohstoffe und Energiereserven sind zu befürchten.

20 Jahre nach den friedlichen Umbrüchen von 1989 erleben wir wieder einen Epochenbruch. Zu unserer großen Sorge müssen wir jedoch feststellen, dass es heute kein Umdenken bei vielen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft gibt. Ein Gegenlenken gegen den enthemmten Kapitalismus ist wichtiger denn je. Dazu fordern wir die wahlkämpfenden Parteien ausdrücklich auf. Denn Konflikte, Krisen und Kriege werden nur vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand in und zwischen Staaten gerechter wird.

Wer Frieden will, muss den Feinden der Freiheit und Demokratie entschlossen entgegentreten. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land. Der DGB fordert mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/386.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriege vermeiden - Krisen bekämpfen - die Weltwirtschaft neu ordnen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/481</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-481</guid><description><![CDATA[Erklärung des DGB zum Antikriegstag - 1. September 2009

Am 1. September 1939 – vor 70 Jahren – begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. 60 Millionen Opfer stehen für den schlimmsten Vernichtungskrieg in der Geschichte der Menschheit. Auch 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges sind wir Tag für Tag mit Kriegen konfrontiert. Die Ansätze der Staatengemeinschaft, Konfliktursachen auszuräumen, Konflikte einzudämmen und Eskalationen zu vermeiden, sind vielerorts gescheitert. Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauert an.

In Afghanistan herrscht Krieg. Die Bundeswehr ist immer tiefer in ihn verstrickt. Der Krieg ist mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen. Wir fordern, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer nachhaltigen Zivilgesellschaft zu unterstützen.

Die alte Forderung der Friedensbewegung ist unverändert aktuell: Frieden schaffen ohne Waffen! Denn die Gefahr durch die Verbreitung von Atomwaffen ist größer denn je. Atomwaffen in der Hand von Diktatoren oder undemokratischen Regimen sind genauso eine neue Qualität der Bedrohung wie Atomwaffen in Terroristenhänden. Die Menschheit muss sich endlich von der Geißel der Atomwaffen befreien. Wir fordern die künftige Bundesregierung auf, sich nachdrücklich für den Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen. Das wäre ein wichtiges Signal auch zur Unterstützung für Präsident Obama und seine Initiative für eine atomwaffenfreie Welt.

Mit Gewalt wird Gewalt nicht eingedämmt. Auch wenn die Ursachen für Konflikte sehr unterschiedlich sind, muss unsere Botschaft lauten: Nur Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt und gerechte Verteilung können dauerhaften Frieden schaffen. Sie sind die Grundlagen für eine friedlichere Welt und eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Sie ist ferner denn je.

Die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sind noch immer nicht absehbar. Sie öffnet die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Wenige bereichern sich aus Gier, während viele die Zeche für die Auswüchse des Casinokapitalismus zahlen. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze und als engagierte GewerkschafterInnen mancherorts ihr Leben. Die Finanzkrise wird durch die Klima- und Nahrungsmittelkrise noch verschärft, Kämpfe um Rohstoffe und Energiereserven sind zu befürchten.

20 Jahre nach den friedlichen Umbrüchen von 1989 erleben wir wieder einen Epochenbruch. Zu unserer großen Sorge müssen wir jedoch feststellen, dass es heute kein Umdenken bei vielen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft gibt. Ein Gegenlenken gegen den enthemmten Kapitalismus ist wichtiger denn je. Dazu fordern wir die wahlkämpfenden Parteien ausdrücklich auf. Denn Konflikte, Krisen und Kriege werden nur vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand in und zwischen Staaten gerechter wird.

Wer Frieden will, muss den Feinden der Freiheit und Demokratie entschlossen entgegentreten. Alte und neue Nazis haben keinen Platz in unserem Land. Der DGB fordert mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/386.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag zum "Topthema Afghanistan"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/329</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-329</guid><description><![CDATA[Afghanistan vor den Wahlen - Die NATO lügt sich um Kopf und Kragen Friedensbewegung fordert Abzug der Truppen und mehr zivile Hilfe Afghanistan soll Thema im Bundestagswahlkampf werden

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 17. August 2009 - Zu den bevorstehenden Wahlen in Afghanistan und den Aussichten der NATO, am Hindukusch Fortschritte zu erzielen, erklärte ein Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag am Montag in Kassel:

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan machte der neue NATO-Generalsekretär Rasmussen Station in Kabul, um zum wiederholten Mal sich selbst und der NATO Mut zu machen: Erst müsse das Land militärisch stabilisiert werden, dann könne mit dem Aufbau begonnen werden. In den USA heißt seit Obamas Präsidentschaft die Devise: Militärische Verstärkung plus ziviler Wiederaufbau - und in der deutschen Afghanistan-Politik genießt die zivile Komponente des Krieges noch mehr Ansehen. Auch die offene westliche Unterstützung für den "Kandidaten des Westens", Hamid Karsai, ist ein politischer Offenbarungseid: Karsai genießt allenfalls noch etwas Vertrauen in der Hauptstadtregion und hat sich seinen als sicher geltenden Wahlsieg durch höchst unappetitliche Abkommen mit einigen mächtigen Warlords und Drogenbaronen erkauft.

Die Wirklichkeit des Krieges und des Widerstands gegen die fremde Besatzung folgt ureigenen afghanischen Gesetzen und nicht den Zwecklügen der Besatzer. Dass im Vorfeld der Wahlen die Anschläge und offenen Gefechte zunehmen würden, dass nun sogar mitten im Sicherheitszentrum Kabuls ein verheerendes Selbstmordattentat stattfinden konnte, war ein weiterer ernsthafter Hinweis auf die Vergeblichkeit des westlichen Bemühens, Afghanistan militärisch zu befrieden. In diesem Zusammenhang müssen alle Ankündigungen von Seiten der NATO und der USA, die Truppenstärke weiter zu erhöhen (Ziel bis Ende des Jahres: 100.000 Soldaten), als kontraproduktiv eingeschätzt werden. Im fast acht Jahre währenden Krieg sind bislang alle Truppenerhöhungen mit einer Verstärkung des Widerstands beantwortet worden.

Gruselig wird es erst recht, wenn der künftige britische Oberbefehlshaber in Afghanistan, General David Richards, erklärt, ausländische Truppen müssten noch 15 bis 20 Jahre am Hindukusch stationiert bleiben. Und nach Ansicht von Verteidigungsminister Jung bleibe auch eine deutsche militärische Präsenz noch etwa zehn Jahre erforderlich.

Der Zweite Weltkrieg, an dessen Beginn vor 70 Jahren am 1. September zu erinnern sein wird, dauerte weniger als sechs Jahre. Der Krieg des Westens in Afghanistan geht im Oktober ins neunte Jahr. An diesem ungleichen Krieg sind insgesamt 40 Staaten mit Soldaten und modernstem militärische Gerät beteiligt. Weder konnten sie den Gegner in die Knie zwingen, noch konnten sie sichtbare Erfolge im Kampf gegen die Kriegsökonomie (Drogenanbau) erzielen, von wirtschaftlichem Aufbau in scheinbar "ruhigeren" Zonen ganz zu schweigen. Bedenkt man, dass dem jetzigen Krieg ein 20-jähriger Krieg und Bürgerkrieg vorausging, dann kann man ermessen, wie sehr die Bevölkerung des Landes darunter zu leiden hatte und hat.

Die NATO und die Bundesregierung sollen sich nicht weiter in die Tasche
lügen: Es wird keinen zivilen Aufbau geben, solange das ausländische Militär in Afghanistan bleibt. Humanitäre Hilfsorganisationen klagen seit Jahren darüber, dass die Verquickung von ziviler Hilfe und militärischem "Schutz" die zivile Hilfe verunmöglicht. Wenn die Bundesregierung schon nicht den Ratschlägen der Friedensbewegung folgen möchte, dann sollte sie vielleicht die Forderungen der großen
Menschenrechts- und Hilfsorganisationen wie amnesty international oder Welthungerhilfe oder der Kritik aus den eigenen Reihen mehr Beachtung schenken, die im Afghanistan-Engagement der Bundeswehr ein Desaster (Volker Rühe, CDU) und in der "zivil-militärischen Zusammenarbeit" einen "Sündenfall" sehen und deren strikte Trennung fordern.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag stellt fest, dass es nicht nur um die Trennung von zivilem und militärischem Engagement gehen könne. Wenn zivile Hilfe nur dort ankommt und wirklich hilft, wo kein Militär ist, dann ist es nur konsequent, wenn sich das Militär ganz aus Afghanistan verabschiedet. Dies entspricht im Übrigen dem eindeutigen Mehrheitswillen der Bevölkerung in Deutschland, wie zahlreiche Umfragen immer wieder bestätigten. Es ist fatal, wie sich die etablierten Parteien vor der Bundestagswahl einbunkern und so tun, als gäbe es zum Krieg und zur "Bündnissolidarität" keine Alternative. Was hier Solidarität genannt wird, ist in Wahrheit eine neokoloniale Kumpanei der Großmächte, die Afghanistan in erster Linie als geostrategische Bastion in Zentralasien ansehen. Und die behauptete "Alternativlosigkeit" gibt es nicht einmal mehr in der Parteienlandschaft, die mit der LINKEN eine parlamentarische Kraft aufweist, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Der Friedensratschlag wird - zusammen mit vielen anderen Friedensorganisationen - den Bundestagswahlkampf nutzen, um die Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien mit dem Thema Afghanistan zu konfrontieren. Für uns ist Afghanistan das friedenspolitische Topthema.
Ziel ist es, nicht nur eine starke kriegsgegnerische Fraktion im Bundestag zu haben, sondern auch in den anderen Parteien die Zahl der Antikriegs-Abgeordneten zu erhöhen. Und das zweite Ziel wird sein, noch mehr Menschen für den Kampf gegen den Afghanistankrieg und gegen andere Auslandseinsätze der Bundeswehr zu mobilisieren. Letztlich wird nur der "Druck von der Straße" die Bundesregierung - wie immer sie zusammengesetzt sein wird - zum Einlenken bewegen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[42 Personen solidarisieren sich durch einen Offenen Brief mit strafverfolgten gewaltfreien AtomwaffengegnerInnen und sammeln 560 Euro zwecks "legaler Strafvereitelung"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/321</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-321</guid><description><![CDATA[Am 8. Juli wurde ein von 42 Menschen unterzeichneter Offener Brief an die Bundeskanzlerin, drei Bundesminister, die Botschaft der USA in Berlin und zwei Justizbehörden abgesandt.

In dem Schreiben wird auf die Strafverfolgung von sieben gewaltfreien FriedensaktivistInnen hingewiesen, die sich am 30. August vorigen Jahres an einer Go-In-Aktion am Atomwaffenstandort Büchel in der Südeifel beteiligt hatten. Damit wollten sie und rund 20 weitere Aktive besonders nachdrücklich gegen die in ihren Augen völkerrechtswidrige Bereithaltung der dortigen US-Atombomben protestieren. Inzwischen sind fünf von ihnen zu Geldstrafen wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden.

Damit die Verurteilten ihre Strafen nicht selbst zahlen müssen, haben die UnterzeichnerInnen bisher 560 Euro zusammengelegt. Aus diesem Fonds können -- quasi in einem Akt legaler Strafvereitelung -- die Geldstrafen bezahlt werden. Denkbar -- und in den letzten Jahren schon mehrfach von gewaltfreien AtomwaffengegnerInnen praktiziert -- ist auch das demonstrative Antreten von Ersatzfreiheitsstrafen anstelle der Geldstrafenzahlung. In diesem Fall können Haftzeiten durch Zahlungen aus dem Fonds verkürzt werden.

Die Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen, die die Go-In-Aktion im vergangenen August organisiert hat, wird auch in diesem Sommer (13.7.-9.8.) Aktionen an der letzten verbliebenen Atomwaffenbasis auf deutschem Boden in Büchel veranstalten-



Die  Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen (GAAA) ist eine Mitgliedsorganisation der DFG-VK....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/230.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutschland ratifiziert als 11. Staat Verbotskonvention für Streumunition ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/320</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-320</guid><description><![CDATA[Deutschland hat als 11. Staat das Übereinkommen über Streumunition (Convention on Cluster Munitions - CCM) ratifiziert, dies teilte die zuständige Abteilung der Vereinten Nationen gestern in New York auf Anfrage mit. 98 Staaten haben die Konvention bereits unterzeichnet. Nach der 30. Ratifikation wird das Übereinkommen voraussichtlich noch 2010 in Kraft treten. 

„Wir begrüßen, dass Deutschland nach zunächst großer Zurückhaltung doch noch zu den ersten Staaten gehört, die das Verbot von Streumunition völkerrechtlich verbindlich machen“, sagt Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de. „Deutschland gehörte zu den ersten Staaten, die Streumunition (im 2. Weltkrieg) eingesetzt haben und deshalb muss man jetzt bei der Umsetzung des Verbotes eine Vorreitertrolle einnehmen“, mahnt Küchenmeister. Das Aktionsbündnis fordert die Bundesregierung auf, umgehend das Versprechen einzulösen und sich umfassend für die Universalisierung des Verbotes einzusetzen. Erst gut ein Drittel der weltweiten Bestände an Streumunition sind derzeit von der Konvention und deren Unterzeichnerstaaten erfasst.  

Artikel 6 der Konvention fordert jeden Vertragsstaat auf, Ländern, die von Streumunition betroffen sind, technische, materielle und finanzielle Hilfe zu leisten. Derzeit stellt Deutschland neben den Ausgaben für Räumung von Minen und Blindgängern jährlich aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und  Entwicklung nur ca. 1 Million Euro für Opferhilfe zur Verfügung. „Die Forderung auch des Bundestages nach mehr Mitteln für die Opferbeihilfe und die Räumung von Blindgängermunition und Minen entspricht den Erfordernissen in den betroffenen Ländern“, sagt François De Keersmaeker, von Handicap International Deutschland und fordert einen neuen Haushaltstitel für die Opferhilfe. 


Aktionsbündnis Landmine.de ist Mitglied der Internationalen Kampagne zum Verbot von Streumunition (CMC) und der Internationalen Kampagne zum Verbot von Antipersonenminen (ICBL).  Aktuelle Informationen zum Thema und zur Konferenz sind den Websites   und   zu entnehmen. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/85.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsminister Jung mit Schuhen beworfen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/319</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-319</guid><description><![CDATA[Ein Bericht auf Indymedia:

Eine Gruppe AntimilitaristInnen hat heute im Bundestag den Kriegsminister Jung und seine Anhänger mit rosa Badelatschen und Flugblättern eingedeckt. Anlass war eine Ausstellungseröffnung, bei der 15 Jahre Kriegseinsätze gefeiert werden.
"Bundeswehr im Einsatz" heißt die Propagandashow, die heute im Paul-Löbe-Haus des Bundestages eröffnet wurde. Anlass: Vor 15 Jahren urteilte das Bundesverfassungsgericht, die Bundeswehr dürfe weltweit in Kriege geschickt werden, wenn das im Rahmen sogenannter "kollektiver Sicherheitsorganisationen" geschehe und der Bundestag beschließe.
Wohlgemerkt: Auch die Nato gilt als "Sicherheitsorganisation"!
Jung und Bundestagspräsident Lammert eröffneten die Propagandaausstellung. Man muss sich das vorstellen: Sie feiern 15 Jahre Krieg!!

Die Feierstunde wurde allerdings lautstark und unübersehbar von Antimilitaristen gestört, die Jung und seine ausgewählten Claqueure mit Schuhen bewarfen und mit Flugblättern eindeckten.
Sie entfalteten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir geloben, zu rauben und zu morden" - was zugleich als Protest gegen das bevorstehende Gelöbnix in Berlin gedacht ist.
Außerdem warfen sie Unmengen von rosa Badelatschen und Flugblättern auf die MilitaristInnen.
Völlig verdutzt und überfordert reagierten die Securities. Sie führten die Leute ab, die aber bis zuletzt Parolen riefen: "Bundeswehr raus aus Afghanistan", "Nie wieder Krieg" usw. Hut ab, die waren echt tough!

Den KriegerInnen wurde ihre Feierstunde sehr hübsch vergällt! ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/80.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[30 Mal mehr für Militär als für Zivile Konfliktbearbeitung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/314</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-314</guid><description><![CDATA[Von „Vorrang für Zivil“ kann keine Rede sein – BSV legt erstmals konkrete Zahlen vor

In einer aktuellen Berechnung hat der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) erstmals konkrete Zahlen zum Umfang der Haushaltsmittel für Zivile Konfliktbearbeitung im Bundeshaushalt vorgelegt. „Im Vergleich zum Militärhaushalt zeigen diese Zahlen ein deutliches Missverhältnis“, kritisiert Dr. Ute Finckh-Krämer, die Vorsitzende der Friedensorganisation.
„Im Verteidigungsetat sind in diesem Jahr 31 Milliarden Euro eingeplant. Das ist mehr als das 30-fache der Mittel für die Zivile Konfliktbearbeitung. Von einem  ‚Vorrang für Zivil’ kann also keine Rede sein.“

Die Zahlen offenbaren noch mehr: Die Bundesregierung redet zwar viel vom „Vorrang für Zivil“, aber sie hat noch nicht einmal einen genauen Überblick, was Zivile Konfliktbearbeitung eigentlich bedeutet. Nach den Berechnungen des BSV gibt der Bund im Haushalt 2009 etwa 900 Millionen Euro für Zivile Konfliktbearbeitung aus. Die Bundesregierung selbst hatte für das Jahr 2008 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage (Bundestagsdrucksache 16/9363) etwa 430 Millionen Euro angegeben. Die Zahlen des BSV belegen aber auch, dass darüber hinaus kursierende Angaben von 3,268 Milliarden Euro, die auf Berechnungen der Bundestagsfraktion der Grünen beruhen, viel zu hoch gegriffen sind.

„Auch wenn die Mittel für Zivile Konfliktbearbeitung 2009 leicht gestiegen sind, zeigt sich, dass die Bundesregierung nicht weiß, was unter Ziviler Konfliktbearbeitung zu verstehen ist“, resümiert Finckh-Krämer. „Und auf jeden Fall bleiben die bereitgestellten Mittel weit hinter denen für das Militär zurück.“

Der BSV fordert als ersten Schritt, dass bis 2020 mindestens genauso viele Ressourcen für zivile Krisenprävention bereit stehen wie für militärische Einsätze.

Der Bund für Soziale Verteidigung ist eine Fachorganisation der Friedensbewegung. In ihm engagieren sich 450 Einzelmitglieder und 40 Mitgliedsorganisationen. Der BSV war Initiator des Zivilen Friedensdienstes und beteiligt sich derzeit an der Kampagne „Vorrang für Zivil“. 

Verantwortlich und Kontakt: 
Marek Voigt, Projektreferent 0176-20 415 679 oder 0571-29 456

Zum Thema hat der Bund für Soziale Verteidigung auch 
veröffentlicht.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresdner Zapfenstreich-Gegner vor Gericht  -  Justiz verfolgt Verwendung von SS-Runen auf antimilitaristischem Plakat]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/316</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-316</guid><description><![CDATA[Am Montag, dem 06.07.2009 wird um 13:30 Uhr am Amtsgericht Dresden gegen den Antimilitaristen Jörg Eichler die Hauptverhandlung in einem Strafverfahren wegen „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ (§ 86a StGB) stattfinden. Anlass des Verfahrens ist ein Aufkleber, der sich auf einer website zur Organisation von Protestaktionen gegen den „Großen Zapfenstreich“ der Bundeswehr befand.

Auf diesem waren mehrere Soldatenköpfe mit Helmen aus verschiedenen Zeiten abgebildet. Auf einem der Helme befand sich auch eine SS-Rune, um auf die furchtbarste Epoche des deutschen Militarismus zu verweisen, in dessen Tradition sich die Bundeswehr mit der Abhaltung derartiger Militärrituale bewusst stellt.

Der Ausgangspunkt dieses Verfahrens geht zurück auf Ereignisse des Jahres 2006. Zum 800jährigen Bestehen der Landeshauptstadt Dresden "schenkte" die Bundeswehr der Stadt am 12. Oktober '06 einen "Großen Zapfenstreich" auf dem zentral gelegenen Altmarkt. Wie auch sonst bei ähnlichen militaristischen Spektakeln in der Öffentlichkeit regte sich Protest, ein Bündnis "Wider die Militarisierung des öffentlichen Raumes" rief auf zu Kundgebung und Demonstration – gegen den erklärten Widerstand des Ordnungsamtes der Landeshauptstadt. Frau Bley, Leiterin der Abteilung "Grundsatzangelegenheiten", wollte die GegnerInnen per Auflagenbescheid außer Hör- und Sichtweite der Veranstaltung verbannen: "Bereits die bloße Anwesenheit von Demonstranten gegen die Bundeswehr unmittelbar gegenüber dem Veranstaltungsort würde den Sinn und die Würde des Großen Zapfenstreichs als Geschenk der Bundeswehr an das 800jährige Dresden in nicht hinnehmbarer Weise beeinträchtigen." Weiterhin, so erkannte das Ordnungsamt besonders scharfsinnig, seien auch die Grundrechte in Gefahr – aber nicht etwa die der VersammlungsteilnehmerInnen auf Demonstrationsfreiheit, sondern die "religiösen Gefühle der Soldaten, der Gäste und Zuschauer" – wenn es heißt: Helm ab zum Gebet!

Doch das Verwaltungsgericht Dresden hob den entsprechenden Auflagenbescheid des Ordnungsamtes zumindest in großen Teilen auf: "Eine völlige – auch optische – Ausgrenzung der Versammlung des Antragstellers, wie sie von der Antragsgegnerin mit dieser Auflage auch bezweckt wird, wird dem Wesen der Versammlungsfreiheit jedoch nicht gerecht und ist durch den feierlichen Charakter des Großen Zapfenstreiches auch nicht geboten. Wählt die Bundeswehr für diesen Anlass einen Ort, der sich mitten im Zentrum der Landeshauptstadt Dresden und damit des öffentlichen Lebens dieser Stadt befindet, muss sie sich mit anderen, im öffentlichen Leben vertretenen, Auffassungen zu ihrer Institution und ihren Veranstaltungen abfinden." Der Zapfenstreich fand statt, der (wahrnehmbare) Protest ebenso. 

Gleichzeitig aber hatte sich im Vorfeld das Landeskriminalamt Sachsen – Abteilung "Politisch motivierte Kriminalität links, Verratsdelikte, Kriegsverbrechen" – im Internet auf der Mobilisierungsseite der ZapfenstreichgegnerInnen umgesehen, und war dabei auf eine Grafik gestoßen, die sie für gefährlich hielt: Dort waren unter den Überschriften "Vergangenheit und Gegenwart – Den Zapfenstreich-en! – Wider der Militarisierung des Alltages" mehrere Soldatenköpfe mit Helmen verschiedener Epochen abgebildet, darunter auch ein Helm, auf dem zur Verdeutlichung des ebenfalls gemeinten historischen Kontextes eine sogenannte "Doppelsigrune" abgebildet war, das Emblem der SS (welche in der Form der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg kämpfende Truppe war; nur die Waffen-SS durfte – neben der Wehrmacht – den Großen Zapfenstreich durchführen).

Daraufhin sah das LKA dringenden Handlungsbedarf: Nur zwei Tage nach Auffinden der Grafik im Internet wurde die Wohnung des für die Internet-Domain Verantwortlichen, Jörg Eichler, mit acht BeamtInnen knapp vier Stunden lang durchsucht. Sämtliche Rechentechnik wurde per Spiegelung der Festplatten beschlagnahmt, gefunden wurde schließlich nichts.

Einige Monate später, am 30. Mai 2007, erhob die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage. Nur gute zwei Monate vorher hatte der BGH in seiner sehr bekannt gewordenen "Hakenkreuz-Entscheidung" (Gegenstand war ein durchgestrichenes Hakenkreuz) vom 15.03.2007 noch einmal klargestellt, dass das Verwenden derartiger Kennzeichen nicht strafbar sei, wenn der Inhalt der Darstellung „in offenkundiger und eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organistion und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt“. Auch hatte der BGH bereits seit 1972 wiederholt betont, dass die Strafbarkeit gem. § 86a StGB sich an dem Schutzzweck der Norm orientieren muss: Was sich erkennbar gegen die betroffenen verfassungswidrigen Organisationen und das dahinter stehende Gedankengut richte, falle nicht unter diese Vorschrift. Die Staatsanwaltschaft Dresden jedoch scheint von diesen höchstrichterlichen Erklärungen völlig unbeeindruckt – die Anklage beruft sich sogar noch ausdrücklich auf diese BGH-Entscheidung.

Anschließend geschah zwei Jahre nichts mehr. Es schien fast, als habe das Gericht die Sache verjähren lassen wollen, um sich inhaltlich nicht äußern zu müssen. Nun aber hat das Amtsgericht Dresden am 18.05.2009 die zwei Jahre alte Anklage doch zugelassen und eine Hauptverhandlung anberaumt; die Verhandlung ist öffentlich. Allein die Zulassung der Anklage trotz klar entgegenstehender BGH-Rechtsprechung lässt vermuten, dass das Amtsgericht einen hohen Verurteilungswillen besitzt – denn die Rechtsauffassung, die hier zu einem Freispruch führen würde, hätte bereits im Vorfeld zwingend zur Zurückweisung der Anklage führen müssen. Es steht daher zu befürchten, dass in diesem – bereits jetzt überlangen – Verfahren mit einem schnellen Ende nicht gerechnet werden kann.

(i.A. Detlev Beutner)



Aktenzeichen:  204 Ds 201 Js 46706/06 – AG Dresden

Termin der Hauptverhandlung:
Montag, 06.07.2009 um 13:30 Uhr, am Amtsgericht Dresden, Berliner Str. 13, Saal 159

Kontakte:
Verteidiger Detlev Beutner, email: d.beutner@gmx.de
Staatsanwaltschaft Dresden StA‘in Frohberg, Tel.: 0351 / 4 46 22 54;
Amtsgericht Dresden Geschäftsstelle Abtlg. 204, Tel.: 0351 / 4 46 37 63; Ri‘inAG Fahrenberg....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/228.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Mit AWACS noch tiefer in den Sumpf des Afghanistankrieges]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/313</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-313</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

- Bundesregierung will NATO-Einsatz durch zusätzliche AWACS-Flugzeuge erweitern
- AWACS-Einsatz völkerrechtswidrig
- Friedensbewegung appelliert an Abgeordnete: Stimmen Sie mit NEIN
- Auf die Tagesordnung des Bundestags gehört der Rückzug der Bundeswehr

Anlässlich der 1. Lesung im Bundestag über den Antrag der Bundesregierung, AWACS-Flugzeuge der NATO nach Afghanistan zu entsenden, erklären Lühr Henken und Dr. Peter Strutynski in einer ersten Stellungnahme:

Zur Lage im Krieg
- Seit August 2003 hat die NATO das Kommando über ISAF in Afghanistan.
Sie hat die Truppen von damals etwa 5.000 auf heute 61.000 mehr als verzwölffacht. Das hat nicht zur Befriedung und zum Aufbau des Landes geführt - ganz im Gegenteil. Die Anschläge der Taliban in Afghanistan erreichten Anfang Juni den höchsten Stand seit dem Beginn des Krieges vor bald acht Jahren!
- Die Bilanz des Krieges und die gegenwärtige Lage in Afghanistan sind
niederschmetternd: Es wurden 9.000 Zivilpersonen getötet - von 50.000 Opfern insgesamt. In der Drogenproduktion wird 2009 eine Rekordernte erwartet. Acht Millionen Menschen leiden Hunger. Nur 25 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.
- Das alles war die Bundesregierung 3 Milliarden Euro wert, die in den Bundeswehreinsatz am Hindukusch bisher gesteckt wurden.
- Inzwischen ist der Krieg auf Pakistan ausgeweitet worden. Auch das hat Chaos und Tod zur Folge. Die Kampfhandlungen im Nordwesten Pakistans lösten die mit drei Millionen Flüchtlingen größte Fluchtwelle seit 1947 aus!

Was ist AWACS?
AWACS-Flugzeuge, leicht zu erkennen an den RADAR-Tellern auf dem Rumpf, überwachen den Luftraum im Umkreis von über 300 km aus einer Flughöhe von 10 km. Sie sind "fliegende Flughafen-Tower". Jede AWACS-Crew besteht zu etwa einem Drittel aus Bundeswehrsoldaten. Das Verteidigungsministerium behauptet, dass das AWACS-Mandat nur der "Überwachung des zivilen Luftverkehrs" diene, also gar keinen militärischen Auftrag habe. Verschwiegen wird, was die AWACS sonst noch
können: Sie können auch "Aufgaben der taktischen Gefechtsführung"
wahrnehmen. Dabei halten sie die Zielanflugkorridore für Kampfbomber, Kampfhubschrauber und unbemannte Kampfdrohnen frei. Sie dienen auch als Kommunikationsrelais zwischen Kampfflugzeugen, der Kommandostation und Bodentruppen und können somit auch Feuerleitfunktionen übernehmen.

AWACS intensiviert den Krieg
Insbesondere Bombardements von Dorfbewohnern haben zur Eskalation des Krieges und zum Anwachsen des militärischen Widerstands in Afghanistan geführt. Der Einsatz der AWACS-Maschinen ermöglicht eine Ausweitung der Luftangriffe. NATO-AWACS-Maschinen können auch den angrenzenden Luftraum Pakistans und Irans, aber auch Chinas überwachen und Flugbewegungen koordinieren. Dies führt nicht nur zur Intensivierung, sondern auch zur Ausweitung des Krieges.

AWACS ist völkerrechtswidrig
Dem US-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) fehlt das UN-Mandat und er kann nicht als Akt der Selbstverteidigung nach Art. 51 der UN-Charta angesehen werden. OEF ist völkerrechtswidrig! In der Praxis wird eine AWACS-Crew nicht einen ISAF- von einem OEF-Einsatz unterscheiden können, einfach schon deshalb nicht, weil der Oberbefehlshaber beider ein und dieselbe Person ist: ein US-General. Deshalb ist auch ein AWACS-Einsatz unter "ISAF"-Fahnen völkerrechtswidrig und muss auch aus diesem Grund abgelehnt werden. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass der Bundestag im November 2008 bei der Verlängerung des OEF-Mandats wegen der Brisanz des Einsatzes in Afghanistan Mittel- und Zentralasien aus dem Einsatzgebiet herausgenommen hat. Soll das heute nicht mehr gelten?

Der Bundeswehreinsatz in den AWACS-Flugzeugen bindet Deutschland direkt in die Luftkriegsoperationen in Afghanistan ein. Das ist eine neue Qualität des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Deutschland gerät immer tiefer in den schmutzigen Krieg hinein. AWACS bedeutet demnach eine weitere Verschärfung des Afghanistankrieges - mit deutscher Beteiligung.

Aus all diesen Gründen fordert der "Friedensratschlag" die Abgeordneten des Bundestags auf, den Antrag der Bundesregierung abzulehnen. "Setzen Sie dagegen auf die Tagesordnung des Parlaments den Rückzug der Bundeswehr aus dem Krieg!", heißt es in der Erklärung.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg,
Peter Strutynski, Kassel


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zittauer Antimilitarist muss ins Gefängnis -  Zwei Tage "Ordnungshaft" für Totalverweigerer wegen "Ungebühr" ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/307</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-307</guid><description><![CDATA[TKDV-Initiative Dresden - Es klingt wie eine Erzählung aus weit vergangener Zeit: Weil der Zittauer Antimilitarist in der strafgerichtlichen Verhandlung Ende 2007 wegen seiner Totalverweigerung am Amtsgericht Zittau bei der Urteilsverkündung nicht aufgestanden war, muss er nun wegen sog. "Ungebühr" für zwei Tage ins Gefängnis. Seine Haft hat er am Montag, den 08.06.09 in der JVA Görlitz anzutreten.

Der Totale Kriegsdienstverweigerer und Pazifist Andreas Reuter lehnt die Wehrpflicht aus grundsätzlichen Erwägungen ab. Auch die Ableistung von Zivildienst kam für ihn von vornherein nicht in Frage, weil dieser über das 'Konzept der Gesamtverteidigung' in militärische Strukturen fest eingebunden ist. Als Teil der zivil-militärischen Zusammenarbeit erfüllt der Zivildienst eine der Grundbedingungen für das Funktionieren der militärischen Option – sich daran zu beteiligen, ist für einen Kriegsgegner aus Überzeugung unmöglich. Reuter verweigerte daher den Befehl, sich bei seiner Zivildienststelle einzufinden. Infolgedessen wurde er dafür wegen sog.

'Dienstflucht' (§ 53 ZDG) angeklagt und musste sich vor dem AG Zittau verantworten. Hier wurde er zunächst zu zwei Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. In zweiter Instanz änderte das LG Görlitz im September 2008 den Strafausspruch schließlich ab auf eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen.

Doch das Strafverfahren am AG Zittau wies eine Vielzahl pikanter Details auf, von einem "fairen Verfahren" konnte nicht die Rede sein. So war die Tätigkeit des zuständigen Richters am Amtsgericht Ronsdorf bereits im Vorfeld der Verhandlung davon geprägt, die prozessualen Rechte des Beschuldigten bewusst massiv zu beschneiden, u.a. durch Verweigerung von Akteneinsicht und willkürliche Beschränkung der Verteidigung, die mehrere Ablehnungen des Richters wegen der Besorgnis der Befangenheit zur Folge hatten. Zur völligen Eskalation kam es schließlich im Rahmen der Hauptverhandlung am 12. und 14. Dezember 2007. Zum Einen dokumentierte der Richter seine offensichtliche Befangenheit dadurch, dass er ohne jeden Anlass sechs bewaffnete und teilweise mit schusssicherer Weste ausgerüstete Beamte der Bereitschaftspolizei in der ersten Reihe des Sitzungssaales postierte – was angesichts eines Verfahrens, in dem sich der Angeklagte für seine Totalverweigerung ausdrücklich auf seine gewaltfreie Grundeinstellung beruft, nur noch als blanke Provokation aufgefasst werden konnte und eine weitere (erfolglose) Befangenheitsablehnung zur Folge hatte. Zum Anderen wurde die offenbar als störend empfundene Verteidigung durch den Richter in einer Art "Überraschungscoup" förmlich kaltgestellt: Zu Beginn des Fortsetzungstermins am 14.12.07 verkündete Ronsdorf plötzlich einen Beschluss, mit dem den Verteidigern die Zulassung, die ebenfalls erst über die Beschwerde beim LG Görlitz erstritten worden war, wieder entzogen und die Verteidiger sofort ins Publikum verwiesen (die Zulassung wurde später durch das Landgericht auf Beschwerde hin erneut erteilt). Anträge des Angeklagten, ihm die Gelegenheit zur Neuorganisation seiner Verteidigung zu geben, wurden rundweg abgewiesen, die Hauptverhandlung ohne auch nur eine Minute der Unterbrechung gegen den auf diese Situation völlig unvorbereiteten und derart überrumpelten Angeklagten fortgeführt. Bereits wenige Minuten später war Reuter verurteilt.

Bevor es jedoch dazu kommen konnte, hatte der Angeklagte, nachdem auf diese Weise seine Verteidigung sprichwörtlich "beseitigt" worden war, anschließend über die gesamte Dauer der "Verhandlung" geschwiegen, auch seine vorbereitete Prozesserklärung trug er nicht vor. Es gab kein Plädoyer der Verteidigung, kein "letztes Wort". Nur einen Staatsanwalt und einen Richter, die einem schweigenden Angeklagten, der seiner Verteidigung beraubt worden war, in einer gespenstischen Veranstaltung vor empörten Zuschauern den Prozess machten. Bei der Verkündung des Urteils forderte der Richter den Angeklagten auf, sich von seinem Platz zu erheben. Als Reuter dies verweigerte, verhängte der Richter gegen ihn ein "Ordnungsmittel" wegen "Ungebühr", 100,00 EUR Ordnungsgeld, ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft. Die hiergegen erhobene Beschwerde verwarf das OLG Dresden unter Berufung auf Rechtsprechung aus den 1970ern als unbegründet. Das Geld will Reuter trotzdem nicht zahlen – deshalb muss er nun für zwei Tage ins Gefängnis.

"Wenns der Wahrheitsfindung dient" – dieser Satz, mit dem Fritz Teufel 1967 der Aufforderung eines Gerichts, sich zu erheben, nachgekommen war, hat viele zum Nachdenken angeregt: über völlig sinnfreie "Formen im Gerichtssaal" und erzwungene Höflichkeit, den "Muff unter den Talaren" und über die Frage, was von einem Angeklagten vernünftigerweise erwartet werden darf. Seitdem wird immer wieder scharfe Kritik geäußert an der Praxis, die "Achtung vor der Würde des Gerichts" – mit der schärfsten unserer Gesellschaft zur Verfügung stehenden Waffe: dem Entzug der Freiheit – erzwingen zu wollen. Heute sind Gerichte, die tatsächlich so weit gehen, klar in der Minderheit. Auch in der juristischen Literatur wird seit langem fast einhellig abgelehnt, dass Nichtaufstehen bei der Urteilsverkündung eine sanktionierbare "Ungebühr" darstellen soll. Von einer "Rückbesinnung auf den weniger toleranten Verhandlungsstil (...) wie er bis in die Mitte der 60er Jahre unangefochten gepflegt wurde" (Rainer Hamm) ist da die Rede, davon dass die Würde des Gerichts nicht darin bestehe, "dass der Richter sich selbst feierlich nimmt, Ehrenbezeigungen verlangt und sie, wenn sie ihm nicht freiwillig erwiesen werden, mit Strafen zu erzwingen versucht. Das erweckt sehr leicht den Eindruck, als nehme er seine Person zu wichtig und im Vergleich dazu die Sache nicht wichtig genug. Die Sache ist in erster Linie die des Angeklagten. Er, nicht der Richter, ist die Hauptperson" im modernen Strafprozess (Werner Sarstedt, Richter am BGH). Auch der bekannte Jurist Rudolf Wassermann forderte bereits 1969 die Abschaffung des Aufsteh-Zwanges: "Ein Gericht, dass nicht auf Unterwürfigkeit, sondern auf menschliche Atmosphäre abstellt, erwartet keine Ehrenbezeigungen. Auch bei der Urteilsverkündung kann der Angeklagte sitzenbleiben. Der Angeklagte ist nicht mehr der Untertan, über dem das Gericht das Schwert schwingt".

Das AG Zittau und mit ihm das OLG Dresden ist indes nicht nachdenklich geworden. Ohne einen Funken der Reflektion der sich seit Jahrzehnten wandelnden Vorstellungen über den Verhandlungsstil vor deutschen Gerichten wird hier eine Machtdemonstration zelebriert, die ihresgleichen sucht. Im Rechtsstaat aber sind die Freiheit und die Würde des Menschen Güter von höchstem Verfassungsrang. "Auch bei der Urteilsverkündung sollte dem Opfer erlaubt sein, den Keulenschlag im Sitzen entgegenzunehmen", schlussfolgerte Rudolf Wassermann 1969 in einem Artikel in der "Zeit". Der Wert der Freiheit, die bereits genommen werden kann, weil ein Angeklagter sich weigert, bei Empfang seines Urteils sich zu erheben, ist nicht allzu hoch anzusetzen.


i.A. Jörg Eichler

Aktenzeichen: 4 Ds 240 Js 22693/05 – AG Zittau; 3 Ws 37/08 – OLG Dresden

Kontakte:
Ø	Verteidiger Jörg Eichler, Hoyerswerdaer Straße 31, 01 099 Dresden
Tel./Fax: 0351 / 5 63 58 42, Mobil: 0172 / 9 12 95 97, Email: joerg.eichler[at]so36.net
Ø	Staatsanwaltschaft Zittau, StA‘in Küsgen, Tel.: 03581/469822;
Ø	Amtsgericht Zittau, Geschäftsstelle 4. Abtlg., Tel.: 03583/759123; RiAG Ronsdorf, Dw: 03583/759023;
Ø	Oberlandesgericht Dresden, Tel.: 0351/4460, 3. Strafsenat, VorRiOLG Lips;
Ø	JVA Görlitz, Tel.: 03581/462300.

Politische Arbeit kostet Geld - Spendet! Unsere Bankverbindung:
Jörg Eichler - Kto.Nr.: 236 327 905 - BLZ 860 100 90 - Postbank Leipzig

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/195.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Kampagne gegen Streumunition legt ersten Jahresbericht vor ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/306</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-306</guid><description><![CDATA[Die internationale Kampagne gegen Streumunition (Cluster Munition Coalition)  hat heute in Genf im Rahmen einer globalen Aktionswoche ihren ersten Jahresbericht vorgelegt. Der 300- seitige Bericht Banning Cluster Munitions: Government Policy and Practice zeigt die steigende Beteilung von Staaten an dem neuen Abkommen und die damit verbundene Verbreitung des Verbotes und die erfolgreiche Stigmatisierung von Streumunition. 

„Die Konvention wird dazu beitragen, dass Streumunition  weiter stigmatisiert wird“, versichert Thomas Küchenmeister von Landmine.de, „auch wenn Staaten wie die USA, Russland und China das Verbot zunächst nicht unterzeichnet haben, ebenso wie insgesamt 8 NATO- bzw. 8 EU-Mitgliedsstaaten“, so Küchenmeister. 

Der neue Bericht unterstreicht auch Deutschlands Rolle beim Zustandekommen der Konvention über Streumunition (Convention on Cluster Munitions), geht ausführlich auf die verbleibenden Herausforderungen ein und fordert auch zu einer aktiven Unterstützung auf. 
Der deutsche Bundestag hat das Streumunitionsverbot bereits am 23.April 2009 in dritter Lesung verabschiedet, wobei Bundespräsident Köhler das Verbotsgesetz noch unterzeichnen muss, damit die Ratifikationsurkunde bei den Vereinten Nationen hinterlegt werden kann. Die Konvention zum Verbot von Streumunition benötigt 30 Ratifikationen, um dann sechs Monate später in Kraft treten zu können. 96 Länder haben die Konvention bis jetzt unterzeichnet, sieben davon haben bereits ratifiziert (Irland, Laos, Mexiko, Norwegen, Österreich, Vatikan und Sierra Leone). Die Konvention verbietet den Einsatz, die Produktion und den Transfer von Streumunition, fordert die Vernichtung der Waffen in Lagerbeständen innerhalb von acht Jahren, die Räumung betroffener Gebiete innerhalb von zehn Jahren und Unterstützung der Opfer. 

Die CMC und ihre 300 Mitgliedsorganisationen aus 80 Ländern fordern die rasche Ratifikation und Universalisierung der Konvention und eine gesicherte und vollständige Implementierung des Verbotes. Dies schließt die Verpflichtung zur Opferhilfe und die Räumung bzw. Zerstörung der Munition ein. In Deutschland wird die CMC vom Aktionsbündnis Landmine.de vertreten, zu deren Mitgliedsorganisationen u.a. Handicap International Deutschland gehört. 

„Die Forderung auch des Bundestages nach mehr Mitteln für die Opferbeihilfe und die Minenräumung entspricht den Erfordernissen in den betroffenen Ländern“, sagt François De Keersmaeker von Handicap International Deutschland und fordert einen neuen Haushaltstitel für die Opferhilfe. 

Deutschland veranstaltet in Zusammenarbeit mit Norwegen am 25. und 26. Juni 2009 in Berlin eine Fachkonferenz zum Thema Vernichtung von Streumunitionsbeständen gemäß Artikel 3 der Konvention. 

„Die bislang geheim gehaltene Stückzahl der aktuell zu zerstörenden Streumunitionen der Bundeswehr liegt bei weit über 30 Millionen“, sagt Thomas Küchenmeister von Landmine.de. Diese Streumunition soll laut BMVg bis 2015 zerstört werden. Die Zerstörung wird mehr als 50 Millionen Euro kosten. „Die Neubeschaffungen für alternative Streumunition, die die herkömmliche Streumunition ersetzen wird bzw. soll, wird den Steuerzahler vermutlich mehrere hundert Millionen Euro kosten, “ vermutet Thomas Küchenmeister und fordert, auf die Neu-Beschaffung zu verzichten. 

„Die Bundesregierung sollte jetzt besser ihre internationalen Partner aktiv für einen Beitritt zum Verbotsabkommen von Streumunition werben und  auch den Abzug auf deutschem Boden gelagerter US-amerikanischer Streumunition fordern“, betont François De Keersmaeker. 

Die größte Schwachstelle des Vertrages stellt Artikel 21 dar, der den Vertragsstaaten erlaubt, auch weiterhin an gemeinsamen Militäraktionen mit Nicht-Vertragsstaaten (z.B. den USA) teilnehmen zu können, in denen diese Streumunition einsetzen. „Deutschland sollte unilateral und verbindlich erklären, zukünftig jegliche Beteiligung an Streubombeneinsätzen abzulehnen“, fordert Thomas Küchenmeister. 

