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	<title>DFG-VK Aktuelles: Informationen der Friedensbewegung</title>
	<link>http://www.dfg-vk.de</link>
	<description>Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen</description>
	<language>de</language>
  <item><title><![CDATA[Appell an die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition  -  Gewalt in Syrien stoppen - Krieg verhindern! ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/737</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-737</guid><description><![CDATA[Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW ist zutiefst besorgt über die immer größere Zahl von Opfern der Gewalt in Syrien. "Wir teilen die Forderung der jemenitischen Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman nach internationalen Maßnahmen, um die Menschen in Syrien zu schützen", erklärt der stellvertretende IPPNW-Vorsitzende Christoph Krämer. Allerdings sieht die IPPNW für das gestrige Scheitern der Resolution im Weltsicherheitsrat keineswegs Russland und China allein verantwortlich, sondern die westliche Staatengemeinschaft, die seit Wochen einen konsequent friedensorientierten Resolutionswortlaut ablehnt. 

Die deutsche Sektion der IPPNW fordert die Bundesregierung und die NATO in einem heute veröffentlichten Appell auf, Plänen für eine westliche Militärintervention in Syrien eine klare Absage zu erteilen. Der heimliche Transfer westlicher Waffen in das Land müsse umgehend unterbunden werden. Auch Sicht der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Ärzteorganisation sind auch Embargos keine Lösung. Stattdessen müsse die Verständigung mit allen Beteiligten unter Einbeziehung Russlands gesucht werden. 	

"Als deutsche Sektion der IPPNW warnen wir aber auch vor einer noch darüber hinaus gehenden Gefahr: Eine westliche Militärintervention kann eine Dynamik in Gang setzen, die weitere Länder wie den Iran erfasst, und schließlich zu einem Flächenbrand der gesamten Region führen - die mit Europa direkt benachbart ist. Wenn die NATO darin verwickelt ist, kann dies letztlich sogar in eine offene Konfrontation zwischen den atombewaffneten Großmächten münden", heißt es in dem Appell.

Es mehrten sich die Hinweise, dass die inner-syrischen Konflikte wie der Kampf um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zunehmend von externen Akteuren für eigene Machtinteressen benutzt und geschürt würden. So werde nicht nur die syrische Regierung offenbar mit Waffen aus Russland unterstützt. Auch die Aufständischen erhielten große Geldbeträge aus den mit dem Westen verbündeten Golfstaaten und Waffen über die türkische NATO-Basis Incirlik sowie Unterstützung von Söldnern aus dem Ausland, etwa aus Libyen. Viele Menschen in Syrien und insbesondere friedliche Teile der Opposition beklagten, dass so die gewaltfreien Perspektiven der seit Jahren fortschreitenden Reformbewegung zerstört würden.

Den Appell an die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition sowie an die internationalen Unterstützer beider Seiten "Gewalt in Syrien stoppen - Krieg verhindern!" finden Sie unter . Der Appell kann auf der IPPNW-Homepage  werden....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Solidarität gegen das Krisenkommando der Troika-Mächte!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/735</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-735</guid><description><![CDATA[Einladung zur Europäischen Aktionskonferenz in Frankfurt am Main
vom 24. bis 26. Februar 2012

2011 war ein Jahr, das vieles in Bewegung gesetzt hat:
Inspiriert vom Aufbruch in Nordafrika demonstrierten rund um den Erdball immer wieder Hunderttausende gegen Unterdrückung und die globale Krise des Kapitals.
In Griechenland fand ein Generalstreik nach dem nächsten statt; in Israel zogen riesige Demonstrationen gegen steigende Lebenskosten durch die Straßen, in Spanien kampierten Zehntausende auf den zentralen Plätze, und mit occupy entstand ausgehend von den USA eine weltweite, auch in Deutschland spürbare Bewegung, die zuletzt im Russland Putins und im nigerianischen Generalstreik Resonanzen fand.
Relativ ruhig blieb es bisher in Deutschland: Höchste Zeit, auch hier einen Punkt zu setzen – ein Zeichen der Solidarität mit dem weltweiten Widerstand, ein Zeichen gegen die Troika und ihre Frankfurter und Berliner Dienstherr_innen.
Dazu trafen sich am 22. Januar 250 Aktive aus verschiedenen Netzwerken in Frankfurt und verabredeten sich zu einer europäischen Aktionskonferenz für einen heißen Frühling 2012.

Das sind die Fragen, die wir mit euch allen und unseren Freund_innen, Kolleg_innen und Genoss_innen aus verschiedenen Ländern auf der Aktionskonferenz diskutieren wollen: Wie können wir deutlich machen, dass es so nicht weiter gehen kann? Was können wir tun, damit es so nicht weiter geht? Wie lassen sich Protest und Widerstand gegen das autoritäre Krisenregime von Regierungen, Banken und Konzernen weiterentwickeln? Wie können wir der deutschen Regierung in den Rücken fallen? Wie zu einer transnationalen Organisierung der Bewegungen beitragen? Mit welchen Forderungen wollen wir mobilisieren? Wollen wir die EU demokratisieren oder auflösen? Wie verbinden wir die Kritik am kapitalistischen System mit alltäglichen sozialen Kämpfen? Wie lassen sich Massenhaftigkeit und Entschiedenheit kombinieren?
Es wird mit Workshops, Plena, Arbeitsgruppen, Talksshows und Murmelrunden viel Raum geben, um zu sich zu verständigen, zu planen, zu organisieren. Gehen wir’s an! Lasst uns gemeinsam diskutieren, streiten, weiterdenken, entwickeln wir Neues und lassen wir unseren Worten gemeinsam Taten folgen

Das sind die Aktionsideen, über die wir auf der Konferenz entscheiden wollen:
Nach der Demonstration an der EZB-Baustelle im Rahmen eines europäischen Aktionstags am 31.März wird der 1. Mai ein gemeinsamer Tag des Protests in Solidarität mit Lohnabhängigen, Erwerbslosen und den Kolleg_innen der Gewerkschaften. Ebenfalls am 31. März wird ein europäisches Vorbereitungstreffen in Mailand stattfinden, um die transnationale Koordination rund um die nächsten globalen Aktionstage zwischen dem 12. und 15. Mai 2012 zu intensivieren. An diesen Tagen wird es auch in Deutschland dezentrale, in die weltweiten Aktionen sich einbindende Aktionstage geben. Den Wind der globalen Proteste im Rücken wird es im Mai eine Vielzahl von Aktionen zentral in Frankfurt geben, dazu wird europaweit mobilisiert: Lasst uns das Finanzviertel blockieren wie die Occupistas in Oakland den Hafen. Ziel ist es, mit gleichermaßen massenhaften wie entschiedenen Aktionen ein unübersehbares Zeichen der Solidarität zu setzen. Gemeinsam, entschlossen, solidarisch, erfolgreich! Lasst uns so fruchtbare Bedingungen für einen heißen Herbst setzen, zum Jahrestag von Occupy Wallstreet im September, nach den Banken dann auch direkt gegen die Regierungen!
Über die genauen Termine zwischen dem „global actionday“ und Ende Mai wird auf der Aktionskonferenz entschieden. Ebenso über die Verstetigung der Proteste weit über den Sommer hinaus. Die Aktionskonferenz wird am Freitag, 24.2., um 19.30 Uhr mit einer zentralen Abendveranstaltung beginnen und am Sonntag 13 Uhr mit einem gemeinsamen Plenum enden. Es wird mit Workshops, Plena, Arbeitsgruppen, Talksshows und Murmelrunden viel Raum geben, um sich zu verständigen, zu planen, zu organisieren.

Der Ort wird das Studierendenhaus Campus Bockenheim in Frankfurt am Main sein.
Weitere Informationen:




Einladende:










-    Aktivist_innen aus der occupy Bewegung
-    no troika Kreis Frankfurt


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Studierende der Universität Frankfurt stimmen für friedliche und zivile Lehre und Forschung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/727</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-727</guid><description><![CDATA[      76,3% der Studierenden sprechen sich für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Goethe-Universität aus. Damit fordern sie die Universität auf, keine Kooperationen oder Drittmittelprojekte mit der Rüstungsindustrie oder der Bundeswehr einzugehen.

      „Wir sind unglaublich begeistert von diesem Ergebnis“, freut sich Beate Steinbach vom Arbeitskreis Zivilklausel. „Das ist ein eindeutiges Zeichen für eine friedliche Hochschule und eine klare Absage an Kooperationen mit der Bundeswehr oder Rüstungsindustrie.“ Gestern hatte der Wahlausschuss das Endergebnis der studentischen Urabstimmung über eine Zivilklausel an der Universität Frankfurt bekannt gegeben. Demnach sprachen sich 76,3% der Studierenden dafür aus, in der Grundordnung der Goethe-Universität festzuschreiben, dass „Lehre, Forschung und Studium zivilen und friedlichen Zwecken dienen“. Lediglich 12,6% stimmten mit Nein, während sich 11,1% der Stimme enthielten. „Setzt man die Ja- und Nein-Stimmen ins Verhältnis, ergeben sich 86% Zustimmung bei 14% Ablehnung“, erklärt die 25-jährige Politologie-Studentin. „Eindeutiger kann eine Abstimmung wohl kaum ausgehen“.

      Drei Wochen lang war an der Uni Frankfurt über Kriegsforschung, Friedensorientierung und die Verantwortung von Wissenschaft diskutiert und gestritten worden. Das gesteigerte Interesse der Studierenden an diesen Fragen zeigte sich letztlich auch daran, dass die Beteiligung an der Zivilklausel-Abstimmung bei der Urnenwahl um 9,6% höher lag als bei der traditionellen Wahl zum Studierendenparlament.

      „Besonders bemerkenswert ist, dass es in allen Fachbereichen der Universität eine große Mehrheit für friedliche und zivile Lehre und Forschung gibt“, betont Christoph Wiesner, Mitglied des Arbeitskreises Zivilklausel und Doktorand in der Physik. In der Tat sprachen sich in fast allen Disziplinen deutlich mehr als zwei Drittel der Studierenden für eine unabhängige, zivil und friedlich orientierte Wissenschaft aus. Beispielsweise lag die Zustimmung in den Neueren Philologien bei 87,9%, in der Psychologie bei 85%, in der Physik bei 68% und in der Medizin bei 76,6%. Selbst am Fachbereich mit dem niedrigsten Zustimmungswert, den Wirtschaftswissenschaften, gab es eine eindeutige Mehrheit von 63,3% für eine Zivilklausel.

      Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte die Universität über ihren Pressesprecher Olaf Kaltenborn verlauten lassen, sie werde die Willenserklärung der Studierenden ernst nehmen. Genau das verlangt nun Christoph Wiesner: „Nach dem eindeutigen studentischen Votum sind jetzt wieder Senat und Präsidium gefordert. Die Orientierung auf friedliche und zivile Forschung und Lehre, die bereits im aktuellen Hochschulentwicklungsplan verankert ist, muss zügig in die Grundordnung unserer Universität übernommen werden.“



Quelle: Pressemitteilung des AK Zivilklausel Frankfurt zur studentischen Urabstimmung an der Universität Frankfurt...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/816.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nach Rüstung kommt Krieg - Friedensbewegung diskutiert wirtschaftliche Kriegsursachen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/728</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-728</guid><description><![CDATA["Ökonomie und Krieg" -  Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden,
10.-11. Februar 2012 in Magdeburg

u.a. mit Politikprofessor Andreas Buro, Rüstungskritiker Jürgen Grässlin, Attac-Mitgründer Werner Rätz und dem israelischen Wirtschaftswissenschaftler Shir Hever


Ein wesentlicher Faktor für Kriege sind ökonomische Interessen. Regierungen sprechen von Menschenrechten und Demokratie und meinen Bereicherung an Rohstoffen, billigen Arbeitskräften und profitablen Märkten. "Ökonomie und Krieg" ist deshalb das Motto der diesjährigen Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden, einem Zusammenschluss von 57 Friedensorganisationen und --gruppen.

"Die Globalisierung im Sinne der Kapitalexpansion ist nach wie vor das Ziel, das mit Gewaltinstrumenten verfolgt wird", erläutert Andreas Buro. Der friedenspolitische Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie zählt dazu die NATO, die "out of area" ging, die Systemumwandlungen in einzelnen Staaten, die der Westen betrieb, - auch durch Kriege wie in Kosovo, Afghanistan, Irak, Libyen und nun die Bedrohung des Iran. Dabei sei der Islam zum neuen Feindbild erhoben und die Vereinten Nationen an den Rand gedrängt worden. Doch der Widerstand gegen diese Vorgehensweise wachse. "Militarisierung und Machtverschiebung machen es wahrscheinlich, dass der Westen sich darauf einstellt, gegen seinen Ökonomie- und Machtverlust mit militärischen Mitteln vorzugehen", befürchtet der emeritierte Politikprofessor. In der Aufdeckung der Legitimationsideologien sieht er Schritte wie Gewalt überwunden werden kann: "Die Ideologien vom Gerechten Krieg, der Humanitären Intervention, dem Nationalismus und Patriotismus sowie neuerdings die Responsibility to Protect verdecken die realen Beziehungen zwischen Ökonomie und Krieg."

Werner Rätz vom Attac-Koordinierungskreis spitzt Buros Analyse zu, wenn er vom Krieg des Empires zur Stabilisierung der Weltordnung spricht. Dieser Weltordnungskrieg trage weitgehend irreguläre Züge. "Wahrscheinlich ist es sogar ehrlich, wenn seine Protagonisten wechselweise den "Terror", die Migration, reale und angebliche Menschenrechtsverletzungen oder ausgemusterte ehemalige Gefolgsleute als Gegner benennen. Die Absicht besteht wahrscheinlich wirklich nicht in der systematischen Verfolgung emanzipatorischer Bewegungen, sondern in der verzweifelten Abwehr aller, die an den knapper werdenden Profitmöglichkeiten teilhaben wollen." Rätz setzt auf Wachstumsausstieg, Bürgerversicherung, Grundeinkommen und öffentliche Güter. "Es geht darum, die soziale Frage als Kern der neoliberalen Globalisierung, den unermesslichen Reichtum als Kern der systemischen Krise und den Kapitalismus als Kern der Kriegsgefahr zu erkennen."

Beim Rüstungsexport ist die Verknüpfung von Wirtschaft und Rüstung offensichtlich. Deutschland ist weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur. Jürgen Grässlin, Kampagnensprecher von "Aktion Aufschrei -- Stoppt den Waffenhandel" legt sich mit Rüstungsfirmen an: "Dürfen deutsche Unternehmen diktatorische Staaten wie Ägypten, Tunesien oder Libyen -- wohlgemerkt in den Jahren vor den Aufständen des Jahres 2011 -- mit Waffen beliefern? Darf die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS)  weiterhin Eurofighter an Saudi-Arabien ausführen, trotz des militärischen Eingreifens in Bahrain? Darf die EADS einen rund 8000 Kilometer langen Grenzschutzzaun  um Saudi-Arabien bauen? Darf das saudische Königshaus 200 Leopard-2- Panzer von Rheinmetall und Krauss- Maffei Wegmann erhalten?" Mittlerweile ist es ein breites Bündnis von Organisationen, das dazu nein sagt. Denn Staaten wie Saudi-Arabien liegen in Krisengebieten, ihre Menschenrechtsituation ist "sehr schlecht".

Warum unterstützt die israelische Bevölkerung die Besetzung der Palästinenser, obwohl sie weiß, dass dies eine ökonomische Last ist, fragt Shir Hever. Der Wirtschaftswissenschaftler vom Alternativen Informationszentrum in Jerusalem hat errechnet, dass für die militärische Besatzung allein sechs Milliarden US Dollar pro Jahr ausgegeben werden. "Eine starke nationale Identität und die Feier des Sieges über die Palästinenser kann manchmal wirtschaftliches Wohlergehen ersetzen", sagt er. Nur externer politischer und wirtschaftlicher Druck könne die israelische Gesellschaft zu einem Wandel veranlassen, damit Demokratie Fuß fassen könne. Davon würden nicht nur die Palästinenser, sondern auch die Israelis profitieren. 

Die Strategiekonferenz ist öffentlich und findet vom 10.-11. Februar im Roncalli-Haus in Magdeburg statt.


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/53.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Hände weg von Iran und Syrien ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/738</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-738</guid><description><![CDATA[ Den wirtschaftlich und politisch Herrschenden müssen Kriege wie in Afghanistan, Irak und Libyen unmöglich gemacht werden. Militärischen Interventionen gegen Syrien und Iran widersetzen wir uns. Im Konflikt gegen Syrien und Iran geht es nicht um Menschenrechte und Atompolitik, sondern um die Vorherrschaft in einer der geostrategisch bedeutendsten Regionen. 

Die USA, die EU und die Bundesregierung haben die Drohkulisse gegenüber dem syrischen Regime ständig erhöht. Einseitige Berichterstattung und militärische Unterstützung bewaffneter oppositioneller Gruppen durch einige NATO-Staaten haben zu einer gefährlichen Eskalation beigetragen. Hier gilt, was die Friedensbewegung schon im Fall von Libyen gefordert hatte: Die Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Ordnung eines Landes ist ausschließlich Angelegenheit seiner Bevölkerung. Sich mit ihr zu solidarisieren heißt vor allem, die Gewaltspirale zu beenden und sich jeglicher Intervention von außen zu widersetzen. Die Überwindung autoritärer Herrschaftsstrukturen und Ausbeutung ist nur in Abwesenheit äußerer Einmischung möglich. Äußere Einmischung – auch wenn sie sich noch so „humanitär“ gibt – ist stets von fremden Interessen geleitet und widerspricht dem völkerrechtlichen Prinzip der Selbstbestimmung und der Souveränität der Staaten. Libyen darf nicht zum Modell für weitere NATO-Interventionen werden. Ein Angriff auf Syrien könnte zudem leicht zum Flächenbrand werden. 

Seit Monaten wird in Israel und den USA offen über einen militärischen Angriff auf den Iran diskutiert. Allein schon eine solche Diskussion zeugt von der völligen Missachtung des strikten Gewaltverbots, das die Charta der Vereinten Nationen allen Staaten der Welt auferlegt hat. Dabei enthält der im November 2011 veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) keine belastbaren Belege für ein aktuelles iranisches Atomwaffenprogramm. Zum iranischen Kernenergieprogramm ist grundsätzlich festzustellen: Teheran nimmt nur das allen Staaten im Atomwaffensperrvertrag garantierte Recht für sich in Anspruch, den kompletten Kreislauf der Atomenergieproduktion nutzen zu können. Das muss uns nicht gefallen – zumal wir spätestens seit Fukushima wissen, dass auch die zivile Nutzung der Kernkraft lebensbedrohend und letztlich eben nicht beherrschbar ist. 

Dennoch haben die USA und die EU die Sanktionen gegen Iran in einer Weise verschärft, die immer näher an einen Krieg heranführt. Die jüngst beschlossenen Embargomaßnahmen gegen Ölimporte aus dem Iran und die Sanktionen gegen die iranische Zentralbank verfolgen das Ziel, den internationalen Ölhandel mit Iran ganz zum Erliegen zu bringen und stellen damit de facto einen Wirtschaftskrieg dar. Gegenmaßnahmen sind somit programmiert, die Spannungen und die wechselseitige Kriegsrhetorik werden sich gefährlich hochschaukeln. Verlierer ist wie immer in solchen Fällen die Zivilgesellschaft, die jeglicher Möglichkeit beraubt wird, demokratische und soziale Fortschritte gegen das herrschende System durchzusetzen. 

Wir alle sind aufgerufen, der Eskalation im Nahen Osten entgegenzutreten. Vorschläge zur Entspannung der Situation liegen seit langem auf dem Tisch. 

Wir fordern 
-  Krieg darf kein Mittel der Politik mehr sein 
-  Verbot jeglicher Waffenexporte 
-  Beendigung der konfliktverschärfenden Sanktionen 
-  Keine Abschiebung von Deserteuren und Flüchtlingen 
- Gesprächsangebote an den Iran über Kooperation und gemeinsame Sicherheit 
-  Aufnahme von Verhandlungen zur Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen/Mittleren Osten. 

Weil wir Frieden wollen, müssen wir die Politik in die eigenen Hände nehmen. 

, Germaniastr. 14, 34119 Kassel, Tel. 0561-93717974 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Presse-Erklärung zu Ischingers SIKO-Tagungsprogramm]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/730</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-730</guid><description><![CDATA[AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE NATO-„SICHERHEITSKONFERENZ“

SIKO-Konferenzleiter Ischinger hat auf seiner Pressekonferenz am 26. Januar das Programm für die bevorstehende Münchner „Sicherheitskonferenz“ bekannt gegeben und einige der prominentesten Teilnehmer an der diesjährigen NATO-Kriegstagung vorgestellt. Sowohl das Tagungsprogramm, als auch die angekündigten Redner entlarven seine öffentlichen Behauptungen, auf der SIKO gehe es ausschließlich um „Konfliktverhütung und Friedenssicherung“ als schönfärberische Propaganda für eine gutgläubige Öffentlichkeit.

Wie in den Vorjahren versammeln sich Bayerischen Hof die Hauptverantwortlichen für die Aggressionskriege der NATO und ihre Militärstrategen, um sich gemeinsam mit internationalen Wirtschafts- und Finanzbossen über Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer weltweiten Vorherrschaft zu verständigen.
Hier treffen sich diejenigen, die gerade mit der Mandatsverlängerung für den Bundeswehreinsatz die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan beschlossen haben und sich damit zum wiederholten Mal über den Mehrheitswillen der Bevölkerung in der Bundesrepublik hinweg setzen.
Wie in den vergangenen Jahren auch, werden die Repräsentanten aus den NATO- und EU-Staaten die SIKO als Propagandaforum zur Rechtfertigung ihrer völkerrechtswidrigen Militäreinsätze und für neue Kriegsdrohungen nutzen. Die verschärften Sanktionen – „der Ölkrieg“ des Westens gegen den Iran – ist bereits das Vorspiel für den ganz offensichtlich beabsichtigten nächsten „heißen Krieg“.

Die SIKO ein Familientreffen aus den NATO- und EU-Staaten

Zu den Hauptrednern auf der bevorstehenden sogenannten „Sicherheitskonferenz“ gehören überwiegend Außen- und Militärminister der NATO-Staaten sowie Regierungschefs von befreundeten Staaten.
Eröffnet wird die SIKO vom deutschen Militärminister de Maizière.  Aus den USA kommen Außenministerin Hillary Clinton und Kriegsminister Leon Panetta. Er war vorher  CIA-Direktor und verantwortlich für die US-Folterpraxis der letzten Jahre, ebenso wie für unzählige extralegale Hinrichtungen der CIA-Killerkommandos in Afghanistan, Pakistan und dem Iran.
Außerdem kommen der notorische Kriegsverbrecher und Ex-Außenminister Henry Kissinger, der Chef der westlichen Militärallianz,  NATO- Generalsekretär Rasmussen, die  Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Catherine Ashton und einige weitere EU-Kommissare.
 
SIKO-Programm Auftakt: „Die Führungsmacht Deutschland“

Gleich am ersten Tag geht es zur Sache. Nicht etwa – wie SIKO-Weichspüler Ischinger in der Öffentlichkeit immer wieder beteuert – „um die Sicherung des Friedens“,  sondern um pure Machtpolitik. Das Eröffnungsthema ist: „Die neue machtpolitische Rolle Deutschlands in Europa und in der Welt“. Es gehe, sagt Ischinger, um den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Deutschlands, um „Führungsmacht“ und selbstverständlich auch um die militärische Rolle Deutschlands. Er nennt das „Sicherheitspolitik“. Sie sei „eine wichtige Rahmenbedingung für den Erfolg, den unsere Wirtschaft auf der ganzen Welt erzielt hat und auch weiter erzielen soll“.
Im Zentrum stehe heute die Frage „nach der neuen deutschen Führungsstärke und Führungskraft“. Zu dieser Debatte ist auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski eingeladen, der kürzlich in Berlin die Deutschen aufgefordert hatte „Nehmt Eure Führungsaufgabe wahr“. Ischinger erklärte dazu: „Nur wir können das, also müssen wir es jetzt auch tun“. Das gelte vor allem für Europa, denn der EU fehle es bisher an einer „glaubwürdigen militärischen Dimension“. Um aber ihren Einfluss auf die Weltpolitik auszubauen, müsse die EU eine einheitliche Strategie, eine schlagkräftige Militärpolitik und die entsprechenden Kriegsfähigkeiten entwickeln. Ausdrücklich kritisierte Ischinger auf seiner Pressekonferenz, dass die Europäer etwa gleich viele Soldaten wie die USA unterhalten, aber nur ein Zehntel der militärischen Schlagkraft aufbringen.

Weitere Tagungsthemen sind: Die NATO – Russland Kooperation, die Raketenabwehr
und die neue Militärstrategie der US-Regierung, die derzeit ihren Fokus auf den asiatisch-pazifischen Raum verlagert und sich dort als Ordnungsmacht etablieren will.

Zum Tagungsthema „Weltweite Finanzmarktkrise“ hat Ischinger die Spitzenmanager des globalen Finanzkapitals eingeladen, den Weltbankchef Robert Zoellick, den US-Investor und Milliardär George Soros, den Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann – und wie in den vergangenen Jahren auch – zahlreiche weitere Vertreter aus den Chefetagen großer Wirtschafts- und Rüstungskonzerne.
Der Grund, weshalb dieses Thema auf der SIKO behandelt wird, liegt in der Sorge der Kriegsstrategen, dass die wachsenden Staatsschulden die militärische Handlungsfähigkeit einschränken, oder wie es Ischinger ausdrückt, „die Fähigkeit,  Sicherheit in den Rest der Welt zu exportieren“. Diese „exportierte Sicherheit“ kann man derzeit in Afghanistan, im Irak und in Libyen bewundern.

Ischinger, der „Wolf im Schafspelz“

Uns, den Gegnern der Kriegspolitik der NATO und der EU, bietet Ischinger immer wieder Dialoggespräche an, „auf allen Ebenen“, wie er ausdrücklich betont.  Er hoffe, sagte er bei seiner Pressekonferenz, dass durch seine „Dialogbereitschaft die Zahl der Demonstranten sinkt ...  Kritiker im Saal (seien ihm) lieber, als auf der Straße“. Ein paar Kriegsgegner als Feigenblatt auf seiner Kriegstagung, das hätte Herr Ischinger gern. Doch diesen Gefallen werden wir ihm nicht tun. Ischinger ist für uns kein Dialogpartner. Er selbst gehört zur Führungsriege der Kriegstrommler in unserem Land und als Chef der SIKO ist er quasi der inoffizielle Propagandachef  für die Militärpolitik Deutschlands, der NATO und der EU.
(Einige Fakten dazu in: )

Mit der NATO wird es keinen Frieden auf der Welt geben

Die NATO ist ein Kriegsbündnis, nicht der verlängerte Arm von Amnesty International.  Sie ist auch kein Instrument der Konfliktlösung, sondern eine Bedrohung für alle Länder, die sich nicht freiwillig den Vorherrschaftsinteressen der westlichen Großmächte unterwerfen.
Dieser Politik der Androhung und Anwendung militärischer Gewalt setzen wir unseren entschiedenen Widerstand entgegen.
„Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eine Werbung für Bayern und für München“, behauptete Ischinger gegenüber der Presse. Richtig ist: Die SIKO ist eine Werbeveranstaltung für mehr Rüstung und Krieg. NO PASARAN!
Ginge es nach dem Grundgesetz dürfte die SIKO gar nicht stattfinden. Denn nach Artikel 26, GG ist die Vorbereitung zur Führung von Angriffskriegen ausdrücklich verboten und unter Strafe gestellt.
Inzwischen mobilisieren mehr als 90 Organisationen zu den Protesten gegen die NATO-Kriegstagung in München. Das Aktionsbündnis erwartet rund 5000 Teilnehmer zu dieser großen Antikriegs-Demonstration, mit Teilnehmern nicht nur aus München, sondern auch aus vielen anderen Städten der Bundesrepublik.

Die Großdemonstration der Antikriegsbewegung findet am Samstag, den  4. Februar 2012 statt. Sie beginnt um 13 Uhr am Stachus.

Quelle: AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE NATO-SICHERHEITSKONFERENZ ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/813.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/725</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-725</guid><description><![CDATA[Aller guten Dinge sind drei!

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“  anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

„Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an!

AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.

Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!

Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/815.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[EU-Embargo gegen Iran: Ein "weiterer Schritt zum Krieg"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/726</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-726</guid><description><![CDATA[   - EU verhängt totales Öl-Embargo gegen Iran
   - Ein Beitrag zur Konflikteskalation
   - Friedensratschlag: Es gibt Alternativen zum Kriegskurs 

Kassel - Mit Sorge reagiert der Bundesausschuss Friedensratschlag auf den Beschluss der EU vom Montag, Öl-Lieferungen aus dem Iran vollständig verhindern zu wollen. Damit sei "ein weiterer Schritt zum Krieg" gemacht worden, sagte der Sprecher des Friedensratschlags in einer ersten Stellungnahme in Kassel:

Seit Monaten schon wird in israelischen Regierungskreisen über einen Militärschlag gegen Ziele im Iran diskutiert. Allein die Tatsache, dass eine solche Diskussion stattfindet, zeugt von der Missachtung des strikten Gewaltverbots, das die Charta der Vereinten Nationen allen Staaten der Welt auferlegt hat. Der im November 2011 veröffentlichte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) enthält weder neue Erkenntnisse über das iranische Atomprogramm noch belastbare Belege für einen akuten „Griff nach der Bombe“. Gleichwohl gehen die Regierungen der EU davon aus, dass der Iran Atomwaffen entwickelt, weil er die zivile Atomindustrie vorantreibt.

Letzteres kann dem Iran aber nach internationalem Recht nicht verweigert werden. Zum iranischen „Atomprogramm“ ist nämlich grundsätzlich festzustellen: Teheran nimmt ein Recht für sich in Anspruch, das alle anderen Staaten dieser Welt auch haben: den atomaren Kreislauf zu schließen, um die Kernkraft zu zivilen (energetischen) Zwecken voll nutzen zu können. Genau das sieht auch der Atomwaffensperrvertrag vor. Das muss uns nicht gefallen - zumal wir spätestens seit Fukushima wissen, dass auch die zivile Nutzung der Kernkraft lebensbedrohend und letztlich eben nicht beherrschbar ist.

Die Europäische Union hat sich ohne Not ins Kielwasser der USA begeben. Die im Januar 2012 von der US-Administration angeordnete Strafmaßnahme gegen die iranische Zentralbank verfolgt das Ziel, den internationalen Ölhandel mit Iran ganz zum Erliegen zu bringen. Dies hat die EU mit ihrem "beispiellosen Sanktionspaket" (so der britische Außenminister Hague) nun bestätigt, das offiziell am 1. Juli in Kraft tritt, aber heute schon von den meisten EU-Staaten durchgeführt wird. Japan beteiligt sich ebenfalls am Embargo, Südkorea wird folgen.

Damit wird dem Iran, der von den Ölexporten in die genannten Länder sehr stark abhängig ist, die wichtigste Lebensader durchschnitten. Die Sanktionen der USA und der EU können also die gesamte Volkswirtschaft des Iran lahmlegen. Der Schritt der EU stellt eine immense Verschärfung des politischen Klimas dar, bringt den Iran in eine fast ausweglose Situation und die ganze Region an den Rand eines Krieges.

Gegenmaßnahmen sind somit programmiert, die Spannungen und die wechselseitige Kriegsrhetorik werden sich gefährlich hochschaukeln. Verlierer ist wie immer in solchen Fällen die Zivilgesellschaft im Iran, die jeglicher Möglichkeit beraubt wird, demokratische und soziale Fortschritte gegen das herrschende System durchzusetzen.

Zur gefährlichen Drohkulisse des Westens gibt es Alternativen. Wir nennen nur die wichtigsten:

-    Anerkennung des Rechts auf Weiterentwicklung des zivilen Atomprogramms des Iran und dessen internationale Kontrolle (gemäß Atomwaffensperrvertrag);
-    Verhandlungen zwischen USA und Iran über gegenseitige Nichtangriffsgarantien Iran;
-    baldige Einberufung einer UN-Konferenz über die Errichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten. 

Der Bundesausschuss Friedensratschlag lädt die Friedensbewegung für den kommenden Sonntag zu einer bundesweiten Aktionsberatung nach Kassel ein: 29. Januar, 11.30 bis 16.30. Im Café Buch-Oase, Germaniastr. 14, 34119 Kassel. 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[In Syrien ist Vermittlung angesagt - nicht Drohung oder Scharfmacherei!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/732</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-732</guid><description><![CDATA[Als Mitglieder der Kommission Friedenspolitik der katholischen Friedensbewegung pax christi verfolgen wir die anhaltende Eskalation des Konflikts in Syrien zwischen dem Regime Baschar al Assads und der Protestbewegung mit Entsetzen und Besorgnis.

Abermals droht eine im Umfeld der arabischen Rebellion 2011 zunächst hoffnungsvoll in Gang gekommene Bewegung des gewaltfreien Widerstands gegen ein autoritäres Regime in einen Bürgerkrieg umzuschlagen.

Lange mag das massenmedial vermittelte Bild brachialer staatlicher Repressionsgewalt gegen wehrlose Demonstrant/innen weitgehend zutreffend gewesen sein. Inzwischen setzen aber auch Regimegegner Maschinengewehre und Raketen ein und provozieren damit ein noch brutaleres Zuschlagen der „Sicherheitskräfte“.

Westliche Politiker und „Leitmedien“, denen im Traum nicht eingefallen war, die gewaltfreie Bewegung rechtzeitig, zuverlässig und konstruktiv zu unterstützen, hören verstärkt auf unversöhnliche Rufe nach einem bewaffneten Eingreifen der „Weltgemeinschaft“ und drehen damit ihrerseits an der Eskalationsspirale. Verwirrende, nicht wirklich überprüfbare Gräuelmeldungen verschärfen die Gegensätze und sollen Interventionsbereitschaft schaffen und eine Intervention im Voraus rechtfertigen. In dieser Konfliktentwicklung zeichnet sich das gleiche Muster ab, das von anderen Konfliktkonstellationen, in die der Westen sich im vergangenen Jahrzehnt militärisch eingemischt hat, bestens bekannt ist. Kosovo, Afghanistan, Irak und Libyen sind die Hauptstationen.

Militärisches Eingreifen in augenscheinliche Unrechtsverhältnisse zur Destabilisierung von Herrschaftssystemen, die sich ohne Repression kaum halten können, die aber vor allem westlichen Mächten gegenüber die „geschuldete“ Hörigkeit vermissen lassen, führt zu unsäglich leidvollen Bürgerkriegen und zu erneuter Ausbeutung und Unterdrückung - dann durch Unrechtsregime von des Westens Gnaden. Was vor diesem Hintergrund jetzt in Syrien am allerwenigsten zu einer für alle Seiten halbwegs akzeptablen Konfliktregelung beitragen würde, ist eigeninteressengeleitete parteinehmende Einmischung von außen.

Der Westen insbesondere muss seine Politik korrigieren, darf sich nicht als Scharfmacher betätigen, kann bestenfalls als ehrlicher Vermittler hilfreich sein. Ein wichtiges Kriterium ehrlicher Vermittlung ist der Verzicht auf Doppelmoral, sowohl bei der Beurteilung und Bewertung der Konfliktparteien, wie bei den Leistungsanforderungen an sie. Darüber hinaus ist in den Revolutionswirren im arabischen Raum nicht nur das Ideal der Demokratie, der Selbstbestimmung der Völker zu verteidigen, sondern auch das damit zutiefst verbundene Ethos der zivilen Konfliktbearbeitung und der Gewaltfreiheit, mit dem die Aufständischen dort angetreten sind.

Wir erwarten von der europäischen und deutschen Außenpolitik, dass sie in die Konfliktlage in Syrien - und im Nahen und Mittleren Osten überhaupt - eine politische und diplomatische Vermittlungstätigkeit einbringt, die sich durch Fairness und durch kritische - und nicht zuletzt selbstkritische - Auseinandersetzung mit politischer Gewalt und Gewaltandrohung auszeichnet. Eine neue Wertschätzung des bewährten Instrumentariums der OSZE und dessen umfängliche Inanspruchnahme könnten unseres Erachtens die Eskalation stoppen, eine Deeskalation in Gang setzen und damit eine konstruktive Bearbeitung der Konflikte befördern.

Dagegen würde ein Rückgriff auf kriegerische Mittel - ein militärisches Eingreifen von außen - die destruktive Konfliktdynamik außerordentlich verschärfen und wie in Libyen zu einer wesentlich fataleren Opferbilanz und höchst fragwürdigem „Erfolg“ führen. Wir sind zutiefst überzeugt, dass nur auf dem Weg des Verzichts auf Gewalt und Zwangsmacht zufriedenstellende akzeptable Lösungen mit vergleichsweise geringen menschlichen Opfern zu erreichen sind.

pax christi-Kommission Friedenspolitik
Christof Grosse, Sprecher 
Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2012/739</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-739</guid><description><![CDATA[Zehntausende Tote, eine traumatisierte Bevölkerung, eine weitgehend zerstörte Infrastruktur und ein zerfallener Staat: Das ist das Ergebnis des Krieges, den USA und Nato geführt haben, um den Reichtum Libyens plündern und das Land wieder kolonialisieren zu können. Jetzt bereiten sie offen den Krieg gegen die strategisch wichtigen bzw. rohstoffreichen Länder Syrien und Iran vor, die eine eigenständige Politik verfolgen und sich ihrem Diktat nicht unterordnen. Ein Angriff der Nato auf Syrien oder Iran kann zur direkten Konfrontation mit Russland und China führen – mit unvorstellbaren Konsequenzen.

Mit ständigen Kriegsdrohungen, dem Aufmarsch militärischer Kräfte an den Grenzen zu Iran und Syrien sowie mit Sabotage- und Terroraktionen von eingeschleusten „Spezialeinheiten“ halten die USA gemeinsam mit weiteren Nato-Staaten und Israel die beiden Länder in einem Ausnahmezustand, der sie zermürben soll. Zynisch und menschenverachtend versuchen USA und EU, mit Embargos ihren Außenhandel und Zahlungsverkehr planmäßig lahm zu legen. Die Wirtschaft des Iran und Syriens soll bewusst in eine tiefe Krise gestürzt, ihre Arbeitslosenzahlen erhöht und die Versorgungslage ihrer Bevölkerung drastisch verschlechtert werden. Die inneren sozialen Konflikte sollen ethnisiert und zugespitzt, ein Bürgerkrieg entfacht werden, um einen Vorwand für die längst geplante militärische Intervention zu schaffen. An diesem Embargo gegen Iran und Syrien beteiligt sich auch ganz maßgeblich die deutsche Bundesregierung.

Wir rufen alle Bürger, die Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, die Friedensbewegung auf, dieser Kriegspolitik konsequent entgegenzutreten.

Wir fordern, dass die Bundesregierung

- die Embargomaßnahmen gegen den Iran und Syrien bedingungslos und sofort aufhebt;
-  klarstellt, dass sie sich an einem Krieg gegen diese Staaten in keiner Weise beteiligen und die Nutzung deutscher Einrichtungen für eine Aggression durch USA und Nato nicht gestatten wird;
-    sich auf internationaler Ebene für die Beendigung der Politik der Erpressung und Kriegsdrohung gegen den Iran und Syrien einsetzt.

Das iranische und syrische Volk haben das Recht, über die Gestaltung ihrer politischen und gesellschaftlichen Ordnung allein und souverän zu entscheiden. Die Erhaltung des Friedens verlangt es, dass das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten konsequent eingehalten wird.


Erstunterzeichner:

Dr. Ali Al-Abboud, Arzt; Dr. Majed Abdallah, Arzt; Stefan Abels, Musiker; Usame Al-Agi, Anwalt; Dr. Ayed Ahmad, Ördförande i Arabiska kultur förening, Vorsitzender der Arabischen Kulturvereinigung, Uppsala, Schweden; Dr. Mohammed Al-Akhal, Arzt; Dr. Gandi Al-Ali, Arzt; Mouhammed Ammar, Unternehmer; Dr. Ali Al-Assad, Chefarzt; Hüseyin Avgan, Bundesvorsitzender DIDF; Hussein Baag, Vorsitzender der Syrischen Studentenunion; Dr. Alexander Bahar, Historiker und Publizist; Dr. Friedrich-Martin Balzer, Historiker; Dr. Matin Baraki, Lehrbeauftragter; Willi Schulze-Barantin, DFV, Vors. Ortsverband Offenbach am Main; Dipl. Ing. Hermann Barges; Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Kabarettist und Musiker; Dr. Angelika Bator; Dr. Wolfgang Bator, Botschafter a.D.; Hans Bauer, Rechtsanwalt, Vors. der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung e.V.; Rolf Becker, Schauspieler; Prof. Dr. Rüdiger Bernhardt, Literaturwissenschaftler und Autor; Dr.-Ing. Yousef Berrou; Rolf Berthold, Botschafter a.D.; Hartmut Beyerl, hinter-der-fichte.blogspot.com; Barbara Bodechtel, Ärztin, IPPNW; Susanna Böhme-Kuby, Publizistin; Volker Bräutigam, Publizist; Arnold Bruns, Verleger, Pahl-Rugenstein Verlag; Eva Bulling-Schroeter, MdB; Isabelle Casel, Kunsthistorikerin; Dr. Jamal Al-Chaich, Arzt; Prof. Dr. Ziad Al-Chirike, Kosmetikchirug; Dr. Christa Clamer, Archäologin; Sevim Da&#287;delen, MdB; Elias Davidsson, Komponist und Völkerrechtler; Prof. Dr. Götz Dieckman, Historiker; Dr. Diether Dehm, Autor und MdB; Dr. Soussan Dilmaghani, Ärztin; Peter Dietrich, Lothar Natebusch, Bernhard Werner, Bündnis für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.; Nadja Douglas, Promotionsstudentin; Nazir Durgam, Lehrer; Sarah Durgam, Angestellte; Thaer Durgm, Student; Susanne Fasbender, Künstlerin; Peter Feininger, Redaktion www.forumaugsburg.de; Nasser Ferdin, Zahntechniker; Bernd Duschner, Freundschaft mit Valjevo e.V.; Dr. Gerhard Feldbauer, Historiker und Publizist; Annelise Fikentscher und Andreas Neumann, für den Bundesverband der Arbeiterfotographie; Peter Franz, Freier evangelischer Geistlicher; Wolf Gauer, Journalist; Thomas Geisler, Schreiner; Somar Ghassoun, Dipl. 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Wahl, Seniora.Org; Heinz Weinhausen; Samy Yildirim, Physiker; Mohammed Younes, Unternehmer; Menal Youssef, Angestellte; Dr. Jalal Youssf, Chirug; Rahim Laftavi Zadeh und Dr. Kati Vogt, The Ahl al-Bayt Assembly Germany e.V.; Jane Zahn, Kabarettistin und Sängerin; Giuseppe Zambon, Verleger; Lucas Zeise, Finanzjournalist; Ingrid und Gerhard Zwerenz, Schriftsteller

Weitere Unterzeichner wenden sich bitte an Bernd Duschner  oder .

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/826.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Nahrungsmittelspekulation: Deutsche Bank will Dokumentarfilm zensieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/722</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-722</guid><description><![CDATA[Die Deutsche Bank will einen Film des "Zentrums für Politische Schönheit" verbieten und hat angekündigt, mit juristischen Mitteln gegen den Film über Nahrungsmittelspekulation vorzugehen. In dem Film hatte der Pressesprecher der Deutschen Bank, Frank Hartmann, auf die Nachfrage, ob seine Argumentation nicht auf die zynische Auffassung hinauslaufe, dass die Menschen in Afrika an ihrem Hunger selbst schuld seien geantwortet: "Natürlich sind die selbst schuld!"

Jetzt die Filme kopieren, über die sozialen Netzwerke teilen und auf eigenen Homepages einstellen! 


Pressemitteilung aus dem 

Die Deutsche Bank droht mit rechtlichen Schritten und Schadenersatzklage gegen einen Film über Nahrungsmittelspekulationen, sollte nicht eine Passage des Pressesprechers Frank Hartmann herausgenommen werden. Der Pressesprecher wird dahingehend zusammengefasst, dass nicht die Händler von Banken, sondern die Menschen in Somalia für ihre Armut selbst verantwortlich seien. Daraufhin bestätigt Hartmann: „Natürlich sind die selbst schuld!“

Der Aussage, Menschen in Somalia seien selbst schuld, sich die überhöhten Getreidepreise nicht leisten zu können, droht nun Zensur. Die Deutsche Bank hat angekündigt, Strafantrag wegen Verletzung des § 201 StGB zu stellen und den Film per 19.12.2011 zu verbieten. Der Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Bank fordert mit Schreiben vom 14. Dezember 2011, „die weitere Verbreitung und Vorführung des Interviews von Herrn Hartmann in dem Film zu unterlassen”. Die Deutsche Bank behauptet, der Pressesprecher habe ein "vertrauliches Hintergrundgespräch zu Ihrer persönlichen Information” geführt, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei. Der Kameramann des Films, Firas Sabbagh, erklärt: „Der Deutschen Bank ist peinlich, was ihr Pressesprecher gegenüber dem Zentrum für Politische Schönheit öffentlich erklärt hat. Frank Hartmann wurde darüber aufgeklärt, dass das Gespräch aufgezeichnet wird.” – Auch die CSR-Abteilung der Deutschen Bank, aufgescheucht von der Passage, die nicht so recht ins Bild sozialer Verantwortung passen will, bot Gespräche an. Jetzt droht die Bank, sich an der Freiheit der Kunst zu schaffen zu machen.

Die Bank war zuletzt wegen des Foodwatch-Berichts “Die Hungermacher” stark in die Kritik geraten. 2010 sollen laut Weltbank aufgrund gestiegener Nahrungsmittelpreise über 40 Millionen Menschen in die absolute Armut getrieben worden sein. Josef Ackermann erklärte einen Tag nach der Veröffentlichung des Berichts, die Sachlage zu prüfen. In einem persönlichen Brief an Foodwatch meinte Ackermann: „Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.“ – Laut Pressestelle der Bank war auch Ackermanns Brief nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Auch damals zeigte sich die Bank ungehalten über eine vermeintlich nicht intendierte Veröffentlichung. Nina van Bergen vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS): „Die Kritik ist seit Jahren bekannt. Aber erst jetzt, als das Interesse der Öffentlichkeit an den Spekulationsgeschäften, die gegen alle ethischen und moralischen Grundsätze verstoßen, enorm zunimmt, verfällt die Bank in hektische Aktivität. Als bräuchte sie einen Bericht, um Kritik überhaupt wahrzunehmen?“

Ein Mitarbeiter der CSR-Abteilung der Deutschen Bank unterbreitete dem ZPS das Angebot, nach Prüfung der Kritik an den Spekulationsgeschäften Ende Januar „zu reden“. Dazu erklärt Philipp Ruch, künstlerischer Leiter des Zentrums für Politische Schönheit: „Das scheint die übliche Masche zu sein. Es gibt nichts zu reden. Die Bank muss sofort handeln. Was haben hunderte Mitarbeiter beim Spekulationsgeschäft mit Weizen, Mais und Zucker verloren? Es geht um Millionen Menschen. Man hätte von Anfang an viel vorsichtiger sein müssen.“


Der Film ist hier zu sehen (die entsprechende Stelle ab 6:20):
++rQ7cXnsCh0E++

Eine Kurzfassung (ohne Pressesprecher): 
++X-7miE3vKbM++



---------------------------------------
++wtgRO1RrxKg++...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/812.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutsche Rüstungsexportpolitik ist ein friedenspolitischer Offenbarungseid]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/718</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-718</guid><description><![CDATA[NaturFreunde fordern Festschreibung eines Verbots von Rüstungsexporten im Grundgesetz

Anlässlich der Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts 2010 durch die Bundesregierung erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Der von der Bundesregierung gebilligte Rüstungsexportbericht ist ein Dokument des Scheiterns einer Außen- und Wirtschaftspolitik, die eigentlich auf Abrüstung und Entmilitarisierung ausgerichtet sein will. Tatsächlich setzt die Bundesregierung auf die massive Steigerung der Rüstungsexporte.

Mit den skandalösen U-Boot-Lieferungen an Griechenland (und Portugal) zeigt sie zudem, dass alle Forderungen nach einer finanzpolitischen Sicherung des griechischen Haushaltes spätestens dann aufgegeben werden, wenn die Interessen der deutschen Rüstungsfirmen betroffen sind.

Es ist ein Skandal, dass die deutschen Rüstungsexporte zwischen 2009 und 2010 um etwa 60 Prozent (von 1,3 Milliarden Euro auf 2,1 Milliarden Euro) geradezu explodiert sind. Die Bundesregierung leistet sich damit einen friedenspolitischen Offenbarungseid.

Auch hat die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Entwicklungsländer deutlich zugenommen. Die Bundesregierung betreibt ganz bewusst eine Exportförderungspolitik für Kriegswaffen und nimmt dabei immer weniger Rücksicht darauf, ob diese Kriegswaffen dann in Krisengebiete geliefert werden. So wurden im Jahr 2010 Rüstungsgüter in Entwicklungsländer im Wert von 108 Millionen Euro exportiert. Davon entfielen allein 65 Millionen Euro auf Pakistan und 27,6 Millionen Euro auf den Irak.


16.145 Ausfuhranträge für militärische Güter im Wert von 4,7 Milliarden Euro
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 16.145 Einzelanträge für die endgültige Ausfuhr von Rüstungsgütern genehmigt. Diese Ausfuhrgenehmigungen betrafen militärische Güter im Wert von 4,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 wurden auch Ausfuhren von Rüstungsgütern in Entwicklungsländer im Wert von ca. 365,3 Millionen Euro genehmigt.

Bedeutendste Empfängerländer unter den Entwicklungsländern waren im Jahr 2010 Indien (96,8 Millionen Euro), Pakistan (96,6 Millionen Euro) sowie der Irak (54,2 Millionen Euro). Gerade die Belieferung von Indien und Pakistan, immerhin zwei Länder, die sich seit Jahrzehnten gegenseitig hochrüsten, zeigt die moralische Prinzipienlosigkeit der deutschen Rüstungsexportpolitik.


Die Liste der Lieferung von Rüstungsgütern in Krisenregionen ist lang
Nordkorea und Südkorea rüsten seit Generationen wechselseitig auf. Mit der Lieferung von Teilen für Kampfflugzeuge, Hubschraubern, Flugkörpern und Teilen für U-Boot-Simulatoren an die Republik Korea leistet die Bundesregierung ihren Beitrag zu dieser Hochrüstung.

Massiv sind die Machthaber der Vereinigten Arabischen Emirate gegen die Demokratiebewegung vorgegangen. Gleichzeitig wurde dieses undemokratische Land mit Teilen für Flugsimulatoren, Zieldarstellungsgeräten und Tiefladesattelaufliegern für Artillerie-Raketensysteme, gepanzerten Fahrzeugen und militärischen Landfahrzeugen beliefert.

Die Türkei führt seit Jahrzehnten einen blutigen Kampf gegen die PKK. Regelmäßig verletzt sie dabei die Grenze zu ihren Nachbarländern und dringt zur „Terrorbekämpfung“ mit militärischen Großgeräten in ihre Nachbarstaaten ein. Mit der Rüstungsexportpolitik Deutschlands, die Panzer, Brückenlegepanzer, gepanzerte Fahrzeuge, Abfeuereinrichtungen und Teile für Flugkörper und Flugkörperabwehrsysteme in die Türkei liefert, wird diese Politik auch noch sanktioniert.

Saudi-Arabien ist eine Diktatur, die ihre Opposition massiv unterdrückt. Die Bundesregierung genehmigte jedoch die Lieferung von elektronischen Ausrüstungen für die militärische Kommunikation und Navigation, Flugkörper und Teile für Schnellboote und Patrouillenboote nach Saudi-Arabien.

Auch im „heißen Frieden“ zwischen Pakistan und Indien war die Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung für beide Länder hilfreich. Während Indien mit Feuerleiteinrichtungen, Bordwaffen-Steuersystemen, Teilen für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, Teilen für U-Boote, Zerstörer und Landungsschiffen beliefert wurde, setzten sich die Rüstungsexporte nach Pakistan aus Flugkörpern, Minenräumsystemen und Torpedos zusammen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf,
> die eingeschlagene Rüstungsexportpolitik sofort zu stoppen. Deutschland darf sich nicht weiter zur Waffenschmiede der Welt entwickeln;
> Rüstungsexporte in Krisenregionen sofort zu beenden;
> ein Programm zur Rüstungskonversion aufzulegen und die Rüstungsfirmen zu zivilen Produktionsstätten umzubauen;
> dafür einen Runden Tisch zum Umbau der Rüstungsfirmen einzuberufen, an dem Unternehmen, Gewerkschaften, Umwelt- und Friedensorganisationen beteiligt werden;
> sich für die Festschreibung eines Verbots von Rüstungsexporten im Grundgesetz einzusetzen.


NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

Quelle: 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/769.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Sitz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn seit heute 11 Uhr von AntimilitaristInnen besetzt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/717</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-717</guid><description><![CDATA[„Wir möchten mit dieser Besetzung unmittelbar vor der Kriegskonferenz am 5. Dezember ein Zeichen gegen jede Form zivil-militärischer Zusammenarbeit  setzen. Die Indienstnahme der Entwicklungshilfe als aktive Kriegshilfe  muss sofort beendet werden“, so Lutz Wehring von der Initiative NO-CIMIC.

Im letzten Jahr hat das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unter der Leitung von Einzelkämpfer Dirk Niebel erstmalig die Vergabe von Entwicklungshilfegeldern in Afghanistan an zwei folgenschwere Bedingungen geknüpft: Nach dem Vorbild einer umfassenden „vernetzten Sicherheit“ ist erstens die Wahl der Projektstandorte mit der Bundeswehr abzustimmen und zweitens ist die konkrete Hilfeleistung in Kooperation mit dem Militär durchzuführen. Gegen diese politisch abzulehnende und praktisch gefährliche Vereinnahmung haben sich bereits einige Organisationen verwehrt.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die seit Anfang des Jahres aus der Fusion der ehemaligen GTZ, dem DED und InWent hervorgegangen ist, ist die zentrale Planungsstelle des BMZ für diese erzwungene zivil-militärischen Zusammenarbeit. Über die finanzielle Förderung und die inhaltliche Konzeption von Entwicklungshilfeprogrammen stellt sie die Schnittstelle des Ministeriums zu den Hilfsorganisationen auch in den Kriegsgebieten dar. Im Juni diesen Jahres haben die GIZ und die Bundeswehr eine Vereinbarung zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit unterzeichnet. EntwicklungshelferInnen sollen Unterstützung der Bundeswehr in Anspruch nehmen, während die Bundeswehr Zugriff auf Erkenntnisse der Entwicklungshilfe erhält.

Wir fordern mit unserer Besetzung der GIZ alle Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf, die Einladung der Bundesregierung zur gemeinsamen Konferenz auszuschlagen und jegliche Kooperation mit der Bundeswehr zu verweigern.

Die NGO müssen sich die Frage stellen, ob sie den Aufbau eines repressiven Staatsapparates, wie derzeit in Afghanistan praktiziert, generell legitimieren und fördern wollen. Das gälte selbst für eine funktionierende Koordination zwischen zivilen Kräften und dem Militär im Falle einer strikten Arbeitsteilung.

        * Der Etablierung eines zivil gefärbten, permanenten Kriegszustandes eine klare Absage erteilen!
        * Gegen die Militarisierung der Gesellschaft sowohl in Deutschland als auch in den Kriegsgebieten der Bundeswehr! 

War starts here - let&#39;s stop it here!

Wir laden die Presse und alle Interessierten jetzt zum Gespräch ins Gebäude der GIZ, Tulpenfeld 7 in 53133 Bonn ein. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Neugestaltung der Fassade und dem umdekorierten Bürotrakt der GIZ.
Pressekontakt:

antimilitaristische Initiative NO-CIMIC
c/o Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Tulpenfeld 7
53113 Bonn

Tel.: 01573/ 496 37 15 (Lutz Wehring / Verena Sommer)

Erste Bilder:
 


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Krieg beginnt hier - Bonn akustisch markieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/712</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-712</guid><description><![CDATA[Open Your Windows - Play loud!

 

Den Jingle Herunterladen, auf ein Abspielmedium packen, Boxen in die Fenster stellen, Lautstärke hochdrehen und auf "Play drücken" - Viel Spaß!

Nach 10 Jahren Krieg - Tod, Gewalt, Vertreibung und Zerstörung - in Afghanistan, treffen sich an diesem Wochenende zahlreiche Kriegsverantwortliche an verschiedenen Orten in Bonn, um über die Zukunft des vom NATO-Krieg gezeichneten Landes zu beraten. Der hier stattfindenden Propaganda von Frieden, Demokratie und Stabilität im Rahmen der Kriegskonferenz werden wir unsere radikale Kritik am kriegerischen Normalzustand entgegensetzen und jede ideologische Legitimierung von militärischer Gewalt zurückweisen - im Rahmen der Kampagne "Krieg beginnt hier" wollen wir Bonn deshalb akustisch als Kriegsschauplatz markieren.

Dazu möchten wir vor allem alle Bonnerinnen und Bonner unter Euch bitten, den Jingle zu "Krieg beginnt hier" herunterzuladen und vor allem

am Sonntag (4. Dezember) zwischen 18 und 19 Uhr,

also kurz bevor sich die Konferenz-TeilnehmerInnen auf dem Petersberg zum Dinner treffen, laut und vernehmbar aus Euren Fenstern heraus abzuspielen. Mit dieser akustischen Markierung wollen wir gemeinsam deutlich zu machen: Krieg beginnt hier. Und hier lässt sich Krieg markieren,blockieren und sabotieren.

Nicht nur während des oben genannten Zeitfensters, sondern auch während des gesamten Wochenendes und für die Dauer der Afghanistan-Konferenz kann der Jingle immer wieder laut in der Öffentlichkeit, aus unseren Wohnungen und Häusern heraus abgespielt werden.

Bundeswehr wegtreten (Bonn)
>>>>  Bitte leitet diesen Aufruf an so viele (Bonner) Menschen, Organisationen und Institutionen wie möglich weiter, um die gemeinsame akustische Markierung so wirkungsvoll wie möglich zu machen.


Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/805.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[HERZKASPER – Not In My Name]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/714</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-714</guid><description><![CDATA[Text und Musik: HERZKASPER – Harald Hahn/David Fuhr 2011  

1. Wenn sie in die Schulen kommen und werben für das Kriegshandwerk
Dann bin ich wirklich voreingenommen, denkt Ihr dass ich die Strategie nicht merk?
Waffenträger sollen als normal gelten? Na klar, ein Mensch wie Du und ich
Doch im Ernstfall werden sie töten – ich will das nicht.
Ref: Not in my name, not in my name, not in my name
It’s not my game, it’s not my game, it’s not my game
Not in my name, not in my name, not in my name
It’s not my game, it’s not my game – it’s a shame

2. Wenn Sie von Menschenrechten reden und die Angst vor Terror schür’n
Wenn Werbeagenturen kommen und die Kommunikation ausführ’n
Sie erfinden Wörter am Reißbrett: „Humanitäre Intervention“
Ihr Krieg braucht solche Decknamen für die Legitimation
Ref: Not in my name...

3. Wenn Militärseelsorger kommen und sprechen vom gerechten Krieg
Segnen sie etwa wieder die Waffen? Sprechen Gebete für den Sieg?
Willst Du beichten dass Du geschossen hast, oder die Nacht im itTruppenbordell?
Lass Dir die letzte Ölung geben, die braucht man manchmal hier unten schnell
Ref: Not in my name...

4. Wenn dann die Popstars eingeflogen werden und spiel‘n zur Förderung der Moral
Kerner live aus Afghanistan! Das ist inzwischen voll normal
Ein bisschen Maffay zur Zerstreuung, ein Dankeschön vom Vaterland
Und durch den Panzer im Einsatz hallt jedes Mal lauter Heavy-Metal-Klang
Ref: Not in my name...

5. Wenn dann die Särge nach Hause kommen und Trauerfahnen weh’n
Politiker mit ernsten Mienen wieder vor Rednerpulten steh’n
Dann diese üblichen Floskeln von Freiheit und dem Exportschlager Demokratie
Und sie reden von Ehre und Staatsbürgerpflicht und nie von Macht, Ruhm und Ökonomie
Ref: Not in my name...



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/674.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Gefährliches Geschwätz über Militärschlag gegen den Iran]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/715</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-715</guid><description><![CDATA[„Es muss endlich Schluss sein mit dem gefährlichen Geschwätz über einen Militärschlag gegen den Iran. Wer einen Krieg gegen den Iran als Option für möglich hält, rückt einen neuen, großdimensionierten Nahostkrieg in den Bereich der Möglichkeit. Das ist ein verantwortungsloses Spiel mit dem Feuer. DIE LINKE lehnt einen Krieg gegen den Iran kategorisch ab. Kriegsdrohungen und eine Ausweitung der Sanktionen schaden letztendlich der Zivilbevölkerung“, so Wolfgang Gehrcke, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu den Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der CDU, Philipp Mißfelder, der die militärische Option gegenüber dem Iran ausdrücklich offen halten will.

Gehrcke weiter: „Die Ausweisung von Diplomaten, das Einfrieren diplomatischer Beziehungen und der Abbruch derselben tragen ebenfalls nicht zur Entspannung der Lage bei, sondern sind Ausdruck einer weiteren Zuspitzung. Dass der Außenminister den deutschen Botschafter im Iran zur Berichterstattung zurück beordert hat und der iranische Botschafter in Deutschland in das Auswärtige Amt einbestellt wurde, ist verständlich, darf aber nicht zum Abbruch diplomatischer Beziehungen führen.
Der Schutz diplomatischer Vertretungen gehört zu den Mindeststandards der Demokratie, den alle Staaten zu garantieren haben und der auch gegenüber dem Iran eingefordert werden muss.“

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/762.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Friedensperspektiven zur Bonner Afghanistankonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/708</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-708</guid><description><![CDATA[Das Protestbündnis aus Organisationen der Friedens- und Antikriegsbewegung kritisiert scharf die jüngsten politischen und militärischen Entwicklungen im Afghanistankrieg, in den die Bundesrepublik jetzt seit mehr als 10 Jahren verstrickt ist. Die unter großem Aufwand inszenierte Bonner Afghanistankonferenz Anfang Dezember sei schon jetzt gescheitert.

Die richtige Einsicht, dass eine militärische Lösungen nicht möglich und deshalb Verhandlungen mit den Taliban unumgänglich sind – gerade von Außenminister Westerwelle und Verteidigungsminister de Maizière bekräftigt [Bild am Sonntag] – werde durch das Festhalten an einer langfristigen Präsenz der NATO-Truppen im Land konterkariert. Verteidigungsminister de Maizière habe in bemerkenswerter Ehrlichkeit eine Woche vor der Bonner Afghanistankonferenz entgegen den sonst gern geschürten Hoffnungen auch betont, dass nach dem für 2014 angekündigten Abzugstermin der NATO-Kampftruppen die Bundeswehr weiter in Afghanistan aktiv sein wird. „Die Soldaten werden lediglich als &#39;Ausbilder&#39; umetikettiert, der Krieg geht weiter“, erklärt Reiner Braun, Geschäftsführer der Juristenvereinigung IALANA. Der „Abzug“ bis 2014, der nur sehr vage angekündigt wird sowie konditioniert sei und auch kein vollständiger Truppenabzug sein soll, bedeute drei weitere Jahre Krieg. Das sei nicht akzeptabel.

Die von Präsident Karzai mit Gefolgsleuten besetzte „Loya Jirga“ habe außerdem gerade ein Abkommen zum Verbleib umfangreicher US-amerikanischer Einheiten bis 2024 gebilligt. Das diene einseitig den wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der USA und sei ein massives Hindernis für die notwendige Einigung mit den Taliban über ein Ende der Kämpfe.

Völlig kontraproduktiv würden auch die Menschenjagd auf führende Köpfe der Aufständischen mit Drohnen und gezielte Tötungen durch Spezialeinheiten eskaliert und jetzt sogar Grenzeinheiten der pakistanischen Armee von NATO-Hubschraubern getötet.

„Ein Friedensprozess sieht anders aus“, so der Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative Manfred Stenner. „Die Bonner Konferenz am 5. Dezember wird so eine eintägige Farce, die der kriegsmüden westlichen Öffentlichkeit Perspektiven für ein Ende des Krieges in Afghanistan lediglich vortäuscht“.

Die Friedensgruppen fordern bei dreitägigen Protestaktionen zur Afghanistankonferenz in Bonn einen sofortigen Waffenstillstand, Verhandlungen mit den Aufständischen, den Abzug der Truppen und die Verwendung der Gelder für Wiederaufbau und die Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen.

Für eine Friedensentwicklung gebe die Regierungs-Veranstaltung 10 Jahre nach der ersten „Petersberg-Konferenz“ keinerlei ernste Perspektiven. Die Zusammenfassung der Protestgruppen lautet schon jetzt: „Sie reden vom Frieden. Sie führen Krieg.“

Für das Protestbündnis gegen „Petersberg II“
Reiner Braun (IALANA)
Manfred Stenner (Netzwerk Friedenskooperative)

P.S.: Alle Informationen zu den Protestaktionen, Hintergründe und Veranstaltungstermine sowie Kontakte zum Presseteam finden sich unter: 
u.a.:




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petersberg II: 10 Jahre Afghanistankrieg – eine humanitäre Katastrophe]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/709</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-709</guid><description><![CDATA[Sofortiger Waffenstillstand und offene Friedensverhandlungen

Die humanitäre Situation in Afghanistan hat sich nach zehn Jahren "Krieg gegen den Terror" kaum verbessert. Das beklagt die ärztliche Friedensorganisation IPPNW. "Um Schlimmeres zu verhüten, bedarf es eines sofortigen Waffenstillstand, notfalls einseitig verkündigt. Dann müssen Verhandlungen folgen, die den vollständigen Truppenabzug und eine langfristig und großzügig dimensionierte Unterstützung des Wiederaufbaus des Landes zum Ziel haben", fordert der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim. Dieser sicher langwierige und mühsame Friedensprozess muss die bisherige Kriegsstrategie mit Drohneneinsatz, völkerrechtswidrigen gezielten Tötungen und unschuldigen zivilen Opfern endlich ersetzen. Deswegen lehnt die IPPNW auch die weitere Stationierung von ausländischen Truppen in Afghanistan und der Region ab.

Krieg ist immer eine humanitäre Katastrophe. Sichtbar wird diese Katastrophe an den Daten zur Mutter-Kind-Gesundheit. Die Müttersterblichkeit ist in Afghanistan zwischen 1980 und 2008 nur unwesentlich gesunken. Während 1980 geschätzte 1.700 afghanische Mütter bei der Geburt starben, sind es 2008 immer noch 1.400 Mütter. Afghanistan hat demnach die höchste Müttersterblichkeitsrate der Welt und ist eines von vier Ländern in denen die Rate über 1.000 liegt (Tschad (1.200), Somalia (1.200) und Guinea-Bissau (1.000)). Zum Vergleich die Müttersterblichkeit in den umgebenden Staaten der Region 2008: Iran (30), Pakistan (260), Indien (230).

Auch bei der Kindersterblichkeit konnten keine anhaltenden Fortschritte verzeichnet werden. 1990 starben 250 Kinder während der ersten fünf Lebensjahre, während es 2009 immer noch 199 Kinder waren. Afghanistan ist 2009 damit eines von 11 Ländern weltweit, in denen mehr als 20% der Neugeborenen nicht älter als fünf werden. Hauptursache für diese erschreckenden Tatsachen ist die zunehmende Unter- und Mangelernährung der ganzen Bevölkerung Afghanistans. Die FAO (Food and Agricultural Organisation of the United Nations) spricht in absoluten Zahlen von 422.000 Kinder die unter akuter Mangelernährung leiden und von 2.910.000 Kindern,
die chronisch mangelernährt sind.

Trotz dieser katastrophalen Gesundheits-Indikatoren, läuft die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung nur schleppend an. Eine Studie der International Crisis Group gibt an, von insgesamt zugesagten 90 Mrd. Dollar an Hilfsgeldern seien bis 2010 lediglich 57 Mrd. ausgeschüttet worden. "Geradezu skandalös ist dabei aber, dass von diesem Betrag 29 Mrd. Dollar in den Aufbau der afghanischen Armee und Polizei flossen - eine dreistere Zweckentfremdung von Entwicklungshilfe ist schwer vorstellbar", erklärt die
langjährige IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.

Ein weiteres düsteres Kapitel sind die ansteigenden Opferzahlen aufgrund der Kampfhandlungen in Afghanistan. Laut dem Internal Displacement Monitoring Center (IDMC) mussten zwischen 2006 und 2010 etwa 730.000 Menschen hauptsächlich als Folge von Kampfeinsatzen der westlichen Truppen fliehen. Fielen den Auseinandersetzungen im Jahr 2006 noch 929 Zivilisten zum Opfer, so steigen diese Zahlen jährlich (2007: 1.523; 2008: 2.118; 2009: 2.412; 2010: 2.777) und werden Schätzungen zufolge 2011 mit etwa 3.200 Opfern einen traurigen Höchststand erreichen.

Die IPPNW unterstützt die Protestaktionen gegen den Petersberg II Gipfel in Bonn am kommenden Wochenende (3.-5. Dezember 2011). Dr. Angelika Claußen wird bei der Auftaktkundgebung der Demonstration am 3.12. auf dem Bonner Kaiserplatz reden. Das ausführliche Statement von Dr. Claußen finden Sie unter

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Petition gegen Streumunition lanciert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/710</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-710</guid><description><![CDATA[ 
Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates will nicht auf die Ratifizierung der UN- Konvention gegen Streumunition eintreten. Diese Konvention verbietet den Einsatz, die Lagerung sowie den Handel mit Streumunition.

Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die über einem Gebiet eine grosse Anzahl von Sprengsätzen verteilt. Schon beim Einschlag fordert diese Waffe aufgrund der grossen Flächenverteilung deshalb extrem viele zivile Opfer. Dazu kommt dass 30% der Geschosse nicht explodieren und als Blindgänger liegen bleiben. Noch Jahre nach dem Konflikt werden so Zivilisten getötet und schwer verletzt. Eine Untersuchung von Handicap hat gezeigt, dass 98% aller Opfer von Streumunition Zivilisten sind.

Mit der Nichtratifizierung der Konvention begibt sich die Schweiz in eine Liga mit Schurkenstaaten wie Burma, Nordkorea oder Syrien. 66 Staaten haben die Konvention bisher ratifiziert. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zum weltweiten Verschwinden dieser menschenverachtenden Waffe. Die Schweiz muss dieses Bestreben unterstützen und ihren Beitrag zur weltweiten Abrüstung leisten.

Am 21. Dezember wird die Ratifizierung der Konvention im Nationalrat behandelt. Um den Druck auf das Parlament zu erhöhen, den gravierenden Fehlentscheid der Kommission zu korrigieren, hat die GSoA nun eine Petition lanciert.

Unterschreib unter: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/801.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Comeback der Streubombe vom Tisch – USA scheitern mit Versuch der völkerrechtlichen Legalisierung von Streumunition]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/706</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-706</guid><description><![CDATA[Nach 14 Tagen intensivster Verhandlungen sind heute in Genf die USA, Indien, China und andere Streubombenbefürworter mit dem Versuch gescheitert, ihre Waffenarsenale zu legitimieren und ein „Zwei-Klassen-Völkerrecht“ zu installieren.

„Die Verhinderung der Legalisierung von Streumunition ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung des internationalen Völkerrechts und auch ein Verdienst der Zivilgesellschaft,“ betont Thomas Küchenmeister von FACING FINANCE und weist darauf hin, dass damit die „Oslo-Konvention“ und ihr vollständiges Verbot von Streumunition als verbindlicher Völkerrechtsstandard gestärkt wurde. Küchenmeister erwartet jetzt einen noch höheren Rechtfertigungsdruck bei den Streumunitions-befürwortern sowie weitere Stigmatisierungseffekte und zusätzliche nationale Verbotsgesetzte in Bezug auf das Investment in bzw. die Finanzierung von völkerrechtswidrigen Waffen.

Die deutsche Regierung hatte bis zuletzt, unterstützt u.a. von der Schweiz, Schweden, Italien und Holland, den Protokollentwurf  - und damit eine Legalisierung von Streumunition - grundsätzlich akzeptiert, aber auch Verbesserungen angeregt. „Deutschland muss sich jetzt wieder auf die Opferhilfe, die Räumung von Blindgängern und die Universalisierung eines vollständigen Verbotes von Streumunition konzentrieren, so wie von der Oslo-Konvention vorgegeben“, betont Klaus Seitz, Leiter der Abteilung Politik und Kampagnen von „Brot für die Welt“. Hierzu zählt Seitz auch ein umfassendes deutsches Investmentverbot in die Herstellung von Streumunition.

Eine Gruppe von über 40 Staaten, darunter Norwegen, Österreich, die Schweiz und Südafrika lehnten das Protokoll mit Hinweis auf fehlenden humanitäre Mehrwert und eine damit verbundene Legalisierung von Streumunition ab. Unterstützt wurde die Gruppe vom IKRK und der Internationalen Kampagne gegen Streumunition (Cluster Munition Coalition) und vielen anderen Nichtregierungsorganisationen.

In offenen Briefen hatten die Vertreter von 13 Nichtregierungsorganisationen im Vorfeld der Verhandlungen an die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP appelliert, alles dafür zu tun, dass die erst vor gut einem Jahr in Kraft getretene Ächtung von Streumunition nicht wieder aufgeweicht wird. Am 10. November lehnten die Regierungsfraktionen im Bundestag zwei Anträge der Opposition zum Verbot von Streumunition abgelehnt. SPD und Grüne hatten in einem gemeinsamen Antrag (17/7637) gefordert, dass die Bundesregierung ein Veto gegen den aktuellen Protokollentwurf des UN-Waffenübereinkommens zu Streumunition einlegt.

Zu den Unterzeichnern der Briefe an CDU/CSU und FDP gehören: „Brot für die Welt“, Caritas international, der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, FACING FINANCE (Cluster Munition Coalition in Deutschland), Handicap International Deutschland e.V., Human Rights Watch Deutschland e.V., Oxfam Deutschland e.V. , pax christi – Sekretariat der deutschen Sektion, solidaritätsdienst international e.V., terre des hommes Deutschland e.V., UNICEF Deutschland und urgewald e.V.

Kontakte:
Thomas Küchenmeister, Koordinator FACING FINANCE&#8232;(Cluster Munition Coalition in Deutschland)
Rainer Lang, Pressereferent „Brot für die Welt“: 

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/84.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Atommülltransport ins Wendland rollt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/704</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-704</guid><description><![CDATA[

Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!
Für eine dezentrale und demokratisch verwaltete Energieversorgung!

Wir sind überzeugt: Es ist und bleibt richtig und notwendig, die Castorschiene im Wendland unbefahrbar zu machen, es ist richtig und notwendig, den Castor zu schottern. Nach Fukushima und der sogenannten Energiewende der Bundesregierung dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.


Atommüll, Castortransporte, Gorleben… noch lange nicht erledigt!

Mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurde – wieder einmal – deutlich, dass das „Restrisiko“ der Atomenergie nicht beherrschbar ist. Und der Ausstieg aus der Laufzeitverlängerung hat keineswegs eine Neuausrichtung der Energiepolitik gebracht: „Moderne“ Atommeiler sollen noch bis ins nächste Jahrzehnt hinein am Netz bleiben, jährlich hunderte Tonnen hochgiftigen Atommülls produzieren und das Risiko eines GAUs der Atomanlagen täglich reproduzieren. Und obwohl bald „ergebnisoffen“ nach einem Standort für ein atomares „Endlager“ gesucht werden soll, ist klar: Es kann kein sicheres „Endlager“ oder „Zwischenlager“ geben! Die Sanierungsfälle Asse und Morsleben machen dies überdeutlich. In diesem Sinne: Nicht trotz, sondern gerade wegen des „Atomausstiegs“ light der Bundesregierung gibt es ausreichend Gründe, im November den Castor zu stoppen.


Für eine Gesellschaft, in der Atomanlagen nicht möglich sind!

Denn an der Notwendigkeit, selbst für den Atomausstieg und für dezentrale, basisdemokratisch verwaltete Energieversorgungssysteme aktiv werden zu müssen, ändert der „Ausstieg“ der Bundesregierung nichts: Die Urananreicherungsanlage in Gronau bleibt genauso unbehelligt, wie die Regierung an ihren Bürgschaften für den Export deutscher Atomtechnologie nach Brasilien festhält. Auch der zerstörerische Uranabbau soll vor allem im globalen Süden weitergehen. Das alles zeigt: Die Sicherung der Macht und der Profite der Energiekonzerne gibt die Leitlinie der gegenwärtigen Energiepolitik vor. Eine kapitalistisch organisierte Energiewirtschaft funktioniert aufgrund der Tatsache, dass Profite privatisiert, die Risiken und Kosten aber auf Gesellschaft und Umwelt abgeladen werden.
In der gleichen Logik werden neue Kohlekraftwerke genehmigt, die den Klimawandel anheizen und die Gewinninteressen der Energiekonzerne über zentralistische Formen der Energieerzeugung langfristig absichern sollen. So ist es auch eine Allianz aus Regierenden und Konzernchefs, die mit der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage; unterirdische Verpressung des abgeschiedenen CO2) neue „Endlager“ schaffen will – diesmal für Kohlendioxid -, um Kohlekraft „klimafreundlich“ zu machen, mit einem grünen Mäntelchen zu versehen.


Energiekonzerne vergesellschaften!

Damit wird der Widerstand gegen die Castor-Transporte ins Wendland auch zum Widerstand gegen die Macht der Energiekonzerne, ihre Braunkohletagebaue und neuen Kohlekraftwerke,gegen ihre neo-imperialistischen Solarstromprojekte in Nordafrika. Dabei hat der Castor-Widerstand im Wendland eine besondere Tradition als Ort für neue Aktionsformen. So haben tausende Aktivist_innen mit „Castor? Schottern!“ im vergangenen Jahr eine altbekannte Praxis der Anti-Atom-Bewegung öffentlich legitimiert. Auch in diesem Jahr bleibt es legitim, den Schotter aus der Gleisbett zu räumen, um die Schiene unbefahrbar zu machen. Es bleibt weiterhin notwendig, das Gegengewicht zu einer Politik zu schaffen, die die atomaren-fossilistischen Interessen der Energiekonzerne vertritt.

Ja! Wir stören weiter…
Atomausstieg und Klimagerechtigkeit bleiben Handarbeit!
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/800.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Die neue Konzeption der Reserve – die strategische Militarisierung der Gesellschaft]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/702</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-702</guid><description><![CDATA[IMI-Standpunkt 2011/055 


Bei der Bundeswehrreform handelt es sich um eine quantitative Ab- und qualitative Aufrüstung der deutschen Streitkräfte. Ohne Grundwehrdienstleistende und mit weniger Gesamtumfang sollen zukünftig mehr Soldaten für den Auslandseinsatz bereitstehen sowie grundsätzlich immer umfangreichere Aufgaben des internationalen Krisenmanagements durch deutsche Kräfte bewältigt werden. Es war somit von Anfang an zu erwarten, dass die Bundeswehr im Zuge ihrer Reform zu einer „Armee im Einsatz“ zahlreiche Aufgaben und Tätigkeitsbereiche an Privatunternehmen, zivilgesellschaftliche Netzwerke und insbesondere die Reservisten und ihre Verbände auslagern wird. Der mittlerweile vorgelegte „grundsätzlich gebilligte Entwurf“ einer neuen „Konzeption der Reserve“ bestätigt dies (1). Angesichts der verstärkten Ausrichtung der Bundeswehr auf Auslandseinsätze bei gleichzeitigem Personalabbau soll die Reserve „die personellen Fähigkeiten des BMVg und aller Organisationsbereiche der Bundeswehr“ ergänzen und verstärken, wie es wiederholt heißt. Somit sei es „die Neuausrichtung der Bundeswehr“ selbst, welche „die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche für Reservisten ... erweitert“. Deshalb soll die neue Konzeption der Reserve „die notwendigen Rahmenbedingungen“ schaffen, um „die Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr zu sichern, die Durchhaltefähigkeit zu erhöhen, alle Organisationsbereiche (OrgBer) zu entlasten und in der Durchführung ihres Auftrages zu unterstützen“.

Hierfür werden die Struktur der Reservisten von Grund auf umgebaut und neue Möglichkeiten der Einberufung der Reservisten geschaffen. Dies soll den Zugriff des Verteigungsministeriums auf die Reservisten auch in Friedenszeiten deutlich intensivieren und etwa ein „fortdauerndes Begleiten und Betreuen der Angehörigen der Reserve während ihrer zivilberuflichen Entwicklung hinsichtlich der militärischen Nutzbarkeit“ ermöglichen. Notwendig ist hierzu u.a. eine verstärkte Einbeziehung „der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes“ um „einen optimalen Verwendungsaufbau der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters sowohl für eine militärische als auch für eine zivile Karriere zu erreichen.“

Der „Aufgaben- und Verantwortungsbereiche für Reservisten“ wird insbesondere in drei Bereichen „erweitert“: Neben dem verstärkten Einsatz von Reservisten auch bei Auslandseinsätzen soll insbesondere deren „Mittlerfunktion“ gegenüber der Zivilgesellschaft und ihre Rolle beim so genannten Heimatschutz gestärkt werden.


Im gesamten Aufgabenspektrum … und bei der Nachbereitung

Weiterhin gilt, dass Reservisten sowohl im Falle von „Beistandsverpflichtungen“ gegenüber der NATO, als auch im „zurzeit unwahrscheinlichen“ Fall eines „Existenz bedrohenden Angriff[s] auf das Bündnis als Ganzes“ den „Nukleus“ für einen „angemessenen Aufwuchs“ bilden sollen, also zur Waffe gerufen werden können. Freiwillig können sie hingegen jederzeit „im internationalen Aufgabenspektrum der Bundeswehr von Beobachtermissionen und internationaler Konfliktverhütung über Krisenbewältigung einschließlich des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus bis hin zu Frieden erzwingenden Kampfeinsätzen eingesetzt werden.“ Besonders eigneten sich Reservisten jedoch „als Spezialisten für Zivil-Militärische Zusammenarbeit/Ausland“ und könnten auch „als eigenständige Operation“ einen „Beitrag zum Wiederaufbau“ nach Interventionen leisten. Zukünftig sollten die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um Reservisten auch bei der militärischen Ausbildungshilfe einzusetzen. Das Papier verschweigt jedoch zumindest einen Grund, warum sich Reservisten für diese Einsätze besonders gut eignen: Gerade der Graubereich zwischen zivilen und militärischen Einsatzkräften, wie ihn u.a. Reservisten abbilden, ist bei aktuellen Interventionen von großer Bedeutung. So untersagte etwa die UN-Resolution 1973 die Stationierung von Bodentruppen in Libyen, zugleich entsandte jedoch die EU bereits während des NATO-Bombardements „humanitäre Teams“, „Sicherheits-“ und „Kommunikationsexperten“, deren Tätigkeit auch in geheimdienstliche Bereiche reichte. Werden solche Einsatzkräfte unbewaffnet und/oder unter zivilem Kommando eingesetzt, setzt dies etwa in Deutschland keine Zustimmung des Parlamentes voraus. Von Vorteil ist es jedoch zweifellos, wenn diese gute Kontakte zum und Kenntnisse des Militärs haben und ggf. sogar flexibel unter dessen Kommando gestellt werden können.


Die Durchdringung der Gesellschaft

Grundsätzlich nehme die Reserve jedoch v.a. auch in Deutschland selbst eine „Mittlerfunktion für die Bundeswehr in der Gesellschaft“ wahr. Dabei sollen sich „Reservisten als &#39;Staatsbürger mit Uniform&#39;“ wahrnehmen und „im Sinne der Grundsätze der Inneren Führung“ handeln. Dabei sei auch „zum Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger im Frieden“ eine „kurzfristige Verfügbarkeit notwendig“, da „bereits im Frieden“ der „Einsatz von Angehörigen der Reserve in größerem Umfang“ erforderlich sein könnte. Weisungsbefugt ist dabei der Beauftragte für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr (BresAngelBw), der „in einer regelmäßig herauszugebenden &#39;Weisung für die Reservistenarbeit&#39; … die Vorgaben und die Schwerpunkte für die Reservistenarbeit der Bundeswehr sowie den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) und den Beirat Reservistenarbeit“ festlegt und deren Umsetzung überprüft. Hierbei wird er durch das Bundesverteidigungsministerium und das im Streitkräfteamt eingerichtete „Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr“ unterstützt.

„Entscheidende Voraussetzung für die Zielerfüllung der Reservisten“, die im Übrigen „auf einen längeren Zeithorizont ausgelegt“ ist, sei es dabei, „interessierte und geeignete Reservisten sowie qualifizierte Ungediente für die Bundeswehr zu gewinnen bzw. an sie zu binden.“ Von besonderer Bedeutung sind hierfür natürlich „potenzielle zivile Führungskräfte der Zukunft“: „Diesen Personenkreis zu gewinnen, ist erklärtes Ziel. Der VdRBw [Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.] leistet dazu durch zielorientierte Information und Betreuung an Hochschulen einen unterstützenden Beitrag zur Personalgewinnung“. Für „ihre Mittlertätigkeit“ seien die eingesetzten Reservisten deshalb „insbesondere in sicherheitspolitischen Fragen weiterzubilden“. Hierfür sollen neben Reservisten auch „Ungediente“ auf freiwilliger Ebene in „dienstliche Vorhaben der Streitkräfte“ eingebunden werden, um etwa „Führungskräfte aus dem zivilen Bereich als Multiplikatoren für die Bundeswehr zu gewinnen“ oder „Ungediente über die Streitkräfte zu informieren und sie ggf. mit Blick auf ihre zivilberuflichen Qualifikationen für die Streitkräfte zu gewinnen.“

Bemerkenswert an dieser „Mittlerfunktion“ der Reserve aus Sicht des Verteidigungsministeriums ist, dass sie die in der Debatte um die Abschaffung bzw. Aussetzung der Wehrpflicht häufig vorgebrachte Angst vor einem „Staat im Staate“ nicht im geringsten aufgreift. Die Mittlerfunktion ist geplant, hierarchisch und einseitig. Die Reservisten sollen „zielorientiert“ informieren,„gewinnen“ und „an die Bundeswehr binden“. Eine potentielle Funktion für die „demokratische Kontrolle der Bundeswehr“ im Rahmen der „Mittlerfunktion“ ist in keiner Weise vorgesehen, sondern alleine die einseitige Durchdringung der Gesellschaft durch die Reservisten.


„Heimatschutz“

Als „wesentliche Aufgabe … der Reserve“ gilt jedoch v.a. der „Heimatschutz“ bei dem ihre Rolle „gestärkt“ werden soll. Hierunter wird auch der „Schutz der Bevölkerung und der lebenswichtigen Infrastruktur des Landes vor asymmetrischen und insbesondere terroristischen Bedrohungen“ verstanden, also auch der Einsatz im Inneren in Friedenszeiten. Besonders auffällig ist, dass zu den Aufgaben der Bundeswehr laut Konzeption auch die „Amtshilfe in Fällen von Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen, zum Schutz kritischer Infrastruktur und bei innerem Notstand“ gehört. Während es sich bei Naturkatastrophen, Unglücksfällen und innerem Notstand um Ausnahmesituationen handelt, bei denen der Einsatz der Bundeswehr im Innern bereits im Grundgesetz verankert ist, handelt es sich beim „Schutz kritischer Infrastrukturen“ um eine kontinuierliche Aufgabe, die zukünftig offensichtlich auch aufgrund vager Gefahrenprognosen,„wenn nur [die Bundeswehr] über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt oder wenn der Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie kritischer Infrastruktur nur durch Kräfte der Bundeswehr gewährleistet werden kann“ an die Soldaten und Reservisten übergehen soll. Entsprechen seien sie bereits „in die Vorbereitung dieser Zusammenarbeit der Bundeswehr mit zivilen Kräften und Partnern eng einzubinden und an gemeinsamen Übungen zu beteiligen.“

Hierzu sollen neben den seit 2007 bereits geschaffenen Bezirksverbindungskommandos (BVK) und Kreisverbindungskommandos (KVK) u.a. so genannte „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr)“ aus Reservisten gebildet werden. Diese sollen „Sicherungs-“ und „Unterstützungsaufgaben“ im Inneren wahrnehmen können, wobei „jeder wehrrechtlich verfügbare Reservist ... in die RSUKr [und zwar für bis zu drei Monaten jährlich] beordert werden“ - kann. Wie genau die „Territoriale Reserve“ strukturiert sein soll, wird gegenwärtig von der Streitrkäftebasis, der sie zukünftig unterstehen soll, ausgearbeitet.

Anmerkungen
(1) 
sowie: 
Alle Zitate sind diesem Text entnommen.


Christoph Marischka 

(zuerst veröffentlicht bei )...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[18. Kasseler Friedensratschlag am 26./27. November 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/703</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-703</guid><description><![CDATA[Der Bundesauschuss Friedensratschlag lädt am Sa/So, 26./27. November 2011in die Universität Kassel zum FRIEDENSPOLITISCHEN RATSCHLAG 2011ein.

Es soll wieder umfangreich, spannend und vielfältig werden, gespickt mit einer Reihe von Höhepunkten. Darunter der Besuch von Malalai Joya aus Afghanistan. Norman Paech wird sich in einem Sondervortrag völkerrechtlichen Fragen des Nahost-Konflikts widmen, der ehemalige UN-Waffeninspekteur und jetzige Bundestagsabgeordnete Jan van Aken spricht zum Thema "Rüstungsexporte". Endlich wieder dabei ist diesmal auch die Schriftstellerin Daniela Dahn (Trägerin des Ludwig-Börne-Preises) aus Berlin; sie wird u.a. zum Libyen-Krieg Stellung nehmen.

Der "Friedensratschlag" findet in diesem Jahr erstmals nicht im Dezember, sondern schon am 26./27. November statt.  Die Vorverlegung war notwendig geworden, weil die Antikriegs- und Friedensbewegung am ersten Dezemberwochenende  durchführt.

Das ganze Programm des "Friedensratschlages 2011" ist hier als ²http://www.ag-friedensforschung.de/rat/2011/programm-end.pdf<pdf-Datei² herunterzuladen....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Solidarität mit verfolgten Bloggern in Ägypten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/700</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-700</guid><description><![CDATA[Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
Freiheit für Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und alle anderen Gefangenen!

Schicken auch Sie Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil Sanad!




12. November 2011:   Internationaler Aktionstag zur  "Verteidigung der Ägyptischen Revolution - Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit"


Seit dem Sturz des Mubarak-Regimes hat der regierende Militärrat tausende Menschen vor Militärtribunale gestellt und inhaftiert. Mittlerweile sollen mehr als 12 000 Zivilpersonen von Militärtribunalen verurteilt worden sein.

Dagegen hat sich inzwischen die Kampagne "No Military Trials" ("Keine Militärgerichte") gebildet. Sie bittet vor allem die Bewegungen, die sich von den Revolutionen in Nordafrika inspirieren ließen um Solidarität. Zum Beispiel rufen Gruppen aus Ägypten für den 12. November 2011 zu einem internationalen Aktionstag zur "Verteidigung der Ägyptischen Revolution - Für das Ende der Militärgerichtsbarkeit" auf.

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Maikel Nabil Sanad
"Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die Diktatur."

Der Blogger, Militärkritiker und Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad wurde am 10. April 2011 von einem Militärgericht zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er als einer der ersten die Rolle des Militärs kritisiert hatte.

In seinem Blog hatte er ausführlich über fortwährende Menschenrechtsverletzungen und politische Einflussnahmen des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution berichtet. Er widersprach als einer der ersten der weit verbreiteten Annahme, das Militär und das Volk seien "eine Hand." ("The people and the military were never one hand".)

Er wurde wegen Beleidigung der Armee und Verbreitung falscher Informationen verurteilt. Seit dem 23. August befindet er sich im Hungerstreik und protestiert damit gegen seine fortgesetzte Inhaftierung.

Im Oktober wurde Maikel in eine psychiatrische Anstalt verlegt, um für verrückt erklärt zu werden. Doch selbst seitens der Gesundheitsbehörde wurde diese Pathologisierung eines politisch Andersdenkenden abgelehnt. Seit September wurden immer wieder Berufsverhandlungstermine vertagt und erwiesen sich als Farce. Am 11. Oktober hob das Berufungsgericht das Urteil als "null und nichtig" auf, ließ Maikel Nabil Sanad aber nicht frei, sondern verwies das Verfahren zur erneuten Urteilsfindung zurück. Inzwischen will Maikel die Militärgerichtsverhandlungen boykottieren, wurde aber zur Anwesenheit gezwungen.

Infolge des seit mehr als elf Wochen anhaltenden Hungerstreiks schwebt Maikel in Lebensgefahr.

Maikel Nabil Sanad hat 2010 als erster in Ägypten und in der arabischen Welt öffentlich seine pazifistisch motivierte Kriegsdienstverweigerung erklärt. Er wurde für untauglich erklärt, von der Militärpolizei allerdings gewarnt, dass er mit gesteigerter Repression rechnen müsse, wenn er seine politische und publizistische Tätigkeit fortsetzt.

Protest-E-Mails mit der Forderung nach Freilassung von Maikel Nabil Sanad können geschickt werden über




Solidaritätspostkarten an Maikel können direkt an ihn ins Gefängnis geschickt werden: 
Maikel Nabil Sanad, El-Marg prison, El-Kalag,
El-Khanka, Qalyubeya, Ägypten

Weitere Informationen u.a.:


<http://www.connection-ev.deY

Blog von Maikel Nabil Sanad: 
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Alaa Abd El Fattah
"… wenn die Revolution nichts gegen dieses himmelschreiende Unrecht unternimmt, dann wird sie untergehen, ohne auch nur eine einzige Spur zu hinterlassen."

Am 30.Oktober wurde der Blogger Alaa Abd El Fattah inhaftiert und in ein Militärgefängnis verschlepppt. Er ist einer der bekanntesten Aktivisten und Bloggger des ägyptischen Aufstandes. Er weigerte sich, als Zivilist vor einem Militärgericht auszusagen. Ihm wurde vorgeworfen im Zusammenhang mit einer Demonstration am 9. Oktober Waffen gestohlen, Soldaten angegriffen und zu Gewalttaten aufgerufen zu haben. Die Demonstration der säkulären Grupppen gegen die Angriffe auf die koptische Minderheit war von bezahlten Schlägern und Angehörigen der "Sicherheitskräfte" zerschlagen worden. Die Kämpfe forderten mindestens 28 Tote. Alaa Abd El Fattah hatte als „muslimischer“ Unterstützer an der koptischen Demonstration teilgenommen und hinterher über die Gewalt der "Sicherheitskräfte" im Internet berichtet.

Weitere Informationen: 
Eine Möglichkeit für Online-Protest gegen die Verfol-gung von Alaa Abd El Fattah


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Die War Resisters’ International, Connection e.V. und die DFG-VK fordern:
# Sofortige Freilassung von Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und
allen anderen Gefangenen!
# Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit!
# Anerkennung des Menschenrechts auf Meinungsfreiheit auch in Ägypten...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/734.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan: Kein Rückzug aus der Verantwortung Menschenrechte und ziviles Engagement langfristig sichern ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/701</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-701</guid><description><![CDATA[Der Abzug der Bundeswehr und internationaler Truppen aus Afghanistan darf kein Rückzug aus der Verantwortung für das kriegsgebeutelte Land sein. Im Vordergrund eines zukünftigen Engagements müssen die Bedürfnisse der afghanischen Bevölkerung stehen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Beteiligung und Förderung von Frauen. Dies fordern der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und das europäische Afghanistan-Netzwerk ENNA sowie 18 internationale Organisationen in einem Positionspapier, das im Vorfeld der zweiten Bonner Afghanistan-Konferenz heute in Berlin vorgestellt wurde. 

Zehn Jahre nach der ersten Afghanistan-Konferenz leiden weite Teile der afghanischen Bevölkerung immer noch unter Armut, Hunger und mangelnder Sicherheit - doch es wurden auch Fortschritte erzielt. Ein Beispiel hierfür ist etwa der verbesserte Zugang für Mädchen und Frauen zu Bildung sowie die Entwicklung kritischer Medien und zivilgesellschaftlicher Organisationen. „Diese Erfolge dürfen aber nicht durch nachlassendes internationales Engagement gefährdet werden. Wir müssen uns langfristig am Aufbau einer selbstbewussten Zivilgesellschaft beteiligen und unseren Partnern vor Ort Rückendeckung geben “, so der VENRO-Vorsitzende Ulrich Post. Gleichzeitig muss seit 2006 eine stetige Verschlechterung der Sicherheitslage verzeichnet werden. Trotz der Milliarden-Hilfen, die in den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte investiert wurden, befinden sich sowohl die Polizei als auch das Militär in einem desolaten Zustand. „Wir brauchen endlich eine bessere Ausbildung für die afghanischen Sicherheitskräfte, die Themen wie Menschen- und Frauenrechte und den Schutz der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Solange afghanische Frauen und Männer mehr Angst vor ihren eigenen Sicherheitskräften haben als vor den Taliban, kann es keine Stabilität in Afghanistan geben“, so Monika Hauser von medica mondiale. „Die Herausforderungen sind enorm, deshalb brauchen wir die internationale Verpflichtung zu einem langfristigen Engagement in Afghanistan“, betont Jennifer McCarthy von ENNA.

VENRO unterstützt den Vorbereitungsprozess der afghanischen Zivilgesellschaft auf die Bonner- Konferenz und begrüßt die sichtbare Rolle, die die 34 Delegierten der afghanischen Zivilgesellschaft bei diesem Prozess einnehmen. Zivilgesellschaftliche Delegierte müssen auch weiterhin bei Treffen der internationalen Gemeinschaft zu Afghanistan und in Institutionen wie dem Hohen Friedensrat regelmäßig beteiligt werden. Die Beteiligung von Frauen muss bei mindestens 30 Prozent liegen, so die Forderung internationaler Nichtregierungsorganisationen.


Das  steht auf der Website  zum Download bereit.

Quelle: 
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<item><title><![CDATA[Erneute Kriegsdrohungen gegen den Iran - Droht Krieg als Ablenkung von der Krise? ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/697</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-697</guid><description><![CDATA[Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW appelliert an die deutsche Regierung, sich gegenüber Großbritannien, den USA und Israel für eine friedliche Lösung des Irankonflikts einzusetzen und sie aufzufordern, weitere Kriegsdrohungen zu unterlassen. Kriegsdrohungen eskalieren eine ohnehin stark angespannte Situation und führen zu keiner Lösung, so die IPPNW. 

"In allen drei Ländern, in denen ein Angriff auf den Iran ernsthaft erörtert wird, herrscht im eigenen Lande große Unruhe über die ökonomische Lage und soziale Ungerechtigkeit. Wollen diese Regierungen einen Ausweg in kriegerischen Abenteuern suchen?", fragt der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim. "Die Situation ähnelt der Vorgeschichte des Irakkrieges, wo behauptet wurde, dass vom Irak eine immense Gefahr ausgeht. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies erfunden war. Wir sollten aus der Geschichte lernen."

Bisher hat die Internationale Atomenergieorganisation IAEO keine Beweise für ein Atomwaffenprogramm des Iran vorgelegt. Die Äußerungen aus dem britischen Verteidigungsministerium, die die britische Zeitung The Guardian wiedergegeben hat, sowie die Umfrage in Israel über die Akzeptanz eines militärischen Angriffs auf den Iran, greifen dem Treffen der IAEO in Wien vor, wo über das iranische Atomprogramm erneut berichtet werden sollte. Sie basieren nicht auf Fakten.

Die Ärzteorganisation IPPNW mahnt vor den unkontrollierbaren Auswirkungen eines Angriffs auf nukleare Anlagen im Iran für die Bevölkerung im Nahen und Mittleren Osten, die bereits jetzt unter bewaffneten Konflikten zu leiden hat. "Es ist an der Zeit, mit jeglichen Drohungen aufzuhören und endlich einen ernsthaften Friedensprozess für Länder der Region einzuleiten, an dem alle Betroffenen beteiligt sind. Die "Zuckerbrot und Peitsche"-Politik des Westens hat versagt," meint Jochheim.

Die IPPNW schlägt einen ähnlichen Prozess vor, wie er den anhaltenden Konflikt im Europa des Kalten Krieges bearbeitete: eine ständige Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in der Region. Diese würde alle Staaten in der Region verpflichten, regelmäßig miteinander über alle Sicherheitsprobleme zu reden, mehr Transparenz zu schaffen und Wege zu friedlicher Kooperation zu finden. 

Die Ärzteorganisation IPPNW ist selbst an "Horizon 2012" beteiligt, ein gemeinsames Projekt von Nichtregierungsorganisationen aus der Region, die sich für eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen einsetzen. Nächstes Jahr soll eine UN-Konferenz zum Thema in Finnland abgehalten werden.

Quelle: Pressmitteilung der IPPNW per E-Mail...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ver.di fordert Truppenabzug aus Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/690</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-690</guid><description><![CDATA[Protestbündnis Petersberg II begrüßt die gewerkschaftliche Unterstützung

Der Aufruf von ver.di zur Teilnahme an der Demonstration   am 3. Dezember 2011 in Bonn ist ein Zeichen, wie stark das Engagement für Frieden in der Gewerkschaftsarbeit verankert ist und ein deutliches Signal gegen den  deutschen Kriegskurs in Afghanistan.  Das „Protestbündnis gegen Petersberg II“ begrüßt den ver.di-Aufruf ausdrücklich.“ freut sich pax christi-Generalsekretärin, Christine Hoffmann, eine der Erstunterzeichnerinnen des Bündnisses, das Proteste rund um Petersberg II organisiert. 

„Die gewerkschaftliche Unterstützung für den „umgehenden Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan“ ist auch ein unüberhörbarer Ausdruck der breiten gesellschaftlichen Ablehnung des Afghanistankrieges. Wir freuen uns auf die gemeinsame Protestkundgebung und Demonstration in Bonn. Denn die Petersberg II-Konferenz ist keine Friedenskonferenz, sondern eine internationales Treffen auf dem die Fortsetzung des Krieges durch dauerhafte Militärpräsenz vorbereitet und die Risiken an die Afghanen delegiert werden.“   

Der ver.di -Bundesvorstand  fordert die Bundesregierung in seinem Aufruf dazu auf, „die Truppen in Afghanistan sofort abzuziehen“ und stärker solche Maßnahmen wie medizinische Versorgung und Infrastruktur zu finanzieren, „die tatsächlich zur Verbesserung des Lebens der Menschen in diesem Land beitragen“.   

Die Kriegsstrategie der sogenannten Vernetzten Sicherheit, die zivilen Aufbau als Vehikel für militärische Taktik missbraucht, wird von der zweitgrößten Gewerkschaft Deutschlands deutlich kritisiert. Im Aufruf zur Teilnahme an der Protestdemo heißt es dazu:  „Bis zum Abzug der ISAF-Truppen sollen humanitäre – und zivilgesellschaftliche Organisationen strikt von militärischen Aktivitäten getrennt sein, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können.“

Beschlüsse des ver.di-Bundeskongresses:

	
Der Bundeskongress beschließt:
ver.di ruft seine Mitglieder zur Beteiligung an der Demonstration „Raus aus Afghanistan“ am 3. Dezember 2011 anlässlich der Petersberger Konferenz in Bonn auf.

Wir fordern den umgehenden Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan. Bis zum Abzug der ISAF-Truppen sollen humanitäre – und zivilgesellschaftliche Organisationen strikt von militärischen Aktivitäten getrennt sein, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können. Notwendig ist eine stabile und demokratische Regierung, die Frieden und Menschenrechte in Afghanistan gewährleistet. Wir fordern die Intensivierung der Hilfe zum Wiederaufbau. Dafür wollen wir ein Zeichen setzen.

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Der Bundeskongress beschließt:
Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Truppen in Afghanistan sofort abzuziehen. Gleichzeitig sind weitaus mehr Maßnahmen als bisher zu unterstützen und zu finanzieren, die tatsächlich zur Verbesserung des Lebens der Menschen in diesem Land beitragen. Es geht besonders um die Finanzierung von Bildung für Mädchen und Frauen, die Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Infrastruktur.

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundesausschuss Friedensratschlag zum Standortkonzept für die Bundeswehr:]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/691</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-691</guid><description><![CDATA[- De Maizières großes Ablenkungsmanöver
- Es geht nicht mehr um Verteidigung, sondern um Intervention
- „Armee im Einsatz“ ist völkerrechts- und grundgesetzwidrig

Anlässlich der Bekanntgabe des neuen Standortkonzepts im Rahmen der Bundeswehrreform durch Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière erklären Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken vom Bundesausschuss Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte im Vorfeld seiner Standortentscheidung vier Kriterien genannt, die er anzulegen gedenke: 1. die „Funktionalität“ der Standorte, 2. eine „Abwägung der Kosten“, 3. die „Attraktivität“ eines Standorts und 4. das Bestreben, „in der Fläche“ präsent zu bleiben. Sieht man das heute vorgelegte Konzept an, so spielt nur noch das erste Kriterium eine Rolle: Es geht ausschließlich um die „Funktionalität“ der Standorte, d.h. inwieweit tragen sie zur Steigerung der Schlagkraft der Bundeswehr bei.

So gesehen ist de Maizières Stationierungskonzept nur eine Fortführung des seit langem betriebenen Umbauplans der Bundeswehr von einer Verteidigungs- in eine Einsatzarmee. Nicht das einzige, wohl aber das bekannteste Merkmal dieser „Transformation“ ist die noch unter zu Guttenberg verfügte Aussetzung der Wehrpflicht. Sie stand der Steigerung der Schlagkraft der Bundeswehr im Wege. Wehrpflichtige konnten im Ausland nicht eingesetzt werden. Folglich band die Wehrpflicht unnütz Ausbildungskapazität und Kasernenunterhalt.

Der eigentliche Sinn der Bundeswehrreform ist es, die Zahl der Soldaten, die für einen längeren Auslandseinsatz zur Verfügung stehen, von bisher etwa 7.000 auf mehr als 10.000 zu erhöhen. Immerhin eine Erhöhung um mehr als 40 Prozent. Allerdings ist diese Zahl noch steigerungsfähig, wenn sich die Regierung an der Einsatzhäufigkeit des einzelnen Soldaten Frankreichs und Großbritanniens orientiert. Dort sind 23.000 bzw. 30.000 dauerhaft einsetzbare Soldaten bei einer ähnlich großen Armee wir der deutschen möglich.

Ziel der Bundeswehrreform sind also nicht der Erhalt oder die Verbesserung der Landes- und Bündnisverteidigung. Künftig wird „vom Einsatz her gedacht“. De Maizière will die Bundeswehr für mehr Auslandseinsätze rüsten. Räumlich konzentriert und gestärkt werden infanteristische Kräfte für den Kampfeinsatz im Ausland. Es wird eine „Division Schnelle Kräfte“ gebildet. Ausbildungsziel ist deren „Befähigung zum Kampf“.

Eingesetzt wird die Bundeswehr, wenn „nationale Interessen“ das gebieten. Dabei spielt der „Katastrophenschutz“, den etwa die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsen-Anhalts ins Feld führten, um bestimmte Standorte zu erhalten, ebenso wenig eine Rolle wie die Überlegung, strukturschwache Regionen zu „schonen“, wie es vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kretschmann gefordert wurde. Bestimmt werden die „nationalen Interessen“ vor allem von der Wirtschaft. Laut den neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien vom Mai d.J. gehört zu den deutschen Sicherheitsinteressen, „einen freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen zu ermöglichen.“ Entsprechend ausgebaut und verbessert werden die Transportkapazitäten und die „Verlegefähigkeit“ der Truppen sowie die Bewaffnung und das Training zur effektiveren Niederschlagung von Aufständen oder zu deren Unterstützung. Dazu sagen wir: Hier werden Wirtschaftskriege und völkerrechtswidrige Interventionen in fremden Ländern vorbereitet! Die sind ebenso grundgesetzwidrig wie die Ausrichtung der Bundeswehr auf Auslandseinsätze insgesamt. Denn der einschlägige Grundgesetzartikel lautet immer noch: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“ (Art. 87a)

Wir bekräftigen unsere Ablehnung von Auslandseinsätzen und fordern als ersten Schritt den sofortigen und bedingungslosen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Auch das Kostenargument dient dem Verteidigungsministerium nicht als Kriterium für sein Standortkonzept. Die neue Bundeswehrreform wurde der Öffentlichkeit zwar als Ressortbeitrag zur Schuldenbremse verkauft, doch von Einsparungen kann keine Rede sein. Die gesamten Militärausgaben werden 2012 unter Hinzuziehung der im Einzelplan 60 eingefügten Ausgabenposten für ausscheidendes Personal (1 Mrd. Euro) und für Freiwillige (bis zu 450 Mio. Euro) sogar um fünf Prozent bis auf 33,1 Mrd. Euro anwachsen. Bis 2015 sind lediglich leichte Absenkungen geplant, die auf Einsparungen bei Betriebsausgaben zurückzuführen sind. Auch die von de Maizière angestrebte Stornierung zu viel bestellter Waffen wird nicht zu Minderausgaben führen, weil diese durch Ausgleichszahlungen kompensiert bzw. durch die Bestellung anderer Waffen – die für die Interventionsfähigkeit dringender gebraucht werden - ausgeglichen werden sollen. Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall stellte deshalb zur eigenen Zufriedenheit fest: „Insofern findet die Entwicklung sinkender Budgets in einigen westlichen Industriestaaten in Deutschland keine Entsprechung.“ Profiteure der Reform sind die Rüstungskonzerne. Die Commerzbank prophezeit der Rheinmetall-Aktie mittelfristig einen Kursanstieg um 50 Prozent.

Wir finden es einen Skandal, dass der Rüstungshaushalt als einziges Ressort vom Sparen ausgenommen wird und bekräftigen unsere Forderung: Spart endlich an der Rüstung!