Die im Aktionsbündnis Landmine.de zusammengeschlossenen Organisationen unterstützen auch die Forderung des Deutschen Bundestages, bei der Entwicklung und Neubeschaffung von alternativer Streumunition (wie z. B. Punktzielmunition des Typs SMArt 155) für eine erhöhte Transparenz gegenüber dem Parlament Sorge zu tragen und regelmäßig und detailliert darüber Bericht zu erstatten. „Die Tatsache, dass die parlamentarische Auseinandersetzung über das Thema alternative Streumunition nicht mehr öffentlich stattfindet, trägt nicht gerade zur Vertrauensbildung in diese angeblich so sicheren Waffensysteme bei,“ beklagt Thomas Küchenmeister. „Wir wissen viel zu wenig über die Auswirkungen des Einsatzes von alternativer Streumunition und deshalb muss die Regierung Transparenz in dieser Frage herstellen“.  

Aktionsbündnis Landmine.de ist Mitglied der Internationalen Kampagne zum Verbot von Streumunition (CMC) und der Internationalen Kampagne zum Verbot von Antipersonenminen (ICBL). Für den Zeitraum der Konferenz können Staatoberhäupter unter www.landmine.de  per Email aufgefordert werden, den Verbotsvertrag von Streumunition zu unterzeichnen. 

Aktuelle Informationen zum Thema und zur Konferenz sind den Websites   und   zu entnehmen.


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/40.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[VVN-BdA protestiert gegen Ehrung von Wehrmachtseinheiten, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren, durch die Bundeswehr]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/305</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-305</guid><description><![CDATA[Die Bundeswehr hat ihren Heeresinspekteur Hans-Otto Budde als Redner zur alljährlichen Gedenkfeier des Kameradenkreises Gebirgstruppe am 17. Mai am Hohen Brendten bei Mittenwald nominiert.

Bei dieser Feier werden die 1. Gebirgsjägerdivision und andere Einheiten der Wehrmacht, denen Massenverbrechen vorgeworfen werden, geehrt. Dies geschieht in einer Zeit, da Mitglieder des Kameradenkreises in Deutschland und Italien wegen der Beteiligung an diesen Verbrechen vor Gericht stehen. Aus diesem Anlass erinnern die Vorsitzenden der VVN-BdA an den noch immer gültigen Traditionserlass der Bundeswehr, in dem es heißt: „Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich kann Tradition nicht begründen.“ Deshalb protestiert die VVN-BdA gegen den geplanten Auftritt des Heeresinspekteurs und fordert Generalleutnant Budde auf, von seiner Beteiligung an dieser Veranstaltung Abstand zu nehmen! Regelmäßig haben im Ausland verurteile und bisher juristisch noch nicht belangte Kriegsverbrecher an den Treffen des Kameradenkreises Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten teilgenommen. Statt sich von diesen Mitgliedern zu distanzieren, versucht der Kameradenkreis uns gerichtlich verbieten zu lassen, weiter „über das Wirken des Kameradenkreises der Gebirgstruppe e. V. (aufzuklären), der aus dem Kreis der NS-Wehrmachtsangehörigen heraus gegründet wurde und zahlreiche Kriegsverbrecher in seinen Reihen hatte, zum Teil bis heute. Am 8. Mai 2009 wird das Landgericht Nürnberg über einen entsprechenden Antrag des Kameradenkreises gegen unseren Bundessprecher Ulrich Sander befinden. Wir hoffen, dass am 64. Jahrestag der Befreiung Europas von der faschistischen Terrorherrschaft, an der auch die Gebirgstruppe der Wehrmacht einen unrühmlichen Anteil hatte, klar gestellt wird, dass sich historische Tatsachen nicht verbieten lassen!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/365.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kleinwaffen-Newsletter]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/298</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-298</guid><description><![CDATA[Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des DAKS (Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen stoppen),

alles neu macht der Mai – bei manchen Problemen bleibt jedoch leider alles beim Alten. So veröffentlichte das schwedische Friedensforschungsinsitut SIPRI Ende April neue Zahlen über den weltweiten Rüstungsexport die die Bundesrepublik erneut als eine der führenden Nationen auf diesem Gebiet kennzeichnet. Die Analyse des  zeigt jedoch, dass dies bei weitem nicht alles ist, was man aus diesen Zahlen ablesen kann.
Erfreulich dagegen ist die Ankündigung der SPD-Fraktion im Bundestag, eine Reform des Waffengesetztes initiieren zu wollen, wie auch der vorläufige Erfolg der Schweizer Bürgerinitiative „Vor dem Schutz vor Waffengewalt“ auf dem Weg zu einem Volksbegehren.

Zum Weiterempfehlen: Wenn Sie den Kleinwaffen-Newsletter abonnieren wollen (als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine Mail mit dem Stichwort "Kleinwaffen-Newsletter". E-Mail: 

 

Auf der Internetseite des RIB-Archivs können Sie frühere Newsletter nachlesen. Hier erfahren Sie auch mehr über die anderen Unterstützer-Organisationen des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen stoppen...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/218.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesausschusses Friedensratschlag: Truppen raus aus Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/297</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-297</guid><description><![CDATA[Kassel - Zu den jüngsten Anschlägen gegen Bundeswehrsoldaten im Norden Afghanistans und der Reaktion der Bundesregierung darauf gab der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag am Donnerstag in Kassel eine Stellungnahme ab:

Allen am Afghanistankrieg Beteiligten ist längst klar, dass die militärische Mission der NATO auf der ganzen Linie gescheitert ist. Siebeneinhalb Jahre nach Beginn des Krieges stecken die Besatzungsarmeen tiefer im afghanischen Schlamassel als je zuvor. Nicht nur die Taliban sind zurück, sondern immer größere Teile der Bevölkerung wenden sich gegen das Marionettenregime in Kabul und seine internationalen Unterstützer.

Die beiden Anschläge vom Mittwoch in der Nähe von Kundus sind Ausdruck sowohl der sich zuspitzenden Lage im ganzen Land als auch des zerplatzten Traums eines relativ stabilen Umfelds im Norden Afghanistans, dem bevorzugten Operationsgebiet der Bundeswehr. Zugleich gerät das Konzept der "zivil-militärischen" Zusammenarbeit (CIMIC) und der vor allem von der Bundesregierung so gepriesene "umfassende Ansatz" ("comprehensive approach") der NATO in die Bredouille. Der zivile Aufbau des Landes lässt sich unter der Regie des Militärs nicht realisieren.
Soldaten sind nun einmal keine Aufbauhelfer und die Aufbauhelfer in den Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) sind in den Augen afghanischer Widerstandskämpfer Kombattanten und damit legitime Kriegsgegner.

Die Sprache, derer sich Bundesaußenminister Steinmeier bei seinem Besuch in Kabul gestern bediente, ist der Situation völlig unangemessen. Ein Bombenattentat sowie eine bewaffneter Angriff auf Einrichtungen einer als Besatzung empfundenen Armee sind keine "feigen und heimtückischen Anschläge", wie Steinmeier sagte, sondern "normale" Handlungen in einem Krieg. Der "Hinterhalt", in den eine Bundeswehr-Patrouille geriet, ist nicht mehr und nicht weniger "feig und heimtückisch" als ein nicht angekündigter Luft- oder Raketenangriff der NATO auf vermutete Stellungen der Taliban (bei denen im Übrigen häufig zivile Opfer zu beklagen sind). Die Sprache suggeriert eine moralische Asymmetrie: hier die aufrechten Besatzungssoldaten der NATO, die nur das Gute wollen, dort die feigen und menschenverachtenden radikalislamischen Taliban, die nur Böses stiften.

Die Friedensbewegung setzt sich seit Jahren dafür ein, das Besatzungsregime in Afghanistan zu beenden. Sie weiß sich darin in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Bevölkerung hier zu Lande und mit allen Ernst zu nehmenden Experten. Die Regierungskoalition tut alles, um das Thema Afghanistankrieg in der Öffentlichkeit zu tabuisieren. So sollte etwa mit der Verlängerung des Einsatzmandats der Bundeswehr erreicht werde, dass das Thema aus dem Bundestagswahlkampf ausgeklammert bleibt. Diese Absicht will die Friedensbewegung mit verstärkten dezentralen und zentralen Aktionen während des Wahlkampfs durchkreuzen. Über einen "Fahrplan" hierzu berät der Bundesausschuss Friedensratschlag am kommenden Sonntag bei einem Treffen in Kassel. Für Anfang Juni ist ein Treffen der Kampagne "Truppen raus aus Afghanistan"
geplant, welcher der "Friedensratschlag" angehört.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski, Kassel


Unsere Empfehlung:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesausschuss Friedensratschlag: Zunehmender Rüstungshandel - Deutschland auf Platz 3]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/299</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-299</guid><description><![CDATA[- Top-Produkte: U-Boote und Kampfpanzer
- Export in Spannungsgebiete fördert das Wettrüsten
- Waffenhandel macht die Welt unsicherer
- Friedensratschlag erinnert an "Waldkircher Erklärung"
- Rüstungsexporte in der Anti-NATO-Kampagne thematisieren

Kassel-Hamburg, - Zur Vorlage der jüngsten Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI erklären die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Lühr Henken (Hamburg) und Dr. Peter Strutynski (Kassel):

Deutschland hat den Export von Großwaffen im Jahrfünft von 2004 bis 2008 um 70 Prozent gegenüber dem Jahrfünft von 1999 bis 2003 gesteigert.
Damit belegt Deutschland als größter Waffenexporteur der EU nach den USA (Weltmarktanteil 31 %) und Russland (21 %) mit 10 Prozent Rang 3 in der Welt. Das gilt für die Summe der vergangenen 10 Jahre, aber auch für jedes Jahr seit 2005, der Regierungszeit der Großen Koalition. Im Jahr
2008 übertreffen die deutschen Rüstungsexporte sogar jene von Frankreich und Großbritannien zusammen.

Der Export von Waffen erhöht die Kriegsgefahr und fördert das Wettrüsten. Die Bundesregierungen haben sich verbindlich zu einem restriktiven Rüstungsexport verpflichtet (zuletzt in der Rüstungsexportrichtlinie vom Januar 2000). Die stetig steigenden Exportzahlen sprechen eine gegenteilige Sprache. Wir fordern die Bundesregierung zu einer Trendumkehr auf. Wir wollen den vollständigen Stopp der Rüstungsexporte.

Die Hälfte des Rüstungsexportwerts der letzten zehn Jahre wurde durch Kriegsschiffe, vor allem U-Boote getätigt, ein Viertel durch den Export von Kampf- und Schützenpanzern.

Hauptabnehmer waren die Türkei, Griechenland, Australien, Südafrika und Südkorea. An diese fünf Länder gingen 45 Prozent des deutschen Exports von Großwaffen.

Die U-Boote des ThyssenKrupp-Konzerns (HDW) wurden in diesen zehn Jahren nach Süd-Korea und in die Türkei (je 5), nach Griechenland (4), Süd-Afrika und Israel (je 3), Italien und Brasilien (je 2) geliefert.
Zehn davon mit Brennstoffzellenantrieb, dem revolutionären Unterwasserantrieb, der diese U-Boote so extrem leise macht, dass sie von Marinen außerhalb der NATO nicht zu orten sind. Diese U-Boote können drei Wochen lang ununterbrochen unter Wasser bleiben und dabei 20.000 km zurücklegen. Süd-Korea, Griechenland, Italien und Israel sind bisher Empfänger dieser Kampfmaschinen. Pakistan will drei und die Türkei und Süd-Korea wollen jeweils sechs dieser U-Boote, die mit ihren weit reichenden Schwergewichtstorpedos "Seehecht" für eine Übermacht auf See sorgen könnten. Diese U-Boote wirken stark verunsichernd und lösen bei potenziellen Gegnern (wie Indien, Nordkorea, Iran) weitere Rüstungsanstrengungen aus. Sie befördern das Wettrüsten. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Export von U-Booten zu stoppen.

Die Bundeswehr hat im letzten Jahrzehnt mehr als 1350 Kampfpanzer Leopard unter anderem an Griechenland (415), die Türkei (298), Brasilien (220), an Chile und Kanada je (140) teilweise modernisiert weiter verkauft. Dies führt in den Regionen über kurz oder lang zu weiteren Aufrüstungsanstrengungen, um diesen Monstern aus Stahl Paroli zu bieten.
Wir plädieren dafür, von weiteren Exporten dieser Art Abstand zu nehmen und ausgemustertes Bundeswehrmaterial ausnahmslos abzuwracken. Einer "Prämie" bedarf es hierfür nicht.

Der SIPRI-Bericht enthüllt aufs Neue, dass der steigende Waffenhandel die Welt zunehmend unsicherer macht. Die Verantwortung dafür liegt insbesondere bei den großen Rüstungsexporteuren USA, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die zusammen 78 Prozent des weltweiten Waffentransfers bestreiten. Wir sehen in dieser Entwicklung einen Skandal ohne Grenzen. Die Bundesregierung darf sich nicht länger von dem Totschlagargument irreführen lassen, deutsche Arbeitsplätze müssten gesichert werden. Diese Behauptung ist unzutreffend: Mit dem Geld, das für staatliche Subventionen an die deutsche Rüstungsindustrie und für Waffenkäufe aufgewendet wird, könnten ungleich mehr Arbeitsplätze in zivilen Sektoren geschaffen werden.

Im Einklang mit der "Waldkircher Erklärung zum Rüstungsexport" von 2007 fordern wir den "Ausstieg Deutschlands aus dem Geschäft mit dem Tod".
Wer den Frieden will, darf die Kriegsparteien dieser Welt nicht mit Waffen versorgen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag wird seine abrüstungspolitischen Aktivitäten verstärken und das Rüstungsexportthema zum Gegenstand der Anti-Nato-Kampagne der Friedensbewegung machen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg
Peter Strutynski, Kassel


Unsere Empfehlung:
Besuchen Sie die ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/363.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[FRIEDEN MITMACHEN ! - E-Mail-Aktion zum Schutz des Demonstrationsrechtes!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/293</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-293</guid><description><![CDATA[
Das Kriegsbündnis NATO will am 3. und 4. April 2009 in Baden-Baden, Kehl und Strasbourg sein 60jähriges Bestehen feiern. Mehrere 10.000 Polizisten und Millionen Euro sollen den Gipfel sichern. Der demokratische Protest gegen die 60jährige Militär- und Kriegspolitik wird dagegen bereits jetzt als Aktivitäten von Chaoten und Gewalttätern diffamiert, soll eingeschüchtert und unmöglich gemacht werden. NO-GO-Zonen, die Schließung der Grenzen und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen sollen Demonstranten mit ihrer Meinungsäußerung gegen die NATO-Kriegspolitik von den Adressaten fern halten. In Strasbourg werden durch die Polizei Friedensfahnen aus Fenstern und von Balkonen entfernt.

Dieses alles und leider vieles mehr ist eine grobe Einschränkung von Grundrechten und ein Hohn auf die Demokratie die die NATO vorgibt weltweit mit Militär schützen und/oder durchsetzen zu wollen. Die Regierenden wollen nicht durch unserer Kritik an ihr weltweites schäbiges Verhalten erinnert und in ihren Feiern nicht gestört werden.

Doch Demokratie funktioniert anders! Mischen wir uns ein!

Mit E-Mails an politisch Verantwortlichen wollen wir die für die Einschränkungen Zuständigen an ihre Aufgabe zur Wahrung von Grundrechten erinnern. Mit dem Protest vom 2. bis 4. April auf den Straßen in Baden-Baden, Kehl und Strasbourg werden wir unsere Grundrechte wahrnehmen, um für die Welt Frieden und die Abschaffung der NATO zu fordern!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/362.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Vor NATO-Gipfel:Polizei hat auf Eskalation geschaltet – Politische Protestaussagen sollen verdrängt werden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/292</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-292</guid><description><![CDATA[Stuttgart/Bonn, Die Kampagne NATO-ZU, die für den NATO-Gipfel in Strasbourg gewaltfreie Proteste und Aktionen Zivilen Ungehorsams vorbereitet, kritisiert das Verhalten von Politik und Polizei im Vorfeld des Gipfels. Statt zu deeskalieren, werde der Konflikt schon jetzt vonseiten der zuständigen Behörden mit absurden Gefahrenprognosen zugespitzt. Das angekündigte harte Vorgehen der Polizei, scharfe Grenzkontrollen, und die Umwandlung von Baden-Baden und Strasbourg in polizei-militärisch gesicherte Festungstädte sollen eine abschreckende Wirkung auf potentiell Teilnehmende an den Protesten bewirken. Die bundesdeutsche Regierung exekutiert nach Heiligendamm erneut den grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr im Inneren . So sollen viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit abgehalten werden. Die Grundrechte der EU-Bürgerinnen und Bürger sind offensichtlich im Ernstfall für die politisch Herrschenden nur lästig und beliebig aufhebbar.

Obwohl die Organisatoren des Vorbereitungs-Camps in Strasbourg die inakzeptablen Auflagen (20.000 Euro Kaution und die Benennung von 150 verantwortlichen Personen) vertraglich weitestgehend ändern konnten, werden alle Personen vertragswidrig beim Camp-Aufbau von der französischen Polizei generellen verdachtsunabhängigen Identitätskontrollen unterzogen. Damit werden auch die Vorbereitungen und Trainings in gewaltfreiem Verhalten behindert. Zugleich wird mit solchem Eskalationsverhalten – wieder einmal – politisch gezielt der Focus der öffentlichen Wahrnehmung der Proteste auf die Gewaltfrage gelenkt und der Widerstand kriminalisiert. Die Inhalte der Proteste, die von den Demonstrierenden zum Ausdruck gebracht werden, geraten völlig aus dem Blickfeld. Die Kampagne NATO-ZU fordert deshalb vor allem die Vertreterinnen und Vertreter der Medien auf, die Kritik der Protestbewegung inhaltlich und sachlich darzustellen.

Die Proteste richten sich gegen ein NATO-Gipfeltreffen, auf dem die Regierenden erneut ihre völkerrechtswidrige Strategie für weltweite Interventionskriege betonen und verfestigen wollen. Dazu gehört der Anspruch, Kriege für eigene Wirtschaftsinteressen unabhängig vom Völkerrecht führen zu dürfen und eine weitere Marginalisierung der UNO durch die NATO. Zusätzlich will sich das Bündnis den Ersteinsatz von Atomwaffen auch zur Verhinderung von nuklearer Proliferation vorbehalten, statt den Abrüstungs-Vorgaben des Atomwaffensperrvertrages zu folgen. Die Protestierenden fordern von der Bundesregierung vor allem den sofortigen Truppenabzug aus Afghanistan, die Beendigung aller militärischer Interventionskonzepte von Bundeswehr, EU und NATO und die Aufgabe imperialistischer Interessen als Ziele der Militärpolitik (vgl. Weißbuch, Verteidigungspolitische Richtlinien). Nicht die Stärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit wie von Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung gefordert darf im Vordergrund stehen, sondern der Austritt der Bundesrepublik aus der NATO als ein erster Schritt zu deren Auflösung.

Kontakt:
Roland Blach, 0177-2507286
Martin Singe, 0177-5864147
presse(aet)nato-zu.de
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/350.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Preisverleihung des Bertha-von-Suttner-Kunst-und-Medienpreises 2008]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/281</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-281</guid><description><![CDATA[Der Solinger Fotojournalist Uli Preuss gewann mit der Fotoausstellung „Am Rande der Schöpfung“ den Onlinewettbewerb des Bertha-von-Suttner-Kunst- und-Medienpreises. In der Kategorie „Film & Medien“ fiel die Wahl der Jury auf den Film der Schweizer Filmemacherin Gabriela Neuhaus „1000 Frauen und ein Traum“. Die Kategorie "Kunst & Aktion“ entschied das Projekt „WhyWar.at “ des Friedensbüro Salzburg für sich.

Die öffentliche Preisverleihung des Bertha-von-Suttner-Kunst-und-Medienpreises-2008 findet am 07. Februar 2009 ab 12:30 Uhr (ab 11:00 Uhr Präsentation der Einreichungen) im großen Saal des Ökohauses in Frankfurt am Main statt.



Der Bertha-von-Suttner-Kunst- und-Medienpreis ist aus Anlass der 100-jährigen Wiederkehr der Verleihung des Friedensnobelpreises (1906) an die Gründerin der DFG erstmals durch die Friedensorganisation 2006 verliehen worden. 
Der Preis soll Menschen und Projekte aus dem Bereich Medien und Kunst würdigen, die sich gegen einen zunehmenden `Kult der Gewalt´ wenden und mit ihren Arbeiten eine `Kultur des Friedens´ sichtbar werden lassen. Im Rahmen des Wettbewerbes finden unterschiedliche Veranstaltungen statt, in der die Einreicher ihre Projekte und Ergebnisse ebenso vorstellen, wie über pazifistischen Gegenstrategien zur Militarisierung der Politik und des Lebens diskutiert wird. Der Bertha-von-Suttner-Kunst-und-Medienpreis 2007/2008 wurde in Kooperation mit dem privaten Friedensinstitut 21 ausgelobt und veranstaltet.

In Anerkennung des Lebens und Werkes der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttners wird der Bertha-von-Suttner-Kunst- und-Medienpreis in den drei Kategorien Online-Publikumspreis / Film & Medien / Kunst & Aktion vergeben und ist mit jeweils 1.000,- € dotiert.  


Zu den aktuellen Preisträgern:

Kategorie Publikumspreis/Onlineabstimmung gewinnt:
Uli Preuss mit „Am Rande der Schöpfung“

Der Solinger Fotograf Uli Preuss hat die Arbeit des Friedensdorf International  in den vergangenen Jahren immer wieder medial dokumentiert und journalistisch begleitet, wie seine aktuelle Ausstellung „Am Rande der Schöpfung“, die zur Zeit in Mülheim an der Ruhr zu sehen ist,  eindrucksvoll unter Beweis stellt. Viermal im Jahr fliegt das Friedensdorf International große Hilfseinsätze und betreut stets durchschnittlich 300 Kinder aus 15 Nationen in Deutschland. Gleichzeitig hilft die Organisation mit weltweiten Projekten, die medizinische und humanitäre Versorgung in den Heimatländern der Kinder zu verbessern. In einem dritten Arbeitsfeld fördert das seit 1967 aktive Friedensdorf  humanitäres Bewusstsein und soziales Engagement. Der 53-jährige und berufserfahrene Fotojournalist Preuss bekennt: „Erst als ich die Menschen und ihre Schicksale persönlich kennen lernte, selbst sah, hörte, roch, konnte ich begreifen, was hinter den Fernsehbildern steckt.“ Das Preisgeld will Preuss der Arbeit des Friedensdorf International zur Verfügung stellen. 

 
 


Kategorie Film- & Medien gewinnt
Gabriela Neuhaus mit„1000 Frauen und ein Traum“  

Die Züricher Filmemacherin Gabriela Neuhaus zeigt in dem zusammen mit Angelo Scudeletti gedrehten Dokumentarfilm, wie aus einer Idee einer Schweizer Politikerin ein globales Projekt geworden ist. Vor allem aber erzählt der Film bewegende Geschichten von engagierten Friedensfrauen. 1000 Frauen aus der ganzen Welt wurden 2005 zur Nomination für den Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen. – 1000 Frauen, deren Friedensarbeit Tag für Tag im Schatten der Medienöffentlichkeit stattfindet. 




Kategorie: Kunst & Aktion gewinnt:
Friedensbüro Salzburg mit  „WhyWar.at“

Hans Peter Grass reichte für das Friedensbüro Salzburg die Onlineplattform WhyWar.at und die damit verknüpften Workshops und Projekte ein. Das Friedensbüro Salzburg bietet Jugendlichen Workshops zum Thema Krieg und zur Arbeit mit der Homepage www.whywar.at an und vermittelt so Wissen über Inhalte, Ursachen und Hintergründe von Krieg,  fordert zur Stellungnahme und Einmischung auf,  sucht nach Lösungen und Handlungsperspektiven. Die Arbeit steht unter dem Motto: „Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg“ (Walter Benjamin). 




Zur Arbeit der Jury 
Erstmals auch lobende Erwähnungen ausgesprochen

Wie die  beiden ausgezeichneten Einreichungen aus Österreich und der Schweiz zeigen, fand der hauptsächlich bundesweit beworbene Wettbewerb auch im deutschsprachigen europäischen Ausland ein erstes Echo. Da sich die Endausscheidung schwierig gestaltete und acht Beiträge nahezu gleichauf lagen, entschloss sich die Jury, zusätzlich zu den Preisträgern fünf lobende Erwähnungen auszusprechen:

„Kurosafrika“ / Wolf Böwig 
„Deserteure“ unterm Hakenkreuz“ / Knut Weinrich 
„Reflektionen IV“ / Mathias Wittekopf
„Mahnmal gegen den Krieg“ / Johannes Heibel
„Kanarienvogel“ / Elke Mark

„In der zweiten Suttnerpreis-Staffel hat sich mit 27 Einreichungen die Anzahl der vorgestellten Werke und Projekte nahezu verdoppelt“, berichtet die Duisburger Historikerin Sabine Olbricht vom Friedensinstitut21 „dies macht die Arbeit der Jury anspruchsvoller, aber auch noch interessanter“. Auch die Essener Künstlerin Doris Schoettler-Boll, die das Friedensisntitut21 für  die Juryarbeit gewinnen konnte,  zeigt sich überrascht von der Bandbreite der Einreichungen: „Vom engagierten politischen Suttnerstammtisch, über beeindruckende Schülerprojekte bis zum künstlerisch ausdrucksstarken und gesellschaftlich relevanten Statement“ finde sich alles, äußert sich Schoettler-Boll, die zudem auch Künstlerinnen und Künstler des Vereins „Kunstraum e.V.“ zu der Jurysitzung ins  einlud. „Alle Einreichungen der seit 2005 durchgeführten zwei Wettbewerbs-Staffeln werden auch in Zukunft unter www.suttnerpreis.de öffentlich zugänglich bleiben“, versichert Juror Dieter Riebe für das Friedensinstitut21. Neben Olbricht, Riebe und Schöttler-Boll für das Friedensinstitut21 gehörten der Jury für die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK)  der politische Geschäftsführer Monty Schädel (Waren) sowie die Friedensaktivisten Harald Gewehr (Mainz) und Bernd Baier (Friedberg) an. 




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/275.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petition von über 500 Menschen aus Israel an die Vereinten Nationen und die Europäische Union]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/280</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-280</guid><description><![CDATA[In Unterstützung des internationalen Aktionsaufrufs der palästinensischen Menschenrechtsorganisationen

Als ob die Besatzung, die anhaltenden brutalen Repressionen gegen die palästinensische Bevölkerung, der Siedlungsbau und die Blockade von Gaza nicht genug wären – folgt nun das Bombardement der Zivilbevölkerung: Männer, Frauen, Alte und Kinder. Hunderte Tote und Verletzte, überfüllte Krankenhäuser und das zentrale Medikamentendepot von Gaza zerbombt. Das Schiff „Dignity“ („Würde“) der Free-Gaza-Bewegung, das dringende Medikamentenlieferungen und Ärzte brachte, wurde ebenfalls angegriffen. Israel kehrt zu seinen offenen Kriegsverbrechen zurück – schlimmer als das, was wir seit langem gesehen haben.

Die israelischen Medien berichten ihren Zuschauern nicht von den Schrecken und eben so wenig von der harten Kritik an diesen Verbrechen. Die mitgeteilte Geschichte ist uniform. Israelische Dissidenten werden als Verräter gebrandmarkt. Die öffentliche Meinung einschließlich die der zionistischen linken Unterstützer der israelischen Politik ist vorbehaltlos unkritisch.

Israels destruktive, verbrecherische Politik wird ohne eine massive Intervention durch die internationale Völkergemeinschaft kein Ende finden. Diese ist allerdings – mit Ausnahme einiger, vergleichsweise schwacher Verurteilungen – nicht gesonnen zu intervenieren. Die Vereinigten Staaten unterstützen die israelische Gewalt offen. Gleichzeitig ist Europa, trotz mancher Stimmen der Verurteilung, nicht bereit, ernsthaft die Rücknahme des „Geschenks“ in Betracht zu ziehen, das es Israel mit der Aufwertung seiner Beziehungen zur Europäischen Union beschert hatte.

In der Vergangenheit wusste die Welt kriminelle Politik zu bekämpfen. Der Boykott gegen Südafrika war wirksam. Israel wird hingegen wie ein rohes Ei behandelt: Seine Handelsbeziehungen blühen, akademische und kulturelle Kooperationen werden mit diplomatischer Unterstützung fortgesetzt und vertieft.

Diese internationale Rückendeckung muss aufhören. Das ist der einzige Weg, die maßlose israelische Gewalt zu stoppen.
Wir rufen die Welt auf, Israels Gewalt zu stoppen und die Fortsetzung der brutalen Besatzung nicht zuzulassen. Wir rufen die Welt auf, die Verbrechen Israels zu verurteilen und sie nicht als Komplizen zu decken. 

Vor diesem Hintergrund rufen wir die Welt auf, den Aufruf der palästinensischen Menschenrechtsorganisationen umzusetzen, der darauf drängt, dass: 

•	„Der UNO-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung einberuft und konkrete Maßnahmen – einschließlich der Auferlegung von Sanktionen – beschließt, um sicherzustellen, dass Israel seine Verpflichtungen gemäß dem internationalen Recht erfüllt.

•	Die Vertragsparteien der Genfer Konventionen ihre Verpflichtungen gemäß Artikel 1 erfüllen und die Einhaltung der Statuten der Konventionen sicherstellen sowie geeignete Maßnahmen ergreifen, um Israel zu zwingen, seinen allgemeinen Verpflichtungen aus dem internationalen humanitären Recht nachzukommen, wobei besonderes Gewicht der Achtung vor Zivilisten und ihrem Schutz vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten gelegt werden sollte.

•	Die Vertragsparteien ihre gesetzlichen Verpflichtungen gemäss Artikel 146 der Vierten Genfer Konvention erfüllen und diejenigen strafrechtlich belangen, die schwere Verstöße gegen die Konvention zu verantworten haben.

•	Die Institutionen und Mitgliedstaaten der EU die Richtlinien der Europäischen Union zur Förderung der Einhaltung des internationalen humanitären Rechts (2005/C327/04) ernst nehmen und unter Einbeziehung strikter Sofortmaßnahmen und Sanktionen bis hin zur Beendigung aller Aufwertungsgespräche mit Israel sicherstellen, dass Israel das internationale humanitäre Recht unter §16 (b), (c) und (d) dieser EU-Richtlinien einhält.“

(Übersetzung durch die Initiatoren)


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/338.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Israel: Erster Reservist wegen Verweigerung in Gaza inhaftiert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/276</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-276</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung von Connection e.V. und Yanda e.V.

In Israel wurde der erste Reservist, der sich dem Kriegseinsatz im Gazastreifen verweigert, zu 14 Tagen Arreststrafe verurteilt. Das berichtete gestern die Organisation Courage to Refuse (Mut zum Verweigern), die zugleich darauf hinwies, dass der Reservist seinen Namen nicht genannt haben möchte. In Courage to Refuse haben sich Soldaten und Offiziere der israelischen Armee zusammen geschlossen, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wenden.

In Israel weigern sich nicht nur Reservisten, sich für die Besatzungspolitik der israelischen Regierung einsetzen zu lassen. Bekannt geworden sind auch Abiturientinnen und Abiturienten, die sich in der Gruppe der Shministim zusammengeschlossen haben. Sie protestieren mit ihrer Verweigerung "gegen die Politik der Besatzung und gegen die Methoden des Militärapparats, wie sie sich heute darstellen: Rechtsverletzungen, rassistische Diskriminierung und völkerrechtswidriges Handeln". Darüber hinaus gibt es einen hohen Prozentsatz von israelischen Wehrpflichtigen, die sich der Ableistung des Militärdienstes entziehen. Nach offiziellen Angaben des Militärs leiste nicht einmal die Hälfte eines Jahrgangs den Militärdienst ab oder beende ihn regulär, so die feministische, antimilitaristische Organisation New Profile.

 "Es ist meine Pflicht, zu sagen: 'Schluss jetzt!'"

Über 300 hatten am letzten Donnerstag vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv protestiert, berichtet Courage to Refuse. "Die Demonstranten riefen zur Beendigung des Krieges in Gaza auf und riefen Soldaten der israelischen Armee zur Verweigerung auf". Bekannt geworden sind bislang etwa ein Dutzend Fälle von Verweigerern. Die genaue Zahl sei jedoch schwer festzustellen, so die älteste israelische Verweigererorganisation Yesh Gvul: „Häufig werden Verweigerungen erst bekannt, wenn die Armee mit Disziplinarverfahren gegen die Soldaten vorgeht.“


Einer der Reservisten, die sich dem Einsatz in Gaza verweigerten, ist der 25-jährige Yitzchak Ben Mocha. Er war zu seiner Eliteeinheit von Fallschirmspringern einberufen worden, meldete sich dort, verweigerte aber die Ausführung von Befehlen. Darauf hin schickte ihn das Militär wieder nach Hause. Gestern stellte er seine Gründe ausführlich in ABC (Australien) vor: "Ich bin in die Armee eingetreten, weil ich Teil einer Armee sein wollte, die Israel verteidigt. Doch im Laufe meines Dienstes setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Staat Israel weder dem Ende der Besatzung, noch dem Leiden eines ganzen Volkes, noch dem Leben der eingesetzten Soldaten auf politischer und sozialer Ebene Priorität einräumt. Vielleicht war es das Leiden der palästinensischen Bevölkerung, welches ich zum ersten Mal direkt erlebte. Vielleicht war es die Einsicht, dass die fortwährende Besatzung die Soldaten blind macht für den Unterschied zwischen dem, was erlaubt, und dem, was verboten ist. Vielleicht war es die Einsicht, dass die Ausübung von Gewalt und Unterdrückung gegenüber einem ganzen Volk zu nichts Gutem führen kann. Vielleicht war es die unverfrorene Ignoranz der israelischen Gesellschaft und ihrer politischen Führung gegenüber der dringenden und sofortigen Notwendigkeit, die Besatzung, die Unterdrückung, das Kämpfen und das Blutvergießen auf beiden Seiten zu beenden. Und vielleicht waren es all diese Faktoren zusammen, die mich begreifen ließen, dass es meine Pflicht ist zu sagen 'Schluss jetzt!'. 'Schluss jetzt!' zum Wohle des palästinensischen Volks, 'Schluss jetzt!' zum Wohle der israelischen Gesellschaft und ein weiteres großes 'Schluss jetzt!' zu meinem eigenen Wohl." 

gez. Rudi Friedrich


Weitere Informationen unter 069-8237 5534 oder http://www.Connection-eV.de
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Demonstrationen gegen Gaza-Krieg]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/274</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-274</guid><description><![CDATA[Am heutigen Samstag demonstrieren Friedensgruppen in zahlreichen Städten für einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen, ein Ende der Blockade und eine Zwei-Staaten-Friedenslösung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Auch in anderen Ländern veranstalten Organisationen der Friedensbewegung Protestkungebungen, u.a. in London und Washington. In Tel Aviv demonstrieren Friedensaktivisten vor dem israelischen Verteidigungsministerium.

Mahnwachen, Demonstrationen und Kundgebungen oder Diskussionsveranstaltungen von Friedensgruppen gibt es u.a. in Aachen, Aschaffenburg, Bad Hersfeld, Göttingen, Marburg, Müllheim, Neuwied, Osnabrück, Pfaffenhofen (mit Evelyn Hecht Galalinski), Stuttgart, Trier und Tübingen. In Paderborn spricht der Theologe Eugen Drewermann bei einer gemeinsamen Kundgebung von Friedensorganisationen und Palästinensischer Gemeinde. In Augsburg ist der Dachverband Türkischer Vereine Veranstalter, in Berlin die Palästinensische Gemeinde, in Dresden das Islamische Zentrum, in Köln der Deutsch-Syrische Verein. Auch zur Menschenkette in Hamburg, zur Demo in Hannover und Kundgebung in Wuppertal rufen palästinsische Organisationen auf.

Kritik Israel-feindlich oder gar antisemitisch?

"Die Gruppen der Friedensbewegung sind sich bewusst, dass Kritik an Israel von deutscher Seite aus sich der historischen Verantwortung der Verbrechen des Naziregimes und des Holocausts stellen muss", erklärt der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, Manfred Stenner. "Die pazifistischen und antifaschistischen Wurzeln der heutigen Friedensgruppen sind in dieser deutschen Verantwortung begründet".

Die Friedenskooperative stellt deshalb klar, dass die notwendige Kritik an den Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch die israelische Armee für Gruppen aus der Friedensbewegung grundsätzlich verbunden ist mit dem Eintreten für eine dauerhafte Friedenslösung, die nicht nur das Existenzrecht Israels voraussetzt, sondern ein Leben in Sicherheit und ohne Bedrohung für die Menschen in Israel und Palästina erreichen will. Und natürlich werden von Friedensgruppen auch Angriffe mit Kassam-Rakten auf die israelische Bevölkerung abgelehnt. Für konstruktive Lösungen haben Organisationen aus der Friedensbewegung viele Vorschläge gemacht (vgl. u.a. das Dossier III der Kooperation für den Frieden: "Der israelisch-palästinensische Konflikt").

Letztlich müssten im Nahost-Konflikt Gruppen wie Hamas und Hisbollah und Staaten wie Syrien und Iran in Friedenslösungen eingebunden sein. Die Friedenskooperative vertreibt als Symbol dafür Friedensfahnen mit der hebräisch/arabischen Aufschrift "Shalom/Salaam". Stenner: "Ohne Dialog geht es nicht! Der Versuch, mit militärischen und zudem unverhältnismäßigen Mitteln eine `Lösung` herbeibomben zu wollen, bewirkt das Gegenteil".

Das Netzwerk Friedenskooperative äußert sich in diesem Zusammenhang befremdet über heute veröffentlichten Anzeigen des Zentralrats der Juden in Deutschland ("Unsere Solidarität mit Israel"), der wiederum sehr einseitig für die israelische Regierung Partei ergreift: "Die Verteidigung der eigenen Bürger ist keine Aggression und auch keine Menschenrechtsverletzung." Der UNO-Sicherheitsrat sei mit der verabschiedeten Resolution da schon einen Schritt weiter.

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative

P.S.: Soweit bekannt, listet das Netzwerk Friedenskooperative die Veranstaltungen unter  auf....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Israelische Organisation ruft zur Verweigerung auf]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/272</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-272</guid><description><![CDATA[Reservisten verweigern Einsatz im Gazastreifen

Die israelische Organisation Courage to Refuse (Mut zum Verweigern) rief gestern mit einer Anzeige in der Tageszeitung Ha'aretz zur Verweigerung des Einsatzes im Gazastreifen auf: "Dieser Krieg hat bereits mehr als 500 Menschenleben gekostet und ein Ende ist nicht absehbar. Die brutale, beispiellose Gewalt in Gaza ist schockierend. Wir können nicht einfach zuschauen, wenn Hunderte von Zivilisten durch die israelische Verteidigungsarmee abgeschlachtet werden." In der Gruppe haben sich Soldaten und Offiziere der israelischen Armee organisiert, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wenden.

Ein weiterer Aufruf von "Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt" fordert israelische Soldaten und Soldatinnen ebenfalls zur Verweigerung auf: "Die ein Gewissen haben, müssen die israelische Kriegsmaschinerie stoppen. Das könnt nur Ihr tun – und Ihr müsst es tun."

Courage to Refuse berichtete zugleich, es gebe erste Verweigerer des Kriegseinsatzes in Gaza. Etwa ein Dutzend Reservisten hätten sich bislang der Einberufung verweigert. Mit der Anzeige in Ha'aretz riskiert Courage to Refuse strafrechtliche Verfolgung. So wurde bereits gegen die Organisation New Profile, die in Israel KriegsdienstverweigerInnen berät, ein Strafverfahren eröffnet mit dem Vorwurf der "Anstiftung zur Militärdienstentziehung".


Kriegsdienstverweigerin heute aus der Haft entlassen – weitere Inhaftierung befürchtet

Schon seit einigen Monaten werden junge Männer und Frauen, die sich in der Gruppe der Shministim (AbiturientInnen) zusammengeschlossen haben, wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung verfolgt. Heute endet die dritte Arreststrafe von Raz Bar-David Varon. Insgesamt war sie bislang 43 Tage in Haft.

In Israel sind alle jüdischen Frauen und Männer wehrpflichtig und werden mit 18 Jahren einberufen. Die Dauer des Militärdienstes beträgt für Männer drei Jahre, für Frauen 20 Monate. Nach Ablauf des regulären Militärdienstes leisten Männer bis zu ihrem 50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich für etwa 30 Tage einen Reservedienst ab. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird praktisch nicht gewährt.

Raz Bar-David Varon droht, wie allen anderen VerweigerInnen, erneute Inhaftierung. Dennoch bleibt sie ihrer Überzeugung treu: "Ich wurde nicht geboren, um als Soldatin zu dienen, die ein anderes Land besetzt, und der Kampf gegen die Besatzung ist auch mein Kampf. Es ist ein Kampf für Hoffnung, für eine Zukunft, die manchmal so weit weg zu sein scheint. Ich habe eine Verantwortung für diese Gesellschaft. Meine Verantwortung ist es, zu verweigern."


gez. Rudi Friedrich


Weitere Informationen sind erhältlich unter 069-8237 5534 oder über 

 - Offener Brief von Jüdinnen und Juden aus aller Welt...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilt jegliche Anschläge auf Zivilisten – seien sie palästinensisch oder israelisch – und appelliert an beide Seiten, die Militärangriffe umgehend einzustellen.]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2009/271</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-271</guid><description><![CDATA[Das massive Bombardement des israelischen Militärs im gesamten Gazastreifen muss umgehend gestoppt werden. Ebenso die unzähligen Raketen, die - zum Teil mit großer Reichweite – aus Gaza auf israelische Ortschaften abgeschossen werden.

Pressemitteilung vom 02.01.2009

Der Vorstand der Internationalen Liga für Menschenrechte stellt mit Entsetzen und großer Sorge fest: 

Das gegenwärtige Blutbad ist die logische Konsequenz einer von Israel seit dem Wahlsieg der Hamas am 29. Januar 2006 praktizierten und mit Billigung der Regierung der Vereinigten Staaten sowie der Europäischen Union fortwährend verschärften Politik der Selbstjustiz und Gewalt im Gazastreifen. Die offenkundigen und inzwischen von Vertretern der israelischen Regierung vor aller Welt öffentlich verkündeten  Ziele sind: 
Härteste Kollektivstrafen gegen Mitglieder und Anhänger von Hamas sowie Sturz der von der Hamas gestellten Regierung. Das Internationale Recht verbietet beides: Sowohl Kollektivstrafen als auch die Einflussnahme auf die politische Selbstbestimmung eines anderen Landes. 

Hamas hatte vor Ablauf der mit Israel vereinbarten Waffenruhe am 19. Dezember d. J. erklärt, dass eine bedingungslose Verlängerung angesichts einer bereits 18 Monate währenden und zunehmend verschärften Blockade des Gazastreifens durch Israel nicht möglich sei. Noch am 16. Dezember bot allerdings Ismail Haniye Verhandlungen über die Bedingungen für die Neuvereinbarung eines Waffenstillstands an. Dieses Angebot wurde von der Regierung Israels, aber auch von den Mitgliedern des Nahost-Quartetts ignoriert.

Vor diesem Hintergrund kritisiert die Liga die öffentliche Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, in der sie - in Übereinstimmung mit dem israelischen Premierminister Ehud Olmert - die Verantwortung für die Entwicklung in der Region „eindeutig und ausschließlich“ der Hamas zuschreibt.

Diese einseitige Sicht auf die Wirkungszusammenhänge in Nahost, die letztlich das Bombardement auf Gaza legitimiert, ist nicht nur längst widerlegt. Sie bestärkt zudem das israelische Militär und die israelische Regierung, weiterhin Kriegsverbrechen in Gaza zu begehen und Staatsterror gegenüber der Zivilbevölkerung des Gazastreifens auszuüben. Eine solche Politik der doppelten Standards ist inakzeptabel und mit jeglichem Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und völkerrechtskonformen Beziehungen zwischen Staaten unvereinbar. 

Die Bundesregierung trägt hier eine klare Mitverantwortung, wenn sie einseitig der Logik der israelischen Regierung folgt, die für das völkerrechtswidrige Ziel, die Hamas-Regierung zu stürzen, Opfer und Schäden in Gaza und in der Folge weitere Opfer unter der israelischen Zivilbevölkerung in Kauf nimmt - und damit auch die weitere Destabilisierung der gesamten Region.

Das bekundete politische Ziel der Bundeskanzlerin, „alles“ zu tun, „um zivile Opfer zu vermeiden“, kann nicht erreicht werden und ist heuchlerisch, wenn Israel zugleich darin bestärkt wird, Verhandlungen mit Hamas auszuschlagen und weiterhin auf militärische Überlegenheit und militärische „Lösungen“ zu setzen.

Die Internationale Liga für Menschenrechte fordert deshalb die Bundesregierung im Interesse eines sofortigen Waffenstillstands auf, jetzt auf die israelische Regierung politischen Druck auszuüben. Andernfalls machen sich Kanzlerin und Bundesregierung schuldig, selbst an der Gewaltspirale mitzudrehen.

VERHANDELN UND NICHT SCHIEßEN IST UND BLEIBT UNSERE MAXIME!

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/180.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Export von Kleinwaffen in alle Welt boomt Rüstungsexportbericht 2007 der Bundesregierung ein moralischer Offenbarungseid]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/277</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-277</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

- Wieder hoher Kriegswaffenexport -- kein Trend zum Besseren
- Kleinwaffenexporte in Länder außerhalb von NATO und EU übertreffen wieder Vorjahrsrekord
- Restriktive Rüstungsexportpolitik Fehlanzeige

Kassel/Hamburg, 21. Dezember 2008 - Anlässlich der Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts 2007 am 17.12.08 durch die Bundesregierung stellen die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Dr. Peter Strutynski (Kassel) und Lühr Henken (Hamburg) fest:

Die Bundesregierung stellt den Rückgang der Kriegswaffenausfuhr von 15 Prozent im Jahr 2007 auf 1,114 Milliarden Euro heraus. Trotzdem bleibt das deutsche Rüstungsexportniveau weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Wert des letzten Jahrfünfts von 2003 bis 2007 (6,58 Milliarden Euro) liegt fast doppelt so hoch wie die Summe des Jahrfünfts zuvor (1998 bis 2002: 3,5 Milliarden Euro). Das unabhängige schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI platziert Deutschland für 2007 auf Platz 3 in der Welt und auf Platz 1 in der Europäischen Union.

Die Bundesregierung hebt in ihrem Bericht hervor, dass der Wert der Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter 2007 mit 3,67 Milliarden Euro um rund 500 Millionen Euro unter dem Wert 2006 liegt. Dieser Umstand ist zwar richtig. Jedoch sieht die Regierung darüber hinweg, dass die Summe für die Sammelausfuhrgenehmigungen gleichzeitig um über 1,5 Milliarden Euro gestiegen ist. Damit übertraf die Summe sämtlicher erteilter Ausfuhrgenehmigungen mit 8,73 Milliarden Euro 2007 die des Vorjahres (7,69 Milliarden Euro) erheblich. Sie stellt  2007 den zweithöchsten Wert überhaupt dar und den Höchststand seit 1997. Welche dieser Genehmigungen tatsächlich umgesetzt werden und in welchem Jahr das geschieht, gibt der Bericht der Bundesregierung noch immer nicht her. Der erneute Anstieg der Genehmigungen lässt darauf schließen, dass die realen Ausfuhren weiter steigen werden. Der deutsche Rüstungsexport brummt.

Als ganz besonders skandalös ist der Boom der erteilten Genehmigungen für den Export von Kleinwaffen in Drittländer (also außerhalb von NATO und EU) zu bewerten. Er bricht seit 2002 jährlich neue Rekorde. So auch 2007. Mit 30,2 Millionen Euro hat er sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Der Wert der Munition dafür hat sich sogar mehr als verneunfacht. Darunter mit Saudi-Arabien ein autoritäres Regime und Pakistan ein Land im Kriegsgebiet. Bekanntlich führt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 95 Prozent der Getöteten heutiger Kriege auf den Einsatz von Kleinwaffen zurück. Die Bürgerkriege und Massaker dieser Tage werden mit russischen Kalaschnikoffs und deutschen Gewehren von Heckler & Koch bestritten.

Die Gruppe der Drittländer umfasst genau 94 Staaten und Gebiete.
Darunter auch jene, die in Spannungsgebieten liegen, wie Chile und Peru, Kolumbien, Indien und Pakistan, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, Südkorea und Taiwan. Die deutschen Regierungen -- gleich welcher Zusammensetzung -- betonen gebetsmühelenartig, dass sie den Rüstungsexport restriktiv handhaben würden. Auch durch Widerholung wird diese Falschaussage nicht richtig, denn die Zahlen sprechen eine gegenteilige Sprache: SIPRI ermittelte 2007 für die Bundesrepublik Deutschland den höchsten Rüstungsexportwert seit 1949!

In ihren heute noch gültigen Rüstungsexportrichtlinien vom 19. Januar 2000 hat sich die Bundesregierung verpflichtet, bei der Genehmigung von Waffenverkäufen die "Menschenrechte im Bestimmungs- und Endverbleibsland" zu "beachten". Diese gute Absicht ist nie eingelöst worden. Insofern stellt der jüngste Rüstungsexportbericht einen politisch-moralischen Offenbarungseid der Bundesregierung dar: Oberstes Gebot ist die Ankurbelung des Exports - egal wohin.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg,
Peter Strutynski, Kassel

Bei Rückfragen:
Tel. L. Henken: 040-222629, mobil: 0160-4066630 Tel. P. Strutynski: 0561-804 2314; mobil: 0160-97628972...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[PRESSEMITTEILUNG zur unerträglichen Schwächung der kirchlichen Beratung von Kriegsdienstverweigerern und Zivildienstleistenden. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/268</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-268</guid><description><![CDATA[Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der angehängten Pressemitteilung möchte der Arbeitskreis FRIEDENSAUFGABE  und SOLDATENSEELSORGE seine eindringliche Solidarität mit denjenigen erklären, deren Arbeit zur Überwindung von Gewalt durch "falsche Orientierungen" innerhalb der christlichen Kirchen behindert bzw. eingeschränkt wird.

Wir bitten Sie darum, das Solidaritätsbekenntnis aufzugreifen und in Ihren Medien weiter zu vermitteln.

Der Arbeitskreis Friedensaufgabe und Soldatenseelsorge ist eine Initiative des Deutschen Zweigs des Internationalen Versöhnungsbundes.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Rinneberg gerne zur Verfügung.

64372-Wembach,
Im Höhlchen 16
Tel. 06154-2698/-637756
Christoph.Rinneberg (at) t-online (punkt) de

____________________________________________________________________
Pressemitteilung zur unerträglichen Schwächung der kirchlichen Beratung von Kriegsdienstverweigerern und Zivildienstleistenden.

In jenen Tagen der Synode der Ev. Kirche in Deutschland und danach kann und wird den Synodalen im Parlament der EKD der immer weiter um sich greifende Verlust an Glaubwürdigkeit – in der Gesellschaft und bei den in einschlägigen kirchlichen Arbeitsfeldern Tätigen – nicht verborgen bleiben. Offiziell ist die kirchliche Situation durch die Existenz der zwei jüngsten EKDDenkschriften gekennzeichnet, die wiederum – es könnte gar nicht anders sein – auf der Basis der "Dekade zur Überwindung der Gewalt" (2001-2010) entstanden sind. So verkündet die 2007-er Denkschrift die zweifellos gute Botschaft "Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen", und der 2008-er Denkschrift geht es um das "Ziel gerechter Teilhabe aller an den wirtschaftlichen und sozialen Prozessen", konkret auch um Maßstäbe für kirchliches Handeln.

Daß zwischen Ziel und Anspruch einerseits und tatsächlichem Handeln Widersprüche bestehen, liegt in der Natur der Sache: Wäre das Handeln, um in den Worten beider Denkschriften zu sprechen, nach christlichem Verständnis gerecht, bedürfte es nicht der großen Anstrengungen, diese genuin christliche Orientierung aber- und abermals durchzubuchstabieren und schließlich kostenträchtig zu kommunizieren. Was jedoch keinesfalls in der Natur der Sache liegt – nämlich der unverzichtbaren Aufgabe, auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens zu sein –, ist das allenthalben beobachtbare Gegenteil hierzu in anderweitigen kirchlichen Verlautbarungen, Anweisungen oder gar Maßnahmen, die im gleichen Zeitraum deutlich werden. 

So sieht die mittelfristige Finanzplanung für die EAK – Ev. Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung von Kriegsdienstverweigerern – eine Reduktion des Etats um rund 50% vor. Dieser betrug bisher nur rund 1/5 der kirchlichen Aufwendungen für die Militärseelsorge – über € 100,- je ev. Soldaten. Korrekterweise muß hierzu die rund 1,5 mal so hohe staatliche Unterstützung hinzugerechnet werden. Das ohnehin schon krasse finanzielle Mißverhältnis zwischen der EAK-Arbeit und der Militärseesorge von 1:11 soll nun gar auf 1:22 verschärft werden! Doch damit nicht genug: Das bisherige, sehr gut die Zielgruppe – der Kriegsdienstverweigerer, Zivildienstleistenden und jungen
Leute in Freiwilligendiensten – erreichende Zeitschrift "zivil" soll nun gar völlig wegfallen oder in einer neuen Zeitschrift aufgehen, die den bezeichnenden Namen "Schimmer" tragen soll.

Angesichts der beschlossenen oder bereits implementierten finanziellen Strangulierung der EAKArbeit könnte man wohl zu dem Schluß kommen, daß die finanzierenden Stellen entweder keinen Schimmer von der Bedeutung der Arbeit haben oder aber diese Arbeit bestenfalls nur noch mit einem (blassen) Schimmer deutlich werden lassen wollen. Alles das, was über diese Arbeit bisher an Kompetenz, Erfahrung und Anerkennung erworben wurde, steht damit auf dem Spiel.

Eine dritte Erklärungsmöglichkeit für das ausgesprochen gegen die eigenen Ziele gerichtete tatsächliche Handeln der einschlägigen EKD-Dienststellen muß im Grunde allen Christinnen und Christen geradezu den Atem verschlagen: Die EKD und die Synode als ihr oberste Parlament können es gar nicht Ernst mit jenen so wortreich, oft auch evangeliumsnah formulierten Zielen meinen, wenn sie sich in der Umsetzung nicht auf den Weg der Zielerreichung machen – oder wenn sie gar genau die Gegenrichtung einschlagen. Ein fast unendlich hohes Gut droht hier – möglicherweise für ein Linsengericht kurzfristiger Wohlgefälligkeit bei den gesellschaftlich und finanziell Mächtigen – preisgegeben zu werden, nämlich das der Glaubwürdigkeit.

Ganz im Gegensatz zur herrschenden, ökonomistisch bestimmten Sprache ist Glaubwürdigkeit kein Produkt, das man herstellen kann, sondern ein hohes, für Kirchen unschätzbar hohes Gut, das wohl nur ein des Glaubens würdiges Handeln schenken kann. Gerade in einer Zeit der fast allgemeinen Irritationen – ja der Irrungen und Wirrungen einerseits und des Ringens um Integrität in Politik und Wirtschaft andererseits – muß es doch den Kirchen ein Herzensanliegen sein, mit den (bisher noch) erreichten Menschen in tragfähiger Verbindung zu bleiben und mit den hoffentlich noch erreichbaren Menschen in gute Verbindung zu kommen. Im Falle der EAKArbeit hieße das, – die Finanzierung etwa in den nächsten fünf Jahren auf gleiches Niveau wie die kirchlichstaatliche Militärseelsorge anzuheben und – alle weiteren Versuche sofort einzustellen, der personalen und medialen Pflege einer guten Kommunikation den Garaus zu bereiten.

Das sind nicht nur gute sondern notwendige Dienste an den Menschen und der Glaubwürdigkeit, erst recht in dieser Zeit, in der es auch um belastbare Belege dafür geht, daß und wie die Kirche(n) zur Überwindung der Gewalt durch konkrete Arbeit am Frieden wirksam beiträgt (beitragen).

Ist es denn wirklich nötig, die christlichen Kirche(n) an ein Grundelement ihrer Verkündigung zu erinnern, nämlich die Umkehr, also falsche Orientierungen aufzugeben und Wege der Nachfolge Christi mutig und ermutigend zu beschreiten?

(Christoph Rinneberg)


______________________________________________________________________

Internationaler Versöhnungsbund Deutscher Zweig e.V.
International Fellowship of Reconciliation - Mouvement international de la Réconciliation
Geschäftsstelle: Schwarzer Weg 8, 32423 Minden
Tel.: 05 71 – 85 08 75  Fax: 05 71 – 82 92 38 7
vb@versoehnungsbund.de ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/267.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Erster Asylantrag eines US-Deserteurs in Deutschland]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/264</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-264</guid><description><![CDATA[André Shepherd stellte seine Gründe heute vor

(Connection e.V. und Military Counseling Network) Auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt/Main stellte der US-Deserteur André Shepherd der deutschen Öffentlichkeit seinen Asylantrag vor. Er hatte den Antrag am Tag zuvor als erster US-Deserteur des Irakkrieges beim Bundesamt für Migration gestellt. Die Pressekonferenz wurde ausgerichtet von der in Bammental ansässigen Beratungsstelle für US-SoldatInnen, Military Counseling Network, und dem Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V.

André Shepherd war als Mechaniker für den Kampfhubschrauber Apache in Katterbach (Bayern) stationiert. Ein halbes Jahr lang wurde er 2004 und 2005  in der Nähe von Tikrit im Irak eingesetzt. Vor einer erneuten Verlegung im Jahre 2007 entschloss er sich, die Armee unerlaubt zu verlassen, da er sich bis dahin ausführlich über den Kriegseinsatz informiert hatte. "Als ich las und hörte, wie Menschen von den Maschinengewehren zerfetzt oder von den Hellfire-Raketen regelrecht in Stücke gerissen wurden, und erfuhr, wie Gebäude und Infrastruktur zerstört wurden, begann ich mich zu schämen für das, was ich da tat. Es war ein widerliches Gefühl, mir eingestehen zu müssen, dass ich im Grunde Tag für Tag am Abschlachten von stolzen Menschen beteiligt war."

André Shepherd führte auf der heutigen Pressekonferenz seine Beweggründe für die Flucht aus der Armee und die Asylantragstellung aus. Er sieht den Krieg im Irak, wie den in Afghanistan, als illegal an. "Ich glaube, dass die Apache-Hubschrauber für einen bedeutenden Teil der getöteten Zivilisten im Irak verantwortlich sind, deren Zahl zuletzt auf 500.000 geschätzt wurde. Ich wusste, wenn ich noch einmal gehe, werde ich für den Tod und das Elend anderer verantwortlich sein. Ich musste mich entscheiden: entweder mein Gewissen verleugnen oder das Militär unerlaubt verlassen. Wenn ich einen erneuten Kriegseinsatz verweigere, droht mir eine Verfolgung wegen Desertion, Haft oder sogar die Todesstrafe. Dennoch war für mich der richtige Weg eindeutig: Ich musste raus aus der Armee."

Er ergänzte, dass ein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung für ihn nicht in Frage gekommen sei, da seine Überzeugung nicht den Regelungen des US-Militärs für Kriegsdienstverweigerer entsprächen. Sie verlangten, dass grundsätzlich jeder Krieg abgelehnt werde. Zudem habe er im April 2007 beobachten müssen, wie ein anderer US-Verweigerer, Agustín Aguayo, trotz seiner Gewissensentscheidung abgelehnt und zu acht Monaten Haft verurteilt worden sei.

Tim Huber vom Military Counseling Network betonte, dass der Asylantrag von Shepherd dazu aufruft, die Unterstützung Deutschlands für den von den USA geführten Krieg in Frage zu stellen. "Zwar hat sich damals die deutsche Bundesregierung gegen diesen Krieg ausgesprochen und deutsche Soldaten haben nicht direkt an diesem Krieg teilgenommen: Aber die USA nützt täglich den deutschen Luftraum für den Nachschub ins Kriegsgebiet. 60.000 US-Soldaten und Soldatinnen sind nach wie vor in Deutschland stationiert."

Für Rudi Friedrich von Connection e.V. ist die Entscheidung von Shepherd "ein mutiger Schritt angesichts der drohenden Konsequenzen bei einer Ablehnung des Asylantrages." Friedrich betonte, dass es bereits im Vorfeld der Antragstellung Unterstützung von anderen Organisationen gab. "Wir alle werden uns mit ganzer Vehemenz dafür einsetzen, dass André Shepherd den notwendigen Schutz erhält."

Shepherds Rechtsanwalt, Dr. Reinhard Marx, erläuterte die Gründe, die für eine Asylanerkennung sprechen und verwies hier unter anderem darauf, dass es im EU-Recht mit der Qualifikationsrichtlinie inzwischen anerkannt sei, "dass ein Soldat, der Hinweise dafür hat, dass in einem Krieg, in dem er eingesetzt werden wird, das Völkerrecht verletzt werden wird, an dem Krieg nicht teilnehmen darf. Als Herr Shepherd eingesetzt war, gab es in Falludscha Einsätze von Hubschraubern der US-Armee, bei denen es zu unverhältnismäßig vielen Toten unter der Zivilbevölkerung kam. Insbesondere im Jahr 2007, als die Bush-Administration die Kriegsstrategie geändert hatte und die Luftangriffe verstärkte, kam es zu vermehrten Angriffen auf die Zivilbevölkerung. Von daher hat Herr Shepherd die Pflicht gehabt, den Kriegsdienst zu verweigern und er hat das Recht, in Deutschland Asyl zu beantragen."

gez.
Tim Huber, Military Counseling Network, Tel.: 06223-47506
Rudi Friedrich, Connection e.V., Tel.: 069-82375534

Bammental und Offenbach, den 27.11.2008

Die ausführliche Begründung und Fotos von André Shepherd und weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter  und 

- 

- André Shepherd: US-Deserteur beantragt Asyl
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA["Ehrenmal" für Soldaten? - Falscher Name und falscher Platz !]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/265</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-265</guid><description><![CDATA[Wir, Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr, die sich seit 25 Jahren im Arbeitskreis DARMSTÄDTER SIGNAL zusammengeschlossenen haben, trauern um unsere Kameraden, die im Dienst aus unserer Mitte gerissen wurden. 

Wir fühlen uns den Frauen und Kindern verbunden, die Ihre Männer und Väter verloren haben. Wir wissen, dass Sie ihre persönliche Trauer täglich in ihrem Lebensumfeld und an den Friedhofgräbern bewältigen.  

Für die persönliche Trauer ist das sogenannte "Ehrenmal" in Berlin nicht geeignet  -  und ja auch nicht vorgesehen!  Diese "bronzeeloxierte Wartehalle im Großformat", die Minister Jung  -  ohne öffentliche Diskussion und ohne Beteiligung des Deutschen Bundestages  -  jetzt im Bendlerblock, dem Sitz des Verteidigungsministeriums in Berlin, errichten lässt, dient der vor laufenden Kameras öffentliche vorgetragen Trauer-Show des Herrn Ministers. Peinlich! Zudem soll dieses großformatige sogenannte "Ehrenmal" darüber hinwegtäuschen, dass die Soldaten auch bei verfassungsrechtlich umstrittenen Auslandseinsätzen ihr Leben verloren.

Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee! Wir brauchen in Deutschland kein das Militärische glorifizierendes sogenanntes "Ehrenmal" vorm Verteidigungsministerium , sondern stattdessen ein Mahnmal vor dem Deutschen Reichstag, das alle Parlamentarier fortlaufend an ihre große Verantwortung bei Entscheidungen über Militäreinsätze mahnt. Ein Mahnmal, das uns alle daran erinnert, dass der Kampfeinsatz von Soldaten das wirklich (!) letzte Mittel ist!


Helmuth Prieß,  Oberstleutnant a.D.
Sprecher des Ak DARMSTÄDTGER SIGNAL ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/219.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[BUND FÜR GEISTESFREIHEIT (bfg) BAYERN PROTESTERT GEGEN ZWANG ZURTEILNAHME AN UNTERWEISUNGEN DER MILITÄRSEELSORGER ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/260</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-260</guid><description><![CDATA["Der bisher freiwillige Lebenskundliche Unterricht der Seelsorger ist künftig verpflichtend. Die Seelsorger haben dann Zugang zu allen Soldaten, gleich welcher Konfession und Weltanschauung. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Vermittlung und Grundlegung einer soldatischen Berufsethik, die in unserer christlich-abendländischen Tradition gründet."

Eindeutiger und offener als mit diesem Zitat aus der Katholischen Kirchenzeitung der Diözese Augsburg vom 2.11.2008 hätte der katholische Militärbischof Mixa das Fazit der 53. Gesamtkonferenz der Militärseelsorger nicht auf den Punkt bringen können. Es geht einerseits um Missionierung unter Missachtung der Religionsfreiheit der Nichtreligiösen - immerhin 42 Prozent der Bundeswehrangehörigen sind konfessionslos - und andererseits um die Vermittlung einer Berufsauffassung in altbekannt christlicher Tradition. Da die NATO (und damit auch die Bundeswehr) seit 1992 nicht mehr als Verteidigungsbündnis, sondern als ggf. weltweit operierende Eingreif- und Angriffsarmee definiert ist, wird der Rückgriff auf die christlich-abendländische Tradition nur logisch: Welche andere Organisation als die Kirche (vor allem, aber nicht nur die katholische) hätte denn eine mehr als tausendjährige Erfahrung im Führen von effektiven Angriffskriegen?

Daher rufen wir alle Organisationen, denen Weltanschauungsfreiheit, Verteidigung der Bürgerrechte und Friedenserziehung wichtig sind, zu Initiativen auf mit dem Ziel die oben dargestellte Kursänderung in der Militärseelsorge rückgängig zu machen. Speziell sprechen wir hier die Humanistische Union, die Deutsche Friedensgesellschaft und die deutsche Sektion von Amnesty International, aber auch die Oppositionsparteien im
Bundestag an.

Der Bund für Geistesfreiheit wird allen Soldaten Unterstützung zukommen lassen, die sich gegen die Zwangsteilnahme am militärischen Religionsunterricht wehren. Wie sehr es hier um Missionierung geht, machte der Militärbischof in seinem abschließenden Statement deutlich auf die Frage "Sie sind hier in Brandenburg, wo der Anteil der Christen niedrig ist. Gibt es eine missionarische Dimension in der Militärseelsorge?"

Die (um einige Floskeln leicht gekürzte) Antwort: "Die missionarische Dimension ergibt sich von allein. Am Standort und im Einsatz sind unsere Seelsorger gefragt. Sinnfragen und die Frage nach Gott spielen da immer eine Rolle. Wir brauchen da gar nicht zu werben. Durch aufgeschlossenes "Da-sein" geben wir den jungen Leuten Gelegenheit auch in unseren Gottesdiensten etwas vom Glauben kennenzulernen." Deutlicher geht es nicht mehr, aber jetzt ist auch unser deutliches Eintreten für eines der wichtigsten Grundrechte gefragt!

Gerhard Rampp


Bund für Geistesfreiheit Bayern
- Pressereferat -
Rainer Hamp, Neuburg, und Gerhard Rampp, Augsburg...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/308.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ständige VN-Sicherheitsratsmitglieder scheitern mit Versuch Streumunition zu legalisieren ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/259</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-259</guid><description><![CDATA[
VN- Generalsekretär zeigt sich besorgt über Antifahrzeugminen und moderne Waffentechnologie

(Genf/Berlin 14.11.2008)   Die ständigen Sicherheitsratsmitglieder USA, Russland und China scheiterten auf dem heute in Genf beendeten Staatentreffen im Rahmen der VN-Waffenkonvention (CCW) mit dem Versuch, Streumunition zu legalisieren. 

Russland und die USA beschuldigten die „Oslo-Staaten" (Norwegen, Australien oder auch Belgien) eine Lösung der Probleme, die durch Streumunition verursacht werden, zu verhindern. Die „Oslo-Staaten" hatten im Laufe der kontrovers verlaufenden Konferenz entschiedenen Widerstand gegen jeden Versuch geleistet, einen zweiten, sehr viel niedrigeren und unverbindlichen Verbotsstandard für Streumunition zu installieren. Dieser Standard hätte weiterhin den Einsatz fast aller gängigen Streumunitionstypen erlaubt, eine unverbindliche Opferhilfe etabliert und den Unterzeichnern Übergangsfristen von bis zu 20 Jahren gewährt. 

Ein solcher Verbotsstandard, so die vom Konferenzverlauf enttäuschten „Oslo- Staaten", würde weit unterhalb der im Mai 2008 im Rahmen des Oslo-Prozesses erzielten Einigung von 107 Staaten auf ein umfassendes Verbot von Streumunition liegen und insofern sei der Vorwurf der Verhinderung einer Problemlösung absurd. Auch Indien, Pakistan, Israel und Brasilien hatten die Legitimierungsversuche der ständigen Sicherheitsratsmitglieder unterstützt und sich gegen den Oslo-Prozess ausgesprochen. Die deutsche Delegation hingegen erklärte, dass Außenminister Steinmeier die „Convention on Cluster Munitions" in Oslo für Deutschland unterzeichnen wird. 

 „Der gescheiterte Versuch Streumunition zu legalisieren hat den Oslo-Prozess weiter gestärkt und wird jetzt den Druck auf die Hersteller und Anwender nur noch erhöhen, was wir ausdrücklich begrüßen", sagt Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de, einem Zusammenschluss von 17 deutschen Nichtregierungsorganisationen. 

„All diejenigen Staaten, die es mit einem Verbot von Streumunition Ernst meinen, werden sich nun der Mehrheit der Staaten anschließen und die „Convention on Cluster Munitions" in Oslo unterzeichnen", sagt Thomas Nash, Koordinator der Cluster Munition Coalition (CMC). 

„Im Rahmen der VN-Waffenkonvention erscheint ein der humanitären Problematik angemessenes Protokoll nur dann verhandelbar, wenn ein völlig neuer Entwurf erarbeitet wird, der die Verbotsdefinitionen des Oslo-Prozesses enthält, aber ggf. großen Anwender- und Lagerstaaten Übergangsfristen für die Zerstörung ihrer Munitionen einräumt," so Küchenmeister.  

Ob und wie das Thema Streumunition im Jahr 2009 im Rahmen der Gespräche der Regierungsexperten (Group of Governmental Experts) weiter behandelt werden soll, ist offen. Einige Staaten (u.a. USA und Russland) zeigten sich skeptisch für die zukünftigen Gespräche. Ein zukünftiges Verhandlungsmandat dürfe weder Russlands Verteidigungsfähigkeit in Bezug auf den Einsatz von Streumunition beeinträchtigen, noch irgendwelche finanziellen Konsequenzen für das Land haben, sagte der russische Botschafter Antonov. Alle technischen Vorschriften eines möglichen Verbotes für Streumunition müssten unverbindlich formuliert sein. 

Die große Mehrheit der CCW-Vertragsstaaten unterstrich die Bereitschaft, die Bemühungen um ein Verbot im Rahmen der VN-Waffenkonvention auch weiterhin zu unterstützen. „Die Bundesregierung muss auch weiterhin konsequent dafür eintreten, dass die im Oslo-Prozess vereinbarten Bestimmungen auch in zukünftige Protokolle der VN-Waffenkonvention  aufgenommen und nicht aufgeweicht werden," fordert François de Keersmaker von Handicap International Deutschland. 

VN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte im Vorfeld der Konferenz die Notwendigkeit eines Verbotsvertrages für Streumunition im Rahmen der VN- Waffenkonvention unterstrichen. In einem Grußwort an die Konferenz forderte Ban Ki Moon die Delegierten auf, sich bei den Bemühungen um ein Verbot von Streumunition von humanitären Gesichtspunkten leiten zu lassen. 

Auch auf die humanitären Herausforderungen, die sich durch die Weiterentwicklung der Waffentechnologie ergeben, müsse reagiert werden, so der VN-Generalsekretär. Außerdem müsse mehr getan werden, um die durch Antifahrzeugminen verursachten Probleme zu lösen, sagte Ban Ki Moon, was die deutsche Delegation ausdrücklich unterstützte. Die große Mehrheit der CCW-Staaten sprach sich für Verhandlungen über einen neuen Verbotsvertrag für Antifahrzeugminen aus. Das Aktionsbündnis Landmine.de fordert alle Staaten auf, den Oslo-Prozess zu unterstützen und die Convention on Cluster Munitions am 3. und 4. Dezember 2008 in Oslo zu unterzeichnen. 

Aktionsbündnis Landmine.de ist Mitglied der Internationalen Kampagne zum Verbot von Streumunition (CMC) und der Internationalen Kampagne zum Verbot von Antipersonenminen (ICBL). 

Aktuelle Informationen zum Thema und zur Konferenz sind den Websites   und   zu entnehmen. 

Kontakt: 
Thomas Küchenmeister, Leiter Aktionsbündnis Landmine.de / CMC- Deutschland +49 (0)30 32661681 / +49 (0)175-4964082. 

François De Keersmaeker, Geschäftsführer Handicap International Deutschland +49 (0)177-5563555. 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/167.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Obama: Friedenspolitisch leider wenig Anlass zu Optimismus]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/258</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-258</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung 2008/029 des DFG-VK-Aktiven Tobias Pflüger
(auch Mitglied des Europäischen Parlamentes)

Brüssel, den 5.11.2008

Auch wenn - gerade in Europa - viele Hoffnungen mit der Wahl Barack Hussein Obamas zum neuen US-Präsidenten verbunden sind, zeigt jedoch eine genauere Betrachtung, dass gerade aus friedenspolitischer Sicht eher Anlass zu Besorgnis angebracht ist.

Ein Blick auf das Beraterteam des gewählten US-Präsidenten zeigt auf, wohin es unter Barack Obama gehen könnte: Beispiel Wesley Clark: Er war derjenige, der als NATO-Oberbefehlshaber den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien leitete. Samantha Power steht dafür, dass für die gewaltsame Verbreitung von "Demokratie", "Menschenrechten" und freien Märkten jedes militärische Mittel recht ist.

Der frisch gewählte US-Präsident will zusammen mit seinem Vize-Präsidenten auch nach 2010 eine Kerntruppe für bestimmte Aufgaben im Irak belassen: für das Vorgehen gegen die Reste von Al-Kaida, den Schutz unserer Dienstleister und Diplomaten, und die Ausbildung und die Unterstützung der irakischen Sicherheitskräfte. Auch deren Umfang hat Obama bereits angedeutet: 30.000 Soldaten! Ist das der von vielen Wähler/innen ersehnte Abzug aus dem Irak?

Gerade was die amerikanisch-russischen Beziehungen anbelangt, wäre ein "change" dringend nötig, um die sich verschärfenden Konflikte nicht in einen "Neuen Kalten Krieg" abgleiten zu lassen. Doch auch hier kann die Auswahl von Obamas Beratern, insbesondere Zbigniew Brzezinski, alles andere als zuversichtlich stimmen. Zum Georgienkrieg verglich Brzezinski Putins Vorgehen mit der Hitlers und forderte, dass dies nur zu "Ausgrenzung und wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen führen kann. Wenn Russland diesen Kurs weiterfährt, muss es letztendlich innerhalb der Staatengemeinschaft isoliert werden."

Schließlich steht zu erwarten, dass Obama - nicht zuletzt aufgrund der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der USA - von den EU-Ländern einen deutlich größeren militärischen Beitrag zur Aufrechterhaltung der derzeitigen Weltordnung einfordern wird. So will Obama nicht nur den Krieg in Afghanistan auch nach Pakistan ausweiten und etwa 10.000 Soldaten mehr dorthin schicken, sondern er fordert auch von den Verbündeten eine deutlich größere Beteiligung - insbesondere in Afghanistan.

Es deutet sich eine "Neue Transatlantische Partnerschaft" an, die ihre institutionelle Entsprechung in einer revitalisierten NATO finden würde, dafür wäre der in der EU äußerst beliebte Obama geradezu der ideale Kandidat. Die Folge wäre aber lediglich eine Verschiebung der militärischen Beiträge und eine noch militaristischere EU-Außenpolitik. Auf die Freude über die Wahl Obamas in der EU und Deutschland könnte also der große Katzenjammer folgen.

Quelle:
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/165.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[OEF beenden - nicht schönreden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/257</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-257</guid><description><![CDATA[Zugeständnis an die Bevölkerung: Keine KSK mehr nach Afghanistan Betrug an der Bevölkerung: KSK bleibt in Afghanistan

Kassel, 4. November 2008 - Zur Parlamentsdebatte über die Verlängerung des sog. "Antiterrorkriegs" im Rahmen der Operation Enduring Freedom (OEF) erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:

Das neue Mandat für den Bundeswehreinsatz im Rahmen der US-geführten Operation Enduring Freedom in Afghanistan, am Horn von Afrika und im Mittelmeer sieht den Einsatz der Elitekampftruppe KSK (Kommando Spezialkräfte) nicht mehr vor. In zahlreichen Erklärungen der Bundesregierung war bereits behauptet worden, KSK habe ohnehin nicht mehr in Afghanistan eingesetzt worden, werde also offenbar nicht mehr gebraucht. Am KSK hatte sich seit geraumer Zeit zunehmende Kritik auch aus den Reihen der Regierungskoalition entzündet. Manch Abgeordneter lässt sich nicht mehr damit abspeisen, dass über die Handlungen und Operationen des KSK regierungsseitig Stillschweigen gewahrt wurde. Der Verdacht, wonach das KSK in geheime Kommandoaktionen an der Seite der USA verstrickt oder an der illegalen Zuführung von Gefangenen an die US-Streitkräfte beteiligt gewesen sei, ist nie ausgeräumt worden.

Wenn nun das KSK aus dem Mandat gestrichen wird, dann ist das der Kritik aus dem eigenen Lager geschuldet. Die Große Koalition befürchtet offenbar ein weiteres Anwachsen der Opposition im Bundestag.

Tatsächlich denkt aber die Bundesregierung nicht daran, das KSK abzuziehen. Deutsche KSK-Elitesoldaten bleiben laut Verteidigungsminister Franz Josef Jung in Afghanistan. In der ARD sagte Jung am 16. Oktober d.J., ein Einsatz im Rahmen der US-geführten Anti-Terror-Mission "Operation Enduring Freedom" sei in Zukunft zwar
nicht mehr notwendig. Das KSK sei aber weiterhin "zur Terrorbekämpfung im Rahmen der NATO-geführten Schutztruppe ISAF" einsetzbar (SZ-online, 16. Oktober 2008).  Wer wundert sich da noch, wenn der ISAF-Einsatz selbst immer mehr zu einem "Antiterrorkrieg" wird und entsprechend Zerstörungen und zivile Opfer fordert. Es ist schon erstaunlich, dass dieser Aspekt in der Bundestagsdebatte von keiner Fraktion außer der der LINKEN angesprochen wurde.

Augenwischerei ist es auch, wenn Verteidigungsminister Jung die Leistungen der Marineeinheiten vor dem Horn von Afrika in den schönsten Farben lobt. Aber was bedeutet es, wenn eine größere Anzahl von Schiffen von deutschen Marinesoldaten angehalten, durchsucht oder begleitet wurden? In den sieben Jahren der Dauer des Einsatzes ist kein einziger Fall aufgetreten, wo auf diesem Weg auch nur ein einziger Terrorist gefunden, geschweige denn dingfest gemacht worden ist. Der Einsatz ist
also eine einzige Luftnummer, eine symbolische Präsenz deutschen Militärs "out of area" und eine symbolische Komplizenschaft mit den USA, der Führungsnation von OEF. 48 Mio. Euro - die Kosten für die nächsten 13 Monate - sind ein zu hoher Preis für diese Art von "uneingeschränkter Solidarität".

Der Bundesausschuss Friedensratschlag weist zum wiederholten Mal darauf hin, dass der sog. Krieg gegen den Terror, den 2001 der US-Präsident Bush ausgerufen hatte, erstens völkerrechts- und grundgeseztztwidrig ist (Terroristen sind kein Objekt für das Militär, sondern für die zur Verbrechensbekämpfung zuständigen Organe) und zweitens zu keinem anderen Ergebnis geführt hat, als den Terrorismus in aller Welt zu fördern.
Hinzu kommen drittens die steigenden Kosten des Krieges sowie die Militarisierung der "Inneren Sicherheit" im eigenen Land. Die Friedensbewegung wird ihre Kampagne gegen den Afghanistankrieg und gegen den weltweiten "Krieg gegen den Terror" weiterhin grundsätzlich kritisieren und bekämpfen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/303.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag: Ausweitung des Krieges droht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/255</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-255</guid><description><![CDATA[Nach dem neuerlichen Bundeswehr-Beschuss von Zivilisten in Afghanistan und dem US-Angriff auf ein Dorf in Syrien warnt der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag vor einer gefährlichen Ausweitung des sog. "Krieges gegen den Terror".

Es vergeht kaum ein Tag, an dem in Afghanistan nicht Zivilpersonen, darunter Frauen und Kinder,  bei Kampfeinsätzen der  NATO ums Leben kommen. So sind am Wochenende acht Mitarbeiter einer Straßenbaufirma bei einem US-Luftangriff, der sich angeblich gegen "Terroristen" richtete, getötet worden. Bei einem Vorfall am letzten Freitag (24. Okt.) haben Bundeswehrsoldaten an einer Straßensperre ein Auto beschossen und dabei fünf Insassen verletzt, zwei davon schwer.

Am Sonntag (26. Okt.) flog die US-Armee vom Irak aus einen tödlichen Angriff auf ein Dorf in Syrien, etwa acht km jenseits der irakisch-syrischen Grenze. Fazit: Neun getötete und 14 verletzte Zivilisten, die mit dem Bau eines zivilen Gebäudes beschäftigt waren.

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hat mit dem Krieg der USA im Irak scheinbar nichts zu tun. Was beide indessen verbindet, ist der beiden Kriegen zu Grund liegende Auftrag, den internationalen Terrorismus dort zu bekämpfen, wo er ist, damit er  zu uns kommt. Die Wahrheit sieht in zweifacher Hinsicht anders aus:
1) geht es den USA im Irak und der NATO einschließlich der Bundesrepublik in Afghanistan nicht in erster Linie um die Bekämpfung des Terrorismus, sondern um die militärische Durchsetzung geostrategischer Interessen, die sich um die Kontrolle des Nahen/Mittleren Ostens und Zentralasiens mit den größten Erdöl- und Erdgasressourcen der Welt drehen.
2) Es liegt in der Logik des "Krieges gegen den Terror", dass er sich geografisch nicht eingrenzen lässt und in der Konsequenz den ganzen Erdball zum Kriegsschauplatz erklärt. Längst ist der Afghanistankrieg auf Pakistan ausgeweitet worden, und die Pläne der USA, mittels Militärintervention einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen, sind nicht ad acta gelegt.

Ob der Angriff auf syrisches Territorium zudem eine militärische Eskalation im Nahen  Osten provozieren soll, um dem angeschlagenen Präsidentschaftskandidaten McCain zurück ins Rennen zu verhelfen, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Wichtiger ist die Botschaft, dass der US-geführte "Krieg gegen den Terror" keine Rücksicht auf das Völkerrecht (Unverletzlichkeit der Grenzen) und auf Leib und Leben der Menschen nimmt.

Diesem System hat sich auch die Bundesregierung verschrieben. Es gibt keine Proteste oder gar diplomatische Demarchen von Seiten Berlins beim Verbündeten USA wegen der Ausweitung des Kriegs auf Pakistan oder wegen der US-Kriegsführung in Irak. Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

Die Friedensbewegung zieht aus der neuerlichen Eskalation die Konsequenz, ihren Kampf für die Beendigung des Afghanistaneinsatzes fortzuführen und zugleich die beginnende Aufklärungskampagne über die tödliche Militärallianz NATO zu verstärken.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

Bei Rückfragen:
P. Strutynski: 0561/804-2314; mobil: 0160-97628972

Unsere Empfehlung:
Besuchen Sie die friedenspolitische Website der AG Friedensforschung, 
u.a. mit den Dossier zu Afghanistan und Irak:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nein zum Bombodrom!  -  Für eine echte europäische Friedens- und Sicherheitspolitik!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/253</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-253</guid><description><![CDATA[Die Mitgliederversammlung der Kooperation für den Frieden verabschiedete am 19.10.2008 nachfolgenden Brief an die Abgeordneten des Bundestages

Sehr geehrte Damen und Herren,

Für Mitte November 2008 ist eine Sitzung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages geplant, in der es um die Petitionen gegen die weitere militärische Nutzung des ehemaligen sowjetischen "Bombodroms" in der Kyritz-Ruppiner Heide gehen soll. Nach uns vorliegenden Informationen haben die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD sich in Vorfeld auf eine Beschlussvorlage geeinigt, die den Truppenübungsplatz als grundsätzlich sinnvoll bezeichnet und die Petitionen der Bundesregierung lediglich als Material überweist.

Wir fordern den Deutschen Bundestag auf, sich klar gegen den Luft-Boden-Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide zu positionieren. Die Petitionen müssen der Bundesregierung zur Berücksichtigung überwiesen werden! 
Mit Sorge verfolgen wir die zunehmende Militarisierung der europäischen Außenpolitik und die damit einhergehende Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee. Wie im "Headline Goal 2010" beschrieben, plant der Europäische Rat den Ausbau der EU-Streitkräfte bis zum Jahr 2010. Ziel ist es, EU-Truppen zu haben, die innerhalb von wenigen Tagen weltweit einsatzbereit sind - "effektiv, glaubwürdig und kohärent". Dazu sind auch gemeinsame militärische Übungen nötig. Im Papier heißt es, dass bis 2010 Kriterien dafür entwickelt werden sollen, welche Ziele die nationalen Armeen im Bereich multinationalen Trainings zu erfüllen haben. Aus dem Betriebskonzept der Bundeswehr für den Truppenübungsplatz Wittstock aus dem Jahr 2003 und anderen Verlautbarungen der Bundeswehr können wir schließen, dass die oben genannten Fähigkeiten - das Zusammenwirken von Luftwaffe und Bodentruppen im Rahmen der EU Battle Groups und der NATO Response Forces - unter anderem in Wittstock trainiert werden sollen.

Ein Blick auf die laut Betriebskonzept beteiligten Flugzeuggattungen und deren Waffensysteme macht schnell deutlich, für welche Art von Einsätzen Soldatinnen und Soldaten in der Kyritz-Ruppiner Heide ausgebildet werden sollen:Tornados, A-10, F-16 und Mirage können mit völkerrechtswidrigen Atomwaffen bestückt werden. Von den A-10 ist zudem bekannt, dass sie Munition aus abgereichtertem Uran verschießen. Tornados und Eurofighter sind dafür ausgestattet, mit HARM-Raketen die Flugabwehr des Gegners auszuschalten (wie beim Angriff auf Jugoslawische Städte geschehen). Sie können zum Abwurf von Clusterbomben dienen (die weltweit geächtet sind) und können mit dem Marschflugkörper "Taurus" ausgestattet werden (definitiv eine Angriffswaffe).

Bei den geplanten Einsätzen der EU-Battle Groups und der NATO Response Forces geht es ganz offensichtlich nicht um Verteidigung gegen einen militärischen Angriff, auch nicht um humanitäre Hilfe oder den Schutz von Menschenrechten. Die Struktur und Bewaffnung der Verbände macht deutlich, dass hier der Angriffskrieg geübt werden soll, die militärische Intervention in aller Welt, der Kampf um wirtschaftliche Ressourcen und geostrategische Einflusszonen mit allen Mitteln.