Das mit großem Trara angekündigte große Stationierungskonzept de Maizières erweist sich bei genauem Hinsehen als ein großes Ablenkungsmanöver: Statt Kostensenkung Mehrausgaben, statt Abrüstung Umrüstung der Bundeswehr zur Interventionsarmee. Als Friedensbewegung sagen wir dazu: Wenn die Bundeswehr zur „Verteidigung“, wie es das Grundgesetz vorschreibt, nicht mehr gebraucht wird, ist sie abzuschaffen und nicht in eine Angriffsarmee umzuwandeln.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Kassel)
Lühr Henken (Berlin) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag klagt NATO an]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/692</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-692</guid><description><![CDATA[   - NATO der Führung eines Angriffskriegs bezichtigt
   - Friedensratschlag: Krieg gegen Libyen war von Anfang an völkerrechtswidrig
  - "Wir teilen nicht Jubel über Gaddafis Tod"

Anlässlich des gewaltsamen Endes der Ära Gaddafi in Libyen erklären Dr. Peter Strutynski und Lühr Henken in einer ersten Stellungnahme:

Der Bundesausschuss Friedensratschlag klagt die NATO an wegen Führung eines Angriffskrieges gegen Libyen. Von Anfang an, so heißt es in einer Erklärung vom Montag, haben Frankreich, Großbritannien und die USA nicht den "Schutz der Bevölkerung", sondern den Sturz des libyschen Regimes zum Ziel gehabt.

Dies wird durch drei Umstände belegt:

   1. Frankreichs Präsident Sarkozy gab bereits am 9. März im französischen    Fernsehen als Ziel den Sturz Gaddafis vor. Die diesem Ansinnen zugrunde liegenden Behauptungen, Gaddafis Luftwaffe würde friedliche Demonstranten bombardieren, konnten bisher ebenso wenig bestätigt werden wie Meldungen über angebliche andere Gräueltaten Gaddafis im Februar/März. Solche Gerüchte zur Grundlage einer Entscheidung über Krieg oder Frieden zu nehmen, ist ein Skandal. Dass sich daran auch der UN-Sicherheitsrat beteiligt hat, gehört zu den Tiefpunkten der Diplomatie der Vereinten Nationen. Fakt ist hingegen:
   Erst nach Eintritt der NATO zur Unterstützung der libyschen Rebellen eskalierte das Kampfgeschehen zu einem regelrechten Bürgerkrieg. Bei NATO-Eintritt in den Krieg wurden 1.000 Getötete geschätzt, danach ist die Zahl auf über 50.000 Kriegstote angewachsen. Die Zerstörung der Städte ist außerdem immens. Wenn die NATO behauptet, bei ihren über 10.000 Luft- und Raketenangriffen wären keine Zivilpersonen beschädigt worden, ist das eine dreiste Lüge.

   2. Die UN-Resolution 1973 vom 17. März 2011 forderte neben einer "Flugverbotszone" und dem "Schutz der Zivilbevölkerung" auch einen Waffenstillstand. Eine Ermächtigung zum "Regime Change" oder zur Tötung Gaddafis enthielt sie nicht. Vielfältige Angebote zum Waffenstillstand, für Verhandlungen und Vermittlungen wurden von den Rebellen und der NATO entweder ignoriert oder abgewiesen. Denn es ging ihnen nicht um ein Ende der Kämpfe und des Blutvergießens. Das Ziel lautete: "Regime Change", Beseitigung des ungeliebten Gaddafi-Systems. Damit aber hat die NATO die UN-Resolution gebrochen und gegen das Völkerrecht verstoßen.

   3. Der Bombenangriff von NATO-Kampfflugzeugen auf den Fahrzeugkonvoi des flüchtenden Gaddafis am Stadtrand von Sirte nahm dessen Tod bewusst in Kauf. Aber auch diese Tötungsabsicht entbehrt nicht einer gewissen Logik, entledigt man sich dadurch doch eines Zeugen früherer Kumpaneien. Was hätte ein lebender Gaddafi bei einem ordentlichen Gerichtsverfahren (z.B. in Den Haag) nicht alles an peinlichen Waffen- und Ölgeschäften und anderen Abmachungen ans Licht bringen können! Daher die absichtsvolle Tötung, vulgo: Ermordung Gaddafis. Die NATO betätigt sich als Ermittler, Richter und Henker in einem. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts zu tun.

Aus diesem Grund kann sich der Bundesausschuss Friedensratschlag auch nicht den Lobeshymnen über die "siegreiche" NATO anschließen. Die unverhohlene Freude über den Tod des libyschen Machthabers Gaddafi zeugt von einem gebrochenen Verhältnis zum Recht auf Leben.

Die Lehre aus dem Libyen-Krieg kann für die Friedensbewegung nur lauten: Die NATO agiert im Auftrag einiger Führungsmächte als aggressiver Militärpakt. Zur Durchsetzung seiner Ziele geht er notfalls auch über Leichen. Die NATO muss gestoppt werden. Sie gehört abgerüstet und aufgelöst. Die Welt braucht keine Kriegsbündnisse, sondern Friedensallianzen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Kassel)
Lühr Henken (Berlin)

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DFG-VK-Themenseiten zum Krieg gegen Libyen ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/751.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/693</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-693</guid><description><![CDATA[In den Reaktionen auf die mutmaßliche Hinrichtung von Muammar al-Gaddafi und weiterer Mitglieder seines Führungszirkels zeigt sich einmal mehr die Brutalität des Krieges und die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf extralegale Hinrichtungen. „Doch Selbstjustiz und Killerkommandos untergraben die Pfeiler humanitärer Werte, in deren Namen die westlichen Aliierten vorgeben, Kriege zu führen“, erklärt der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim.

Im Namen humanitärer Werte appellieren wir an unsere deutsche Bundesregierung, jetzt schnell den Flüchtlingen und MigrantInnen an der tunesisch-libyschen Grenze zu helfen. In Choucha warten etwa 8.000 Menschen seit Monaten unter unerträglichen Bedingungen in dem Lager des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR). Es ist beschämend, dass sich nur sieben EU-Mitgliedsländer bereit erklärt haben, Flüchtlinge aufzunehmen. Deutschland ist bisher nicht darunter. Zum Vergleich: Tunesien hat etwa 500.000 Libyenflüchtlinge aufgenommen.

In dem durch den Krieg zerstörten Land werden viele Menschen noch lange auf medizinische und humanitäre Hilfe angewiesen sein. Große Teile der Bevölkerung sind durch die Erlebnisse unter Diktatur und Krieg traumatisiert. „Langfristig ist es daher wichtig, dass den erlittenen massiven Traumata nicht noch weitere hinzugefügt werden. Nur so kann sich in Libyen eine auf Dauer friedliche Gesellschaft entwickeln“, so Jochheim abschließend.

Die IPPNW unterstützt bundesweiten Kampagne „Save me – Flüchtlinge aufnehmen“ , um die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen von UNHCR-Resettlement-Programmen zu erwirken sowie die Aktion „Schiffe der Solidarität“. Weitere Informationen unter 

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DFG-VK-Themenseiten zum Krieg gegen Libyen ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ägyptisches Militär liefert Militärkritiker bewusst dem Tod aus]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/687</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-687</guid><description><![CDATA[Urteil aufgehoben, Maikel Nabil Sanad wurde aber nicht freigelassen


 Das Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) fürchten um das Leben des inhaftierten Kriegsdienstverweigerers und Militärkritikers Maikel Nabil Sanad, der sich seit 51 Tagen im Hungerstreik befindet. Auf der gestrigen Berufungsverhandlung wurde das im April gegen ihn verhängte Urteil von drei Jahren Haft zwar aufgehoben: Das Gericht ließ ihn aber nicht frei, sondern wies das Verfahren zur erneuten Urteilsfindung zurück. Maikel Nabil Sanad wird bis zur erneuten Verhandlung in Haft bleiben und aufgrund dessen seinen Hungerstreik fortsetzen.

 Maikels Bruder, Mark Sanad, erklärte im Anschluss des Verfahrens gegenüber der Presse: „In zwei Tagen wird der Fall der Militärstaatsanwaltschaft übergeben werden, die dann über einen Termin für die erneute Verhandlung entscheiden wird.“

 „Nach 50 Tagen Hungerstreik kann jede Verzögerung des Verfahrens den Tod von Maikel Nabil Sanad bedeuten“, erklärte Andreas Speck von der War Resisters‘ International (London), der das Verfahren bereits im April beobachtete. „Warum hat das Gericht das ursprüngliche Urteil aufgehoben, ihn aber nicht bis zur Neuverhandlung auf freien Fuß gesetzt? Diejenigen, die sich weigern, ihn freizulassen, sind verantwortlich dafür, wenn Maikel Nabil Sanad zu Tode kommt.“

 Auch der Menschenrechtsbeauftragte des Auswärtigen Amtes hatte vor einer Woche im Namen der Bundesregierung gefordert, „die Haftstrafe von Maikel Nabil Sanad unverzüglich auszusetzen. (...) Die große Zahl von Verfahren gegen Demonstranten und Aktivisten vor Militärtribunalen ist sehr besorgniserregend und entspricht nicht rechtsstaatlichen Ansprüchen.“

 Rudi Friedrich von Connection e.V. erklärte angesichts der Zuspitzung heute: „Maikel Nabil Sanad wird trotz der lebensbedrohlichen Situation nicht in einem Krankenhaus behandelt. Die Militärgerichte spielen auf Zeit. So liefern sie ihn bewusst dem Tod aus. Das ägyptische Militär zeigt an seinem Beispiel mit aller Härte, wie es mit Kritikern umgeht.“

 
Zum Hintergrund
 Ein Militärgericht hatte Maikel Nabil Sanad am 10. April 2011 wegen Beleidigung des Militärs, Verbreitung falscher Informationen und Störung der öffentlichen Ordnung zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er in einem Beitrag auf  über die Rolle des Militärs während und nach der Revolution berichtet hatte. Er hatte darin ausführlich die fortwährenden Menschenrechtsverletzungen und politischen Einflussnahmen des ägyptischen Militärs in dieser Zeit thematisiert. (...)

 Seine Verurteilung verletzt das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit. Am 21. Juli 2011 hatte der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen in der  Stellung bezogen: „Staatliche Behörden dürfen Kritik an Institutionen wie dem Militär oder Verwaltung nicht untersagen.“ Damit stellt die Verurteilung und Inhaftierung von Maikel Nabil Sanad eine klare Verletzung des Artikels 19 des Internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte dar. Auch die im Juni 2011 in Kraft getretene Übergangsverfassung Ägyptens garantiert das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit.

 Das Urteil wurde zudem von einem Militärgericht gegenüber einer Zivilperson ausgesprochen und erging in Abwesenheit der Familie, Freunde und des Anwalts von Maikel Nabil Sanad. Damit verletzt das Verfahren gegen Maikel Nabil Sanad auch das Recht auf ein gerechtes Verfahren nach Artikel 14 des Internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte.

 Maikel Nabil Sanad hatte am 23. August 2011 einen Hungerstreik begonnen. Mehrmals hatte er seine Forderung auf sofortige Freilassung mit einem Durststreik bekräftigt. Durch den Durststreik versagten seine Nieren und er fiel wiederholt ins Koma.

 

 Unterstützungsmöglichkeiten für Maikel Nabil Sanad gibt es weiter unter

 
 
 

 
Wir bitten zudem, Protestschreiben per Fax zu senden an:
 Director of Military Judiciary
 Major-General Ahmed Abd Allah
 Military Judicial Department
 Cairo, Egypt

 Fax: +202 2 402 4468 / +202 2 411 3452 (Bitte nach Fax fragen: ‘Fax please’)

 

 Military General Attorney
 Major-General Medhat Radwan
 Military Judicial Department
 Cairo, Egypt

 +202 2 412 0980 (Bitte nach Fax fragen: ‘Fax please’)

 gez.
Rudi Friedrich, Connection e.V.
Gernot Lennert, DFG-VK Hessen

 *******************************

 Connection e.V., Gerberstr. 5, 63065 Offenbach
Tel.: 069-82375534, Fax 069-82375535

 
DFG-VK Hessen, Mühlgasse 13, D-60486 Frankfurt
Tel.: 069-431440, Fax: 069-4990007
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/734.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Proteste gegen die „Petersberg II“ –  Afghanistankonferenz Anfang Dezember in Bonn]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/681</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-681</guid><description><![CDATA[10 Jahre nach Beginn des  Krieges in Afghanistan wollen zahlreiche Organisationen und Initiativen der  Antikriegs- und Friedensbewegung gegen die Konferenz der kriegführenden  Staaten in Bonn („Petersberg II“) protestieren. Sie fordern das Ende des  Krieges, den Abzug der Truppen, Wiederaufbau und Zukunftsperspektiven für die  afghanische Bevölkerung.

Die Protestplanungen wurden am Dienstag auf  einer Pressekonferenz in Bonn vorgestellt.

Die vom Auswärtigen Amt und  der afghanischen Regierung auf dem Petersberg und im Alten Bundestag  ausgerichtete eintägige Mammutkonferenz mit ca. 1.000 Teilnehmern solle  vorgeblich entscheidende Weichen für einen Prozess Richtung Frieden  stellen, werde aber die bisherigen Fehler der Afghanistanpolitik  nur fortsetzen, erwartet das „Protestbündnis gegen Petersberg II“.

Die  Friedensgruppen veranstalten deshalb am Vortag der Regierungsveranstaltung  eine Internationale Friedenskonferenz (Sonntag, 4. Dezember), bei der  Alternativen für ein selbstbestimmtes Afghanistan diskutiert werden  sollen.

Bereits am Samstag, 3. Dezember, führt eine  Antikriegsdemonstration durch die Bonner Innenstadt, die sich auch  allgemeiner gegen die Militärpolitik von Bundesregierung und NATO richtet.  U.a werden im Aktionsaufruf die deutschen Rüstungsexporte, die zunehmende  Werbung der Bundeswehr in Schulen und im öffentlichen Raum und  die erbarmungslose Abwehr von Flüchtlingen im Mittelmeer  kritisiert.

Die Regierungskonferenz soll am Montag, 5. Dezember,  mit Protestaktionen am Petersberg und beiderseits des Rheins (Königswinter  und Mehlem), sowie mit einem Schiff auf dem Rhein und am Alten Bundestag  begleitet werden.

Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks  Friedenskooperative, kritisiert die derzeitige Politik der Militärallianz:  „Der von Präsident Obama, der NATO und der deutschen Regierung u.a. wegen  der weit verbreiteten Kriegsskepsis angekündigte Abzug der  (Kampf- )Truppen bis 2014, die Übergabe der &#39;Sicherheitsverantwortung&#39;  an die afghanische Regierung und die Stärkung der zivilen Teile  der &#39;zivil-militärischen Maßnahmen&#39; täuschen eine Wende zum Besseren  nur vor“.

Die Kämpfe würden derzeit weiter intensiviert und die  extralegalen Exekutionen von Aufständischen durch Spezialeinheiten und  Drohnen in Afghanistan und Pakistan würden gesteigert, statt in  einen notwendigen Verhandlungsprozess mit den Taliban einzutreten  und Hoffnung für Frieden und Besserung der Lebensumstände für  die afghanische Bevölkerung zu schaffen. Hinter den Kulissen werde mit
dem  Karzai-Regime ein Pakt über die Präsenz westlicher Truppen bis 2024  ausgehandelt. Von „Petersberg II“ gehe keine Hoffnung auf Frieden  aus.

Werner Rätz von der globalisierungskritischen Organisation attac: „Der Bundesregierung geht es in Afghanistan nicht um  die Vorbereitung des Friedens und des zivilen Aufbaus, sondern um  die Stabilisierung eines korrupten Regimes zur Fortführung des  Krieges. Dazu unterwirft sie ihre gesamte Au+enpolitik zunehmend  einer militärischen Logik“.

Mit Bezug auf die Militäreinsätze und  Antiterrormaßnahmen seit den Anschlägen in den USA betont Jan Bremer von  der Interventionistischen Linken: „10 Jahre &#39;Krieg gegen den Terror&#39; heißt  10 Jahre Entrechtung, Folter, Verschleppung und permanenter Ausnahmezustand  nach innen und au+en. Widerstand dagegen ist legitim und notwendig. Wir  werden all jene Orte und Institutionen markieren, delegitimieren und  sabotieren, von denen Krieg ausgeht“.

Zu den Protestaktionen rufen bisher  130 Organisationen und Initiativen der Antikriegs- und Friedensbewegung auf.  In der jetzt beginnenden „heißen Phase“ der Vorbereitungen sollen noch  viele dazukommen. Das Bündnis hofft auch auf die Teilnahme der  kritischen Basis von Grünen, SPD und Gewerkschaften. Mit dabei sind schon  viele Gliederungen der Partei Die Linke.

Die Landessprecherin der  Linken NRW, Katharina Schwabedissen: „Die Linke ist die einzige im Bundestag  vertretene Partei, die gemeinsam mit der Mehrheit der Bevölkerung gegen  Kriegseinsätze der Bundeswehr stimmt. In Afghanistan werden nicht die  Menschenrechte verteidigt, sondern Menschenrechte für kapitalistische  Wirtschaftsinteressen mit Füßen getreten. Die Linke verteidigt den Grundsatz  &#39;Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!&#39;“.

Die  Veranstalter sind optimistisch, dass trotz wahrscheinlichen Drucks der  Bundesregierung für weitreichende Sperrbezirke das Demonstrationsrecht auch  in der Nähe  von Petersberg und Bundestag wahrgenommen werden kann. „In  Bonn kennen sich Polizeipräsidium und wir von vielen erfolgreichen und  friedlich verlaufenen Veranstaltungen“, betont Manfred Stenner. „Das kriegen  wir auch
diesmal wieder hin“....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung aufgepasst! - oder warum eigene Friedenskooperationen Bundeswehr-Schul-Kooperationen stabilisieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/682</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-682</guid><description><![CDATA[ von Markus Pflüger


Vorbemerkung: In der Friedensbewegung wird diskutiert, welche Strategien für mehr Friedensbildung und gegen die Bundeswehr an Schulen sinnvoll sind. In einem Beitrag in W&F 3/11 wurde für mehr "Friedens­bewegung an die Schulen!" geworben – dabei wird auf eigene Kooperationsvereinbarungen positiv Bezug genommen – als Pendant zu Kooperationsvereinbarung der Kultusministerien mit der Bundeswehr. In diesem Standpunkt werden Ergänzungen und andere Sichtweisen für eine Arbeit gegen Militarisierung und für mehr Friedensbildung vorgebracht. Eine Kurzvariante erscheint in Wissenschaft & Frieden 4/2011.


Klar, mehr Friedensbildung an Schulen wäre gut. Viele Friedensbewegte haben sich erst durch den verstärkten Werbefeldzug der Bundeswehr und v.a. durch die Kooperationsvereinbarung der Bundeswehr mit Kultusministerien darauf besonnen.

Der Werbefeldzug und die Maßnahmen zu Attraktivitätssteigerung der Bundeswehr müssen publiker werden, inklusive der macht- und wirtschaftspolitischen Interessen hinter der Militarisierung. Es gilt Schülern, Lehrern und Eltern Kritik UND Alternativen bekannter zu machen. Ein wichtiges Ziel erscheint mir dabei, die Bundeswehr aus der Schule zu drängen, sie im Idealfall zu einem militärfreien Ort zu erklären. Zwei solche Schulbeschlüsse gibt es inzwischen[1]. Durch die Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr ergibt sich folgerichtig der Einsatz für die Rücknahme dieser Vereinbarungen oder in anderen Bundesländern das Verhindern solcher Kooperationen. Gleichzeitig ist zu überlegen, wie die Friedensbewegung ihre Position stärker an Schulen bringt.

Das Anliegen der Autoren Becker[2] scheint dabei ein anders zu sein, als das vieler Friedensbewegter - beispielsweise im Netzwerk „Schul­frei für die Bundeswehr“. Sie schreiben: Mit eigenen Kooperationen sollen „ReferentInnen (...) über Erfahrungen im Freiwilligendienst und als Friedensfachkraft berichten (...)“ Und: „Die einen legen Wert auf die Bündelung von Ressourcen zur Abschaffung der Bundeswehr-Länder-Kooperation, die anderen auf ebenbürtige Kooperationsabkommen der Länder mit den Dach­verbänden des Friedensdiensts.“

Ich lege Wert auf Friedensbildung UND Engagement gegen Militarisierung. Kooperationsabkommen sind ein typisch obrigkeitsstaatliches Mittel, was die Bundeswehr zusätzlich aufwertet und ihr einen exklusiven Zugang ver­schafft, z.B. zur Lehreraus- und fortbildung. Die zwischen den Zeilen stehende Favo­ri­si­er­u­n­g eigener Friedensabkommen (und von Treffen bekannte Empfehlung Herr Beckers) erscheint mir ein Fehler. Die erste Friedens-Kooperationsvereinbarung wurde am 15.8.2011 in Rheinland-Pfalz unterzeichnet und sie ist nur in Bezug auf die bestehenden Bundeswehr-Kooperation zu verstehen: Die Friedenskooperation ist für die Landes­regierung eine Möglichkeit, Ärger und Kritik loszuwerden - ohne die Bundeswehrkooperation anzu­tasten. Eigene Kooperationsabkommen zu begrüßen, bedeutet die Kooperation mit der Bundeswehr zu verfestigen und ist deshalb friedenspolitisch kontraproduktiv. Oberkirchenrat Gottfried Müller begrüßt die Vereinbarung mit folgenden Worten: "Dadurch wird die notwendige Ausgewogenheit zwischen sicherheitspolitischen Erwägungen und friedensethischen Argumenten hergestellt."[3]


Rheinland-Pfalz als Vorreiter: ein gutes „schlechtes Beispiel“:

Kurz vor der Landtagswahl hatte sich die SPD-Alleinregierung mit Vertretern von Friedensgruppen – trotz der Bitte anderer Friedensgruppen, dies nicht zu tun – auf eine eigene Kooperationsvereinbarung verständigt – Kritik an der Bundeswehr gehört(e) nicht mehr dazu. Die Entwürfe lagen also bereit. Nach dem Verlust von SPD-Stimmen und dem Einzug der Grünen in den Landtag wurde eine rot-grüne Koalition verhandelt. Die Grünen haben im Wahlprogramm das Ende der Bundeswehr-Kooperation. In den Ver­handlungen hatte die SPD dann ein gut vorbereitetes Argument, um dies abzuschmettern: eine eigene Kooperation mit Friedensgruppen. Klingt für die Öffentlichkeit ausgeglichen – für die Beckers „eben­bürtig“. Dabei wissen wir, "gleichberechtigt" ist daran nichts. Fast 100 hauptamtliche und zahlreiche nebenamtliche Jugendoffiziere sind nur dafür da, die Weltsicht ihres Dienstherren den Jugendlichen zu vermitteln. Dabei sind sie nur die Spitze eines militärischen Werbe­feldzugs. Dieser reicht von Kinospots, Werbe­anzeigen z.B. in Schülerzeitungen und der Bravo, Präsenz auf youtube und facebook, Beratung in Arbeitsagenturen, Infotrucks, Heeresschauen­ über Jugendevents, Messeauftritte, Fernsehserien, Musik- und Sportveranstaltungen, Gulasch­kanonen auf Familienfesten bis hin zu Soldatengottesdiensten. Die Hauptzielgruppe sind fast überall Jugendliche. Trotz dieser Implikationen haben sich v.a. kirchliche Friedensgruppen und Arbeitsstellen für eine Unter­zeichnung entschieden. Dies sei pragmatisch, denn wir wollen ja alle mehr Friedensbildung.


Wieso sollen Kooperationsvereinbarung plötzlich mehr Friedensbildung an Schulen bringen?

*  Trugschluss 1: Wenn es ein Papier gibt, das einen besseren Zugang zu Schulen ermöglichen soll, haben wir den auch. Dabei bleibt es weiterhin Schulleitern und Lehrern überlassen, Friedensbewegte als Fachleute aus der Praxis einzuladen oder nicht. Wenn - wie in einigen Fällen in RLP - nicht nur Ministerpräsident und Landtagspräsident, sondern auch Rektoren ehemalige Berufs­soldaten sind oder gar frühere Jugendoffiziere jetzt Lehrer werden, wird dies wenig nützen. Wer Lehrer­zimmer kennt, weiß: bekannt werden unsere Ange­bote vor allem durch direkte persönliche Kontakte und Empfehlungen.

*  Trugschluss 2: Wenn es eine eigene Kooperationsvereinbarung gibt, wird mehr Friedensbildung geleistet. Als zaubere das Papier auch gleich kompetente Leute mit Zeit dafür herbei und alle Lehrer rufen plötzlich „Ahh, kommt bitte, ihr habt ja ein Papier von oben“? Mit einem Staatswappen und 10.000 € jährlich für Fahrtkosten u.ä. haben nicht plötzlich die wenigen Hauptamtlichen mehr Zeit und Ehrenamtliche Motivation. Für mehr Friedensbildung braucht es in erster Linie engagierte Menschen, die sich vernetzen und weiterqualifizieren, Material austauschen und fortentwickeln – siehe z.B. das Projekt von AGDF und EAK. Ob Kooperationsabkommen dazu was beitragen können, ist sehr fraglich. Ihr Beitrag zur Stabilisierung der Bundeswehr-Kooperation und zu Zwist innerhalb der Friedensszene ist klarer.

*  Trugschluss 3: Kooperationsvereinbarung sind ein nettes Angebot ohne politisches Kalkül der Landesregierungen. Nein! Sie ist eindeutig auch eine Antwort auf die Kritik an Bundeswehrkooperationen und Werbefeldzug nicht nur an Schulen. Die Kritik wird durch eigene Kooperationsabkommen geschickt gekontert, geschwächt und Kritiker werden vereinnahmt.

*  Trugschluss 4: Wer „Gegen die Bundeswehr an Schulen und Militarisierung“ aktiv werden will, wolle nicht „Mehr Friedensbildung“. Klar gibt es Schwerpunktsetzungen, aber ich selbst will mehr an Schulen bzw. will dass die Angebote dafür von uns verbessert werden, ich brauche dafür aber keine Kooperation. Und noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch der Rückschluss nicht stimmt: wer für eine Friedenskooperationen ist, macht nichts (mehr) gegen die Bundeswehr bzw. ihren Werbefeldzug.


Weitere Argumente gegen Kooperationen mit Friedensgruppen - Rheinland-Pfalz könnte Schule machen - veröffentlichte die Initiative für Schulen ohne Militär in RLP: "Soll Kooperationsabkommen Militärkritiker ruhig stellen?" PM 16.8.11: 

Ein Interview ergänzt dies: „Friedensgruppen sind in die Falle getappt“ jw 22.8.2011: 

Markus Pflüger arbeitet hauptamtlich für die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier, ist Mitglied der DFG-VK und IMI-Beirat 
 



Anmerkungen:
[1]  (siehe Musterantrag sowie Beispiel 1 und 2)
[2] Friedensbewegung an Schulen von Jenny Becker und Peter Becker in: Wissenschaft & Frieden 3/2011 S.28
[3] 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Rüstungsexportkampagne stellt Strafanzeige gegen Heckler & Koch]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/679</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-679</guid><description><![CDATA[Lieferung von G 36 an Gaddafi massiver Rechtsbruch

Mit scharfer Kritik reagieren die Sprecher der Rüstungsexportkampagne auf die Lieferung von  G-36 Gewehren nach Libyen und stellten über ihren Rechtsanwalt Holger Rothbauer Strafanzeige gegen die Firma Heckler & Koch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, gegen das Außenwirtschaftsgesetz sowie wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

"G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch zählen zu den tödlichsten Waffen weltweit", weiß Rüstungskritiker Jürgen Grässlin. "Sie kommen in mehr als 30 Staaten zum tödlichen Einsatz, darunter Georgien und Mexiko - und jetzt sogar auch Libyen."

Die Berliner Kampagnensprecherin Christine Hoffmann fordert: "Die Bundesregierung steht in der Pflicht, drängende Fragen zum Tatort Libyen zweifelsfrei zu klären: Hat die Firma Heckler & Koch eine G36-Ausfuhrgenehmigung für Libyen erhalten? Wenn nein: Auf welchem Weg gelangten die Sturmgewehre nach Libyen?"

Der Stuttgarter Kampagnensprecher Paul Russmann fordert die Bundesregierung auf, "den Export und die Lizenzvergaben von G36-Lieferungen in jedwede Krisen- und Kriegsgebiete zu unterbinden, vergebene G 36-Lizenzen zurückzuziehen und keine neuen zu vergeben."

Die Rüstungsexportkampagne "Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! Den Opfern Stimme, den Tätern Name und Gesicht"  fordert, eine Klarstellung im Grundgesetz, dass Rüstungsgüter grundsätzlich nicht exportiert werden.


Informationen: Mehr zu "Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! Den
Opfern Stimme, den Tätern Name und Gesicht" unter


Trägerorganisationen der Kampagne: Aktionsgemeinschaft Dienst für den
Frieden e.V. (AGDF) -- aktion hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. .
Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR -- Bund der Deutschen Katholischen
Jugend (BDKJ) --  Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) -- Deutsche Sektion der Internationalen
Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW) Deutschland --
Internationale katholische Friedensbewegung pax christi - Deutsche
Sektion -- JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen
(IALANA) Deutsche Sektion -- Ohne Rüstung Leben (ORL) . Provinzleitung
der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit - Frieden -
Bewahrung der Schöpfung -- RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) --
Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfG)

Viele weitere Organisationen und Friedensinitiativen arbeiten im
Aktionsbündnis der Kampagne mit....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/777.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Liga für Menschenrechte fordert sofortige Einstellung der türkischen Militäroperationen gegen mutmaßliche Stellungen der PKK im Nordirak]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/676</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-676</guid><description><![CDATA[Liga-Vizepräsident Rolf Gössner: "Bundesregierung und EU sind gefordert, geeignete Maßnahmen im laufenden EU-Beitrittsprozess zu ergreifen, um die völkerrechtswidrigen Militärangriffe gegen Südkurdistan (Nordirak) zu beenden sowie eine friedliche und zivile Lösung der türkisch-kurdischen Frage zu forcieren. Hierzu gehört auch ein sofortiges Exportverbot für deutsche Waffen an die Türkei."

Türkische Kampfflugzeuge bombardieren seit geraumer Zeit die Grenzregion in Südkurdistan (Nordirak). Unter diesem Bombardement gegen mutmaßliche Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK leidet in erster Linie die Zivilbevölkerung. Die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilt diese grenzüberschreitenden Militäroperationen der Türkei als klaren Verstoß gegen das Völkerrecht, wobei die Liga militärische Interventionen auch im Kontext vermeintlichen oder tatsächlichen Terrorismus&#39; grundsätzlich ablehnt.

Dazu erklärt Liga-Vizepräsident Rolf Gössner: "Mit ihren Militäroperationen setzt die Regierung von Ministerpräsident Erdogan wieder auf eine militärische ,Lösung&#39; im türkisch-kurdischen Konflikt - obwohl diese staatsgewaltige Vorgehensweise seit Jahrzehnten nur Verwüstungen, Elend und Tod brachte und obwohl es in den vergangenen Jahren bereits hoffnungsvolle Anzeichen eines Dialogs gab und eine demokratisch-friedliche Lösung möglich erschien. Doch seit geraumer Zeit sind in der Türkei Strukturentwicklungen zu verzeichnen, die den notwendigen Demokratisierungsprozess behindern, Rechtsstaatserfordernisse blockieren und autoritäre Züge tragen."

Die AKP-Regierung versperrt mit ihrem militärischen Vorgehen den einzig sinnvollen Weg einer politischen Lösung und damit die Chance auf ein friedliches Zusammenleben von Türken und Kurden in der Türkei. Im Innern des Landes torpediert die Regierung eine Verhandlungsoption durch verschärfte Kriminalisierung und Repression gegen kurdische Abgeordnete und Parteien. Liberale türkische Wissenschaftler und Publizisten hatten schon seit längerem einen Friedensdialog unter Einbeziehung von PKK und Abdullah Öcalan eingefordert, den auch die kurdische Seite seit Jahren anstrebt - der aber immer wieder auch durch Anschläge, die der PKK zugerechnet werden, in Frage gestellt wurde. Der inoffiziell bereits begonnene Dialog mit Abdullah Öcalan ist nun in Gefahr.

Mit Ausgrenzung und Repression, mit Gewalt und Militäroperationen könne jedenfalls, so Gössner, keine friedliche, demokratische und gerechte Lösung erzielt werden. "EU und Bundesregierung sind deshalb gefordert, im Zuge des laufenden EU-Beitrittsprozesses mit geeigneten politischen Maßnahmen einzuschreiten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern und politische Wege zu öffnen - anstatt den Konflikt auch noch durch eine zunehmende Kriminalisierung der Kurden in Europa und Deutschland und durch weitere Waffenlieferungen an die Türkei zu verschärfen." Deshalb fordert die Liga sowohl eine Beendigung der Kriminalisierung und Ausgrenzung von Kurden in Europa und Deutschland als auch den Stopp jeglichen deutschen Waffenexports in die Türkei."

Nach Auffassung der Liga ist die politisch-friedliche Lösung der türkisch-kurdischen Frage inner¬halb der Türkei Schlüssel und Voraussetzung für eine Verbesserung der dortigen Menschenrechtslage und für eine Demokratisierung - und damit auch für einen EU-Beitritt der Türkei. "Schließlich ist die ,Kurdenfrage&#39; im Kern kein Terrorproblem, als das sie jedoch unablässig behandelt wird, sondern ein Türkeiproblem, das mittlerweile zu einer gesamteuropäischen zivilgesellschaftlichen Aufgabe geworden ist, die auch nur in einem europäischen Kontext dauerhaft zu lösen sein wird."

Deshalb fordert die Liga: "EU und Bundesregierung müssen endlich die Kurden- und Minderheitenfrage in der Türkei unter Beteiligung kurdischer Vertreter unverzüglich und mit Nachdruck auf die Agenda der EU-Beitrittsverhandlungen setzen, um eine demokratische, menschenrechtskonforme und gerechte Lösung für die große kurdische Minderheit in der Türkei zu forcieren."

-------------------------------------------------------------------
Quelle: E-Mail der 
Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR)
Haus der Demokratie und der Menschenrechte
10405 Berlin, Greifswalder Str. 4
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Antikriegstag: Gewerkschaften und Friedensbewegung gemeinsam]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/674</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-674</guid><description><![CDATA[Vermächtnis: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" / Veranstaltungen in über 150 Orten / Bundeswehr raus aus Afghanistan – und zwar sofort / Auch in Libyen ging es der NATO um Öl und geostrategische Interessen / Kritik an „Kesseltreiben“ gegen Westerwelle / Rüstungsexporte stoppen und Rüstungsproduktion „konvertieren“ / Keine Bundeswehr an Schulen und Hochschulen


Zu den bevorstehenden Aktivitäten der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung zum Antikriegstag (1. September) erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:

72 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und 70 Jahre nach dem Beginn des deutschen Vernichtungsfeldzugs gegen die Sowjetunion mahnen Friedensbewegung und Gewerkschaften in gemeinsamen Veranstaltungen, die Lehren aus der Geschichte nicht zu vergessen. Dazu gehört vor allem das Vermächtnis der Anti-Hitler-Koalition und der antifaschistischen Widerstandskämpfer: "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!"

An rund 150 Orten wird in Veranstaltungen, Mahnwachen, Demos und Kundgebungen der Antikriegstag bzw. "Weltfriedenstag" begangen. Die Aktionen beginnen am 1. September frühmorgens um 5.45 in Kassel, wo die dortige Friedensbewegung traditionell zu einer Kundgebung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus aufruft. Und die Aktionen werden fortgesetzt bis zum 4. September, dem zweiten Jahrestag des Kunduz-Massakers, jenes verhängnisvollen Luftangriffs auf zwei Tanklastwagen in der Nähe von Kunduz, bei dem 140 Menschen, überwiegend Zivilpersonen, Kinder und Jugendliche getötet wurden. Befohlen hatte den Angriff ein deutscher Oberst, der damit das größte deutsche Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg auslöste.

Der Afghanistankrieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr (7. Oktober) zum zehnten Mal jährt, steht im Mittelpunkt der zahlreichen Aktivitäten von Friedens- und Gewerkschaftsbewegung. Die Botschaft ist klar: "Wir fordern die Bundesregierung auf, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden und die Zivilgesellschaft stärker zu unterstützen!", heißt es im Aufruf des DGB. Für die Friedensbewegung ist der Antikriegstag zugleich Auftakt für eine Reihe weiterer Aktivitäten im "Aktionsherbst Afghanistan", die fortgesetzt werden mit einer zentralen Veranstaltung am 7. Oktober in Berlin, mit demonstrativen Aktionen (u.a. auch in Berlin) am 8. Oktober, mit einer Unterschriftensammlung unter den Appell "Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen" sowie mit Aktionen gegen den Gipfel der Krieg führenden Staaten Anfang Dezember in Bonn.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag stellt noch einmal klar, dass die Bundesregierung weder eine Abzugsperspektive aus Afghanistan noch einen überzeugenden Plan zum zivilen Wiederaufbau des geschundenen Landes hat. Der Krieg wird weiter geführt, die Bundeswehr wird auch über 2014 hinaus in Afghanistan bleiben, die NATO wird ihren verfehlten "Krieg gegen den Terror" in Zentralasien und Pakistan fortsetzen. Denn nie ging es in diesem Krieg um Menschenrechte und Demokratie, sondern immer um Rohstoffe und geostrategische Interessen. Dazu dient die sog. "Transformation" der Bundeswehr. Im DGB-Aufruf heißt es hierzu: "Der Einsatz in Afghanistan ist der Vorbote für weitere Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Neuausrichtung zur Interventionsarmee lehnen wir ab."

Der von der NATO geführte und nach über fünf Monaten gewonnene Luftkrieg gegen Libyen ist ebenfalls ein "Vorbote" weiterer Interventionen. Auch in Libyen ging es der Kriegsallianz (der Deutschland formell nicht angehörte) nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung, sondern um die Unterstützung einer Bürgerkriegspartei in ihrem Kampf gegen das herrschende Gaddafi-Regime, das anfänglich auf beträchtliche Unterstützung in der eigenen Bevölkerung rechnen konnte. Der Krieg war völkerrechtswidrig (das beschränkte UN-Mandat wurde von Anfang an missachtet) und ist ein Bestandteil der westlichen Strategie zur Wiedergewinnung strategischer Positionen im arabischen Raum, in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten.

Die Friedensbewegung warnt vor einer neuerlichen Zuspitzung des Nahostkonflikts. Die jüngste Gewalteskalation zwischen Palästinensern und Israel hat gezeigt, wie angespannt die Situation in der Region in diesem Herbst ist. Das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat soll noch im September von der UN-Generalversammlung festgestellt werden. Der Bundesausschuss Friedensratschlag hält dies für einen längst überfälligen Schritt und hofft auf genügend internationalen Druck auf Israel, die Zweistaatenlösung endlich auch praktisch zuzulassen. Dies kann und muss auf der Grundlage des Völkerrechts und der vielen einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats geschehen.

Das ideologische Kesseltreiben gegen Außenminister Westerwelle (der in der Friedens- und Gewerkschaftsbewegung keineswegs beliebt ist) wirft ein bezeichnendes Licht auf die kurze historische und juristische Gedächtnis der politischen Klasse: Hier wird jemand gezwungen, ein Bekenntnis zum Krieg als Mittel der Außenpolitik abzulegen. Das Gewaltverbot der UN-Charta (Art. 2,4) und das Kriegsverbot nach Art. 26 des deutschen Grundgesetzes gelten der politischen Klasse nichts mehr.

Dies wird auch deutlich bei der Rüstungsexportpraxis der Bundesregierung: Panzer nach Saudi-Arabien werden genauso durchgewinkt wie der Verkauf von Kleinwaffen (einschließlich der Vergabe von Lizenzen zu deren Produktion) in alle Welt. Die Friedensbewegung demonstriert am Antikriegstag für eine Beendigung des internationalen Waffenhandels und für die Umwandlung der Rüstungsproduktion in die Produktion ziviler Güter (Konversion). In vielen Städten beteiligen sich auch kurdische Gruppen an den Aktionen der Friedensbewegung und der Gewerkschaften. Unter dem Motto "Tatort Kurdistan" informieren sie z.B. über das brutale Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Kurden im eigenen Land sowie im Nordirak. Auch hier sind deutsche Waffen in Gebrauch.

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktionen zum diesjährigen Antikriegstag bildet die Kritik an den Werbemethoden der Bundeswehr an Schulen, Ausbildungsmessen und Hochschulen. Staatsbürgerlicher Unterricht muss von dazu ausgebildeten Lehrkräften gehalten und darf nicht von "Jugendoffizieren" übernommen werden. Und an den Universitäten und Fachhochschulen muss für den Frieden und nicht für Militär, Rüstung und Krieg geforscht werden.


Quelle: E-Mail des Bundesausschuiss Friedensratschlag vom 29.08.2011...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Westerwelle und Libyen: Zurücktreten bitte?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/671</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-671</guid><description><![CDATA[Das Kesseltreiben gegen Westerwelle, um ihn aus dem Amt des Außenministers zu drängen, nimmt Fahrt auf. Sogar erste FDP-Mitglieder legen ihm einen „anständigen Rücktritt“ nahe. Anlass ist, dass die NATO inzwischen den Regime-Change (früher hieß das: „Export der Revolution“) in Libyen erfolgreich bewerkstelligt hat. Ihre Luftangriffe gegen die Gaddafi-Regierung sowie Waffenlieferungen und Ausbildungshilfe für die Rebellen haben diesen zum Sieg im Bürgerkrieg verholfen. Nun finden es viele unangemessen, dass sich Westerwelle auf die Seite der Sieger stellt, denn er war im März gegen den westlichen Kriegseintritt und sorgte dafür, dass sich Deutschland im Sicherheitsrat der Stimme enthielt.

„Der Erfolg der Nato ist ein später Beleg dafür, dass die Entscheidung falsch war, die Außenminister Guido Westerwelle am 17.März getroffen hat.“ Dieser Satz aus der Frankfurter Rundschau ist repräsentativ für den medialen und politischen Mainstream in Deutschland: Wer den Krieg gewinnt, hat Recht. Umgekehrt kann man daraus lesen, dass sich der Mainstream offenbar an dem NATO-Krieg beteiligen wollte. Denn mit „Ja“ stimmen und dann nicht mitmachen – das war natürlich zu keiner Zeit ernsthafte politische Option. Das weiß jeder Westerwelle-Kritiker, auch wenn das öffentlich nicht so gerne zugegeben wird. Das musste man ja „zum Glück“ auch nicht, da z.B. der Bundestag (dank Westerwelle) nie über eine deutsche Kriegsbeteiligung abstimmte. Da hätte sich dann Spreu vom Weizen trennen müssen.

Dass trotzdem einige deutsche Militärs in den NATO-Stäben den Krieg mitführten, wie Christian Ströbele unlängst aufdeckte, sollte man nicht nur aus Demokratie-Gründen (Übergehen des Parlaments) kritisieren, sondern weil die Kriegsbeteiligung falsch war.

Was war an dieser falsch, wo doch der Krieg jetzt offenbar gewonnen ist? Der angegebene Kriegsgrund („humanitäre Intervention“) ist zweifelhaft. Der Hamburger Prof. Reinhard Merkel dazu: „Dass Gaddafis Truppen gezielt Zivilisten töteten, ist vielfach behauptet, aber nirgends glaubhaft belegt worden.“ (FAZ 22.3.2011) US-Professor Alan J. Kuperman stellt im Boston Globe vom 14.4.2011 sogar das Basisargument, es habe ein Massaker an Zivilisten in Bengasi gedroht, in Frage: „Nor did Khadafy ever threaten civilian massacre in Benghazi, as Obama alleged. The “no mercy’’ warning, of March 17, targeted rebels only, as reported by The New York Times, which noted that Libya’s leader promised amnesty for those “who throw their weapons away.’’ Khadafy even offered the rebels an escape route and open border to Egypt, to avoid a fight “to the bitter end.’’”]

Gehen wir trotzdem einmal davon aus, dass im März ein Blutbad in Benghasi durch das Gaddafi-Regime drohte. NATO-Mächte wie Frankreich und Britannien bereiteten Luftangriffe vor und besorgten sich ein UN-Mandat. Die Flugverbotszone wurde eingerichtet. Nach dieser Lesart war Ende März also das Blutbad in Benghasi verhindert worden.

Aber wieso wurde nach der UN-Sicherheitsratsresolution (bis heute) fünf Monate heftig Krieg geführt, ohne dass es zu einem Waffenstillstand und zu politischen Verhandlungen bzw. einer politischen Lösung kam? Warum wurden alle Fact-Finding-Missionen abgelehnt? Wieso mussten mehr als 15.000 Menschen sterben? Weil Regime-Change (und darum ging es den westlichen Mächten von Anfang an) keine Kompromisse erlaubt. Die Waffen hätten nach NATO-Auffassung nur ruhen können, wenn sich der Kriegsgegner bedingungslos ergeben hätte. Weil er das nicht tat, wird er selbstverständlich für alle Opfer verantwortlich gemacht. Jede politische Initiative bzw. jedes Waffenstillstandsangebot Gaddafis wurde zurückgewiesen, da man Gaddafi grundsätzlich nicht trauen könne und dieser abtreten müsse. DANN (also quasi nach dem Regime-Change) könne man verhandeln. Die völlige Kompromisslosigkeit der Rebellen und der NATO ist insofern verblüffend, als viele Rebellenführer sich aus der Gaddafi-Führung rekrutierten. Der fließende Seitenwechsel zur anderen Bürgerkriegspartei wurde von Spiegel Online am 25.8.2011 mit der satirischen „Eilmeldung“ auf die Spitze getrieben, Gaddafi selbst sei nun auch zu den Rebellen übergelaufen. Insofern war die Basis für eine inhaltliche Einigung in Libyen besser als bei manch anderem Konflikt. Trotzdem wurden alle Bemühungen der Türkei, von Venezuela oder auch der Afrikanischen Union ignoriert bzw. bombardiert („Frankreich bombardierte eine Lösung“ – Überschrift in der türkischen Zeitung Hürriyet). In der Liste fehlt – Deutschland! Durch die Stimmenthaltung hätte die Bundesregierung alle Voraussetzungen für eine neutrale Vermittlung mitgebracht, aber hier unternahm Westerwelle offensichtlich nichts. DAS könnte man an ihm kritisieren, aber nicht die Stimmenthaltung im Sicherheitsrat.

Zweifellos war der NATO-Kriegseinsatz in Libyen intensiv: Bis Ende August wurde über 20.000 Lufteinsätze geflogen, darunter fast 8.000 richtige Kampfeinsätze. Zum Vergleich: im 1.Halbjahr 2010 wurden in Afghanistan nicht einmal 15.000 Einsätze geflogen!

Der Vorwurf an Westerwelle lautet nun, dass er den NATO-Kriegseinsatz nicht würdige und stattdessen „rechthaberisch“ auf die Erfolge der von ihm initiierten Sanktionspolitik verweise. Der wegen seiner Nähe zu Gaddafi Ende März im Eilverfahren abberufene russische Botschafter in Libyen, Wladimir Tschamow, schätzte damals, dass der Krieg in 3-4 Monaten zu Ende sei, wenn nämlich das Gaddafi-Regime seine Leute nicht mehr mit Lebensmittel und anderen Dingen versorgen könne. Er hat sich offenbar nur um wenige Wochen verschätzt. Insofern soll man Westerwelles Argument nicht vom Tisch wischen. Denn wie soll eine Großstadt wie Tripolis, die sich nicht selbst ernähren kann und von allen Verkehrsverbindungen abgeschnitten ist, noch versorgt werden? Dass noch auf Schleichwegen Lebensmittel in die Stadt gebracht werden können, ändert an der allgemeinen Versorgungsproblematik nichts. Die tagesschau berichtet entsprechend am 27.8.2011 über die Lage in Tripolis, nachdem die Stadt von den Rebellen erobert wurde: „Für die Menschen in Libyens Hauptstadt Tripolis wird das Leben schwieriger. In der Millionenmetropole fiel stundenlang der Strom aus. Die ganze Stadt sei dunkel, berichtete eine Korrespondentin am Abend der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe auch kein Wasser mehr… Zudem mangelt es in der Stadt an frischen Lebensmitteln. Vor den wenigen Geschäften, die frische Waren anbieten, bildeten sich lange Schlangen.“ Die Guthaben Libyens wurden seit März eingefroren und beschlagnahmt. Entsprechend geriet das Gaddafi-Regime auch ohne den täglichen Bombenhagel, der sicher auch der Strom- und Wasserversorgung nicht gut getan hat, immer mehr in die Bredrouille.

Dass die internationalen Sanktionen keine Wirkung auf den Konflikt hatten, kann man also nicht ernsthaft behaupten. Diejenigen, die Westerwelle wegen seiner Analyse des Zusammenbruchs des Gaddafi-Regimes kritisieren und ihn zum Abschwören und zur Würdigung der Militärschläge nötigen wollen, würgen damit gleichzeitig die Diskussionen über nicht-militärische Alternativen ab. Denn Westerwelle hatte bei den Zielen gar keinen Dissens zu seinen westlichen Bündnispartnern, er wollte diese aber ohne militärische Mittel erreichen.

Man muss Westerwelle in diesen Tagen verteidigen. Das geht, auch ohne dass man ihn gleich für den Friedensnobelpreis vorschlägt. Aber es wäre schon absurd, wenn er ausgerechnet zurücktreten würde, weil er etwas richtig gemacht hat.

Uli Cremer


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/682.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Internationale Liga für Menschenrechte gratuliert Friedensaktivisten und Rüstungs(export)gegnern zum Aachener Friedenspreis 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/669</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-669</guid><description><![CDATA[Liga-Vizepräsident Rolf Gössner (Bremen) wird am 1. September 2011während der Verleihungsfeier in der Aula Carolina zu Aachen die Laudatio halten auf die diesjährigen Aachener Friedenspreisträger

JÜRGEN GRÄSSLIN (Freiburg)
sowie die
INFORMATIONSSTELLE MILITARISIERUNG e.V. (IMI, Tübingen)

Jährlich zum Antikriegstag am 1. September findet die Verleihung des bundesweit und interna­tional renommierten Aachener Friedenspreises statt. Dieser Friedenspreis wurde 1988 als Bürgerinitiative aus der Aachener Friedensbewegung gegründet, um Einzelpersonen oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die von "unten her" dazu beigetragen haben, der "Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu dienen" -- eine Zielsetzung, der sich auch die Internationale Liga für Menschenrechte verpflichtet sieht.

Wie der Verein Aachener Friedenspreis zu seiner diesjährigen Entscheidung erklärt, arbeitet der Pädagoge und Buchautor  (Freiburg) seit den 1980er Jahren "mit beeindruckender Energie und Unermüdlichkeit für den Frieden, vor allem für Verbote von Rüstungsproduktion und Rüstungsexporten". Die  (Tübingen) sei als "antimilitaristische Denkfabrik" seit 15 Jahren "Mittler zwischen Friedensforschung und Friedensbewegung", die mit Analysen und kritischen Hintergrundinformationen den Widerstand gegen die zunehmende Militarisierung Deutschlands und der EU unterfüttere und unterstütze.

Dazu Liga-Vizepräsident Rolf Gössner (Bremen), der die Laudatio auf beide Preisträger halten wird:
"Es ist überaus bedeutsam und auch hochaktuell, dass dieses Jahr herausragende Rüstungsgeg­ner und Friedensaktivisten mit diesem Friedenspreis geehrt werden - gerade in einer Zeit, in der wir eine fortschreitende Militarisierung der Außen- und Innenpolitik zu beklagen haben, gerade in einer Zeit, in der der deutsche Waffenhandel ungebremst floriert." /Die skandalösen Genehmigungen von Rüstungs- und Waffenexporten an menschenrechtsverletzende Staaten und Regime des Nahen
und Mittleren Ostens durch den regierungsamtlichen Bundessicherheitsrat zeigten, wie brisant diese Problematik sei, so Gössner, "aber auch wie existentiell für potentiell Betroffene, wie verhängnisvoll für Oppositionelle und die Demokratiebewegungen in den jeweiligen Zielländern. Besonders die ganz legalen Rüstungsexporte an diktatorisch regierte Staaten sowie in Krisen- und Kriegsgebiete sind Bombengeschäfte mit dem Tod und lassen die deutschen Waffenschmieden zu staatlich lizenzierten Konflikt- und Kriegsgewinnlern werden." Mit ihrem herausragenden Engagement gegen Waffenexporte und fortschreitende Militarisierung von Staat und Gesellschaft haben sich die Aachener Friedenspreisträger 2011 große Verdienste erworben.

Mehr zu den Preisträgern auf 

Internationale Liga für Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Tel. 396 21 22, Fax 396 21 47,



Verleihung des Aachener Friedenspreises am 1. September 2011, 19 Uhr in der Aula Carolina zu Aaachen, Pontstraße


Programm


Begrüßung: Uta Kempen (Mitglied im Aachener Friedenspreis e.V.)

Grußwort für die Stadt Aachen: Stv. Bürgermeister Björn Jansen

Ansprache: Karl Heinz Otten (Vorsitzender des Aachener Friedenspreis e.V.)

Laudatio: Dr.  Rolf Gössner (RA/Publizist, Internationale Liga für Menschenrechte)

Preisverleihung und Dankreden der Preisträger:
Jürgen Grässlin (Freiburg) und 
Tobias Pflüger (für Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen)

Musikalischer Rahmen: Annette Coelho


Bisherige Aachener Friedenspreisträger u.a.:
Women in Black, 
Gush Shalom mit Uri Avnery (Israel),
Leyla Zana und Eren Keskin (Türkei),
Petersburger Soldatenmütter (Russland), 
Peace Brigades International,
Ludwig Baumann (Wehrmachtsdeserteur, Friedensaktivist),
Andreas Buro (Politologe),
Hanne Hiob (Schauspielerin),
Pro Asyl mit Heiko Kauffman,
Wanderkirschenasyl NRW,
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft e.V. (Büren)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ZgK 32 - Weltfriedenstag / Antikriegstag 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/668</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-668</guid><description><![CDATA[JETZT BESTELLEN! 

Auch zum diesjährigen Weltfriedens-/Antikriegstag am 1. September 2011 erscheint wieder eine Ausgabe der Zeitung gegen den Krieg – ZgK. Es handelt sich um die 32. Ausgabe seit Gründung der Antikriegszeitung 1999, im Nato-Krieg gegen Jugoslawien („Kosovo-Krieg“).

Die Zeitung geht am 26. August in den Vertrieb. Sie wird also für die Aktivitäten am Weltfriedens-/Antikriegstag rechtzeitig vor Ort präsent sein.

Inhalte der neuen Ausgabe

- Weltweite Schuldenkrise und weltweite Rüstungsausgaben
- Der Nato-Krieg um Öl in Libyen
- Kanzlerin Merkel als Händlerin des Todes / Deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien, Angola, Nigeria usw.
- Berliner Senat lässt an Schulen für das Kriegshandwerk werben
- Antikriegstag und Nazi-Mobilisierungen
- Ausstieg aus der Atomenergie? Nicht bei atomarer Forschung für das deutsche Militär
- Zehn Jahre Afghanistan-Krieg
- Das Massaker in Norwegen und die faschistische Ideologie


Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe sind u.a.:

Ulla Jelpke // Jürgen Grässlin // Joachim Guilliard // Heike Hänsel // Ulrich Sander // Reiner Braun // Dietrich Schulze // Laura von Wimmersperg // Winfried Wolf
 

Umfang wie immer seit zehn Jahren: 12 Seiten Zeitungsformat // Bezugspreise günstig wie folgt:
-           Bestellungen von 1 bis 50 Ex.: 30 Cent je Ex.
-           Bestellungen von 51 - 499 Ex.: 25 Cent je Ex.
-           Bestellungen ab 500 Ex.: 18 Cent je Ex.

Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.

Bestellungen ab sofort bitte an 

oder über unser  


oder per Fax 030-227 76 179
oder per Telefon 030-22773179 (MdB-Büro Heike Hänsel)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/736.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistanprotest: Aufruf unterschreiben, Protestbündnis unterstützen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/667</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-667</guid><description><![CDATA[SIE REDEN VOM FRIEDEN. SIE FÜHREN KRIEG.
Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!

10 Jahre nach der ersten Konferenz auf dem Petersberg nahe Bonn die den Krieg einleitete, wollen sich im Dezember 2011 Delegationen aus 90 Ländern erneut in Bonn treffen. Nach der Propaganda der kriegführenden Regierungen soll jetzt zwar der Ausstieg aus dem Krieg offizielle zelebriert werden, in der Realität wird die NATO aber weiterhin Besatzungstruppen in fünfstelliger Zahl in Afghanistan stationiert haben und werden die Entscheidungen für das Land an anderen Stellen als in Afghanistan gefällt.

Zu erwarten für den Dezember 2011 ist eine große Propagandashow.

Die Aufgabe der Antikriegs- und Friedensbewegung gerade auch zu dieser Konferenz besteht darin, diese Verlogenheit mit all ihren Details aufzudecken.
Breit. Kraftvoll. Überzeugend. Solidarisch miteinander und mit den vom Krieg direkt Betroffenen!

!!! WAR STARTS HERE. LETs STOP IT HERE !!!



Der Aufruf ist der Versuch, die unterschiedlichen Motive des Protestes gegen das Treffen zusammen zu fassen und gemeinsam zu formulieren. Es soll DER GEMEINSAME Aufruf unseres Protestes sein und kann deshalb natürlich nicht alle Gesichtspunkte des Protestes und der Motive aller im Einzelnen darlegen. Jede Gruppe, Struktur und Strömung ist bei der Unterstützung dieses Aufrufes natürlich auch weiterhin berechtigt, ja fast schon aufgefordert, in eigenen Aufrufen die eigenen Motive und Begründungen zu formulieren!

Mit dem gemeinsamen Aufrufwollen wir deutlich machen, dass die Proteste von unterschiedlichen Organisationen strömungs- und spektrenübergreifend organisiert und getragen werden.

Unterstützt jetzt den Aufruf persönlich und mit Euren Organisationen/Strukturen!
Macht Ihr jetzt deutlich, dass die Ablehnung des Krieges groß und der Protest dagegen von breiten Teilen der Gesellschaft getragen wird!

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/773.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Antikriegstag: Freiheit und Frieden für alle — nie wieder Krieg!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/666</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-666</guid><description><![CDATA[Aufruf des DGB-Bundesvorstandes zum 1. September 2011

Freiheit und Frieden für die ganze Welt lautete der Mai-Aufruf des DGB im Jahr 1961.
Diese Forderung ist heute, 50 Jahre später, aktueller denn je.

Dieses Jahr jährt sich der Kriegsbeginn in Afghanistan zum zehnten Mal. Die Nachrichten über Opfer der Kampfhandlungen erreichen uns fast täglich. Die Bevölkerung braucht Arbeit und Stabilität statt Unsicherheit und Gewalt. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu beenden und die Zivilgesellschaft stärker zu unterstützen!

Der Einsatz in Afghanistan ist der Vorbote für weitere Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Neuausrichtung zur Interventionsarmee lehnen wir ab. Die Bundeswehr braucht als Berufsarmee stärkere demokratische Kontrolle und enge Verbindungen in die demokratische Gesellschaft.

Im Frühjahr dieses Jahres begannen große Proteste in der arabischen Welt. Die Welle des demokratischen Aufbruchs breitete sich nach und nach auf die meisten Länder Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aus und brachte die Regime in Tunesien und Ägypten zu Fall. Gerade die junge Generation setzt große Hoffnungen darauf, dass diese Gesellschaften ihren Demokratieprozess friedlich und solidarisch fortführen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für die Unterstützung dieses Prozesses stärker als bisher zu engagieren und den Demokratisierungsprozess in der arabischen Welt auch finanziell zu unterstützen!

Und sie muss Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen: Die Waffen, die Machthaber in der arabischen Welt gegen ihr eigenes Volk einsetzen, haben unter anderem deutsche und europäische Rüstungsfirmen geliefert. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Wir fordern die Bundesregierung einmal mehr auf, Rüstungsexporte in Krisenregionen zu verbieten und Rüstungsausgaben nachhaltig zu senken!

Das Ende der zivilen Nutzung der Atomkraft muss auch das Ende aller Atomwaffen sein. Trotz der Abrüstung nach dem Kalten Krieg sind noch immer über 23.000 Atomwaffen einsatzbereit. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen!

Jede Form von Menschenverachtung, Kriegsverherrlichung und Chauvinismus ist ein Angriff auf die Menschenwürde. Dies zu bekämpfen ist eine zentrale Aufgabe des demokratischen Staates. Dafür müssen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Wir fordern alle politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, die NPD und alle rechtsextremen Organisationen endgültig zu verbieten.

Rechtsextremismus und Rassismus dürfen in unserer Gesellschaft kein Raum gegeben werden.

Quelle: 

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/386.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Schlag gegen die Demokratie: Hoher Wahlrat der Türkei erklärt die Wahl des kurdischen Abgeordneten Hatip Dicle für nichtig]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/659</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-659</guid><description><![CDATA[Am 12. Juni 2011 fanden in der Türkei Parlamentswahlen statt. Wieder einmal hat sich bestätigt, dass Wahlen in der Türkei weder frei noch fair ablaufen. Neben der bestehenden 10%-Hürde, welche eine adäquate Repräsentanz der kurdischen Bevölkerung sowie aller Minderheiten im Parlament verhindern soll, kam es auch in diesem Jahr nach Berichten ausländischer und regionaler Wahlbeobachter zu schwerwiegenden Verletzungen des Rechtes auf freie Wahlen: Polizei- und Militärpräsenz in und um die Wahllokale, gefälschte Wahlscheine, mehrfache Stimmabgaben, Festnahmen, verschwundene Wahlurnen, Drohungen gegen Wähler sind nur einige Beispiele hierfür. 

All diese Repressionen konnten jedoch nicht verhindern, dass 36 Abgeordnete des Blockes für Frieden, Arbeit und Demokratie – 31 aus Kurdistan und fünf aus den türkischen Metropolen –als unabhängige Kandidaten den Einzug ins türkische Parlament schafften. Erstmalig in der Geschichte der türkischen Republik zog ein aramäischer Christ, Kandidat in der kurdischen Stadt Mêrdin, ins Parlament ein. Auch die ehem. DEP- Abgeordnete und Sacharow-Friedenspreisträgerin Leyla Zana, deren Immunität wegen ihrer Forderung nach einer politischen Lösung der kurdischen Frage aufgehoben wurde und die eine zehn jährige Haftstrafe verbüßte, wurde gewählt. Gewählt wurden auch sechs inhaftierte PolitikerInnen, die aufgrund ihrer Meinungsäußerung seit Monaten bzw. Jahren im Gefängnis sitzen. Einer davon ist der ehem. DEP- Abgeordnete Hatip Dicle, der bereits mehr als 10 Jahre im Gefängnis verbrachte, weil er als Abgeordneter für die Rechte des kurdischen Volkes eintrat. 

Seine Wahl wurde nun vom hohen Wahlrat der Türkei (YSK) für nichtig erklärt und damit auch der Wille seiner knapp 80000 Wähler bzw. aller Wähler des Blockes für Frieden, Arbeit und Demokratie. Diese Entscheidung ist entgegen der Erklärung des YSK ein ausschließlich politischer Entschluss, der jeglicher juristischer Grundlage entbehrt und bewusst gefasst wurde. Sie ist als Entscheidung im Hinblick auf die Lösungsart der kurdischen Frage zu werten und zeigt offenkundig, dass die Bemühungen der kurdischen Seite für eine politische Lösung seitens des türkischen Staates keine Beachtung finden. Die parallel hierzu verstärkten Militäroffensiven der türkischen Armee bestätigen dies. Der Entschluss des YSK stellt eine Provokation dar, die das Land in ein leidvolles Chaos stürzen wird, welches sicherlich nicht im Sinne der Völkerverständigung und des Leitbildes einer Demokratischen Republik Türkei steht. 

Das kurdische Volk wird sich jedoch von seinem Weg zu einem selbstbestimmten, freien Leben in einer Demokratischen Autonomie nicht abbringen lassen und auch diese Hürden überwinden; so auch die Überzeugung vieler WahlbeobachterInnen aus Europa, die die Parlamentswahlen in der Türkei mitverfolgt haben. Nach Bekanntgabe der Entscheidung des YSK in den Medien, noch bevor die Anwälte von Herrn Dicle oder dieser selbst informiert wurden, gingen zehntausende Menschen in der Türkei und in Kurdistan auf die Straßen; es gab Tote und verletzte. 

Wir appellieren daher an die Internationale Staatengemeinschaft und die Öffentlichkeit, umgehend zu intervenieren und die Einhaltung internationalen und türkischen Rechts einzufordern. Für eine politische Lösung der kurdischen Frage und die Gestaltung einer neuen, demokratischen Verfassung ist der Einzug von Hatip Dicle und allen anderen inhaftierten Abgeordneten ins Parlament unerlässlich. 

YEK-KOM- Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland e.V. // 
CENI- Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. // 
ISKU- Informationsstelle Kurdistan e.V. 
KURD-AKAD- Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V.//// 
YXK- Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.

Quelle: E-Mail vom 22.06.11
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/768.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufruf zum 2. Aktionstag der Kampagne TATORT Kurdistan am 1. September 2011]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/657</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-657</guid><description><![CDATA[Rüstungsexporte weltweit stoppen

Die Kampagne TATORT Kurdistan möchte mit ihrem 2. bundesweiten Aktionstag ein Zeichen gegen Rüstungsexporte und die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen setzen. Die weltweit führenden Rüstungskonzerne konnten laut Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ihren Umsatz 2009 um weitere 8% auf 296 Mrd Euro steigern. In den vergangenen fünf Jahren haben deutsche Firmen ihre Rüstungsexporte fast verdoppelt, die Türkei ist dabei mit 15,2 % weiterhin der wichtigster Abnehmer für die BRD. Deutsche Konzerne profitieren vom Boom im Rüstungsbereich: Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann (KMW), ThyssenKrupp, Diehl, MTU oder Heckler & Koch.
Die Bundesregierung schreckt nicht davor zurück, Waffenexporte an Staaten zu genehmigen, in denen interne Gewaltkonflikte herrschen und Menschenrechte systematisch durch die Staatspolitik verletzt werden. Die Türkei ist dabei nur ein Beispiel von vielen.

Beim Aktionstag soll dargestellt werden, wie und wo deutsche Waffen bei der Verletzung von Menschenrechten, bei Kriegsverbrechen und bei der Zerstörung von Landschaften in Kurdistan eingesetzt werden. Dabei ist zu erwähnen, dass die Zahl der politischen Inhaftierten in Kurdistan und der Türkei seit Ende der 90er Jahre ihren höchsten Stand erreicht hat, dass Ende 2010 der Einsatz von chemischen Waffen durch das türkische Militär gegen kurdische Guerillas auch in den deutschen Medien und im Bundestag thematisiert wurde und dass das systematische Abbrennen von Wälder in Kurdistan weiter zunimmt.

Die BRD und ihre Vorgängerstaaten sind seit mehr als hundert Jahren einer der wichtigsten Unterstützer des türkischen bzw. osmanischen Staates bei der Repression und Vernichtung von Oppositionellen. So wird nach wie vor einer der dunkelsten Kapiteln, nämlich die deutsche Beteiligung und Verantwortung am Genozid an bis zu 1,5 Mio. ArmenerInnen im Jahre 1915 kaum thematisiert. Banken, Waffenindustrie, Armee und Politiker aus Deutschland waren damals im Weltkrieg die wichtigsten Unterstützer des osmanischen Staates. Ohne ihr Mitwissen und Unterstützung wäre dieses Verbrechen gegen die Menschheit in diesem Umfang nicht zu verwirklichen gewesen.
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich diese unrühmliche Zusammenarbeit immer mehr gegen die für ihre Freiheit kämpfenden KurdInnen gerichtet; in diesem Rahmen werden auch die politisch aktiven KurdInnen in der BRD kriminalisiert. Bundeskanzlerin Merkel versprach der Türkei noch im Frühjahr 2010 die Lieferung von 56 Leopard II Panzern. Es steht außer Zweifel, dass diese auch gegen die Zivilbevölkerung in Kurdistan eingesetzt werden.

Wir möchten darüber hinaus auch einen Bezug zu den aktuellen Aufständen breiter Massen in den mehrheitlich arabischen Staaten herstellen. Hierbei möchten wir darauf aufmerksam machen, dass in Irakisch-Kurdistan ebenfalls täglich gegen die feudal-korrupte Regionalregierung der beiden herrschenden Parteien KDP und PUK protestiert wird. Deutsche Unternehmer kommen mit ihnen seit kurzem wieder gut ins Geschäft. So werden Treffen in der BRD organisiert, um die Investitionen deutscher Unternehmen in Irakisch-Kurdistan voranzutreiben. Dies wird aktiv von der deutschen Regierung, auch mit Besuchen Irakisch-Kurdistans, unterstützt. Die deutsche Presse verschweigt den Aspekt der Proteste.

Die Kampagne TATORT Kurdistan wird daher am 1. September 2011 zum zweiten Mal einen bundesweiten Aktionstag organisieren, um diese Machenschaften der deutschen Regierung und deutscher Unternehmen aufzuzeigen, zu kritisieren und zu behindern. Alle interessierten Einzelpersonen und Gruppen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Ein bundesweites Vernetzungstreffen findet statt am Sonntag, den 26.6. von 12-17 Uhr im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) KORN, Kornstraße 28-30, 30167 Hannover (U-Bahnhaltestelle Kopernikustrasse)...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/768.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libysche Rebellen verteidigen Festung Europa]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/658</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-658</guid><description><![CDATA[Italien schließt Abkommen mit Übergangsrat in Bengasi. Moskau und Peking fordern Ende der Gewalt

Italiens Außenminister Franco Frattini hat am Donnerstag gegenüber dem Fernsehsender RAI Uno für den heutigen Freitag die Unterzeichnung eines »Kooperationsabkommens« mit dem selbsternannten Übergangsrat der libyschen Rebellen in Bengasi angekündigt. Dieses solle den Kampf gegen »illegale Einwanderung« nach Europa und »das Problem der Rückführung« regeln.

Italien, wo immer wieder Boote mit Flüchtlingen aus Afrika eintreffen, hatte mit der libyschen Regierung im Jahr 2009 ein ähnliches Rückführungsabkommen geschlossen. Danach ging die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zurück, da diese schon in Nordafrika von den dortigen Behörden aufgehalten wurden. Seit dem NATO-geführten Luftkrieg gegen Libyen, an dem sich auch Italien beteiligt, werden die Flüchtlinge von den Behörden jedoch nicht mehr an der Fahrt über das Mittelmeer gehindert. Frattini sagte nun, die libyschen Rebellen hätten sich dazu verpflichtet, Flüchtlinge zurückzuschicken.

Die Präsidenten Rußlands, Dmitri Medwedew, und Chinas, Hu Jintao, haben unterdessen zu einem Ende der Gewalt in Libyen aufgerufen. Die UN-Resolution, mit der die NATO ihre Luftangriffe begründet, müsse strikt eingehalten und dürfe nicht weiter als erlaubt ausgelegt werden. Beide Mächte hatten sich, ebenso wie Deutschland, bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution enthalten, seither das Vorgehen der Militärallianz jedoch wiederholt kritisiert. Mit Blick auf die Lage in Libyen und in Syrien erklärten die beiden Staatschefs, die internationale Gemeinschaft könne durchaus konstruktive Hilfe leisten, aber kein Land dürfe sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes in der Region einmischen. Um die schwierige Lage im Nahen Osten und in Nord­afrika in den Griff zu bekommen, seien »legale und politische Mittel« nötig, erklärten Medwedew und Hu weiter. (AFP/jW)

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/205.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Deutsche und europäische Nahost-Politik muss auf Palästinenserstaat bestehen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/654</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-654</guid><description><![CDATA[Äußerst kritisch bewerten die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) die von der Bundesregierung erklärten Bedingungen für die Gründung eines palästinensischen Staates. Jahrelang - und aktuell durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel bei ihrem Besuch in der Region - hat Deutschland die Zwei-Staatenlösung als das Frieden bringende Endziel für den Konflikt zwischen Palästinensern und Israel erklärt. Jetzt aber wird die für den September mögliche Ausrufung eines eigenen Palästinenserstaates vom Einverständnis der israelischen Regierung abhängig gemacht. Beide Minister warnten bei ihrem Besuch in der Region wiederholt vor einer "vorzeitigen und einseitigen" Ausrufung des palästinensischen Staates.

Die IPPNW sieht diese Konditionierung als einen erheblichen Rückschritt auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des Konflikts im Nahen Osten. Gerade dem politischen Einwirken Deutschlands und Europas auf die israelische Regierung misst sie erhebliches Entwicklungspotential für die Region zu.

Leider, so die IPPNW, hat die Bundesregierung ihre Nahost-Politik der Unbeweglichkeit der israelischen Regierung angeglichen. In seiner Rede vor dem US-Kongress demonstrierte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nachdrücklich, dass seine Regierung keinen Beitrag zu einer politischen Lösung des zentralen Konflikts im Nahen Osten anbietet. Statt friedenspolitischer Offerten wiederholte er gegenüber den PalästinenserInnen und dem Nahostquartett nur Altbekanntes: Nein zur Teilung Jerusalems, Nein zur Rückkehr der Flüchtlinge und Nein zu den Grenzen von 1967. Vielmehr forderte er, dass Israel als "Jüdischer Staat" anerkannt wird und verlangte israelische Militär-Stützpunkte entlang des Jordan.

Die IPPNW will in Übereinstimmung mit vielen anderen Organisationen der deutschen und europäischen Friedensbewegung die Unbeweglichkeit israelischer, deutscher und europäischer Politik durchbrechen. Sie stellt an alle am Konflikt Beteiligten die eindringliche Aufforderung, sich gewaltfrei für die Lösung des Konfliktes einzusetzen. Dazu gehört neben der Anerkennung Palästinas durch die UN im September auch, dass die Bundesregierung keine Waffen in Länder des Nahen und Mittleren Ostens von Ägypten bis Israel mehr exportiert. Deutschland und die Europäische Union müssen sich nachdrücklich für das Ziel der für 2012 geplanten UN-Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone in der Region engagieren. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Staatsverhinderung Palästinas]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/655</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-655</guid><description><![CDATA[pax christi widerspricht Niebel und Westerwelle

„Die Bundesregierung darf sich einer Zweistaatenlösung nicht in den Weg stellen. Sie muss deshalb den Staat Palästina anerkennen, der 1988 von Yassir Arafat ausgerufen wurde und von über 100 Staaten anerkannt ist.

Statt den Palästinensern ihre Initiative für eine Anerkennung des Staates Palästina durch die UNO auszureden, wie es derzeit Außenminister Westerwelle und Entwicklungsminister Niebel versuchen, muss die Bundesregierung das palästinensische Potential im Rahmen einer Zweistaatenlösung stärken.“

so heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes von pax christi.

Den gesamten Wortlaut der Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes finden sie 
im Folgenden
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Keine Staatsverhinderung Palästinas

pax christi widerspricht Niebel und Westerwelle

Die Bundesregierung darf sich einer Zweistaatenlösung nicht in den Weg stellen. 
Sie muss deshalb den Staat Palästina anerkennen, der 1988 von Yassir Arafat 
ausgerufen wurde und von über 100 Staaten anerkannt ist.

Statt den Palästinensern ihre Initiative für eine Anerkennung des Staates 
Palästina durch die UNO auszureden, wie es derzeit Außenminister Westerwelle und 
Entwicklungsminister Niebel versuchen, muss die Bundesregierung das 
palästinensische Potential im Rahmen einer Zweistaatenlösung stärken.

Die Palästinenser haben Hausaufgaben gemacht. Sie haben demokratische Strukturen 
und Institutionen aufgebaut und die Spaltung von Fatah und Hamas überwunden. Nun 
setzen sie ihre Hoffnung wieder einmal auf die Weltgemeinschaft. Die 
diplomatischen Erfolge in den lateinamerikanischen Ländern, von denen die 
meisten Palästina mittlerweile anerkannt haben, geben ihnen Auftrieb. Die 
UN-Generalversammlung soll, wie es die UN-Charta vorsieht, auf Empfehlung des 
UN-Sicherheitsrates der Aufnahme im September zustimmen. Falls es im 
Sicherheitsrat zu einem Veto kommt, z.B. durch die USA, muss die Einberufung 
einer außerordentlichen UN-Generalversammlung erfolgen.

Die israelische Regierung will die UN-Initiative der Palästinenser verhindern 
und ignoriert auch die Demonstrationen im eigenen Land, die die israelische 
Friedensbewegung zugunsten eines Staates Palästina begonnen hat. pax christi 
begrüßt diese Kundgebungen, als ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben 
von Israel und Palästina.

Die Bundesregierung will nur einem zwischen den Palästinensern und den Israelis 
verhandelten Staat Palästina zustimmen. Das hat Kanzlerin Merkel im Vorgriff auf 
eine noch auszuhandelnde gemeinsame EU-Linie Ministerpräsident Netanjahu 
zugesichert.  Statt im Rahmen des Nahostquartetts (EU, USA, UN und Russland) der 
israelischen Besatzung Grenzen zu setzen, erhöht die Bundesregierung nun den 
Druck auf die Palästinenser.

Der Staat Israel erklärte sich 1948 unabhängig und wurde international 
anerkannt. Auch von der Bundesrepublik. Den Staat Palästina aber, will die 
Bundesregierung immer noch nicht anerkennen mit Hinweis auf die noch ausstehende 
Friedenslösung. Sie will aber auch verhindern, dass der Staat Palästina in die 
UNO aufgenommen wird. Gelingt ihr das, stößt sie damit das kleine Fenster einer 
Zweistaatenlösung weiter zu.

Geschäftsführender Vorstand pax christi
Berlin, 14. Juni 2011
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Frieden in Libyen braucht Verhandlungen mit allen Seiten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/656</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-656</guid><description><![CDATA[Christoph Krämer, Vorstandsmitglied der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, nimmt den Besuch zweier deutscher Minister bei den Rebellen in Libyen zum Anlass, daran zu erinnern, dass "die äußere militärische Einmischung in einen Bürgerkrieg zugunsten einer Partei völkerrechtswidrig ist". Um einen dringend nötigten
Waffenstillstand und anschließende Friedensverhandlungen in Libyen nicht per se zu unterlaufen fordert er von der Bundesregierung, "den Konflikt nicht durch Vorwegnahme des westlicherseits erwünschten Kriegsergebnisses anzuheizen, sondern auch mit der weiterhin amtierenden Regierung zu kommunizieren, ihre Friedensinitiativen ernst zu nehmen und aufzugreifen und auch Tripolis zu besuchen, um sich dort ein eigenes Bild von den Folgen der NATO-Bombardierungen zu machen."

Mit der Anerkennung des Übergangsrat der gegen Gaddafi kämpfenden Rebellen und der Eröffnung eines deutschen Verbindungsbüros in der ostlibyschen Metropole Bengasi reiht sich Deutschland in die Phalanx jener ein, die gute Beziehungen und Nachkriegsgeschäfte mit dem größten afrikanischen Erdölproduzenten machen wollen.

Obwohl Deutschland sich bei der UN-Resolution 1973 der Stimme enthalten hat, unternimmt die Bundesregierung unterhalb der direkten militärischen Interventionsschwelle alles, was ihrer Ansicht nach deutschen Interessen und der NATO-Bündnistreue dienen könnte. Die völkerrechtlich fragwürdige UN-Resolution wurde mit dem Schutz der libyschen Zivilbevölkerung gerechtfertigt. Die Äußerungen von Politikern der intervenierenden Koalition und die Angriffsaktionen der NATO-Kräfte belegen dagegen seit geraumer Zeit, dass nunmehr ein "Regime Change" zum militärischen Endzweck geworden ist.

Christoph Krämer bestärkt die grundsätzliche Haltung der IPPNW, dass durch Krieg kein wirksamer Frieden für eine Gesellschaft zu erreichen ist. Die Geschichte belegt immer wieder die verheerenden Auswirkungen von Krieg und Bürgerkrieg auf die sozio-ökonomischen Indikatoren. Sie zeigt zugleich einen häufigen Übergang in eine gewalttätige Nachkriegsgesellschaft mit massenhaften Übergriffen und drohendem Genozid.

Der von einer internationalen Koalition unterstützte Bürgerkrieg in Libyen tötet und vertreibt zehntausende Menschen. Laut Angaben des UN-Hilfswerkes für Flüchtlinge (UNHCR) gibt es bis zu 100.000 interne Flüchtlinge im Land. Über 900.000 ausländische Arbeitskräfte wurden von den blutigen Auseinandersetzungen überrascht, ca. einem Drittel soll die Ausreise aus Libyen bislang gelungen sein. Insgesamt wird von einer Flüchtlingszahl von einer Million Menschen ausgegangen. Hunderte, wenn nicht tausende von ihnen sind bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Noch gibt es keine nachprüfbaren Zahlen über die Opfer des Bürgerkrieges und der NATO-Intervention, geschätzt wird, dass es bislang über 15.000 Tote gegeben haben könnte.

-----------------------------------------------------------------------------------
Weitere Infos aus der Friedensbewegung zum Krieg in Libyen auf der DFG-VK-Themenseite ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Revision und Blockaden verschoben. Camp und Demo. Gorleben und Brokdorf.]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/651</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-651</guid><description><![CDATA[ Block Brokdorf bewertet Verschiebung der Revision im AKW als Teilerfolg +-+ Blockaden werden an diesem Wochenende nicht stattfinden +-+ Camp und Demo finden statt +-+ Aktionen in Gorleben an Pfingsten und Blockaden am Wochenende 17. - 19. Juni

Schon die Ankündigung von Blockaden hat ausgereicht, um den Zeitplan von E.ON durcheinander zu bringen. Die Verschiebung der Revisionsarbeiten zeigt, dass sich der Atomkonzern nicht sicher sein konnte, ob die Polizei es schaffen würde, den Zugang zum AKW freizuhalten. Die Behauptung einer bedrohten Netzstabilität über Pfingsten ist ein durchsichtiger Vorwand für den Rückzieher des Atomkonzerns. Das Aktionsbündnis Block Brokdorf sieht dies als einen wichtigen Teilerfolg, der uns zeigt, welchen Druck Blockaden und andere Aktionen des kollektiven Regelübertritts ausüben können..

Angesichts der Verschiebung des Beginns der Revisionsarbeiten im AKW Brokdorf auf den Mittwoch, den 15.6. wird das Aktionsbündnis Block Brokdorf die geplanten Blockaden an Pfingsten nicht durchführen. Unser Ziel war eine mehrtägige und materiell wirksame Blockade der Zufahrten zum AKW Brokdorf, um das Wiederanfahren des Reaktors zu verzögern. Dieses Ziel können wir nur während der Revisionsarbeiten erreichen, daher haben wir uns nach intensiver Beratung zur Absage entschlossen.

Das Camp in St. Margarethen wird aber wie geplant ab Freitag, den 10.6., geöffnet sein. Es gibt dort Platz zum Zelten, Verpflegung und sonstige Infrastruktur. Ebenso wird die angekündigte Demonstration am Sonntag, dem 12.6. um 6 Minuten vor Zwölf ab Großwisch zum AKW Brokdorf stattfinden.

Das Aktionsbündnis Block Brokdorf weist auch auf die Aktionen hin, die an Pfingsten parallel am geplanten Endlager in Gorleben stattfinden. Wir rechnen damit, dass einige AktivistInnen nun an diesen Aktionen teilnehmen werden. Infos: 

Wir begrüßen die Ankündigung von x-tausendmal quer, die Blockaden der Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf nun ab dem 18. Juni durchzuführen. Ob und in welcher Form sich das Aktionsbündnis Block Brokdorf sich an diesem Termin an den Blockaden beteiligen wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Eine Mitteilung hierzu erfolgt noch.

Der angekündigte Pressetermin am Camp St. Margarethen am 11.6. um 13 Uhr entfällt. Wir sind jedoch für weitere Auskünfte unter den angegebenen Nummern für Sie zu erreichen.

Quelle: Pressemitteilung #10 der BlockBrokdorf Pressegruppe vom 9. Juni 2011...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/761.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Breites gesellschaftliches Bündnis wird AKW Brokdorf blockieren]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/648</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-648</guid><description><![CDATA[BUND, Attac, IPPNW, NaturFreunde und etliche weitere Gruppen unterstützen AKW-Blockaden von X-tausendmal quer.

Nach dem Atom-Beschluss der Bundesregierung hat ein breites gesellschaftliches Bündnis Massenaktionen Zivilen Ungehorsams gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken angekündigt. Zahlreiche Verbände, darunter der BUND, Attac, IPPNW, die NaturFreunde und der Bund Deutscher PfadfinderInnen werden die gewaltfreie Blockade von X-tausendmal quer unterstützen, die ab Pfingstsonntag, 12. Juni, am AKW Brokdorf stattfindet.

Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin von X-tausendmal quer, erklärt:
„Monatelang haben Hunderttausende Menschen bei zahlreichen Protesten immer wieder den sofortigen Atomausstieg gefordert. Mit ihrem Beschluss, neun Reaktoren für mindestens zehn Jahre weiter zu betreiben, tritt Merkel diese Bewegung mit Füßen und verhöhnt diejenigen, die sich nach Merkels Erklärungen unmittelbar nach Fukushima einen echten Atomausstieg erhofft hatten. Doch X-tausende werden die Entscheidung Merkels nicht akzeptieren und den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken mit gewaltfreien Mitteln blockieren.“

Jutta Sundermann, Pressesprecherin von X-tausendmal quer und Mitglied im Koordinierungskreis von Attac erklärt: „Es herrscht offene Empörung über den so genannten Atomausstieg von Schwarz-Gelb: Nicht genug, dass die Bevölkerung für weitere zehn Jahre dem Risiko eines Super-GAUs ausgesetzt wird. Zusätzlich behindern die Beschlüsse der Koalition auch noch massiv den Ausbau der Erneuerbaren Energien und garantieren mit zahlreichen Extrawürsten für die vier großen Energiekonzerne deren Marktmacht. Den gesamtgesellschaftlichen Atom-Konsens, von dem die Koalition träumt, wird es so nicht geben.“

Bereits im vergangenen Herbst hatten sich Organisationen und Verbände aus verschiedenen gesellschaftlichen Spektren an den Castor-Blockaden von X-tausendmal quer in Gorleben beteiligt. Damals hatten 5000 Menschen den Atommüll-Transport mit einer gewaltfreien Sitzblockade mehrere Tage lang aufgehalten und gegen die schwarz-gelbe Atompolitik protestiert.

Die gesamte Liste aller 40 Organisationen, die die Blockaden unterstützen, finden Sie unter: 


X-tausendmal quer
Gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft

Pressemitteilung vom 1. Juni 2011


X-tausendmal quer ist eine bundesweite Anti-Atom-Initiative, die gewaltfreie Blockaden gegen Atomkraft und Castor-Transporte organisiert. 


-----------------------------------------------------
Auch der DFG-VK-Bundesverband sowie einige Gliederungen und viele Mitglieder der DFG-VK unterstützen den Aufruf zur Blockade....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/761.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Homohochzeit in Kriegszeiten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/650</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-650</guid><description><![CDATA[Rezension von Eugen Januschke zum Buch 
"Queere Bündnisse und Antikriegspolitik" von Judith Butler

Noch haben wir einen öffentlich bekennenden Schwulen als Außenminister. Und der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages Reinhold Robbe heiratete am 16. April Freo Majer, der mit seinem Verein „Frontkultur“ Theater für deutsche Soldaten in Afghanistan macht.
Die Zeiten, da man annehmen konnte, dass Schwule der Bundeswehr zumindest mit Vorbehalten gegenüber stehen, scheint vorbei. Nicht nur viele Schwule sehen Staat und Bundeswehr als Verteidiger ihrer „Minderheitenrechte“. Judith Butler ordnet dies ein in „... Versuche, Schwule für den Aufbau nationalistischer und fremdenfeindlicher Kulturen zu rekrutieren ...“, so in ihrem nun publizierten Vortrag „Queere Bündnisse und Antikriegspolitik.“

Gehalten wurde dieser Vortrag in der Berliner Volksbühne am Vorabend des Christopher-Street-Day (CSD) letzten Jahres. Butler sollte auf der Abschlusskundgebung des CSD dessen Zivilcouragepreis verliehen werden. Dort verweigerte sie öffentlich die Entgegennahme und begründete dies mit rassistischen Tendenzen innerhalb einiger Organisationen, die den CSD in Berlin veranstalten. Da es personelle Überschneidungen zwischen dem Veranstalter des Abends mit den Organisatoren des CSD gibt, konnte offensichtlich nicht der Versuchung widerstanden werden, den Beitrag im Buch noch um „Annotationen“ zu ergänzen, die sich um diesen Rassismusvorwurf drehen. Dabei ist das Anliegen des Textes von Butler durchaus weitergehend, indem sie Grundlagen für eine queere Antikriegspolitik aufzuzeigen sucht.

Hierzu entwickelt Butler zunächst ihre Forderung nach „radikaler Demokratie“ aus dem sich im CSD artikulierenden Wunsch, öffentlichen Raum für sich zu beanspruchen. Dieses „Recht“ auf die Beanspruchung von öffentlichen Raum hilft Butler zu begreifen, warum der sich darin ausdrückende Kampf mit dem Kampf aller entrechteten Minderheiten verknüpft ist. War diese Bündnisforderung „früher“ in emanzipatorischen Bewegungen mal selbstverständlich (ob sie dann tatsächlich erfüllt wurde, ist eine andere Frage), so hat diese Selbstverständlichkeit heute verschiedene Risse: Viele Schwule sind nicht nur gut integriert, sondern fühlen sich Staat und Militär auch in deren rassistischem Handeln verpflichtet. Anderseits behindern rassistische Einstellungen bei schwulenpolitisch Aktiven Bündnisse mit anderen Minderheiten. 

Butler beklagt nicht lediglich diesen Rassismus, sondern sie sucht - indem sie quasi einen Schritt zurück tritt - nach einer Grundlage queerer Antikriegspolitik. Diese sieht sie in der Auseinandersetzung mit der „normativen Rahmung“ des menschlichen Körpers durch Staat und Gesellschaft: „Dieser normative Rahmen legt von vornherein fest, welches Leben lebenswert, schützenswert und betrauernswert ist. Diese Auffassungen vom Leben durchziehen und rechtfertigen die heutigen Kriege. Leben wird danach unterschieden, ob es einen bestimmten Staat repräsentiert oder ob es eine Bedrohung für die liberale staatliche Demokratie darstellt, so dass reinen Gewissens ein Krieg im Namen eines bestimmten Lebens geführt werden oder die Zerstörung eines anderen reinen Gewissens gerechtfertigt werden kann.“ 

Deshalb kann Butler ihre Vorstellung von radikaler Demokratie - sich dem Fremden, fremden Ansprüchen, mögen sie auch irritieren, zu stellen - als Antikriegspolitik verstehen. Ob sie damit die Gay Community in ihrer Breite erreicht, kann man in Anbetracht von Homohochzeiten in Kriegszeiten bezweifeln. Interessant ist allerdings Butlers Text durchaus für KriegsgegnerInnen, die vom Ringen queerer Zusammenhänge um Antikriegsbündnisse jenseits von kulturellen Relativismus und Universalismus inhaltlich profitieren möchten.

Eugen Januschke ist aktiv im DFG-VK-Landesverband Berlin-Brandenburg.


Judith Butler: Queere Bündnisse und Antikriegspolitik.
Männerschwarm Verlag, Hamburg 2011; 42 Seiten; 6 Euro
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/763.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Menschenrechte statt Grenzschutztechnologie]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/645</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-645</guid><description><![CDATA["Die Proteste gegen die EADS-Aktionärsversammlung in Amsterdam kommen zur rechten Zeit. Der Konzern ist ein industrieller Handlanger des EU-Grenzregimes", kommentiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko eine entsprechende Ankündigung der holländischen "Kampagne gegen Waffenhandel".

Mit der geplanten Kundgebung wird nicht nur die Rolle des Konzerns als einer der weltweit größten Waffenproduzenten thematisiert. Kritisiert wird auch dessen Rolle als Hersteller nuklearer Waffensysteme. 2009 hatte EADS noch an der Rüstungsmesse LAVEX im libyschen Tripolis teilgenommen.

Hunko weiter:

"Recherchen von JournalistInnen hatten kürzlich die enge Verzahnung deutscher und saudi-arabischer Innenbehörden aufgedeckt: Über den Umweg der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden BeamtInnen der Bundespolizei finanziert, um saudische Grenzschützer am EADS-System zu schulen.

Details zu dem Deal zwischen EADS, Bundespolizei und dem saudi-arabischen Innenministerium bleiben weiterhin im Dunkeln. In den jahrelangen Verhandlungen dürfte der frühere Vorstandsvorsitzende Markus Hellenthal eine wichtige Rolle gespielt haben, der zuvor im Innenministerium Referatsleiter für den Bundesgrenzschutz gewesen war. Auch Udo Hansen, der frühere Präsident des Bundesgrenzschutzes Ost, verfügt über beste Beziehungen nach Saudi-Arabien, wo er zeitweise als privater Sicherheitsberater arbeitete.

Zur Maxime von EADS gehört die stetige Verzahnung ziviler und militärischer Sektoren. Hierzu kauft sich der Konzern regelmäßig Redezeiten bei großen &#39;Sicherheitsmessen&#39;, die vor allem Märkte in afrikanischen und arabischen Ländern adressieren.

EADS brüstet sich mit der Belieferung zahlreicher Länder mit Grenzsicherungssystemen, in die sowohl polizeiliche als auch militärische Infrastruktur integriert sind. Menschenrechte geraten gegenüber der hochgerüsteten Flüchtlingsabwehr ins Abseits".

Download der Studie "European Aeronautic Defense and Space Company EADS - European technology arming the world" von der "Kampagne gegen Waffenhandel" vom Mai 2011: 

-----------------------------------------------
 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/760.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Offener Brief der GEW M-V: Keine Uniform an Schulen – Kooperationsvereinbarung kündigen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/637</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-637</guid><description><![CDATA[Anlässlich des 8. Mai fordern wir den Bildungsminister des Landes, Henry Tesch, auf, mit sofortiger Wirkung die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Wehrbereichskommando 1 Küste der Bundeswehr zu kündigen.

Wir rufen darüber hinaus alle Lehrkräfte im Land dazu auf, auf eine Einbeziehung der Bundeswehr im Unterricht, ganz gleich in welchem Zusammenhang, zu verzichten! Wir unterstützen die Kolleginnen und Kollegen mit Informations- und Aktionsmaterial, um auch den verstärkten Werbeversuchen der Bundeswehr entgegenzutreten, die wegen der Aussetzung der Wehrpflicht und der sich abzeichnenden Rekrutierungsprobleme zu erwarten sind.

Wir fordern die Parteien auf, im Parlament aktiv auf eine Kündigung der Kooperationsvereinbarung hinzuarbeiten!

Begründung:
Nicht erst der Zweite Weltkrieg hat gezeigt, welchen Schaden und wie viel Leid Krieg über die Menschen bringen kann. Auch die aktuellen Konflikte in der Gegenwart zeugen davon. Mit dem Einsatz der Bundeswehr in Krisen- und Kriegsgebieten im Ausland beteiligen sich auch deutsche Soldaten wieder an Kampfeinsätzen. Durch die Reform der Bundeswehr von einer Wehrpflicht hin zur Freiwilligenarmee steht nicht mehr der „Staatsbürger in Uniform“ bei Schulbesuchen den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. In der Vergangenheit hat sich außerdem gezeigt, dass die Bundeswehr vom Leitsatz der „Inneren Führung“ und damit der Gewissensentscheidung ihrer Soldatinnen und Soldaten über die Teilnahme an Kampfeinsätzen, immer häufiger abrückt.
Entgegen der mit dem Bildungsministerium vereinbarten Kooperation werben die Jugendoffiziere sehr wohl mit Berichten und Filmen für Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr. Eine unabhängige politische Bildung ist nicht mit dem Auftreten in Uniform zu vereinbaren, da das Tragen selbst bereits eine meinungsbildende Aussage trifft. Es steht zu befürchten, dass im Zusammenhang mit der geringen Meldung von Freiwilligen die Bundeswehr ihre Anstrengung zur Werbung nun auch an den Schulen intensivieren wird.
Die Bundeswehr ist kein „ganz normaler Arbeitgeber wie jeder andere auch“ (vgl. Zitat eines Wehrdienstberaters an einer Schule in Prerow/ Panorama 3. März 2011). Die Entscheidung für einen Dienst an der Waffe darf nicht vor dem Hintergrund der Angst vor einem fehlenden Ausbildungsplatz oder fehlende finanzielle Mittel für ein Studium getroffen werden. 

Uniformen gehören nicht an Schulen!



***************************************************************************************
weitere Materialien dazu:


 (Sicher nur deshalb, weil die Junge Union in M-V irrtümlich annimmt, dass die Bundeswehr ein Verfassungsorgan sei.) 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/517.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Jubelstürme bei der Friedensbewegung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/640</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-640</guid><description><![CDATA[Zum Tod des angeblichen Al-Kaida-Führers Osama bin Laden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Wir können in den Triumphgesängen von US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und NATO-Generalsekretär Rasmussen nicht einstimmen. Alle drei feiern heute den Tod Osama bin Ladens als "Erfolg für alle Menschen" (US-Botschafter Murphy), als "Erfolg für die Sicherheit der NATO-Alliierten" in Afghanistan (Rasmussen) und als "Erfolg für die Kräfte des Friedens" (Angela Merkel). Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit "Erleichterung" aufgenommen und gefeiert wird, begeben sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.

Aus vier Gründen wollen wir dem Jubel ausdrücklich widersprechen:

1) Wegen des Attentats vom 11. September 2001, dessen Urheberschaft Osama bin Laden zugeschrieben wird, wurde ein nun schon fast zehn Jahre dauernder Krieg in Afghanistan angezettelt. Diesem Krieg ist eine Vielfaches von Menschen zum Opfer gefallen, als damals beim Anschlag auf das World Trade Center ums Leben kamen. Der von US-Präsident Bush angeordnete Rachefeldzug ist in seiner Wirkung monströser ausgefallen als das Terrorattentat.

2) Von mehr "Sicherheit", wie Merkel fabuliert, kann doch keine Rede sein - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Und auch in anderen Ländern haben sich Terrororganisationen während des 10-jährigen "Krieges gegen den Terror" weiter verbreitet und zahlreiche Regionen destabilisiert. Ein Ende dieser Entwicklung ist mit der Ausschaltung einer terroristischen Führungsperson nicht zu erwarten.

3) Der Tod eines Top-Terroristen ist nie eine gute Lösung. Gerade wenn man an Aufklärung über terroristische Netzwerke und Aktivitäten interessiert ist, wäre ein lebender bin Laden wertvoller als ein toter.

4) 2001 bestand das wesentliche Ziel des Afghanistan-Krieges die Gefangennahme bin Ladens (siehe dazu auch die UN-Resolution 1273 vom 28. September 2001). Nun, nach seinem Tod, ist ein Hauptgrund für den Krieg entfallen. Zeit also, ihn sofort zu beenden! Leider ist davon in keiner Regierungs-Stellungnahme die Rede.

Der "Friedensratschlag" betont zum wiederholten Mal: Terrorismus ist mit Krieg nicht zu bekämpfen. Terrorismus ist eine besondere Form von Schwerkriminalität, die mit rechtsstaatlichen Mitteln zu beantworten ist.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)



...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Wir haben sie gründlich satt, die Kriegsmacher]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/634</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-634</guid><description><![CDATA[Eine Erklärung der War Resisters’ International (Internationale der KriegsdienstgegnerInnen) zur Intervention in Libyen.


War Resisters’ International – ein internationales Netzwerk von über 80 antimilitaristischen Gruppen in mehr als 40 Ländern – erklärt:

Wir haben sie gründlich satt die Militärinterventionen, die sich hinter dem Schutzschirm von falschen „humanitären Motiven“ verstecken, sei es in Libyen oder anderswo.
Wir haben die Logik der Gewalt als einer Form, soziale und politische Konflikte zu lösen, gründlich satt. Und doch müssen wir uns schon wieder diesen Themen zuwenden, als wäre in den letzten hundert Jahren nichts gelernt worden.
Wir lehnen die militärische Intervention von außen in Libyen, unter welchem Vorwand auch immer, absolut ab.

Wir lehnen auch den Gebrauch von Gewalt als Reaktion auf die vielfältigen Konflikte in Libyen ab.

Vor allem lehnen wir die ethischen und politischen Lektionen ab, die uns die intervenierenden Regierungen als Rechtfertigung für Bombardierung und Tod in dem Krieg gegen ihren ehemaligen Verbündeten Gaddafi offerieren. Die gelieferten Waffen der überwiegend europäischen Länder sind nun Objekt der Zerstörung durch einige dieser Mächte. Jetzt liefern sie noch mehr Waffen – oder erlauben deren Lieferung – diesmal an Gruppen in Opposition zu Gaddafi.

Die Tatsache, dass diese Heuchelei nicht neu ist, verringert nicht unsere Empörung, wann immer sie geschieht. Sie unterstützten Mubarak und seine Truppen in Ägypten und Ben Ali in Tunesien so lange wie möglich – und wechselten die Seite, als es für sie nicht länger nützlich war.

Wir lehnen auch militärische Interventionen von außen bei den Prozessen der Veränderungen, die in Nordafrika begonnen haben, ab. Diese unvollendeten Prozesse benötigen auf jeden Fall mehr Zeit, damit die Menschen Freiheit und soziale Gerechtigkeit erringen können. Wir hoffen, dass der Untergang der Diktaturen die Verletzungen der ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechte und Menschenrechte von Personen und Völkern beendet. Insbesondere sollte die hasserfüllte Gender-Gewalt und Diskriminierung, zu der die gestürzten Regime ermutigt hatten, ein Ende haben. Die internationale Rolle sollte nicht darin bestehen, die Zukunft dieser Länder zu formen, sondern eher darin, Unterstützung anzubieten für den Aufbau einer Gesellschaft, die die Wünsche und Rechte der Menschen respektiert. In Libyen sehen wir jedoch, dass die militärische Intervention von außen den Boden für langfristige bewaffnete Konflikte schafft, Trennungslinien verschärft, die Militarisierung der sozialen Bereiche und den Gebrauch von Gewalt verstärkt.

Was in Libyen als ein unbewaffneter Volksaufstand gegen die Diktatur begann, ist nun zu einem Bürgerkrieg geworden, der darin gipfeln wird, mit internationaler militärischer Intervention eine militärische Splittergruppe an die Macht zu bringen – wie bei den verlogenen „Friedensprozessen“ in Irak und Afghanistan.

Die WRI setzt sich heute wie gestern aktiv dafür ein, Militarismus zu verhindern und Krieg und seine Ursachen zu beseitigen. Die gewaltlosen Aktionen, die zu den Veränderungen in Tunesien und Ägypten geführt haben, zeigen den Weg, zwar noch unvollendet, aber Respekt für das Leben von Menschen und Völkern bejahend. 

Die WRI wird diesen Weg weiterhin unterstützen – ganz konkret
durch , inhaftiert wegen „Beleidigung der Armee und Störung der öffentlichen Sicherheit“ (wegen seiner im Blog veröffentlichten Meinung), indem ein internationaler Beobachter zum Prozess in Kairo entsandt wird; 
und durch Veröffentlichung des WRI-Handbook for Nonviolent Campaigns (Handbuch für gewaltlose Kampagnen) auf Arabisch. 

WRI Vorstand, April 2011

Quelle: 

********************************************************************
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/629</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-629</guid><description><![CDATA[JETZT BESTELLEN! - Neue &#39;Zeitung gegen den Krieg&#39; zu den Ostermärschen 2011 ab 14.03.2010 im Vertrieb

Auch zu Ostern 2011 wird es wieder eine neue Zeitung gegen den Krieg geben. 

Die Zeitung gegen den Krieg Nr. 31 wird ab dem 14. April 2011 ausgeliefert. Rechtzeitiges bestellen sichert, dass die Zeitungen noch überall vor dem Beginn der Ostermärsche ankommen.

Bestellungen der Zeitungen  unter  oder Fax 030-227 76 179

 

Schwerpunkte der ZgK 31 werden natürlich die aktuellen Kriegsereignisse in Libyen und die Proteste gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan sein. Wir werden darüber berichten, wie die Bundeswehr mit ihrer Umstrukturierung zur Armee im Kriegseinsatz jetzt auch unter Kindern in Schulen Nachwuchs gewinnen will, während andererseits deutsche Firmen überall in die Welt Waffen liefern. Darüber hinaus wird deutlich gemacht werden, dass es zwischen dem Betreiben von Atomkraftwerken und der Entwicklung von Atomwaffen Zusammenhänge gibt.

Das atomare Desaster von Fukushima - Oder: Atomenergie und Atom-Waffen sind nicht zu trennen

Libyen - Stoppt den Nato-Krieg um Öl und Gas in Libyen

Bundeswehr (1) - Werbekampagne für den Job Soldaten als Mörder an Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen – und Aktivitäten dagegen

Bundeswehr (2) - Mit der Umwandlung in eine Berufsarmee wird verstärkt der Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorbereitet

Afghanistan - Die Entwicklung einer afghanischen Zivilgesellschaft / Vorbereitungen auf die Proteste anlässlich des 2. Jahrestag des Kundus-Massakers und des 10. Jahrestag der Petersberger Konferenz

Arabische Revolte / Aufrüstung - Der Westen rüstet Nordafrika und den Nahen Osten zum Pulverfass auf


Autoren u.a.:
Frank Brendle / Jürgen Grässlin / Joachim Guillard / Xanthe Hall / Heike Hänsel / Ulli Sander / Monty Schädel / Michael Schulze von Glaßer / Christian Stache / Jens-Peter Steffen / Laura von Wimmersperg / Winfried Wolf / ...


{Umfang wie immer seit zehn Jahren: 12 Seiten Zeitungsformat // Bezugspreise zum ersten
-	 Bestellungen von 1 bis 50 Ex.: 30 Cent je Ex. 
-	 Bestellungen von 51 - 499 Ex.: 25 Cent je Ex.
-	 Bestellungen ab 500 Ex.: 18 Cent je Ex.

Jeweils zuzüglich Porto und Verpackung.
Bestellungen ab sofort bitte an  oder per Fax 030-227 76 179 oder per Telefon 030-22773179 (MdB-Büro Heike Hänsel)

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/736.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libyen-Krieg: Die Machtfrage ins Ausland verlagern]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/627</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-627</guid><description><![CDATA[IMI-Studie 2011/4 - in: AUSDRUCK (April 2011)
von Andreas Wagner



Die schweren Auseinandersetzungen in Libyen und das überaus harte Vorgehen der Truppen des Diktators Muammar al Gaddafi haben viele Menschen schockiert. Auch wenn der Ausgang des Konfliktes zum gegenwärtigen Zeitpunkt (31. März 2011) ungewiss ist, eines lässt sich jetzt schon mit Sicherheit sagen: Diejenigen, die im Namen von „Demokratie“ und „Menschenrechten“ die westliche Militärintervention begrüßen, machen sich – ob bewusst oder unbewusst – zu Handlangern des Versuchs der interessierten Staaten, mit Gewalt die Geschicke des Landes in „geordnete“ - sprich: pro-westliche – Bahnen zu lenken.

Für die USA und große Teile der Europäischen Union ist Gaddafi, mit dem man in jüngsten Jahren zwar recht profitabel kooperiert und dabei mehrere Augen bei dessen Menschenrechtsverletzungen zugedrückt hat (bzw. etwa die Misshandlung von Migranten regelrecht ermutigte), ein zu unsicherer Kantonist geworden. Die massiven westlichen Interessen im Land erfordern einen zuverlässigeren Sachwalter und der Aufstand im Land eröffnet die Chance, einen solchen zu installieren. Hierfür verabschiedete der UN-Sicherheitsrat am 17. März die Resolution 1973, mit der ein umfassender Kriegseinsatz gegen Libyen autorisiert und zwei Tage später begonnen wurde. Das Ziel der Intervention ist jedoch nicht der Schutz von Menschenrechten, sondern der Sturz Gaddafis und damit die einseitige Unterstützung einer Bürgerkriegspartei, wofür keinerlei völkerrechtliche Grundlage existiert.

Da es zudem keineswegs als ausgemacht gilt, dass sich innerhalb der Aufstandsbewegung pro-westliche Kräfte durchsetzen, will man über die militärische Involvierung einen Fuß in die Tür bekommen, um die weiteren Ereignisse maßgeblich mitbestimmen zu können. Eine westliche Militärintervention ist somit nicht nur mit massiven Risiken behaftet, sondern sie erschwert auch jegliche emanzipatorische und progressive Lösung des Konfliktes in Libyen. Denn der Westen hat ausschließlich seine eigenen Interessen im Blick, nicht die der unterdrückten libyschen Bevölkerung.


Vom westlichen Saulus zum Paulus?