Wir wissen, dass in den Kommunalparlamenten, Kreistagen und Landtagen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Politikerinnen und Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien klar Position gegen das Bombodrom bezogen haben. Sie begründen ihre Entscheidungen vor allem mit dem Argument, dass militärische Tiefflüge sich nicht mit einer gesunden Entwicklung des Tourismus in der betroffenen Region vereinbaren lassen. Sie als Abgeordnete des Bundestages haben vielleicht mehr die bundespolitischen und damit auch verteidigungspolitischen Gesichtspunkte im Blick....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/177.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[CDU-Stahlhelmfraktion sagt der größten deutschen Friedensorganisation den Kampf an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/245</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-245</guid><description><![CDATA[Der Versuch, die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) zu diffamieren, ist ein Rohrkrepierer

Zum den Entschließungsantrag der CDU-Fraktion „keine Verhöhnung von gefallenen Soldaten der Bundeswehr“, bezugnehmend auf ein Plakat des Berliner `Büros für antimilitaristische Maßnahmen`(BAMM), erklärt Ulrich Wilken, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:  

„Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass die hessische CDU ihrem Ruf als rechte Stahlhelmfraktion gerecht werden möchte, hat sie ihn nun erbracht: Ein seit fünf Jahren (!) auf der Homepage der DFG-VK Berlin-Brandenburg zu findendes Plakat gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr, nimmt die CDU-Landtagsfraktion nun zum Anlass, einen Entschließungsantrag zu stellen. In diesem werden alle Landtagsdabgeordneten aufgefordert, die Mitgliedschaft in dieser ältesten und größten Friedensorganisation des Landes zu beenden. Der Vorgang ist in gleich mehrfacher Hinsicht abstrus und hat nichts mit dem Inhalt des Plakates zu tun, auf dem der Tod eines Bundeswehrsoldaten als `Schritt zur Abrüstung` bezeichnet wird - was die Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag als geschmacklos und als einen würdelosen Umgang mit dem Leid und Tod von Menschen betrachtet. Doch es handelt es sich nicht um ein DFG-VK-Plakat, sondern um eines des Berliner Büros für antimilitaristische Maßnahmen (BAMM). Dieses Büro unterhält eine gemeinsame Homepage mit dem DFG-VK-Landesverband Berlin-Brandenburg. Das heißt: Die CDU baut einen Popanz auf und schlägt anschließend darauf ein. Mit einer ernstzunehmenden politischen Auseinandersetzung hat das nichts zu tun.“

Interessant sei auch die Vorgeschichte, so Wilken. Nachdem das Plakat fünf Jahre auf der Homepage gestanden hatte, sei es kürzlich auf rechten Internetseiten mit den aktuellen Ereignissen in Afghanistan, dem Tod mehrerer deutscher Soldaten verknüpft worden. Anschließend habe es zunächst die rechte Presse aufgegriffen, dann sei es auf die Seite1 des Boulevardblatts BILD gelandet. In diesem Moment habe sich offenbar die CDU-Stahlhelmfraktion bemüßigt gesehen, den Vorgang zu einem Thema im Hessischen Landtag zu machen.

Gerade in Zeiten, in den die Bundesregierung auf militärische Formen der Konfliktaustragung setzt und Kriegsbeteiligungen traurige Realität geworden sind, sei das Engagement in Friedensorganisationen wie der DFG-VK wünschenswert und notwendig, so Wilken.

Da sich die DFG-VK nicht im Landtag direkt gegen die Verleumdung der hessischen CDU-Landtagfraktion wehren kann, dokumentiert die Fraktion DIE LINKE die Pressemitteilung des DFG-VK-Bundesverbands zu dieser Sache.

{Erklärung des Bundessprecherkreises der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen zur Arbeit der DFG-VK vom 04.09.2009):



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/114.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kongress "Kultur des Friedens" gibt Signale für eine solidarische Zukunft  - Viele Themen, viele Impulse – aber auch Potest gegen Reiseverbote]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/234</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-234</guid><description><![CDATA["Die Heilung zum Frieden braucht Impulse von unten", sagte der Psychoanalytiker und Buchautor Horst-Eberhard Richter heute auf der Abschlussveranstaltung des Kongresses "Kultur des Friedens" in Berlin. Auf dem dreitägigen Kongress der friedenspolitischen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) beschäftigten sich rund 700 Besucherinnen und Besucher und 50 ReferentInnen mit den globalen Bedrohungen der heutigen Zeit. 

Den Wettkampf um die Ressourcen als Kriegsursache thematisierten zahlreiche Veranstaltungen auf dem Kongress. Die Welt könne nur Frieden schaffen, wenn sie sich endlich von der Abhängigkeit der fossilen Ressourcen befreit, so der Tenor des Vortrages von Journalist und Publizist Andreas Zumach. "Bis ca. 2050 sollten wir lernen, etwa ein Fünftausendstel des Angebots der Sonne für dann 9 Milliarden Menschen  für unsere Energieversorgung zu nützen", so Hartmut Graßl, ehemaliger Leiter des Weltklimaforschungsprogramms der UN. Die Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit von Bevölkerungsgruppen besonders in Ländern des Südens thematisierte David McCoy, Mitherausgeber des alternativen Weltgesundheitsberichtes Global Health Watch. 

Zur "Marginalisierung der Weltmehrheit" resümierte Neville Alexander, Sprachwissenschaftler aus Südafrika: "Afrika wird das Zeitalter der Globalisierung überleben." Der geringe Anteil am Welthandel böte dem Kontinent zugleich die Chance, gegen die neoliberale Globalisierung eigene Ansätze solidarischer Entwicklung zu verfolgen. Alexander nannte dafür einige Beispiele genossenschaftlicher Modelle aus den Ländern Afrikas.
Ganz konkret beschäftigten sich zwei Veranstaltungen des Kongresses mit dem horrenden Problem der Kleinwaffengewalt in den Globalen Ländern des Südens. 

Die kanadische Ärztin Mary Wynne Ashford erinnerte die ZuhörerInnen an die Kraft und Möglichkeiten der Zivilgesellschaft. Der Physiker und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr rief dazu auf, Grenzen zu überwinden und zusammen zu arbeiten: "Frieden ist keine Ruhe, Frieden ist ein Spannungszustand des Unterschiedlichen - Polarisierung, aber auch die Fähigkeit zur Kooperation. Wir müssen lernen, dass Unterschiedliche als Vorteil zu sehen".

Die Ärzteorganisation IPPNW und die TeilnehmerInnen protestierten gegen die Weigerung Israels, die Kongressreferenten Dr. Eyad Rajab El Sarraj und Dr. Achmad Abu Tawahina aus Gaza ausreisen zu lassen. Die beiden Psychiater hatten Visa von den deutschen Behörden erhalten. Ein Sprecher der IPPNW kritisierte dies als Verweigerung des Menschenrechts auf freie Bewegung. Israel verweigere damit zwei auf Ausgleich und Versöhnung bedachten Palästinensern die Chance, ihre kritische Sicht der Lage in Europa darzustellen und für die Verständigung zwischen Palästina und Israel zu werben. 

IPPNW - Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.  
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung gegen Sicherheitskonferenz in Berlin - Dem Militär-Industrie-Komplex in die Suppe spucken]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/230</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-230</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

- Ein Hauch von "Münchner Sicherheitskonferenz" in Berlin
- NATO-Erweiterung und Erhöhung des Afghanistaneinsatzes als Themen
- Rüstungsindustrie beim "Networking" mit Militär und Politik
- Innenminister Schäuble spricht zum "islamistischen Terrorismus"
- Im Fokus: "Unbemannte Systeme"
- Begleitaktionen der Friedensbewegung

Kassel/Berlin, 8. September 2008 - Anlässlich der 5. Handelsblatt-Konferenz zur "Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie", die am 9. und 10. September in Berlin stattfindet, erklärten für den Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski und Elke Zwinge-Makamizile:

Zum fünften Mal veranstaltet die angesehene Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" in Berlin eine Konferenz zu aktuellen Problemen der Sicherheitspolitik. Daran nehmen hochkarätige Vertreter (so gut wie keine Vertreterinnen) aus deutscher und internationaler Politik und interessierter Wirtschaft teil. Die Liste der Referenten und
Podiumsteilnehmer liest sich fast wie ein "Who is Who?" der Rüstungslobby. Das vorliegende Programm erweckt den Eindruck, als handle es sich bei dieser Konferenz um eine Berliner Ausgabe der "Münchner Sicherheitskonferenz", die 2008 zum letzten Mal unter Horst Teltschik in München stattfand und ab 2009 unter neuer Leitung vermutlich in Berlin stattfinden wird.

Worum es auf der Konferenz im vornehmen Sofitel Berlin Schweizerhof geht, hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung in seinem Grußwort dankenswerterweise klar benannt: Das "Programm (umfasst) die unterschiedlichen Ebenen und Aspekte von Sicherheit: international und national, EU und NATO, Homeland Security, Terrorismusbekämpfung sowie Rüstungskooperation." Dass es sich dabei um eine ergebnisoffene Konferenz handelt, auf der Standpunkte und Meinungen lediglich
ausgetauscht werden, sondern dass die Verbesserung der Schlagkraft der Bundeswehr (und natürlich auch der NATO) dabei im Zentrum steht, geht ebenfalls eindeutig aus dem Grußwort des Ministers hervor: "Erfolge in diesen Bereichen gründen sich neben politischen Mitteln auch auf eine hochwertige technische Ausstattung. Nur durch sie können wir verantworten, unsere Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätze zu schicken."

Auch im Einladungstext der Veranstalter wird die Intention der Konferenz deutlich benannt: "Es gilt nun eine Perspektive für neue potenzielle Mitgliedsländer (der NATO, Anm. P.S.) zu entwickeln und zeitgleich Antworten für Konfliktregionen, speziell für Afghanistan, zu finden." 

Angesichts der Gästeliste und der eingeladenen Referenten fällt es nicht schwer, die "Antworten" auf die selbst gestellten Fragen zu erraten. Am ersten Tage sprechen ausschließlich Politiker, die den Einsatz der internationalen Besatzungstruppen in Afghanistan erhöhen und deren Schlagkraft verbessern wollen. Zu den Rednern zählen:
Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung, der afghanische Außenminister Dr. Rangin Dadfar-Spanta, der stellvertretender NATO-Generalsekretär Claudio Bisogniero sowie die Verteidigungsminister aus der Türkei (Vecdi Gönül), Pakistan (Kamran Rasool) und Kanada (Peter MacKay). Als einzige Frau in dieser Runde dabei: die Verteidigungsministerin Norwegens, Anne-Grete Strøm-Erichsen. Sie hat sich aus Sicht der deutschen Rüstungsindustrie besonders verdient gemacht, als sie 2007 eine Vereinbarung mit Eurofighter Jagdflugzeug GmbH abschloss, wonach die norwegische Seite sich über zwei Jahre mit bis zu 75 Millionen EURO pro Jahr an der Rüstungskooperation beteiligt.

Weitere Rüstungsunternehmen wie Krauss-Maffei Wegmann (Kassel/München), Rohde & Schwarz (München) oder die Lürssen Werft (Bremen) werden in den Diskussionsrunden zu Themen wie "Die Verteidigungsindustrie -- Stellenwert, Akzeptanz und Unterstützung in Deutschland" oder "Streitkräfte im Einsatz: Unterstützung durch Staat und Industrie" mitmischen und sich als "zuverlässige" Partner bei der weiteren Aufrüstung von Bundeswehr, NATO und Europäischer Union darstellen. Als Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz, die von einer Art Rüstungsmesse begleitet wird, werden "Unbemannte Systeme" vorgestellt. "Unbemannte Systeme" bilden nach Einschätzung von Fachkreisen einen enormen
"Innovationsschub" auf dem Gebiet der Militärtechnologie.

Nicht fehlen darf im Zeichen des weltweiten "Krieges gegen den Terror" auch das Thema "Innere Sicherheit" oder auch "Homeland Security". Dass zu diesem Thema der prominenteste Vertreter eines harten Kurses der Militarisierung der Inneren Sicherheit sprechen wird, nämlich Innenminister Wolfgang Schäuble, unterstreicht die eindeutige
Ausrichtung der Konferenz. Auch in diesem Panel ist die Industrie zur Stelle, um mit ihren "Produkten" die europäischen Abschottungstendenzen gegen unliebsame Immigration zu unterstützen. So spricht etwa ein Vertreter des Rüstungsunternehmens Thales (eine deutsche Tochter des französischen Rüstungsgiganten Thales) über "Maritime Sicherheit als Eckpfeiler eines umfassenden Homeland Security Ansatzes".

Die Friedensbewegung wendet sich gegen diese Zusammenkunft von (Militär-)Politik und Rüstungsindustrie aus denselben Gründen, wie sie die Münchner Sicherheitskonferenz kritisiert hat: Es ist ein Treffen, auf dem der militärisch-industrielle Komplex Gelegenheit erhält, seine Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel zu erhöhen. Treffend hat dies Ingo Bormann, Dezernatsleiter "Auslandseinsätze" im Heeresführungskommando zum Ausdruck gebracht, als er die Konferenz mit den Worten empfahl: "Eine exzellente Mischung aus Information und Diskussion verbunden mit ausgezeichneten Networking-Möglichkeiten."

Genau das ist der springende Punkt: Ein solches "Networking" aus Politik, Industrie und Militär verträgt sich nicht mit einem zivilen demokratischen Gemeinwesen. Es verträgt sich in diesem konkreten Fall auch nicht mit dem Wunsch der Bevölkerungsmehrheit, den Afghanistankrieg zu beenden (die Konferenz berät über dessen "Optimierung"). Und es verträgt sich nicht mit der Entwicklung einer auf Entspannung und
Kooperation orientierten Politik gegenüber dem neu entdeckten Feindbild Russland, wenn die Konferenz auf die Erweiterung der NATO um "neue potenzielle Mitgliedsländer" orientiert. Nach Lage der Dinge kann damit zur Zeit nur die unkluge und höchst gefährliche Aufnahme der Ukraine und Georgiens gemeint sein.

Gruppen der Berliner Friedensbewegung werden die Konferenz kritisch begleiten. Am Dienstag um 8.30 Uhr werden die Tagungsteilnehmer/innen vor dem Sofitel Schweizerhof (Budapester Str. 25) "begrüßt". Um 15 Uhr wird es am Wittenbergplatz (Südseite/KaDeWe) eine Kundgebung mit Dr. Seltsam geben; daran schließt sich gegen 16 Uhr ein Rundgang vom Wittenbergplatz zum Tagungshotel und wieder zurück an. Von 19.30 bis 21.30 Uhr schließlich protestieren die FriedensaktivistInnen mit einer
Mahnwache vor dem Berliner "Wasserwerk", wo die Konferenz zu einem "Dinner" geladen ist. (Hier wird übrigens Wolfgang Ischinger, der neue Leiter der "Münchener Sicherheitskonferenz" ein Dinner-Speech halten.) Ob die Friedensbewegung hierzu oder zum Mittagessen geladen wird, das der Rüstungskonzern Thales den Teilnehmern spendiert, ist zu bezweifeln. Die Furcht der Veranstalter dürfte doch zu groß sein, dass ihnen dabei in die Suppe gespuckt wird.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Elke Zwinge-Makamizile, Berlin
Peter Strutynski, Kassel (Sprecher)

Bei Rückfragen:
Elke Zwinge-Makamizile: 030/88683368
P. Strutynski: 0561/804-2314; mobil: 0160-97628972...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/229</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-229</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 4. September 2008 - Zur Auseinandersetzung um ein von der DFG-VK-Gruppe Berlin-Brandenburg herausgegebenes Plakat, worin der Tod eines  Bundeswehrsoldaten "begrüßt" wird, erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag:

Der Friedensbewegung wurde mit der Herausgabe des umstrittenen Plakats ein Bärendienst erwiesen: Sie muss sich jetzt mit Angriffen, Verdächtigungen und Verleumdungen auseinandersetzen, die sie weder will noch verdient hat.

Das Plakat ist zynisch, dumm und schädlich. Sich über den Tod von Soldaten zu freuen, ist zynisch und menschenverachtend, weil übersehen wird, dass es sich dabei um Menschen handelt, die wie alle anderen Menschen auch ein Recht auf Leben haben. Der Einsatz von Soldaten in einem Krieg, den man ablehnt und sogar für ein Völkerrechts-Verbrechen hält, rechtfertigt unter keinen Umständen, dem einzelnen Soldaten den Tod zu wünschen.

Das Plakat ist dumm. Wer die Bundeswehr reduzieren oder gar ganz abschaffen will (wozu es gute Gründe gibt), kann das nur auf politischem Weg durchsetzen. Die "Hoffnung" auf eine allmähliche Selbst-Reduzierung der Armee durch eine ansteigende Zahl von getöteten Bundeswehrsoldaten soll zwar witzig gemeint sein, ist aber idiotisch und führt völlig in die Irre. Sie setzt nämlich voraus, dass die Bundeswehr sich noch stärker im Afghanistan-Krieg verstrickt und möglichst noch in andere Kriege geschickt wird. Gerade das zu verhindern, ist aber das Ziel der Friedensbewegung.

Das Plakat ist schädlich. Die Friedensbewegung argumentiert in der Öffentlichkeit gegen den Krieg in Afghanistan und für den Abzug der deutschen Truppen. Eine große Mehrheit der Bevölkerung steht dem Afghanistaneinsatz ebenfalls ablehnend gegenüber. Zur Zeit bereitet die Friedensbewegung eine bundesweite Demonstration am 20. September in Berlin und Stuttgart vor. In einer solchen Situation kommt dieses Plakat gerade jenen recht, die vom Krieg ablenken wollen, damit er möglichst ungestört weiter geführt werden kann. Statt sich mit den Argumenten der Kriegsgegner auseinanderzusetzen, verlagern sie die Auseinandersetzung auf einen "Nebenkriegsschauplatz", eben das Plakat.

Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) erklärte zum Plakat gegenüber der BILD-Zeitung: "Das ist eine menschenverachtende Geschmacklosigkeit, die nicht mehr zu überbieten ist." Nein, Herr Robbe, die nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit ist der Krieg selbst. Für BILD handelt es sich um ein "widerliches Plakat". Über den "widerlichen Krieg" muss dann auch nicht mehr geschrieben werden.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

Bei Rückfragen:
Tel. 0561/804-2314; mobil: 0160-97628972

Unsere Empfehlung:
Besuchen Sie die friedenspolitische Website der AG Friedensforschung:

mit dem umfassenden Afghanistan-Dossier:


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[US-Irak-Kriegsverweigerer von Kanada in die USA abgeschoben und zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/227</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-227</guid><description><![CDATA[Proteste und Solidaritätsschreiben erbeten

Am 15. Juli hat die kanadische Regierung den Kriegsdienstverweigerer Robin Long in die USA abgeschoben. Am 15. August wurde er zu 15 Monaten Haft und zu unehrenhafter Entlassung verurteilt, wobei ihm 40 vergangene Hafttage angerechnet werden. Er wird 2 bis 3 Wochen in einem zivilen Gefängnis gefangen gehalten werden, um dann in einem Gefängnis der US-Armee inhaftiert zu werden.

Vor drei Jahren war Robin Long nach Kanada geflüchtet, statt im Irak-Krieg zu kämpfen, den er für unmoralisch und illegal hält. Er ist der erste Kriegsdienstflüchtling, der seit dem Vietnam-Krieg von Kanada an die USA ausgeliefert worden ist.

Robin Long ist wegen Desertion verurteilt worden. Seine Strafe gehört zu den längsten, 
die gegen Irak-Kriegsverweigerer verhängt wurden. Kanada beherbergt ungefähr 200 US-Soldaten, die sich weigern, im Irak-Krieg zu kämpfen. Gemäß einer Umfrage befürworten 64% der kanadischen Bevölkerung, ihnen ein permanentes Aufenthaltsrecht zu gewähren. Am 3. Juni hat das kanadische Unterhaus eine nicht-bindende Resolution verabschiedet, in der gefordert wird, US-SoldatInnen nicht abzuschieben, sondern ihnen zu erlauben, einen dauerhaften Aufenthalt in Kanada zu beantragen. Die konservative Regierung von Premierminister Harper ignoriert diese Resolution. Mehrere andere US-Kriegsdienstflüchtlinge in Kanada sind ebenfalls von Abschiebung in die USA bedroht, darunter Jeremy Hinzman, dem die Abschiebung für den 23. September angedroht wurde.

Die War Resisters' International (WRI) und die DFG-VK bitten um Protestschreiben an die US-Regierung und US-Vertretungen im Ausland.

Eine vorformulierte Protest-E-Mail an US-Präsident George W. Bush kann geschickt werden über


Die WRI und die DFG-VK fordern die sofortige Freilassung des Kriegsdienstverweigerers Robin Long und aller inhaftierten Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen.

Robin Long freut sich über Solidaritätspost.
Seine momentane Adresse:
-------------------------------------------------
Robin Long
El Paso County Criminal Justice Center
2739 East Las Vegas
Colorado Springs, CO 80906
USA
-------------------------------------------------

Ausführlichere Information in englischer Sprache:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesregierung trägt die Verantwortung für den Tod von Frauen und Kindern in Afghanistan - Friedensbewegung: Truppen raus aus Afghanistan!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/225</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-225</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 29. August 2008 - Zu den neuesten Vorfällen in Afghanistan erklärt der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:

"Südöstlich des Bundeswehrstützpunktes in Kundus hätten sich am Donnerstagabend zwei Fahrzeuge einem mit afghanischen Polizisten und deutschen Soldaten besetzten Checkpoint genähert, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe. Trotz eindeutiger Zeichen der Sicherheitskräfte seien die Fahrer der beiden Wagen weitergefahren. Daraufhin hätten die Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet."

Wie oft haben wir in den letzten Jahren solche und ähnliche Meldungen lesen müssen. Meist handelte es sich um Vorfälle im Irak und die Beteiligten waren fast immer US-Soldaten. Die Vorfälle der letzten Tage (90 getötete Zivilisten, 10 getötete französische Soldaten, ein toter Bundeswehr-Soldat) haben gezeigt, dass die Sicherheitslage in Afghanistan sich zunehmend verschlechtert und dass die Besatzungstruppen weiter unter Druck geraten.

Dies gilt auch für den angeblich "ruhigeren" Norden des Landes, in dem die Bundeswehr stationiert ist. Wovor die Friedensbewegung seit Jahr und Tag gewarnt hat, ist heute unübersehbar: Krieg und Besatzung in Afghanistan stecken in der Sackgasse. Die Lage für die Bevölkerung wird nicht besser, sondern schlechter. Immer mehr Zivilpersonen geraten zwischen die Fronten. Hilfsorganisationen werden wegen ihrer Nähe zu den Besatzungstruppen von den Aufständischen als Kombattanten angesehen.

Wir sagen: Die politische und moralische Verantwortung für die getöteten Zivilisten,  eine Frau und zwei Kinder, trägt die Bundesregierung.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag bekräftigt seine bisherige Haltung und fordert - in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Bevölkerung - die Bundesregierung und den Bundestag auf, im Herbst auf keinen Fall einer Aufstockung der Bundeswehr zuzustimmen, sondern den Militäreinsatz ganz abzulehnen. Bei den zahlreichen Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen zum diesjährigen Antikriegstag am 1. September steht für die Friedensbewegung das Afghanistan-Thema an erster Stelle.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)
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Besuchen Sie die friedenspolitische Website der AG Friedensforschung:
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zum 80sten Geburtstag von Andreas Buro]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/221</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-221</guid><description><![CDATA[Am 15. August feiert Andreas Buro, ein langjähriger Mitstreiter für den Frieden in der Welt und engagierten Pazifisten in der deutschen Friedensbewegung. Die DFG-VK und ihre Mitglieder gratuliert ihm recht herzlich und hofft auf eine langes weiteres gemeinsames Engagement!  - So lang es  nötig sein muß!

In einer Pressemitteilung würdigte das Netzwerk Friedenskooperative das Wirken von Andreas Buro. In der Kürze bleibt uns nichts mehr hinzu zufügen, ausführlicher kannn es immer sein, würde jedoch den Rahmen sprengen. 


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Die Mitteilung des Netwerkes:

Das Netzwerk Friedenskooperative gratuliert Andreas Buro herzlich zu
seinem achzigsten Geburtag am 15. August 2008. "Der
Friedensforscher, emeritierte Professor an der Uni Frankfurt und Aachener Friedenspreisträger 2008 ist der wohl wichtigste Mentor, Analyst und Ideengeber für die deutsche Friedensbewegung", betont Netzwerk Geschäftsführer Manfred Stenner.

"Andreas hat in den letzten Jahrzehnten so viele Aufs und Abs der sozialen Bewegungen miterlebt, dass ihm Euphorie und Resignation gleichermaßen fern liegen. Vielmehr folgt er dem Gramsci’schen Diktum vom Pessismismus des Wissens und dem Optimismus des Handelns", beschreibt das Komitee für Grundrechte und Demokratie die
Grundhaltung seines friedenspolitischen Sprechers im aktuellen Informationsbrief (siehe im Anhang als PDF-Dokument).

Dem entspricht die konstruktive Betonung der Möglichkeiten Ziviler Konfliktbearbeitung als Alternative zu den dominierenden militärischen Konflikt-"Lösungen", die Andreas Buro zu vielen Krisen und Kriegen vorgelegt hat.

"Die von Andreas Buro in letzter Zeit im Rahmen des Monitoring-Projekts für Zivile Konfliktbearbeitung (Träger ist der Zusammenschluss Kooperation für den Frieden) verfassten Dossiers mit detaillierten Vorschlägen für die Krisenherde Israel/Palästina,
Türkei/Kurdistan und den Konflikt um das iranische Atomprogramm sind realitätstüchtige Handlungsanleitungen für Politik wie Soziale Bewegungen, um ohne Krieg und Zerstörung Krisen bewältigen zu können", betont das Netzwerk Friedenskooperative.

Auch zu Afghanistan liegen konkrete Ausarbeitungen aus Buros Hand vor, die intensiv in die Diskussionen und Aktionsplanungen der Friedensbewegung einfließen.

Trennscharfe Analyse politischer und wirtschaftlicher Machtinteressen und die Entwicklung alternativer Handlungsoptionen für die Politik ging bei Andraes Buro immer einher mit der Ermutigung für die Einmischung von Bürgerinitiativen und Sozialer Bewegung in die politische Willensbildung. Weit mehr noch: Viele der wichtigen sozialen Bewegungen der Nachkriegszeit hat er selbst mitbegründet. Er war aktiv in der Kampagne "Kampf dem Atomtod" in den 50er Jahren, in der damaligen Ostermarschbewegung, der außerparlamentarischen Opposition gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg, in der Kampagne für Demokratie und Abrüstung, war Mitbegründer des Sozialistischen Büros und der Zeitschrift "links"
und schließlich 1980 des Komitees für Grundrechte und Demokratie. In den 1980ern war er eine der Schlüsselfiguren der damals enorm großen Friedensbewegung zu den brisantesten Zeiten des Ost-West-Konfliktes, den es zu überwinden galt und die deshalb nach seinen Vorschlägen zunehmend blockübergreifend agierte. 

Nach wie vor ist Andreas Buro einer der gefragtesten Redner auf Kundgebungen wie auch unverzichtbarer Referent auf Kongressen und Beratungstreffen. In vielen Veröffentlichungen ist Andreas Buro auch das Gedächtnis der Friedensbewegung, u.a. mit "Geschichten aus der Friedensbewegung" oder mit analytischeren Beiträgen wie "Die Friedensbewegung – Totgesagte leben länger".

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie schreibt: "Was Friedensforschung und Friedensbewegung dringendst brauchen, ist eine politische Autobiographie aus der Feder des Andreas Buro." Dem kann sich das Netzwerk Friedenskooperative nur anschließen.

Am 1. September 2008 wird der Aachener Friedenspreis an Andreas Buro überreicht und bei dieser Gelegenheit auch nochmals sein Geburtstag gefeiert. 

weitere Glückwünsche und Darstellungen der Lebensleistungen von Andreas Buro:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/284.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Stopp Kaukasuskrieg - keine Guten nirgendwo!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/219</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-219</guid><description><![CDATA[Horrorvorstellung, wenn Georgien schon in der NATO wäre

Weitgehend ratlos reagieren die westlichen Staaten auf die brutalen Entwicklungen im zum Krieg eskalierten Dauerkonflikt zwischen Georgien und Russland. Viel mehr als diplomatische Appelle zum Gewaltverzicht sind anscheinend kaum möglich. Die Bevölkerung in Südossetien und Georgien ist Opfer eines Machtspiels um Öltransfer für Europa, NATO-Beitritts-Spekulation Georgiens und Großmacht-Demonstration Russlands. Die Machthaber in Abchasien nutzen die Gunst der Stunde, um ihre Unabhängigkeit von Georgien unter russischem Schutz durchzusetzen.

Auch die Friedensbewegung hat bei der komplexen Gemenelage hauptsächlich wirtschaftlicher Interessen keine einfachen Parolen anzubieten. Es gibt in diesem Konflikt keine "gute" Seite, auf die man sich schlagen könnte. Alle dort machtpolitisch agierenden Akteure haben die in der Region lebenden Menschen in Geiselhaft genommen. Auch das "kleine" und jetzt militärisch unterlegene Georgien habe unverantwortlich aggressiv gehandelt.

An der Seite der bereits nach Tausenden zählenden Opfer und vom Krieg bedrohten Menschen fordert das Netzwerk Friedenskooperative einen sofortigen Waffenstillstand auch von russischer Seite. Nachdem die zuvor kriegerisch agierende georgische Regierung ihre Niederlage bereits akzeptiert und einen Waffenstillstand verkündet habe, sei eine Fortsetzung der Kämpfe als Rachemaßnahmen ein Verbrechen und könne nur dem internationalen Renomée Russlands weiter erheblich schaden, mahnt Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner den russischen Ministerpräsidenten Putin.

An die NATO – insbesondere die USA – gewendet, erklärt die Friedenskooperative, dass die Bemühungen für einen NATO-Beitritt Georgiens konfliktverschärfend gewirkt hätten. Eine "Horrorvorstellung" sei es, wenn beim jetzigen Krieg bereits der NATO-Bündnisfall eingetreten wäre. Auf eine weitere Osterweiterung der NATO müsse generell verzichtet werden. Zudem stehe die Legitimität der NATO spätestens nach Wegfall des Warschauer Paktes schon lange zur Disposition.

Die Bundesregierung, die sich immerhin einem schnellen NATO-Beitritt Georgiens bisher widersetzt habe, könnte nach Ansicht der Friedensorganisation mehr tun als bisher. Es reiche nicht öffentlich zu appellieren. Die große wirtschaftliche Verzahnung mit Russland gebe mehr Einfluss her.

Da der Konflikt im Hintergrund um die Versorgungswege mit Öl nach Europa geht erinnert die Friedenskooperative daran, dass Kriege und Konflikte um fossile Energien generell nur bei einer entschiedenenen Umkehr zu regenerativen Energien und Energiesparmaßnahmen zu vermeiden sind.

Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufstehen gegen den Krieg]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/215</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-215</guid><description><![CDATA[von Reiner Braun

 Afghanistan - Truppen raus - dem Frieden eine Chance

Am 7. und 8. Juni fand in Hannover der internationale Afghanistankongress der Friedensbewegung »Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan« statt. Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 11 Ländern diskutierten auf diesem größten Afghanistankongress den Krieg in und die prekäre Lage um Afghanistan und besonders die Rolle der NATO sowie der Bundesregierung. Bemerkenswerte Ergebnisse standen am Ende dieses Kongresses:

Gemeinsam mit den internationalen Gästen wurde ein »Internationales Afghanistan-Friedensnetzwerk« ins Leben gerufen, um die internationale Zusammenarbeit für den Frieden in diesem leidgeprüften Land zu effektivieren.

Diskutiert und vereinbart wurden gemeinsame Aktionen zum 60. Jahrestag der NATO im April/Mai 2009 in Straßburg und Kehl. Dazu fand sich eine internationale Vorbreitungsgruppe zusammen, die ein großes internationales Vorbereitungstreffen für den 4. und 5. Oktober 2008 vorbereitet

Einmütig ruft die deutsche Friedensbewegung aus Anlass der anstehenden (und wahrscheinlich zeitlich und personell ausgeweiteten) Bundeswehr-Mandatsverlängerung zu einer bundesweiten Demonstration in Berlin und Stuttgart am 20. September 2008 auf.

Genauere Unterlagen zu all diesen Ereignissen finden Sie in dieser Beilage. Diese Konferenz, die von allen relevanten Organisationen und Zusammenschlüssen der Friedensbewegung unseres Landes vorbereitet und getragen wurde, war sich bei unterschiedlichen Sichtweisen einzelner Aspekte der Analyse und der Strategie, die sich auch in dieser Dokumentation wiederfinden, in der zentralen Forderung nach Abzug aller ausländischen Truppen einig.

Keiner hat einen Masterplan für den Frieden in Afghanistan. Richtig bleibt, dass der Abzug aller ausländischen Truppen (einschließlich ihrer Geheimdienste) die Voraussetzung und der Kern einer Friedenslösung ist. Dass dieser Abzug zivil und finanziell – durch Reparationen und Aufbauhilfe – abgesichert werden muss, versteht sich von selbst. Friedensideen sollen in erster Linie von den gesellschaftlichen, heute oft marginalisierten Kräften, darunter Frauen und Nichtregierungsorganisationen, Afghanistans und der Region ausgehen.

Ob ein Abzug der Besatzungstruppen durch die Stationierung neutraler Kräfte aus kleinen Staaten oder UNO-Blauhelmen gegen Warlords und andere Kriegstreiber abgesichert werden muss, sollen eine neue, unabhängige Dschirga oder andere sich entwickelnde Friedensstrukturen unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte in Afghanistan zusammen mit der UNO entscheiden. Aber auch für diese »Friedenstruppen« gilt: Militär kann bestenfalls für den Zeitraum seines Verbleibens Gewalt eindämmen, möglicherweise sogar verhindern. Konflikte oder Gewaltspiralen (auf)lö- sen kann es nicht. Dazu bedarf es grundlegender sozialer und ökonomischer Veränderungen, einer Emanzipation und Partizipation der Bevölkerung sowie des Erhalts der Umwelt.

Zivile Konfliktlösungsüberlegungen sind hilfreich, den besten Weg zum Frieden, zur Lösung von Konflikten ohne Krieg und imperiale Hegemonie zu finden. Grundbedingung bleibt der Abzug der Besatzungstruppen. Die Friedensbewegung wird ihre Kräfte auf dieses Ziel konzentrieren.

Der Autor ist Geschäftsführer der IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms) und einer der Sprecher der »Kooperation für den Frieden«

Quelle:
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/272.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung warnt vor "deutschem Vietnam"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/192</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-192</guid><description><![CDATA[- Bundesregierung will Truppen in Afghanistan um 30 Prozent aufstocken
- Afghanistan-Einsatz von der Bevölkerung abgelehnt
- Aufstockung der Bundeswehr widerspricht der "Stärkung" des zivilen Engagements
- Sicherheit und Stabilität mit Militär und Besatzung nicht zu erreichen
- Afghanistan wird zum "Vietnam" für NATO und Bundeswehr
- Friedensbewegung: "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan"

Obwohl die Bundesregierung alles tat, um es geheim zu halten: Jetzt wurde doch bekannt, dass das Bundeswehrkontingent in Afghanistan um rund 1.000 Soldaten auf 4.500 aufgestockt werden soll. Derzeit sind knapp 3.500 Bundeswehrsoldaten im Norden Afghanistans stationiert. Darunter befinden sich neuerdings 250 Soldaten einer Schnellen Eingreiftruppe, die am 1. Juli eine norwegische Einheit ablösen soll. Am kommenden Mittwoch (25. Juni) wollen Außenminister Steinmeier und Verteidigungsminister Jung das Parlament über die jüngsten Pläne informieren.

Vorausgegangen war ein monatelanges Drängen der US-Regierung, des NATO-Generalsekretärs und hochrangiger deutscher Militärs, das Bundeswehrmandat auszuweiten. Vor wenigen Tagen forderte der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, ultimativ, die bisherige Obergrenze "um mindestens 20 Prozent" anzuheben, und zwar "unverzüglich", "und nicht erst im Oktober". Bis zum Oktober muss der Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes entscheiden.

Der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr wird in der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt. Dies haben Meinungsumfragen verschiedener Institute immer wieder bestätigt. Aus diesem Grund tut sich die Bundesregierung schwer, die gewünschte Ausweitung des Mandats zu "kommunizieren". Dies war so bei der umstrittenen Entsendung zusätzlicher Tornado-Aufklärungsflugzeuge im März 2007, dies  wiederholte sich bei der Entscheidung über die zusätzliche Kampftruppe - hier warder Landtagswahltermin in Hessen und Niedersachsen abgewartet worden, um der LINKEN nicht zusätzliche Wahlkampfmunition zu liefern. Und auch die vermutlich bereits gefallene Entscheidung über die Truppenaufstockung sollte mit Rücksicht auf die nächste Landtagswahl in Bayern erst nach dem 28. September publik gemacht werden. Und schließlich gibt es Überlegungen in der Regierungskoalition, das nächste Mandat nicht wie üblich für 12 Monate, sondern für 18 Monate, auszustellen, damit die Afghanistanfrage den nächsten Bundestagswahlkampf nicht "belastet".

Wir stellen fest: Die Bundesregierung missachtet vorsätzlich und permanent den Willen der Bevölkerung.

Die Ausweitung des Militäreinsatzes in Afghanistan widerspricht aber auch den eigenen Bekundungen der Regierungskoalition. In ihrem "neuen" Afghanistankonzept vom September l.J. versprach die Regierung mehr für den zivilen Wiederaufbau des Landes tun zu wollen (Stärkung der Rgeierungsinstitutionen und von lokalen Strukturen, Aufbau des Justizsystems, Rückkehrprogramm für Flüchtlinge, Wirtschaftsförderung
usw.). Stattdessen wird ausschließlich die militärische Komponente erhöht. Allein die Aufstockung der Truppe um 1.000 Soldaten wird mehr Geld kosten als die gesamte zivile Afghanistanhilfe (2008: 125 Mio. EUR). Hinzu kommen die Begehrlichkeiten der Bundeswehr. Bernhard Gertz fordert eine bessere Ausrüstung für die Truppe in Afghanistan, z.B. sollen statt bisher sechs künftig 12 geschützte Hubschrauber CH 53
eingesetzt werden, sagte er am 17. Juni der "Passauer Neuen Presse". Wir stellen fest: Die so gepriesene "zivil-militärische Kooperation" (NATO-Jargon: cimic) verläuft immer mehr zu Lasten der zivilen und zu Gunsten der militärischen Komponente.

Die Friedensbewegung hat viele Gründe, nicht nur vor einer Ausweitung des militärischen Engagements in Afghanistan zu warnen, sondern eine Beendigung des Einsatzes zu fordern. Die meisten Experten kommen zu dem Schluss, dass Afghanistan militärisch nicht zu besiegen sei. Ein Blick auf die bisherige Entwicklung der Kämpfe in Afghanistan zeigt: Mit jeder Truppenaufstockung von Seiten der NATO nahm auch der Widerstand gegen die Besatzung zu. Sicherheit und Stabilität sind mit Militär nicht zu erreichen. Henry Kissinger prophezeite Anfang der 80er Jahre den Sowjets nach ihrem Einmarsch in Afghanistan, dort ihr "Vietnam" zu erleben. Die NATO und die Bundeswehr sind heute dabei, ihr eigenes "Vietnam" zu schaffen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag wird in einem breiten Bündnis aus Friedens- und anderen sozialen Bewegungen an einer öffentlichen Kampagne zur Beendigung des Krieges in Afghanistan beteiligen. Unter dem Motto "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan" soll im Herbst gegen die vom Bundestag zu entscheidende Mandatsverlängerung und -aufstockung mobilisiert werden.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

Empfehlung:
Besuchen Sie die friedenspolitische Website der AG Friedensforschung der Uni Kassel mit umfassenden Berichten und Analysen zu allen Konfliktgebieten der Welt, u.a. dem Afghanistan-Dossier:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Afghanistan/Welcome.html
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kosovo: Missachtung des Völkerrechts]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/194</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-194</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung der IALANA

Der Vorstand der VDW hat sich intensiv mit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und deren Anerkennung durch eine Reihe westlicher Staaten befasst.

Die IALANA kommt dabei zu den folgenden Schlussfolgerungen:

·	„Die kosovarische Unabhängigkeitserklärung vom 17.2.2008 ist unvereinbar mit der UN-SR-Resolution 1244/99 vom 10.Juni 1999, der UN-Charta und dem Völkergewohnheitsrecht
·	Die völkerrechtliche Anerkennung des Kosovo durch die  Erklärungen der deutschen Bundesregierung und weiterer Regierungen anderer Staaten verstößt gegen die UN-SR-Resolution 1244/99 und gegen das völkerrechtliche zwischenstaatliche Interventionsverbot.
·	Nach der kosovarischen Unabhängigkeitserklärung ist die Rechtsgrundlage für das aktuelle völkerrechtliche Mandat der Bundeswehr im Rahmen von KFOR im Kosovo und auch für die künftige Bw-Entsendung in den Kosovo im Rahmen der EU völkerrechtlich und verfassungsrechtlich sehr zweifelhaft geworden.“
Dieses hat deutliche Auswirkungen auf die Stationierung deutscher Truppen:

„Völkerrechtliche Grundlage für die Stationierung von militärischen Verbänden der Bundeswehr im Kosovo war bisher die UN-Sicherheitsrats-Resolution 1244/99 vom 10.6.1999. Davon ging zu Recht zuletzt auch der konstitutive Beschluss des Deutschen Bundestages vom 21.6.2007 zur Entsendung der Bundeswehr als Teil der KFOR  in den Kosovo aus. Darin hieß es (vgl. BT-Drucks. 16/5600): 

„Die Kräfte (der Bundeswehr im Rahmen von KFOR) können eingesetzt werden, solange ein Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und ein entsprechender Beschluss des NATO-Rates sowie die konstitutive Zustimmung des Deutschen Bundestages vorliegen.“

Wäre oder würde der Kosovo mit seiner Unabhängigkeitserklärung seit dem 18.2.2008  ein selbständiger Staat, wovon die deutsche Bundesregierung und die Regierungen der insgesamt knapp 50 Staaten, die den Kosovo seit Februar 2008 völkerrechtlich anerkannt haben, ausgehen, könnte die Geschäftsgrundlage der UN-SR-Resolution 1244/99 mit der völkerrechtswidrigen Abtrennung des Kosovo und der Missachtung der territorialen Integrität Serbiens entfallen sein. Damit würde es an der bisherigen völkerrechtlichen Basis für die gegenwärtige und eine künftige Mandatierung der KFOR-Verbände durch den UN-Sicherheitsrat fehlen.“

In der Anlage finden Sie die Studie der IALANA.
Für Rückwirkungen wenden Sie sich bitte an Reiner Braun (Geschäftsführer der IALANA): 0172-2317475 


IALANA ist eine überparteiliche und unabhängige internationale Organisation von Juristinnen und Juristen, die sich für gewaltfreie Konfliktlösungen engagiert. Die deutsche Sektion wurde 1989 in Bonn gegründet. Unserem Beirat gehören namhafte Persönlichkeiten an.              ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/272.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Urgent Action - Türkei: Kriegsdienstverweigerer Bal erneut schwer misshandelt - Mehmet Bal geht in Hungerstreik]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/190</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-190</guid><description><![CDATA[Wie die Anwälte Gülseren Yoleri und F. Ahmet Tamer vom Menschenrechtsverein Istanbul nach einem Besuch des Kriegsdienstverweigerers Mehmet Bal mitteilten, gab es nach ersten Übergriffen bei der Militärpolizei in Besiktas nun erneut schwere Misshandlungen.

Im Militärgefängnis Hasdal sei er "durch einen Offizier zur Zelle begleitet worden. Dieser instruierte die anderen Gefangenen, zu 'tun was notwendig ist. Ihr wisst, was Ihr zu tun habt. Erinnert ihn an die Gefängnisregeln.' Er wurde daraufhin sofort von den anderen Gefangenen angegriffen, während sie ihn ausfragten, warum er keine Uniform trage und er sich weigere Soldat zu sein." Mehmet Bal sei "mit einem 35-40 cm langem Scheit geschlagen, sowie getreten und unter kaltes Wasser gehalten worden, bis er halb bewusstlos war".

Mehmet Bal berichtete den Anwälten zudem, dass er "sowohl sein rechtes Bein, wie auch seine rechte Taille und Nacken nicht bewegen könne. Er spüre Zuckungen in diesen Bereichen und habe heftige Schmerzen in seinem Kreuz, das sich wie gebrochen anfühle. Er habe zudem Hörprobleme auf beiden Ohren."

Die Anwälte konnten Mehmet Bal am 10. Juni im Militärkrankenhaus Gümüssuyu besuchen. Ihr Wunsch, ihren Klienten zu sehen, wurde zunächst von den diensthabenden Soldaten abgelehnt. Erst nach intensivem Drängen gelang es ihnen, ihn aufzusuchen. Die Anwälte stellten Prellungen und Verletzungen am ganzen Körper fest. Am Abend, berichteten sie, wurde Mehmet Bal erneut ins Militärgefängnis Hasdal gebracht. Sie sind in hohem Maße besorgt, dass "er weiteren Angriffen ausgesetzt" werde.

Mehmet Bal begann aufgrund der Ereignisse einen Hungerstreik, um gegen die Gefängnisverwaltung zu protestieren, die die Insassen gegen ihn aufgehetzt habe.

Connection e.V. protestiert schärfstens gegen die Misshandlungen des erklärten Kriegsdienstverweigerers Mehmet Bal. Rudi Friedrich forderte heute in einem Schreiben das türkische Verteidigungsministerium auf, "Mehmet Bal vor weiteren Angriffen zu schützen. Mehmet Bal und andere Kriegsdienstverweigerer sind in Übereinstimmung mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte unverzüglich freizulassen, jede Strafverfolgung ist einzustellen."

Zugleich rief Connection e.V. heute zu einer Urgent Action auf. Bitte wenden Sie sich mit höflichen Schreiben an

- das Verteidigungsministerium der Türkei (Fax: 0090-312-4251150);
- den Menschenrechtsausschuss des türkischen Parlaments (Fax: 0090-312-4205394) und
- den Staatspräsidenten Abdullah Gül (Fax: 0090-312-4271330)

Ein Vorschlag für ein Protestschreiben finden Sie unter 

gez. Rudi Friedrich

Nähere Informationen bei:
Connection e.V., Gerberstr. 5, D-63065 Offenbach
Tel.: 069-82375534, Fax: 069-82375535
Email: 

Material
- Urgent Action für Mehmet Bal (Textvorlagen) 
- 10. Juni 2008: Anwälte an die Menschenrechtskommission der Nationalversammlung der Türkei 
- 10. Juni 2008: Antimilitaristische Initiative zur Verhaftung und Misshandlung von Mehmet Bal 
- 10. Juni 2008: Kriegsdienstverweigerer Mehmet Bal erneut verhaftet und misshandelt 
- Verweigerungserklärung von Mehmet Bal 
- Spendenaufruf zur Unterstützung der Kriegsdienstverweigerer in der Türkei 
Ältere Beiträge zu Mehmet Bal aus 2002 und 2003 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Vilseck/Bayern: US-Kriegsdienstverweigerer zu 7 Monaten Haft verurteilt  -  Connection e.V. und das Military Counseling Network starten Solidaritätsaktion]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/179</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-179</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung vom 14. Mai 2008 - Solidaritätsaktion unter 

Gestern wurde der in Vilseck/Bayern stationierte US-Kriegsdienstverweigerer Robert Weiss zu sieben Monaten Haft verurteilt. Das US-Militärgericht der Rose Barracks in Vilseck befand ihn für schuldig, die Verlegung seiner Einheit absichtlich verpasst zu haben (Missing Movement) und desertiert zu sein. Die Haftstrafe wird Robert Weiss im US-Militärgefängnis in Mannheim absitzen. 

Das Military Counseling Network und Connection e.V. verurteilen die Entscheidung des Gerichts. Sie fordern das US-Militär auf, Robert Weiss als Kriegsdienstverweigerer anzuerkennen und unverzüglich freizulassen.

Robert Weiss war 2005 bereits mit 17 Jahren zur Armee gegangen und wurde zum Fahrer eines Schützenpanzers ausgebildet. Voller Patriotismus betrachtete er das Militär als eine Perspektive für sein weiteres Leben. Als jedoch ein Freund seiner Schwester gewaltsam zu Tode kam, sah er sich damit konfrontiert, was Tod für ihn bedeutete: "Einer war nun tot, ein anderer würde bald ins Gefängnis gehen. Die Familien und Freunde beider Seiten leiden. Als mir diese Gedanken durch den Kopf schossen, begann ich die Moral des Tötens in Frage zu stellen", erklärte Weiss. Er habe intensiv das Neue Testament gelesen, worin Jesus uns auffordere, unsere Feinde zu lieben, seine Regierung jedoch befehle ihm, sie zu jagen und abzuschlachten wie Tiere. Das könne nicht zusammen gehen. 

Obwohl er im Sommer 2007 einen Antrag stellte, um als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, wurde er mit seiner Einheit in den Irak verlegt. Der Antrag wurde kurz vor seinem Heimaturlaub, Anfang Dezember 2007, abgelehnt. Er verweigerte sich einem erneuten Einsatz im Irak und kehrte nicht mehr von seinem Heimaturlaub zurück. Er stellte sich sieben Wochen später den Militärbehörden.

Mit dem gestrigen Urteil ist erneut ein US-Kriegsdienstverweigerer trotz seiner Überzeugung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. erklärte heute: "Das US-Militär zeigt damit Härte gegenüber denjenigen, die sich dem Kriegseinsatz verweigern. Es macht deutlich, wie sehr es um die Moral in der Truppe fürchtet, in der es zunehmend Widerstand gegen den Einsatz im Irak und in Afghanistan gibt. Den Verweigerern und ihrem Mut gebührt die Hochachtung. Sie brauchen unsere Unterstützung."

Das Military Counseling Network und Connection e.V. riefen heute dazu auf, Robert Weiss – wie anderen inhaftierten US-Verweigerern – Solidaritätspostkarten zu schreiben. Michael Sharp machte deutlich: "Dies ist ein wichtiges Mittel, die Moral der Verweigerer auch in der Haft zu stärken." Postkarten können online über www.Connection-eV.de/briefaktion ausgefüllt werden.

gez.     

Michael Sharp, MCN (Tel.: 06223-47506 oder 0174-6007018)
Rudi Friedrich, Connection e.V. (069-82375534)

Ein ausführlicher Prozessbericht und weitere Informationen sind über  erhältlich. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan-Krieg: Friedensbewegung ruft Soldaten zur Verweigerung auf]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/178</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-178</guid><description><![CDATA[Friedensgruppen haben einen Appell an die Panzerbrigade 21 "Lipperland" aus Augustdorf (bei Detmold) gerichtet, den unmittelbar bevorstehenden Einsatz in Afghanistan zu verweigern. Die Panzerbrigade aus der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne soll auf Beschluss der Bundesregierung ab 1. Juli eine "Quick Reaction Force" (QRF) im Norden Afghanistans bilden, die der NATO auch zu offensiven Kampfeinsätzen zur Verfügung steht. Die Bundesregierung versucht unter Verweis auf diesen risikoreicheren Einsatz der QRF-Elitetruppe, einer von den Bündnispartnern geforderten direkten Kriegsbeteiligung im Süden auszuweichen, die auch im Parlament nicht durchsetzbar wäre.

Der Aufruf argumentiert mit der engen Verknüpfung des Kampfeinsatzes im Süden und der Einordnung des ISAF-Einsatzes in die gesamte Kriegsführungsstrategie. Die Soldaten sollten deshalb diesen "völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Einsatz" verweigern. Jeder Soldat habe das Recht, von seiner Gewissensfreiheit Gebrauch zu machen, wird im Appell unter Berufung auf das Bundesverwaltungsgericht ausgeführt. Das Gericht hatte einen Major rehabilitiert, der wegen seiner Verweigerung im Irak-Krieg degradiert und abgestraft worden war.

Die Verfasser des Appells erwarten von den Abgeordneten des Bundestages, der im Herbst anstehenden Verlängerung der Kriegsmandate zu widersprechen. Aber auch die eingesetzten Soldaten müssten eine Gewissensentscheidung treffen. 

Der Verweigerungs-Aufruf, entstanden im Umfeld des Komitee für Grundrechte und Demokratie, wird von bundesweiten, regionalen und örtlichen Friedensgruppen sowie vielen Personen aus der Friedensbewegung getragen. Zu den Unterzeichnenden gehören u.a. Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter von den Ärzten gegen den Atomkrieg, die Friedensforscherin Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach und der Träger des Aachener Friedenspreises 2008, Prof. Dr. Andreas Buro. Unter den Unterstützer-Gruppen finden sich das Komitee für Grundrechte und Demokratie, der Versöhnungsbund, der Bund für Soziale Verteidigung, die Juristen gegen den Atomkrieg (IALANA) und etliche weitere kirchliche und politische Friedensgruppen.

Der Appell wird am 24. Mai 2008 als Anzeige in der Lippischen Landeszeitung erscheinen und als Flugblatt vor der Kaserne verteilt werden. 

gez. Martin Singe, Komitee für Grundrechte und Demokratie


Es folgen: 
Appell/Verweigerungsaufruf im Wortlaut mit der Liste der Erstunterzeichnenden mit Stand vom 13.5.08


Aufruf an die Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 (Augustdorf)

      VERWEIGERN SIE DEN KRIEGSEINSATZ IN AFGHANISTAN!

Quick-Reaction-Force der Bundeswehr ab Juli 2008 in Afghanistan

Im Frühjahr 2008 hat die Bundesregierung beschlossen, ab Mitte 2008 eine "Quick Reaction Force" nach Afghanistan zu entsenden. Diese Truppe soll im Kern von der Panzerbrigade 21, also von Ihnen, gestellt werden. Die Bundesrepublik unterstützt mit dieser Entscheidung noch stärker als bisher einen desaströsen Krieg, in dem bereits zahllose Menschen getötet worden sind.

Ihr Gewissen ist gefragt

Eine große Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung lehnt diesen völkerrechtlich höchst   umstrittenen Krieg ab. Auch im Parlament nimmt bei den jährlichen Abstimmungen die Zahl der Abgeordneten, die die Kriegsmandate ablehnen, kontinuierlich zu. Eine politische Entscheidung gegen diesen Krieg ist überfällig. Deshalb setzen wir, die Unterzeichnenden dieses Aufrufs, uns dafür ein, dass die Bundeswehreinsätze bei der nächsten Abstimmung im Oktober / November 2008  vom Bundestag nicht mehr verlängert werden.

Wir appellieren in dieser Situation auch direkt an Sie als konkret betroffene Soldatinnen und  Soldaten, sich diesem Krieg zu verweigern! Sie sollten vor jedem Einsatz prüfen, ob das von Ihnen verlangte Handeln mit Ihrem Gewissen in Einklang steht. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Juni 2005 einen degradierten Major, der dienstliche Befehle im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg verweigert hatte, rehabilitiert und grundsätzlich bestätigt, dass jede Soldatin / jeder Soldat das Recht auf eine eigene
Gewissensentscheidung gemäß Artikel 4 Absatz 1 Grundgesetz hat, auch wenn sie / er generell kein Kriegsdienstverweigerer ist (BVerwG 2 WD 12.04). Im Falle der Ablehnung eines Einsatzes aus Gewissensgründen muss der Soldatin / dem Soldaten eine Einsatzalternative angeboten werden.

ISAF ist Bestandteil der Gesamtstrategie im völkerrechtswidrigen Afghanistan-Krieg

Die Operation Enduring Freedom (OEF) wurde unter Führung der USA am 7.10.2001 als Reaktion auf die Anschläge vom 11.9.2001 begonnen. Diese "Operation" ist der zentrale Bestandteil des von den USA unbegrenzt ausgerufenen weltweiten "Krieges gegen den Terror".

Doch dieser Krieg ist in mehrfacher Hinsicht völkerrechtswidrig:

1. Die von der UN-Charta definierten Bedingungen für den Fall der kollektiven Selbstverteidigung sind nicht erfüllt: Es war von Anfang an umstritten, ob die Anschläge vom 11.9. überhaupt als kriegerische Akte im völkerrechtlichen Sinne gewertet werden können. Auf jeden Fall gilt, dass die USA gegenwärtig keinem kriegerischen Angriff eines anderen Staates ausgesetzt sind, gegen den sie sich militärisch verteidigen dürften. Außerdem hat die UN selbst Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus ergriffen, womit das Recht einzelner Staaten auf Selbstverteidigung erlischt.

2. Kriegseinsätze und Art der Kriegführung stehen in Gegensatz zu den Genfer Konventionen: Gefangene werden in Folterlagern interniert; gezielte Tötungen und Flächenbombardements gehören zur Kriegsstrategie; die unverhältnismäßige Kriegführung nimmt auf Zivilisten keine Rücksicht; Splitterbomben und uranhaltige Munition kommen zum Einsatz.

Auch NATO und Bundeswehr beteiligen sich an diesem völker- und grundgesetzwidrigen Krieg: Die NATO hat am 12.9.2001 den Bündnisfall festgestellt und diesen bis heute nicht für beendet erklärt. Die Bundesregierung unterstützt den Krieg u.a. mit dem KSK und der Weitergabe von Zieldaten durch Tornado-Flugeinsätze. US-Verteidigungsminister Gates sprach bei der Münchener Sicherheitskonferenz Klartext, als er deutsche Bodentruppen für den Süden forderte: Es handele sich um den ersten Bodenkrieg in der Geschichte der NATO.

Die ISAF-Mission, ursprünglich von der UN beauftragt, wird immer noch als "Schutztruppe" verharmlost. Sie wird jedoch inzwischen von der NATO geführt
und ist in die Gesamtkriegsstrategie eng eingebunden. ISAF muss deshalb als Beihilfe zum OEF-Krieg in Afghanistan gewertet werden und ist damit ebenfalls völker- und grundgesetzwidrig. Spätestens seit der Mandatsausweitung von ISAF auf ganz Afghanistan und der Einbeziehung der Bekämpfung "Aufständischer" in das Mandat kann man nicht mehr von einer OEF-unabhängigen Stabilisierungsmission sprechen. Die Unterscheidung ist inzwischen ein künstliches Konstrukt, das in der europäischen Öffentlichkeit den Krieg akzeptabel erscheinen lassen soll. Real kämpfen beide Truppen Hand in Hand; die Kommandostrukturen sind eng aufeinander abgestimmt und überschneiden sich zum Teil direkt. Die ISAF zugeordnete Quick Reaction Force selbst wird auch zu Kampfeinsätzen benötigt, wie der Einsatz von Harakate Yolo II im Herbst 2007 bewiesen hat. Damit werden durch die QRF die kriegerische Komponente in ISAF und die direkte Verbindung zu OEF verstärkt.

Afghanistan steht am Abgrund - Alternativen sind möglich

Der 2001 begonnene "Krieg gegen den Terror" ist untauglich. Er ist gescheitert und wird selbst zum Terror, der immer neuen Terrorismus gebiert. In Afghanistan dreht sich die Gewaltspirale nach oben, die Taliban erstarken, terroristische Anschläge nehmen zu. Hilfsorganisationen sehen durch die Militärpräsenz ihre Aufbauprojekte mehr gefährdet als geschützt. Während sich die Lage der Zivilbevölkerung verschlimmert, bestimmen Warlords und Drogenbarone das Geschehen. Alternativen sind längst ausgearbeitet:
Truppenreduzierungen bis zum vollständigen Abzug und parallele Verhandlungen mit allen am Konflikt beteiligten regional relevanten Gruppen, eine massive Förderung ziviler Projekte und umfassende Wirtschaftshilfe, die Einrichtung einer regionalen Konferenz für Sicherheit, Zusammenarbeit und Entwicklung. Es mangelt jedoch am politischen Willen, diese Alternativen umzusetzen. Sie werden vor allem von den USA blockiert, die mit dem Krieg geostrategische Interessen wie die Einrichtung einer dauerhaften Militärpräsenz in der Region und die Absicherung von Ressourcenzugängen bzw. Transportwegen zur Rohstoffversorgung verfolgen.

Soldatinnen und Soldaten können diesen Kriegseinsatz verweigern

Als Soldatinnen und Soldaten der QRF müssen Sie selbst prüfen, ob Sie sich an diesem rechtswidrigen Krieg beteiligen wollen. Sie haben Ihren Eid / Ihr Gelöbnis nur für Einsätze abgelegt, die der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland dienen. Wer darüber hinaus Auslandseinsätze befürwortet, darf sich nicht von der Propaganda-Lüge "humanitärer Interventionen" täuschen lassen. Sie müssen die Legitimität eines jeden Kriegseinsatzes genau prüfen. Von Seiten der Friedensforschung und der Kirchen werden für eine solche Prüfung meist folgende Gesichtspunkte genannt: gerechter Grund, gerechte Absicht, Aussicht auf Erfolg, Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, Schonung von Zivilisten, keine unverhältnismäßigen Einsätze, Schadensminimierung. Ihre Gewissensprüfung kann sich an diesen Kriterien orientieren. Unserer Meinung nach sind alle diese Kriterien im Afghanistan-Krieg nicht erfüllt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem wegweisenden Urteil vom 21.6.2005 festgestellt: Bereits aus dem Wortlaut der Grundregelung zur Gehorsamspflicht eines Soldaten in § 11 Abs. 1 S. 2 SG (Soldatengesetz) ergibt sich, dass ein Soldat einen ihm erteilten Befehl "gewissenhaft" (nach besten Kräften vollständig und unverzüglich) auszuführen hat. (...) Vom Soldaten verlangt wird also keine "gewissen-lose", sondern eine "gewissen-hafte" Ausführung eines Befehls. Dies bedeutet, dass ein Soldat
insoweit mit aller ihm möglichen Sorgfalt und Verantwortung vorzugehen und sich entsprechend zu verhalten hat. Ein "unbedingter" oder "bedingungsloser" Gehorsam ist mit diesem normativen Imperativ nicht vereinbar. Gefordert ist vielmehr ein "mitdenkender" (...) und insbesondere die Folgen der Ausführung des Befehls - gerade auch im Hinblick auf die Schranken des geltenden Rechts und die ethischen "Grenzmarken" des eigenen Gewissens - "bedenkender" Gehorsam. (BVerwG 21.6.2005, 4.1.3.1.1)

Wir appellieren daher an Sie: Folgen Sie nicht bedenkenlos den Ihnen erteilten Befehlen, sondern prüfen Sie Ihr Gewissen!

Eine Entscheidung gegen die eigene Truppe zu fällen, ist auch psychisch nicht leicht zu verkraften. Teilen Sie Ihre Bedenken oder Ihre Entscheidung gegen eine Kriegsteilnahme rechtzeitig Ihren Vorgesetzten mit. Wenn Sie Unterstützung oder rechtliche Beratung suchen, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Dieser Aufruf richtet sich nicht nur an die in Augustdorf stationierten Soldatinnen und Soldaten, sondern an alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die  Unterstützungsleistungen für den Afghanistan-Krieg erbringen!

ErstunterzeichnerInnen:

Organisationen:
Arbeitsgemeinschaften Solidarische Kirche Westfalen und Lippe, Detmold; Attac-AG Globalisierung und Krieg Frankfurt/M.; Bonner Friedensbündnis; Bund für Soziale Verteidigung, Minden; Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Gruppe Frankfurt; Friedensinitiative Köln Sülz- Klettenberg; Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck; Hendrik-Kraemer-Haus / Niederländische Ökum. Gemeinde, Flüchtlingsbegleit-
und Friedensgruppe Herford; IALANA (International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms) - Deutsche Sektion), Marburg; Informationsstelle Militarisierung (IMI), Tübingen; Internationaler Versöhnungsbund - Deutscher Zweig, Minden; Komitee für Grundrechte und Demokratie, Köln; Lebenshaus Schwäbische Alb, Gammertingen; Netzwerk Friedenssteuer, München; Ökumenischer Friedensgebetskreis, Detmold; Pax Christi Bistumsstelle Paderborn; Pax Christi Gruppe Bonn; Pax Christi Gruppe Frankfurt; Pax Christi Gruppe Lippe/Detmold;

Personen:
Erdmuthe Arnold, Frankfurt; Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Hamburg; Ingeborg Bispinck-Weigand, Nottuln (Vorstandsmitglied der Friedensinitiative); Ingrid Brackmann, Bielefeld; Peter Bürger, Düsseldorf; Prof. Dr. Andreas Buro, Grävenwiesbach; Heiner Busch, Bern; Inge de Caerlé, pax christi, Essen; Theo Christiansen, Hamburg; Dr. Diether Dehm, MdB; Helga Dieter, Frankfurt; Peter Dippoldsmann, Köln; Ada und Gottfried Ehmler, Hamburg; Ekke u. Hanna-E. Fetköter, Uelvesbüll; Alois Finke, Bonn; Magda Foster v. Frankenberg, verdi-Bildungsmitarbeiterin, Frankfurt; Dr. Albert Fuchs, Meckenheim; Harald Fuchs, Köln; Brigitte Gärtner-Coulibaly, Herford; Wolfgang Gehrcke, MdB; Hermann Gendrisch, Übach-Palenberg; Corinna Genschel, Berlin; Reinhard Griep, Bonn; Alexander Groß, Köln; Markus Gross, Köln; Heike Hänsel, MdB, Tübingen; Jens Haupt (Leiter Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst der Ev. Kirche Kurhessen-Waldeck), Kassel; Malah Helman, Berlin; Rainer van Heukelum, Bonn; Michael Hiller, Böhl-Iggelheim; Pfarrer Hubertus Janssen, Limburg; Ulla Jelpke, MdB; Matthias Jochheim, Frankfurt; Dr. Bruno Kern, Mainz; Elmar Klink, Bremen; Günter Knebel, Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer (EAK), Bremen; Georg Koch, Stettfurt/Schweiz; Armin Lauven, Bonn; Hans-Werner Lawrenz, Darmstadt; Volker Mergner, Frankfurt; Fritz Merkord, Blomberg-Eschenbruch; Friedhelm Meyer, Pfr.i.R., Düsseldorf; Franz Nadler, Offenbach; Stephan Nagel, Hamburg; Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr, Berlin; Konrad Nestle, Stuttgart; Eva Neukamp, Bonn; Volker Nimrich, Freiburg; Elisabeth Peltner, Köln; Rüdiger Pusch, Frankfurt; Franz-Roger Reinhard, Havixbeck; Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter, Gießen; Prof. C. Dorothee Roer, Frankfurt; Dr. Ingo Roer, Frankfurt; Clemens Ronnefeldt, Freising (Referent für Friedensfragen beim Versöhnungsbund); Paul Schäfer, MdB, Köln; Michael Schmid, Gammertingen; Mechthild Schreiber, München; Christine Schweitzer, Hamburg; Rainer Seifert, Bonn; Dr. Georg Singe, Vechta; Martin Singe, Bonn; Prof. Dr. Gert Sommer, Marburg; Jochen Stankowski, Dresden; Sigrun Steinborn, Berlin; Mani Stenner, Bonn; Dr. Elke Steven, Köln; Martin Strobel, Berlin; Sonja Tesch, Hamburg; Hermann Theisen, Heidelberg; Peter Tobiassen, Bockhorn; Bettina Uppenkamp, Hamburg; Dirk Vogelskamp, Düren; Gertrud Wagner, Detmold; Katrin Warnatzsch, Gammertingen; Edgar Weick, Frankfurt/M.; Dr. Christian Wellmann, Hamburg; Bernhard Willner, Herzberg; Walburga Wilms, Köln; Regine Wittram, Köln; Hans Zaunmüller, Aachen-Kornelimünster; Christian Zehnter, Bonn

V.i.S.d.P.:
Martin Singe, Stiftsgasse 17 a, 53111 Bonn
Armin Lauven, In der Maar 40, 53175 Bonn...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/236.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[3. Arreststrafe gegen Totalverweigerer Silvio Walther]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/168</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-168</guid><description><![CDATA[Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär,
Dienstag, 6. Mai 2008, 17.26 h
###########################################################
Liebe FreundInnen und UnterstützerInnen,

soeben erreichte uns die Nachricht, dass Silvio Walther heute erneut für weitere 14 Tage in "seiner" Bundeswehreinheit in Bad Reichenhall arrestiert wurde.

Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 hat Silvio nach der Entlassung aus dem zweiten Arrest (4. Mai) zweimal verhört. Anschließend beantragte er am 6. Mai einen 14-tägigen Arrest, der noch am gleichen Tag durch das zuständige Truppendienstgericht bestätigt wurde und am späten Nachmittag begann.

Silvio wurde am 9. April von Feldjägern aufgegriffen. Der direkte Disziplinarvorgesetzte Kompaniechef H. beantragte beim Truppendienstgericht Süd einen 7-tägigen Disziplinararrest, der ursprünglich am 16. April beginnen sollte. Zusätzlich wurde eine
Disziplinarbuße in Höhe von 120 Euro verhängt. Da Silvio die ärztliche Untersuchung auf Arrestfähigkeit verweigerte, wurde er, statt in Arrest genommen zu werden, "vorläufig festgenommen" und in eine Arrestzelle (ungeheizt und 4,06 qm klein) eingesperrt. Einen Tag später wurde er aus dieser Haft "entlassen" und es begann anschließend, also am 17. April, der erste Arrest. Am Nachmittag des siebenten Arresttages (23. April) wurde er aus dem Arrest entlassen. Da er einen unmittelbar danach erteilten Befehl verweigerte, wurde er für einen Tag erneut "vorläufig
festgenommen" und in die Arrestzelle gesteckt. Seine Beschwerde, dass die Arrestzelle eine Mindestgröße von 6 qm haben müsse, führte dazu, dass er am Abend in eine größere Zelle eingesperrt wurde. Der stellvertretenden Bataillonskommandeur beantragte einen erneuten Arrest, diesmal von 10 Tagen. Dieser zweite Arrest begann am 25. April und endete am 4. Mai (Sonntag).

Solidarische Postkarten und Briefe an:
Silvio Walther
5./Gebirgsfernmeldebataillon 210
Artilleriekaserne
Nonner Str. 23 - 27
83435 Bad Reichenhall...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/195.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Blog zum Totalverweigererverfahren gegen Andreas Reuter]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/169</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-169</guid><description><![CDATA[Einen Umfangreichen Blog von der Totalverweigererinitiative Dresden und Totalverweigeren die Totalverweigerer vor Gericht vertreten zum Strafverfahren gegen den Totalverweigerer Andreas Reuter in Zittau mit ganz aktuellen Vorgängen, wie nicht nur die Bundeswehr, sondern in diesem Fall auch die Justiz den Boden der Rechtsstaatlichkeit verlässt, wenn es darum geht, einem unbequemen Totalverweigerer beizukommen.
Darüber hinaus gibt es viele Verbindungen auch zu anderen Totalverweigererverfahren - aktuell wie auch aus der Vergangenheit....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/218.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Regionaler Atomkrieg könnte weltweit eine Milliarde Menschen das Leben kosten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/161</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-161</guid><description><![CDATA[Ernteverlust und Hungersnöte durch mehrjährigen Klimawandel

Nach einem regional begrenzten nuklearen Schlagabtausch mit 100 Atomwaffen der Stärke der Hiroshima-Bombe würde die mittlere Temperatur auf der Erdatmosphäre um 1.25 ºC sinken. Das hätte globale Ernteverluste und Hungersnöte zur Folge. Dieses bereits seit 2007 bekannte Szenario wurde durch eine jüngst veröffentlichte US-Studie vom Labor für Atmosphären- und Weltraumphysik der Universität von Colorado präzisiert. Der Atmosphärenwissenschaftler Michael Mills und seine Kollegen stellten fest, dass ein regionaler nuklearer Schlagabtausch zu einem massiven globalen Ozon-Verlust in den höheren Luftschichten und damit zu einem fast weltweiten Ozonloch führen würde.

Ira Helfand, Arzt und Vorstandsmitglied der US-Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW): „Durch die globale Abkühlung würde sich die Anbausaison in vielen der weltweit bedeutendsten Getreideanbaugebiete um zehn bis zwanzig Tage verkürzen. Die fehlende Zeit für die Reifung unter geeigneten klimatischen Bedingungen könnte zu einem totalen Ernteverlust führen. Die Lebensmittelproduktion würde durch den Anstieg der UV-Strahlung, den eine Ausweitung des Ozonlochs zur Folge haben würde, zurückgehen. Außerdem müssten bedeutende Getreideanbaugebiete durch radioaktive Verseuchung von der Produktion ausgeschlossen werden.“

„Zur Zeit leiden 800 Milionen Menschen weltweit an chronischer Unterernährung und einige hundert Millionen mehr leben in Ländern, die abhängig von Getreideimporten sind. Selbst ein geringfügiger plötzlicher Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion könnte signifikante Preisanstiege für Basislebensmittel nach sich ziehen und weltweite Hortungskäufe auslösen. In beiden Fällen würden Lebensmittel für arme Menschen weltweit zu unerreichbaren Gütern werden. Obwohl es nicht möglich ist, die präzisen Ausmaße einer durch einen Atomkrieg ausgelösten globalen Hungersnot abzuschätzen, erscheint es gerechtfertigt, allein die Zahl der zu erwartenden weltweiten Todesopfer durch Hungersnöte bei einer Größenordnung von einer Milliarde anzusiedeln. Hungersnöte dieser Größenordnung würden zudem zu großen Epidemien und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten führen. Diese Entwicklungen wiederum bergen ein immenses Potential für die Auslösung von Kriegen und Bürgerkriegen.“ 

Die Studien der Atmosphärenwissenschaftler zeigen, dass selbst „kleine“ Atomkriege große globale Auswirkungen haben werden. Die IPPNW fordert daher stärkere Abrüstungsbemühungen von den Atomwaffenstaaten sowie die Wiederaufnahme der internationalen Verhandlungen über die Abschaffung aller Atomwaffen. 

IPPNW-Dokument „Folgen eines ‚begrenzten’ Atomkrieges“:


Die jüngste Studie über den Ozonverlust nach einem regionalen Atomkrieg:
 (unter Selected Publications)

Pressekontakt: 
Sven Hessmann, Tel.: 030 – 69 80 74 14, E-Mail: 


Über die IPPNW: Diese Abkürzung steht für International Physicians for the Prevention of Nuclear War. Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges engagieren sich seit 1982 für eine Welt ohne atomare Bedrohung und Krieg. 1985 wurden sie dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Heute setzt sich die IPPNW in 60 Ländern für Frieden und Abrüstung ein. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Pazifistin will ins Verteidigungsministerium - Friedensorganisation bietet Minister Jung Personalentsendung an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/159</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-159</guid><description><![CDATA[Kathrin Vogler ist Pazifistin „seit sie denken kann“, seit Ende der Siebziger Jahre engagiert sie sich gegen Rüstung und Krieg. Seit 2002 ist sie Geschäftsführerin beim Bund für Soziale Verteidigung in Minden, einer kleinen Friedensorganisation, die sich als „Fachverband für gewaltfreie Konfliktbearbeitung und pazifistische Politik“ versteht und bundesweit tätig ist. „Konflikte gewaltfrei bearbeiten – Militär und 
Rüstung abschaffen“, so lautet das Motto des Bundes.

Diese Organisation hat nun einen ungewöhnlichen Schritt getan und ihre Geschäftsführerin dem Verteidigungsminister als kostenlose Arbeitskraft für sein Ministerium angeboten. Dort soll sie den Minister beraten und an der Erabeitung von Gesetzen und Verordnungen mitwirken.

„Wenn es tatsächlich gang und gäbe ist, dass Wirtschaftsunternehmen und Interessenverbände unmittelbar in den Ministerien die Politik mitbestimmen, dann sind wir als Friedensorganisation in der Pflicht, hier für ein Gegengewicht zu sorgen“, erklärt Kathrin Vogler ihre Bewerbung. Zwar seien sie und ihre Organisation grundsätzlich dafür, Lobbyisten den Zugang zu den Ministerien zu verbieten, aber solange dies nicht der Fall sei, dürfe man das Verteidigungsministerium auf keinen 
Fall allein der Rüstungsindustrie überlassen.

„Seit 1990 erleben wir einen mehr oder weniger kontinuierlichen Anstieg der Rüstungsexporte aus Deutschland. Der Endverbleib vieler Rüstungsgüter liegt im Dunkeln. Die Bundeswehr wird von der Politik in immer weitere, inhaltlich, räumlich und zeitlich immer weniger begrenzbare Einsätze geschickt, ohne dass es eine Vorstellung davon gibt, wie man sie wieder herausbekommt. Die Militarisierung der Politik nach innen und außen schreitet immer weiter voran. Die Handschrift der 
Rüstungslobby ist in dieser Politik deutlich erkennbar und Herr Jung wäre gut beraten, deren Einfluss zurückzudrängen.“

Der BSV bietet dem Minister seine umfangreichen konzeptionellen und methodischen Erfahrungen im Aufbau nichtmilitärischer Verteidigungsstrukturen und bei der Entwicklung ziviler Konfliktbearbeitung an und möchte dem Ministerium behilflich sein, den aus Sicht der Pazifisten überfälligen gesellschaftlichen Dialog über die aktuellen Bundeswehreinsätze zu organisieren.

Über die Chancen ihrer Bewerbung macht sich Kathrin Vogler keine Illusionen: „Es ist extrem unwahrscheinlich, dass der Minister sich jemand mit meinem friedenspolitischen Hintergrund ins Haus holt. Trotzdem ist unser Angebot ernst gemeint, denn wir halten den Dialog, den die Politik in dieser Frage verweigert, für absolut notwendig und sind überzeugt, dass wir gute Argumente haben.“

Und weil die Pazifistin aus Westfalen ein optimistischer Mensch ist, hat sie ihre Tasche schon gepackt: „Sollte der Minister zustimmen, kann ich sofort anfangen.“


Bund für Soziale Verteidigung
Schwarzer Weg 8
32423 Minden
Tel. 0571-29456

----------------------
Zusatz der Redaktion von www.dfg-vk.de:
Kathrin Vogler ist auch Mitglied der DFG-VK. Vor wenigen Tagen schrieb sie zur Frage "Warum ich Mitglied der DFG-VK bin."
"Nirgendwo habe ich meine Grundeinstellung als Pazifistin bisher präziser 
zusammengefasst gefunden als in der WRI-Gundsatzerklärung. In der DFG-VK 
finde ich seit fast 30 Jahren Menschen, die diese Grundeinstellung 
teilen und dafür handeln. Friedensarbeit braucht Geschichtsbewusstsein 
und einen langen Atem. Dafür steht die DFG-VK und deswegen ist sie für 
mich unverzichtbar."

Die Bewerbung im Kriegsministerium findet unter diesen Bedingungen natürlich unsere Zustimmung....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nato betreibt mit Erweiterung Wiederbelebung des Kalten Krieges]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/154</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-154</guid><description><![CDATA[Der Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative, Manfred Stenner, prognostiziert eine magere Bilanz des bevorstehenden Nato-Gipfels in Bukarest, warnt vor den "fortdauernd negativen Folgen der Militär-Konstellation aus den Zeiten des Kalten Krieges" und stellt die Existenzberechtigung des Militärbündnisses in Frage:

- Nato betreibt mit Erweiterung Wiederbelebung des Kalten Krieges
- Bündnis hat keine Antworten auf die heutigen Herausforderungen
- Wiedervorlagen zum 60 Jahre Jubiläumsgipfel

Bukarest wird zeigen, dass die Tradierung des für konstruktive Konfliktbearbeitung völlig ungeeigneten Militärbündnisses Fortschritte bei der Bewältigung der vielen brennenden Konflikte des Planeten behindert. Die grundsätzlich destruktive Struktur des Bündnisses als Relikt aus der Militär-Konstellation des Kalten Krieges wird durch innere Widersprüche noch verstärkt. Auf mittlere Sicht führt kein Weg an der kompromisslosen Reform und Stärkung der Vereinten Nationen als entscheidende Institution für Krisenmanagement vorbei. Bis dahin betreibt die Nato weiterhin
Unsinn, verschärft bestehende globale Konfrontationen und dilletiert bei ihren militärischen Einsätzen.

Der glanzvolle aber an sich bedeutungslose Nato-Gipfel in Bukarest wird versucht sein, dem scheidenden US-Präsidenten Bush ein paar Abschiedsgeschenke zu machen, hauptsächlich in Sachen Erweiterung um die drei Balkanstaaten Kroatien, Albanien und Makedonien und weitere Annäherung des Militärbündnisses an die Ukraine und Georgien, bekanntermaßen eine Provokation für Russland. Bush hat sich bei seinem Ukraine-Besuch im Vorfeld des Nato-Gipfels provokativ für
deren Nato-Mitgliedschaft ausgesprochen, ganz im Sinne des in Kalter-Kriegs-Kategorien denkenden republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain. Der nur als Präsident scheidende Strippenzieher Putin wird wahrscheinlich seine Drohung wiederholen, dass Russland im Gegenzug Atomraketen gegen die Ukraine richtet.

Außerdem sollen die Nato-Staaten die us-amerikanische Raketenabwehr begrüßen und zu Eigen machen. Die im Rahmen des Gipfels stattfindenenden Beratungen zur Afghanistan-Strategie werden die von Friedensgruppen und vielen Hilfsorganisationen massiv kritisierte zivil-militärische Zusammenarbeit (CIMIC) betonen und ein öffentliches und ein geheimes Dokument zur Strategie hervorbringen. Dabei wird eine Wende zu einer realistischen Exit-Strategie und eine
Umwidmung der militärischen in Mittel für zivile Konfliktbearbeitung nicht vorkommen, wie sie viele Friedensorganisationen in ausgefeilten realistischen Vorschlägen fordern.

Es ist absolut zu begrüßen, dass selbst Präsident Bush eingesehen hat, dass eine Ausweitung des Bundeswehreinsatz auf den Süden Afghanistans hierzulande innenpolitisch nicht durchsetzbar ist – ein Erfolg auch der Anstrengungen der Friedensbewegung. Gegen die absehbaren Konzessionen der Bundesregierung bei einer möglichen Aufstockung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan machen viele Gruppen der Friedensbewegung gemeinsam Front. Mit einer zu den Ostermärschen gestarteten Petition an die Bundestagsabgeordneten soll eine breite gesellschaftliche Debatte angestoßen werden, um eine Verlängerung des Einsatzes im Herbst zu verhindern.

Im Hintergrund der Nato-Debatten schwelen Auszehrungserscheinungen und innerer Zerfall. Wichtige Entscheidungen werden nicht in der Nato sondern in Washington gefällt. Strittige Themen wie z. B. der Irak oder die Zusammenarbeit zwischen NATO und EU werden ausgeklammert oder blockiert. Eine strategische Debatte wird seit Jahren vertagt. Immer wieder neue Versuche, gemeinsame Konzepte z.B. für die Aufstandsbekämpfung zu entwickeln, kommen nicht wirklich
voran. Und in Bukarest wird trotz etlicher „think-tank“-Papiere im Hinblick auf eine neue US-Administration im nächsten Jahr kaum etwas wirklich Entscheidendes beschlossen werden. Letztlich hat die Allianz keine Zukunft – was Friedensgruppen nur begrüßen können.

Aber bis zur leider unwahrscheinlichen baldigen Auflösung haben die NATO-Beratungen leider lähmende Wirkungen auf andere Möglichkeiten konstruktiver Konfliktbearbeitung. Auch die geplante Pariser Afghanistan-Konferenz wird mit ähnlichen Akteuren die Nato-Positionen von Bukarest lediglich nachkauen. Jetzt schon schade um die verpassten Chancen für eine Neuorientierung in Afghanistan.

Beim Jubiläumsgipfel der Nato 2009 in Strasbourg/Kehl werden alle Debatten um eine neue Nato-Strategie zur Wiedervorlage anstehen. 

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative

----------------------------------
Netzwerk Friedenskooperative
Römerstr. 88, D- 53111 Bonn
Tel. 0228-692904, Fax: 0228-692906

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[NATO auflösen! Deutsch-französische Friedensbewegung kündigt Proteste an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/155</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-155</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag zum Nato-Gipfel in Bukarest

- Raketenschirm und Nato-Osterweiterung gegen Russland gerichtet
- Drückende Überlegenheit der Nato gegenüber Russland und China
- Die Nato verteidigt nicht, sondern bedroht die Welt
- Deutsch-französische Friedensbewegung mobilisiert gegen Nato-Jubiläum 2009

Kassel/Hamburg, 2. April 2008 - Zum NATO-Gipfel, der zur Zeit in Bukarest stattfindet, erklären die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Lühr Henken und Dr. Peter Strutynski:

Auch wenn der Nato-Gipfel in Bukarest keine neuen strategischen Konzepte für das Militärbündnis verabschieden wird, wird er Entscheidungen treffen, die seinen weiteren Weg programmieren. Hierzu zählt einmal das Ja zum sog. "Raketenschirm" der USA, das aus zwei Bestandteilen besteht:
der Installation einer Radaranlage in Tschechien und der Dislozierung von zehn Abfangraketen in Polen. Diese angeblich gegen eine Bedrohung aus Iran oder Nordkorea gerichtete Rüstungsmaßnahme zielt in Wahrheit gegen Russland, das sich von der NATO immer mehr in die Defensive gedrängt fühlt.

Dies umso mehr, weil zum anderen die USA auf die Aufnahme weiterer ehemaliger Sowjetrepubliken drängt: Mit der Ukraine und Georgien würde ein enger und fast lückenloser Ring von Nato-Staaten um die Russische Föderation gezogen. Alle Beteuerungen des Westens, mit Russland auf der Basis gleichberechtigter und partnerschaftlicher Beziehungen koexistieren zu wollen, sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Ein neues Wettrüsten zwischen den Nato-Staaten und Russland wird die notwendige Folge sein. Russland hat bereits angekündigt, die Raketenabwehrbasen mit eigenen Raketen ins Visier zu nehmen.

Die Eile, mit der US-Präsident Bush sowohl die Osterweiterung als auch die Errichtung der Raketenabwehr voran treiben will, ist nur zum Teil mit dem Auslaufen seiner Amtszeit zu begründen. Beide Projekte sind auch bei seinem Nachfolger unwidersprochen, gleichgültig ab es John McCain, Hillary Clinton oder Barack Obama sein wird. Es geht vielmehr um die zügige Realisierung einer irreversiblen strategischen Überlegenheit des Westens gegenüber den potenziellen globalen Kontrahenten Russland und China.

Schon heute tätigen die NATO-Staaten rund 70 Prozent der  weltweiten Militärausgaben. Das schlägt sich in einer drückenden Überlegenheit auf den Weltmeeren nieder: Die NATO-Staaten haben zweieinhalbmal so viele Überwasserkampfschiffe und 50 Prozent mehr U-Boote als China und Russland zusammen. Aber auch die Lufthoheit gehört der Nato: Sie verfügt über 50 Prozent mehr Kampfflugzeuge und über das Dreieinhalb-fache an Kampfhelikoptern wie Russland und China zusammen. Dazu kommt ein Zwölffaches (12-faches!) an Tankflugzeugen zur weltweiten Betankbarkeit von Kampf- und Transportflugzeugen während des Fluges.

Die Neuausrichtung der NATO hat schon bei früheren Gipfeln (insbesondere Prag) eine Rolle gespielt und wird in Bukarest nur weiter unterstrichen:
Das einstmalige Verteidigungsbündnis Nato wird in ein weltweit einsetzbares Interventionsbündnis transformiert. Längst sind als mögliche künftige Partner zur Einkreisung Chinas vom Pazifik her Japan und Australien im Gespräch.

Die Nato ist nicht mehr das, was sie war, der Nato-Vertrag von 1949 ist nur noch ein Fetzen Papier. Die logische Folge der Auflösung des Warschauer Vertrags, dem einstigen Militärbündnis der osteuropäischen sozialistischen Staaten, 1991 wäre die Selbstauflösung der Nato gewesen. 19 Jahre danach stellt sich die Frage der Auflösung der Nato erst recht, ist sie doch selbst zu einer Bedrohung der Welt geworden.

Schon vor Beginn des Gipfels in Bukarest ist durchgesickert, dass der Jubiläums-Gipfel 2009 nicht in Washington, sondern in Europa stattfinden wird, und zwar in der französischen Stadt Strasbourg und im deutschen Kehl auf der anderen Seite des Rheins. Der französische "Mouvement de la paix" und der Bundesausschuss Friedensratschlag sind am Mittwoch übereingekommen, den Doppelgipfel im Frühjahr nächsten Jahres zum Anlass für eine gemeinsame internationale Protestaktion zu nehmen. Die Friedensbewegung vertritt entschieden den Standpunkt, dass die Nato einen historischen Anachronismus darstellt. 60 Jahre NATO sind genug!

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg
Peter Strutynski, Kassel

Bei Rückfragen:
P. Strutynski: Tel. mobil: 0160-976 28 972; dienstl. 0561-804-2314;
L. Henken: 040-222629...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Türkei: Weiterer Kriegsdienstverweigerer inhaftiert - online-Faxaktion]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/153</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-153</guid><description><![CDATA[Connection e.V. startet online-Faxaktion 

Am vergangenen Donnerstag wurde erneut ein Kriegsdienstverweigerer in der Türkei inhaftiert. Nachdem am 16. März 2008 der Deserteur Ismail Saygi festgenommen worden war, wurde nun Halil Savda verhaftet.
Seine Verhaftung erfolgte während einer Protestaktion, bei der sich Halil Savda für Ismail Saygi einsetzte: "Ismail Saygi, der sein Leben unter der ständigen Situation des zivilen Todes führen musste, wie alle anderen Kriegsdienstverweigerer in der Türkei, wird nun in einen Teufelskreislauf gezwungen zwischen Rekrutierungsbüro, Einheit, Militärgericht und Militärgefängnis." Gegenüber den Militärbehörden betonte Halil Savda: "Ihr könnt nicht den Glauben und die Überzeugung mit Befehlen, Hierarchie und militärischen Methoden brechen."

Anlässlich der Verhaftungen von türkischen Kriegsdienstverweigerern ruft Connection e.V. zu Protestschreiben gegenüber den türkischen Militärbehörden auf. Heute startet eine online-Faxaktion, mit der die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung und die sofortige Freilassung von Halil Savda und Ismail Saygi gefordert wird.