Muammar Gaddafi hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich - innerhalb seiner mittlerweile 42jährigen Diktatur wandelte er sich von einem westlichen Hassobjekt allerersten Ranges zu einem wichtigen Kooperationspartner. Einstmals war Gaddafi sogar ein Hoffnungsträger für viele Linke in und außerhalb des Landes, als dieser 1969 gegen den damaligen libyschen König Idris putschte: „Der Umsturz wurde im Land als ein Akt der Entkolonialisierung verstanden. Gaddafi ließ alle ausländischen Militärstützpunkte schließen, darunter die riesige US-Air Base Wheelus, die Ölindustrie wurde verstaatlicht und sämtliche Italiener wurden zur Ausreise gezwungen. […] Muammar al-Gaddafi wurde in jenen Schichten des Landes, die politische Veränderungen überhaupt wahrnahmen, zunächst als Revolutionär und Befreier akzeptiert.“[1] Soweit ersichtlich, setzte Gaddafi zumindest anfangs sozialpolitisch auf eine progressive Politik: „[So] verdoppelte der Revolutionsrat als eine der ersten Maßnahmen den Mindestlohn, senkte die Mieten um 30-40% und verhängte ein Preiserhöhungsverbot - bereits von Beginn an sollte dem verarmten Land ein künftiges Teilhaben am Wohlstand signalisiert werden.“[2]

Kaum verwunderlich also, dass sich im Laufe der 1970er Jahre die Konfrontation mit den USA sukzessive zuspitzte. 1978 erließen die Vereinigten Staaten erstmals ein Embargo auf militärische Güter (sowie teils auf Landwirtschaftsausrüstungen und Elektronikteile). Vor allem aufgrund der libyschen Verwicklung in Terroranschläge verschärften sich die Konflikte seit dem Amtsantritt Ronald Reagans, der Gaddafi mit dem „personifizierten Bösen auf Erden“ gleichzusetzen schien, nochmals erheblich.[3] Bereits 1981 erließ Washington ein Handelsembargo und es kam zu ersten militärischen Scharmützeln. Den Höhepunkt erreichten die Konflikte mit den Luftangriffen vom 15. April 1986, die offiziell als Vergeltung für den Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle" stattfanden, für den die libysche Führung mit verantwortlich gemacht wurde. Ziel der Operation war es, Gaddafi zu liquidieren, was allerdings nicht gelang.[4] Im Jahr 1992 verhängten die Vereinten Nationen darüber hinaus auch multilaterale Sanktionen, sodass es westlichen Firmen nahezu unmöglich war, im Land zu operieren.[5]

So fand sich Gaddafi für viele Jahre weit oben auf der Liste westlicher Staatsfeinde, was sich ab 1999 ändern sollte. Was den Gesinnungswandel Gaddafis verursachte, ob es das Interesse war, westliche Bündnispartner gegen die wachsende innenpolitische Opposition zu gewinnen oder ob andere Ursachen ausschlaggebend waren, kann an dieser Stelle nicht geklärt werden.[6] Jedenfalls hatten scheinbar bereits in den 90er Jahren Verhandlungen über eine Neujustierung des konfrontativen Verhältnisses begonnen, die am Ende des Jahrzehnts Früchte abwerfen sollten.[7] So überstellte Gaddafi 1999 zwei libysche Staatsangestellte, die der Verwicklung in das Lockerbie-Attentat bezichtigt wurden, woraufhin die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen Libyen im Gegenzug suspendierten. Der Wegfall der UN-Sanktionen ermöglichte europäischen Konzernen den Einstieg ins dortige Geschäft, weshalb sich in der Folge zahlreiche EU-Staatschefs regelrecht die Klinke in die Hand drückten. Im März 2004 besuchte Englands damaliger Premierminister Tony Blair Libyen, dem im Oktober desselben Jahres Gerhard Schröder auf dem Fuße folgte. Gaddafi wurde von Präsident Nicolas Sarkozy 2007 mit allen Ehren in Frankreich empfangen und 2009 änderte Silvio Berlusconi beim G8-Gipfel in Italien extra die Sitzordnung, damit der libysche Diktator den Ehrenplatz zu seiner Linken bekommen konnte (rechts saß Barack Obama).[8] Neben der wirtschaftlichen „Öffnung“ erwies sich Gaddafi vor allem auch bei der brutalen Migrationsabwehrpolitik der Europäischen Union als überaus williger und nützlicher Komplize. Mit voller Unterstützung der Europäischen Union wurden dabei schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen, woran sich lange aber niemand störte.[9]

Während EU-Konzerne also begannen, in Libyen „gute“ Geschäfte zu machen, lockerten auch die USA schrittweise ihre Sanktionen und strichen Libyen 2006 endgültig von der Liste der den Terror unterstützenden Staaten. Nun konnten also die Geschäfte richtig losgehen, insbesondere auch, weil Gaddafi im Laufe der Jahre auf einen neoliberaleren Kurs umschwenkte und alles tat, um ausländische Investoren anzulocken. Insbesondere wurde der vormals strikt nationalisierte Energiesektor für ausländische Firmen geöffnet. Von 2000 bis 2010 wurde zudem ein Drittel der Staatsbetriebe privatisiert und laut Regierungsangaben vom April 2010 sollte in den Folgejahren „100 Prozent der Wirtschaft der Kontrolle privater Investoren übergeben werden.“[10] Kein Wunder also, dass der Internationale Währungsfonds Gaddafi noch Ende 2010 hervorragende Noten für seine Wirtschaftspolitik ausstellte. In einem Bericht hieß es: „Der Ölsektor profitiert weiter vom Bekenntnis zu ausländischen Direktinvestitionen.“ Weiter lobte der Bericht die „zahlreichen wichtigen Gesetze […] zur Modernisierung der Wirtschaft“ sowie die „Bemühungen, die Rolle des Privatsektors in der Wirtschaft zu vergrößern.“[11]

Ob gewollt oder ungewollt, diese „Wirtschaftsreformen“ trugen sicherlich nicht zur Verbesserung der sozialen Situation im Land bei. Generell ist von der Sozialpolitik, die zumindest am Anfang der Gaddafi-Ära eine wichtige Rolle spielte, wenig übrig geblieben: „Libyen ist das reichste nordafrikanische Land. […] Aber dies spiegelt sich nicht in der wirtschaftlichen Situation des durchschnittlichen Libyers wider […] Die Arbeitslosenquote beträgt überraschende 30% und die Jugendarbeitslosigkeit 40-50%. Das ist die höchste in Nordafrika. […] Auch andere Entwicklungsindikatoren zeigen, dass wenige der Petrodollars zum Wohlbefinden der 6,5 Millionen Libyer ausgegeben wurden. Das Bildungsniveau ist geringer als im benachbarten Tunesien, das über wenig Öl verfügt, und die Analphabetenrate ist mit 20% überraschend hoch. […] Vernünftige Wohnungen sind nicht zu bekommen und ein generell hohes Preisniveau belastet die Haushalte noch zusätzlich.“[12]

Gleichzeitig ging Gaddafi innenpolitisch brutal gegen Kritiker vor, wie ein Blick in den Jahresbericht von „Amnesty International“ zeigt: „Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit blieben stark eingeschränkt. Die Behörden zeigten wenig Toleranz gegenüber abweichenden politischen Meinungen. Personen, die Kritik an der Menschenrechtspolitik der Regierung übten, wurden bestraft.“[13] Nun sind schwere Menschenrechtsverletzungen für die USA oder die Europäische Union selten ein Grund, mit einem Regime nicht zu kooperieren, solange die Kasse stimmt. Auch Gaddafi, den der Westen zwischen 2004 und 2010 bereitwillig mit Waffen im Wert von 1,56 Mrd. Dollar aufrüstete[14], machte hier keine Ausnahme, wie vor allem die schamlose Zusammenarbeit bei der Migrationsabwehr zeigt. Noch im Oktober 2010 unterzeichnete die Europäische Union mit Libyen ein Kooperationsabkommen, das Gaddafi umfassende Unterstützung zur Migrationsbekämpfung in Aussicht stellte.[15]

Angesichts der anderen Bereiche, in denen der libysche Diktator innerhalb der letzten zehn Jahre westlichen Interessen ebenfalls weit entgegengekommen ist, drängt sich die Frage auf, weshalb er gleich zu Beginn des Aufstands – ganz im Gegensatz zu den Diktatoren Ägyptens und Tunesiens – vom Westen fallengelassen wurde wie eine heiße Kartoffel, ja mehr noch, weshalb aktiv versucht wird, militärisch beim Sturz des Diktators nachzuhelfen.


Westliche Interessen und Gaddafi als unsicherer Kantonist

Zunächst gilt es festzuhalten, dass sich Gaddafi deutlich von seinen kürzlich abgesetzten Spießgesellen in Ägypten und Tunesien unterscheidet. Während Hosni Mubarak und Zine el-Abidine Ben Ali eindeutig westliche Marionettenfiguren waren, trifft dies für Gaddafi nicht zu. Für ihn stand und steht stets die eigene Agenda im Vordergrund, für die er auch immer wieder bereit war, sich mit dem Westen anzulegen.[16] Kurz, Gaddafi war und ist ein (zu) unsicherer Kantonist, insbesondere, nachdem die jüngsten Ereignisse ihn zu einer zu großen Bedrohung der westlichen Interessen gemacht haben – insbesondere im wichtigsten Bereich, dem Ölsektor.

Die Relevanz der libyschen Ölvorkommen steht außer Frage, sie sind mit 44,3 Mrd. Barrel die größten Afrikas. Besonders für die Europäische Union, die 10% ihrer Ölversorgung aus Libyen deckt, ist das Land von enormer Bedeutung. Im Falle Italiens machen die Libyen-Importe sogar 24% des Gesamtbedarfs aus, bei Frankreich sind es 10% und Deutschland importiert 6% aus dem nordafrikanischen Land.[17] Allein deshalb besteht ein großes Interesse an Stabilität und die ist mittlerweile mit Gaddafi angesichts der Breite der Aufstandsbewegung auf absehbare Zeit nicht mehr zu bekommen. Zudem fiel infolge der Konflikte zwischenzeitlich etwa die Hälfte der libyschen Ölproduktion weg, was zu einem sprunghaften Anstieg des Weltölpreises führte, der vorübergehend auf 120 Dollar pro Barrel kletterte. Anhaltende Konflikte würden den Ölpreis weiter unter Druck setzen und damit eine erhebliche Belastung für die Ökonomien der Industrieländer darstellen. Zwar sank der Preis mittlerweile wieder etwas, dennoch warnte der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner davor, im Zuge der Auseinandersetzungen in Libyen bestünde die Gefahr, dass der Ölpreis auf 130-150 Dollar steigen könnte: „Das würde zweifellos Ängste vor einer neuerlichen Rezession schüren. Deshalb brauchen wir baldmöglichst Klarheit über die politische Situation in den Maghreb-Staaten.“[18]

Zwischenzeitlich war es vor allem die Ölindustrie, die sich erhoffte, mit Gaddafi profitable Geschäfte machen zu können. Noch im Jahr 2008 titelte „Die Zeit“: „Alle wollen Libyens Öl. Unter Libyens Wüste lagern fossile Brennstoffe in riesigen Mengen. Ausländische Konzerne balgen sich um den Reichtum.“[19] In der Tat haben westliche Firmen erhebliche Summen in den libyschen Ölsektor investiert bzw. Verträge mit astronomischen Summen abgeschlossen – insgesamt ist von einem Gesamtvolumen in Höhe von über 50 Mrd. Dollar die Rede. So unterschrieb etwa die italienische ENI 2007 einen Vertrag, der ihr bei einer Investitionssumme von 28 Mrd. Dollar Öl- und Gasversorgungsrechte bis ins Jahr 2047 garantiert; die britische BP bezahlte im selben Jahr allein für das Explorationsrecht auf einer Fläche von 55.000 Quadratkilometern über 900 Mio. Dollar und plant in den kommenden Jahren bis zu 20 Mrd. Dollar zu investieren; und die amerikanische Exxon zahlte 2008 für Explorationsrechte 97 Mio. Dollar.[20] Auch die deutsche RWE sicherte sich Öl- und Gaskonzessionen im Sirte-Becken und hat vor, etwa 700 Mio. Dollar zu investieren, während die BASF-Tochter Wintershall mit einem Investitionsvolumen von 2 Mrd. Dollar in Libyen engagiert ist.[21]

Doch der Euphorie folgte schnell eine große Ernüchterung, denn so ganz war auf Gaddafi dann doch kein Verlass, wie Meldungen aus dem Jahr 2009 zeigen: „Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi erwägt angesichts sinkender Mineralölpreise einen außergewöhnlichen Schritt. Laut der spanischen Zeitung ‚El Pais‘ sagte er bei einem Treffen mit dem spanischen König Juan Carlos in Tripolis, er schließe nicht aus, Einrichtungen internationaler Ölkonzerne in seinem Land zu verstaatlichen. Zwar hoffe er nicht, das tun zu müssen, möglicherweise würden ihm die sinkenden Preise aber keine andere Wahl lassen.“[22] Als Gaddafi 2009 dann tatsächlich „Eigentum“ der in Libyen operierenden kanadischen Ölfirma Verenex verstaatlichte[23], war der Unmut groß, wie ein Branchenreport aus demselben Jahr zeigt: „Wenn Libyen die Nationalisierung von Privatbesitz androhen kann; wenn es bereits verhandelte Verträge neu aufmacht, um sein Einkommen zu vergrößern oder ‚Tribut‘ von Firmen zu extrahieren, die hier arbeiten und investieren wollen; […] dann wird den Unternehmen die Sicherheit verweigert, die sie für langfristige Investitionen benötigen. […] Libyen hat es versäumt, eine stabile Plattform bereitzustellen.“[24]

Aus Sicht der Ölindustrie bietet sich also mit dem Aufstand die Möglichkeit, sich des Diktators zu entledigen. Andererseits bestehen in den Reihen der Ölmultis auch große Sorgen, dass aus den Auseinandersetzungen eine Regierung hervorgehen könnte, die sich womöglich sogar noch unaufgeschlossener gegenüber ihren Profitinteressen erweisen könnte, als es das Gaddafi-Regime war. So schreibt das Magazin Fortune: „Unglücklicherweise könnten diese großen Deals mit hoher Wahrscheinlichkeit wertlose Papierfetzen werden, sollte Gaddafi das Land verlassen müssen. Jede Regierung, die an die Macht gelangen wird, wird zweifellos eine Neuverhandlung der Verträge wollen, was zu weniger Profiten aufseiten der Ölfirmen führen könnte. Eine neue Regierung könnte sogar die Industrie vollständig nationalisieren und alle Ausländer aus dem Land werfen.“[25]

Wie man es also dreht und wendet, für die Ölindustrie und die westlichen Regierungen besteht Handlungsbedarf. Ohne den Aufstand hätte man wohl mit Gaddafi leben und sich irgendwie arrangieren können: mit einem Bürgerkrieg und fortgesetzten Unruhen, die nicht nur die Ölversorgung gefährden, sondern auch die „Flüchtlingsgefahr“ erhöht, jedoch nicht. Und schon gar nicht will man zulassen, dass sich in Libyen eine Regierung etabliert, der womöglich das Wohlergehen der Bevölkerung mehr am Herzen liegt als das ihrer Führungseliten und westlichen Komplizen. Auch wenn die Aufstandsbewegung sicher keineswegs nur aus progressiven Gruppen besteht, allein die Möglichkeit, dass sich diese durchsetzen, käme aus westlicher Sicht einem Horrorszenario gleich, das unbedingt verhindert werden muss.


Frühzeitiges Interventionsgeschrei

In den USA erschienen bereits unmittelbar nach Ausbruch des Aufstandes zahlreiche Artikel, die für ein bewaffnetes Eingreifen in der ein oder anderen Form plädierten.[26] Prominent wahrgenommen wurde vor allem ein gemeinsamer Brief vom 25. Februar 2011, der von 40 US-Außenpolitikern unterzeichnet wurde, darunter zwölf, die in der Bush-Regierung teils hohe Posten innehatten. Er forderte Präsident Barack Obama auf, „sofort“ militärische Maßnahmen zum Sturz des Gaddafi-Regimes vorzubereiten.[27] Auch in linksliberalen Medien wie der „New York Times“ wurde für einen Krieg getrommelt. Dort erschien am 27. Februar ein Artikel, in dem davor gewarnt wurde, dass infolge der Auseinandersetzungen Chaos ausbrechen und sich im Zuge dessen Al-Kaida im Land festsetzen könne. Um dies zu verhindern sei es erforderlich, „eine fremde Schutztruppe“ für eine Zeit lang im Land zu stationieren – sprich: es zu besetzen.[28] Die US-Regierung selbst schlug bereits am 22. Februar harte Töne an, indem Präsident Barack Obama das berühmte „all options are on the table“ betonte, mit dem stets signalisiert wird, dass eine Militärintervention ernsthaft in Betracht gezogen wird.[29]

Auf der anderen Seite des Atlantiks bot u.a. der linksliberale Guardian dem ehemaligen Redenschreiber David Camerons, Ian Birrel, eine Plattform für seine Kriegspropaganda: „Die einzige Lösung ist eine rasche Intervention, angeführt vielleicht von Ägypten oder Tunesien, deren Armeen sich in den letzten Wochen Respekt erworben haben, um Gaddafi aus seiner Basis zu jagen und seinem entsetzlichen Regime ein Ende zu setzen.“[30] Bereits früh wurde denn auch gemeldet, dass die EU ernsthaft an Angriffsoptionen arbeite: „Die EU-Staaten ziehen Diplomaten zufolge für den Fall einer Katastrophe für die Menschen in Libyen Militäraktionen in Betracht. ‚Wir machen Notfallpläne mit verschiedenen Szenarien, das ist eine Möglichkeit, an der wir arbeiten‘, sagte ein EU-Diplomat am Donnertag [24.02] in Brüssel.“[31]

Schnell nach Ausbruch der Konflikte verabschiedeten sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union Sanktionen. Frankreich und Großbritannien äußerten die Absicht, die Aufständischen unterstützen zu wollen und Italien kündigte seinen Nicht-Aggressionspakt mit Libyen auf. Deutschland setzte als allererstes militärische Mittel ein, wenn auch „nur“, um 144 Personen aus dem Land zu evakuieren. Schnell verlegten die USA Kriegsschiffe in die Region, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.[32] Die Zeichen standen also frühzeitig auf Krieg, weshalb einige Militärexperten wie etwa Andrew Exum sich veranlasst sahen, auf die Risiken eines militärischen Eingreifens zu verweisen: „Ich bin entsetzt darüber, dass liberale Interventionisten weiter vorgaukeln, es sei einfach, humanitäre Krisen und regionale Konflikte durch die Anwendung militärischer Gewalt zu lösen. So leichtfertig über diese Dinge zu sprechen, spiegelt ein sehr unreifes Verständnis der Grenzen von Gewalt und der Schwierigkeiten und Komplexitäten heutiger Militäroperationen wider.“[33]


Resolution 1973: Persilschein für den Krieg

Zunächst drehte sich die gesamte Debatte „nur“ um die Einrichtung einer Flugverbotszone, was jedoch an sich schon problematisch genug gewesen wäre. Denn wer eine Flugverbotszone einrichtet, der muss diese gegebenenfalls auch militärisch durchsetzen – und das bedeutet einen Krieg zu führen: „Zunächst einmal bedeutet dies einen direkten militärischen Eingriff in die Souveränität eines Landes und kommt in diesem Sinne faktisch einer Kriegshandlung gleich. […] Oder wie es der amerikanische Verteidigungsminister Gates am Mittwoch [2. März] vor einem Kongressausschuss sagte: ‚Lasst uns die Dinge beim Namen nennen. Die Einrichtung einer Flugverbotszone beginnt zunächst mit einem Angriff, bei dem die Luftabwehr zerstört wird.‘“[34] Auch der Chef des amerikanischen Zentralkommandos, James Mattis, betonte, man müsse "die Luftabwehr außer Kraft setzen, um eine Flugverbotszone einzurichten." Man dürfe sich keinen Illusionen hingeben: "Dies wäre ein Militäreinsatz und nicht etwa die einfache Ansage, dass niemand mehr Flugzeuge einsetzen dürfe."[35]

Dennoch wurde die Flugverbotszone schlussendlich mit Artikel 6 der UNO-Resolution 1973 eingerichtet, die am 17. März ohne Gegenstimmen angenommen wurde; allerdings enthielten sich fünf Länder (neben Deutschland auch Brasilien, China, Indien und Russland). Artikel 7 autorisiert alle Staaten, die eine diesbezügliche Bereitschaft beim UN-Generalsekretär anzeigen, zu deren Durchsetzung „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen zu können. Noch viel weiter gehen aber die Passagen in Artikel 4. Die Resolution "autorisiert die Mitgliedsstaaten, national oder in regionalen Organisationen zu handeln [...] und alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten und zivil bewohnte Gebiete in der Republik Libyen, einschließlich der Stadt Bengasi, die angegriffen werden, zu schützen. Das schließt eine Besatzungstruppe in jeder Form und auf jedem Teil der Republik Libyen aus".

Trotz des letzten einschränkenden Satzes handelt es sich hierbei um einen Persilschein, nahezu jede Maßnahme zur Bekämpfung von Gaddafis Armee zu ergreifen – denn was zum Schutz der Zivilbevölkerung notwendig und sinnvoll ist und was nicht, lässt sich nahezu beliebig interpretieren. Selbst das eigentlich klare Verbot von Bodentruppen wird derzeit verbal ausgehöhlt. So sagte der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann: „Wer eingreift, muss durchgreifen. Die Resolution 1973 bietet dazu viele Möglichkeiten, sie schließt nicht Bodentruppen, nur fremde Besatzungstruppen aus.“[36] Ohnehin befinden sich Berichten zufolge bereits zahlreiche westliche Soldaten zur Zielmarkierung (und wer weiß, was sonst noch) vor Ort.[37]


Die NATO im Bürgerkrieg

Auf Grundlage von Resolution 1973 begann eine Koalition, angeführt von Frankreich, Großbritannien und den USA, am 19. März mit der Bombardierung Libyens. Mit der Durchsetzung einer Flugverbotszone hat "Operation Odyssey Dawn", die Ende März unter dem Dach der NATO in „Operation Unified Protector“ umbenannt wurde, allerdings herzlich wenig zu tun: „Der Einsatz der Nato – Briten und Franzosen vorneweg – geht längst darüber hinaus. Die westlichen Kampfflugzeuge haben nicht nur die Luftwaffe von Muammar al-Gadhafi ausgeschaltet. Sie bombardieren Panzer, Artillerie und anderes militärisches Gerät des Diktators. Ein Indiz für die gewandelte Ausrichtung des Einsatzes ist das eingesetzte Gerät: Die Amerikaner sind inzwischen auch mit tieffliegenden A-130-Bombern unterwegs, Flugzeuge, die dafür da sind, feindliche Stellungen zu beschießen. Zahlen über Opfer dieser Angriffe gibt es nicht. Mit den Bombardements wird der Vormarsch der Rebellen ermöglicht. Oder anders gesagt: Die Rebellen haben sich eine mächtige Luftwaffe zugelegt, die ihren Interessen dient.“[38]

Bei der NATO-Operation handelt es sich also um die einseitige militärische Parteinahme in einem innerstaatlichen Konflikt, um der „genehmen“ Seite zum Sieg zu verhelfen, wie etwa der französische Außenminister Alain Juppé freimütig einräumt: „Dank unserer Militäroffensive ist das Gleichgewicht hergestellt. Gaddafi hat seine Luftwaffe und einen Teil seiner Artillerie verloren. Das erlaubt den Kräften in Libyen, die die Freiheit wollen, in die Offensive zu gehen.“[39] Die Vereinten Nationen sind jedoch nicht dazu da, einen Bürgerkrieg zu entschieden, hierfür besteht aus guten Gründen keine völkerrechtliche Grundlage (s.u.).


Mögliche Szenarien – Teilung Libyens?

Keine der beiden Bürgerkriegsparteien scheint gegenwärtig in der Lage zu sein, die Gegenseite zu besiegen. Auch wenn die Bombardierungen Gaddafis Einheiten ganz offensichtlich geschwächt haben - je weiter die Aufständischen nach Westen vordringen, desto größer wird der Widerstand. Ein Vormarsch nach Tripolis erscheint auf absehbare Zeit ohne den direkten Einsatz westlicher Bodentruppen, wozu gegenwärtig noch wenig Bereitschaft existiert, unmöglich, auch weil Gaddafi im Westen noch über eine breite Unterstützung verfügt. Andererseits ist auch ein Vorrücken der Regierungstruppen angesichts der massiven Bombardierungen unwahrscheinlich, die langen Nachschublinien dürften dies kaum zulassen. Es besteht somit eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich der Frontverlauf irgendwo in der Mitte des Landes verfestigen könnte, so zumindest die Einschätzung der Militärexperten von „Strategic Forecast“.[40]

Ein solches Szenario scheint auch US-Generalstabschef Mike Mullen für wahrscheinlich zu halten, der angab, alles laufe auf eine „Pattsituation“ hinaus.[41] Vor diesem Hintergrund zeichnen sich gerade die nächsten Schritte ab: „Wenn Regime Change ohne westliche Bodentruppen entsenden zu müssen tatsächlich das eigentliche Ziel ist, Bodentruppen aber das zweckdienlichste Mittel sind, um Gaddafi in absehbarer Zeit besiegen zu können, scheint die Stärkung der Rebellentruppen im Osten durch bessere Waffen und Ausbildung der nächste logische Schritt zu sein.“[42] Und tatsächlich: Ende März meldete der Guardian, Großbritannien und die USA würden sich für Waffenlieferungen an die Rebellen einsetzen, was allerdings innerhalb der NATO noch umstritten sei.[43] Auch auf deutscher Seite gibt es teil Sympathien hierfür, etwa bei dem CDU-Verteidigungspolitiker Andreas Schockenhoff: „Ich persönlich würde Waffenlieferungen dann nicht ausschließen, wenn sie zum Schutz der Zivilbevölkerung notwendig sind. […] Das muss unter internationaler Aufsicht geschehen, und es muss vor allem unter internationaler Kontrolle geschehen. Wir wissen ja heute noch nicht, wer sich hinter den Rebellen wirklich verbirgt, ob das einheitliche Truppen sind, oder ob dort ganz unterschiedliche Interessen sind. Deswegen kann das nie einfach nur eine Waffenlieferung sein, sondern es braucht einen Dialog mit denen, die das libysche Volk vertreten wollen, und die müssen unter klaren Auflagen und mit klaren politischen Zielsetzungen in die Lage versetzt werden, die Bevölkerung zu schützen.“[44]

Gelingt es dennoch nicht, den Rebellen zum Sieg zu verhelfen, so stünde immer noch ein Plan B zur Verfügung. Der Westen würde weiter von Gaddafi kontrolliert, während der Osten von den Rebellen gehalten würde, was faktisch auf eine Teilung des Landes hinauslaufen würde: „Entweder gelingt es den Aufständischen, von Osten aus in Richtung Tripolis vorzustoßen, und zwar relativ schnell. Oder es gelingt ihnen nicht und dann greift das zweite Szenario: Dieser Krieg in Libyen könnte sich dann hinziehen bis zur Zweiteilung des Landes.“[45] Hiermit könnten die westlichen Kriegsakteure womöglich auch sehr gut leben, denn etwa 80% der libyschen Ölvorkommen liegen im Osten des Landes.[46]


Deutschland: Verquere Fronten

Eine geradezu bizarre Debatte findet derzeit über die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über Resolution 1973 statt. Die Regierungskoalition musste sich heftige Kritik anhören und wurde vonseiten sozialdemokratischer und grüner Politiker mal mehr, mal weniger deutlich als „Weicheier“ in der Kriegsfrage beschimpft. SPD-Chef Sigmar Gabriel warf der Regierung vor, es sei der Eindruck erweckt worden, „als würde Deutschland vor der Macht dieses Öl-Mafioso kuschen." Der Ex-Generalinspekteur Klaus Naumann „schämt“ sich gar für die Bundesregierung, sieht Deutschland „international isoliert“ und dadurch das Ziel, einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, gefährdet.[47] Daraufhin beeilte sich Außenminister Guido Westerwelle zu versichern, auch wenn man nicht beabsichtige, sich mit Soldaten zu beteiligen, man stehe zur UN-Resolution und wolle u.a. durch die Entsendung von AWACS-Aufklärern nach Afghanistan Reserven bei anderen Staaten freimachen, damit diese Schläge gegen Gaddafi führen könnten. Ferner könnten amerikanische Truppen ihre Stützpunkte in Deutschland für den Libyen-Krieg nutzen.

Trotz dieser verdeckten Kriegsunterstützung, die klar und in aller Deutlichkeit kritisiert werden muss: die Bundesregierung hat sich mit ihrer Enthaltung zur UN-Resolution und der Nicht-Beteiligung an jeglichen NATO-Operationen gegen Libyen extrem weit aus dem Fenster gelehnt. Worin genau die Gründe für die Position Deutschlands liegen, lässt sich schwer beurteilen. Weder völkerrechtliche Bedenken noch eine grundlegend ablehnende Haltung zu Kriegseinsätzen dürften den Ausschlag gegeben haben, soviel ist aus den bisherigen Erfahrungen sicher. Die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen haben angesichts der skeptischen Haltung in der Bevölkerung gegenüber einer deutschen Kriegsbeteiligung hier sicher eine wichtige Rolle gespielt. Auch dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten, sich vor Sarkozys Karren spannen zu lassen, dem Einflussverlust in den ehemaligen Kolonialgebieten (Frankophonie) mit der Intervention in Libyen entgegenzuwirken – vor allem wenn man berücksichtigt, dass das beiderseitige Verhältnis aufgrund des in den letzten Monaten recht unverhohlen beanspruchten deutschen Vormachtanspruchs in der EU schwer belastet ist.[48]

Allerdings spricht auch einiges dafür, dass die Bundesregierung den Einsatz einfach als zu riskant einschätzt. So warnten Angela Merkel und Guido Westerwelle mehrfach davor, die ganze Sache sei „nicht durchdacht“ und Ex-NATO-General Klaus Reinhardt wurde sogar noch deutlicher: „Ich bin in großer Sorge, dass wir in einen weiteren Krieg hineingezogen werden, aus dem wir nicht wieder herauskommen.“[49] Dem ist nur zuzustimmen! Insofern muss man froh sein, dass sich die Bundesregierung – trotz der unbedingt zu kritisierenden indirekten Kriegsunterstützung - bislang wenigstens weigert, sich direkt mit Soldaten am Krieg zu beteiligen. Leider begründet die Bundesregierung ihre derzeitige Position nicht mit dem Verweis auf das Völkerrecht – dies hätte schließlich zur Folge, dass sie sich nicht nur enthalten, sondern die Resolution 1973 hätte ablehnen müssen.


Klarer Völkerrechtsbruch

Wie surreal die Debatte verläuft, zeigte etwa die Phoenix-Runde vom 22. März. Dort warf der grüne Verteidigungspolitiker Omid Nouripour den Resolutionsbefürwortern zum wiederholten Male vor, auf der grundfalschen Seite zu stehen: "Ich will die deutsche Menschenrechtspolitik nicht neben der von China oder Russland einordnen. Das ist das Ende einer wertegebundenen Außenpolitik."[50] Man sollte meinen, dass die Frage, ob eine Resolution unterzeichnet und damit ein Krieg befürwortet wird, wenigstens eine Frage des Völkerrechts sein sollte, nicht wer mit oder gegen wen stimmt. Aus friedenspolitischer Sicht ist kein Krieg zu rechtfertigen. Früher galt aber wenigstens noch das Völkerrecht als Grundlage für Politikerentscheidungen in der Frage von Krieg und Frieden. Dies wird zunehmend in Frage gestellt, etwa durch solche Aussagen wie die Nouripours.

Dagegen argumentierte in der Phoenix-Runde der Völkerrechtler Reinhard Merkel, der am selben Tag auch eine Grundsatzkritik am westlichen Vorgehen verfasst und in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht hatte. „Ob man Gewalttaten unterbinden oder Diktatoren zum Teufel jagen soll, ist die eine Frage – selbstverständlich soll man das, so gut es geht. Eine ganz andere ist es aber, ob man zu diesem Zweck einen Krieg führen darf, dessen Folgen politisch wie normativ schwer abzusehen sind. […] Das Ziel, einen Tyrannen zu stürzen und bewaffneten Aufständischen dabei zu helfen, ist kein legitimer Titel zur gewaltsamen Intervention dritter Staaten.“[51] Eine solche, dem Völkerrecht verpflichtete Position, passte in der Phoenix-Runde Michael Lüders, ehemals Berater der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, überhaupt nicht ins Konzept. Er ging mit der Bundesregierung scharf ins Gericht und tat die Ausführungen Merkels lapidar mit dem Verweis ab, man solle hier nicht zu „legalistisch“ argumentieren. Erstaunlich, wie schnell derzeit teilweise die Grundfesten des Rechts in der Frage von Krieg und Frieden in einem Atemzug in die Tonne getreten werden können.[52]

Mit dem Verweis auf die Menschenrechte, vor allem aber mit der Begründung, Afrikanische Union, Arabische Liga sowie die Aufständischen selbst hätten regelrecht um eine Militärintervention gebettelt, wird derzeit jeder noch so klare Rechtsbruch legitimiert. Beispielhaft hierfür war schon früh die Argumentationsfigur von Jürgen Chrobog, ehemals Staatssekretär im Auswärtigen Amt: "Es muss eingegriffen werden. […] Ich halte eine Flugverbotszone für unausweichlich.“ Hierfür und auch für weitergehende Militärmaßnahmen sei „eigentlich“ eine Mandatierung des Sicherheitsrates erforderlich, wogegen sich vor allem Russland und China sträuben: „Doch wenn wir sie nicht kriegen, muss man überlegen, wie weit man sonst vorgehen kann und wo eine Rechtsgrundlage ist, und ich sagte ja, ein Hilfsersuch auch der Menschen vor Ort, der Menschen in Bengasi […] könnte letzten Endes aus humanitären Gründen vielleicht auch als ausreichend angesehen werden.“[53] So einfach ist es also: im Namen der Humanität folgt man dem Ruf der Opposition in Bengasi und aufgrund der hehren Absichten kann dabei auch geltendes Völkerrecht gebrochen werden. Ganz so simpel ist die Sache jedoch nicht, zumindest nicht, wenn man sich die Realität nicht auf derart drastische Weise zurechtbiegt, wie dies gegenwärtig der Fall ist.


Intervention: Not in our Name!

Wie den kriegführenden Staaten sehr wohl bewusst sein dürfte, unterstützt die Resolution der Afrikanischen Union weder eine Flugverbotszone und schon gar nicht die umfassenden Bombardierungen im Rahmen von "Operation Odyssey Dawn". Ebenso wenig liegt eine offiziell verabschiedete Resolution der Arabischen Liga vor, die dies befürworten würde, obwohl auch dies stets so suggeriert wurde.[54]

Auch von der Aufstandsbewegung wurde die NATO keineswegs zur Militärintervention eingeladen – zumindest nicht in der Form, wie sie nun erfolgt. Denn die Skepsis gegenüber einem westlichen Eingreifen ist groß, wie Lourdes Garcia-Navarro aus Bengasi berichtete: „Sie wollen nicht gerettet werden, sie wollen keinerlei militärische Intervention. Sie sagen, sie hätten dies alleine vollbracht und sie würden sich Moammar Gaddafi selbst vom Hals schaffen.“[55] Ein Blick auf die andere vom Westen „befreiten“ Länder – Kosovo, Afghanistan, Irak – sollte zudem genügen, um sich die „Nebenwirkungen“ eines Militäreinsatzes bewusst zu machen: „Das Beispiel des Irak beängstigt jeden in der arabischen Welt“, so Abeir Imneina, Politikprofessorin an der Universität in Bengasi. „Wir wissen sehr genau, was mit dem Irak geschehen ist, der von heftiger Instabilität geplagt wird. In diese Fußstapfen zu treten ist in keiner Weise attraktiv.“[56]

Anfangs sprachen sich auch die wichtigsten Vertreter des „National Libyan Council”, der am 5. März gebildeten Übergangsregierung, in aller Deutlichkeit gegen eine Intervention aus, so etwa ihr Sprecher, Hafiz Ghoga: „Wir lehnen eine ausländische Intervention vollständig ab. Der Rest von Libyen wird vom Volk befreit werden.“[57] Auch der Vorsitzende des „National Libyan Council”, Mustafa Abdul Dschalil, machte deutlich: "Wir wollen keine ausländischen Soldaten hier."[58]

Allerdings mehrten sich im Vorfeld der Abstimmung über Resolution 1973 die Stimmen, die eine Flugverbotszone, aber auf keinen Fall eine Militärintervention wollten.[59] Dies hat sich nun in gewisser Weise als Bumerang erweisen, denn diese Position wurde zur Legitimation dessen herangezogen, was mittlerweile zu genau der Militärintervention geworden ist, die von den libyschen Oppositionskräften mit großer Mehrheit abgelehnt wird.

Mit guten Grund: denn den NATO-Akteuren geht es in keiner Weise um den Schutz der Menschenrechte, sondern darum sicherzustellen, dass die revolutionären Umbrüche in Libyen (und darüber hinaus) in „geordnete“ Bahnen gelenkt werden. Die Entscheidung über die Zukunft Libyens soll in westlichen Hauptstädten, nicht in Bengasi getroffen werden: „Letztlich handelt es sich um eine Entscheidung mit politischen Folgen. Mit einem Mandat für den Lufteinsatz würde die Machtfrage ins Ausland verlagert. Wer aber einmal mitmacht, der gerät auf die schiefe Ebene, der wird sich nicht mehr entziehen können, sollte Gaddafi über Wochen oder gar Monate Widerstand leisten oder ein Guerilla-Krieg ausbrechen. Dann würde der Druck steigen, auch für einen Bodeneinsatz.“[60]


Kaperung der Revolution(en)

Aufschlussreich ist eine Analyse der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP), nach deren Angaben sich die Aufständischen im Wesentlichen aus vier Gruppen zusammensetzen würden: Teile der ehemaligen Elite, die inzwischen übergelaufen seien; den Stämmen, von denen mittlerweile sich ein Großteil gegen Gaddafi gewendet habe; den Muslimbrüdern, die vor allem in der „urbanen Mittelschicht“ Unterstützung fänden; sowie „arbeitslose oder unterbeschäftigte junge Männer“, deren Angriffe auf Polizeistationen „der entscheidende Impuls für den Aufstand“ gewesen seien. Trotz der Gründung einer Übergangsregierung könne von einer einheitlichen Oppositionsbewegung keine Rede sein, so die weitere Einschätzung: „Die Aufständischen sind eine lose Koalition verschiedener Gruppen, deren Zusammenhalt spätestens mit dem Sturz Qaddafis gefährdet sein dürfte.“ Nach dem Sturz Gaddafis stünde Libyen vor schwierigen Problemen: „Für die Mehrheit der politischen Akteure wird es aber weniger um die Grundlagen des libyschen Staates, sondern vielmehr um die Neuverteilung der Ressourcen gehen.“[61]

Genau jene „politischen Akteure“ zu stärken, die lediglich die Pfründe neu verteilen, nicht aber grundlegende Veränderungen einleiten wollen, scheint gegenwärtig das Ziel zu sein. Auf westlicher Seite hat deshalb bereits fieberhaft die Suche nach geeigneten „Kooperationspartnern“ innerhalb der Aufstandsbewegung begonnen. Man wolle der Opposition jegliche „Hilfe“ zur Verfügung stellen, heißt es in den westlichen Hauptstädten, wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil man anders als etwa in Ägypten oder Tunesien über wenig Kontakte durch politische Stiftungen oder militärische Kooperationsprogramme verfügt.[62]

Hier konnte bereits ein erster Teilerfolg vermeldet werden, die Militärintervention scheint per se bereits „pro-westliche“ Kräfte in der Übergangsregierung zunehmend zu stärken. Ende März wurde Mohammed Dschibril zum neuen Chef des „National Libyan Council“ ernannt. Sogleich wurde er daraufhin von Nicolas Sarkozy und Hillary Clinton offiziell empfangen, die mit der Wahl hochzufrieden gewesen sein dürften. Denn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bestätigt, dass Dschibril „als ein Neoliberaler gilt“. Er hatte unter Gaddafi die Leitung des nationalen Ausschusses für wirtschaftliche Entwicklung und war damit für den radikalen Privatisierungskurs verantwortlich.[63] Dies fügt sich nahtlos in die am 8. März veröffentlichten Pläne der EU-Kommission, generell nun die Umbrüche in Nordafrika nutzen zu wollen, um verstärkten Druck auf den neoliberalen Umbau der Region auszuüben.[64] Die Westmächte wurden ganz offensichtlich von den nordafrikanischen Revolutionen auf dem falschen Fuß erwischt. Sie sind besorgt, dass sich im Ergebnis Kräfte durchsetzen könnten, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen könnten. Um dies zu verhindern, wird nun im Namen der Menschenrechte buchstäblich in die Offensive gegangen.


Krieg im Namen der Menschenrechte?

Wie scheinheilig die Menschenrechte bei feindlichen Regierungen ins Feld geführt, bei „befreundeten Staaten“ aber unter den Tisch gefallen lassen werden, zeigen jüngste Aussagen Roberts Coopers, der seit Jahren einer der wichtigsten EU-Politiker ist.[65] Er wurde am 22. März im Auswärtigen Ausschuss des Europäischen Parlaments befragt, was er denn zu den Vorgängen in Bahrein sage, wo seit Wochen Proteste brutal niedergeschlagen werden. Erst am Tag vorher waren bei Auseinandersetzungen 200 Menschen verletzt und 4 getötet worden. Cooper tat dies lapidar mit dem Kommentar ab, "Unfälle kommen vor". Aufschlussreich ist seine Begründung: "Man muss verstehen, dass die Autoritäten das Recht hatten, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und das ist es, was sie getan haben."[66]

Ob man ins Visier der Europäischen Union gerät, hängt nicht davon ab, ob man die Menschenrechte mit Füßen tritt, sondern ob nach der Pfeife Brüssels getanzt wird oder nicht. Muammar Gaddafi ist ein Verbrecher und er gehört vor Gericht – besser früher als später. Die gegenwärtige westliche Militärintervention zu begrüßen, heißt jedoch den Bock zum Gärtner zu machen. Mehr noch, der Krieg droht jeglicher Perspektive auf eine progressive Regierung in Libyen den Dolchstoß versetzen: „Untrennbar mit den Forderungen nach demokratischen Freiheiten verbunden ist ein tiefgehendes Verlangen nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. […] Eine Militärintervention würde nicht nur eine Gefahr für Libyen und seine Bevölkerung bedeuten, sondern auch für die Kontrolle [ownership] dessen, was bislang eine vollständig organische, hausgemachte Demokratiebewegung in der gesamten Region war.“[67]

Leider scheint es genau das Ziel zu sein, diese demokratische Bewegung in den Griff zu bekommen, denn wenn die Europäische Union wirklich ein Interesse hätte, der Bevölkerung in Libyen und der Region zu helfen, so hätte sie schon längst die Grenzen geöffnet, anstatt ihre Grenzschutzagentur FRONTEX zur Abwehr verzweifelter Menschen in Stellung zu bringen: Bereits am 20. Februar startete die Europäische Union den FRONTEX-Einsatz „HERMES 2011“: „Ein wichtiger Teil der Operation sei übrigens auch die Hilfe bei der Rückführung der Bootsflüchtlinge in ihre Herkunftsländer, wie Frontex bekanntgab. Das ist die erste offizielle Bestätigung dafür, dass offenbar die meisten Bootsflüchtlinge demnächst nach Tunesien zurückgeschickt werden sollen - koordiniert durch Frontex. Auch deshalb ist die Einrichtung eine der umstrittensten in der EU.“[68] Wie schamlos sich in dieser Frage verhalten wird, sollte all denen zu denken geben, die nun im Namen der Menschenrechte buchstäblich zu den Waffen rufen.


Anmerkungen:

[1] Kister, Kurt: Muammar al-Gaddafi. Letztes Gefecht eines alten Revolutionärs, Süddeutsche Zeitung, 23.02.2011.
[2] Vrabl, Andreas: Libyen: Eine Dritte Welt - Revolution in der Transition, Diplomarbeit, Universität Wien, Juli 2008, S. 7: 
[3] Vrabl 2008, S. 48.
[4] Libyen: Reagan beging "abscheuliches Verbrechen", RP Online, 06.06.2004.
[5] „Auslöser für weitergehende Sanktionen gegen Libyen war die Bekanntmachung der USA und Großbritanniens am 14. November 1991, dass zwei Libysche Geheimdienstoffiziere mit direktem Auftrag von Gaddafi für den Lockerbie-Anschlag verantwortlich seien und man dafür stichhaltige Beweise hätte. Über dem schottischen Ort Lockerbie explodierte am 21. Dezember 1988 eine Boeing 747 durch eine Bombe, 270 Menschen starben, davon elf am Boden.“ (Vrabl 2008, S. 78).
[6] Vgl. Vrabl 2008, S. 88ff.
[7] How Gaddafi became a Western-backed dictator, Peters Notepad, 24.02.2011: 
[8] Krause-Jackson, Flavia: Berlusconi&#39;s `Slavish&#39; Courtship of Qaddafi Haunts Italy, Bloomberg, 23.02.2011.
[9] „Menschenrechtsorganisationen und Journalisten berichten seit Jahren regelmäßig von den brutalen Praktiken, denen Migranten in Libyen ausgesetzt sind. Dass die Flüchtlinge festgehalten, zu Hunderten in Container gepfercht und in Lager in der Wüste transportiert werden, wo man sie ohne genügend Nahrung in völlig überfüllte Zellen sperrt - Fläche pro Flüchtling: oft ein halber Quadratmeter -, gehört zum Alltag. Glaubwürdige Berichte belegen darüber hinaus, dass es in den Flüchtlingslagern immer wieder zu körperlicher Folter und zur Ermordung der Internierten kommt. Dass unerwünschte Migranten zuweilen in menschenleeren Wüstengebieten an der Grenze des Landes ausgesetzt werden - ohne überlebensnotwendige Ausrüstung und Nahrung -, kommt Mord ebenso gleich wie der gelegentliche Beschuss von Flüchtlingsbooten durch die libysche Küstenwache.“ (Der Zerfall eines Partnerregimes, German-Foreign-Policy.com, 23.02.2011).
[10] Libya to privatise half of economy in a decade, Reuters, 02.04.2010.
[11] Zaptia, Sami: Another Positive IMF Report on Libya&#39;s Economic Progress, Tripoli Post, 18.11.2010: 
[12] Africa Online News, zitiert bei How Gaddafi became a Western-backed dictator, Peters Notepad, 24.02.2011: 
[13] Amnesty Report 2010: Libyen: 
[14] Europe&#39;s Libya Intervention: An Introduction, Stratfor, 24.03.2011.
[15] European Commission and Libya agree a Migration Cooperation agenda during high level visit to boost EU-Libya relations, MEMO/10/472, Brussels, 5 October 2010.
[16] Nazemroaya, Mahdi Darius: Libya: Is Washington Pushing for Civil War to Justify a US-NATO Military Intervention? Globalresearch.ca, 24.02.2011.
[17] Import Dependence on Libyan Oil, Strategic Forecast, 22.02.2011.
[18] Disruption to Libyan oil supply highlights need for EU energy diversification, Deutsche Welle, 01.03.2011.
[19] Alle wollen Libyens Öl, Zeit Online 26.02.2008.
[20] Sanati, Cyrus: Big Oil&#39;s $50 billion bet on Libya at stake, Fortune, 23.02.2011.
[21] Der Zerfall eines Partnerregimes (II), German-Foreign-Policy.com, 25.02.2011.
[22] Öl: Gaddafi plant Verstaatlichung, Die Presse, 26.01.2009.
[23] Walkom, Thomas: Libyan oil, not democracy, fuelling the West, The Star, 03.03.2011.
[24] Zweig, Stefan: Profile of an Oil Producer: Libya, Heatingoil.com, 29.09.2009: 
[25] Sanati 2011.
[26] Vgl. etwa Liberating Libya. The U.S. and Europe should help Libyans overthrow the Gadhafi regime, Wall street Journal, 23.02.2011; oder Vandewalle, Dirk: After Gaddafi, Newsweek, 27.02.2011.
[27] Lobe, Jim: Neo-Con Hawks Take Flight over Libya, Inter Press Service 25.02.2011.
[28] MacFarquhar, Neil: The Vacuum After Qaddafi, New York Times, 27.02.2011.
[29] Obama says U.S. readying full range of options on Libya, Reuters, 24.02.2011.
[30] Birrel, Ian: On Libya we can&#39;t let ourselves be scarred by Iraq, The Guardian, 23.02.2011.
[31] Welt Online: Live-Ticker Libyen: http://www.welt.de/politik/ausland/article12631912/Deutsche-Marine-schickt-Kriegsschiffe-nach-Libyen.html
[32] Die Fahne der Abhängigkeit, German-Foreign-Policy.com, 02.03.2011.
[33] Lobe 2011.
[34] Flugverbotszone kann Massaker am Boden nicht verhindern, Neue Züricher Zeitung, 03.03.2011. Auch vom „European Council on Foreign Relations“ wird eingeräumt: „Eine europäische Involvierung, selbst die Erzwingung einer Flugverbotszone, wäre ein kriegerische Handlung.“ (Korski 2011)
[35] "Ohne Militäreinsatz keine Flugverbotszone", tagesschau.de, 02.03.2011.
[36] Naumann, Klaus: "Ich schäme mich für die Haltung meines Landes", Süddeutsche Zeitung, 21.03.2011
[37] Der Spion, der es versiebte – Soldaten in den Sand gesetzt, Hamburger Abendblatt, 07.03.2011.
[38] Ladurner, Ulrich: Eine Intervention voller Widersprüche, Zeit online, 29.03.2011.
[39] Tagesschau, 28.03.2011 (20h).
[40] Europe&#39;s Libya Intervention: An Introduction, Stratfor, 24.03.2011.
[41] War by Global Committee, Wall Street Journal, 21.03.2011.
[42] Why Washington is Reluctant To Arm Libya&#39;s Eastern Rebels, Stratfor, 30.03.2011.
[43] US and Britain may arm Libya rebels if Gaddafi clings to power, Guardian, 29.03.2011.
[44] Waffenlieferung unter Aufsicht Rebellen in Libyen sollen, Deutschlandfunk, 30.03.2011.
[45] Interview: "Gaddafi wird kämpfen bis zuletzt", tagesschau.de, 23.03.2011.
[46] Zu beobachten dürfte in diesem Fall das Verhalten Italiens sein, deren Ölfirma ENI zweistellige Milliardenbeträge im Westen investiert hat.
[47] Cohn-Bendit: Merkel in Libyen-Frage "arrogant"; Gabriel: Westerwelle hat Deutschland international isoliert, Tagesspiegel, 19.03.2011.
[48] Vgl. zu den Interessen der einzelnen EU-Staaten die jeweiligen Beiträge in der Sonderserie Europe&#39;s Libya Intervention von Stratfor:
http://www.stratfor.com/theme/special-series-europes-libya-intervention
[49] Ex-Nato-General warnt vor Militäreinsatz in Libyen, Focus.de, 12.03.2011.
[50] Libyen befreien? Nicht mit uns!, taz, 21.03.2011.
[51] Merkel, Reinhard: Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim, FAZ, 22.03.2011.
[52] Vgl. zu den völkerrechtlichen Fragen ausführlich Haid, Michael: Die Resolution 1973 (2011) des UN-Sicherheitsrates – Persilschein für Interventionen in Bürgerkriege? in: AUSRUDCK (April 2011).
[53] Flugverbotszone in Libyen ist "unausweichlich", Jürgen Chrobog, Ex-Diplomat, zu Handlungsmöglichkeiten, Deutschlandfunk, 03.03.2011: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1402117/
[54] Vgl. PSC/PR/COMM.2(CCLXV); und Arab League discusses no-fly zone in Libya, Echoroukonline, 03.12.2011.
[55] Libyan Rebels Close In On Tripoli, National Public Radio, 27.02.2011: http://www.npr.org/2011/02/28/134101354/libya-rebels-control-closest-city-to-capital
[56] World powers edge closer to Kadhafi solution, AFP, 01.03.2011.
[57]Libya rebels form council, oppose foreign intervention, Reuters, 28.02.2011.
[58] EU treibt Gaddafi in die Enge, Stern.de, 28.02.2011.
[59] Gadhafi&#39;s forces strike back hard, send rebels fleeing in disarray, Arizona Daily Star, 11.03.2011.
[60] Flugverbot birgt Gefahren, Süddeutsche Zeitung, 01.03.2011.
[61] Wolfram Lacher: Libyen nach Qaddafi; SWP-Aktuell 12, März 2011. Siehe auch Auf Partnersuche, German-Foreign-Policy.com, 10.03.2011.
[62] „Unübersichtlich gestaltet sich nach wie vor die Suche nach neuen Kooperationspartnern, die - aus deutscher Sicht - an die Stelle des Gaddafi-Regimes treten könnten. Die Mechanismen, auf die die Bundesrepublik in vergleichbaren Fällen zurückgreifen kann, funktionieren im libyschen Falle nicht: Einrichtungen wie das Goethe-Institut oder Büros der parteinahen Stiftungen, die in anderen Ländern Kontakte zu den Eliten auch jenseits der jeweiligen Regierungen herstellen, konnte Berlin in Tripolis nicht etablieren. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung etwa, die beispielsweise in Ägypten seit Jahren Beziehungen zur jetzt hoffnungsfrohen Opposition unterhält, hat sich um Libyen bislang nicht gekümmert. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung versuchte mehrfach, sich von Tunesien aus in Libyen zu etablieren, scheiterte jedoch: Ihre Anträge seien von der Regierung in Tripolis "im Endeffekt" nie entschieden worden, berichtet ein Nahost-Experte der Organisation.“ (Die Fahne der Abhängigkeit, German-Foreign-Policy.com, 02.03.2011).
[63] Ein „ernsthafter Gesprächspartner“, FAZ, 25.03.2011.
[64] Eine Partnerschaft mit dem südlichen Mittelmeerraum für Demokratie und gemeinsamen Wohlstand, Mitteilung der Kommission, Brüssel, den 08.03.2011, KOM(2011) 200 endgültig.
[65] Vgl. zu Coopers Rolle und Einfluss Foley, Frank: Between Force and Legitimacy: the Worldview of Robert Cooper, EUI-RSCAS Working Paper 2007/09.
[66] Top EU official defends Bahrain crackdown, euobserver, 23.03.2011.
[67] Milne, Seumas: Intervention in Libya would poison the Arab revolution, The Guardian, 02.03.2011.
[68] Troendle, Stefan: Frontex startet Mission "Hermes 2011", tagesschau.de, 20.02.2011.


Jürgen Wagner ist aktiv für die  und auch Mitglied der DFG-VK 

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Auch zur Information: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Andreas Buro: Ein pazifistischer Blick auf Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/626</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-626</guid><description><![CDATA[Beim militärischen Eingreifen von NATO-Staaten in Libyen entstehen Zweifel über die wirklichen Motivationen. Warum nur in Libyen ein und nicht in Saudi-Arabien, Syrien, Israel, Simbabwe oder an der Elfenbeinküste? Bei der NATO-Intervention in den libyischen Konflikt wird viel von einer ‚Humanitären Intervention‘ gesprochen. Die Ideologie von der „Humanitären Intervention“ ist die Fortsetzung der Ideologie vom „Gerechten Krieg“, der wichtigsten Legitimationsideologie für fast alle Kriege. Welche Folgen hätte es, wenn Pazifisten sich für eine humanitäre Intervention mit militärischen Mitteln einsetzten?

Kriegerisch intervenieren kann man nur mit überlegenen Kräften. Deshalb muß ständig qualitativ aufgerüstet werden, um diese Überlegenheit zu sichern. Selbst wenn der Militäreinsatz angeblich nur das letzte Mittel sein soll, schafft man damit eine Dauerlegitimation für Aufrüstung, die andere Staaten als bedrohlich empfinden und die destabilisierend wirken.

Die ‚militärisch‚ humanitäre Intervention‘ kann nur gegenüber vermutlich schwächeren Staaten und nicht gegenüber starken Staaten erfolgen. Sie wird damit zum Herrschaftsinstrument der großen und militärisch besonders potenten Staaten. Wenn aber militärische Aufrüstung und gar der Besitz von Atomwaffen scheinbar Sicherheit vor Eingriffen von außen verspricht, wer will dann noch abrüsten?

Verhandlungen im Zeichen der ‚militärisch, humanitären Intervention‘ werden zur Durchsetzung von Positionen geführt, aber nicht, um Kompromisse zu finden: "Und bist Du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt" ist die Devise. Die Verhandlungen der NATO in Rambouillet im Vorfeld des Krieges gegen Jugoslawien gaben dafür drastisches Anschauungsmaterial.

Um glaubwürdig zu sein, muß die Behauptung der ‚militärisch, humanitären Intervention‘ ständig legitimiert werden. Sind keine „Beweise“ vorhanden, so müssen sie erfunden werden. Es besteht der ständige Drang zur Verbreitung von Falschdarstellungen und Lügen. Dies war im Irak- und im Kosovo-Krieg reichlich zu beobachten. Solche irreführenden Darstellungen verhetzen die Bevölkerung und schaffen psychische Feindbilder vom ‚bösen Gegner‘, dem alles Schlechte angelastet wird. So verstellen sie den Blick auf die wirklichen Verhältnisse und führen zu Realitätsverlust.