Die Türkei erkennt das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an. Verweigerer wurden bis zu sieben Mal verurteilt. Zudem werden öffentliche Äußerungen gegen das Militär unter Strafe gestellt. Etwa 50 Wehrpflichtige haben bislang öffentlich ihre Kriegsdienstverweigerung erklärt. Zudem entziehen sich in der Türkei Zehntausende der Ableistung des Militärdienstes.


Zu den Personen

Der 21-jährige Ismail Saygi war am 16. März 2008 in Istanbul festgenommen worden. Er war nach sieben Monaten anlässlich eines Heimaturlaubs nicht mehr zur Armee zurückgekehrt und damit desertiert. Am 15. November 2006 erklärte er in den Räumen des Menschenrechtsvereins Istanbul seine Kriegsdienstverweigerung: "In den sieben Monaten, in denen ich im Militär war verstand ich, dass die Ideologie der Gewalt, von Sterben und Töten, meiner Art und meinem Verständnis zu leben widerspricht. Als Soldat verlor ich die Achtung vor mir selber und anderen Menschen. Meine Psyche litt zunehmend darunter. Deshalb habe ich beschlossen, dass es keine Verbindung mehr zwischen mir und allen Institutionen, die Gewalt beinhalten, geben soll." Er wurde inzwischen in das Militärgefängnis in Sarikamis überstellt, wo eine Anklage wegen Desertion vorliegt und ihm eine erneute Einberufung zum Militär droht.
Die Solidaritätsinitiative Ismail Saygi befürchtet, dass er wie andere Kriegsdienstverweigerer vor ihm "im Militärgefängnis willkürlichen Schikanen, Einschränkungen, Disziplinarstrafen und Folter ausgesetzt sein wird".

Halil Savda war im März 2007 vom Militärgericht in Corlu zu insgesamt einem Jahr und dreieinhalb Monaten wegen Desertion und Ungehorsam verurteilt worden. Wenig später erfolgte eine zweite Verurteilung zu sechs Monaten wegen Befehlsverweigerung. Die zweite Haftstrafe von sechs Monaten hat Halil Savda bereits verbüßt. Da er gegen das erste Urteil in Berufung ging, wurde er im Juli 2007 freigelassen, aber zugleich erneut zum Militärdienst einberufen. Dieser Aufforderung kam er nicht nach. Kurz vor seiner Verhaftung wurde die erste Haftstrafe von einem Jahr und dreieinhalb Monaten vom Berufungsgericht bestätigt. Damit muss er jetzt diese Strafe verbüßen. Ihm droht wegen der Nichtbefolgung der Einberufung weitere Strafverfolgung.

Mit der Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer verstößt die Türkei gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 24. Januar 2006. Darin hatte das Gericht festgestellt, dass wiederholte Anklagen gegen Kriegsdienstverweigerer in Verbindung mit der Möglichkeit einer lebenslangen Strafverfolgung "im Missverhältnis zu dem Ziel stehen, die Ableistung des Militärdienstes sicherzustellen" und damit die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen. Der Ministerausschuss des Europarates hatte die Türkei zuletzt am 17. Oktober 2007 aufgefordert, "ohne weiteren Verzug eine Gesetzesreform zu verabschieden, die notwendig ist, um ähnliche Verletzungen der Konvention zu vermeiden.

Connection e.V. verurteilt aufs Schärfste die Strafverfolgung von KriegsgegnerInnen in der Türkei. "Die Türkei muss das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung unverzüglich und uneingeschränkt anerkennen", ergänzte heute Rudi Friedrich. "Die Kriminalisierung von Kriegsdienstverweigerern, AntimilitaristInnen und Deserteuren muss beendet werden."

gez. Rudi Friedrich 
(Connection e.V.)

Die online-Faxaktion kann über  erreicht werden


Connection e.V.
Gerberstr. 5, 63065 Offenbach
Tel.: +49-(0)69-82375534, 
Fax: +49-(0)69-82375535
E-Mail: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petition: Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/133</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-133</guid><description><![CDATA[Die Organisationen der deutschen Friedensbewegung haben sich auch in diesem Jahr zu einer 
Petition an den Bundestag entschlossen. Pünktlich zu den Ostermärschen wird die Sammlung in diesen Tagen gestartet. Unterstützen auch Sie die Petition mit ihrer Unterschrift oder dem Sammeln weiterer UnterstützerInnen. In der Gesamtheit der Aktionen gegen den Krieg, können wir im Herbst die Abgeordneten des Bundestags  vielleicht auch so für eine Ablehnung der Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan gewinnen:



Die Petition:

Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!

Ein "Krieg gegen Terror" kann militärisch nicht gewonnen werden, da er selbst immer wieder neue Gewalt hervorruft. Der Abzug der Besatzungstruppen schafft Voraussetzungen für die Einstellung aller Kampfhandlungen und für eine zivile Entwicklung.
Wir fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf: Stimmen Sie keiner weiteren Verlängerung oder Erweiterung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan zu!



Zur Online-Unterzeichnung:


und die Petition zum Download:


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/243.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nr. 26 der Zeitung gegen den Krieg kommt zu den Ostermärschen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/128</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-128</guid><description><![CDATA[Die Herausgeber der Zeitung gegen den Krieg kündigen an, dass auch für diesen Ostermarsch die Zeitung wieder in den Regionen sein wird und jetzt bestellt werden kann. Die Zeitung, wie immer als Massenzeitung zum Verteilen gedacht, geht am Freitag dem 14. März in den Vertrieb (zur Post), sodass sie allen, die rechtzeitig bestellen, für den Ostermarsch 2008 zur Verfügung steht.


Im Inhalte der Nr. 26

Kriegsdienst und soziale Frage: die Bundeswehr rekrutiert Erwerbslose
50 Jahre Ostermarsch – 50 Jahre Drohung mit dem atomaren Erstschlag
Reservistenarmee - „Gegen Demonstranten und Demokraten, da helfen nur Soldaten“

EU-Rüstungsprogramme
Droht ein Ausbau der EADS zu einem deutsch-französisch-russischen Militärisch-Industriellen Komplex?

Afghanistan
Ausweitung des deutschen Einsatzes 
Interview mit Malalai Joya, einer afghanischen Parlamentarierin
Aktionen und Mobilisierungen gegen den deutschen Kriegseinsatz

Irak
Nordirak: Einmarsch und Rückzug der türkischen Truppen
Bilanz fünf Jahre Besatzung 
Deutscher Beitrag zum US-geführten Krieg

Israel/Palästina
Gaza als größtes Gefängnis der Welt

Energieknappheit, Hunger und Kriege

USA: Neue Hochrüstung und Wahlen


Autorinnen und Autoren sind u.a.:

Uri Avneri, Joachim Guilliard, Heike Hänsel, Brigitte Kiechle, Arno Neuber, Wolfgang Pomrehn, Ulrich Sander, Monty Schädel, Laura von Wimmersperg, Winfried Wolf


Die Bezugspreise der ZgK sind wie folgt:

-	 von 1 bis 50 Ex. zu 25 Cent je Ex. 
-	 von 51-499 Ex. zu 20 Cent je Ex.
-	 ab 500 Ex. zu 15 Cent je Ex.

Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.

Bestellungen bitte an:

 oder per Fax 030-227 76 179


Herausgebende: Heike Hänsel, Ulrich Sander, Monty Schädel, Bärbel Schindler-Saefkow, Laura von Wimmersperg, Winfried Wolf

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/238.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Militärreklame? Nein Danke!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/122</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-122</guid><description><![CDATA[Zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 16/7925) zum Thema „Militäraufmärsche in der Öffentlichkeit“ erklärt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke:

Um ihren Personalbedarf zu decken, drängt die Bundeswehr massiv in die Öffentlichkeit. Über 700 Auftritte von Personalwerbern auf Marktplätzen, an Messen und in Schulen sind für dieses Jahr geplant.


Vor allem die Bemühungen um Schüler an Gymnasien und Berufsschulen werden verstärkt. So sollen 2149 Schulen auf das militärische „Informationsangebot“ aufmerksam gemacht werden, im Vorjahr waren es noch 1257. Die Anschreiben an höhere Schulen sollen gar um das Drei- bis Siebenfache steigen.
Die Zahlen zeigen, dass die Bundeswehr immer mehr Schwierigkeiten hat, die dringend benötigten Höherqualifizierten zu rekrutieren. Dabei schreckt die Truppe nicht vor faulen Tricks zurück. Ihr sogenannter „Karriere-Truck“, der in diesem Jahr in 40 Städten Station machen soll, wird weiterhin mit absolut militärfremdem Beiwerk aufgepeppt. Für „Eventmodule“ und Musikgruppen stehen in diesem Jahr denn auch 400.000 Euro mehr bereit als im Vorjahr.

Für die Darstellung der Gefahr in den auswärtigen Kriegsgebieten oder gar der Opfer der Nato-Kriege ist da kein Raum vorgesehen.

Die Reklamemaßnahmen, mit denen technik- und musikbegeisterte Jugendliche geködert werden sollen, werden ergänzt durch Militäraufmärsche. So sind auch in diesem Jahr mindestens 126 öffentliche Rekrutengelöbnisse vorgesehen, ganz abgesehen von den 1500 Auftritten von Militärmusikkorps.

Die Bundeswehr dient schon lange nicht mehr ihrem Verfassungsauftrag der Landesverteidigung, sondern fungiert als weltweite Angriffsarmee. Wenn sie derart in die Öffentlichkeit drängt, muss sie auch mit öffentlichen Protesten rechnen.





...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/233.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutschland versucht weiter "gute" Streumunition zu schützen -Rüstungsindustrie zeigt sich zufrieden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/111</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-111</guid><description><![CDATA[(Berlin) Auf der heute zu Ende gegangenen Wellingtoner Konferenz im Rahmen des Oslo-Prozesses zum Verbot von Streumunition unterzeichneten 83 Staaten die „Declaration of the Wellington Conference on Cluster Munitions".

Mehr als drei Viertel aller anwesenden Länder haben damit den Grundsatz eines Totalverbotes, ohne Ausnahmen und ohne Übergangsfrist, klar unterstützt. Weitere, der ca. 140 "Oslo-Staaten", werden hinzukommen um damit auch ihre Teilnahme an den entscheidenden Vertragsverhandlungen in Dublin im Mai dieses Jahres zu ermöglichen.

Auch Deutschland unterzeichnete die Deklaration, beklagte aber gleichzeitig, dass der Vertragsentwurf der Konvention zum Verbot von Streumunition im Laufe der Verhandlungen keine Veränderungen erfuhr und dass dies ein negatives Zeichen sei, besonders für die Länder, die am meisten unter Streumunition leiden. Die Unterzeichnung der Deklaration durch Deutschland solle aber nicht als Politikwechsel der Bundesregierung verstanden werden, so die deutsche Delegation.

"Es grenzt an Zynismus, sich als Anwalt derjenigen Länder zu präsentieren, die unter dem Einsatz von Streumunition leiden, und gleichzeitig alles zu unternehmen ein umfassendes Verbot von Streumunition zu verhindern", betont Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de, einem Zusammenschluss von 17 deutschen Nichtregierungsorganisationen. "Wir sind sehr froh, dass es gelungen ist, den Vertragsentwurf vor Verwässerungen zu schützen", so Küchenmeister.

An der Konferenz nahmen 41 der 76 Staaten teil, die Streumunition in ihrem Rüstungsarsenalen haben. An der Spitze einer "like-minded-Group", die sich aus 13 zumeist Hersteller- und Anwenderstaaten von Streumunition zusammensetzt, versucht Deutschland Ausnahmeregelungen für bestimmte Streumunition zu erreichen. Dies besonders für Streuminen, alternative Flächenmunition (SEFAM), kinetische Waffen, elektromagnetische Waffensysteme, "zuverlässige" Artilleriemunition mit angeblich geringer Fehlerquote und Waffensysteme, die Streumunition in kleineren Mengen freisetzen. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Konvention auch zukünftige gemeinsame militärische Operationen zulässt, bei denen Streumunition eingesetzt wird.

"Wer solche Ausnahmen will, stellt (der Rüstungsindustrie) für alle Zukunft einen völkerrechtlichen Freibrief für ganze Kategorien von (neuen) Waffensystemen aus, über deren Wirkweise noch überhaupt nichts bekannt ist, was eindeutig nicht im Interesse unbeteiligter ziviler Opfer sein kann, " gibt Küchenmeister zu Bedenken. "Es wundert uns nicht, dass die deutsche Rüstungsindustrie die Politik der Bundesregierung ausdrücklich unterstützt", so Küchenmeister mit Verweis auf ein Statement eines Mitgliedes des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundtages, nachzulesen auf der Website www.abgeordnetenwatch.de.

"Die Bundesregierung hat die Gelegenheit der Wellingtoner Konferenz leider nicht genutzt, den angekündigten Abrüstungswillen in Bezug auf Streumunition in die Tat umzusetzen", kritisiert auch François de Keersmaeker von Handicap International und fordert neue parlamentarische Initiativen noch vor der entscheidenden Konferenz in Dublin im Mai diesen Jahres. "Die Abgeordneten der Regierungsparteien sind jetzt verpflichtet einen Politikwechsel einzuläuten", fordert de Keersmaeker.

Aktionsbündnis Landmine.de ist Mitglied der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und der Cluster Munition Coalition (CMC). Weitere Informationen zum Konferenzverlauf stehen unter www.landmine.de zur Verfügung.

Kontakt: Thomas Küchenmeister, Leiter Aktionsbündnis Landmine.de / CMC- Deutschland +49 (0)30 32661681 François De Keersmaeker, Geschäftsführer Handicap International Deutschland +49 (0)177-5563555...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/167.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesregierung lügt und trickst sich immer tiefer hinein in den Afghanistankrieg]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/109</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-109</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

- Berlin will zusätzliche Kampftruppe nach Afghanistan schicken
- Keine Anforderung der NATO, sondern Angebot Berlins
- Bundesregierung lügt und trickst
- Entscheidung muss in den Bundestag
- Deutschland verstrickt sich immer tiefer in den Krieg
- Friedensbewegung: "Truppen raus aus Afghanistan!"

Zur Ankündigung des Bundesverteidigungsministers Franz Josef Jung, demnächst über die Entsendung einer neuen Kampftruppe nach Afghanistan zu entscheiden, stellen die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fest:


In ihrem "Afghanistan-Konzept" vom 5. September 2007 hat die Bundesregierung den Schwerpunkt auf die Verstärkung der zivilen Wiederaufbauhilfe für Afghanistan gelegt. Damit sollten offenbar auch Abgeordnete in den Reihen der Koalition, die dem ISAF-Einsatz skeptisch gegenüberstanden, für die Verlängerung des Mandats gewonnen werden.

Die beabsichtigte Entsendung eines zusätzlichen Kampfverbands an den Hindukusch ist das genaue Gegenteil von dem, was versprochen wurde. Nicht die zivile Komponente des Engagements wird verstärkt, sondern die militärische. Bereits heute existiert ein eklatantes Missverhältnis zwischen den Aufwendungen für den Bundeswehreinsatz (bisher rund 2,5 Mrd. EUR) und den Aufwendungen für den zivilen Wiederaufbau (rund 0,15 Mrd. EUR).

Die vorgesehene Entsendung einer Kampftruppe mit rund 250 Soldaten als Ersatz für die norwegische Truppe, die sich aus Afghanistan zurückzieht, wirft darüber hinaus einige Fragen auf:

1) Warum hat das Verteidigungsministerium eine Entscheidung darüber auf den Zeitpunkt nach den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen verschoben? Dass die Norweger abziehen und dass Deutschland in diese "Lücke" springen sollte, ist schon länger bekannt. Offenbar wollte der CDU-Verteidigungsminister mit einer solchen Entscheidung die Wahlchancen seines Parteifreundes Koch in Hessen nicht noch mehr gefährden. Denn auch ihm ist bekannt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ablehnt.

2) Wer war wirklich der Bittsteller? Die NATO, die nach Auskunft des Ministeriums erst gestern ihre "Anforderung" an die Bundesregierung per Brief übermittelt hat? Oder das Bundesverteidigungsministerium, das in der NATO schon vor längerer Zeit Bereitschaft signalisiert hatte, die norwegische Einheit zu ersetzen? Dazu muss man wissen, dass es in der NATO absolut unüblich ist, Truppenanforderungen an einzelne Länder zu stellen. Im Regelfall machen die Mitgliedstaaten ihre Angebote selbst. Dieses Verfahren ergibt sich im Übrigen aus dem NATO-Vertrag Art. 5, wonach "jede Partei" (=Mitgliedstaat) "für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet". In Folge dessen gibt es in der NATO auch kein Gremium, das der Bundeswehr oder anderen NATO-Armeen Aufträge erteilen könnte. Ein Verbündeter muss also von sich aus erklären, welche Aufgaben er übernimmt.

3) Deckt das ISAF-Mandat den erweiterten Kampfeinsatz der Schnellen Einsatztruppe ("Quick Reaction Force") ab, wie die Bundesregierung und alle Parteien außer der LINKEN letzte Woche in einer Aktuellen Stunde des Bundestags behauptet haben? Zweifel sind angebracht. Der Auftrag von ISAF liegt in der Stabilisierung der Regierung Karsai und in der Unterstützung der Wiederaufbauteams (PRTs). Da es sich um ein robustes Mandat handelt,  können die ISAF-Truppen ausnahmsweise, d.h. wenn "Gefahr in Verzug ist", zur Unterstützung anderer ISAF-Soldaten in Kämpfe eingreifen. Das dürfen seit 2006 auch die deutschen ISAF-Verbände und sie tun das auch. Die neue Kampftruppe soll aber ausschließlich kämpfen, so wie das die norwegische Einheit bisher getan hat. Diese Quick Reaction Force war z.B. auch an offensiven Operationen gegen die
Taliban beteiligt. Zuletzt im vergangenen Herbst. Die Soldaten standen dabei in vorderster Linie. Damals zitierte die Osloer Tageszeitung AFTENPOSTEN den Kommandeur des norwegischen ISAF-Kontingents mit den Worten, seit dem Zweiten Weltkrieg seien norwegische Soldaten nicht mehr in derart schwere Kämpfe verwickelt gewesen.

Wenn die Unterscheidung zwischen den beiden Afghanistan-Missionen, die von den Vereinten Nationen mandatierte ISAF auf der einen Seite und die von den USA geführte "Operation Enduring Freedom" (OEF) auf der anderen Seite überhaupt noch einen Funken Sinn machen soll, dann wäre es ehrlicher zu sagen, die neue Kampftruppe solle im Rahmen von OEF operieren. Dies will Berlin aber vermeiden, weil OEF selbst in den eigenen Koalitionsreihen auf größeren Widerstand trifft. Die Regierung versucht also zu tricksen, um zu vermeiden, dass das Thema den Bundestag beschäftigt.

Ungeachtet der nach wie vor richtigen Forderung der Friedensbewegung, alle Truppen aus Afghanistan abzuziehen, um dem Friedensprozess in Afghanistan eine Chance zu geben, stellt der Bundesausschuss Friedensratschlag fest:

1) Die Entsendung einer Schnellen Eingreiftruppe geht eindeutig über das bisherige ISAF-Mandat vom 12. Oktober 2007 hinaus und muss demnach im Bundestag neu verhandelt und abgestimmt werden.
2) Die Entsendung einer Schnellen Eingreiftruppe stellt einen weiteren Schritt der Destabilisierung Afghanistans und der Verschärfung der dortigen Konflikte dar.
3) Mit der Entsendung einer Schnellen Eingreiftruppe wird Deutschland noch enger in die Kriegführungsstrategie der USA eingebunden. Befürchtungen, dass im Herbst die Bundeswehrtruppe über die  bisher genehmigte Grenze von 3.500 Soldaten (nur im Rahmen von ISAF) noch weiter aufgestockt wird, sind nicht von der Hand zu weisen.
4) Deutschland verstrickt sich wissentlich immer tiefer in einen schmutzigen Krieg, an dessen Ende noch mehr Tod und Zerstörung in Afghanistan und ein später verlustreicher Rückzug der Bundeswehr stehen werden.

Aus all diesen Gründen halten wir an der Losung der Friedensbewegung fest: "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan!"

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg
Peter Strutynski Kassel...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Soli-Aktion: US-Soldaten verweigern den Kriegseinsatz!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/105</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-105</guid><description><![CDATA[Politische Häftlinge brauchen und verdienen unsere Solidarität.
Eine gemeinsame Initiative von American Voices Abroad - Military Project, Connection e.V. und  der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Schreibt Postkarten und Briefe an drei US-Soldaten, die im US-Militärgefängnis in Mannheim sitzen, weil sie den Kriegseinsatz in Afghanistan verweigert haben!

Beteiligt Euch an der online-Postkartenaktion 
oder schreibt selbst Briefe!

Der Irakkriegsveteran und Kriegsdienstverweigerer Agustín Aguayo, der sieben Monate in Mannheim inhaftiert war (und der am 21. Dezember 2007 den Stuttgarter Friedenspreis erhalten hat), betont immer wieder, wie sehr die Hunderte von Postkarten und Briefen von deutschen BürgerInnen ihn erfreut haben. Sie haben ihm den Mut gegeben, durchzuhalten. Keine Scheu, ein paar Wörter auf Englisch zu schreiben. Viele haben an Agustín geschrieben, „Sorry, my English is not so good,“ und er liebt diese Briefe.

US-SoldatInnen im Widerstand sind ein Beispiel für BundeswehrsoldatInnen.

Bis jetzt sind keine BundeswehrsoldatInnen wegen Verweigerung des Kriegseinsatzes ins Gefängnis gekommen. Wir sollen aber jetzt schon zeigen, dass wir sie voll unterstützen werden, wenn es dazu kommt.


Bitte Porto in die USA verwenden.
Die APO-Postanschriften für das Mannheimer Gefängnis sind im US-Militärpostsystem. 
US-Porto: Postkarte 1€, Brief (bis 20 g) 1,70€.

     ---------------------------------------------------
ANDREW HEGERTY, 19 Jahre alt, wird wegen Fahnenflucht und Verweigerung eines Befehls voraussichtlich bis etwa August 2008 im US-Militärgefängnis Mannheim sitzen und wird unehrenhaft entlassen.   
Andrew war in Vicenza, Italien, stationiert und war vom Mai  2007 bis September 2007 im Kriegseinsatz in Afghanistan.  Als seine Einheit im September 2007 eine kurze Ruhepause in Vicenza gemacht hat, floh er.
Er besuchte seine Familie in Wisconsin, dann stellte er sich der US-Armee in Kentucky. Er hoffte dort entlassen zu werden, aber die Armee schickte ihn wieder nach Vicenza. Dort verweigerte er ein Befehl des Bataillonssonderkommandos, an der Vorbereitung des erneuten Afghanistan-Einsatzes teilzunehmen. Beim Militärgerichtsprozess hat Andrew sich der Fahnenflucht und der Verweigerung eines Befehls schuldig erklärt. Er sagte dem Gericht: 
„Ich bin wirklich nicht fähig, einfach auf den Abzug zu drücken und jemanden zu erschießen“.
             Andrews Postanschrift in Mannheim:
             Andrew Hegerty, Unit 29723, Box LL, APO, AE 09028-9723, USA

     ---------------------------------------------------
JEFFREY GAUNTT wird wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe und Verpassen der Verlegung in ein Kampfgebiet bis etwa April 2008 im US-Gefängnis in Mannheim sitzen.  Jeffrey war nie im Kriegseinsatz. Er war in Vicenza stationiert und hat seine Einheit am 21. Mai 2007, d.h. am Tag vor der Verlegung nach Afghanistan, verlassen. Am 19. Juni stellte er sich den US-Militärbehörden in Rota, Spanien. Seine Strafe ist zehnmonatigen Haft, Verlust aller Zahlungen und eine unehrenhafte Entlassung.
             Jeffreys Postanschrift in Mannheim:
             Jeffrey Gauntt, Unit 29723, Box LL, APO, AE 09028-9723,USA

     ---------------------------------------------------
JAMES BLANKS wird wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe, Verpassen der Verlegung in ein Kampfgebiet und Befehlsverweigerung bis etwa Februar 2008 in Mannheim sitzen. (Post wird nachgeschickt.) James war in Bamberg stationiert und hat seine Einheit am 20. April 2007 verlassen.  Seine Einheit ist am 17. Mai nach Afghanistan versetzt worden. James kam erst am 21. Mai nach Bamberg zurück, wurde daraufhin nach Afghanistan geschickt, ist von dort geflohen und hat sich der Armee in Vicenza gestellt. Er wird auch unehrenhaft entlassen werden.
             James Postanschrift in Mannheim:
             James Blanks, Unit 29723, Box LL, APO, AE 09028-9723, USA


     ---------------------------------------------------
Weitere Infos:
American Voices Abroad (AVA) Military Project
Kontakt: Elsa Rassbach, 030/326 015 40,
Email: 
Spendenkonto: 
R. Forward, Zweck: »GI Rights«,
Konto 3300 11 807, BLZ 700 100 80
Postbank München


als pdf-Datei:



Eine gemeinsame Initiative von American Voices Abroad - Military Project, Connection e.V. und  der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Weitere Infos: American Voices Abroad (AVA) Military Project, Elsa Rassbach, 030-326 015 40, elsarassbach@gmail.com

online-Appell zur Unterstützung von US-Kriegsdientsverweigerern und Deserteuren




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/217.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesregierung will ISAF-Mandat verletzen - Friedensbewegung kündigt Proteste an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/93</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-93</guid><description><![CDATA[Kassel - Zu den Planungen des Verteidigungsministeriums, im Sommer 250 zusätzliche Kampfsoldaten nach Afghanistan zu schicken, stellt ein Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fest:

Die Bundeswehr plant offenbar die Entsendung eines Kampfverbands nach Nordafghanistan mit bis zu 250 zusätzlichen Soldaten. Nach Auskunft des verteidigungspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, werde damit eine "neue Qualität" des Bundeswehr-Engagements in Afghanistan erreicht. Bisher seien im nordafghanischen Masar-i-Scharif nur "Stabilisierungstruppen", aber keine "Kampfverbände" stationiert.

Dieses Vorhaben würde den Rahmen des vom Bundestag im vergangenen Herbst verlängerten ISAF-Mandats eindeutig überschreiten, heißt es in der Erklärung des "Friedensratschlags". ISAF und der von den USA angeführte sog. Antiterror-krieg "Enduring Freedom" verschmelzen immer mehr zu einem einzigen schmutzigen Krieg. "Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen, sondern gefährdet zunehmend das zivile Engagement humanitärer Organisationen im Land".

Die Friedensbewegung werde ihre Aktivitäten für die Beendigung des Krieges und für den Abzug der Soldaten aus Afghanistan in den nächsten Monaten verstärken. Im Juni soll ein internationaler Afghanistan-Kongress in Deutschland stattfinden und im Herbst erwartet der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag verstärkte Proteste gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes.

Sollte die Bundesregierung an ihrem Vorhaben festhalten und zusätzliche Kampftruppen bereits im Sommer nach Afghanistan schicken wollen, dann werde eben auch der Protest vorverlegt. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist gegen diesen Krieg. Das muss in Berlin und im ganzen Land deutlich gemacht werden.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[US-Verweigerer und Deserteure brauchen Asyl !]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/88</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-88</guid><description><![CDATA[Unterzeichnen Sie den Appell an die Bundesregierung !

Seit fünf Jahren führen die US-Armee und ihre Verbündeten Krieg im Irak. 2003 lehnte die damalige Bundesregierung einen direkten Einsatz von Bundeswehr-Soldaten im Irak ab, da es für den Einmarsch keinen Beschluss des UN-Sicherheitsrates gab. Bedauerlicherweise hat die deutsche Bundesregierung die USA dennoch in vielerlei Hinsicht bei diesem Krieg unterstützt.

Hunderttausende SoldatInnen sind in den vergangenen Jahren in die Kriegsgebiete geschickt worden. Tausende von US-SoldatInnen zogen aus ihren Kriegserfahrungen die Konsequenz: Sie erklärten ihre Kriegsdienstverweigerung, sie flohen aus der Armee oder desertierten.

Oft sehen sich Verweigerer zur Flucht gezwungen, da ihnen das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung vorenthalten wird, ihnen in den USA Repressionen und Strafverfolgung drohen. Mit unserem Appell wollen wir darauf aufmerksam machen, dass sie Unterstützung benötigen. Sie haben für sich diese einzig mögliche Entscheidung getroffen, weil sie sich nicht länger an einem völkerrechtswidrigen Kriegseinsatz beteiligen wollen.

Trotz dieser Entscheidung wird US-Verweigerern bislang in allen westlichen Ländern ein asylrechtlicher Schutz verwehrt. So verweigerte das kanadische Bundesgericht im November 2007 den ersten von etwa 100 flüchtigen US-SoldatInnen die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft.

Wir sehen in der Kriegsdienstverweigerung und Desertion, auf welcher Seite auch immer, ein klares Zeichen gegen den Krieg.

Wir rufen daher die Bundesregierung auf:

    * Soldaten und Soldatinnen der USA, die sich der Beteiligung am Krieg entziehen, nicht auszuliefern und sie zu schützen;
    * US-Verweigerern Asyl anzubieten, die in Kanada im Asylverfahren abgelehnt wurden;
    * Städte zu unterstützen, die Verweigerer und Deserteure aus den USA aufnehmen wollen.

Weitere Informationen zur Situation von Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren in den USA: 

Die Unterschriftenaktion läuft bis zum 30.04.2008. Die Unterschriften werden an die deutsche Bundesregierung übersandt.

Eine Initiative von:
Connection e.V., Gerberstr. 5, D-63065 Offenbach
Tel.: 069-82375534, Fax: 069-82375535
Email: 


online-Formular: 
pdf-Vorlage: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dialog-Kreis -Konferenz: Perspektiven für eine friedliche Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2008/83</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-83</guid><description><![CDATA[18. Januar 2008
Dialog-Kreis -"Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im Konflikt zwischen Türken und Kurden"


Abgeordnetenhaus Berlin, Raum 376
Niederkirchnerstr. 5, 10111 Berlin

Auf dieser Konferenz wollen wir über die Strategien für eine friedliche Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts sprechen. Die Grundlage hierfür ist eine Ausarbeitung (Dossier II) im Rahmen des Monitoring-Projekts, in der ein Fahrplan (Road Map) in 24 Schritten vorgeschlagen wird. Es geht also weder um die Darstellung der beklagenswerten Opfer dieses gewalttätig ausgetragenen Konflikts, noch um die allfälligen gegenseitigen Schuldzuweisungen, sondern um eine Orientierung auf einen gangbaren Weg für eine friedliche Lösung des Konflikts. 

Angesichts der aktuellen schweren Spannungen in der Türkei kommt der Konferenz eine besondere Bedeutung zu. Zu der Konferenz laden wir türkisch- und kurdisch-stämmige Gäste aus der Türkei, SpezialistInnen aus Deutschland und 
Vertreter der im Bundestag ansässigen Parteien ein.

Die Teilnahme an der Konferenz ist für alle an dem Thema Interessierten offen und kostenlos. Wir bitten jedoch um vorherige Anmeldung an die u.g. Adresse des Dialogkreises.


9.30 Begrüßung durch Gastgeber und Veranstalter, Giyasettin Sayan, MdA Berlin

9.45 Darlegung und Begründung des Monitoring-Projekts und des Zieles der Konferenz , Prof. Dr. Andreas Buro

10.00 Der Beitrag von Intellektuellen, Schriftstellern und Künstlern für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen und Religionen in der Türkei, Prof. Dr. M. Cengiz Gülec, Sprecher des Friedensrats Türkei

10.30 Kaffeepause 

Akteure, aktuelle Interessen und Perspektiven im Konflikt – analytische Darstellungen

10.45 Aus Sicht der türkischen Akteure in Regierung, Militär 
und Wirtschaft, Dr. Gülistan Gürbey

11.15 Aus Sicht der kurdischen Akteure, Mehmet Sahin

11.45 Aus Sicht Deutschlands und der EU, N.N.

Nachfragen und Diskussion

12.30-13.30 Mittagspause

13.30 Erläuterung der Herangehensweise und Vorschläge Ziviler onfliktbearbeitung im Monitoring Dossier, Prof. Dr. Andreas Buro
 
Kritische Würdigung der Vorschläge

14.00 Aus türkischer Sicht, Rusen Cakir,  Tageszeitung Vatan, Istanbul

14.30 Aus kurdischer Sicht, Ahmet Türk,  Fraktionschef  der DPT im Parlament

15.00 Aus deutscher und EU-Sicht, Prof. Dr. Udo Steinbach

Nachfragen und Diskussion

15.45 Kaffeepause

16.00 Podiumsdiskussion mit ExpertenInnen 

Angelika Beer, B'90/Die Grünen, MdEP, (angefragt) 
Sebahat Tuncel, Mitglied der DTP-Fraktion im 
Parlament, Angelika Graf, SPD, MdB 
Joost Lagendijk, MdEP, Vorsitzender des Gemischten 
Parlamentarierausschuss EU-Türkei,  
Prof. Dr. Norman Paech, Die Linke, MdB
Moderation: Dr. Gisela Penteker, IPPNW

17.30 Zusammenfassung und Perspektiven,  Prof. Dr. Andreas Buro

18.00 Ende der Konferenz

Bitte bis zum 14. Januar anmelden: 
Dialog-Kreis "Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im Konflikt zwischen Türken und Kurden"
, PF 90 31 70, 51124 Köln, Tel: 02203-126 76, Fax: 02203-126 77

-------------------------------------------

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/146.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Weihnachtlicher Kriegstourismus geschmack- und verantwortungslos!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/76</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-76</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Afghanistaneinsatz beenden - EU-Militarisierung stoppen: Friedensbewegung mit umfangreicher Agenda 2008

Kassel, 27. Dezember 2007 - Zum Jahreswechsel erklärte der Sprecher des
Bundesausschusses Friedensratschlag:

Mit einem umfangreichen Aktionsprogramm geht der Bundesausschuss Friedensratschlag in die politischen Auseinandersetzungen des kommenden Jahres. Oberste Priorität genießt darin die Forderung nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Der sog. "Kampf gegen den Terror" wird am falschen Objekt und mit den falschen Mitteln geführt. Militär und Krieg sind ungeeignete Mittel der Verbrechensbekämpfung (und was anderes als ein schweres Verbrechen ist Terrorismus?), weil die Rechtsstaatlichkeit hierfür andere Instrumente hat (Justiz, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden). Mit jeder Truppenaufstockung in Afghanistan hat sich der dortige Widerstand erhöht und sind noch mehr Gebiete wieder in die Hände der Taleban gefallen. Anstatt den Terrorismus einzudämmen, dreht der Krieg die Gewaltspirale immer weiter. Das militärische Vorgehen schürt Wut auf die westliche Politik. Wir müssen feststellen, dass sich die Anschläge auch außerhalb Afghanistans erhöht haben. Das trifft vor allem auf Pakistan zu, jedoch auch auf Europa. Daher sagen wir: Deutschlands Sicherheit wird am Hindukusch nicht verteidigt, sondern aufs Spiel gesetzt.

Die Friedensbewegung wird ihre Anstrengungen verstärken, um einen radikalen Kurswechsel in der Afghanistanpolitik der Bundesregierung durchzusetzen. Wenn der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache die Dankbarkeit des deutschen Volkes für die Tätigkeit der Bundeswehr in Afghanistan anmahnte und Bundeskanzlerin Merkel dies mit ähnlichen Worten in ihrer Neujahrsansprache wiederholen wird, dann vergessen beide, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Militäreinsatz grundsätzlich ablehnt. Der weihnachtliche Kriegstourismus führender Koalitionspolitiker an den Hindukusch ist geschmack- und verantwortungslos: Wem es wirklich um das Wohl der Soldatinnen und Soldaten geht, sollte dafür sorgen, dass sie so schnell wie möglich nach Deutschland zurückkehren!

Seit mehr als sechs Jahren führen die US-Regierung und ihre Verbündeten in der NATO unter dem Deckmantel "Krieg gegen den Terror" völkerrechtswidrige Angriffskriege. Vorgeblich dienen sie zudem der Durchsetzung von "Demokratie und Menschenrechten". Tatsächlich geht es aber um die Beherrschung ressourcenreicher Regionen und um den Ausbau geostrategischer Positionen. Entgegen der offiziell verbreiteten Meinung, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht am Krieg im Irak beteiligt sei, kommt ihr durch die Bereitstellung von
Militärstützpunkten und Logistik eine herausragende Bedeutung in der Kriegsführung zu. Wir fordern deshalb, dass die Bundesregierung die Stationierungsverträge mit den USA kündigen und den USA keine Überflugrechte für ihre Transporte in den Irak gewährt. Dies gebieten das Völkerrecht (UN-Charta Art. 2,4) und das Grundgesetz (Art. 26).

In den vom Bundesausschuss Friedensratschlag erabschiedeten "Friedenspolitischen Schwerpunkten 2008" werden zahlreiche andere Konfliktregionen und Kriegsgefahren (z.B. der israelisch-palästinensische Konflikt, die Kriegsdrohungen gegen Iran)genannt, die nach Auffassung der Friedensbewegung ausschließlich mit nicht-militärischen Mitteln gelöst werden können. Entschieden abgelehnt wird auch die weitere Militarisierung der Europäischen Union. Deren im Dezember unterzeichneter "Reformvertrag" ist ein Mogelvertrag erster Güte. In ihm befinden sich alle sozialpolitischen, militär- und
rüstungspolitischen Grausamkeiten, die bereits Bestandteil des "Verfassungsvertrags" gewesen waren, der seiner Zeit in zwei Referenden
(Frankreich und Niederlande) gescheitert war. Der von den EU-Regierungen in Lissabon abgefeierte Reformvertrag ist ein weiteres Beispiel für das fehlende Demokratieverständnis der EU-Nomenklatura. Der "Friedensratschlag" wird sich weiterhin an der Kampagne gegen die Militarisierung der EU beteiligen und dafür eintreten, dass der "Reformvertrag" in den EU-Ländern zur Abstimmung durch die Bevölkerung gestellt wird. Die Welt braucht keine zusätzliche EU-Armee und
EU-Battlegroups, keine Rüstungsagentur und militärisch "abgesicherte" EU-Außengrenzen, sondern wirksame Beiträge zur Bekämpfung des Hungers, der Armut, der Massenarbeitslosigkeit, des Analphabetismus und der
drohenden Klimakatastrophe. Hierfür sind alle Kräfte zu bündeln. Jeder Euro, der in die Militarisierung fließt, fehlt zur Lösung der Menschheitsaufgaben.

Der Terminkalender 2008 der Friedensbewegung ist gut gefüllt. Er beginnt im Februar mit Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz, wird fortgesetzt mit den Ostermärschen im März, die zusammenfallen mit Aktionen gegen den dann fünf Jahre dauernden Irakkrieg, sieht für Anfang Juni eine Internationale Afghanistan-Konferenz vor und mündet im Herbst in zahlreiche Aktivitäten gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.

Die kompletten "Friedenspolitischen Schwerpunkte 2008" sind hier als
pdf-Datei herunterzuladen:


Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

Bei Rückfragen:
Mobil: 0160-976 28 972...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Uri Avnery - Hilfe, ein Waffenstillstand!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/74</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-74</guid><description><![CDATA[Das Geschehen nach Annapolis entwickelte sich wie erwartet: keine neuen Verhandlungen begannen, beide Seiten spielen nur mit dem Anschein. Schon einen Tag nach Annapolis verkündigte die Regierung große Bauprojekte jenseits der Grünen Linie. Als Condoleezza Rice etwas dagegen brummelte, wurde angekündigt, dass die Pläne erst noch mal zurück- gestellt würden. Tatsächlich wird aber mit hoher Geschwindigkeit weitergebaut....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/196.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Brandt-Kreis:  Aufruf für ein  „Zentrum gegen Krieg“ - Hier Unterschreiben!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/87</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-87</guid><description><![CDATA[Das geplante und anhaltend umstrittene Zentrum gegen Vertreibung unterliegt, entgegen den Intentionen des Parlaments, der Gefahr, als Instrument der Anklage missverstanden zu werden. Dieser Missdeutung, die auch in Polen und Tschechien sehr bald laut geworden ist, sollte begegnet werden. Geht es hier wirklich nur um das Recht auf eine Klagemauer, um Verständnis und Versöhnung, oder geht es um die Zuweisung  von Schuld und Unrecht Richtung Osteuropa, mit dem Ziel einer Bewusstseinsverschiebung, die schließlich auch eine Eigentumsverschiebung ermöglichen wird?

Vertreibung ist eine von vielen entsetzlichen Kriegsfolgen. Genauso gut könnte man ein Zentrum gegen Gebietsannexionen befürworten, eins gegen die Geringschätzung des Lebens von Soldaten, gegen Massaker an Zivilisten, gegen Bombenopfer und Ruinen, eins gegen Zwangsarbeit und Gefangenenlager, gegen Hunger und Typhus, ein Zentrum gegen Vergewaltigung, gegen Verrohung der Sitten, gegen „ethnische Säuberungen“, gegen Vergeltung und Strafe der Sieger.
All dies sind im letzten Jahrhundert immer die fatalen Folgen von Kriegen gewesen, je schrecklicher der Krieg, je fataler. Verurteilt man aber die Folge und nicht die Ursache, so greift man zu kurz, ja weckt Illusionen. Man suggeriert, nach Angriffskriegen könnten deren unvermeidliche Folgen vermieden werden.
Für die Zukunft folgt daraus nicht das Unrealistische: Vertreibungen nach Kriegen sind zu verbieten. Sondern: Wer Vertreibungen verhindern will, muss Kriege verhindern.

Wir brauchen kein Zentrum gegen Vertreibung. Wir brauchen ein Zentrum gegen Krieg. Das den Jüngeren veranschaulicht, weshalb Krieg geächtet und künftig zu meiden ist. Jede Art von oben erwähnten Kriegsleiden könnte hier einen Raum bekommen, nicht nur die, die heute noch entschädigungsrelevant sind. In diesem Kontext könnte auch das im Koalitionsvertrag vereinbarte sichtbare Zeichen gegen Vertreibung seinen Platz finden.

Am Eingang wäre eine Warnung von Bertolt Brecht von 1952 denkbar: „Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungskraft für kommende Leiden, ist fast noch geringer.“

Die Mitglieder des Willy-Brandt-Kreises:
{Egon Bahr, Elmar Brähler, Daniela Dahn, Hans-Joachim Gießmann,
Günter Grass, Dieter Klein, Irina Mohr, Klaus Noé, Rolf Reissig, Edelbert Richter, Axel Schmidt-Gödelitz, Friedrich Schorlemmer, Klaus Staeck, Christoph Zöpel}
und:

Michael Brzoska und Reinhard Mutz, Institut für Friedensforschung  und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Lühr Henken, Hamburger Forum für Frieden, Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Willi Hofmeister, Ostermarschkreis Ruhr, Jörg Huffschmid, Wissenschaftlicher Beirat von Attac, Willi van Ooyen, Ostermarschbüro, Johannes Pfäfflin, Psychotherapeutischer Arbeitskreis für Betroffene des Holocaust e.V., Peter Pogany-Wnendt, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Werner Ruf und Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag, Horst Schmitthenner, "Politikwechsel", Horst Trapp, Friedens- und Zukunftswerkstatt Frankfurt a.M., Markus Weingardt, Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft FEST, Henning Zierock, Arno Gruen und Konstantin Wecker, Kultur des Friedens.

 
Möchten Sie auch unterschreiben?

Dies ist auf der folgenden Seite möglich!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/207.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundeswehr, Volkstrauertag und Rechtsexremismus]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/85</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-85</guid><description><![CDATA[Bei MdB Ulla Jelpke aus der Bundestagsfraktion Die LINKE. ist dazu auf der Homepage die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu finden:

Am Volkstrauertag 2006 hatte sich eine krude Mischung aus "Mitte der Gesellschaft" und Nazi-Kameradschaften, DVU-, NPD-Vertretern sowie Burschenschaften versammelt, um derjenigen zu gedenken, die den "Heldentod" starben. 
Veranstalter: Der rechtsgerichtete Ring Deutscher Soldatenverbände Berlin. Mit dabei war die Bundeswehr, die sich damals auch nicht daran störte, dass die SS-Truppe HIAG "aufgerufen" wurde.
Die Kombination aus antifaschistischen Protesten und unseren parlamentarischen Anfragen hat diesem Spuk nun ein Ende gemacht.