Schließlich: Wo sind eigentlich die „guten“ Staaten, die tatsächlich zur Sicherung der Menschenrechte und nicht aus ganz anderen Interessen militärisch intervenieren? Ein Blick auf das vergangene Jahrhundert oder selbst nur auf dessen letzte Hälfte macht ratlos.

Darf man – „Kollateralschäden“ in Kauf nehmend - Menschen töten und ihre Lebensgrundlagen, also die Infrastruktur ihres Landes, zerstören, um die Rechte und das Leben von anderer Menschen zu retten? Nach einem Vortrag zum Kosovo-Krieg fragte eine Frau: „Bei wieviel jugoslawischen Toten hört die ‚humanitäre Intervention‘ auf, humanitär zu sein?“

Für Pazifisten ist aus diesen Gründen die militärisch, humanitäre Intervention unannehmbar. Sie wollen doch den militärischen Konfliktaustrag überwinden zugunsten einer zivilen Konfliktbearbeitung. Dies gilt ohne Bewertung der Sympathie, die mit dem Anliegen der einen oder der anderen Seite in einem Konflikt gegeben sein mag. Wir vergessen nicht die Tragödien die mit den gewaltsamen Kämpfen von Befreiungsbewegungen verbunden waren. Ihre hehren Ziele von Sozialismus, Freiheit und Demokratie gingen verloren, da, sehr verkürzt gesagt, im militärischen Kampf autoritäre Strukturen dominant wurden und in der Nachkriegszeit diktatorische Tendenzen begünstigten. Das gilt voraussehbar auch für Revolutionskriege in Nordafrika.

Historischer Hintergrund der arabischen Aufstände

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine Auflösung vieler ehemaliger Kolonien statt. Dies war jedoch nicht gleichbedeutend mit der Aufgabe der Herrschaft über diese neuen Staaten. Die westlichen Mächte stabilisierten ihre indirekte Herrschaft über die ehemaligen Kolonien durch eine Kooperation zwischen den herrschenden Eliten im Westen und denen in den entkolonialisierten neuen Staaten. Das Grundmuster lautete: Stabilität, Marktzugang, militär-strategische Stützpunkte und Ressourcen für die westlichen Eliten gegen die Akzeptanz der Ausplünderung und Unterdrückung der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern durch die peripheren Eliten. Diese wurden oftmals aus dem Verkauf der Rohstoffe und Lizenzen ihrer Länder reich, während die Bevölkerung verarmte und die Entwicklung des Landes stagnierte. Die westlichen Ökonomien profitierten von günstig erworbenen Rohstoffen und sorgten durch Rüstungsexporte für die Stabilisierung der Diktaturen.

Dieses Muster von Unterdrückung und Ausbeutung, das immer schon im krassen Gegensatz zu allen im Westen verkündeten Werten von Menschenrechten und Demokratie stand, wird durch die Aufstände in den arabischen Ländern in Frage gestellt. Im Rahmen der globalen Machtverschiebungen zuungunsten der westlichen Mächte wird dieser Prozess voraussichtlich nach und nach weitere Länder erfassen.

Das politische Stottern der westlichen Eliten ist auf diesen Grundwiderspruch ihre bisherigen Politik zurück zu führen. Sie suchen nun nach einem Weg, der einerseits ihren Einfluß sichert und andererseits sie nicht zu Feinden der Reformer im arabischen Raum werden läßt. Dabei eignet sich scheinbar der Krieg gegen Gaddafi, der sich in Afrika viele Feinde gemacht hat, besonders gut. Johan Galtung warnt jedoch, der Krieg könne sich ausweiten und sogar 10 Jahre dauern.

Selbstverständlich haben Pazifisten kein Zaubermittel, um eskalierte militärische Konflikte schnell still zu legen. Unsere direkten Einflußmöglichkeiten bei den kämpfenden Parteien in Libyen sind gleich Null. Möglich ist aber auf die eigenen Regierung einzuwirken, indem wir für einen Waffenstillstand und eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien plädieren, indem wir großzügige humanitäre Hilfe für Kriegsopfer und Flüchtlinge auf allen Seiten einfordern und selbstverständlich auf den Stopp der Rüstungsexporte auch über Libyen hinaus dringen. Wir müssen für eine faire Berichterstattung eintreten, die nicht im Freund-Feind-Denken gefangen ist. Der westliche Anteil an der Entstehung und Stabilisierung der Diktaturen in Afrika ist zu thematisieren. Etwaigen Bemühungen, diese Verhältnisse über den Aufstand der Bevölkerungen hinaus zu retten, muß entgegen getreten werden. Mit all diesen Aktivitäten ist die Forderung zu verbinden, die präventive Zivile Konfliktbearbeitung im Sinne von Friedenspolitik statt Militärpolitik zügig auszubauen.

Pazifisten haben keinen Anlaß, sich auf Argumentationen und Kalkulationen über gewalttätige Eingriffe in Libyen im Sinne der Ideologie der militärischen humanitären Intervention einzulassen. Dabei schrecken wir nicht vor dem Vorwurf zurück, Deutschland begebe sich auf einen Sonderweg und würde sich in der NATO isolieren. Wäre es so, würden wir es begrüßen, wenn Deutschland einen Sonderweg der friedlichen Konfliktbearbeitung beschritte. Vermutlich würden manche Länder einem solchen Kurs folgen.

Aus den hier genannten Gründen widerspreche ich auch dem von mir hoch geschätzten Uri Avnery, der vehement für die militärische Intervention der NATO in Libyen eintritt. Er setzt damit auf die Ideologie vom ‚Gerechten Krieg‘ und knüpft mit seiner Haltung an die früheren sogenannten Solidaritätsbewegungen an, die ebenfalls für die Unterstützung des militärischen Kampfes von Befreiungsbewegungen plädierten. Würde Uri Avnery auch für eine ausländische Militärintervention bei einem bewaffneten Aufstand der Palästinenser mit gegen die israelische Besatzung plädieren?

Die großen Erfolge des gewaltlosen Aufstandes in Tunesien und Ägypten zeugen erneut von der Möglichkeit, Konflikte ohne militärische Mittel zu bearbeiten. Daran ist als Ziel einer pazifistischen Friedensbewegung festzuhalten!

Andreas Buro ist Autor des . Seine Beiträge sehen Sie 

Quelle:  am 31.03.2011

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/284.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Der Westen interveniert in Libyen – noch ein Krieg der Neuen NATO]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/624</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-624</guid><description><![CDATA[von Uli Cremer

Bombardieren geht über Verhandeln

Der aktuelle Libyen-Konflikt ist von überraschenden Stellungswechseln der politischen Akteure gekennzeichnet, wie man sie in so kurzer Zeit selten erlebt. Da wendet sich die Arabische Liga nach einem Beschluss[1] an den Sicherheitsrat und verlangt eine Flugverbotszone über Libyen. Nach den ersten Bombenangriffen erklärt der Vorsitzende Mussa, dass die Forderung so nicht gemeint gewesen sei.

Wie mag die Arabische Liga im April zum Krieg stehen? Russland, das mit einem Veto das UN-Mandat hätte verhindern können, beklagt hinterher, so habe man nicht gewettet. Welche Position mag die russische Führung im April beziehen? Und dann Deutschland: Die Regierung enthält sich im Sicherheitsrat. Daraufhin gerät sie national wie international unter militaristisches Trommelfeuer. Insbesondere Außenminister Westerwelle zeigt Rückgrat und erklärt wieder und wieder, dass Deutschland keine Bundeswehr-Soldaten zur Teilnahme am Krieg bereit stelle, weder bei der Durchsetzung der Flugverbotszone (also bei den Luftangriffen), noch bei der Seeblockade zur Durchsetzung des Waffenembargos. Hält Deutschland diese Position weiter durch? Und wie ist die US-Linie im April? Die USA bombardieren zwar aktuell kräftig mit, doch es ist nicht »ihr Krieg«, gern würden sie in die zweite Reihe zurücktreten, um anderen die Führung zu überlassen. Gewinnt die militärische Führung wieder die Oberhand, die Kollateralschäden für den Afghanistankrieg in Form von weiterem Zulauf für die Aufständischen dort befürchtet? Formal hat Ende März die NATO erst einmal die militärische Führungsrolle übernommen, Oberbefehlshaber ist ein US-Soldat. Jeder NATO-Krieg steht und fällt auch im Jahre 2011 mit der Positionierung der US-Regierung.


Militarisierung der Politik

Schauplatz des Krieges ist ein reiches afrikanisches Land. Der Reichtum ist dem Öl sowie großen Wasservorräten geschuldet. Der wegen seiner Nähe zu Gaddafi gerade im Eilverfahren abberufene russische Botschafter in Libyen, Wladimir Tschamow, beschrieb den relativen Wohlstand in einem Interview mit der Moskwoskij Komsomolez am 25.3.2011 so: »Von welcher Unterdrückung sprechen Sie, wenn in Libyen den Bürgern ein zinsfreier 20-jähriger Kredit für den Hausbau gewährt wurde, der Liter Benzin 10 Cent … kostete, also fast überhaupt nichts, man einen neuen koreanischen Jeep des Typs KIA für ganze 7.500 Dollar kaufen konnte?« Wie der Reichtum bei einem Sieg der Aufständischen verteilt und die neuen Eigentumsverhältnisse aussehen würden, weiß man natürlich nicht. Die Hand nach den Ölreserven wurde aber bereits ausgestreckt: »Am Dienstag gründeten Rebellen in Benghasi eine Ölfirma, die die staatlich gelenkte National Oil Corporation ersetzen soll.«[2]

Zahlreiche ausländische ArbeiterInnen aus ärmeren afrikanischen und asiatischen kamen nach Libyen, um dort Geld zu verdienen. Jetzt flüchten sie zu hunderttausenden, nicht nur um dem Kriegsgeschehen zu entkommen oder aus Furcht vor dem Gaddafi-Regime, sondern auch weil sie seitens der libyschen Aufständischen der Verfolgung ausgesetzt sind (»UNHCR meldete… Morde an Nigerianern durch Rebellen.« taz vom 25.3.2011, S. 6)

Anders als bei anderen Bürgerkriegen bestand bei den mächtigen internationalen Akteuren zu keinem Zeitpunkt die Bereitschaft, einen Waffenstillstand zu erreichen, eine Verhandlungslösung anzustreben und zwischen den Bürgerkriegsparteien zu vermitteln. Vielmehr wurde vom Gaddafi-Regime die bedingungslose Kapitulation verlangt. Es sollte ein Regime Change in Libyen stattfinden. Angesichts dieser Maximalposition wird logisch aus dem Krieg als »letztem Mittel« das nächste bzw. erste Mittel, aus der »ultima ratio« wird die »proxima ratio«. Das kann man als Militarisierung der internationalen Politik bezeichnen, die die wichtigsten politische Akteure betrifft, also die westlichen Staaten Frankreich, Britannien, USA, die Arabische Liga und sogar die UNO, auch wenn in deren Resolutionen Regime Change als Ziel nicht auftaucht. »Das eigentliche Ziel ist nicht vorgesehen« schreibt die FAZ treffend am 22.3.2011.

Verlogen ist, wenn westliche Politiker nach tagelangen Bombenangriffen dennoch erklären, dass sie den Regime Change nicht anstrebten. Was denn sonst bitte sehr? Die präzisen Militärschläge gegen Gebäude der libyschen Führung sprechen eine klare Sprache. Vermittlungsangebote vor Kriegsbeginn bzw. vor der Kriegsermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat gab es nur durch den (gewählten) Präsidenten Venezuelas sowie die Afrikanische Union.

Da die Zielstellung des Regime Change in Libyen absolut identisch mit dem entsprechenden Vorhaben im Irak 2003 ist, wurde mit dem Libyen-Krieg George W. Bush quasi rehabilitiert. Eric Chauvistré bemerkt deswegen richtig: »Der Unterschied zu George W. Bushs Doktrin des Regime Change ist nicht mehr erkennbar.« (taz vom 25.3.2011) Daraus folgt: Wer 2011 für den Libyen-Krieg eintritt, revidiert im Grunde seine eigene Anti-Kriegsposition von 2003 (sofern er damals gegen den Irak-Krieg eintrat). Dass die Bush-Regierung für den Irak-Krieg kein UN-Mandat erreichen konnte, ist für überzeugte MenschenrechtskriegerInnen letztlich zu vernachlässigen bzw. nachrangig, zumal Gaddafi in puncto Gewaltverbrechen gegen die eigene Bevölkerung sowie Angriffskriege gegen Nachbarstaaten an Saddam Hussein kaum heranreicht.


Gaddafi – noch ein neuer Hitler?

Wesentlicher Charakterzug von Kriegs¬propaganda ist die Dämonisierung. Hierbei wird seit den 1990er Jahren der Anführer des Kriegsgegners zu einem Wiedergänger Hitlers aufgeblasen – Milosevic, Saddam Hussein und jetzt eben Gaddafi. Es nützt dem jeweiligen Diktator wenig, dass er keine KZs eingerichtet, keinen industriellen Massenmord begangen oder keine Menschen vergast hat. Eine »Argumentationshilfe« gab der ehemalige Justizminister Gaddafis, Mohamed Abdul al-Jeleil: »Gaddafis Tage sind gezählt. Er wird es wie Hitler machen und sich das Leben nehmen.«[3]

Daniel Cohn-Bendit, GRÜNER Fraktionsvorsitzender im Europa-Parlament erinnert an »die Bilder vom Warschauer Ghetto«[4] und warnt: »dann wird Gaddafi zum Beispiel zum Einnehmen der Stadt Bengasi bereit sein zum Beispiel Giftgas anzuwenden.«[5] Der Schriftsteller Ralph Giordano wirft der Bundesregierung »Beschwichtigungspolitik« vor, »die Saddam in Bagdad und Milosevic in Belgrad bis heute an der Macht gehalten hätte, wenn nicht militärisch interveniert worden wäre.«[6] Und Harald Martenstein fragt gar in seiner Tagesspiegel-Kolumne: »Warum tötet man Gaddafi nicht? Zum Thema ›Tyrannenmord‹ ist, spätestens im Zusammenhang mit Adolf Hitler, alles Notwendige gesagt... Ich hoffe auf ein britisches Geheimkommando«.[7]

Weil das Hitler-Regime nur mittels einer weltweiten Militärkoalition geschlagen und Europa befreit werden konnte, wird das Argument nahegelegt, dass der mit Hitler Verglichene oder Gleichgestellte eben auch nur mit militärischer Gewalt gestürzt werden kann. Und natürlich kann mit einem neuen Hitler auch keine Verhandlungslösung erfolgen (= Beschwichtigungspolitik), da gibt es logischerweise als einzige Option Krieg und die bedingungslose Kapitulation.


Trommelfeuer wegen Enthaltung

Statt die Bundesregierung für ihre mutige Entscheidung, im Sicherheitsrat den Krieg gegen Libyen nicht zu unterstützen, zu loben und ihr den Rücken zu stärken, haben weite Teile der Medien sowie der Oppositionsparteien SPD und GRÜNE nichts Besseres zu tun, als die Regierung an diesem Punkt anzugreifen. Das Argumentationsmuster ist nicht neu, sondern bereits erprobt perfide. Es wurde von den Kriegsbefürwortern erfolgreich in Hinblick auf die Teilnahme am Bosnien-, Kosovo- oder auch Irak- und Afghanistan-Krieg angewandt: Es wird »Sonderweg, Sonderweg« gerufen. Deutschland schere aus dem westlichen Bündnis aus, isoliere sich, das sei der Rückfall in die fatale Sonderwegspolitik. Gemeint ist jene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, deren Inhalt bekanntlich darin bestand, zwei Weltkriege anzuzetteln. Es ist jedes Mal wieder unglaublich, dass mit dieser Parallelisierung deutsche KriegsgegnerInnen angegriffen werden, die wohl kaum in der Tradition von Kaiser Wilhelm und Hitler stehen. Auch Westerwelle hat diesen Vergleich nicht verdient.

Nachdem Steinmeier und Trittin am ersten Tag die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat noch unterstützt hatten, erhob Trittin später folgenden Vorwurf: »Es ist richtig, dass Deutschland sich an dieser Operation nicht beteiligt. Aber diese richtige Haltung kann man auch anders ausdrücken als durch Enthaltung. Die Resolution des Sicherheitsrates enthält viel Richtiges, deswegen wäre es klug gewesen, ihr zuzustimmen.«[8]

Wenn man Nein meint, soll man mit Ja stimmen? Eine faszinierende Logik. FDP-Minister Dirk Niebel wies richtigerweise darauf hin, dass Deutschland bei einer Zustimmung in der Pflicht gestanden hätte, sich am Einsatz zu beteiligen, politisch wie militärisch-technisch. Denn: »Neben den USA hat allein die Bundesluftwaffe mit ihren ECR-Tornados die militärischen Fähigkeiten, die Flugverbotszone durchzusetzen und die Flugabwehr auszuschalten.« (dpa 19.3.2011)

Die GRÜNE EP-Abgeordnete Brandtner wirft Westerwelle vor, er wäre »sekundiert von Angela Merkel, zum Bremser in Europa und im Weltsicherheitsrat« geworden. Die Bundesregierung »bremst den Aufbau militärischer Drohkulissen in Form einer Flugverbotszone«.[9] Auch die ehemalige Entwicklungshilfeministerin Heidi Wieczorek-Zeul von der SPD rief »Schutzverantwortung« und befand: »Ich finde es eine Schande, dass sich die Bundesregierung ... in dieser Situation enthalten hat.«[10]

Dass sich Deutschland auch nicht an der Überwachung des Waffenembargos durch die NATO im Mittelmeer beteiligt, sondern demonstrativ die deutschen Schiffe abzog, wird von Oppositionspolitikern ebenfalls gegeißelt. Trittin wandte sich am 25.3.2011 im Bundestag an die Bundesregierung: »Wenn Sie es heute es ernst meinen mit ihrer Position zu einem Waffenembargo, dann müssen Sie auf den Deutschen Bundestag zukommen und sagen: Ja, wir beteiligen uns daran.« Deutschland soll also bei den Militäraktionen gegen das Gaddafi-Regime mitmachen und damit in den Krieg eintreten.

Eine weitere negative Auswirkung der Enthaltung besteht für die KritikerInnen im Schaden für das »außenpolitische Ansehen Deutschlands«. Cohn-Bendit findet, die Enthaltung schade, sogar »sehr. Den ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat kann sich Deutschland abschminken.« Auch Joseph Fischer sieht »den deutschen Anspruch ›endgültig in die Tonne getreten‹«[11]. Der SPD-Außenpolitiker Ulrich Klose bedauert: »diese Ambitionen haben keine sehr rea¬listische Grundlage mehr«.[12] Das Gleiche dürfte auch für Brasilien und Indien gelten, die sich ebenfalls der Stimme enthielten. In den Sicherheitsrat gehören in dieser Sichtweise offenbar nur kriegsbereite Staaten. Abgesehen davon, wie realistisch ein Sitz für ein weiteres EU-Land überhaupt ist: Was soll dieses zusätzliche Land dort, wenn es sowieso immer wie die anderen EU-Vetomächte abstimmen »muss«?


Es wird schon mal geübt

Bei der Festlegung der deutschen Kriegsdienstverweigerung hatte Westerwelle durchaus schon weiter gedacht: »Aber was ist denn, wenn eine Flugverbotszone, also ein militärisches Eingreifen aus der Luft, keinen Erfolg hat, wenn die Bodentruppen weiter vorrücken? Werden wir dann auch mit eigenen Bodentruppen nach Libyen gehen, wie es im Irak der Fall gewesen ist? Vor einer solchen schiefen Ebene will ich Deutschland schützen.«[13] Sein Kollege Niebel sekundierte: »Flugverbotszonen schützen nur ganz bedingt die Menschen. Sie bewegt nicht, ein Regime aufzugeben. Das hat die Vergangenheit gezeigt.«[14]

Um den libyschen Bürgerkrieg zugunsten der Rebellen zu entscheiden, reicht es offenbar nicht aus, das Gaddafi-Regime militärisch mit Luftangriffen zu schwächen, sondern für einen Sieg im Bodenkrieg müssten die Rebellen militärisch stärker werden. Dafür gibt es zwei Wege: Erstens können externe Mächte die Rebellen mit Waffen beliefern und Militärberater schicken. Das verbietet allerdings die UN-Resolution, deren Waffenembargo für beide Seiten gilt. Zweitens können sie eigene Bodentruppen einsetzen. Das ist in der Resolution nicht ausgeschlossen, auch wenn es ständig behauptet wird. Diese ermächtigt dazu, »bedrohte Zivilpersonen und von der Zivilbevölkerung bewohnte Gebiete – zu schützen, unter Ausschluss ausländischer Besatzungstruppen«.[15] Darauf hat im Bundestag am 18.3.2011 nur der Jan van Aken (Linksfraktion) hingewiesen: »es wurde auch genehmigt, dass zumindest zeitlich begrenzt ausländische Bodentruppen auf libyschem Gebiet eingesetzt werden dürfen. Das Einzige, was ausgeschlossen wurde, sind Besatzungskräfte.«[16] Auch der britische Außenminister Hague, der an der Formulierung der Resolution beteiligt war, und der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann, haben bereits im März 2011 öffentlich auf diesen Punkt hingewiesen.[17] Der Hilferuf liegt auch schon vor: Die Rebellen fordern am 24.3.2011 »den Westen auf, eine UN-Friedenstruppe mit Bodenkräften nach Misurata zu entsenden, damit dort kein Genozid passiert.«[18]

Insofern steht eine Diskussion über den Einsatz von Bodentruppen ins Haus. Die Verbände könnten von einzelnen Ländern oder aber von der NATO gestellt werden, die für solche Zwecke ihre NATO Response Force aufgebaut hat. Diese setzt sich aus Luft-, See- und Bodenstreitkräften zusammen, hat eine Größenordnung von ca. 14.000[19] Soldaten und ist innerhalb von einer Woche einsetzbar. Noch im Februar 2011 absolvierte übrigens das deutsche NRF-Luftwaffen-Kontingent das Manöver »Kalkar Sky 2011«: »Das fiktive Übungsszenario sah einen friedenserzwingenden Einsatz in Nord-Ost-Cerasia vor. Der vorgeschobene Teil des Gefechtsstandes führte aus Unakos, der Hauptstadt des fiktiven Staates Tytan, die Operationen der multinationalen Luftstreitkräfte. Unter anderem galt es eine Flugverbotszone in der Grenzregion des Nachbarstaates Kamon zu sichern.«[20]

Uli Cremer ist Mitglied der GRÜNEN FRIEDENSINITIATIVE und Autor des 2009 erschienenen Buches »Neue NATO: die ersten Kriege«

[1] Neun von 22 Mitgliedsstaaten erreichten eine Mehrheit, da viele Mitglieder nicht teilnahmen.
[2] FAZ vom 24.3.2011, S. 6: »Zawijy und der Schlüssel zum Erdgas«
[3] 
[4] 
[5] 
[6] 
[7] Tagesspiegel vom 27.3.2011, S .1
[8] FAZ vom 23.3.2011, S. 4: »Einig in der Kritik nur an der Regierung«
[9]  – gefunden 26.3.2011
[10] FAZ vom 22.3.2011, S. 7: »Kakophone Führung«
[11] SZ vom 22.3.2011: »Deutsche Außenpolitik ... eine Farce«
[12] taz vom 23.3.2011: »Deutschlands Ruf in Europa ist geschädigt«
[13] 
[14]  – gefunden 26.3.2011
[15] 
[16] 
[17] 
[18] taz vom 24.3.2011, S .2, Interview mit Rida Benfayed, Sprecher des oppositionellen Nationalrats
[19]  – gefunden 8.3.2011
[209  – gefunden 26.3.2011

Artikel erscheint in Sozialismus 4/2011. Link:


Hamburg, 28.03.2011

Quelle:: - gefunden 30.03.2011
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/682.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kampfhandlungen gegen Libyen sofort einstellen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/623</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-623</guid><description><![CDATA[Schutz der Zivilbevölkerung erfordert Waffenstillstand

Die Deutsche IALANA richtet sich in einem dringenden Appell an die Bundesregierung, sich für eine sofortige Beendigung der Bombardierung Libyens einzusetzen. Der Angriff mit Marschflugkörpern und die Bombardierung durch Tarnkappenbomber und Jagdflugzeuge provoziert Opfer unter der Zivilbevölkerung, die durch Sanktionen gegen die Regierung Gaddafi gerade verhindert werden sollten.

Es erscheint auch höchst zweifelhaft, ob die Resolution 1973 des UNSicherheitsrats mit der UN-Charta vereinbar ist, soweit darin für ein militärisches Eingreifen grünes Licht gegeben wurde. Hierzu ist zunächst daran zu erinnern, dass das Verhältnis der Staatengemeinschaft zu einzelnen Staaten wie das Verhältnis zwischen den Staaten durch den Grundsatz der souveränen Gleichheit nach Art.2 Ziffer 1 und durch das in Art. 2 Ziffer 3 der UN-Charta normierte Gewaltverbot bestimmt wird. 

Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII der UN-Charta, insbesondere in ihrer schärfsten Form von militärischen Sanktionen nach Art 42 UN-Charta setzen die Feststellung einer Friedensgefährdung nach Art. 39 der Charta voraus. Der Sicherheitsrat hat in der Resolution vom 17. März die Formulierung verwendet:
„…feststellend, dass die Situation in der Libysch-Arabischen Dschamahirija auch weiterhin eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit darstellt,…“.

Nähere Ausführungen zur Begründung finden sich an dieser Stelle nicht. Ohne Zweifel liegt kein Friedensbruch durch die Libysche Regierung in Form eines Angriffs gegen einen anderen Staat vor. Auch eine Aggression gegen einen „de facto“- Staat auf libyschem Territorium ist nicht gegeben. Hierzu müsste die Oppositionsbewegung und der von ihr gebildete Nationalrat eine dauerhafte faktische Herrschaft über einen Teil des libyschen Territoriums im Sinne eines abgetrennten Separatstaats errichtet haben. Der Nationalrat hat aber gerade mehrfach versichert, dass die Bildung eines Separatstaats in der Cyrenaika für ihn nicht in Betracht komme; Ziel sei die Verdrängung Gaddafis von der Macht und die Eroberung der Herrschaft über ganz Libyen. Es handelt sich somit um einen nichtinternationalen bewaffneten Konflikt, einen Bürgerkrieg. Es ist aber ein feststehender Grundsatz, abgeleitet aus der Achtung der nationalen Souveränität der Staaten und dem Gewaltverbot sowie dem Gebot der Neutralität, dass Dritte sich nicht in Bürgerkriege zugunsten einer der Konfliktparteien einmischen dürfen. Dies hat der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag in seiner Nicaragua- Entscheidung vom 27.Juni 1986 ausdrücklich klargestellt.

Soweit die Intervention auf humanitäre Gründe gestützt wird, gilt folgendes: Zwar kann die Verletzung der Völkermord-Konvention zur Feststellung eins Friedensbruchs und militärischen Zwangsmaßnahmen durch den Sicherheitsrat führen. Es liegen jedoch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass das Gaddafi-Regime wie etwa in Ruanda systematisch Teile der Bevölkerung aus ethnischen Gründen oder Gründen der Stammeszugehörigkeit vernichten lässt. Allerdings haben beide Bürgerkriegsparteien bei ihren bewaffneten Aktionen die Regeln des humanitären Völkerrechts einzuhalten. Hierzu gehört der allgemeine Grundsatz des Völkerrechts, wonach es verboten ist, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung als solche zu führen. Dieser Grundsatz ist in Art 51 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Abkommen vom 12.8.1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte normiert und auch von Bürgerkriegsparteien zu beachten. Danach sind unterschiedslose Angriffe, die sich nicht gegen ein bestimmtes militärisches Ziel richten, verboten, Art. 51 Abs.4a) 1. Zusatzprotokoll, ebenso solche, bei denen damit zu rechnen ist,
dass sie auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartiger Folgen zusammen verursachen, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen, Art. 51 Abs. 5b) 1. Zusatzprotokoll.

Diesbezüglich hält sich der Sicherheitsrat in seinem Beschluss etwas bedeckt, soweit er in seinen Eingangsformulierungen feststellt, er handele in der Erwägung, dass die in Libyen stattfindenden Angriffe auf die Zivilbevölkerung „möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“. In der Tat stellt sich die Faktenlage insofern bis jetzt äußerst ungesichert dar. Es ist Sache des bereits angerufenen Internationalen Strafgerichtshofs, die Fakten zu ermitteln und strafrechtlich zu bewerten. Jedenfalls besteht bis jetzt weder im kodifizierten Völkerrecht noch im Völkergewohnheitsrecht ein Grundsatz, der es erlaubt, militärische Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, um die Verletzung von Verstößen gegen Art 51 des Zusatzprotokolls zu unterbinden. Der Sicherheitsrat beschreitet damit Neuland und dieser Schritt ist von den geltenden völkerrechtlichen Regeln nicht gedeckt. Hinzu kommt, dass nach Artikel 42 UN-Charta die Verhängung militärischer Sanktionen nur erlaubt ist, wenn Sanktionen ohne Gewaltanwendung nach Art. 41 der Charta unzulänglich sein würden oder sich bereits als unzulänglich erwiesen haben. Auch dies ist fragwürdig. Zu Recht wies Außenminister Westerwelle nach Beginn der Angriffe darauf hin, dass nun zunächst ein Handelsembargo für libysches Erdöl und Erdgas verhängt werden solle und er dies als Hauptaufgabe der EU ansehe. Die Verstopfung jeder Einnahmequelle wäre nach dem Einfrieren aller Auslandskonten ein zunächst zu erprobendes Mittel gewesen, den Gaddafi-Clan zum Einlenken zu bewegen.

Auch das wesentlich mächtigere Apardheit-Regime in Südafrika ist schließlich auf Grund von Wirtschaftssanktionen und Isolation zur Aufgabe gezwungen worden.
Es ist auch widersprüchlich, wenn die Bundesregierung sich einerseits bei der Abstimmung über die Resolution 1973/2011 des UN-Sicherheitsrats der Stimme enthält, andererseits aber erklärt, sie halte alle darin formulierten Ziele für richtig und den USA erlaubt, den Krieg von Stuttgart aus zu leiten. Dies widerspricht der Verpflichtung, die Deutschland in dem 2+4 Vertrag von 1990 eingegangen ist, wonach von deutschem Boden nur Frieden ausgehen darf.

Der massive militärische Einsatz ist auch politisch kontraproduktiv. Er verschafft den Oppositionskräften im Osten des Landes möglicherweise eine Atempause, birgt jedoch das große Risiko in sich, dass die Mehrheit der Menschen im Land sich in der Stunde des Angriffs von außen um den Gaddafi-Clan scharen wird. Damit werden die Kräfte in Libyen, die für einen politischen Wechsel kämpfen, geschwächt. Geschwächt werden auch die Oppositionskräfte im arabischen Raum insgesamt, denn ihnen wird spätestens ab jetzt vorgehalten werden, sie stünden mit den USA, Großbritannien und Frankreich im Bündnis und betrieben deren Geschäft.

Schließlich mangelt es der Militäraktion auch an Glaubwürdigkeit, weil mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Oppositionskräfte im Jemen und in Bahrein, die von ihren Despoten niedergeschossen werden, erhalten keine vergleichbare Unterstützung. Im Gegenteil wird sogar die Waffenhilfe von Katar in Anspruch genommen. Der dort herrschende Emir Hamed al Chalifa vereinigt als absoluter Monarch Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung in einer Person. Parteien und ein Parlament gibt es in seinem Land nicht. Die demokratischen Rechte und Freiheiten, für die die Menschen in Libyen ihr Leben riskieren, enthält er seinen eigenen Bürgern vor. Erforderlich ist daher ein sofortiger Waffenstillstand und Verhandlungen aller Konfliktparteien über eine friedliche Lösung für die Zukunft Libyens.

Otto Jäckel
Rechtsanwalt, Vorsitzender der deutschen Sektion der internationalen IALANA



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 ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/272.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag: Das Morden aus der Luft stoppen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/621</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-621</guid><description><![CDATA[Das Kundus-Massaker mahnt! - NEIN zum AWACS-Mandat!

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagsdebatte zur Entscheidung über die Teilnahme von Bundeswehrsoldaten an AWACS-Flügen der NATO über Afghanistan erklären Lühr Henken und Dr. Peter Strutynski in einer ersten Stellungnahme, die auch an die Bundestagsabgeordneten gerichtet ist:

Als die NATO im Dezember bei der Bundesregierung anfragte, ob sie sich an den AWACS-Flügen über Afghanistan ab Mitte Januar beteiligen würde, wurde dies von Außenminister Westerwelle mit dem Hinweis darauf abgelehnt, man wolle in Afghanistan den Schwerpunkt auf Ausbildung setzen. Nun bietet man von sich aus, ohne gebeten worden zu sein, urplötzlich 300 Soldaten dafür an. Gibt man nun den Schwerpunkt Ausbildung auf? Nein, das nicht. Westerwelles Begründung wurde schon damals als Ausrede entlarvt. In Wahrheit passte eine Ausdehnung des deutsches Kriegseinsatzes einfach nicht in die Regierungsrhetorik, man bereite den Abzug aus Afghanistan vor.

Der U-Turn ist dem Umstand geschuldet, dass die Regierung befürchtet, beim Verzicht auf ihre Teilnahme am Kriegsabenteuer Libyen (mit unsicherem Ausgang) ihren Bündnispartnern in NATO und EU gegenüber als unzuverlässig zu gelten, und damit ihre machtpolitischen Ambitionen auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Nun schickt sich die Regierung an, das Bombardieren in Afghanistan zu effektivieren. Mit den zur Verfügung gestellten Bundeswehrsoldaten lassen sich bis zu vier AWACS-Maschinen bedienen.
Diese in der Tat modernsten Gefechtsführungsplattformen der Welt dienen vor allem dazu, Kampfhelikopter, Drohnen und Bombenflugzeuge möglichst schnell zum Gefechtsort zu führen, damit sie in den Bodenkrieg eingreifen können. Damit trägt die Bundesregierung zu einer Intensivierung und Ausweitung des Krieges bei. Dies steht in diametralem Gegensatz zu ihrer eigenen Erkenntnis. In ihrem „Fortschrittsbericht Afghanistan“ vom Dezember 2010 heißt es  wörtlich: „Mittlerweile sind sich alle Akteure einig: Militärisch ist der Konflikt in Afghanistan nicht zu lösen.“ Der AWACS-Einsatz ist also widersinnig.

Der AWACS-Einsatz bindet Deutschland erstmalig unmittelbar in die Luftkriegsoperationen in Afghanistan ein. Allein im Oktober 2010 hatte ISAF 1.000 Bomben und Raketen abgeworfen. Das bedeutet, Deutschland wird sich mit dem AWACS-Mandat in bisher nicht da gewesener Weise in den Afghanistankrieg verstricken. Wir mahnen: Ein Kundus-Massaker ist schon ein Massaker zu viel!

Noch im Januar hatte die Bundesregierung behauptet, in der Personalzahl von 5.350 Soldaten sei eine flexible Reserve enthalten. Nun wird es diese Reserve nicht mehr geben, denn die 300 zusätzlichen AWACS-Besatzungen werden dauerhaft stationiert sein. Auch dies natürlich das Gegenteil von einer „Abzugsperspektive“, die im Januar versprochen wurde.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an jedes Mitglied des Deutschen Bundestags: Stimmen Sie mit NEIN! Sie haben es in der Hand, diese Eskalation des Mordens mit ihrer Stimme zu stoppen. Und was den Krieg gegen Libyen betrifft, an dem sich die Bundesregierung nicht „direkt“ beteiligen wollte: Die Verstärkung der Kräfte in Afghanistan ist zugleich eine Unterstützung des Krieges in Libyen, weil damit die US-Streitkräfte entlastet werden.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel) 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschuss Friedensratschlag

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Friedensratschlag: Krieg gegen Libyen sofort stoppen! ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/616</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-616</guid><description><![CDATA[- Deutsche Verlogenheit beenden!
- US-Militäreinrichtungen schließen!
- Appell an Friedensbewegung

Zum Angriff von NATO-Staaten auf  Libyen erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer Stellungnahme:

Selbst wer geglaubt hatte, mit der Einrichtung einer Flugverbotszone unblutig und in kurzer Zeit Angriffe auf die libysche Zivilbevölkerung verhindern zu können, muss sich bitter getäuscht fühlen.

Nicht nur, dass Massenbombardements mit US-Marschflugkörpern und aus Tarnkappenbombern Schäden unter der libyschen Zivilbevölkerung anrichten, nein, sie führen auch zur Ausweitung und Intensivierung militärischer Aktionen der Angegriffenen. Das vorgebliche Ziel der alliierten Invasoren, einen Waffenstillstand zwischen den libyschen Konfliktparteien herbeibomben zu wollen, ist schon im Ansatz gescheitert.

Eines ist jetzt schon sicher: Die Fortsetzung der westlichen Bombenangriffe wird den Blutzoll in Libyen weiter steigern. Hinzu kommt, dass der Konflikt nicht aus der Luft entschieden wird, sondern am Boden. Wir fragen: Wo liegt die Grenze des westlichen Kriegseinsatzes? Bisher ist der Einsatz von Bodentruppen durch die UN-Resolution 1973 (2011) ausgeschlossen. Auch die US-Regierung schließt einen Einsatz von Bodentruppen aus. Wie lange noch? Was ist, wenn es Gaddafis Truppen gelingt, nach Benghasi einzudringen? Werden dann westliche Bomben auf Benghasi gelenkt? Werden westliche Truppen in Benghasi eingesetzt? Was geschieht im umgekehrten Fall, wenn sich die Aufständischen mit Hilfe der westlichen Luftwaffe durchsetzen sollten? Wird dann spätestens vor den Toren der Hauptstadt Tripolis durch westliche Truppen dem Vormarsch der Aufständischen Einhalt geboten, weil die Zivilbevölkerung in der Hauptstadt geschützt werden muss?

Alle diese Fragen sind unbeantwortet, müssen aber beantwortet werden, denn das Ende einer Militärintervention müsste von Anfang an mitbedacht werden. Es sei denn, man legt es tatsächlich darauf an, sich in Libyen festzusetzen. Dieser Verdacht drängt sich förmlich auf. Von Anfang an scheint Regime-Change wie in Afghanistan und im Irak das wahre Ziel des Westens zu sein.

Denn der Nutzen eines Regime-Change wäre beträchtlich. Es winkt der uneingeschränkte Zugriff auf die Erdöl- und Erdgasressourcen Libyens. Das libysche Öl, die größten Vorkommen Afrikas, haben einen derzeitigen Marktwert von rund 5 Billionen, das Gas von etwa 500 Mrd. Dollar. Mehr noch: Nach einem Regime-Change könnten westliche Mächte wieder Militärbasen einrichten. Das würde den Status Libyens vor 1969 zu Zeiten König Idris wieder herstellen, dessen Stamm der Senussis heute zu den Aufständischen zählt.

Alt bekannte Lügenmuster über angebliche Massenvernichtungswaffen in Diktatorhand machen schon wieder die Runde. Jüngste Meldungen in US-Medien, wonach sich westliche Stellen besorgt darüber zeigen, dass das Gaddafi-Regime Senfgasbestände gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnte, gehören in diese Kategorie. Etwa 600 km von Tripolis entfernt lagern knapp 10 Tonnen Senfgas in Fässern, um sie unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) durch Verbrennung zu vernichten. Libyen hat bereits im Jahr 2004 sämtliche 3.300 Bomben zerstört, in denen es eingesetzt werden könnte. Senfgas auf andere Art und Weise zu transportieren ist extrem schwierig. Die aktuelle Erwähnung der libyschen Massenvernichtungswaffen von interessierter Seite soll einen Kriegsgrund nachliefern. Er ist an den Haaren herbeigezogen.

Während die Arabische Liga, Russland und China ihr Bedauern über den brutalen westlichen Kriegseinsatz in Libyen zum Ausdruck gebracht haben, suchen wir diese Reaktion von der deutschen Regierung, die sich wie die beiden Vetomächte der Stimme im UN-Sicherheitsrat enthalten hatte, vergeblich. Zwar hat die Bundesregierung ihre berechtigte Skepsis gegenüber dem Erfolg des westlichen Krieges unterstrichen, aber ihre Handlungen unterstützen genau diesen Krieg.

Die Bundesregierung hat sämtlichen NATO-Beschlüssen zugestimmt, hat der US-Regierung die uneingeschränkte Nutzung ihrer Militärbasen in Deutschland gestattet und lässt es zu, dass das US-Kommando für Afrika (AFRICOM) in Möhringen bei Stuttgart den Angriff der USA auf Libyen koordiniert. Das Verhalten der Bundesregierung ist nicht nur doppelzüngig, sondern verlogen.

Mit ihrem überflüssigen Angebot Bundeswehrsoldaten für AWACS-Maschinen der NATO im Afghanistankrieg als Kompensation für deren Einsatz im Libyen-Krieg zur Verfügung zu stellen, weitet die Bundesregierung ihre Verstrickung in den Afghanistankrieg aus. Wochen zuvor noch hatte sie Anfragen der USA vehement abgelehnt. Denn diese Einsatzerweiterung wollte damals partout nicht zu ihrer Rhetorik des angeblichen Abzugs aus Afghanistan passen. Überflüssig ist dieses deutsche Angebot deshalb, weil allein die USA über 42 AWACS-Maschinen verfügt, die längst nicht alle im Einsatz sind.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag fordert mit allem Nachdruck,
- die Angriffe westlicher Staaten auf Libyen unverzüglich einzustellen und
- neutrale internationale Vermittler zu bestellen, die am ehesten von der Afrikanischen Union kommen könnten, um die Konfliktparteien in Libyen zu einer unverzüglichen Waffenruhe zu bewegen; die Waffenruhe könnte durch die Afrikanische Union überwacht werden.

Von der Bundesregierung verlangen wir, sich der Distanzierung vom Krieg, wie es die Arabische Liga, Russland und China getan haben, anzuschließen und den USA die Nutzung der Militärbasen und Militäreinrichtungen in Deutschland zu untersagen.

Den Bundestag fordern wir auf, den AWACS-Einsatz im Afghanistankrieg mit deutschen Soldaten abzulehnen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag unterstützt die Aktivitäten der Friedensbewegung, die sich in den kommenden Tagen überall im Lande für ein sofortiges Ende des westlichen Angriffs auf Libyen einsetzen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel)

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Ulla Jelpke: Libysche Flüchtlinge brauchen Schutz der EU]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/617</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-617</guid><description><![CDATA[„Den libyschen Flüchtlingen muss Schutz in der EU gewährt werden“, kommentiert Ulla Jelpke die aktuellen Pressemeldungen, denen zufolge inzwischen schon weit über tausend Flüchtlinge aus Libyen auf den italienischen Inseln gelandet sind. „Angesichts des Bürgerkriegs in Libyen, der durch die Angriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs dramatisch zu eskalieren droht, ist mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen.“ Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:


„Die Europäische Union ist jetzt gefordert, von ihren Instrumenten zur Aufnahme von Flüchtlingen in akuten Krisensituationen Gebrauch zu machen. Sie kann die Aufnahme und den Schutz der Flüchtlinge nicht Italien und Malta allein überlassen. Auch die Bundesregierung muss ihre Bereitschaft erklären, Flüchtlinge aufzunehmen. Rückschiebungen von Asylsuchenden, die über Italien in die EU eingereist sind, müssen ausgesetzt werden. Eine weitere Überlastung des ohnehin maroden italienischen Asylsystems kann so verhindert werden.

DIE LINKE hat zu diesem Thema bereits einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der eine Neuausrichtung der EU-Asylpolitik fordert. Er wird am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages beraten.“

Der Antrag 

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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/703.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW fordert Ende militärischer Interventionen gegen Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/619</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-619</guid><description><![CDATA[Die deutsche Sektion der IPPNW ist bestürzt über den zivilen Blutzoll der ersten militärischen Aktionen zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen. Sie warnt, dass weitere Angriffe zu noch mehr zivilen Toten und Verletzen führen werden. Zugleich rücke eine fortgesetzte militärische Intervention das Ziel eines Waffenstillstands in weite Ferne. 

Die IPPNW fordert das Ende der militärischen Intervention, den sofortigen Waffenstillstand und den Beginn von Friedenverhandlungen. Druckmittel dazu sind die Umsetzung eines entschiedenen Ölembargos, der Stopp aller Waffenlieferungen in die Region, die Ausweitung der Sperrung libyscher Konten im Ausland und verstärkte neutrale Vermittlungsbemühungen. 

Die IPPNW findet es befremdlich, dass in Bahrain der Einsatz heimischer und fremder Truppen gegen das eigene Volk vom Westen geduldet erscheint, während die militärische Intervention in den libyschen Bürgerkrieg für das Volk zur "humanitären Intervention" erklärt wird. 

Für Christoph Krämer, stellvertretenden Vorsitzenden der IPPNW, erklären sich diese Wahrnehmungs- und Darstellungsunterschiede aus den Interessen des Westens. In Bahrain wird eine sunnitische Minderheitsstruktur militärisch stabilisiert, um einen schiitischen Umsturz zu verhindern, der die Position des Iran in der Region - und gegenüber Saudi Arabien - stärken könnte. 

In Libyen sieht Krämer das strategische Interesse des Westens auf die riesigen Ölressourcen gerichtet. Er befürchtet, dass das westliche Interesse eines akzeptablen Ölpreises zu einer Eskalation der Gewalt hin bis zur Entsendung von Interventions-Bodentruppen führen könnte. 

Die IPPNW hat die Ablehnung einer deutschen Teilnahme an den Militärmaßnahmen gegen Libyen begrüßt. Ein glaubwürdiger Schutz der libyschen Bevölkerung bedürfe aber des erhöhten zivilen Einsatzes Deutschlands. So appelliert Krämer an die Bundesregierung: "Beenden Sie Ihre Parteinahme in diesem Krieg und entsenden Sie, wie von der libyschen Regierung gefordert, deutsche Beobachter nach Libyen!" 


Kontakt: Dr. Jens-Peter Steffen
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin,

Quelle: E-Mail der IPPNW
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Krieg gegen Libyen stoppen – Nein in der NATO gefordert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/613</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-613</guid><description><![CDATA[Weitere Eskalation und zivile Opfer zu befürchten

Flüchtlinge retten – der Bevölkerung politisch und zivil helfen

UN-Resolution ist ein fataler Präzedenzfall


Zum Beginn des Krieges der „Koalition der Willigen“ gegen das Gaddafi-Regime erklärt das Netzwerk Friedenskooperative:

Der Krieg der „Koalition der Willigen“ gegen das Gaddafi-Regime zeigt schon kurz nach Beginn der Bombardements die Eskalationsgefahren, vor denen viele Stimmen nicht nur aus der Friedensbewegung gewarnt haben.

Unter Inkaufnahme zahlreicher ziviler Opfer in der libyschen Bevölkerung – durch die eigenen Bomben und die Reaktionen des Regimes – wandelt die Kriegskoalition den Bürgerkrieg zu einer militärischen Intervention westlicher Staaten mit ungewissen Folgen für die Menschen Libyen und der Gesamtregion. Der als humanitäre Mission begründete Krieg wird im Bündnis mit Autokraten aus der arabischen Liga geführt, die daheim brutal die eigene Bevölkerung unterdrücken – Brüder im Geiste Gaddafis. Auch die jetzigen Kriegsherren auf westlicher Seite haben Gaddafi bis vor kurzem hofiert. Zu Recht wird vor Ort gemutmaßt, dass ihre Motive wenig mit humanitärer Hilfe und sehr viel mit Öl zu tun haben.

Weitere Eskalation und mehr Opfer liegen in der Logik des Krieges. Die westlichen „Helfer“ werden schon bald als Invasoren angesehen werden und die libyschen Aufständischen als von ihnen gesteuert. Bereits jetzt gibt es berechtigte Kritik wegen der zivilen Opfer der Angriffe, z.B. aus der arabischen Liga, Russland und China.

Die Rolle der Bundesregierung ist mehr als zwiespältig. Nach der Enthaltung im Sicherheitsrat, die vom Außenminister zum Teil mit Argumenten begründet wurde, die von der Friedensbewegung abgekupfert schienen, folgt aus bündnispolitischen Gründen ein Eiertanz der Kanzlerin um indirekte Kriegsbeteiligung durch Entlastung der NATO in Afghanistan (AWACS)und Nutzung der deutschen Stützpunkte für die Kriegsführung.

Bündnissolidarität sollte kein Grund sein, falsche Entscheidungen letztendlich doch mitzutragen und Helfershelfer zu sein. Deshalb muss die Bundesregierung bei den laufenden NATO-Beratungen mit einem Veto gegen den Kriegseintritt des Bündnisses stimmen und die Nutzung der US-Stützpunkte dafür verweigern.

Innenpolitisch ist anscheinend eine Art „Pazifismusdebatte“ gegenüber und innerhalb der schwarz-gelben Koalition entbrannt. Durchaus laute Stimmen aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen fordern eigenes kriegerisches Eingreifen auf Seiten der Aufständischen. Für pazifistisch orientierte Menschen ergibt sich vielleicht ein mulmiges Gefühl, scheinbar mit Guido Westerwelle in einem Boot zu sitzen.

Die Kriegsbefürworter folgen dabei dem Duktus der UN-Resolution, die ein verhängnisvoller Präzedenzfall für künftige militärische Interventionen werden könnte. Anders als noch 1990 nach dem Einmarsch des Irak in Kuweit lag in Libyen keine Agression gegen einen anderen Staat vor. Nunmehr scheinen Kriege gegen beliebige Regierungen möglich, wenn die Mehrheitsverhältnisse im UN-Sicherheitsrat demnach sind und als „humanitäre Intervention“ begründet werden können. Theoretisch wären jetzt also etwa 50 Interventionen angesagt, praktisch greifen die bekannten Doppelstandards, die sich aus wirtschaftlichen Interessen und innenpolitischer Meinungsmache ergeben.

Eine Sympathie für das Regime Gaddafis kann es nicht geben. In Libyen ging es den Aufständischen wie zuvor in Tunesien und Ägypten um die Beseitigung eines Despoten, um mehr Gerechtigkeit und Freiheit, um die Respektierung ihrer Menschenrechte und eine Entwicklungsperspektive für sich und ihre Region.

Statt durch Krieg wäre ihnen aber besser durch rasches ziviles Eingreifen, Evakuierung und Aufnahme der vielen Flüchtlinge und Gestrandeten, sowie die internationale Isolation des Regimes geholfen, ähnlich, aber konsequenter als damals beim Apartheid-Regime in Südafrika.

Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative



Quelle: E-Mail des ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Gegen jegliche Gewalt - Erklärung zu Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/614</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-614</guid><description><![CDATA[Die Mitgliederversammlung des „Bund für Soziale Verteidigung“, die am 20. März 2011 in Minden / Westfalen stattfand, nahm mit Entsetzen die Bombardierungen Libyens durch Frankreich, Großbritannien und die USA und deren Unterstützung durch andere Länder zur Kenntnis.  Nach den weitgehend gewaltfreien Aufständen in Tunesien und Ägypten sind in einer Reihe weiterer Länder des Nahen und Mittleren Ostens Volksbewegungen entstanden, die sich gegen ihre diktatorischen Regierungen erheben. Die Versuche der gewaltsamen Niederschlagung dieser Aufstände – nicht nur in Libyen, sondern auch in Bahrain, Jemen und anderen Ländern - beobachten wir mit großer Sorge und sehen uns solidarisch mit all jenen Menschen, die ohne Waffen für Demokratisierung eintreten.

Das militärische Eingreifen in Libyen wird als ein effektiver Weg dargestellt. Dabei wird ausgeblendet, dass durch die Bombardierungen weitere unbeteiligte Zivilisten sterben und der innerlibysche Konflikt durch die Eskalation der Gewalt mit Gewissheit vertieft werden. Stattdessen sollte durch Angebote der Vermittlung und durch zivile Mittel (z.B. Ölboykott, Asyl für desertierende Soldaten) versucht werden, die Situation zu deeskalieren und das Leben der Aufständischen zu schützen. Uns ist nicht bekannt, dass solche Versuche ernsthaft unternommen wurden. Militärgewalt ist einmal mehr nicht das letzte Mittel (ultima ratio), sondern wurde leichtfertig und ohne Bedenken der längerfristigen Konsequenzen beschlossen. 

Wir stellen auch fest, dass der Bürgerkrieg in Libyen mit Waffen geführt wird, die von NATO-Staaten geliefert wurden. Wir fordern das vollständige Verbot von Waffenexporten. Die bisherigen Restriktionen bei Rüstungsexporten sind, wie sich jetzt wieder erweist, völlig unzureichend. Wir begrüßen, dass die Bundesrepublik im Weltsicherheitsrat den militärischen Maßnahmen nicht zugestimmt hat. Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich jetzt für die sofortige Beendigung der Kampfhandlungen einsetzt und Bürgerkriegsflüchtlingen unbürokratisch Asyl gewährt. 

Quelle: E-Mail des ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/618</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-618</guid><description><![CDATA[Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt. Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt. Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.

Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!

Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu unterstützen.
Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen Intervention gegen
Libyen.

Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011


Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - 
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) 
Bundesvereinigung
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin


Quelle: E-Mail der VVN-BdA
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/365.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Krieg in Libyen: Nicht in unserem Namen!   ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/611</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-611</guid><description><![CDATA[         Durch die Intervention ausländischer Armeen wird  aus dem Bürgerkrieg in Libyen ein international geführter Krieg. Die Friedensbewegung in Deutschland und mit ihr der Friedensrat Markgräflerland erhebt ihre Stimme gegen diesen Krieg. So richtig es ist, dem Regime Gaddafis Einhalt zu gebieten, so falsch ist es, dies mit Krieg erreichen zu wollen. Krieg ist die Ultima irratio. Krieg bringt nur neues und größeres Leiden für die Menschen.        

         In dieser Situation wendet sich der Friedensrat Markgräflerland an die Menschen der Regio mit mit der dringlichen Bitte, sich für die eine zivile Lösung der Konflikte in Nordafrika und Arabien einzusetzen und die Stimme des Friedens zu erheben.     

Quelle: Pressemitteilung per E-Mail des Friedensrat Markgräflerland
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/53.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensratschlag kritisiert UNO und lobt Deutschland]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/609</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-609</guid><description><![CDATA[- Eine merkwürdige Resolution des UN-Sicherheitsrats
- UNO sagt Ja zum Krieg und Nein zur Besatzung: Quadratur des Kreises
- Deutschland enthält sich der Stimme
- Frankreich will Krieg führen

Zur gestern beschlossenen Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Libyen erklärte der Sprecher des Friedensratschlags in einer ersten Stellungnahme:

Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrats [UN-SR-Res. 1973 (2011)] enthält drei Merkwürdigkeiten:

Erstens wird der Arabischen Liga eine "wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Friedens und der internationalen Sicherheit in der Region" zugeschrieben. Dies, nachdem Mitglieder der Liga zwei Tage zuvor in Bahrain eingefallen waren, um das despotische Herrscherhaus in seinem Kampf gegen friedliche Demonstranten zu schützen! Und nachdem vor knapp einer Woche eben diese Liga, die aus 22 Mitgliedstaaten besteht, mit gerade einmal 9:2 Stimmen (11 Staaten waren der Sitzung fern geblieben) sich für eine Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen hatte.