Die Antworten aus den Jahren 2006 und 2007 können hier heruntergeladen werden:

Antwort vom 21.11.200: 
Antwort vom 20.12.2006: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/123.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Proteste gegen die NATO-Kriegskonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/65</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-65</guid><description><![CDATA[Frieden und Gerechtigkeit gestalten - Nein zum Krieg"
Internationale Münchner Friedenskonferenz 8. - 10. Februar 2008

Aufruf zur Friedenskonferenz 2008:

Welcher Sicherheit dient die „Internationale Konferenz für Sicherheitspolitik“?
Viele der an der Konferenz beteiligten Politikerinnen und Politiker behaupten, es ginge um die Sicherheit der Bevölkerung ihrer Länder. Dazu vergrößern sie die Militärpotentiale, vereinbaren ver-stärkte internationale Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet und intervenieren in immer mehr Ländern der Erde.
Leisten aber die Militäreinsätze das, was die Verantwortlichen versprechen? Die deutschen Mili-täraktionen in Afghanistan beispielsweise begannen 2001 mit den UN - mandatierten ISAF- Einsätzen, die als Aufbauhilfen propagiert wurden, und gleichzeitig mit KSK - Einsätzen im Rah-men der US-geführten „Operation Enduring Freedom“ (OEF) zur militärischen Bekämpfung der Taliban. Das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung, das mit Aufbauprogrammen hergestellt werden sollte, wurde infolge der „Kollateralschäden“ der OEF- Attacken wieder verspielt. Deutlich verschärft hat sich diese Situation mit den deutschen Tornado-Einsätzen seit dem Frühjahr 2007, was sich an der wachsenden Zahl der Anschläge auf deutsche und andere NATO-Militäreinheiten widerspiegelt.

Die deutschen Militäreinsätze in Afghanistan haben nicht zu mehr Sicherheit, zu mehr wirtschaftlicher Entwicklung im Land sowie zur Eindämmung des Terrorismus geführt. Die Militäreinsätze binden Gelder, die beim zivilen Aufbau bitter fehlen. (Kosten der Militäreinsätze von 2002 bis 2006: 82,5 Mrd. US-Dollar. Ausgaben für Entwicklungshilfe in diesem Zeitraum: 7,3 Mrd. US-Dollar)* Notwendig sind jetzt Verhandlungen zwischen allen Kriegsparteien über einen Waffenstillstand und der Beginn eines Friedensprozesses.

Die auf den bisherigen „Konferenzen für Sicherheitspolitik“ in München diskutierten „Sicherheitskonzepte“ konnten – wie auch die Kriege gegen Serbien-Montenegro und gegen den Irak gezeigt haben – die Sicherheit der Menschen in diesen Ländern nicht gewährleisten. Eine weitere Folge dieser Militäraktionen ist die vermehrte Angst vor terroristischen Angriffen bei uns zu Hause, die wiederum im Namen der Terrorismusabwehr zu einem Ausbau der Überwachungsapparate und zu einem weiteren Abbau der Bürgerrechte führt.

Um welche Sicherheit geht es aber dann, wenn für die Menschen hier wie dort das Leben unsicherer wird? Die Interventionskriege der USA und ihrer Verbündeten dienen offensichtlich dem Zugriff auf Rohstoffe und dem Ausbau von Machtpositionen. Das scheinen auch die entscheidenden Motive der USA im sogenannten Atomkonflikt mit dem Iran zu sein.

Die Friedensbewegung warnt schon lange, dass eine für Menschen effektive Sicherheitspolitik nicht auf militärische Gewalt gestützt sein kann. Denn kriegerische Mittel verschärfen nur die Probleme und erhöhen die Gefahren durch den Terrorismus.

An der Überwindung des überholten militärischen Sicherheitsdenkens arbeitet die „Internationale Münchner Friedenskonferenz“ seit Jahren. Wir stellen Ansätze und Wege vor, wie Frieden durch Interessenausgleich erreicht werden kann. Uns geht es darum, erweiterte Handlungsspielräume für zivile Aktivitäten bekannt zu machen und einzufordern.

Es gibt detaillierte Konzepte für zivile Konfliktbearbeitung im gesellschaftlichen Bereich und ermutigende Erfahrungen auf internationaler Ebene. Für diese vom Militär unabhängige zivile Konfliktarbeit in Krisenregionen gibt es aber noch längst keine ausreichende politische und finanzielle Unterstützung.

Frieden und Sicherheit erwachsen aus Interessensausgleich und Gerechtigkeit. Der Einsatz für politische und soziale Gerechtigkeit sowie für die Erhaltung der Umwelt ist natürlicher Bestandteil der Friedensarbeit.

*Quelle: Informationsstelle Militarisierung, No 262, August 2007

Trägerkreis: Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Landesverband Bayern; Internationale kath. Friedensbewegung pax christi im Erzbistum München und Freising; Internationaler Versöhnungsbund Deutscher Zweig e.V.; Friedensinitiative Christen in der Region München e.V.; NaturwissenschaftlerInneninitiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit; Netzwerk Friedenssteuer Region Bayern; Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“; Kreisjugendring München Stadt; Bund Naturschutz Kreisgruppe München e.V.; Netzwerk gewaltfreie Kommunikation München e.V.
Organisation und Koordination: Der Trägerkreis in Zusammenarbeit mit dem Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk zur Förderung der Friedensarbeit der DFG-VK Bayern (Geschäftsführer: Thomas Rödl)


weitere Informationen unter:
<http://www.friedenskonferenz.info




 AUFRUF DES AKTIONSBÜNDNISSES GEGEN DIE NATO-SICHERHEITSKONFERENZ 2008

Sie reden von „Sicherheit“.

{Wir nennen es Krieg, Folter und Terror.
Sie sprechen von „Sicherheit“, doch ihre Politik bedeutet Krieg, Folter und Militarisierung.}

Die „Sicherheitskonferenz“ in München ist ein Treffen von Militärstrategen, Regierungsvertretern, Generälen und Rüstungslobbyisten. Verschanzt hinter Absperrgittern, Wasserwerfern und einer gigantischen Polizeimacht kommen im Nobelhotel Bayerischer Hof jährlich EU- und NATO-Repräsentanten zusammen, um Kriegseinsätze, internationale Militärstrategien und Rüstungsgeschäfte zu planen. So wurden bei der Münchner Militärtagung unter anderem die Angriffskriege gegen Jugoslawien, Afghanistan und den Irak vorbereitet und entscheidende Weichen für den so genannten „Globalen Krieg gegen den Terror“ gestellt.

Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr – Gegen jede deutsche Kriegsunterstützung

Die wirtschaftlich und politisch Mächtigen der Welt beanspruchen für sich das Recht auf ungehinderten Zugang zu Märkten und Rohstoffen auf dem gesamten Globus. Sie setzen ihre ökonomischen Interessen und Machtansprüche auch mit militärischer Gewalt durch. Die Besatzungskriege der NATO-Staaten und ihrer Verbündeten, die unter der Losung der Terrorbekämpfung geführt werden, sind selbst Terror gegen die Bevölkerung: Bombardierungen, Vertreibung, Zerstörung, Vergewaltigungen sowie die Wiedereinführung der institutionalisierten Folter wie in Guantanamo und in Geheimgefängnissen.

Die NATO-Kriege und Besatzungregime eskalieren die Konflikte weltweit; selbstbestimmter Aufbau und eine demokratische Entwicklung haben keine Chance.

Gegen Krieg und Folter – Für ein freies und selbstbestimmtes Leben aller Menschen

Die erneute Militarisierung der deutschen Außenpolitik führt längst auch zur Militarisierung im Innern. Diese Politik des präventiven „Sicherheits“-Staates betreibt den Abbau der Grundrechte aller BürgerInnen durch Vorratsdatenspeicherung von Telefongesprächen, dem Ausspionieren von PC-Daten, Unterbindungsgewahrsam, Überwachung von öffentlichen Plätzen und Privatwohnungen. AntimilitaristInnen werden durch den Gesinnungsparagrafen 129a wie durch die Razzien vor und nach dem G8-Gipfel systematisch mit Repression überzogen und kriminalisiert. Längst marschiert die Bundeswehr auch im Inneren auf wie zum Beispiel mit Soldaten, Spähpanzern und Tornados gegen die Proteste in Heiligendamm Juni 2007. Im Bayerischen Hof hat die Bundeswehr bereits seit Jahren das Hausrecht während der Sicherheitskonferenz.

Gegen den Überwachungsstaat – Für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte

Wir wenden uns gegen ein Machtsystem, das sich am Profit orientiert und das sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten über Leichen geht, gegen ein System der rigorosen Abschottung der EU-Außengrenzen gegenüber Flüchtlingen und MigrantInnen. Dazu gehören die rassistischen und fremdenfeindlichen AusländerInnengesetze in Deutschland, die Abschaffung des Asylrechts, tödliche Hetzjagden und Überfälle sowie die europaweit anlaufende Massenabschiebung von Flüchtlingen in die Kriegsgebiete des Irak und Afghanistans.

Fluchtursachen bekämpfen. Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge und MigrantInnen statt Stacheldraht und Lager

Zeigen wir den selbst ernannten Weltherrschern und Kriegsstrategen: Ihr seid hier in München und anderswo unerwünscht. Eurer Politik von neoliberaler Wirtschaftsmacht und Ausbeutung, von Aufrüstung und Sozialabbau setzen wir weltweit Protest und Widerstand entgegen, denn eine andere Welt ist möglich – eine gerechte Gesellschaft, eine friedliche Welt ohne Krieg und Folter.

Statt sozialer Demontage und Aufrüstung – Umverteilung von oben nach unten

Wir rufen auf: Mischt euch ein, beteiligt euch an den vielfältigen Protesten und Gegenveranstaltungen in München! Die Proteste und Blockaden von Heiligendamm gegen den G8-Gipfel haben gezeigt, dass wir erfolgreich sind. Trotz abgeschotteter Zonen und Demoverboten haben dort Zehntausende erfolgreich durch zivilen Ungehorsam und Widerstandsaktionen die Zufahrtswege zum Gipfel effektiv blockiert. Im Februar werden wir deutlich machen: Kriegsverbrecher und Folterbefürworter erwartet auch in München Protest und Widerstand.
No justice, no peace! – Ohne Gerechtigkeit kein Friede!

Kommt alle zur Großdemonstration und den weiteren Widerstandsaktionen am 9. Februar 2008 in München!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/171.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[EUropas erste Kolonie - Der Ahtisaari-Bericht zur Kosovo-Statusfrage und der völkerrechtliche Amoklauf der "internationalen Gemeinschaft"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/118</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-118</guid><description><![CDATA[Studien zur Militarisierung EUropas 32/2007 von Jürgen Wagner aus dem Vorstand der Informationsstelle Militarisierung 

In den letzten Jahren hat sich eine grundlegend neue Qualität westlicher Kriegspolitik herauskristallisiert. Denn inzwischen werden renitente Staaten nicht mehr nur per Strafaktion militärisch gemaßregelt, sondern darüber hinaus im Rahmen anschließender Besatzungsregime deren Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung tief greifend entlang westlicher Interessen re-strukturiert. Gerade der Kosovo ist in vielerlei Hinsicht das Pilotprojekt dieses Neoliberalen Kolonialismus, der mittlerweile auch in anderen Ländern durchexerziert wird. "Protektorate sind in", erläutert Carlo Masala vom NATO Defense College. "Von Bosnien über Kosovo, nach Afghanistan bis in den Irak, das Muster westlicher Interventionspolitik ist immer dasselbe. Nach erfolgreicher militärischer Intervention werden die 'eroberten' Gebiete in Protektorate umgewandelt und die westliche Staatengemeinschaft ist darum bemüht, liberale politische Systeme, Rechtsstaatlichkeit und freie Marktwirtschaft in diesen Gebieten einzuführen."[1]

Seit dem NATO-Krieg 1999 wird der Kosovo, obwohl formal weiterhin integraler Bestandteil Jugoslawiens bzw. seines Rechtsnachfolgers Serbien, von den Vereinten Nationen verwaltet. Die hiermit beauftragte Besatzungsbehörde UNMIK verfügt dabei über nahezu uneingeschränkte Vollmachten, die sie dazu nutzte, den Kosovo entlang neoliberaler Vorgaben "aufzubauen". Nachdem lange unklar war, wie mit der Provinz weiter verfahren werden sollte, übergab der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Martti Ahtisaari, Belgrad und Pristina im Februar 2007 den von ihm erarbeiteten Vorschlag zur "Lösung" der Kosovo-Statusfrage. Schon früh zeichnete sich dabei die paradoxe Situation ab, dass der Ahtisaari-Bericht nicht nur von serbischer, sondern auch von großen Teilen der kosovo-albanischen Seite abgelehnt wird, er jedoch gleichzeitig von den westlichen Staaten - der selbst ernannten "internationalen Gemeinschaft" - volle Rückendeckung erhält: "Deutschland unterstützt den Ahtisaari-Plan hundertprozentig", betonte schon frühzeitig der deutsche UNO-Botschafter Thomas Matussek.[2] Folgerichtig wurde der Ahtisaari-Bericht am 26. März dem UN-Sicherheitsrat mit dem Ziel einer baldestmöglichen Verabschiedung vorgelegt, eine endgültige Entscheidung soll am 10. Dezember 2007 erfolgen.[3]

Obwohl der eigentliche Bericht das Wort "Unabhängigkeit" noch bewusst vermied, sieht Ahtisaaris Vorschlag dennoch de facto die Herauslösung des Kosovo aus Serbien vor, wie dieser schließlich auch in seinen Ende März dem UN-Sicherheitsrat übergebenen Empfehlungen offen aussprach: "Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass die einzige praktikable Lösung für den Kosovo die Unabhängigkeit ist."[4] Dies wird aber vom kompletten politischen Spektrum in Serbien kategorisch abgelehnt: So verwehrte sich Ministerpräsident Vojislav Kostunica gegen den "Raub von 15 Prozent serbischen Territoriums."[5] Dennoch wird unmissverständlich klar gemacht, dass diese Pläne zur Not auch ohne die Zustimmung Belgrads durchgepeitscht werden.

Doch auch auf albanischer Seite finden Ahtisaaris Vorschläge keineswegs ungeteilte Zustimmung, denn tatsächlich wird der Kosovo hiermit kein souveräner Staat, sondern bleibt weiterhin eine Kolonie, die in Zukunft aber nicht mehr von den Vereinten Nationen, sondern von der Europäischen Union verwaltet wird, wie im ersten Teil dieser Studie beschrieben werden soll. "Unabhängigkeit unter internationaler Überwachung" nennt sich das Konzept, das de facto bedeutet, dass es einen vollständig souveränen Staat Kosovo, in dem die Bevölkerung über die Geschicke des Landes entscheidet, niemals geben wird. Der zweite Teil beschreibt anschließend, wie die Besatzungsbehörde ihre weit reichenden Kompetenzen für eine umfassende neoliberale Umstrukturierung missbrauchte, die maßgeblich für die katastrophale wirtschaftliche Situation im Land verantwortlich ist. Während sich die serbische Seite kategorisch gegen jegliche Form der Unabhängigkeit des Kosovo - ob mit oder ohne internationale Überwachung - ausspricht, stößt in der kosovo-albanischen Bevölkerung vor allem der anvisierte Kolonialstatus und die neoliberale Zurichtung durch die westlichen Staaten auf immer größeren Widerstand. Deshalb bereiten sich Europäische Union und NATO derzeit auf bewaffnete Auseinandersetzungen mit beiden Konfliktparteien vor, wie in Kapitel drei beschrieben werden soll.

Abschließend soll hier argumentiert werden, dass die eigentliche Tragweite des Ahtisaari-Plans weit über die Region hinausreicht, da mit ihm eine neue "völkerrechtliche Unterklasse" (Ulrich Preuß) eingeführt werden soll. Denn die offizielle Herauslösung des Kosovos aus Serbien wäre ein völkerrechtlich präzedenzloser Vorgang: Erstmalig würde mit UNO-Plazet die territoriale Integrität und damit Souveränität eines Mitgliedslandes ohne dessen Einverständnis beschnitten, was pikanterweise ohne den völkerrechtswidrigen NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 nicht möglich gewesen wäre. Nachdem Russland aber mittlerweile ankündigte, nur einer einvernehmlich mit Belgrad erarbeiteten Lösung zuzustimmen, wird es bis zur festgelegten Deadline am 10. Dezember wohl keine vom Sicherheitsrat formal autorisierte Lösung der Statusfrage geben. Dass Washington und Brüssel deshalb nun offen ankündigten, den Kosovo sogar ohne UN-Zustimmung gegen den Widerstand aus Moskau und Belgrad einseitig anzuerkennen, unterstreicht das Bestreben, Fragen der territorialen Integrität künftig von jeglichem rechtlichen Rahmen zu entkoppeln. Hiermit würde untermauert, dass die Unverletzlichkeit der Grenzen und somit das Souveränitätsrecht, das schwächeren Staaten bislang wenigstens einen gewissen Schutz vor Willkürakten mächtigerer Länder gewährte, fortan keine Gültigkeit mehr besitzt.

Sollte der Ahtisaari-Plan tatsächlich umgesetzt werden, würde mit dem Kosovo darüber hinaus ein völlig neues Gebilde entstehen, weder eigenständig noch integraler Bestandteil eines anderen Staates, sondern eine dauerhaft von der Europäischen Union kontrollierte Kolonie. "Der Kosovo-Plan der UN würde, wenn er sich umsetzen ließe, einen Staat minderer Souveränität schaffen und damit das Ende des UN-Systems souveräner Gleichheit aller Staaten einläuten."[6] Hiermit wird die wenigstens auf dem Papier existierende formale Gleichheit zwischen den Staaten aufgekündigt und durch klare hierarchische Strukturen ersetzt.

Betrachtet man das Verhalten der Europäischen Union hinsichtlich anderer Regionen, die ebenfalls nach Unabhängigkeit streben, deren Abspaltung aber nicht im Interesse Brüssels liegt, offenbart sich das ganze Ausmaß des gegenwärtigen völkerrechtlichen Amoklaufs in der Kosovo-Statusfrage. Denn offenbar ist es das Ziel, eine Art Beliebigkeitsprinzip einzuführen, indem je nach politischer Opportunität im einen Konflikt das Selbstbestimmungsrecht, im anderen aber die staatliche Souveränität hochgehalten wird. Der Ahtisaari-Plan steht somit nicht zuletzt für eine qualitativ grundlegend neue Bereitschaft in die inneren Belange von Staaten einzugreifen und ist symptomatisch für den immer offensiver vorgetragenen Anspruch, ein "Europäisches Imperium" zu errichten, das sich anmaßt, losgelöst von jeglichen Rechtsgrundlagen über die Zukunft ganzer Landstriche und ihrer Bevölkerungen zu entscheiden.

Der Ahtisaari-Bericht berücksichtigt weder die Interessen der serbischen noch der kosovo-albanischen Seite. Auch wenn die Positionen beider Konfliktparteien meilenweit auseinander liegen, ohne eine Verhandlungslösung ist eine dauerhafte Beilegung des Konflikts eine Illusion. Statt sich hierfür einzusetzen, wird die Kosovo-Statusfrage als Türöffner missbraucht, das staatliche Gleichheits- und Nicht-Einmischungsgebot endgültig ad acta zu legen und so die Grundlagen für eine völlig neue Dimension europäischer Machtpolitik zu schaffen.


1. Die Kolonisierung des Kosovo

Direkt im Anschluss an den Angriffskrieg der NATO im Jahr 1999 wurde im Kosovo unter dem Deckmantel der Vereinten Nationen ein Besatzungsregime etabliert, das sich von einer klassischen Kolonialverwaltung allenfalls dem Namen nach unterscheidet.

Im Folgenden soll beschrieben werden, wie sich die "internationale Gemeinschaft" schrittweise die vollständige Kontrolle des Kosovo unter den Nagel gerissen und damit die weiterhin bestehende Souveränität Serbiens über die Provinz faktisch außer Kraft gesetzt hat. Anschließend sollen die Vorschläge des Ahtisaari-Berichts dargestellt werden, die vorsehen, die Provinz auch de jure aus dem serbischen Staatsgebiet herauszulösen, ohne dass sie jedoch vollständig unabhängig werden soll. Denn gleichzeitig ist geplant, die Kolonialverwaltung an die Europäische Union zu übergeben, die dann auch darüber befindet, ob und wann die Provinz sich für eine volle Souveränität qualifiziert.[7] Erst wenn sämtliche Dekrete zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt wurden, soll die Bevölkerung im Kosovo selbst über ihr Schicksal bestimmen können. Allerdings läuft der Ahtisaari-Vorschlag darauf hinaus, dieses volle Selbstbestimmungsrecht zu genau diesem Zeitpunkt durch die zeitgleiche Aufnahme in die Europäische Union wiederum drastisch einzuschränken.


1.1 Kolonialismus unter dem Deckmantel der Vereinten Nationen

Dass der ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates erfolgte Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien im Jahr 1999 völkerrechtswidrig war, wird kaum ernsthaft bestritten.[8] Dennoch schuf die westliche Aggression die Voraussetzungen, auf deren Grundlage anschließend die Souveränität und territoriale Integrität Jugoslawiens durch die Etablierung eines Besatzungsregimes massiv eingeschränkt wurde. Denn obwohl die UN-Sicherheitsratsresolution 1244 vom 10. Juni 1999 noch ein Bekenntnis zur "Souveränität und territorialen Integrität Jugoslawiens" enthielt, wurde mit ihr ebenfalls die Einsetzung eines Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs beschlossen und die Zivilverwaltung des Kosovo der UN-Behörde UNMIK unterstellt (der militärische Arm wird von der NATO-Truppe KFOR gestellt). Die Kontrolle und die Souveränität über den Kosovo und damit über einen substanziellen Teil des Territoriums des jugoslawischen Staates, ging auf diese Weise faktisch - wenn auch nicht rechtlich - auf die Vereinten Nationen über: "Belgrad verlor damit effektiv die Herrschaft über Kosovo, auch wenn Resolution 1244 de jure an der territorialen Integrität der Bundesrepublik Jugoslawien festhielt." [9]

Das Ziel der UN-Mission im Kosovo war ganz offensichtlich die Errichtung eines Besatzungsregimes, in dessen Rahmen der Provinz das westliche Gesellschafts- und vor allem Wirtschaftsmodell übergestülpt werden sollte, wie Rafael Biermann, Professor an der U.S. Naval Postgraduate School offen einräumt: "Die Mission stand unter einem Leitbild, das in Resolution 1244 nicht explizit genannt ist, doch implizit das Paradigma aller Friedenskonsolidierungsmissionen ist: die Übertragung des westlichen Gesellschaftsmodells auf Kosovo. Zu diesem Gesellschaftsmodell gehören vor allem Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Multiethnizität."[10]

Mit der Einführung des westlichen Gesellschaftsmodells wurde die UNMIK beauftragt. Ihre zentrale Kompetenz besteht darin, so genannte Anordnungen (regulations) erlassen zu können, deren Inhalte bindend sind. Gleich mit ihrer ersten Anordnung 1999/1 erließ sie eine Art Selbstermächtigungsgesetz: "Alle legislativen und exekutiven Autoritäten mit Blick auf den Kosovo inklusive der Justizverwaltung vereinigt sich auf die UNMIK und wird vom Hohen Repräsentanten ausgeübt." Hiermit endete die Souveränität Jugoslawiens über den Kosovo, sie wurde jedoch nicht auf die dortige Bevölkerung bzw. die von ihr gewählte Regierung, sondern auf die UNMIK übertragen. In Anordnung 1999/2 wurde anschließend die vormals gültige Rechtsprechung außer Kraft gesetzt, falls sie den Interessen der Besatzungsbehörde zuwiderlaufen sollte: "Die Gesetze für das Gebiet des Kosovo, die vor den 24. März 1999 datieren, gelten weiter, wenn sie nicht mit [den] augenblicklichen oder künftigen Regulierungen der UNMIK" kollidieren. In Anordnung 2000/42 gönnte sich die UNMIK das Recht, Verträge mit Nachbarn abzuschließen und Niederlassungen mit Botschaftscharakter einzurichten. Anordnung 2000/47 erklärte das UNMIK- und KFOR-Personal "immun gegenüber der Rechtsprechung von Gerichten im Kosovo" sowie "immun gegenüber jeder Form von Festnahme und Haft" durch einheimische Justizorgane. Sukzessive übernahm die UNO somit alle relevanten exekutiven Funktionen und übt damit praktisch die vollständige Souveränität im Kosovo aus.[11]

Allerdings bildet die Resolution 1244 keine rechtliche Grundlage dafür, diese Kolonialbesatzung ad infinitum aufrecht zu erhalten. Noch weniger kann nach bisherigem völkerrechtlichem Verständnis mit ihr eine Abspaltung des Kosovo legitimiert werden, schon gar nicht, wenn diese gegen den Willen Belgrads erfolgen sollte.


1.2 "Die erste Kolonie der Europäischen Union"

Die zentrale Idee des Ahtisaari-Berichts einer eingeschränkten "Unabhängigkeit" des Kosovo unter internationaler Überwachung, tauchte erstmals in einem Papier des transatlantischen Think Tanks International Crisis Group auf und wird auch von US-amerikanischer Seite unterstützt.[12] Das Bertelsmann-nahe Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) schlug darüber hinaus vor, diese Überwachungsfunktion von den Vereinten Nationen auf die Europäische Union zu übertragen und damit den Kosovo in eine EU-Kolonie zu verwandeln.[13] Laut CAP gab dieser Vorschlag den Anstoß für einen im März 2004 von der FDP-Fraktion eingebrachten Bundestags-Antrag, der seinerzeit auch von der CDU/CSU unterstützt wurde. Er plädierte "für einen Status des Kosovo als EU-Treuhandgebiet. Dabei übernimmt die Europäische Union die Kompetenzen für Außenvertretung und Verteidigung, während die Kosovaren mittelfristig schrittweise die Verantwortung für die gesamte innere Verwaltung übernehmen. Die Souveränität des Kosovo geht damit auf die EU über."[14] Dies wurde wiederum von der prominent besetzten "International Commission on the Balkans" in ihren Bericht vom März 2005 übernommen. Sie plädierte für eine "Unabhängigkeit ohne vollständige Souveränität" unter Aufsicht der Europäischen Union, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem letztendlich der Kosovo von der Europäischen Union "absorbiert" werden würde.[15] Im Klartext: Keine Unabhängigkeit und kein Ende der Besatzung, ohne Beitritt zur Europäischen Union.

Im Wesentlichen wurde dieser Ansatz von Ahtisaari in seinen Vorschlag zur Lösung der Statusfrage übernommen. Zwar sieht sein Bericht vor, dass die Zivilverwaltung künftig von kosovarischen Behörden übernommen wird, allerdings bleibt dabei der nun als International Civilian Representative (ICR) bezeichnete Prokonsul weiterhin die "letzte Autorität", dem auch künftig das Recht zusteht, "korrektive Maßnahmen zur Nachbesserungen jeglicher Handlungen der Autoritäten des Kosovo zu ergreifen, falls diese nötig sein sollten. [...] Dies beinhaltet die Annullierung von Gesetzen oder Entscheidungen der kosovarischen Autoritäten, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein." Darüber hinaus verfügt der ICR über "die Befugnis, jeden Beamten zu sanktionieren oder vom Amt zu entfernen." (Annex IX, Art. 2.1)

Damit thront der ICR göttergleich auf dem Olymp (bzw. auf dem Gjeravica) und kann jederzeit eingreifen, sollte er zu dem Schluss gelangen, dass die kosovarischen Behörden die Vorgaben der "internationalen Gemeinschaft" nicht hinlänglich implementieren, und zwar ohne dass er gegenüber der dortigen Bevölkerung auch nur im Geringsten rechenschaftspflichtig wäre.[16] Da der ICR mit dem EU-Sondergesandten identisch sein wird (Annex 9, Art. 2.3), wird der Kosovo hiermit endgültig "die erste Kolonie der Europäischen Union."[17] Schon im April 2006 hatte die EU eine Planungsgruppe (EUPT) eingerichtet, die die Übernahme des Kosovo vorbereiten sollte.[18] Nach gegenwärtigen Planungen werden dem EU-Prokonsul 70 Beamte unterstehen, die die Implementierung der Vorgaben überwachen sollen. Darüber hinaus sollen im Rahmen einer eigenen EU-Mission zwischen 1300 und 1500 Polizisten, Richter und Zollbeamte entsandt werden, deren Aufgabe darin besteht, den kosovarischen Behörden bei der Verwaltung zu assistieren.[19] In den nächsten drei Jahren werden die Kosten der Mission auf schätzungsweise 1.3 bis 1.5 Mrd. Euro veranschlagt.[20] Ehrlicherweise betonte bspws. der SPD-Europaabgeordnete Helmut Kuhne deshalb, es sei angebracht, "das Kind beim Namen zu nennen. Die Lösung, die Ahtisaari vorschlägt, hat man früher ein Protektorat genannt. Von einer wirklichen Unabhängigkeit kann keine Rede sein."[21] Im Kern wird also lediglich "UNMIKistan" in "EUMIKistan" umbenannt.[22]


1.3 Pax Europeana

Nur vage äußert sich der Ahtisaari-Bericht darüber, wie lange der Kosovo unter kolonialer Verwaltung verbleiben soll, indem er angibt, das Mandat ende, wenn die International Steering Group, bestehend aus Frankreich, Deutschland, Italien, Russland, Großbritannien, den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, der Europäischen Kommission und der NATO zu dem Ergebnis gelange, dass die Vorschläge (Diktate) hinreichend implementiert worden seien. (Annex IX, Art. 5.2)

Allerdings betont der Bericht, der Kosovo habe "das Recht, die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen anzustreben." (General Principles, Art. 1.5) Hierdurch wird nicht nur der Weg für eine Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen geebnet, sondern auch für eine Bewerbung um die Aufnahme in die Europäische Union. Auch wenn dies nicht explizit im Ahtisaari-Bericht erwähnt wird[23], deuten dennoch viele Vorschläge zum weiteren Verfahren in dieselbe Richtung: Der Kosovo bleibt solange unter Kolonialverwaltung, bis das westliche Gesellschaftsmodell zur vollen Zufriedenheit Brüssels etabliert wurde. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem Brüssel dem Kosovo seine "Europatauglichkeit" bescheinigt wird und er sich für eine volle Souveränität "qualifiziert" hat[24], soll diese durch den Beitritt zur Europäischen Union wieder eingeschränkt werden: "Ohne jemals volle Souveränität erlangt zu haben, würde Kosovo mit anderen Westbalkanstaaten in etwa zehn Jahren der EU beitreten."[25] Hierfür plädiert nicht nur, wie bereits erwähnt, die International Commission on the Balkans, sondern etwa auch das einflussreiche CAP: "Voraussetzung für den Erfolg des Ahtisaari-Vorschlags ist, dass auf Seiten der EU ein klares Engagement besteht, sich für die 'Europatauglichkeit' des Kosovo einzusetzen, damit dieser nicht auf Dauer als Treuhandgebiet der EU stagniert. [...] Die Frage nach der vollen völkerrechtlichen Souveränität des Kosovo würde dann in ein [sic!] einigen Jahren wieder auf die Tagesordnung kommen, sollte der Aufbau reststaatlicher [sic!] Institutionen und die Einhaltung von Standards gesichert sein."[26] Auch das Europäische Parlament betonte die Notwendigkeit, dass der "Verfassungsrahmen [...] mit der europäischen Perspektive des Kosovo vereinbar ist."[27]

"Unabhängig" und "souverän" wird das Land also erst, nachdem alle wichtigen Entscheidungen durch die Übernahme des acquis communautaire, des Rechtsbestands der Europäischen Union, im Voraus gefällt und unwiderruflich festgeschrieben wurden. "Mit anderen Worten: In dem Moment, in dem das konditionale Moment aufgehoben würde und das Kosovo theoretisch die uneingeschränkte Unabhängigkeit besäße, würde mit dem Beitritt zur EU genau diese politische Unabhängigkeit wieder eingeschränkt werden. Auf diese Weise würde das Kosovo zwar einen souveränen, aber eben keinen unabhängigen Staat darstellen, da es ein erhebliches Maß an politischen Kompetenzen an die EU delegieren müsste."[28]

Das folgende Kapitel soll nun zeigen, wie im Rahmen des Besatzungsregimes westliche Wirtschaftsinteressen bedient werden.


2. Die neoliberale Zurichtung des Kosovo

Die "internationale Gemeinschaft" nutzte ihre weit reichenden Kompetenzen, um tiefe Eingriffe in die ökonomische Struktur des Kosovo vorzunehmen. Im Anschluss an die NATO-Militärintervention wurde im Rahmen des Besatzungsregimes sofort mit dem Aufbau eines Staatswesens begonnen, dem das neoliberale Ordnungsmodell per Dekret und zu Lasten der Bevölkerung übergestülpt wurde.



2.1 Neoliberalismus per UN-Dekret

Schon Kapitel vier des Vertrags von Rambouillet, dessen Ablehnung von jugoslawischer Seite als Anlass für die NATO-Aggression im Jahr 1999 diente, forderte in Artikel I die Einführung der "freien Marktwirtschaft" und in Artikel II die Privatisierung sämtlichen Staatsbesitzes, womit ein Einfallstor für westliches Kapital geschaffen werden sollte, das bis zu diesem Zeitpunkt weit gehend außen vor geblieben war.

Die im Anschluss an den NATO-Angriffskrieg ins Leben gerufene UNMIK ist in vier Pfeiler aufgeteilt, die von jeweils anderen Internationalen Organisationen geleitet werden. Für den inzwischen abgeschafften Pfeiler I, "Humanitäre Hilfe", war der UNHCR zuständig. Die Zivilverwaltung im Rahmen des Pfeiler II wurde von den Vereinten Nationen übernommen, während die Demokratisierung und der Aufbau von Institutionen im Rahmen von Pfeiler III in den Aufgabenbereich der OSZE fällt. Den zentralen Pfeiler IV schließlich, der für "Wiederaufbau und ökonomische Entwicklung" zuständig ist und dem lange der Deutsche Joachim Rücker vorstand, hat sich die Europäische Union gesichert.

Schon mit UNMIK-Anordnung 2001/9 wurde der kosovarischen Bevölkerung eine "Provisorische Verfassung" oktroyiert, die u.a. bestätigt, dass der UN-Sonderbeauftragte für die Geld- und Wirtschaftspolitik zuständig ist, die generell auf die Einführung der "freien Marktwirtschaft" abzuzielen habe, was sogar in der Präambel festgelegt wurde.[29] Wie die miserable wirtschaftliche Lage verbessert werden soll, erläuterte der stellvertretende Chef des vierten Pfeilers, Andreas Wittkowsky, ebenfalls ein Deutscher, im UNMIK-Hausblatt "Focus Kosovo". Seine Rezepte könnten allerdings genauso gut aus der neoliberalen Giftküche des Internationalen Währungsfonds stammen: "Durch die Einführung investor-freundlicher Institutionen hat die UNMIK die Grundlagen für die langfristige Entwicklung des Kosovo geschaffen. Makroökonomische Stabilität wurde dabei primär durch die Einführung des Euro als Gebrauchswährung erreicht und indem dem Haushalt des Kosovo die Möglichkeit verwehrt wird, ein Defizit zu produzieren. [...] Mit der Einführung des Euro als stabiler Währung ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch eine Währungsabwertung keine Option mehr."[30] Neben diesem Verbot, die Wirtschaft mittels keynesianistischer Politik in Gang zu bringen, wurde zudem noch die Verschleuderung der Staatsbetriebe verfügt.

Ermöglicht wird dies wiederum per Dekret in Form von Anordnung 2001/3 ("Regulation on Foreign Investment"[31]), deren wichtigste Elemente von Joachim Rücker folgendermaßen zusammengefasst werden: "Wir [haben] sehr viele Regelungen, die fremde Investitionen möglich machen. Es gibt vor allem ein Investitionsschutz-Gesetz, das all die üblichen Rechtsstandards bietet, also Schutz vor Enteignungen, Gewinntransfer usw. Es gibt auch bilaterale Investitionsschutz-Abkommen."[32] Die Übernahme vormals staatlicher Betriebe durch westliche Konzerne wird über die per UNMIK Anordnung 2002/12 geschaffene Kosovo-Treuhand-Agentur (KTA) abgewickelt, die im März 2007 die nunmehr 24ste Privatisierungsrunde ausrief. Sie kann inzwischen stolz darauf zurückblicken, fast die Hälfte der vormals staatseigenen Betriebe (270 von 592) meist zu einem Spotpreis verscherbelt zu haben. Auf die Frage, ob es denn eine Alternative zum Privatisierungsprozess gäbe, antwortete KTA-Generaldirektor Jasper Dick: "Nein, die sehe ich nicht. [...] Ich bin mit ganzem Herzen Kapitalist und was die Frage privaten bzw. öffentlichen Eigentums anbelangt glaube ich an die Ideen von Margaret Thatcher."[33]

Trotzdem investierten ausländische Unternehmen zwischen 2001 und 2006 lediglich 775 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund erscheint die Zielsetzung der Investment Promotion Agency of Kosovo (IPAK) überaus ambitioniert, allein in den nächsten beiden Jahren 3.5 Milliarden Euro anlocken zu wollen.[34] Damit dies gelingt ist es entscheidend, die Statusfrage zu lösen, die sich gegenwärtig noch als Hemmschuh erweist. Denn solange der Kosovo zu Serbien gehört, besteht weiterhin die Gefahr, dass die getätigten Investitionen im Nachhinein für illegal erklärt werden könnten. "Ohne eine baldige Entscheidung über die politische Zukunft des Kosovo gibt es aber keine nachhaltige Privatisierung der Industrie und [der] landwirtschaftlichen Betriebe", so der ehemalige KFOR-Kommandeur Klaus Reinhard.[35] Das Problem besteht also darin, dass "so lange der Status des Kosovo unklar ist, kein Unternehmer im Kosovo investieren wird."[36] Dennoch freut sich die Weltbank in einer Studie bereits jetzt über erste Erfolge: "es wurde ein Fortschritt in der Implementierung einer liberalen Marktwirtschaft erzielt. Der Kosovo hat eines der liberalsten Handelsregime in der Welt mit Zolltarifen zwischen 0 % und 10 % ohne jede quantitative Beschränkung."[37]


2.2 Verarmung und Zwangsenteignung unter der Ägide der UNO

Die Folgen der wirtschaftlichen Zwangsjacke waren ebenso vorhersehbar wie dramatisch: Nach einer Studie der Weltbank leben 50% der Menschen im Kosovo in Armut sowie 11% in extremer Armut mit weniger als einem Dollar pro Tag. Darüber hinaus ist die Arbeitslosenrate im Kosovo von 40% im Jahr 2000 auf mittlerweile 70% in die Höhe geschnellt[38], wozu die umfassenden Privatisierungen wesentlich beitragen. Beispielhaft ist hier das Baukombinat Ramiz Sadiku in Pristina, dessen vormals 5000 Menschen umfassende Belegschaft nach der Privatisierung auf 200 geschrumpft ist. Die aus der Arbeitslosigkeit resultierende Armut wird zusätzlich durch massive Lohndrückerei verschärft, die ebenfalls eine Folge des Privatisierungsprozesses ist: "Maximal 10% der Erwachsenen arbeiten noch in öffentlichen Betrieben. Dort wird in aller Regel, wenn keine Privatisierung bevorsteht, noch zwischen 120 und 200 Euro pro Monat bezahlt. Vor der Privatisierung wird meist von korrupten Eliten die Lohnzahlung eingestellt. Die Arbeiter werden damit erpresst sonst nicht übernommen zu werden. Die Übernahme ist allerdings keineswegs gesichert. Nach der Privatisierung sinken nach Gewerkschaftsangaben die Löhne und Gehälter dramatisch. Die Arbeiter genießen keinerlei Kündigungsschutz und erhalten nur Arbeitsverträge zwischen 1 und 3 Monaten."[39]

Verständlicherweise wächst der Widerstand gegen den Privatisierungsprozess. Dabei tat sich der für den ökonomischen Wiederaufbau lange verantwortliche Joachim Rücker besonders unangenehm hervor. So zum Beispiel als er im Jahr 2005 den Industriegiganten Ferronikel an die Firma Alferon, an der u.a. Thyssen-Krupp beteiligt ist, gegen den Widerstand der Belegschaft verschleuderte. Für seine "Leistungen" wurde der ehemalige Sindelfinger OB belohnt, indem man ihn Ende 2006 zum Leiter der UNMIK beförderte. Notfalls wird die Privatisierung auch militärisch gegen den Protest der Bevölkerung bzw. der betroffenen Arbeiterschaft durchgesetzt. Das drastischste Beispiel hierfür war sicherlich die auf Anordnung des damaligen UNMIK-Chefs Bernard Kouchner im Jahr 2000 durchgeführte Besetzung von Teilen der Trepca-Mine durch KFOR-Soldaten, bei der u.a. Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt wurden. Sie erfolgte gegen den Widerstand der 250 Beschäftigten, die sich gegen die bevorstehende Privatisierung der auf einen Gesamtwert von fünf Milliarden Dollar taxierten Mine zur Wehr setzten.[40]

Wenn Rücker selbstzufrieden angibt, er habe die Grundlagen "für eine funktionierende Marktwirtschaft geschaffen"[41], ist das angesichts der katastrophalen Ergebnisse der neoliberalen Orthodoxie der blanke Hohn. Dennoch sprach sich bspws. die Weltbank für eine - intensivierte - Fortführung des Privatisierungsprozesses aus, dem gegenüber sozialer Grundsicherung Priorität eingeräumt werden müsse.[42] Aufgrund der federführenden Rolle der Europäischen Union ist mit einer Änderung dieser kontraproduktiven Wirtschaftspolitik auch dann nicht zu rechnen, wenn Brüssel die vollständige Kontrolle über die Provinz von der UNMIK übernimmt.


2.3 Brüssel - übernehmen Sie

Ahtisaari selbst betont die Notwendigkeit, "den Privatisierungsprozess fortzuführen"[43] und schlägt hierfür die Bildung einer KTA-Nachfolgeorganisation mit denselben Kompetenzen vor. (Annex VII, Art. 2.1) Darüber hinaus wird dem Kosovo erneut unmissverständlich vorgeschrieben, "eine offene Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb" einzuführen (General Principles, Art. 1.4), was sich auch in der endgültigen Verfassung ebenso wieder finden muss (Annex I, Art. 1.2), wie die Einführung einer unabhängigen Zentralbank. (Annex I, Art. 9.2)

Der Kosovo wird bereits jetzt immer stärker in das engmaschige EU-Netz integriert. Am 1. Januar 2007 trat er, zusammen mit zahlreichen weiteren Ländern der Region, dem "Mitteleuropäischen Freihandelsabkommen" (CEFTA) bei, das den Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen vorsieht und aufgrund der damit verbundenen Kriterien und Abkommen als Vorbereitung für einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union gilt. Für das CAP ist dies allerdings nur ein erster Schritt in die richtige (neoliberale) Richtung: "So bald wie möglich sollte auch der Handel in Dienstleistungen und der Schutz rechtlichen Eigentums gestärkt werden. Die zunehmende Einführung von Binnenmarktregelungen bereitet alle Teilnehmerstaaten auf den EU-Beitritt vor." Zudem sei die Öffnung der regionalen Energiemärkte im Rahmen der Energiegemeinschaft Südosteuropa (ECSEE), auch für die EU von Vorteil: "Während die Balkanstaaten staatliche Monopole aufgeben, ergeben sich für die EU-Staaten neue Marktchancen."[44] Auch das Europäische Parlament "begrüßt die Unterzeichnung von Freihandelsabkommen [und] drängt die Behörden des Kosovo, diese Abkommen umfassend umzusetzen."[45] So ist also damit zu rechnen, dass der neoliberale Zurichtungsprozess auch unter EU-Flagge ungebremst fortgeführt werden wird, sollte sich hiergegen nicht massiver Widerstand regen.


3. Der Ahtisaari-Bericht als Rezept fürs Desaster

Durch eine Umsetzung der Ahtisaari-Vorschläge würde unterstrichen, dass die "internationale Gemeinschaft" bereit ist, die "Lösung" der Statusfrage auch gegen den Willen einer oder gar beider Konfliktparteien über deren Köpfe hinweg zu dekretieren, wie Ahtisaari unmissverständlich klar macht: "Es ist meine feste Überzeugung, dass das Potential für eine gegenseitig akzeptierbare Verhandlungslösung über den Status des Kosovo erschöpft ist."[46]

Da sich einerseits die serbische Seite kategorisch gegen jegliche Form der Unabhängigkeit des Kosovo - ob mit oder ohne internationale Überwachung - ausspricht, anderseits aber auch innerhalb der kosovo-albanischen Bevölkerung der koloniale Charakter des Ahtisaari-Plans und die neoliberale Zurichtung durch die westlichen Staaten ebenfalls auf immer größeren Widerstand trifft, bereiten sich die Europäische Union und die NATO derzeit paradoxerweise auf bewaffnete Auseinandersetzungen mit beiden Konfliktparteien vor.