Zweitens werden die Mitgliedstaaten und Regionalorganisationen (wie z.B. die NATO) ermächtigt, "alle notwendigen Maßnahmen" zu ergreifen, um Zivilpersonen vor Angriffen überall im Land, "einschließlich Benghazi" - zu schützen. Zugleich aber wird eine ausländische Besatzung jeglicher Art und in allen Teilen des Landes strikt ausgeschlossen. Wie die Durchsetzung einer Flugverbotszone ohne massive Eingriffe am Boden gelingen soll, bleibt vorerst das Geheimnis des UN-Sicherheitsrats. Und scheint es wie die Quadratur des Kreises.

Drittens werden ein Waffenstillstand und ein Ende der Gewalt gefordert (Art. 1 der Res.). Damit sind alle libyschen Konfliktparteien gemeint. Wie verträgt sich diese Aufforderung aber mit der Ermächtigung zur militärischen Einrichtung einer Flugverbotszone, die offensichtlich nur gegen eine Partei gerichtet ist und eine andere unterstützt?

Brasilien, China, Deutschland, Indien und Russland haben sich im UN-Sicherheitsrat der Stimme enthalten. Ihre Einwände gegen die Resolution betrafen vor allem die Praktikabilität der militärischen Maßnahme: Inwieweit ist es möglich, den Luftraum Libyens frei zu halten, ohne in einen Krieg mit der libyschen Luftwaffe und der libyschen Luftabwehr zu geraten? Die Resolution verfährt nach dem Prinzip des "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - überlässt sie es doch den Staaten dieser Welt, wie sie nun mit der Resolution umgehen wollen. Jeder kann - keiner muss eingreifen.

Wir begrüßen ausdrücklich Deutschlands Enthaltung im Sicherheitsrat, die der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig mit den "großen Risiken" begründete, welche die Implementierung des Beschlusses birgt. Die Wahrscheinlichkeit des Verlustes an Menschenleben "in großer Zahl" dürfe nicht unterschätzt werden, sagte er in der Sitzung. Aus diesen Gründen werden sich deutsche Streitkräfte nicht an den militärischen Maßnahmen beteiligen.

Es gibt Alternativen zum Kriegseinsatz. Die Resolution selbst enthält eine Reihe von Maßnahmen, die sofort zu ergreifen sind und die das Regime Gaddafi entscheidend schwächen würden (sie reichen von der Verhinderung von Waffenlieferungen bis zum Einfrieren von Vermögen konkret benannter Regierungsmitglieder und Militärs; siehe Art. 13 bis 23). Über weitere Vorschläge und Vermittlungsangebote von dritter Seite (wie z.B. Venezuelas oder der Afrikanischen Union) hat sich der Beschluss des UN-Gremiums unverständlicherweise hinweg gesetzt.

Unter Nutzung der unpräzisen Formulierungen der Resolution hat Frankreich hat bereits angekündigt, "in wenigen Stunden" mit Angriffen auf Libyen zu beginnen.

Der Friedensratschlag ist empört über die Leichtfertigkeit, mit welcher der UN-Sicherheitsrat Kriegsermächtigungen vergibt. Die Friedensbewegung ist aufgefordert, ihre Stimme gegen den Krieg zu erheben. An die befreundete Friedensbewegung Frankreichs hat der Friedensratschlag eine entsprechende Botschaft geschickt. 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Informationen zur Atomkatastrophe in Japan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/605</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-605</guid><description><![CDATA[Mit einer Sonderseite will die Organisation IPPNW  über die Atomkatastrophe in Japan und nützliche Materialien zum Thema Atomunfall, Strahlenschutz, Radioaktivität und Gesundheit sowie Tschernobylfolgen informieren und bietet dazu auch Matertialien zum Herunterladen an. 



Veranstaltungshinweis:
25. und 26. März 2011, Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr. 64, 80336 München
 25 Jahre Tschernobyl - Bombenrisiko Atomkraft

Atomwaffen und Atomenergie gemeinsam abschaffen
weitere Infos ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Kreuzzug durchkreuzen - 10 Jahre ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/606</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-606</guid><description><![CDATA[Jahrestagung und Mitgliederversammlung des BSV  vom 18. bis 20. März 2011, in Minden

In diesem Jahr jährt sich der Terroranschlag vom 11. September in New York und Washington zum 10. Mal, ein Ereignis, das die Welt nachhaltig verändert hat. Als Friedens- und auch Bürgerrechtsorganisation nimmt der Bund für Soziale Verteidigung (BSV) auf seiner Jahrestagung vom 18.-20. März 2011 in Minden diesen Jahrestag zum Anlass, um eine kritische Bilanz der letzten zehn Jahre zu ziehen.

Der Titel der Tagung „Den Kreuzzug durchkreuzen – 10 Jahre &#39;Krieg gegen den Terror&#39;“ verweist darauf, welche Folgen der Anschlag ausgelöst oder verstärkt hat: die erstmalige Ausrufung des Bündnisfalls der NATO, die Interventionen und Kriege im Irak und in Afghanistan, eine Einschränkung von Bürgerrechten oder eine Dämonisierung des Islam.

Am Freitag Abend wird der renommierte Journalist Otfried Nassauer (BITS) die sicherheitspolitischen Folgen von 9/11 eingehend analyiseren. Am Samstag Morgen wird Elke Steven (Komitee für Grundrechte und Demokratie) die (negativen) Nebenwirkungen von 9/11 darzustellen: die zunehmende gesellschaftliche Militarisierung.

Aber der BSV bleibt nicht bei der Analyse des Vergangenen stehen. Als Dach- und Fachverband für gewaltfreie Konfliktaustragung wird er die selten diskutierte Frage ansprechen, ob dem Problem des Terrorismus mit gewaltfreien Mitteln begegnet werden kann. Zu dieser Frage hat der BSV den schwedischen Friedensforscher und Friedensaktivisten Stellan Vinthagen (War Resisters International / Resistance Studies) eingeladen. Er wird am Samstag Nachmittag über „Alternative Ansätze gegen Terrorismusbedrohung“ sprechen.

Als ReferentInnen für diverse Arbeitsgruppen am Vormittag und Nachmittag wurden eingeladen:
- Thema „Krieg gegen Terror als Vorwand für Kriege“: Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung
- Thema „Afghanistan und Irak“: Otmar Steinbicker, aixpaix
- Thema „Menschenrechtsverletzungen im Krieg gegen Terror“: Christoph Burtscher, Amnesty International
- Thema „Bausteine zur Überwindung des Feindbilds Islam“: Roland Schüler, Friedensbildungswerk Köln
- Thema „Wie kann die Friedensbewegung ihre Ziele erreichen“: Renate Wanie, Werkstatt für gewaltfreie Aktion, Baden
- Thema „Militarisierung des Zivilen oder Zivilisierung des Militärischen“: Ute Finckh, BSV
- Thema „Möglichkeiten der Zivilen Konfliktbearbeitung“ (Utopiewerkstatt): Björn Kunter, BSV

.

Es sei darauf verwiesen, dass am Samstag Abend eine fünfteilige Ausstellung zur Nonviolent Peaceforce „Krieg löst keine Konflikte – Es gibt eine Alternative“ erstmalig der Öffentlichkeit gezeigt wird. Einführende Worte wird Outi Arajärvi, Mitglied im Internationalen Vorstand der Nonviolent Peaceforce und Vorstandsmitglied des BSV, sprechen.

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Bund für Soziale Verteidigung e.V.
Schwarzer Weg 8 32423 Minden 
Email:     info [at] soziale-verteidigung.de
Tel.:     0571/29456 Fax: 0571/23019 
Internet:




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA["Flugverbot ist Kriegsbeginn - Bodentruppen sind der Anfang einer Besatzung"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/607</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-607</guid><description><![CDATA["So wie die Einrichtung einer Flugverbotszone einen militärischen Angriff bedeutet, so ist der Einmarsch von Bodentruppen der Beginn einer militärischen Besatzung", kommentierte Inge Höger die Ankündigung der UN-Botschafterin der USA Susan Rice, über eine Flugverbotszone hinaus in Libyen militärisch eingreifen zu wollen. Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages, warnt eindringlich vor einer Militärintervention des Westens. 

Höger weiter:

"Ein Angriff auf Libyen wird die Opposition in Libyen irrelevant machen und die Demokratiebewegungen im Nahen Osten und Nordafrika dem Verdacht aussetzen, sie seien vom Westen gesteuert. Jahrelang haben die USA und die EU Gaddafi für seine Verbrechen Waffen geliefert und ihm Rückendeckung gegeben, um an die Bodenschätze zu kommen und Flüchtlinge zu bekämpfen. Durch einen Kriegseinsatz ist das nicht wieder gut zu machen. Opfer werden nicht zuerst Gaddafi und seine Getreuen sein, sondern die libysche Zivilbevölkerung. Aus den Desastern in Afghanistan und im Irak haben die USA scheinbar nicht gelernt. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, keinerlei Kriegsvorbereitungen zu unterstützen, egal ob die Einrichtung einer Flugverbotszone oder die Entsendung von Bodentruppen, egal ob im Rahmen des UN-Sicherheitsrates, der EU oder der NATO!"


 ist Mitglied der DFG-VK...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/515.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[An gewaltfreien Maßnahmen gegenüber Libyen festhalten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/604</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-604</guid><description><![CDATA[pax christi-Kommission Friedenspolitik lehnt Überlegungen zu militärischem Eingreifen ab

Die pax christi-Kommission Friedenspolitik verurteilt die offenkundigen Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes und jede Form von Gewaltanwendung bei den derzeitigen politischen Auseinandersetzungen in Libyen. Wir glauben aber nicht, dass der Konflikt durch militärische Gewalt von außen beizulegen und dadurch ein Blutbad zu verhindern ist. Vielmehr birgt ein militärisches Eingreifen aus vorgeblich humanitären Gründen die Gefahr einer langfristigen militärischen Verstrickung.

Wir setzen daher allein auf gewaltfreie Maßnahmen gegenüber Libyen und lehnen jede Unterstützung einer mit Waffengewalt kämpfenden Partei ab. Unsere Anteilnahme gilt unterschiedslos allen Opfern von Gewalt, unsere besondere Anerkennung aber den Libyern und Libyerinnen, die Unterdrückung und Ausbeutung mit gewaltfreien Mitteln bekämpfen. Wir ermutigen sie in ihrem Widerstand und wollen nach Kräften dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit in unserem Land ihrem legitimen Protest anhaltende Aufmerksamkeit zuwendet. Wir vertrauen auf die Kraft aktiver Gewaltfreiheit - in der Überzeugung, dass sich in unserer global vernetzten Welt nur damit selbstbestimmte und zukunftsfähige Wege zur Überwindung von offener Gewalt, von Unterdrückung, Ausbeutung und Entfremdung eröffnen. Die jüngsten Beispiele Tunesien und Ägypten bestärken uns in dieser Überzeugung.

Im Falle Libyens legen die verantwortungslosen Gedankenspiele mit Flugverbotszonen, der Bewaffnung von Aufständischen oder gar dem Einsatz von Spezial-Bodentruppen den Verdacht nahe, dass sie von der Sicherung der Rohstoffe des Landes für die westlichen Industriestaaten motiviert sind. Wir sehen die Gefahr, dass dadurch die Glaubwürdigkeit des Volksaufstandes in Libyen und anderen arabischen Ländern zerstört wird.

Stattdessen sind die politischen und geschäftlichen Beziehungen, die europäische Regierungen und Wirtschaftsunternehmen - allen voran aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland -, aber auch die USA, Russland und China bis vor kurzem mit dem Gaddafi-Regime gepflegt haben, konsequent anzuprangern. Wir fordern die deutsche und die europäischen Regierungen auf, den Import von Öl aus Libyen bis zum Ende des Gaddafi-Regimes zu unterbinden.

Eine besonders verwerfliche Beziehung verbindet die europäische Politik und den Gaddafi-Clan auf dem im Lissabonvertrag festgeschriebenen Tätigkeitsfeld der EU-Agentur FRONTEX bei der Verhinderung von Flüchtlingsbewegungen in die EU. Die damit im Zusammenhang stehende Lieferung von Störsendern und G36-Sturmgewehren aus Deutschland in die Krisenregion wird auch gerichtlich im Detail zu untersuchen sein. Alle Personen und Institutionen, die mit dem Gaddafi-Regime paktiert haben, müssen vor nationalen, europäischen und UN-Instanzen für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.

URL: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/602</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-602</guid><description><![CDATA[Monty Schädel: „Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Vor dem Hintergrund zunehmender Kriegsrhetorik fordert Monty Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), die Besinnung der Politik zur Diplomatie und humanitärer Hilfe.

Schädel warnt vor einer weiteren Eskalation des Konfliktes in Libyen durch die von NATO-Militärs  und -Politiker laut vorgebrachten Gedanken einer mögliche militärischen Intervention in dem nordafrikanischen Land. „Wer von Überwachung fremden Luftraums oder Flugverbotszonen über fremden Territoriums spricht, muss dieses in der Folge auch umsetzen, was unweigerlich zu einer weiteren Eskalation der Situation beiträgt.“ Solche Verlautbarungen müssten als Drohung verstanden werden und trügen nicht zu einer Deeskalation bei. Anstelle einen weiteren Krieg verbal und durch Truppenkonzentrationen direkt vorzubereiten, sollten die reichen Länder ihre zivile humanitäre Verantwortung wahrnehmen.

Monty Schädel: „Für humanitäre Hilfe und Deeskalation werden keine Soldaten und Waffen benötigt! Die stören dabei nur!“ Flüchtlingen bräuchten in dem Krisengebieten Unterstützung und auch in Westeuropa Asyl. Um sofort zu helfen könnte die EU den Deserteuren aus den Kriegsgebieten Asyl gewähren und auch andere Flüchtlingen aus den arabischen Ländern die Grenzen öffnen.

Das es den westlichen Ländern in Nordamerika und der EU offensichtlich aber nicht um humanitäre Hilfe für bedrohte Zivilisten geht, macht das Versagen bei der zivil möglichen Unterstützung für die Flüchtlinge in Nordafrika deutlich. „Während in kürzester Zeit Kriegsmaterial in die Krisenregion verbracht, Flüchtlinge in Richtung EU auf dem Mittelmeer abgefangen sowie Grenzen mit Millionenaufwand dicht gemacht werden können, fehlt es an anderer Stelle an Trinkwasser, Zelten, Lebensmitteln zu einem Bruchteil der anderen Kosten.“

Als „heuchlerisch“ bezeichnete der Friedensaktivist die Betonung westlicher Politiker, Zivilisten mit ihrem Handeln schützen zu wollen. Das Militärbündnis NATO sei für Friedenslösung völlig ungeeignet. Monty Schädel wies darauf hin, welchen Entwicklung die angeblich militärisch notwendige Durchsetzung von Menschenrechten durch die NATO-Länder in anderen Teilen der Welt genommen hat. „Trotz jahrelanger Besatzung des Iraks gibt es in dem Land eine schier unerschöpfliche Flut von Kriegsmaterial aus den Rüstungsschmieden der NATO-Länder und sich damit bekriegenden Einheiten. Im zehnten Jahr des Krieges gegen Afghanistan mit mehr als 100.000 Besatzungssoldaten ist die dortige Gesellschaft keinen Schritt näher an eine friedliche Zukunft gekommen.“

Auf die Ermordung von acht Kindern durch NATO-Beschuss in Afghanistan bezugnehmend erklärte der DFG-VK-Bundessprecher: „Wer in Afghanistan seit 10 Jahren fast täglich Zivilisten  mit Raketen und Bomben aus Kampfflugzeuge und Hubschraubern ermordet, sollte sich nicht als Friedenskraft oder Wächter von Menschenrechten präsentieren. Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Der Konflikt in Libyen kann nach Ansicht des Friedenspolitikers nur unter neutraler Vermittlung, durch Verhandlungen der Konfliktparteien miteinander, ohne die Einmischung oder Drohung von außen gelöst werden.

Weitere Informationen aus der Friedensbewegung zu Libyen:
- Pressemitteilung des Bundesauschuss Friedensratschlags vom 08.03.2011: 

- DFG-VK-Pressemitteilung vom 04.03.2011: 

- Interview vom DFG-VK-Bundessprecher Jürgen Grässlin am 01.03.2011: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/172.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Appell aus der Friedensbewegung: Kein Öl ins Feuer gießen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/603</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-603</guid><description><![CDATA[Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen! Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag


    * NATO-Planungen zur Libyen-Invasion beenden
   * Deutsche Kriegsschiffe abziehen
  * Humanitäre Hilfe muss zivile Hilfe sein
 * Für Waffenruhe und Verhandlungslösung 


Zum Bürgerkrieg in Libyen und den militärischen Drohung aus dem Ausland erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel in einer Stellungnahme:

Die brutale Niederschlagung anfangs friedlicher Demonstrationen vor allem in den östlichen Teilen Libyens durch Sicherheitskräfte des Gaddafi-Regimes hat zu einer raschen Militarisierung des Konflikts seitens der Aufständischen und somit insgesamt zu einer gefährlichen Eskalation der Gewalt geführt, sodass sich das ölreichste Land Afrikas am Beginn eines blutig ausgetragenen Bürgerkrieges befindet. Insbesondere Berichte über den Einsatz der libyschen Luftwaffe gegen die Zivilbevölkerung ließen zahlreiche Rufe nach der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen laut werden. Ganz abgesehen davon, dass es dafür bisher keine überprüfbaren Beweise gibt (US-Verteidigungsminister Gates sagte, dass das Pentagon keine Bestätigung dafür habe, dass Revolutionsführer Gaddafi seine Bevölkerung tatsächlich aus der Luft habe beschießen lassen; er habe das bisher nur Presseberichten entnommen), warnen wir entschieden davor, diese Option weiter zu verfolgen. Und zwar aus zwei Gründen:

                    1.     Die Einrichtung einer Flugverbotszone („No-Fly-Zone“) stellt eine Kriegshandlung dar, die in einem laufenden Konflikt eindeutig Partei ergreift. Die eingreifende Seite muss in der Lage sein, sämtliche Militärflugzeuge abzufangen. Die libysche Luftwaffe verfügt nominell über 374 Kampfflugzeuge auf 13 Stützpunkten. Notwendig wäre zudem die Ausschaltung der libyschen Flugabwehr, was mit beträchtlichen „Kollateralschäden“ verbunden sein dürfte. Auch wenn sich die diesbezüglichen NATO-Planungen noch in einem Anfangsstadium befinden sollten, haben sie schon jetzt dazu beigetragen, den Konflikt weiter anzuheizen. Das Gaddafi-Regime kann sich dadurch zum Verteidiger der nationalen Ölinteressen aufspielen und der „Nationalrat“ der Opposition sieht keine Veranlassung zurückzustecken, weil er sich in der Hoffnung wähnt, die NATO käme ihm aus der Luft zur Hilfe.
                    2.     Die Folgen einer „No-Fly-Zone“ für die arabische Welt und die südlich angrenzenden Staaten sind unkalkulierbar. Denn die Geschichte der Einrichtung von „No-Fly-Zones“ über dem Irak und in Bosnien-Herzegowina hat gezeigt, dass es damit nicht getan war. In beiden Fällen folgte der Einsatz von Bodentruppen. Auch für Libyen lässt sich dies nicht ausschließen. Die Folge wäre hier ein NATO-Krieg gegen die Metropole Tripolis. Die Agglomeration der libyschen Hauptstadt beherbergt etwa ein Drittel der rund sechs Millionen Einwohner Libyens. Angesichts dieser blutigen Aussichten sollten sich derartige Gedankengänge von vornherein verbieten. 

Gegenwärtig deutet vieles auf einen zähen und langwierigen Bürgerkrieg hin. Beide Seiten beanspruchen für sich jeweils für das ganze Land zu sprechen, aber keine Seite kann der anderen einen entscheidenden Schlag versetzen. Die Folgen eines Bürgerkrieges wären hohe Opferzahlen und ein Anstieg der Flüchtlingsströme bei zunehmender Schwächung der Wirtschaft und einer Beeinträchtigung der Versorgungslage. Dies würde zu einer Destabilisierung einer sich im Umbruch befindenden arabischen Welt beitragen und hätte darüber hinaus unübersehbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Jedes militärische Eingreifen von außen würde zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Interventionsplanspielen der NATO oder der EU muss entschieden entgegen getreten werden. Wir erachten es für dringend notwendig, dass sich neutrale Vermittler finden, die sich unverzüglich um Verhandlungen mit den Konfliktparteien bemühen. Erstes Ziel muss eine Waffenruhe sein. Es ist uns unverständlich, weshalb der kürzlich vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez entworfene Friedensplan, der auf die Zustimmung Gaddafis traf, vom Westen übergangen wurde. Solange in den USA und in der EU einseitig auf den Sturz Gaddafis gesetzt wird, rückt eine Lösung des Konflikts in weite Ferne.

Für verfehlt halten wir den Einsatz der deutschen Luftwaffe in und der Marine vor Libyen. Der Flug von zwei Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr in die libysche Wüste am 26. Februar war nicht nur überflüssig, sondern auch völkerrechtswidrig. Zuvor war übereinstimmend berichtet worden, dass die Lage an den Ölförderstätten der BASF-Tochter Wintershall in der Wüste bei Nafoora (ca. 400 km südöstlich von Bengasi in der Cyrenaika gelegen) „ruhig“ gewesen sei. Die Anlage sei heruntergefahren worden, und lediglich wenige Wachleute seien zurückgeblieben. Weshalb dann trotzdem die Bundeswehr-Maschinen, von bewaffneten Fallschirmjägern der Bundeswehr begleitet, ohne Genehmigung in den libyschen Luftraum eindringen „mussten“, konnte von der Bundesregierung nicht plausibel begründet werden. Für Leib und Leben der 132 Ausländer, darunter 22 Deutsche, die nach Kreta ausgeflogen wurden, hatte offensichtlich keine Gefahr bestanden. „Gefahr im Verzug“ konnte also nicht geltend gemacht werden. Internationales Recht wurde gebrochen, weil die Bundeswehr unbefugt in fremden Luftraum eingedrungen ist. Weil es sich hier um einen bewaffneten Einsatz der Bundeswehr handelte, hätte der Bundestag zuvor zustimmen müssen. Eine nachträgliche Zustimmung, wie sie das „Parlamentsbeteiligungsgesetz“ im Falle der „Gefahr im Verzug“ vorsieht, greift hier nicht – und ist im Übrigen bislang auch nicht beantragt worden.

Für verfehlt halten wir auch den Einsatz von zwei Fregatten und einem Einsatzgruppenversorger, um 400 Flüchtlinge von Tunesien nach Ägypten zu transportieren. Die Kriegsschiffe sind für den Personentransport nur unzureichend ausgestattet. Warum müssen es überhaupt Kriegsschiffe sein? China beispielsweise hat für die Evakuierung ihrer 36.000 Landsleute griechische Fähren gechartert und zivile Flugzeuge genutzt. Zivile Flugzeuge hätten es für Deutschland auch getan, zumal dann die Flüchtlinge nicht drei Tage, sondern nur wenige Stunden unterwegs gewesen wären.

Wir bewerten den unsachgemäßen Einsatz militärischer Mittel als Versuch, humanitäre Hilfe zu militarisieren, d.h. militärische Maßnahmen als „alternativlos“ darzustellen und damit zu legitimieren. Nicht nur in diesem Fall wären ausschließlich zivile Hilfsmaßnahmen zu Gunsten der Flüchtlinge effektiver und kostengünstiger gewesen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an die Bundesregierung, sowohl in der NATO und in der EU als auch im UN-Sicherheitsrat allen Bestrebungen entgegen zu treten, die ein militärisches Eingreifen in Libyen zum Ziel hätten. Was die Bevölkerung in Libyen am dringendsten braucht, sind ein Waffenstillstand und internationale Bemühungen – vor allem von Seiten der Afrikanischen Union – um eine neutrale Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Türkei: Die Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer geht weiter]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/601</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-601</guid><description><![CDATA[Inan Süvers Verhandlung vertagt – Halil Savda rechtskräftig verurteilt


In der gestrigen Verhandlung gegen den türkisch-kurdischen Kriegsdienstverweigerer Inan Süver wurde das Verfahren wegen Desertion und Befehlsverweigerung vertagt, da die offizielle Bestätigung für seine Ausmusterung noch nicht vorlag. Das berichtete Süvers Rechtsanwältin. Das Verfahren wird am 6. Juni fortgesetzt.

In einem Verfahren gegen Halil Savda, das vergangenen Freitag stattfand, wurde ein Urteil wegen öffentlicher Äußerungen zur Kriegsdienstverweigerung vom Berufungsgericht bestätigt. In einer Presseerklärung hatte er am 1. August 2006 seine Solidarität mit den israelischen Kriegsdienstverweigerern Itzik Shabbat und Amir Pasteur erklärt. Er wurde deswegen nun rechtskräftig wegen „Distanzierung des Volkes vom Militär“ zu fünf Monaten Haft verurteilt, so die Internetplattform Bianet. In Kürze muss er seine Haft antreten.

 verurteilt die Strafverfolgung der Kriegsdienstverweigerer in der Türkei. „Auf breiter Front gehen die türkische Regierung und das türkische Militär gegen Kriegsdienstverweigerer vor,“ so Rudi Friedrich von Connection e.V. heute. „Immer wieder werden dabei schwere Menschenrechtsverstöße begangen. Wir fordern die Türkei auf, hier umgehend Abhilfe zu schaffen und alle Verfahren gegen Kriegsdienstverweigerer einzustellen.“

 
Zu Inan Süver
Inan Süver war 2001 zum Militärdienst einberufen worden. Wegen mehrmaliger Desertion wurde er in drei Verfahren zu insgesamt 25 Monaten Haft verurteilt. Sieben Monate verbüßte er bereits vor mehreren Jahren. Nach seiner vorläufigen Entlassung tauchte er unter.
Als Inan Süver desertierte, wusste er nichts von der Idee der Kriegsdienstverweigerung. Erst am 10. Oktober 2009 verweigerte er offiziell.
Am 5. August 2010 wurde er erneut verhaftet. Wie andere Kriegsdienstverweigerer wurde er in der Haft mehrmals misshandelt. Da er den größten Teil der bisherigen Haftstrafe verbüßt hat, ist mit einer vorzeitigen Entlassung von Inan Süver zum 6. Juni 2011 zu rechnen. Aber gegen ihn sind weitere Militärstrafverfahren anhängig: Wegen Desertion im Jahre 2007 und wegen seiner Weigerung, nach der Verhaftung im August 2010 eine Uniform anzuziehen. ()


Zu Halil Savda
Halil Savda war früher Angehöriger der PKK, der Kurdischen Arbeiterpartei, die einen bewaffneten Kampf gegen die Türkei führte und führt. Er wandte sich im Jahre 2004 von der PKK ab, als er wegen seiner Mitgliedschaft eine Haftstrafe verbüßte: "Im Gefängnis setzte ich mich intensiv mit der Gewaltfrage auseinander. Ich las von anderen Kriegsdienstverweigerern und ihrem Kampf, was mich sehr ansprach. Ich fühlte, dass dies meiner inneren Überzeugung entsprach und wurde so selbst zum Kriegsdienstverweigerer."
Zuletzt saß Halil Savda vom 27. März bis 25. November 2008 wegen Desertion und Ungehorsam im Gefängnis. Am 25. April 2008 wurde er ausgemustert.
Gegen Halil Savda ist noch ein weiteres Verfahren wegen kritischer Äußerungen gegen das Militär anhängig. Gemeinsam mit drei anderen Aktivisten wurde er im Juni 2010 wegen der Unterstützung des türkischen Kriegsdienstverweigerers Enver Aydemir angeklagt und zu sechs Monaten Haft verurteilt. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein. ()


Zum Hintergrund
Die Türkei verfolgt Kriegsdienstverweigerer auf zweierlei Art und Weise. Zum einen werden öffentliche Äußerungen gegen das Militär unter Strafe gestellt. Zum anderen wird das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkannt. Kriegsdienstverweigerer wie Halil Savda, Osman Murat Ülke, Mehmet Tarhan oder Mehmet Bal wurden wegen Befehlsverweigerung bzw. Ungehorsam bis zu sieben Mal verurteilt. Die Wehrpflicht gilt erst nach Ableistung des Militärdienstes als erfüllt.

Im Rahmen der Beitrittsverhandlungen zur EU hatte die Europäische Kommission wiederholt die Strafverfolgung von Meinungsäußerungen kritisiert (). Zudem verstößt die Türkei mit der Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 24. Januar 2006. Darin hatte das Gericht festgestellt, dass wiederholte Anklagen gegen Kriegsdienstverweigerer in Verbindung mit der Möglichkeit einer lebenslangen Strafverfolgung "im Missverhältnis zu dem Ziel stehen, die Ableistung des Militärdienstes sicherzustellen", und damit die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen. ()



gez. Rudi Friedrich

*******************************
Quelle: 
Connection e.V., Gerberstr. 5, 63065 Offenbach
E-Mail: 
Website: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/208.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zum Rücktritt Karl Theodor zu Guttenbergs vom Amt des Bundesverteidigungsministers]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/599</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-599</guid><description><![CDATA[erklärt die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Kathrin Vogler: 
 
"Der Rücktritt von Guttenberg als Verteidigungsminister war überfällig. Wer ein derart gestörtes Verhältnis zu Recht und Unrecht hat, darf nicht über Krieg und Frieden entscheiden. Dennoch ist dieser Rücktritt nicht das Ende der Affäre. Ich erwarte, dass die mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaften jetzt zügig die strafrechtliche Relevanz des Verhaltens von zu Guttenberg bewerten und entsprechende Strafverfahren in Gang setzen." 
Vogler, die gegen Guttenberg Strafanzeige erstattet hat, wartet noch auf eine Eingangsbestätigung der Staatsanwaltschaft Bayreuth. 

Vogler bedankt sich bei den inzwischen über 50.000 Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftlern, die mit einem Aufruf den Druck auf Guttenberg erhöht hatten: "Dieses gesellschaftspolitische Engagement würde ich mir öfter wünschen." 

Politisch bewertet sie den Rücktritt Guttenbergs als Menetekel für Kanzlerin Merkel und die Afghanistanpolitik der Regierung: "Frau Merkel hat Guttenberg ins Kabinett geholt, gerade weil er so gut täuschen und tarnen kann. In der Kundus-Affäre sollte er nach innen vertuschen und öffentlich den Aufklärer spielen. Der nächste Verteidigungsminister sollte sofort den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan veranlassen. Erst dann wäre der Rücktritt Guttenbergs eine wirklich gute Nachricht."

----
Kathrin Vogler ist Mitglied der DFG-VK, ist im Landesverband NRW akriv und war Geschäftsführerin des DFG-VK-Bundesverbandes. Darüber hinaus ist sie auch in anderen Teilen der Friedensbewegung aktiv....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Per Flugverbotszone in den Krieg in Nordafrika?]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/594</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-594</guid><description><![CDATA[Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Am Vormittag des 22.2.2011 forderte der ehemalige britische Außenminister Lord David Owen gegenüber Aljazeera eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats, in der die Situation in Libyen als „Gefährdung des Weltfriedens“ deklariert wird und nach Kapitel VII der UN-Charta, das militärische Zwangsmaßnahmen zulässt, eine Flugverbotszone über Libyen eingerichtet wird. Keine zwei Stunden später wird dieselbe Forderung von der einflußreichen International Crisis Group über ihren Newsletter verschickt. Doch auch in bedeutend staatsferneren Medien taucht dieser Vorschlag auf: Im Namen der dubiosen Anonymous-Gruppe, die mit ihrer Solidaritätsaktion für Wikileaks mehr von sich Reden machte, als Konkretes zu erreichen, wird in zahlreichen Internetforen, darunter Indymedia, folgender Aufruf verbreitet: „An die Vereinten Nationen … Anonymous verlang von Ihnen, dass sie alle nötigen Maßnahmen zum Schutze der Libyschen bevölerung starten...[Dazu gehört] das Einrichten einer Flugverbotszone, sodass kein Zivilist mehr Bombardiert werden kann.“ [Fehler im Original] Auch die Forderung des ehemaligen britischen Außenministers passt sich – so scheint es – ganz den neuen Mobilisierungs- und Protestformen, wie sie die Aufstände in Nordafrika geprägt haben, an: Sie findet sich weniger auf Nachrichtenportalen, als dass sie weltweit getwittert wird.

Der Ruf nach einer Intervention ist angesichts der unglaublich heftigen Repression des libyschen Militärs gegen den Aufstand verständlich – aber auch gefährlich. Und er droht wiederum missbraucht zu werden. Zunächst klingt alles sehr harmlos: Die UN richten eine Flugverbotszone ein. Doch die UN kann diese nicht durchsetzen, infrage käme hierzu eigentlich nur die NATO. Genau darin bestand auch Owens Vorschlag: die NATO solle – evtl. gemeinsam mit der ägyptischen Armee – diese Flugverbotszone durchsetzen, libysche Flugzeuge abschießen und Flugplätze bombardieren. Angesichts der militärischen Ausrüstung Libyens bedeutet dies einen handfesten Krieg. Alleine im Jahr 2009 wurde der Export italienischer Kampfflugzeuge im Wert von 107 Mio. Euro nach Libyen genehmigt, Portugal lieferte Drohnen im Wert 4.6 Mio. Euro. Deutschland hat ebenfalls 2009 u.a. Störsender für 43,2 Mio. Euro geliefert, die nicht nur die Kommunikation unter den Protestierenden und auch die Evakuation von Ausländern behindern, sondern auch militärische Angriffe erschweren können.

Bislang wurden zwei Mal von der UN mandatierte Flugverbotszonen eingerichtet und auch durchgesetzt: 1991 über dem Nordirak (Operation Provide Comfort) und 1993 über Bosnien und Herzegowina. Beide Einsätze mündeten letztlich – wenn auch mit unterschiedlichen Zeitabständen – in den Einsatz von Bodentruppen und die anschließende militärische Besatzung. Eine Evaluation beider Einsätze durch den US-Luftwaffenmajor Michael V. McKelvey für die Forschungsabteilung der US-Luftwaffe versucht anhand dieser die Ziele einer Flugverbotszone zu systematisieren: Flüge nicht verbündeter Kräfte zu verhindern, Zivilisten vor Bombardements zu schützen und die Lufthoheit für „andere Missionen“ zu sichern. Die Erfolgsmaßstäbe seien dabei erstens der Erfolg der Luftoperationen, zweitens die Kongruenz zwischen den Luftoperationen und „höheren Zielen“ und drittens die tatsächlichen Auswirkungen dieser Luftoperationen für die Erreichung der „höheren Ziele“ und des „gewünschten Endzustands“. Die Evaluation trägt den bezeichnenden Titel „Luftüberlegenheit in MOOTW [Military Operations other than War]: Eine kritische Analyse des Einsatzes von Flugverbotszonen zur Durchsetzung nationaler Interessen“.

Worin die nationalen Interessen hinter einem Krieg in Nordafrika und speziell gegen Libyen bestehen, liegt auf der Hand. Libyen verfügt über gewaltige Vorkommen an Erdöl und Erdgas und ist einer der wichtigsten Energielieferanten Europas. Es übt Kontrolle über wesentliche Teile der Sahara und einen großen Einfluss auf deren Anrainerstaaten aus. Auch innerhalb der Afrikanischen Union war Libyen als einer der größten Finanziers de facto eine Vetomacht. Deshalb und wegen der Überflugsrechte musste bislang jeder EU-Militäreinsatz in Afrika zuerst mit Gaddafi verhandelt werden. Europäische Rüstungslieferungen „erzwang“ er nach Logik der europäischen Sicherheitspolitiker durch die Drohung, die Öl- und Gasleitungen nach Europa abzudrehen und stattdessen Flüchtlinge nach Europa kommen zu lassen.

Doch auch jenseits solcher klassischer geopolitischer Interessen könnten viele westliche Politiker entscheidende Vorteile in einer solchen Intervention sehen. Ein Internationaler Konflikt in Nordafrika könnte die Protestwelle zum Erliegen bringen oder zumindest eine massive Repression gegen die unerwünschten Teile des Protests im Schatten des Krieges ermöglichen. Dies wäre zumindest in Ägypten anzunehmen, falls es zu einer Flugverbotszone und einer Zusammenarbeit mit der NATO kommt. Wo westliche Einflußnahme von großen Teilen der Protestbewegung abgelehnt wird, ist mit einer enormen Eskalation zu rechnen, sollte sich die Militärregierung während des „Übergangs“ Seite an Seite mit der NATO in einen Krieg stürzen oder ihr auch nur Truppenstationierungen erlauben. Ähnliches gilt für die anderen nordafrikanischen Staaten, weshalb davon auszugehen ist, dass eine Flugverbotszone überwiegend von Flugzeugträgern aus dem Mittelmeer durchgesetzt werden würde – dort, wo jetzt schon Flüchtlinge ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen.

Den Protestierenden in Libyen wird ein solcher militärischer Aufmarsch nichts nutzen. Luftangriffe eignen sich nicht zur langfristigen Aufstandsbekämpfung sondern allenfalls als einmalige, menschenvernichtende Machtdemonstration. Bis die NATO aufmarschiert ist, wird entweder die Protestbewegung die Oberhand über das mittlerweile unkontrollierte Militär gewonnen haben oder durch dieses vernichtet worden sein. Einen Anlass für ein solches, noch härteres Vorgehen und eine Reorganisation der libyschen Streitkräfte könnte die bevorstehende Intervention jedoch allemal darstellen - oder auch schon deren Androhung.

Christoph Marischka

IMI-Standpunkt 2011/013 vom 23.02.2011
URL: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zur Lage in Libyen: Gesicherte Korridore für Flüchtlinge schaffen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/595</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-595</guid><description><![CDATA[Die deutsche Bundesregierung muss sich im Rahmen der Europäischen Union für gesicherte Korridore für Flüchtlinge aus Libyen und den Nachbarstaaten einsetzen. Das fordert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW anlässlich der schweren Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes an seiner Bevölkerung. Das Aufnahmeverfahren für Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union muss humanitären Standards genügen. 

Die Abschiebung von libyschen Flüchtlingen durch Italien verletzt die Einhaltung des Zurückweisungsverbots. Alle Personen, die sich in der Hoheitsgewalt eines Mitgliedstaates befinden, stehen unter dem Schutz der Europäischen Menschenrechtskonvention. Sie haben das Recht auf die notwendige humanitäre und medizinische Versorgung sowie einen effektiven Zugang zu Rechtsmitteln.

Allein seit Mai 2009 hat die italienische Küstenwache laut Aussage von Pro Asyl über 2.000 Bootsflüchtlinge aus Eritrea, Somalia und anderen Verfolgerstaaten in Haftlager Gaddafis zurückgeschickt. Sie wurden dort misshandelt und gefoltert. "Europas jahrelange Zusammenarbeit mit dem libyschen Regime ist beschämend und inhuman. Hier werden elementare Menschenrechtsstandards zugunsten von Flüchtlingsabwehr und `Anti-TerrorkampfŽ geopfert", erklärt Matthias Jochheim, stellvertretender IPPNW-Vorsitzender.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Castor Schottern lehnt gemeinsam mit anderen Widerstandsgruppen Auswertungsgespräch mit der Polizei ab]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/596</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-596</guid><description><![CDATA[- Wenn es einen Castor-Transport 2011 ins Wendland gibt, wird wieder geschottert
- Castor Schottern fordert Stopp der Transporte, kein Endlager in Gorleben und die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen

In einer gemeinsamen Erklärung wiesen gestern Bäuerliche Notgemeinschaft. Bürgerinitiative Umweltschutz, widerSetzen, X- tausendmal quer, widerStandsNest Metzingen, Ermittlungsausschuss Wendland und die Kampagne Castor Schottern eine Einladung der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen zur gemeinsamen Auswertung der Castor-Proteste zurück.

Sonja Schubert: "Die Polizei hat sich auch 2010 wieder wie eine Besatzungsmacht im Wendland aufgeführt. Mit Besatzern werten wir aber nichts gemeinsam aus, sondern wir Protest- und Widerstandsgruppen erarbeiten stattdessen gemeinsam Strategien zur Beendigung der Castortransporte und der sie begleitenden Polizeieinsätze. Die BäuerInnen haben mit ihren dezentralen Treckerblockaden vorgemacht wie die Einsatzfähigkeit der Polizei zu beschränken ist."

Christoph Kleine: "Nach den Castor-Protesten 2010 sollten die politisch Verantwortlichen begriffen haben: Weitere Castortransporte ins Wendland, ein Endlager in Gorleben und der Weiterbetrieb der Atomanlagen sind politisch nicht durchsetzbar."

Peter Bachstein: "Für das, was Regierung, Atomindustrie und meinetwegen auch die Polizei unbedingt wissen müssen, braucht es auch gar keine besondere Auswertung, das können wir ihnen auch so ganz kurz und knapp zurufen: Bereitet euch schon mal vor auf eure nächste politische Niederlage im Wendland, denn im kommenden November wird der Tanz auf den Strassen und an den Gleisen garantiert noch schwungvoller sein als im vergangenen Jahr."

Die Kampagne Castor Schottern hat bei mehreren Treffen ein positives Resümee der Aktivitäten im Jahr 2010 gezogen. Eine ausführliche, schriftliche Fassung werden wir Anfang März vorstellen. Ein Ergebnis steht jedoch schon jetzt fest: Auch 2011 wird es im Falle eines Castor-Transportes ins Wendland massiven Widerstand der Kampagne Castor Schottern geben.

Hanna Spiegel: "Sollte der Castor im kommenden Herbst tatsächlich ins Wendland rollen, wird es einen noch zahlreicheren und besser vernetzten Widerstand als 2010 geben. Wir sind schon jetzt in der Vorbereitung und werden erneut massenhaft zu den Transportwegen des Castors gehen und diese unbefahrbar machen. Wir bauen dabei auf das gewachsene Vertrauen zwischen allen Widerstandsgruppen und Initiativen im Wendland auf, das schon die Aktionen im November 2010 geprägt hat. Die Kampagne Castor Schottern ist Bestandteil einer Gesamtchoreografie des Widerstandes, die sich in ihrer Vielfalt mit einem klaren NEIN der Atompolitik von Bund und Land entgegenstellt."

Mischa Aschmoneit: "Die Polizei war 2010 bereits am Ende ihrer Kapazitäten. Wir hingegen sind optimistisch, 2011 deutlich mehr AktivistInnen an die Schienen zu mobilisieren. Wir und die anderen Widerstandsgruppen haben aus unseren Erfahrungen gelernt - Bundes- und Landesregierung wären daher klug beraten, die weiteren Castor-Transporte nach Gorleben und in andere Zwischenlager abzusagen."

Den Text der gemeinsamen Erklärung aller Protest- und Widerstandsgruppen finden Sie auf .


Quelle: Pressemitteilung der Kampagne "Castor schottern"
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/631.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresden: Nazi-Aufmarsch erfolgreich verhindert]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/591</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-591</guid><description><![CDATA[Polizei steht als schlechter Verlierer da
Friedensratschlag: Gewaltdiskussion lenkt ab

(Kassel/Dresden) Zu den Vorfällen anlässlich der Blockade des rechtsradikalen Aufmarsches am Samstag in Dresden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski:

Wenn sich über 20.000 Menschen aus Dresden und aus dem ganzen Land einem Aufmarsch gewalttätiger Anhänger faschistischer Ideologien in den Weg stellen, dann ist das für sich genommen schon eine gute Sache. Noch besser ist es , wenn der Aufmarsch der Alt- und Neonazis tatsächlich verhindert werden kann. Und das war in Dresden der Fall. Ein Sieg der Demokratie!

Dass die Friedensbewegung sich an den demokratischen Protesten beteiligt hat, ist eine Selbstverständlichkeit. Faschismus ist eine Menschen verachtende Ideologie, Faschismus ist praktizierte Diktatur und Gewalt, Faschismus bedeutet Krieg. Nach allen völkerrechtlichen Verträgen nach dem Zweiten Weltkrieg (z.B. dem Potsdamer Abkommen vom August 1945), nach der UNO-Charta (sog. "Feindklausel" Art. 107) und nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Art. 139) gehört die Bekämpfung von Nazismus, Rassismus und Militarismus zu den Wesensbestandteilen unserer Demokratie. Faschistisches Gedankengut unterliegt demnach auch nicht dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, Neonazi-Aufmärsche nicht dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit. So gesehen waren alle Verfügungen sächsischer Gerichte, den Nazis am 19. Februar Rede- und Bewegungsfreiheit in Dresden zu geben, mit unseren Rechtsgrundlagen nicht vereinbar.

So gesehen haben die Menschen, die sich am 19. Februar 2011 dem Nazi-Aufmarsch in den Weg stellten, das Recht und die Demokratie in diesem Land verteidigt. Dies ist in diesem Fall vollständig gelungen, da die Nazis durch die Blockadeaktionen der vielen Tausenden keine Möglichkeit erhielten, ihre Hassbotschaften im öffentlichen Raum zu verbreiten. Der Bundesausschuss Friedensratschlag beglückwünscht die Organisatoren des Protestes, das Bündnis "Dresden nazifrei", die aus dem ganzen Land angereisten Antifaschisten und die Stadt Dresden zu diesem großartigen Erfolg.

Leider wurde der Erfolg der Demokraten sowohl am Samstag während der Aktionen als auch im Nachhinein getrübt durch verschiedene Gewalt-Ereignisse. Sie gehen einerseits auf das Konto der Polizei. Nachdem sich nämlich an zahlreichen Punkten der Stadt größere Menschenmengen zu friedlichen Blockaden zusammengefunden hatten, konnte die Polizei die vom Verwaltungsgericht verfügte Anweisung, den Nazis den Weg frei zu machen, nicht mehr durchsetzen. Anstatt sich einzugestehen, dass der Einsatz polizeilicher Gewalt nur zur Eskalation der Situation führen müsse und sich von daher verbiete, ging die Polizei an verschiedenen Stellen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor. Dazu beigetragen hatten auch die im Vorfeld kolportierten Meldungen, dass viele "gewaltbereite Chaoten" oder "Linksextreme" in die Stadt einfallen würden. Die dann erzeugten "Gewaltexzesse" gehören also zu einem Teil in die Kategorie der "self-fulfilling prophecies".

Bedauerlich an diesen Vorfällen ist indessen auch, dass sich zu diesem erwarteten Szenario auch immer wieder genügend Grüppchen finden, die - möglicherweise auch durchsetzt und angespornt von Spitzel-Provokateuren - dieses "Spiel" mitmachen und der Polizei Anlässe oder Vorwände zum Eingreifen bieten. Das liefert den konservativen Politikern und den Mainstream-Medien die Bilder, die sie zur Diffamierung der Linken und der Antifaschisten brauchen. Sie lenken ab von den Inhalten und politischen Botschaften der demokratischen Proteste. Dies ist umso bedauerlicher, als es der jahrelangen Aufklärungsarbeit und der Aktionen des Bündnisses "Dresden nazifrei" zu danken ist, dass die Bevölkerung in und außerhalb Dresdens die Nazis gründlich "satt hat".

Die Polizei erwies sich auch als schlechter Verlierer, als sie am Abend, also Stunden nach dem Erfolg der Demokraten, das Büro von "Dresden nazifrei" im "Haus der Demokratie" stürmte, wahllos andere Bürotüren im Haus aufbrach und ebenso wahllos Menschen festsetzte sowie Computer und andere "Beweismittel" (Beweise wofür? Für den erfolgreichen Protest?) mitnahm. Der Bundesausschuss Friedensratschlag ist empört über diese - angeblich von der Staatsanwaltschaft "mündlich" angeordnete - Aktion (ein Durchsuchungsbefehl lag nicht vor!) und fordert eine Beendigung der Strafverfolgung von Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher) ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Aufmarsch der Nazis verhindern  -  Blockieren ist ein Menschenrecht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/588</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-588</guid><description><![CDATA[Kassel/Dresden - Zu den bevorstehenden Protesten gegen den Aufmarsch der Nazis am kommenden Samstag in Dresden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski:

Es bleibt für uns eine unerträgliche Situation, dass den Alt- und Neonazis erlaubt wird, das Gedenken an die Toten der Bombenangriffe von Dresden 1945 für ihre geschichtsrevisionistischen "Botschaften" zu missbrauchen. Es ist für uns unerträglich, dass sächsische Gerichte die Polizei auffordern, den Nazi-Aufmarsch dieses Mal besser zu schützen um den Geschichtsleugnern den Weg für ihren gruseligen Umzug frei zu kämpfen. Und es war unerträglich, dass am vergangenen Wochenende ein erster "Gedenk"-Marsch der Nazis genehmigt, ein antifaschistischer Stadtrundgang in der Dresdener Altstadt indessen verboten wurde.

Wer heute der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs (der Gefallenen und bei der Offensive der Alliierten getöteten Zivilpersonen) und der kriegsbedingten Umsiedlung von Millionen Menschen gedenkt, muss die deutsche Verantwortung dafür und die deutsche Täterschaft benennen. Wir wollen nur an drei Wahrheiten erinnern:

1) Das Unglück des Zweiten Weltkriegs begann nicht erst mit den Angriffen der Antihitlerkoalition auf Ziele in Deutschland. Es begann am 1. September 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, setzte sich fort mit dem Feldzug im Westen und den Luftangriffen gegen Städte in Großbritannien (z.B. Coventry) und fand seinen Höhepunkt im Angriff auf die Sowjetunion 1941 und den Vernichtungskrieg im Osten. Allein in der Sowjetunion starben 20 Millionen Menschen. Während des Krieges wurden sechs Millionen Juden in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblinka, Buchenwald, Sachsenhausen, Dachau, Majdanek u.a. systematisch ermordet - das größte Verbrechen, das die Menschheit bisher gesehen hat.

2) Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs gehört die Machtübernahme Hitlers und der NSDAP am 30. Januar 1933. Innerhalb weniger Monate wurden die freien Gewerkschaften, alle oppositionellen Parteien verboten, Kommunisten, Sozialdemokraten, antifaschistisch und liberal gesinnte Demokraten aller Couleur verfolgt und ein autoritäres, verbrecherisches und aggressives Regime errichtet, das sich anschickte, nach der Wiedereingliederung des Saarlands, des „Anschlusses“ Österreichs und der Einverleibung des „Protektorats“ Böhmen und Mähren die „Kornkammern“ Osteuropas zu erobern, die slawischen „Untermenschen“ zu versklaven und ein „tausendjähriges“ Weltreich zu errichten.

3) Dass sich dagegen die Völker Europas und der Welt zur Wehr setzten und dass schließlich die Anti-Hitler-Koalition Nazi-Deutschland in einem verlustreichen Krieg niederrang, war ein Akt der Selbstverteidigung. Der Anti-Hitler-Koalition haben wir die Befreiung der noch überlebenden Häftlinge des KZ Auschwitz (27. Januar 1945) zu verdanken, ihr haben wir schließlich – am 8. Mai 1945 - die endgültige Befreiung Deutschlands von dem terroristischen Nazi-System zu verdanken.

Vor einem Jahr war es einem breiten demokratisch-antifaschistischen Bündnis gelungen, den Aufmarsch der Rechten zu stoppen. Neofaschisten mobilisieren europaweit, diese "Schmach" wieder auszuwetzen und wollen Dresden am Samstag wieder ihren braunen Stempel aufdrücken. Dem wollen wir uns entgegen stellen.

Die Friedensbewegung ist bekannt für ihre Gewaltlosigkeit. Sich den alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen, ist ein Akt präventiven Selbstschutzes, weil es den Aufmarsch der organisierten Nazi-Gewalt verhindern will. Eigentlich wäre das die Aufgabe der staatlichen Organe. Vor einem Jahr, am 13. Februar 2010, war es den Demokraten gelungen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Auch diesmal stellen wir uns quer.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat in einem Appell an die Friedensbewegung dazu aufgerufen, am 19. Februar nach Dresden zu kommen und sich dem Aufmarsch der Rechtsradikalen entschlossen entgegen zu stellen. (Den Aufruf "Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg!" können Sie hier herunterladen
[pdf-Datei]...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[pax christi fordert Freilassung von palästinensischem Menschenrechtsverteidiger]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/589</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-589</guid><description><![CDATA[Gewaltloser Widerstand Thema bei pax christi-Tagung

Die Hoffnung auf Wandel, Demokratisierung und Überwindung von Repression, die 
Ägypten und Tunesien erfasst hat, zeigt sich auch in Palästina. In den letzten 
Wochen ging es bei den wöchentlichen Demonstrationen in den Dörfern entlang der 
Sperranlage in der von Israel besetzten Westbank, neben dem Protest gegen Mauer 
und Siedlungen, auch um die Solidarität mit den Demonstrierenden auf dem Tahrir 
Platz in Kairo.

Gegen die Demonstranten und ihre Angehörigen geht das israelische Militär mit 
zunehmender Härte vor. Seit Beginn der Proteste gegen Mauer und Siedlungen sind 
dabei 17 Menschen umgekommen. Ende Januar 2011 waren nach Angaben der 
Gefangenenhilfsorganisation Addameer  20 palästinensische 
Menschenrechtsverteidiger in israelischer Haft.

Ein wichtiger Akteur  dieses gewaltfreien Widerstandes, Abdallah Abu Rahma, ist 
immer noch in Haft. Der international anerkannte Menschenrechtsverteidiger und 
Lehrer an der katholischen Schule in Ramallah leitet in seinem Heimatdorf Bilin 
bei Ramallah/Westbank die friedlichen Proteste gegen die dort von der 
israelischen Besatzungsmacht völkerrechtswidrig errichtete Sperranlage. Diese 
steht in Bilin nicht auf der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und der 
Westbank, sondern trennt das Dorf von der Hälfte seines Landes ab. ”Wir sind 
nicht gegen die Juden oder gegen die Israelis, wir sind gegen die Besatzung”, 
erklärte der auch als palästinensischer Gandhi bezeichnete Abu Rahma gegenüber 
dem mit pax christi verbundenen Arab Education Institute in Betlehem. ”Was mich 
weitermachen lässt? Es ist die Hoffnung, dass diese Mauer entfernt werden kann. 
Das ist unser Recht. Wir haben ein Recht auf unser Land. Wir haben keine Wahl. 
Wie sollen wir ohne unser Land Häuser für unsere Kinder bauen können?” Hoffnung 
schöpft er auch durch die Anwesenheit internationaler Freiwilliger, auch aus der 
israelischen Friedensbewegung. ”Mitglieder der israelischen Friedensbewegung 
kommen Tag und Nacht. Wann immer wir sie brauchen, kommen sie sofort.”

Der kreative und friedliche Widerstand in Bilin gegen die israelische Besatzung 
hat internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung gefunden. pax christi 
unterstützt diesen Widerstand, dessen Ziel das Ende der Besatzung ist. pax 
christi erwartet Abu Rahma, der Träger der Ossietzky Medaille der 
Internationalen Liga für Menschenrechte ist, zu einer internationalen Tagung im 
Mai in Bad Boll bei Stuttgart, bei der es u.a. um das Thema Gewaltloser 
Widerstand und Feindesliebe der palästinensischen Kirchen geht.