3.1 Wachsender Widerstand und EU-Aufstandsbekämpfung

Aufgrund der offensichtlichen Tendenz der Besatzungsbehörde, auf die Interessen der Bevölkerung keinerlei Rücksicht zu nehmen, ist die UNMIK bei den Betroffenen inzwischen vollständig diskreditiert.[47] Vor allem auch auf kosovo-albanischer Seite, die ursprünglich die westlichen Besatzer begrüßte, mehrt sich nicht nur der Widerstand gegen die UNMIK, sondern auch gegen die Vorschläge des UN-Sondergesandten Ahtisaari.

Federführend bei den Protesten gegen die UNMIK ist die Bewegung Vetevensdosje (Selbstbestimmung) um den charismatischen ehemaligen Studentenführer Albin Kurti, dessen Meinung von den westlichen Besatzern, eindeutig ist: "Die UNMIK, die uns Demokratie predigt, ist selbst eine undemokratische neokoloniale Institution. [...] Die UNMIK hat die absolute Macht in Kosova, es gibt keine Institution, die nicht von ihr geschaffen und kontrolliert wird. Die Resultate sind klar, wir sind das ärmste Gebiet in Europa. Die UNMIK plündert unser Land aus und sie verweigert uns das Selbstbestimmungsrecht."[48] Bereits bei den ersten Protesten im August 2005 reagierten die Besatzungsbehörden äußerst repressiv, indem 175 Mitglieder der Gruppe Selbstbestimmung von UNMIK-Polizisten verhaftet wurden. Ende November 2006 demonstrierten über 10.000 Menschen in Pristina, wobei das zentrale UNMIK-Gebäude mit Farbbeuteln beworfen und vereinzelt auch UNMIK-Personal attackiert wurde.[49]

Dabei richtet sich der Widerstand auch zunehmend gegen die Pläne der Europäischen Union, den Kosovo in eine von Brüssel abhängige Kolonie umzuwandeln. Hauptkritikpunkte am Ahtisaari-Plan sind die drastisch eingeschränkte Souveränität und die neoliberale Kolonialverwaltung, die nun unter EU-Flagge fortgeführt werden soll: "Die volle Souveränität wird dabei nicht nur als die Durchsetzung eines 'nationalen Selbstbestimmungsrechtes' betrachtet, sondern nicht zuletzt auch als Voraussetzung für eine Verbesserung der miserablen sozialen Lage. Die Aufrichtung eines neuen Protektorats wird nach den enttäuschenden Erfahrungen mit der als ineffizient und autoritär wahr genommenen UN-Übergangsverwaltung UNMIK dagegen auf wenig Gegenliebe stoßen."[50] Vor diesem Hintergrund organisierte Vetevensdosje zusammen mit anderen Gruppen am 10. Februar 2007 Proteste, bei denen etwa 3000 Menschen gegen den Ahtisaari-Plan demonstrierten. Bei den darauf folgenden Auseinandersetzungen wurden zwei Menschen durch Gummigeschosse getötet und Albin Kurti kurze Zeit später als Initiator der Demonstration festgenommen.[51]

Auch wenn es umstritten ist, ob Vetevensdosje, wie teils von linker Seite betont wird, tatsächlich eine progressive anti-koloniale Bewegung darstellt[52], klar ist, dass mehr und mehr Teile der kosovo-albanischen Bevölkerung bereit sind, sich auch gewaltsam gegen die Besatzung zur Wehr zu setzen. So ist es durchaus möglich, dass die jüngsten Demonstrationen nur Vorboten sich weiter verschärfender Auseinandersetzungen sind. Die Geister, die von den westlichen Staaten, allen voran den USA und Deutschland, mit der Aufrüstung der UCK heraufbeschworen wurden, um den NATO-Angriffskrieg zur Zerschlagung Jugoslawiens durchführen zu können, scheinen sich nun gegen sie zu wenden.[53]

Um die wachsenden Proteste zu deckeln, verbot die UNMIK mit einem Beschluss vom 31. August 2007 zwischenzeitlich sogar Versammlungen von Arbeitern und Gewerkschaftern, in und außerhalb der Betriebe, musste diese Entscheidung aufgrund massiven Widerstands jedoch wieder zurücknehmen.[54] Dennoch bereitet man sich in Brüssel auf zunehmende Auseinandersetzungen vor. Im Rahmen der geplanten EU-Mission soll auch eine 450 Mann starke paramilitärische Antiaufruhreinheit entsandt werden, zu deren Aufgabengebiet laut Wissenschaftlichem Dienst des Bundestags folgende Bereiche gehören: "Exekutivbefugnisse in einigen Bereichen der Polizeiarbeit, einschließlich der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bei Menschenansammlungen und Unruhen."[55] Sowohl Ahtisaari selbst als auch der EU-Außenbeauftragte Javier Solana nannten den Job der EU-Truppe noch deutlicher beim Namen: "Aufstandsbekämpfung."[56]

Trotzdem lässt sich feststellen, dass der Ahtisaari-Bericht zumindest einen Teilerfolg für die kosovo-albanische Seite darstellt: "Was Ahtisaari nun vorgelegt hat, bringt den Kosovo unmissverständlich auf den Weg zur Unabhängigkeit. [...] Doch der Text von Ahtisaari berücksich¬tigt die serbischen Anliegen nicht im Geringsten; er ist also kein Kompromisspapier. Der künftige Status des Kosovo wird Serbien aufgezwungen."[57] So ist die paradoxe Situation entstanden, dass sich die westlichen Besatzungsmächte derzeit sowohl auf gewaltsame Auseinandersetzungen mit der kosovarischen als auch in noch stärkerem Umfang mit der serbischen Seite vorbereiten.


3.2 Krieg gegen Serbien?

Die Vorschläge Ahtisaaris werden von serbischer Seite durchgehend mit der Begründung abgelehnt, dass sie mit dem bisherigen Verständnis des Völkerrechts unvereinbar seien: "Es ist klar, dass der Vorschlag Ahtisaaris scheitern wird, da es sich um eine gesetzwidrige Zerstückelung Serbiens handeln würde", äußerte sich Vojislav Kostunica.[58] Da also mit Sicherheit davon auszugehen ist, dass die serbische Seite einer wie auch immer gearteten Abspaltung des Kosovo unter keinen Umständen zustimmen wird, kündigte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) unmissverständlich an, zur Not die Sezession auch gegen den Widerstand Belgrads durchzupeitschen: "[Wenn es] in einer vernünftigen Frist keine Lösung gibt, dann muss der UNO-Sicherheitsrat auch so über den Status des Kosovo entscheiden."[59] Nachdem Moskau jedoch ebenfalls unmissverständlich verdeutlichte, keiner Entscheidung gegen den Widerstand Belgrads zuzustimmen, meldeten Zeitungen bereits Ende Oktober 2007 unter Berufung auf "zuverlässige Quellen", die Bundesregierung habe bereits entschieden, den Kosovo auch gegen den Widerstand Serbiens und Russlands und damit sogar ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates einseitig anzuerkennen,.[60]

Gegenwärtig ist vollkommen unklar, wie Serbien auf einen solchen Schritt reagieren würde. Sicher ist jedoch, dass Belgrad einen derart drastischen Eingriff in sein Souveränitätsrecht nicht geräuschlos hinnehmen dürfte. Berichten zufolge kündigte der für den Kosovo zuständige serbische Staatssekretär Dusan Prorokovic an, Serbien erwäge in diesem Fall die Grenzen zu sperren, eine Handelsblockade zu verhängen und eventuell sogar Truppen in die südliche Provinz zu schicken, um die territoriale Integrität wiederherzustellen.[61] Zwar wurden diese Aussagen von der serbischen Regierung umgehend dementiert, die NATO scheint sich gegenwärtig jedoch bereits auf einen neuerlichen bewaffneten Konflikt mit Serbien vorzubereiten. So fand laut BBC in der Adria und in Kroatien zwischen dem 27. September und dem 12. Oktober 2007 das NATO-Manöver "NOBLE MIDAS 07" statt, an dem etwa 2.000 Soldaten aus zwölf NATO-Staaten, u.a. aus Deutschland, teilnahmen. "Das Manöver, durchgeführt von der NATO Response Force, basiert auf dem Szenario eines militärischen Konfliktes in einer sich abspaltenden Balkanprovinz. Es scheint eine kaum verhüllte Anspielung auf die gegenwärtigen Ereignisse im nahe gelegenen Kosovo zu sein, dessen mehrheitlich albanische Bevölkerung die Unabhängigkeit von Serbien anstrebt", so der britische Nachrichtensender.[62] Die Drohkulisse wurde noch weiter erhöht, indem zeitgleich auch Albanien Schauplatz zweier Manöver ("Cooperative Longbow 2007" sowie "Cooperative Lancer 2007") war, bei denen sechs NATO-Mitgliedsstaaten und 16 NATO-Aspiranten teilnahmen.[63] Schon seit Längerem hat die Bundeswehr ihr Kontingent für die Dauer der Statusverhandlungen vorsorglich um 500 Mann erhöht: "Wir befürchten, dass die Lage während der Verhandlungen über die politische Zukunft des Kosovo gefährlicher wird. Deshalb haben wir zusätzlich ein ORF-Bataillon ins Kosovo geschickt", so Verteidigungsminister Franz Josef Jung.[64] Die Tragweite der westlichen Kosovo-Politik reicht aber weit über ihre konfliktverschärfende Wirkung vor Ort hinaus.


4. Die Statusfrage als Startschuss für das Empire Europa

Mit der vorbehaltlosen Unterstützung des Ahtisaari-Planes signalisiert die "internationale Gemeinschaft" eindeutig, dass die Unverletzlichkeit der Grenzen eines souveränen Staates nicht mehr sakrosankt ist, auch oder gerade nicht, wenn versucht wird, eine Veränderung mittels gewaltsamer Eskalation herbeizuführen.

Hierbei geht es aber nicht um die Etablierung eines in sich konsistenten neuen Grundprinzips - Selbstbestimmungs- vor Souveränitätsrecht -, sondern darum das geltende Völkerrecht, das schwächeren Staaten bislang zumindest noch einen gewissen Schutz vor Einmischungen mächtigerer Länder gewährt, endgültig ad acta zu legen und durch die Willkür der Großmächte zu ersetzten. Damit wird jedoch - und das dürfte wohl der eigentliche Zweck der Übung sein - ein Einfallstor für die Balkanisierung und Kolonialisierung weiterer peripherer Länder geschaffen. Dieser Vorgang bedeutet zudem eine deutliche Hierarchisierung der Weltordnung, an deren Spitze sich die USA und die Europäischen Union stellen. Dass innerhalb der Europäischen Union immer offener ein "Empire Europa" und die - moralisch verbrämte - Re-Kolonisierung ganzer Landstriche eingefordert wird, ist die logische Konsequenz aus diesen Bestrebungen.


4.1 Kosovo und das Ende der Souveränität

Obwohl die gegenwärtigen Pläne in die Richtung gehen, den Kosovo selbst ohne Zustimmung der Vereinten Nationen anzuerkennen, wäre bereits eine Abspaltung mit UN-Plazet ein gravierender Einschnitt. Denn bislang galt es als unumstößlicher Grundsatz, dass die territoriale Integrität und Souveränität eines Staates nicht ohne dessen Zustimmung außer Kraft gesetzt bzw. verändert werden darf. Der UN-Sicherheitsrat hat die Aufgabe, den Weltfrieden zu sichern, nicht die militärische "Lösung" innerstaatlicher Konflikte anzuordnen. Noch weniger verfügt er aber (bislang) über die Kompetenz, im Rahmen von "robusten" Mandaten nach Kapitel VII der UN-Charta gegen den Willen eines souveränen Staates dessen territoriale Integrität aufzuheben und seine Grenzen zu verändern.[65]

Ohne vollständige Souveränität zu erlangen, sehen Ahtisaaris Vorschläge dennoch vor, dass der Kosovo in die Vereinten Nationen aufgenommen wird. Dies wäre ein bis dato einmaliger Vorgang: nie zuvor wurde einem Gebiet, das sich gegen den Willen des Staates, zu dem es bislang gehörte, für unabhängig erklärt hat, die Aufnahme in die Weltorganisation gewährt.[66] Der hiermit einhergehende Dammbruch wurde von der Zeit treffend zusammengefasst: "Läuft alles nach Plan, würde der UN-Sicherheitsrat [...] Ahtisaaris Vorschläge in eine Resolution gießen, auf dass die Europäische Union ein sehr kleines Staatengebilde mit ziemlich großen Problemen unter ihre Fittiche nehmen kann. Für die EU ist das eine Premiere und ein durchaus riskantes Experiment. Ganz nebenbei würde die internationale Staatengemeinschaft damit auch zum ersten Mal die territoriale Souveränität eines Mitgliedslandes, nämlich Serbiens, beschneiden und dem Selbstbestimmungsrecht eines Volkes unterordnen."[67]

Hierbei handelt es sich um einen massiven Eingriff in das staatliche Souveränitätsrecht, das bislang kleineren Staaten wenigstens ein Minimum an Schutz gegenüber der Willkür der Großmächte bot: "Es lohnt sich daran zu erinnern, dass der Sicherheitsrat nie zuvor dauerhaft Grenzen verändert hat, ohne zumindest den Anschein einer Zustimmung der involvierten Staaten zu haben. Dies explizit so zu tun markiert eine neue Entwicklung im Ausmaß seiner Kompetenzen und der Reichweite seiner Autorität. Der Schritt wird einen weit reichenden Angriff auf das staatliche Souveränitätsrecht bedeuten [...] Eine Situation, in der kleinere Länder durch die Entscheidung einer Staatengruppe, die als Sicherheitsrat agiert, ihrer Souveränitätsrechte beraubt werden können, würde fundamentale Auswirkungen auf die Doktrin der souveränen Gleichheit haben."[68] Die hiermit eingeleitete Re-Hierarchisierung der internationalen Beziehungen zugunsten der Großmächte verstößt aber gegen einen der wichtigsten Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen (Artikel 2, Absatz 1): "Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder."


4.2 Ein, zwei, viele Kosovos?

Während sich die "internationale Staatengemeinschaft" stets für den Erhalt der territorialen Integrität Bosnien-Herzegowinas und Kroatiens aussprach, positioniert sie sich in der Kosovo-Statusfrage genau andersherum, eine Kehrtwende von kaum zu überschätzender Tragweite: "Die daraus entstehende politische und völkerrechtliche Inkonsistenz und Opportunität ist nicht nur im Hinblick auf die künftige Statusfrage des Kosovo, sondern angesichts der weltweit bestehenden Unabhängigkeitsbestrebungen für die künftige völkerrechtliche Praxis von entscheidender Bedeutung."[69]

Sollte sich die Teilung souveräner Staaten in Folge von Konflikten tatsächlich als künftige Praxis etablieren, wird sich dies aber auf zwei Ebenen gewaltverschärfend auswirken. Einerseits bedeutet dies für separatistische Bewegungen, dass die gewaltsame Eskalation die beste Methode zu Erlangung der eigenen Ziele ist: "Es gibt keine Notwendigkeit, eine friedliche Lösung zu erreichen, wenn man sich an den Sicherheitsrat wenden kann, damit er sich auf die eigene Seite gegen einen mächtigen Gegner schlägt. Dies könnte de facto sezessionistische Bestrebungen ermutigen, die Gewalt in einem Konflikt zu intensivieren, damit er als eine Bedrohung des Weltfriedens erachtet wird. Hierdurch könnte dann auf eine territoriale Verwaltung gedrängt und anschließend der Sicherheitsrat darum ersucht werden, den sezessionistischen Wünschen zuzustimmen."[70] Andererseits dürfte auch auf Seiten der Großmächte die ohnehin hohe Bereitschaft, in regionale Konflikte zugunsten der einen oder anderen Seite einzugreifen und diese anzuheizen, weiter zunehmen, sollte die Möglichkeit geschaffen werden, bestehende Grenzziehungen zum eigenen Vorteil zu verändern.

Die Tragweite der Kosovo-Statusfrage zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sie einen Präzedenzfallcharakter mit weit reichenden Auswirkungen auf ähnlich gelagerte Konflikte vor allem im Kaukasus hat[71]: "Vier Gebiete gibt es in der Region, die nach Unabhängigkeit streben: Abchasien und Südossetien in Georgien, Transnistrien in Moldawien sowie Berg-Karabach, um das sich Armenien und Aserbaidschan streiten. [...] Der 'Präzedenzfall Kosovo' könnte da leicht als Funke für neues Feuer dienen."[72] So deutete der russische Präsident Wladimir Putin bereits an, wer dem Kosovo die Unabhängigkeit zuerkenne, werde sie Abchasien oder Südossetien, die sich beide vom westlich orientierten Georgien abspalten wollen, schwerlich verweigern können.[73]

Für die Europäische Union entsteht so das Dilemma, dass der Kosovo auch als Vorbild für separatistische Regionen dienen könnte, deren Abspaltung nicht in ihrem Interesse liegt. Diesem Problem versucht ein Beschluss des EU-Parlaments dadurch vorzubeugen, dass man "betont, dass die Lösung im Kosovo keinen Präzedenzfall im internationalen Recht darstellen wird, da er sich seit 1999 unter UN-Verwaltung befindet [und damit] keinesfalls vergleichbar ist mit der Situation in anderen Konfliktregionen, die nicht unter Verwaltung der Vereinten Nationen stehen."[74] Diese Begründung ist jedoch wenig überzeugend: "Denn jeder einzelne Sezessionsfall hat immer auch eigene Besonderheiten in seiner Begründung."[75] Ziel ist es deshalb vielmehr, anhand der Kosovo-Statusfrage einen Präzedenzfall zu schaffen, mit dem die Europäische Union, allenfalls noch in Absprache mit den USA, das alleinige Recht für sich reklamiert, je nach Opportunität darüber zu befinden, wann das Selbstbestimmungsrecht und wann das staatliche Souveränitätsrecht in bestimmten Konflikten greifen soll. Überspitzt formuliert wird der Gleichheitsgrundsatz durch eine Art Beliebigkeitsprinzip ersetzt, das ein Agieren entlang der Interessenlage erheblich vereinfacht.


4.3 Willkür statt Völkerrecht: "Gute" und "schlechte" Separatisten

Die doppelten Standards der EU-Politik werden anhand des Verhaltens hinsichtlich zweier Referenden offensichtlich, die beide Ende 2006 abgehalten wurden. Mitte September 2006 stimmten 97,1% der Bevölkerung der moldawischen Teilrepublik Transnistrien für die Unabhängigkeit, die allerdings von der "internationalen Staatengemeinschaft", nicht anerkannt wird.[76] Kurze Zeit später kam es zu einem weiteren Referendum, diesmal in Südossetien, bei dem ebenfalls eine überwältigende Mehrheit für die Abspaltung von Georgien und die perspektivische Angliederung an Russland votierte.[77] Die offizielle Begründung der Europäischen Union, weshalb das Ergebnis des Referendums nicht anerkannt würde, lesen sich angesichts der Haltung in der Kosovo-Statusfrage wie der blanke Hohn: "Die Europäische Union ist sich darüber im Klaren, dass am 12. November ein 'Referendum' und 'Präsidentschaftswahlen' in der südossetischen Region von Georgien stattgefunden haben. Das 'Referendum' verstößt gegen Georgiens Souveränität und territoriale Integrität im Rahmen seiner international anerkannten Grenzen. [...] Die EU bestätigt, dass sie weder das 'Referendum' noch sein Ergebnis anerkennt. Selbiges gilt für die 'Präsidentschaftswahlen. [...] Die Europäische Union unterstützt vehement Georgiens Souveränität und territoriale Integrität innerhalb seiner international anerkannten Grenzen. Die Europäische Union befindet, dass das Referendum und die Wahlen nicht zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes beigetragen haben. Sie ruft alle Konfliktparteien dazu auf, existierende Vereinbarungen strikt zu respektieren und sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um zu einer schnellen und transparenten Lösung des südossetischen Konfliktes zu kommen."[78]

Um es klarzustellen, es gibt zahlreiche gute Gründe, an dem völkerrechtlichen Grundprinzip der territorialen Integrität nicht zu rütteln. Wenn aber ausgerechnet die Europäische Union angesichts ihrer Kosovo-Politik die Prinzipien der staatlichen Souveränität und territorialen Integrität hochhält, ist das pure Heuchelei. Offensichtlich ist man nicht einmal bereit, eine in sich konsistente Position zu vertreten. Indem zwischen "guten" und "schlechten" Separatisten unterschieden und je nach politischer Opportunität im einen Konflikt das Selbstbestimmungsrecht, im anderen aber die staatliche Souveränität hochgehalten wird, wird das internationale Recht durch die Willkür der Großmächte ersetzt. Hierdurch treibt die Europäische Union den schon länger beobachtbaren "Völkerrechtsnihilismus" (Norman Paech) endgültig auf die Spitze und maßt sich an, bar jeder rechtlichen Grundlage über die Geschicke anderer Länder und ihrer Bevölkerung zu entscheiden. Der Ahtisaari-Plan steht somit nicht zuletzt für eine qualitativ neue Bereitschaft, in die inneren Belange von Staaten einzugreifen. Er ist symptomatisch für den immer offensiver vorgetragenen Anspruch, die Europäische Union müsse endlich eine imperiale Politik verfolgen und sich die Kontrolle ganzer Landstriche und ihrer Bevölkerungen aneignen.


4.4. Empire Europa

Nicht von ungefähr wird mittlerweile die Errichtung eines "Europäischen Imperiums" immer offener eingefordert, allen voran vom gegenwärtigen Starstrategen Herfried Münkler. Seine Forderung, die Europäische Union müsse sich am Verhalten früherer Imperien orientieren, scheint inzwischen, betrachtet man die gegenwärtigen Entwicklungen, in der Politik angekommen: "Während Staaten an den Grenzen anderer Staaten Halt machen und es ihnen selbst überlassen, ihre inneren Angelegenheiten zu regeln, mischen sich Imperien in die Verhältnisse anderer ein, um ihrer Mission gerecht zu werden."[79]

Es ist in diesem Zusammenhang geradezu bezeichnend, wenn der Kommentarchef der WELT am SONNTAG, Alan Posener, dessen Kernforderung darin besteht, dass "Europa seine imperiale Bestimmung realisiert"[80], jubilierend anmerkt: "Kaum hätte ich zu hoffen gewagt, dass mein Buch, 'Imperium der Zukunft' schon in Brüssel gelesen wird. Auch hatte ich befürchtet, dass Erweiterungskommissar Olli Rehn wegen seiner von mir zitierten unvorsichtigen Bemerkungen über Europa als 'benevolent empire' von seinen Kollegen Kritik einfangen würde. Aber nein: Kein Geringerer als Jose Manuel Barroso selbst, Präsident der Kommission, hat sich diese Sprachregelung zu eigen gemacht: 'Europa ist ein Imperium'. Na bitte."[81]


5. Ausblick

Im Augenblick (Stand 19.11.2007) ist es schwer vorstellbar, dass die serbische Seite dem Ahtisaari-Bericht zustimmen wird. Anstatt aber weiter zu verhandeln, soll die "Lösung" des Problems per Dekret durchgesetzt und das staatliche Souveränitätsrecht Serbiens mit Füßen getreten werden. Hierbei handelt es sich wie dargelegt um einen Präzedenzfall von gravierender Tragweite.
Zudem scheint aber Russland ebenso wenig gewillt zu sein, im Sicherheitsrat einer Resolution zuzustimmen, die den Status des Kosovo als integralem Bestandteil Serbiens verändert. Eine solche Resolution wäre aber die Grundvoraussetzung, um dem ganzen Ahtisaari-Plan wenigstens den Anschein der völkerrechtlichen Legalität zu verleihen. Dennoch wird derzeit offen über eine einseitige Anerkennung des Kosovo durch Washington und Brüssel spekuliert.[82] Mit einem solchen "eklatanten Völkerrechtsbruch"[83] würde die "Lösung" von Konflikten in schwächeren Staaten endgültig der Willkür der Großmächte unterworfen und von jeglichem legalen Verfahren entkoppelt.

Aber selbst wenn es gelingen sollte, Russland für eine derartige Resolution zu gewinnen, eine "Lösung" der Statusfrage über die Köpfe der Betroffenen hinweg ist illusorisch, zumal wenn dabei auf derart unverschämte Weise die Profitinteressen westlicher Konzerne bedient werden. Sicher klaffen die Vorstellungen der zwei Konfliktparteien extrem weit auseinander, ohne einen Kompromiss, der von beiden akzeptiert wird, ist eine Lösung der Statusfrage aber unerreichbar. Ein Ansatzpunkt könnte die katastrophale Lage der Bevölkerung im Kosovo (und in Serbien selbst[84]) sein, die beide Seiten betrifft und deren Verbesserung an erster Stelle stehen sollte. Dies würde aber die sofortige Beendigung der neoliberalen Zurichtung der Region und massive Unterstützungsleistungen durch die EU erfordern. Da die EU-Staaten an der verheerenden Situation alles andere als unschuldig sind, wäre dies allein schon aus moralischen Gründen dringend geboten. Stattdessen wird der Kosovo zum Spielball westlicher Machtinteressen mit kaum absehbaren Auswirkungen für andere Konfliktregionen, das völkerrechtliche Einmischungs- und Gewaltverbot und die Perspektiven einer auf Gleichheit und Gerechtigkeit basierenden Weltordnung.


Jürgen Wagner ist geschäftsführender Vorstand der Informationsstelle Militarisierung.

Diese Studie entstand mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

pdf-Download

[Die Fußnoten dieses Textes finden sich nur in der PDF-Version]



Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Hechingerstraße 203
72072 Tübingen
Tel: 07071/49154
Fax: 07071/49159
Email: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundeswehr nimmt totalen Kriegsdienstverweigerer zum dritten Mal in Arrest]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/56</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-56</guid><description><![CDATA[Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär berichtete heute: 

Die Bundeswehr hat den totalen Kriegsdienstverweigerer Moritz Kagelmann 
ein drittes Mal inhaftiert. Die zuständige Kammer des Truppendienstgerichtes Nord in Potsdam stimmte einem entsprechenden Antrag der Truppe auf weitere 20 Tage Arrest zu, der seit heute vollstreckt wird. Die ersten beiden "Disziplinararreste" von hintereinander sieben und 14 Tagen Dauer haben Moritz konsequente Haltung gegen Militär und Krieg nicht brechen können.

Moritz Kagelmann folgte der Einberufung zum 1. Oktober nicht und wurde von Feldjägern der Bundeswehr am 14. Oktober gefasst und in das Luftwaffenausbildungsregiment 1 nach Strausberg in Brandenburg gebracht. Er hat jeden Befehl verweigert. Seitdem wird er von der Bundeswehr für seine antimilitaristische Haltung mit Freiheitsentzug bestraft. Außerdem wird der Arrest durch schikanöse Machenschaften verschärft. So wird ihm das Lesen eigener Bücher und Zeitungen verwehrt, die rechtlich ohnehin auf einmal wöchentlich beschränkte Besuchsmöglichkeit wird willkürlich aufgehoben oder wird in einer 
Ausnüchterungszelle durchgeführt.

Mit Moritz Kagelmann sind 2007 drei Totalverweigerer zur Bundeswehr einberufen worden. Die Bundeswehr ist in den beiden vorherigen Fällen von ihrer Praxis abgewichen, Totalverweigerer erst nach drei Arreststrafen von bis zu jeweils 21 Tagen aus der Bundeswehr zu entlassen bzw. ihnen ein Dienstverbot auszusprechen. Diese beiden Totalverweigerer wurden nach zweimal verhängten Arreststrafen entlassen. In den Jahren 2004 bis 2006 war die Bundeswehr nicht mit einberufenen Totalverweigerern konfrontiert, da sie entweder "vergessen" oder 
ausgemustert wurden.

In einer Erklärung von Moritz Kagelmann zu seiner Totalverweigerung heißt es u.a.:
"Wenn ihnen der Rohstoffzugang verwehrt wird, ist das gemein und ungerecht, und klaut ihnen gar jemand die Vormachtstellung, ist das hinterhältiger Diebstahl. Werden sie angegriffen, ist das Terrorismus. Wenn sie Bomben werfen, dann ist das furchtbar, aber gerecht, und treffen sie dabei ZvilistInnen, ist das schrecklich, aber ein unglückliches Versehen. (...) Um nicht immer alles erst in Schutt und Asche legen zu lassen, bevor gehandelt wird, muss es sich bei der Verneinung von Krieg also um ein radikales Nein gegen jeden Krieg handeln. (...) Da es zu spät ist mit der Verweigerung eines Krieges anzufangen, wenn er bereits da ist, gehört die Verweigerung gegen die Grundlagen des Militärs unbedingt dazu: die Verweigerung von Befehl und Gehorsam in ?Friedenszeiten`."

Kontakt:
Moritz Kagelmann
Barnim Kaserne/Umgehungsstrasse 1
15344 Strausberg




Kampagne gegen Wehrpflicht Zwangsdienste und Militär
Kopenhagener Str. 71, 10437 Berlin
Tel. 030-440 130 -14, Fax 030-440 130 -29
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/120.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Innen, außen, mittendrin: Die Transformation der Bundeswehr und Perspektiven des Widerstands]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/44</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-44</guid><description><![CDATA[Am 10./11. November 2007 findes in Tübingen der 10. IMI-Kongress statt.
 
Ort: Tübingen, Schlatterhaus, Österbergstraße 2 (Tübingen Zentrum, beim Lustnauer Tor), Großer Saal 



Vorveranstaltung:

Auch dieses Jahr gibt es am Freitagabend eine multimediale Vorveranstaltung mit der anschließenden Möglichkeit, sich bei Essen und Trinken schon einmal zu begrüßen und kennen zu lernen:

Auftaktveranstaltung: Freitag 9. November 19:00-21:00
Planet der Slums - Planet des Bürgerkriegs
Referent: Christoph Marischka 
Ort: Tübingen, Schellingstraße 6


Kongress-Programm: 


Samstag 10. November: Der neue deutsche Militarismus…

12:00 Begrüßung

12:15-13:45 Das Weißbuch und die Transformation der Bundeswehr 
Referent: Tobias Pflüger 

14:00-15:30 Milliarden für den Krieg: Rüstung und Sicherheitsforschung 
Referent/inn/en: Martin Hantke und Claudia Haydt 

15:45-17:15 "Vernetzte Sicherheit" - Bundeswehr Innen, Außen und überall 
Referent: Frank Brendle 

17:30-19:00 Deutschlands Kampf um die letzten Tropfen… Militärische Rohstoffsicherung 
Referent: Jürgen Wagner 

20:15 Podium: Mit der Bundeswehr um die ganze Welt: Hintergründe zu den aktuellen Kriegseinsätzen der deutschen Armee

Aus aktuellem Anlass soll zuerst ein Überblick über die militärrelevanten Aspekte des nun in Reformvertrag umgetauften EU-Verfassungsvertrags gegeben werden. Anschließend werden v.a. die Einsätze im Kosovo, in Afghanistan, im Kongo und die der deutschen Marine beleuchtet.


Sonntag 11. November: … und seine Achillesfersen

09:30-10:30 Jenseits von Recht und Moral: Die Einsätze des Kommando Spezialkräfte 
Referentin: Claudia Haydt 

10:45-11:45 Der Kampf gegen (deutsche) Militärstandorte 
Referentin: Hannelore Tölke 

12:00-13:30 Die Armen in den Krieg? Sozialabbau als Rekrutierungshilfe der Bundeswehr 
Referent/inn/en: Jonna Schürkes und Heiko Humburg (angefragt)

Ab 13:30 Podium: Antimilitarismus muss praktisch werden! Strategien gegen den neuen deutschen Militarismus.
Mit: Markus Gross (Bundeswehr wegtreten), Hannelore Tölke (Netzwerk gegen Militärstandorte und deren Auswirkungen, NEMA), Tobias Pflüger (IMI)

Wer weitere Informationen zum Kongress haben möchte, kann sich gerne im IMI-Büro melden: 07071-49154

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/97.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[FriedensDekade ruft zu Friedensgebeten auf - Resonanz auf das diesjährige Motte "andere achten" laut Initiatoren sehr positiv]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/48</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-48</guid><description><![CDATA[(Bonn/Frankfurt, den 10. Oktober 2007) Mit einem Appell an Kirchengemeinden, Friedensgruppen und Aktionskreise ruft das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade zur Durchführung von Friedensgebeten, Gottesdiensten und Informationsabenden in der Zeit vom 11.-21. November auf. Das diesjährige Motto 
„Die bisherigen Anfragen nach unseren Arbeitsmaterialien lassen eine breite Beteiligung von Kirchengemeinden und Friedensgruppen an der Ökumenischen FriedensDekade auch in diesem Jahr erwarten", so Jan Gildemeister von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in Bonn, neben der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) Träger der Ökumenischen FriedensDekade. In den vergangenen Jahren hatten im ganzen Bundesgebiet Hunderte von Gruppen und Gemeinden die zehn Tage vor dem Buß- und Bettag genutzt, um unterschiedliche Themen zu Frieden und Gerechtigkeit aufzugreifen und zu thematisieren.

Der Trägerkreis hat für die diesjährige FriedensDekade eine Aktion gegen Atomwaffen in das Zentrum der Aktivitäten gestellt. In den umfangreichen Arbeitsmaterialien werden zudem unterschiedliche Themen aufgegriffen, die von den Auslandseinsätzen der Bundeswehr über faire Kredite, Rechtsradikalismus, den Dialog mit anderen Religionen bis hin zur Problematik von Flüchtlingen in Deutschland reichen. Wie in den vergangenen Jahren werden Gottesdienstentwürfe, Gebetsvorschläge und Ideen für die Jugendarbeit und Erwachsenenbildung angeboten. Die erstellten Materialien, die bislang laut Angaben der Initiatoren sehr gut nachgefragt werden, können über die Homepage der Ökumenischen FriedensDekade () bestellt werden. Dort steht auch ein Veranstaltungskalender zur Verfügung, der einen Überblick über die bundesweiten Aktivitäten im Rahmen der FriedensDekade gibt. Vermutlich werden auch in diesem Jahr mehr als 2.000 Veranstaltungen in allen Bundesländern durchgeführt, so die Initiatoren.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Jan Gildemeister (AGDF), 0228/24999-13,
E-Mail: 
Thomas Oelerich, Tel. 0173/8158627
E-Mail: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/110.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Weltweiter Aktionstag gegen Streumunition]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/41</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-41</guid><description><![CDATA[Am 5. November organisiert die int. Kampagne gegen Streumunition (CMC) einen weltweiten Aktionstag in mehr als 40 Ländern, durch den alle Regierungen aufgefordert werden, sofort Maßnahmen gegen Streumunition zu ergreifen.

Auf nationaler Ebene sollen Moratorien in Bezug auf den Einsatz, den Handel und die Herstellung von Streumunition beschlossen werden. Zudem wird dazu aufgerufen, an den diplomatischen Verhandlungen über einen neuen internationalen Verbotsvertrag in Wien (4.-7.12) im Rahmen des "Oslo-Prozesses" teilzunehmen.

Das Aktionsbündnis Landmine.de, ein Zusammenschluss von 17 deutschen Nichtregierungsorganisationen, tritt mit dem heutigen Tag der internationalen Kampagne gegen Streumunition (Cluster Munition Coalition /CMC) bei. Damit erhöht sich die Anzahl der CMC-Mitgliedsorganisationen auf weit über 200.

Das Aktionsbündnis beabsichtigt mit diesem Schritt auch den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, sich für ein umfassendes Verbot von Streumunition auf nationaler und internationalen Ebene einzusetzen. Zuletzt hatte Deutschland sich dafür ausgesprochen, lediglich zu erwägen, eine neue Übereinkunft im Rahmen der VN-Waffenkonvention zu denjenigen Munitionen zu erzielen, die Blindgänger verursachen.

Die deutschen Nichtregierungsorganisationen befürchten, dass ein solches unverantwortliches Vorgehen die Lösung des humanitären Problems, verursacht durch Streumunition, auf den "Sankt-Nimmerleinstag" verschieben würde. Zudem wird der Versuch beklagt, parallel eine neue High-Tech-Generation von Streumunition vor einem Verbot zu schützen. Hintergrund hierfür sind aktuelle Beschaffungsprogramme der Bundeswehr über 1.000 Lenkraketen des Typs MARS-MLRS in Höhe von 215 Millionen Euro.

Vor kurzem hatte auch das Europäische Parlament (EP) von den EU-Mitgliedsstaaten gefordert ein umfassendes Verbot des Einsatzes, der Herstellung, der Weitergabe und der Lagerung von Streumunition zu beschließen. Selbst modernste Streumunition habe eine "unvertretbar hohe Blindgängerquote" und stelle eine hohe Gefahr für die Bevölkerung dar, so das Parlament in einer Resolution vom 24.10.2007. Das EP verlangt zudem, dass EU-Streitkräfte unter keinen Umständen Streumunition einsetzen sollen, bis ein internationales Übereinkommen ausgehandelt worden ist.

Auch die Vereinten Nationen haben alle Länder aufgefordert, den Einsatz und Handel von Streumunition zu stoppen und ein internationales Verbot von Streumunitionen zu beschließen.

Weltweit lagern 76 Länder Streumunitionen z.T. in Milliardenauflage. In mindestens 30 Staaten und Regionen wurde Streumunition bislang eingesetzt, was Zig-Millionen Blindgänger zur Folge hatte und bislang zehntausende Verletzte und Tote forderte. Deren Dunkelziffer wird mit 100.000 angegeben. 34 Staaten, darunter auch Deutschland, haben bislang über 210 verschiedene Typen von Streumunition produziert. 13 Länder - inklusive Deutschland - sind als Exporteure von Streumunition auffällig geworden, die in mindestens 60 verschiedene Staaten geliefert haben.

Pressekontakt:

Thomas Küchenmeister, Leiter Aktionsbündnis Landmine.de, 030-32661681 Thomas Gebauer, Geschäftsführer medico international 069-699443830 Francois de Keersmaeker. Geschäftsführer Handicap International Deutschland, 089-547606-14...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/91.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutsche Friedensbewegung appelliert: „Die Waffen nieder“ im türkisch-kurdischen Konflikt!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/79</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-79</guid><description><![CDATA[Deutsche Friedensbewegung appelliert: „Die Waffen nieder“ im türkisch-kurdischen Konflikt!

Die Türkische Armee zieht immer mehr Soldaten an der Grenze zum Irak zusammen. Kurdische Verbände und Streitkräfte formieren sich zur Verteidigung - Eine Eskalation der Situation droht. Doch, wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten!

Es ist, als ob zwei Züge aufeinander rasen und die Lokführer eines jeden brüllen sich zu, der andere solle bremsen. Die Kämpfe in kurdischen Gebieten in der Türkei und an der Grenze zum kurdischen Teil des Irak werden immer heftiger. Die Spirale der Gewalt dreht sich in Rache und Gegenrache. Ankara steht unter Druck, seinen Generälen grünes Licht für Intervention im Irak zu geben. Dann würde das gegenseitige Morden erst richtig losgehen – ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Dies muss und kann verhindert werden. Ein großer Schritt auf jeder Seite kann den Anfang zur Umkehr bilden:

Wir fordern die PKK auf, jegliche Kampfhandlungen zu unterlassen, ihre Kämpfer unter internationaler Beobachtung aus der Türkei zurückzuziehen und eine Entwaffnung ihrer Guerilla-Verbände unter der Aufsicht der Vereinten Nationen anzubieten.

Wir fordern die Regierung der Türkei auf, einen Rückzug der PKK-Guerilla aus der Türkei militärisch nicht zu behindern und gleichzeitig eine generelle Amnestie für alle am türkisch-kurdischen Konflikt Beteiligten zu erlassen.

Ist dies geschehen, kann der politische Dialog, um die Lösung der Kurdenfrage im Rahmen der Türkei aufgenommen werden. Ein Land wie die Türkei, das sich um eine Aufnahme in die multi-ethnische, multi-kulturelle und multi-religiöse Europäische Union bemüht, muss auch im eigenen Lande diese Pluralität akzeptieren. Das überwindet die Gefahr des Separatismus und dient der Aussöhnung und der Verwirklichung der Menschenrechte.

Gegenwärtig versuchen die USA, Ankara an einer Invasion in den Nordirak zu hindern. Die EU und ihre Staaten haben allen Grund sich für eine politische Lösung in diesem Konflikt einzusetzen. Sie können es tun, indem sie die kurdische Guerilla nicht länger als terroristisch betrachten, wodurch sie sich selbst friedenspolitisch handlungsunfähig machen. Wer Frieden schaffen will, muss mit allen Konfliktseiten sprechen können.

Wir fordern deshalb die EU und die EU-Staaten auf, sich mit energischen Schritten einer weiteren Eskalation dieses Konflikts entgegenzustellen und sowohl in der Türkei wie auch gegenüber der PKK-Guerilla für die genannten ersten Schritte einzutreten.

Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten! Das ist jetzt das Gebot der Stunde!

* * *

Aachener Friedenspreis e.V.; Dialog-Kreis „Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im türkisch-kurdischen Konflikt“; Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW); Komitee für Grundrechte und Demokratie; medico international; AG Türkei/Kurdistan im Netzwerk Friedenskooperative; Kooperation für den Frieden (Dachverband von 44 deutschen Friedensorganisationen); Pax Christi, Kommission Asyl/ Flüchtlinge



Kontakt:
Dialog-Kreis: „Die Zeit ist reif für eine politische Lösung im Konflikt zwischen Türken und Kurden“
Geschäftsstelle:
Postfach 903170, D-51124 Köln,
Tel: 02203-126 76, Fax: 126 77,


Koordination:
Andreas Buro,
Am Sonnenberg 42, 61279 Grävenwiesbach,
Tel:06086-30 87, Fax:06086-243,
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/146.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[VENRO e.V. / Deine Stimme gegen Armut]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2007/27</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-27</guid><description><![CDATA[Bundestagsabstimmung über Verlängerung des Bundeswehr-Mandats in Afghanistan: Deutsche Hilfsorganisationen fordern Kurswechsel in Afghanistan-Politik

Bonn/Berlin (ots) - Anlässlich der Abstimmung des Bundestags über die Verlängerung der Bundeswehr-Mandate in Afghanistan hat der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) die Bundesregierung aufgefordert, die Beteiligung an der "Operation Enduring Freedom" so schnell wie möglich einzustellen. Der Einsatz habe sich politisch als kontraproduktiv herausgestellt und werde von der afghanischen Zivilbevölkerung abgelehnt.

Vor der Bundespressekonferenz in Berlin stellte der Verband heute ein Positionspapier mit dem Titel "Perspektiven für Frieden, Wiederaufbau und Entwicklung in Afghanistan" vor. Stellvertretend für die in Afghanistan tätigen deutschen Hilfsorganisationen plädierten VENRO und insbesondere seine Mitglieder Caritas international, Deutsche Welthungerhilfe und medico international für einen nachhaltigen Strategiewechsel beim Wiederaufbau Afghanistans.

Die Erwartungen und Hoffnungen der afghanischen Bevölkerung nach dem Sturz der Taliban hätten sich nicht erfüllt. Damit stehe der Einsatz der internationalen Hilfe insgesamt vor einem Scheidepunkt. Notwendig sei jetzt die Rückgewinnung des Primats der Politik und damit ein Ende der Vorrangstellung militärischer Gewaltmittel: "Frieden, Wiederaufbau und Entwicklung können nur gelingen, wenn die Gewaltspirale beendet, der Versuch der militärische Konfliktlösung durch einen verstärkten zivilen Wiederaufbau abgelöst und das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung zurück gewonnen wird", sagte Jürgen Lieser, stellvertretender 
VENRO-Vorsitzender.

Die Bundeswehr solle sich im Rahmen der ISAF-Verbände zukünftig ausschließlich auf ihre Kernaufgaben, die militärische Friedenssicherung konzentrieren und Milizen und "Warlords" entwaffnen. Den Wiederaufbau des Landes solle sie den zivilen Akteuren überlassen, fordern die Hilfsorganisationen. Hierfür seien deutlich mehr Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt nötig, als bislang vorgesehen.

Das VENRO-Positionspapier finden Sie als pdf-Datei unter www.venro.org ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/52.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/0000/521</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-521</guid><description><![CDATA[...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/0000/683</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-683</guid><description><![CDATA[...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/0000/762</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-762</guid><description><![CDATA[...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/.jpg" type="image/jpg" /></item>
</channel></rss>