Abu Rahmas zunächst einjährige Haft begann am Tag der Menschenrechte, dem 10. 
Dezember 2009. Im Januar 2011 wurde sie um vier weitere Monate verlängert. Ihm 
wird vorgeworfen, die friedlichen Proteste angeführt zu haben. Laut Aussage der 
Strafverfolger soll dies ”der Abschreckung etwaiger Nachahmer dienen”. 111 
Festnahmen von Aktivisten zählte der palästinensische Zusammenschluss von 
Nichtregierungsorganisationen „Stop the Wall“ zwischen  April und Juni 2010. 
Darunter sind auch zahlreiche Minderjährige.

Das Militärgericht sprach Abu Rahma schuldig wegen Aufwiegelung, Organisation 
und Teilnahme an illegalen Demonstrationen. Es beruft sich dabei lediglich auf 
Aussagen Minderjähriger, die nachts verhaftet worden waren und denen ein 
Beistand durch einen Anwalt verweigert worden war. Aufwiegelung ist nach 
israelischem Militärgesetz definiert als ”Versuch verbal oder anderweitig die 
öffentliche Meinung in der Gegend zu beeinflussen, die den öffentlichen Frieden 
oder die öffentliche Ordnung stören könnte.”

pax christi sieht das Urteil als politisch begründet an. Dadurch setzt sich 
nicht nur die Besatzungsbehörde ins Unrecht, dadurch wird auch ein gewaltfreier 
Wandel in Palästina verhindert. pax christi begrüßt den Einsatz der 
Außenbeauftragten der EU, Lady Cathrin Ashton und anderer EU-Regierungen für die 
Freilassung von Abu Rahma und die Rechte friedlicher Demonstranten in Palästina. 
pax christi sieht in Abdallah Abu Rahma einen gewaltlosen politischen Gefangenen 
und schließt  sich der Forderung von Amnesty International an, ihn als solchen 
(prisoner of conscious) zu behandeln. Der Grund seiner Verhaftung sei - so ai -  
einzig und allein  die friedliche Ausübung seines Rechts auf freie 
Meinungsäußerung und Versammlung. pax christi fordert die  sofortige und 
bedingungslose Freilassung von Abdallah Abu Rahma.

Ansprechpartnerin bei pax christi für die Presse: Christine Hoffmann...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Am 12. Februar ist Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/585</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-585</guid><description><![CDATA["Schlimm genug, dass Erwachsene Krieg führen. Der Missbrauch von Kindern in militärischen Konflikten ist absolut inakzeptabel und zeigt, wie perfide die militärische Logik ist", so Inge Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag anlässlich des internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der am 12. Februar begangen wird."

Höger weiter:

"Die Bundesregierung ist in zweifacher Hinsicht mitverantwortlich dafür, dass Kinder als Kriegsmaschinen aufwachsen: Zum einen bildet sie selbst im Rahmen der EU-Trainingsmission "EUTM" in Somalia Kindersoldaten aus. Zum anderen beliefert Deutschland auch die Konflikte mit Waffen, die Kindersoldaten einsetzen", sagte Höger und rief die Regierung dazu auf, Militärausbildungsmissionen wie die EUTM, sowie sämtliche Rüstungsexporte in Krisengebiete sofort einzustellen. 

Das Leid von Kindersoldaten ist in keiner Weise mit der Situation deutscher Soldatinnen und Soldaten gleichzusetzen ist. Dennoch:

"Nicht umsonst kritisiert die UN Deutschland immer wieder dafür, dass die Bundeswehr 17jährige als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert. Das widerspricht der UN-Söldnerkonvention! Und das ist wohl auch der Grund, warum sich sämtliche Bundesregierungen seit Jahren weigern, diese Konvention zu ratifizieren", stellt die Linke-Politikerin fest.

Außerdem kritisierte die Bundestagsabgeordnete, dass die Bundeswehr zunehmend unter Jugendlichen um zukünftige Rekruten wirbt. "Die Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen!", machte Inge Höger deutlich.

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/642.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbildung an Schulen stärken – den Einfluss der Bundeswehr zurückdrängen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/583</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-583</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Projektes: Projekt Friedensbildung, Bundeswehr und Schule

Angesichts geringer Akzeptanz ihrer Auslandseinsätze in der Bevölkerung und Nachwuchssorgen bemüht sich die Bundeswehr um größeren Einfluss an Schulen. Mittlerweile wurden mit acht Bundesländern Kooperationsverträge über den Einsatz von Jugendoffizieren geschlossen. Zugleich mangelt es in Medien an Berichten über gelungene Beispiele des konstruktiven Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten. Durch Friedensbildung an Schulen kann der Blick der Jugendlichen für Fragen von Krieg und Frieden geschärft, ihr Urteilsvermögen gefördert und ihnen Handlungskompetenzen vermittelt werden. Durch eine bundesweite Initiative von Friedensverbänden, kirchlichen Akteuren und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft soll Friedensbildung an Schulen gestärkt und der Einfluss der Bundeswehr in den Schulen zurückgedrängt werden.

Nach Aussage ihres politischen Geschäftsführers Monty Schädel steht für die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) die Ablehnung des Militärs an Bildungseinrichtungen im Vordergrund. Zugleich ist es aber wichtig, die Friedensbildung auch an Schulen zu stärken und auszubauen.

Aus Sicht des Beauftragten für Friedensarbeit des Rates der EKD, Renke Brahms, ist Friedensbildung eine Kernaufgabe der Schulen, die auszubauen ist. Dieses Ziel verfolgt ein neues Projekt der Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK). So sollen Lehrer/innen geeignete Materialien für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden und ein Pool qualifizierter Referent/innen aufgebaut werden, die von Schulen eingeladen werden können. In der gemeinsamen Geschäftsstelle von AGDF und EAK wird zudem die aktuelle Diskussion zur Rolle der Bundeswehr an Schulen ausgewertet und Interessierten Analysen und Dokumente  zur Verfügung gestellt.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt das Projekt. Nach einem Beschluss ihres Hauptvorstands will die GEW den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr an Schulen zurückdrängen. Jugendoffiziere sollten von den Lehrer/innen nur dann eingeladen werden, wenn die notwendige politische Ausgewogenheit gewährleistet ist. Zudem sind Friedensinitiativen die gleichen Möglichkeiten einzuräumen, wie der Bundeswehr. Für Pax Christi sollte an den Schulen stärker der Vorrang von ziviler Konfliktbearbeitung zum Tragen kommen. Generalsekretärin 

Christine Hoffmann verweist auf die Bereitschaft zum Engagement junger Menschen für den Frieden und betont, dass diese im zivilen Bereich noch viel stärker gefördert werden könnte. Eine einseitige schulische Orientierung auf Friedensdienst als Militärdienst laufe aller Friedensethik zuwider. Der Evangelische Entwicklungsdienst verspricht sich von dem Projekt laut dem Vorstand Rudolf Ficker, dass ergänzend zu Materialien zu globaler Gerechtigkeit auch geeignete Materialien zur Friedensbildung den Schulen zur Verfügung gestellt werden können. 

Internet: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/699.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Arbeitskonferenz: Stoppt den Krieg in Afghanistan – Perspektiven für Frieden & Entwicklung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/581</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-581</guid><description><![CDATA[Wann: 19. / 20. Februar 2011
Wo: ver.di – Höfe, Goseriede 10, 30159 Hannover

„Stoppt den Krieg in Afghanistan-Perspektiven für Frieden und Entwicklung“…

… so lautet das Motto einer eher ungewöhnlichen Konferenz zur deutschen Afghanistanpolitik. Personen und Organisationen aus der Friedensbewegung und dem entwicklungspolitischen Zusammenschluss VENRO haben den Dialog der beiden unterschiedlichen Perspektiven gestartet. Das Unbehagen an der Lage in Afghanistan und das Bestreben mit den je eigenen Kompetenzen zu einer Verbesserung beizutragen, motiviert diese Gruppen zur Zusammenarbeit. Dem unkoordinierten Nebeneinander der offiziellen Politik stellen sie Dialog und konkrete Schritte der Zusammenarbeit entgegen. Auf der Konferenz in Hannover wollen sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten für eine friedliche Lösung in Afghanistan kontrovers diskutieren.

Danach sind Kooperationen und gemeinsame Aktionen auf der Basis der Gemeinsamkeiten geplant. Veranstalter der Konferenz sind der „Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.“ - VENRO, die fünfzig in der „Kooperation für den Frieden“ zusammengeschlossenen Gruppen und Initiativen sowie der „Bundesausschuss Friedensratschlag“, der vor allem Basisinitiativen der Friedensbewegung vertritt.

In einem Diskussionspapier zur Konferenz wird „Vorrang für zivil“ und als ersten Schritt das Ende aller Kampfhandlungen gefordert, um einen Dialog über eine umfassende Friedenslösung einzuleiten, die den Abzug der internationalen Truppen beinhaltet. Zivile selbstbestimmte Strukturen in Afghanistan sollen demnach unterstützt werden. Eine militärisch zivile Zusammenarbeit wird abgelehnt und eine nachhaltige Friedenspolitik wird angemahnt. Die Ursachen von Hunger, Armut, Gewalt und Unterentwicklung müssten beseitigt werden, um die existenziellen Bedürfnisse der Menschen zu sichern. Entwicklung gelingt nicht durch das Überstülpen fremder westlicher Lebens- Kultur- und Wirtschaftsweisen auf andere Länder.

Nach einer Analyse der Lage in Afghanistan aus entwicklungspolitischer und friedenspolitischer Perspektive geht es bei der Arbeitskonferenz um Wege zur Beendigung des Krieges, um Knackpunkte einer zivilen Afghanistanpolitik und das Herausarbeiten gemeinsamer Positionen und Empfehlungen.

Die Träger erwarten von der Konferenz eine Intensivierung ihrer Informationstätigkeit über die Probleme des Krieges in Afghanistan und damit Beiträge zu dessen baldiger Beendigung.

Träger der Arbeitskonferenz: 
 
 
 
 

 
 
  


Mit Unterstützung von:
Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK
Stiftung Friedensbewegung
Humanistische Union vereinigt mit Gustav-Heinemann-Initiative

Das Programm


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/585.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW fordert Stopp der deutschen Waffenlieferungen an das Mubarak-Regime]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/572</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-572</guid><description><![CDATA[In Anbetracht des brutalen Vorgehens des Mubarak-Regimes gegenüber der Demokratiebewegung fordert die Friedensorganisation IPPNW von der deutschen Bundesregierung einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen an Ägypten. „Appelle der Bundeskanzlerin bleiben unglaubwürdig, solange sie nicht von konkreten Maßnahmen für ein Ende des Blutvergießens und der Unterdrückung in dem nordafrikanischen Land begleitet werden“, erklärt Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteorganisation. 

Die Bundesregierung hat die Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, von 33,6 Millionen Euro in 2008 auf 77,5 Millionen Euro in 2009. Sie handelt damit entgegen den eigenen rechtlichen Vorgaben, wonach Waffenexporte in Länder mit schweren Menschenrechtsverletzungen zu untersagen sind.

Vorbild für eine Lösung der Konflikte in der Region könnte die &#39;Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit&#39; sein, die in den 70er Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Ende der Konfrontation in Europa leistete. Die deutsche IPPNW unterstützt die Initiative für eine &#39;Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten&#39;, die auch die israelische Regierung in einen verbindlichen Prozess der Konfliktlösung und Abrüstung mit einbeziehen soll.

Die deutsche IPPNW setzt starke Hoffnungen in eine Vermittlerrolle des früheren Chefs der UN-Atomenergie-Organisation IAEO, den Friedensnobelpreisträger El Baradei, in seinem ägyptischen Heimatland. Über die ägyptischen IPPNW-Ärzte wird die Friedensorganisation nach Wegen suchen, zivilgesellschaftliche Unterstützung für Demokratie und Menschenrechte in der Region zu leisten. 

Kontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Urteil des Verwaltungsgerichts Köln im Beobachtungsfall Gössner]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/571</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-571</guid><description><![CDATA[Bundesamt für Verfassungsschutz wegen vier Jahrzehnte langen Rechtsbruchs verurteilt

Liga: "Mit diesem sensationellen Urteil bescheinigt das Gericht dem Verfassungsschutz einen beispiellosen Dauerrechtsbruch, der nur noch als rechtsstaatswidrig und skandalös zu bezeichnen ist. Dieser Verfassungsschutz schützt nicht die Verfassung, sondern ist offenbar selbst eine Gefahr für den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat."

Heute hat das Verwaltungsgericht Köln sein Urteil in dem Verfahren Dr. Gössner ./. Bundesrepublik Deutschland verkündet, in dem es um die fast 40jährige geheimdienstliche Beobachtung des Bürgerrechtlers Rolf Gössner geht. Das Urteil lautet:

"Es wird festgestellt, dass die Beobachtung des Klägers bis zum 13.11.2008 einschließlich der während dieses Zeitraumes erfolgten Erhebung und --Speicherung von Daten zu seiner Person rechtswidrig gewesen ist. Die Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens."

Kläger Rolf Gössner: "Dieses Urteil ist eine herbe Niederlage für den Inlandsgeheimdienst, dessen geheime Dauerüberwachungstätigkeit in vollem Umfang für unverhältnismäßig und rechtswidrig erklärt wird."

Liga: "Diese skandalöse und rechtswidrige Langzeitüberwachung darf nicht ohne drastische politi-sche Konsequenzen bleiben -- zumal wenn man bedenkt, dass es sich hier um keinen Einzelfall han-deln dürfte. Diese aufwändige Überwachungsgeschichte ist auch ein ganz dringlicher Fall für den Bundesrechnungshof - wegen Verschwendung öffentlicher Gelder."

Gössners Anwalt Dr. Udo Kauß: "Diese Entscheidung ist wirklich ein Meilenstein. Dem Schutz der BürgerInnen vor staatlicher Überwachung wurde nach 5jährigem Rechtstreit zumindest rückwir-kend Geltung verschafft. Die im Prozess vom Bundesamt für Verfassungsschutz für sich in Anspruch genommene Deutungshoheit über das, was in diesem Staat zulässiger Weise gesagt und ge-schrieben werden darf, ist diesem Geheimdienst entzogen worden. Eine schallende Ohrfeige mit hoffentlich nachhaltiger Wirkung für die Erfassungspraxis nicht nur des Bundesamtes für Verfas-sungsschutz, sondern aller bundesdeutschen Geheimdienste. Das Amt wird seine Beobachtungs- und Erfassungspraxis gründlich ändern müssen."

Rolf Gössner stand seit 1970 ununterbrochen unter Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) -- schon als Jurastudent, später als Gerichtsreferendar und seitdem ein Arbeitsleben lang in allen seinen beruflichen und ehrenamtlichen Funktionen als Publizist, Rechtsanwalt und parlamentarischer Berater, später auch als Präsident/Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und als Mitherausgeber des alljährlich erscheinenden Grundrechte-Reports, seit 2007 als gewähltes (parteiloses) Mitglied der Innendeputation der Bremer Bürgerschaft und selbst noch als stellvertretender Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen. Erst am 13.11.2008, unmittelbar vor der 1. mündlichen Verhandlung, wurde die Beobachtung überraschend und mit erstaunlicher Begründung eingestellt. Es dürfte die längste Dauerbeobachtung einer unab-hängigen Einzelperson durch den Geheimdienst sein, die bislang dokumentiert werden konnte -- ohne dass diese jemals selbst als "Extremist" oder "Verfassungsfeind" eingestuft wurde.

Ohne die Klage gegen den Verfassungsschutz, so ist sich die Liga sicher, wäre ein Ausstieg aus die-ser Überwachungsgeschichte wohl kaum erfolgt, so dass Rolf Gössner womöglich weiterhin, bis ins hohe Rentenalter, unter Beobachtung stünde.

Das Gericht war in diesem Verfahren vor die schwierige Aufgabe gestellt, trotz der vom BfV aus Geheimhaltungsgründen - Quellenschutz, Ausforschungsgefahr, Staatswohl - nur unvollständig vorgelegten 2.000seitigen Personenakte eine Entscheidung treffen zu müssen. Außerdem prallten in dem Verfahren "zwei Denkwelten" aufeinander, wie der Vorsitzende Richter feststellte. Das Ge-richt problematisierte dabei auch, dass durch die einseitige Auswahl des erfassten Materials durch die Beklagte "zwangsläufig ein falsches Bild" vom Kläger und von dessen beruflichen und rechts-politischen Aktivitäten entstehen müsse. Schon deshalb habe Rolf Gössner ein berechtigtes "Rehabilitierungsinteresse", dem das heutige Urteil in vollem Umfang entspricht.

Rolf Gössner drückte bereits vor Gericht "sein Bedauern darüber aus, dass durch diese unsinnige, geradezu absurde Überwachungsgeschichte so viel Lebenszeit und -kraft vergeudet wurde und dass zwei Gerichte -- das Verwaltungsgericht Köln und das Bundesverwaltungsgericht - mit aufwändigen Verfahren belästigt werden" mussten. "Aber dieser mühsame Kampf war nun mal notwendig, um wenigstens zu versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel geheimdienstlicher Machenschaften zu brin-gen und solch ausufernde Geheimdiensttätigkeit künftig zu bändigen."

"Mir war immer klar, dass mit mir gewissermaßen eine ganze Generation von engagierten Menschen mitklagte, die sich seit den späten 60er Jahren in unterschiedlichen Aktivitäten und Berufen linkspolitisch betätigten oder weiterbetätigen, und dabei möglicherweise ebenfalls mehr oder weniger lang ins Visier des Verfassungsschutzes geraten sind. Vielleicht habe ich deshalb so viel Zu-spruch und Solidarität empfangen, für die ich mich herzlich bedanken möchte, weil ich mich in gewisser Weise auch stellvertretend zur Wehr gesetzt und geklagt habe."

Diese Überwachungsgeschichte und das Gerichtsverfahren zeigen in aller Deutlichkeit, so die Liga, "welche Gefahren für Persönlichkeitsrechte, für Informationelle Selbstbestimmung, Meinungs- und Pressefreiheit, Mandatsgeheimnis und Informantenschutz mit Geheimdiensten und ihren klandestinen Aktivitäten verbunden sind."

Rolf Gössner: "Dass ein Geheimdienst wie der Verfassungsschutz über vier Jahrzehnte unkontrol-liert und rechtswidrig eine unabhängige Einzelperson beobachten, personenbezogene Daten erfas-sen, sammeln, auswerten und übermitteln kann und dass er dann auch noch den größten Teil der Personenakte geheim halten darf, beweist die These, dass es sich letztlich um eine demokratieunverträgliche Institution handelt, für die das Prinzip demokratischer Transparenz und Kontrollierbarkeit praktisch nicht gilt."

Dieses Urteil hat nach Auffassung der Liga über den Einzelfall hinaus grundsätzliche Bedeutung, denn es geht um ein brisantes Problem, das auch andere Publizisten, Rechtsanwälte und Menschenrechtler betrifft: Welche Grenzen sind den kaum kontrollierbaren Nachrichtendiensten und ihren geheimen Aktivitäten gezogen -- gerade im Umgang mit Berufsgeheimnisträgern und im Rahmen unabhängiger Menschenrechtsarbeit von Nichtregierungsorganisationen?

Die Begründung des Urteils wird erst später vorliegen.

Zum Hintergrund der Überwachungsgeschichte und zum Ablauf des Verwaltungsgerichtsverfahrens sei auf die  verwiesen. ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/526.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Militärreklame erreicht fast eine Million Jugendliche]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/564</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-564</guid><description><![CDATA[Fast eine Million Jugendliche haben Jugendoffiziere und Wehrdienstberater der Bundeswehr im vergangenen Jahr mit ihrer Werbung erreicht. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, mit. "Das systematische Werben um junges Kanonenfutter ist unvereinbar mit humanitären Grundsätzen", erklärt dazu Ulla Jelpke. Die Abgeordnete weiter:

"Jugendoffiziere konnten voriges Jahr vor rund 139.000 Schülerinnen und Schülern im Unterricht auftreten, um ihnen die Auffassungen der Bundeswehr über ,Sicherheitspolitik&#39; darzulegen. Zusätzlich konnten Wehrdienstberater in Vorträgen vor 197.000 Schülerinnen und Schülern versuchen, diesen eine Karriere als Zeitsoldat schmackhaft zu machen.

Auf Messen und Ausstellungen wurden nach offiziellen Angaben außerdem 590.000 Jugendliche erreicht. An Truppenbesuchen nahmen 22.000 ,Zielgruppenangehörige&#39; der Nachwuchswerber teil. Insgesamt haben die PR-Arbeiter der Bundeswehr demnach knapp 950.000 Jugendliche direkt beworben.

Die Sorge der Bundeswehr um ihren Nachwuchs muss riesig sein, wenn sie Schulen als -Rekrutierungsstätten missbraucht. Angesichts der Tragik von Kindersoldaten weltweit ist dies geradezu obszön. Schulen verletzen zudem elementare Bildungsprinzipien, wenn sie das Thema Sicherheitspolitik einseitig von Reklameagenten des Militärs darlegen lassen.

Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass die Nachfrage nach Vorträgen speziell von Wehrdienstberatern rückläufig ist - um genau ein Drittel. Die Bundeswehr sorgt mit ihren makabren, bisweilen tödlichen Ritualen selbst dafür, dass ihre Nachwuchssorgen nicht abreißen. Und solange sie nicht von ihrem Kriegskurs lässt, tun Jugendliche gut daran, einen weiten Bogen um sie zu machen."

Die Antwort der Bundesregierung ist auf  abrufbar.
-----------------------------------------
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/703.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Demokratie-Aufstände in arabischen Ländern unterstützen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/568</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-568</guid><description><![CDATA[Zu den Protestbewegungen gegen autokratische arabische Regime erklären
Andreas Buro, friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie und 
Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative:

Wir begrüßen die Aufstände in Tunesien und Ägypten. Die Unterdrückten und Benachteiligten stehen auf für mehr Gerechtigkeit, Freiheit, die Respektierung ihrer Menschenrechte und für eine Entwicklungsperspektive für sich und ihre Länder. Sie zeigen bewundernswerten Mut, demokratische Reife und Besonnenheit. Das große Bemühen der Aufständischen um eine gewaltfreie Veränderung der Gesellschaften zeigt die bedeutende Einsicht, dass durch Gewalt keine gerechtere Gesellschaft zu schaffen ist.

Die Solidaritätsbekundungen aus der Bundesregierung und den USA erscheinen uns dagegen unglaubwürdig, nachdem diese seit Jahrzehnten die autokratischen Unterdrückungsregime gestützt haben. Spätestens jetzt, da das ägyptische Militär ein Ende der Demonstrationen verlangt, müssen die USA, die europäischen Regierungen und eben auch die Bundesregierung ihre militärischen Hilfen für das ägyptische Regime, alle Rüstungsexporte und jegliche Zusammenarbeit mit den dortigen Sicherheitsapparaten sofort einstellen. Bei Durchsetzung der Demokratisierung ist wirtschaftliche Hilfe etwa als Schuldenerlass dringend geboten.

Wir erinnern: Die westlichen Mächte stabilisierten ihre indirekte Herrschaft über die ehemaligen Kolonien durch die Aufrüstung der Diktaturen. Die Herrschaftseliten wurden oftmals aus dem Verkauf der Rohstoffe ihrer Länder reich, während die Bevölkerung verarmte und die Entwicklung des Landes stagnierte. Die westlichen Ökonomien profitierten von günstig erworbenen Rohstoffen und sorgten weiter für die Stabilisierung der Diktaturen. Dieses Muster von Unterdrückung und Ausbeutung wird durch die Aufstände in den arabischen Ländern in Frage gestellt. Im Rahmen der globalen Machtverschiebungen zuungunsten der westlichen Mächte wird dieser Prozess voraussichtlich nach und nach weitere Länder erfassen.

Ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der westlichen Außenpolitik hin zur Kooperation bei der Lösung der Probleme dieser Länder ist angesichts des lauten Rufs der Völker nach Freiheit und Demokratie im Maghreb, Ägypten, Jemen, Jordanien, Sudan und auch des jüngsten Aufschreis der Jugendlichen aus dem Gaza-Streifen menschenrechtlich und politisch vonnöten.

Die aktuellen Beweggründe für die Revolte sind weder sozialistische Utopien noch islamistische Zielsetzungen im Sinne der Schaffung eines rückwärts gewendeten Gottesstaates. Islamistische Verhärtungen sind nur dann zu erwarten, wenn versucht wird, die diktatorischen Systeme von innen und mit Unterstützung von außen mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Befürchtungen, der Sturz der Autokratien könne sich friedenspolitisch negativ auswirken, weisen wir entschieden zurück. Solche Behauptungen dienen nur dem Zweck den repressiven status quo doch noch aufrecht zu erhalten.

Wir befürchten, dass die westlichen Regierungen trotz aller derzeitigen Lippenbekenntnisse Roll-back-Bestrebungen der Autokraten unterstützen werden. In dieser Situation ist es die Aufgabe der Friedens- und der Menschenrechtsbewegung in der Bundesrepublik, solchen Bestrebungen entgegen zu treten.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/250.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung gegen Münchner (Un)Sicherheitskonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/565</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-565</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

München wird zur Militärfestung - eine Provokation für die Bürger/innen

- Partner und Hauptsponsoren garantieren stramme Ausrichtung der Konferenz
- NATO und Afghanistan-Krieg sind "alternativlos"
- Friedensratschlag unterstützt Demonstration am Samstag

Anfang Februar treffen sich im Bayerischen Hof in München Generäle, Verteidigungsminister, Außenminister, Regierungschefs, Politikberater/innen, Wirtschaftsbosse (vornehmlich aus der Rüstungsindustrie) und ihnen gewogene Politiker/innen verschiedener Couleur. Sie debattieren über Krieg und Frieden, über Energiesicherheit, über "Sicherheit und Stabilität" im Nahen Osten, Atomwaffen und Nichtverbreitungsvertrag, über die neue NATO-Strategie, das Verhältnis der NATO zu Russland, über Afghanistan u.v.a.m.

Die Veranstaltung ist eine große Provokation für die Friedensbewegung, aber auch für immer mehr Münchner Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stadt nicht gern in eine militärische Festung verwandelt sehen wollen.

Ein breites Bündnis von Friedensinitiativen und anderen demokratischen Organisationen ruft zu diversen Gegenveranstaltungen auf und zu einer "Großdemonstration" am kommenden Samstag, den 5. Februar. Der Bundesausschuss Friedensratschlag unterstützt den Protest und stellt fest:

1. Die Münchner Sicherheitskonferenz steht nach wie vor in der Tradition der "Wehrkundetagung", d.h. Sicherheit wird vornehmlich militärisch definiert.

2. Die Partner und Hauptsponsoren der Veranstaltung garantieren eine stramme Ausrichtung der Konferenz: Mit dabei sind neben Vertretern der Großindustrie und des Finanzkapitals (Linde AG, BMW, Barclays) führende Rüstungsunternehmen wie die deutsche Krauss Maffei Wegmann (Panzerbau) und der französische Konzern Thales (Führungs- und Waffeneinsatzsysteme - Luft und Marine). Die Bundesregierung unterstützt die "Privatveranstaltung" finanziell sowie mit der Abstellung "vieler Helfer der Bundeswehr".

3. Wenn in München über Afghanistan diskutiert wird, dann steht von vornherein fest: Die Fortsetzung des Krieges am Hindukusch ist alternativlos, oder wie Konferenzleiter Wolfgang Ischinger sagte: Ein "Abzug aus Afghanistan ist keine Option" und ein weiteres Engagement der Bundeswehr sei "unerlässlich" (Monthly Mind November 2010).

4. Dass auch die NATO "alternativlos" ist, geht aus der Zusammensetzung der Diskussionsrunde am Sonntag hervor: Vier NATO-Apologeten, darunter ein hoher NATO-Admiral und die ehemalige US-Außenministerin Albright diskutieren mit einem Abgeordneten der russischen Staatsduma über die neue NATO-Strategie.

5. Eine besondere Note erhält das Panel am Samstagnachmittag, wenn es um "Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten" geht. Fraglich ist nämlich, ob ein saudi-arabischer Prinz und der Chefberater des ägyptischen Außenministeriums die richtigen Experten dafür sind. Auch die weiteren Teilnehmer (aus USA, Israel, der Türkei und Russland) dürften eher am Status quo denn an einer wirklichen Veränderungsperspektive für die arabische Welt interessiert sein.

Der Protest der Friedensbewegung gegen die Ansammlung von NATO-Freunden und Kriegsbefürwortern ist notwendig und soll so laut sein, dass er noch in den Räumen des abgeschirmten Nobelhotels "Bayerischer Hof" zu hören ist und von der Öffentlichkeit und den Medien wahrgenommen wird.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)

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Informationen zur (Un)Sicherheitskonferenz auch unter:

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/691.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung zum Nahostkonflikt / Strategiekonferenz]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/566</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-566</guid><description><![CDATA[- Friedensbewegung fordert Anerkennung des Staates Palästina, Unterstützung des gewaltfreien Widerstandes gegen Mauer und Siedlungen, ein Ende der Rüstungsexporte und eine atomwaffenfreie Zone Mittlerer Osten
- Bundesregierung muss sich in ihren Gesprächen mit der israelischen Regierung für Menschenrechtsverteidiger einsetzen

Die sofortige Anerkennung des Staates Palästina durch die Bundesregierung, die Unterstützung des gewaltfreien Widerstandes gegen Mauer und Siedlungen, ein Ende der Rüstungsexporte und eine atomwaffenfreie Zone Mittlerer Osten, fordert die Friedensbewegung.

Dies ist das Fazit der in der Kooperation für den Frieden zusammengeschlossenen Friedensorganisationen in Deutschland aus ihrer 8. Strategiekonferenz, die unter der Überschrift „Kriegsgefahren im Nahen und Mittleren Osten – unsere Handlungsmöglichkeiten für Frieden“ und unter Beteiligung von Partnern aus der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung vom 21. bis 22. Januar in Hannover stattfand.

Die Kooperation für den Frieden fordert die Bundesregierung auf, den Staat Palästina in der Westbank, Ostjerusalem und Gaza anzuerkennen. Eine Anerkennung eines souveränen Staates Palästina würde der palästinensischen Gesellschaft eine Perspektive auf ein Leben in Freiheit, ohne Besatzung und Blockade, bieten. Die Friedenskräfte in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten würden gestärkt und der Druck, der von Tunesien über -gypten und Jordanien auch nach Palästina dringt, würde so positiv aufgegriffen. Innerhalb der EU darf die Bundesregierung eine Anerkennung eines souveränen Staates Palästina nicht weiter blockieren. Dazu gehört auch, Parlamentswahlen unter Beteiligung aller Parteien in Gaza, Ostjerusalem und Westbank zu unterstützen und das Ergebnis dieser Wahlen zu respektieren.

Die Kooperation für den Frieden unterstützt den friedlichen palästinensischen Widerstand gegen die völkerrechtswidrige Sperranlage und die Siedlungen. Wöchentlich protestieren in Bilin und in zahlreichen anderen palästinensischen Orten an der Mauer Menschen gegen diese Sperranlage, die sie von ihrem Land trennt. Die Reaktion der israelischen Armee führt zu Toten und Verletzten. Zahlreiche Demonstranten befinden sich in israelischen Gefängnissen. In ihren gemeinsamen Gesprächen mit israelischen Regierungsmitgliedern müssen Bundesregierung und EU sich stärker für die Freilassung dieser Menschenrechtsverteidiger einsetzen. Wenn die 810 Kilometer lange Sperranlage (Mauer und Zaun), die größtenteils innerhalb der Westbank verläuft, fertig ist, wird Israel damit de facto 46% der Westbank annektiert haben.

Der aus der palästinensischen Zivilgesellschaft stammende Aufruf zu wirtschaftlichen Maßnahmen gegenüber Israel solange die Besatzung besteht, wird zunehmend von Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Israel und in anderen Ländern aufgegriffen. Wer die völkerrechtswidrig gebauten Siedlungen nicht mittragen möchte, kann dies tun, indem sie/er auf Waren aus diesen Siedlungen verzichtet. Die Politik ist aufgefordert, diese Waren in der EU zu kennzeichnen; denn sonst besteht für Verbraucherinnen und Verbraucher nur die Möglichkeit, auf alle israelischen Waren zu verzichten.

Neben Libanon, Irak und Iran, Länder, in die keine Waffen geliefert werden dürfen, müssen auch Rüstungsexporte aus Deutschland in die anderen Länder des Nahen und Mittleren Ostens von -gypten bis Israel beendet werden. Die Kooperation für den Frieden appelliert darüber hinaus an die Bundesregierung, sich im Rahmen der in 2012 geplanten UN Konferenz, vehement für einen atomwaffenfreien Nahen und Mittleren Osten einzusetzen.

Der SprecherInnenkreis der Kooperation für den Frieden.
Jens-Peter Steffen, Christof Grosse, Mira Lorent, Monty Schädel...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/180.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Afghanistan-Abstimmung im Bundestag: "Es fehlt eine verantwortungsvolle Zukunftsvision für Afghanistan"]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/560</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-560</guid><description><![CDATA[Die Ärzteorganisation IPPNW fordert einen sofortigen Waffenstillstand in Afghanistan statt einer Verlängerung des Einsatzes von Bundeswehrsoldaten im Rahmen des ISAF-Mandats. "Das Jahr 2010 war für afghanische Zivilisten das tödlichste Jahr seit 2001. Es ist zudem das verlustreichste Jahr für die Interventionstruppen seit Kriegsbeginn neun deutsche Soldaten starben. Auch die Zahl der deutschen Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen hat 2010 einen neuen Höchststand erreicht", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.
 
Der Afghanistan-Einsatz hat die Lebensbedingungen der Menschen in dem Land nicht verbessert: Ein Drittel hungert, drei Viertel haben kein sauberes Trinkwasser und die Kinder- und Müttersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt. Jedes vierte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 44 Jahren. In der Entwicklungstabelle der Vereinten Nationen fiel das Land seit 2001 um sechs Plätze zurück auf den vorletzten Platz. "In Afghanistan fehlt eine verantwortungsvolle Zukunftsvision. Statt auf Krieg und fortgesetzte Bewaffnung afghanischer Dorfmilizen, sollte die westliche Staatengemeinschaft auf Verhandlungen und Rückzug der eigenen Truppen setzen", fordert Claußen. Ein erster Waffenstillstand zum Beispiel in der Provinz Kunduz wäre dafür die Voraussetzung. Partner für Friedensverhandlungen könnte auf afghanischer Seite die Friedens-Dschirga sein. 

Die IPPNW kritisiert darüber hinaus, dass die Bundesregierung die wahren Kosten für den Afghanistankrieg verschleiert. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung liegt die Gesamtsumme für den Einsatz zwischen 18 und 33 Milliarden Euro, für den Fall dass alle deutschen Truppen das Land Ende 2011 verlassen haben. Sollten die Truppen aber bis 2016 in Afghanistan bleiben, liegen die Kosten laut Studie zwischen 26,2 und 46,8 Milliarden Euro. Laut Verteidigungsministerium hat der Einsatz in Afghanistan zwischen 2001 und 2010 4,1 Milliarden Euro gekostet.

"Die deutschen Ausgaben für die Entwicklungshilfe in Afghanistan sind dagegen marginal", betont Claußen. Die Mittel für den zivilen Wiederaufbau Afghanistans bis 2013 belaufen sich pro Jahr auf etwa 430 Millionen Euro (250 Millionen Euro Entwicklungshilfeministerium und 180 Millionen Euro Auswärtiges Amt). Sie fordert, die durch einen Abzug der Bundeswehr frei werdenden Gelder zur Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung einzusetzen. Die von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel propagierte Verzahnung von militärischen und zivilen Projekten führe zu einer "Militarisierung der Entwicklungspolitik" und stelle die Neutralität deutscher Entwicklungsarbeit in Frage. Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, ihr Konzept der "zivil-militärischen Zusammenarbeit" zu beenden.
  




Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz hält an symbolischem Protest gegen Europas größten Naziaufmarsch fest. Sie äußert sich weiterhin nicht zu den erfolgreichen Aktionen des Zivilen Ungehorsams gegen Nazigroßereignisse. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/561</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-561</guid><description><![CDATA[Das Blockadebündnis »Nazifrei! - Dresden stellt sich quer« ruft dazu auf, sich den Nazis direkt in den Weg zu stellen.

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden erklärte auf ihrer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch, sie halte für den 13. Februar am Konzept der Menschenkette um die Altstadt mit Brückenschlag zur Neustadt fest. Auf die Frage, wie sie die Altstadt vor den Nazis schützen wolle, da diese ihren Aufmarsch zu einem späteren Zeitpunkt bewerben erklärte sie, der symbolische Charakter ihrer Aktion stehe im Vordergrund. Judith Förster, Pressesprecherin des Bündnisses »Nazifrei! – Dresden stellt sich quer«, dazu: »Dies unterstreicht, dass das Engagement der Oberbürgermeisterin nur ein Lippenbekenntnis ist. Wenn sie einen Teil der Stadt »vor dem Eindringen Rechtsextremer« schützen will, soll sie ihren Worten Taten folgen lassen!« 

Zu den vom Bündnis geplanten Blockaden erklärte Frau Orosz: »Die Frage können Sie sich eigentlich selbst beantworten: Das Gericht hat entschieden!« »Für Dresden-Nazifrei ist die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, der Naziaufmarsch hätte im letzten Jahr durchgeprügelt werden müssen, eine politische Entscheidung. Sie öffnet Tür und Tor für Repressionen rund um unsere legitimen Blockaden und ermöglicht der Oberbürgermeisterin, sich um ein eigenes Statement zu drücken« erklärt Stefan Thiele, Sprecher des Blockadebündnisses. Üblicherweise dauert es mehrere Jahre bis solche gerichtlichen Urteile gefällt werden. Dass das Urteil des Verwaltungsgerichts diesmal so zeitnah vor den geplanten Aktionen gegen den Naziaufmarsch gefällt wurde, ist Thiele suspekt.

Zu dem von der Oberbürgermeisterin verkündeten Teilerfolg der Menschenkette, dass die Nazis nun dieses Jahr mit ihrer zentralen Mobilisierung auf den 19.2. ausweichen müssten, kann Judith Förster nur schmunzeln: »Hätte sich Frau Orosz mal intensiv mit der Geschichte des Aufmarschs beschäftigt wüsste sie, dass dies dem Vorgehen der letzten Jahre entspricht. Lediglich der kalendarische Zufall des letzten Jahres, dass der 13.2. auf einen Samstag fiel, führte dazu, dass der Großaufmarsch für diesen Tag geplant wurde. Verhindert haben den Aufmarsch die mutigen Blockiererinnen und Blockierer – nicht die Menschenkette auf der anderen Elbseite.« 

Dass ein deutliches Bekenntnis zu den Aktionen gegen Europas größten Naziaufmarsch im kommenden Februar auch Mandatsträgern gut zu Gesicht steht, zeigt das neue Video diverser Bundestagsabgeordneter, dass auf der Videoplattform Youtube zu finden ist:

++SMz1qBXQaic++


Bündnis Nazifrei! - Dresden stellt sich quer
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/698.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Bundeswehr ist für Soldatinnen schon in der Ausbildung lebensgefährlich!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/558</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-558</guid><description><![CDATA["Finden Sie es nicht bedenklich, dass es sich bei den letzten drei bekannten Todesfällen auf der Gorch Fock nur um Frauen in der Offiziersausbildung handelte. Schließlich ist die Gorch Fock ein Ausbildungsschiff und nicht im Kriegseinsatz", fragte heute Heidrun Dittrich im Familienausschuss Kristina Schröder, Ministerin für Familie und Frauen.

"Unverständlich ist, dass Kristina Schröder es ablehnt, sich um die Diskriminierung von Frauen bei der Bundeswehr mit Todesfolge zu kümmern", so Heidrun Dittrich. "Als Familienministerin muss sie Frauenpolitik als Querschnittsaufgabe verstehen und darf sich nicht als unzuständig darstellen." 

"Wie schon bei der Aufarbeitung des Kundus-Vorfalls versucht auch Verteidigungsminister zu Guttenberg die öffentliche Aufmerksamkeit von seinem Führungsversagen abzulenken indem er überraschende Positionswechsel vollzieht und Untergebene in die Feuerlinie schiebt", erklärt Heidrun Dittrich. "Dieses Manöver dient lediglich seiner persönlicher Imagepflege und wird den Todesfällen auf der Gorch Fock in keinster Weise gerecht. Angesichts der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee darf die Zivilcourage von SoldatInnen wie auf der Gorch Fock, die sich gegen Vorgesetzte zur Wehr setzen und einen wichtigen Beitrag zum Bekanntwerden der Vorfälle leisten, nicht hoch genug eingeschätzt werden."

Dass die Gleichstellungsbeauftragte im Verteidigungsministerium die Berichte über sexuelle Übergriffe auf der Gorch Fock ,nicht nachvollziehen kann&#39;, "ist skandalös", so Heidrun Dittrich. Und weiter erklärt die Bundestagsabgeordnete aus Hannover und Anti-Kriegs-Aktivistin: "Das Verteidigungsministerium scheint offenbar wenig beeindruckt von den dramatischen Vorfällen auf dem Segelschulschiff." Der Verteidigungsminister kümmert sich um den Schutz des von seinen Diensten entbundenen Kapitäns. Den Schutz der SoldatInnen in Ausbildung zählt er offensichtlich nicht zu seinen Fürsorgepflichten als oberster Dienstherr."

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Heidrun Dittrich, MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 30 227-726 15
Fax: +49 30 227-766 15

...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/252.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Mehr Fantasie für den Frieden – Verhandlungen jetzt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/553</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-553</guid><description><![CDATA[Neues Infoblatt des Bund für Soziale Verteidigung belegt Alternative zum Bürgerkrieg in Afghanistan

„Bundesregierung und NATO müssen sich jetzt entscheiden, ob sie an der Vorbereitung eines Friedensprozesses in und um Afghanistan mitwirken oder weiterhin den Bürgerkrieg vorbereiten wollen.“

Mit dieser Forderung zum Umdenken endet das neue Infoblatt des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV). Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban. 

Wenn heute Soldaten der Bundeswehr und Afghanen in der Region Kundus sterben liegt dies auch daran, dass die NATO den nach der Bombardierung des Tanklasters einseitigen Waffenstillstand der Taliban platzen und den lokalen Taliban Kommandeur Kari Bashir töten ließ. Dank wikileaks ist heute bekannt, dass auch die Bundeswehr dafür Mitverantwortung trug, ließ sie doch Bashir während der Verhandlungen auf die NATO Fahndungsliste setzen. Bis heute gibt es keine ernsthaften Initiativen für Friedensverhandlungen durch die NATO.

„Anstelle einen Friedensprozess zu starten, wollen NATO und Bundesregierung die korrupte Karsai Regierung den Bürgerkrieg alleine führen lassen.“ erklärte daher der BSV-Geschäftsführer Björn Kunter bei der Vorstellung des Infoblattes: „Auch bei der diesjährigen Mandatsverlängerung legt die Bundesregierung weder eine zivile Strategie für Afghanistan vor, noch fordert sie irgendwelche Friedensimpulse der NATO. Es fehlt der Bundesregierung auch weiterhin die von Margot Käßmann eingeforderte Fantasie für den Frieden“ 

Das Infoblatt beschreibt die in den afghanischen Traditionen angelegten Fähigkeiten in Verhandlungen und Kompromissen miteinander Frieden zu schließen. Dagegen sei die Schreckensherrschaft der Taliban unter dem Einfluss des pakistanischen Geheimdienstes und wahabitischer Missionare ein Bruch mit allen afghanischen Traditionen gewesen. Mit der öffentlich verkündigten und auch von internationalen Experten als ernsthaft wahrgenommenen Lossagung von Al Qaida hat die Führung der Taliban vor einem Jahr aber bereits eine wichtige Bedingung für Friedensverhandlungen erfüllt.

Die Abgeordneten des Bundestages sollten endlich Friedensbemühungen der NATO einfordern, statt ein „Weiter So“ abzunicken und damit den Weg für die Fortsetzung des Bürgerkriegs in Afghanistan zu bereiten.

Das  kann kostenlos bestellt oder unter  heruntergeladen werden.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Gewöhnung an Gewalt. Den Krieg beenden. ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/554</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-554</guid><description><![CDATA[Anlässlich der bevorstehenden Beratungen zur Verlängerung des Afghanistan-Mandats fordert der Präsident der deutschen Sektion von pax christi Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, die Bundesregierung auf, den sofortigen Beginn des Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan einzuleiten und das deutsche Engagement in Afghanistan konsequent zivil auszurichten. 


"Eine Gewöhnung an das Mittel der Gewaltanwendung kann es unter dem Vorzeichen des gerechten Friedens nicht geben." 
                                               Gerechter Friede, Die deutschen Bischöfe, 27. September 2000
 

 
Die Bundesregierung hat sich bereits für die Verlängerung des Mandats der Bundeswehr für den Afghanistan-Einsatz entschieden, über die der Bundestag in Kürze beschließen wird.  Mit dem "Fortschrittsbericht Afghanistan" legte die Bundesregierung den Abgeordneten im Dezember 2010 dazu erstmals eine ausführliche Darstellung der Lage in Afghanistan vor. Eine solche lange geforderte Gesamtdarstellung der internationalen Intervention in Afghanistan hatte es in Deutschland bisher nicht gegeben. Die Ausführlichkeit des Berichtes verdient Anerkennung, der Verzicht auf die Bewertung der gesammelten Fakten nicht.
 
Verbunden mit Hinweisen auf die militärische Eigendynamik und die damit verbundene hohe Anzahl von Menschenleben, die dieser Krieg schon gekostet hat, habe ich im vergangenen Jahr das Scheitern des militärischen Einsatzes konstatiert, dessen Beendigung und den Einsatz seiner finanziellen Mittel für den zivilen Aufbau gefordert. Angesichts der erschreckenden Fakten, die im Bericht der Bundesregierung deutlich zu Tage treten, und der nach wie vor fehlenden konkreten Abzugsperspektive der Bundesregierung erinnere ich daran und bekräftige meinen Appell.
Offen stellt die Bundesregierung in ihrem Bericht fest, dass "die stetig wachsende Militärpräsenz bisher nicht zu einer signifikanten und nachhaltigen Verbesserung der Sicherheitslage geführt",  sondern diese sich "ab 2006 erheblich verschlechtert" hat  und  der Konflikt in Afghanistan aus der Sicht aller beteiligten Akteure militärisch nicht zu lösen ist. Die Zustimmung der afghanischen Bevölkerung zur Präsenz der internationalen Truppen ist auch im für Deutschland bedeutsamen Norden in hohe Ablehnung umgeschlagen. 
 
Der Krieg, an dem Deutschland seit neun Jahren beteiligt ist, hat in der afghanischen  Bevölkerung, unter den Aufbauhelferinnen und -helfern sowie unter den Kämpfenden viele Opfer gefordert.  Angesichts der hohen Zahl von Kriegstoten bedeutet die geplante Fortsetzung der  Kämpfe nichts anderes als sehenden Auges für die Jahre 2011 - 2014 weitere Todesopfer einzukalkulieren. Den vorsichtigen Opferangaben der UN-Hilfsmission Afghanistan zu Folge wären das jährlich 2.500 Menschen. Andere Quellen sprechen für das Jahr 2010 von nahezu 9.000 Getöteten und bald 16.000 Verletzen. Solchen Schätzungen zufolge wird die Gesamtzahl der seit 2001 getöteten Zivilisten mit knapp 20.000 und die der Verwundeten mit etwa 49.000 Verletzten angegeben.
 
Bei diesen offensichtlichen Auswirkungen und entsprechend zu erwartenden Folgen ist die Fortsetzung dieses Krieges nach den Kriterien, die wir Bischöfe im Jahr 2000 in unserer  Denkschrift "Gerechter Friede" benannt haben, nicht zu rechtfertigen. Denn hier stehen völkerrechtliche Legalität und die ethische Legitimität der Intervention fundamental auf dem Spiel. Auch weil keine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Fortsetzung der Gewalt ihr Ziel erreichen kann und die Lage nicht etwa noch verschlimmern wird. 
 
Mit der Verlängerung des  Mandats will die Bundesregierung trotzdem die Beteiligung Deutschlands an der Strategie der NATO weiterhin umsetzen. Dabei schließt sie sich auch den von der amerikanischen Regierung vorgegebenen Zeitplänen für den Abzug der internationalen Truppen an und betont, dass der Abzug erster Bundeswehrkontingente unter dem Vorbehalt der Sicherheit der verbleibenden Truppen stehe. Auf dieser Grundlage sollen die Abgeordneten der Verlängerung des Afghanistan-Mandates der Bundeswehr zustimmen.  
 
Verschiedene Entscheidungsträger sprechen zurzeit eher formelhaft von Fehlern, die anfangs beim Afghanistaneinsatz gemacht worden seien. Der Rückblick auf 2010 zeigt aber,  wie sehr sich die Situation auch unter der neuen, in London vereinbarten internationalen Strategie zugespitzt hat. Mit der  in Lissabon beschlossenen NATO-Strategie hat sich die Befürchtung bewahrheitet, dass die NATO die Aufstandsbekämpfung in Afghanistan auch weiterhin zu einem Schwerpunkt macht, der zivile Maßnahmen nutzt, um einen militärischen Sieg zu erringen. 
 
Afghanistan braucht nach diesem schrecklichen Krieg weiterhin internationale  Unterstützung. Es kann zum jetzigen Zeitpunkt der Zerstörung und Armut im Land nicht um ein Ende der Intervention gehen, aber um ein Ende der Kämpfe. Zentral ist jetzt die Deeskalation der Gewalt. Wenn die afghanische Bevölkerung zu ihrer Sicherheit  die Präsenz internationaler Soldatinnen und Soldaten wünscht, ist die Stationierung von UN-Blauhelmen für die nächsten drei Jahre bei sofortigem Abzug der NATO-Truppen zu prüfen.   
 
Weitere internationale Unterstützung braucht insbesondere die aufkeimende afghanische Zivilgesellschaft, darunter mutige Frauenrechtsaktivistinnen. Die Situation der Frauen, die sich von den Alliierten eine Verbesserung ihrer Situation erhofft hatten, ist weiterhin katastrophal. Sie ist heute geprägt von einer Gesellschaft, die seit drei Jahrzehnten Krieg erlebt. Die militärische Gewalt wirkt in das Leben der Familien hinein und steigert die häusliche Gewalt. Auch der jetzige Krieg trägt dazu bei, dass Gewalt als einziger Weg der Konfliktlösung erscheint. Frauen setzen sich in kleinen Initiativen und Projekten für den Zugang zu den Rechten ein, die die Verfassung ihnen garantiert, die aber nicht angewendet werden. Um diese Frauen zu stärken, bedarf es vermehrten internationalen Engagements für  das Rechtswesen. Die internationale Diplomatie ist hier gefordert, die zerstörerische Wirkung der massenhaften Traumatisierung der Frauen und Mädchen für die ganze Gesellschaft zu verdeutlichen. Innerafghanische Versöhnung kann nur auf der Basis von Schuldanerkenntnissen und tätiger Wiedergutmachung gelingen. Der gesellschaftliche Ausgleich mit den Taliban darf nicht auf Kosten der afghanischen Verfassung und ohne die Beteiligung von Frauen verhandelt werden.
 
Grundlage einer Entscheidung über das Mandat muss der Blick auf die Opfer dieses Krieges sein, verbunden mit der Frage, wie weitere Opfer zu vermeiden sind. Das kann in der Konsequenz aber nur bedeuten, diesen Krieg zu ächten. Es ist unverantwortlich, weiterhin Soldatinnen und Soldaten für einen Einsatz zu mandatieren, von dem alle Beteiligten, Militär und Politik, überzeugt sind, dass dieser Krieg dort nicht gewonnen werden kann. Es dürfen nicht noch mehr Menschen geopfert werden in der Annahme, militärisches Durchhalten könne das Land mit der Zeit soweit stabilisieren, dass die alliierten Truppen dann abgezogen werden können. Um im Interesse der afghanischen Bevölkerung Sicherheit zu gewährleisten, sind jetzt nicht Kämpfe, sondern das Ende aller Kampfhandlungen notwendig. 
 
Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan braucht Frieden. 

pax christi fordert die Bundesregierung auf:
- den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr einzuleiten,
- in der NATO auf ein sofortiges Ende der Kämpfe und den Beginn des Abzugs der internationalen Truppen hinzuwirken,
- wenn Afghanistan es fordert, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie materiell eine Blauhelm-Mission zu unterstützen,
- das deutsche Engagement in Afghanistan konsequent zivil auszurichten und dabei den Schwerpunkt auf die Umsetzung der afghanischen Verfassung, des Rechtswesens, die Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen sowie den Ausbau des Gesundheits- und des Bildungswesens zu legen,
- sich für die konsequente Umsetzung der UN-Resolution 1325, das heißt die Beteiligung von Frauen an allen Prozessen zur Herstellung von Stabilität in der Region mit den Nachbarstaaten, an allen Verhandlungen und innerafghanischen Versöhnungsprozessen einzusetzen und dies bei eigenen Projekten umzusetzen.
 
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda
 
 

Ansprechpartnerin bei pax christi für die Presse:
Christine Hoffmann
Telefon: 030.200 76 78-0


Quelle: Pressemitteilung von pax christi
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Alle reden vom Abzug …   Beginnt endlich damit!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/577</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-577</guid><description><![CDATA[Die Bundeswehr führt im Rahmen der NATO nun schon im zehnten Jahr Krieg in Afghanistan. Hieß es am Anfang noch, der Einsatz diene der „Stabilisierung“ der Karzai-Regierung in Kabul, änderten sich im Verlauf der Jahre die Kriegsziele: Vom Kampf gegen den Terrorismus und der Durchsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte von Frauen und Mädchen, über die Einführung rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen und von Demokratie bis hin zum ökonomischen und sozialen (Wieder-)Aufbau des Landes reichte die Palette der offiziellen Gründe, in Afghanistan zu bleiben.

Die Wahrheit blieb dabei jedes Mal auf der Strecke. Von den Kriegszielen wurde keines wirklich erreicht. Terroristische Aktivitäten weltweit wurden nicht eingeschränkt, Menschen- und Frauenrechte nicht erkämpft, die bisherigen Wahlen in Afghanistan sprechen demokratischen Grundsätzen Hohn, von Wiederaufbau und Entwicklung des Landes kann keine Rede sein. Das einzige, was heute blüht in Afghanistan, sind der Mohnanbau und die Korruption.

Die Kriegsbilanz ist verheerend: Nach vorsichtigen Schätzungen (USA und NATO geben keine Zahlen heraus) fielen dem Krieg bisher mindestens 70.000 Menschen zum Opfer, der größere Teil davon Zivilpersonen. Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen, die Bundeswehr 44 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes – ist wegen der Millionen von Minen nur sehr eingeschränkt möglich.

Ein großer Teil der internationalen Hilfsgelder versickert in den Taschen der korrupten Regierung oder in den aufwändigen Apparaten unseriöser Hilfsorganisationen. Die Selbstmordrate unter Frauen ist in den letzten Jahren gestiegen, die Analphabeten-Quote ebenfalls und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen beträgt mittlerweile knapp 50 Prozent.

Weder die NATO noch die Bundesregierung haben bisher die wahren Gründe für ihren aussichtslosen Krieg in Afghanistan genannt. Alle Welt weiß aber, dass es um Rohstoffe, um Pipelines für das zentralasiatische Öl und Erdgas sowie um geostrategische Positionen im Kampf um die Weltmacht geht. Originalton Guttenberg: „Die Sicherung der Handelswege und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“. (In einer Rede am 9. Nov. 2010 in Berlin.)

70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnen den Afghanistan-Einsatz ab und fordern die Rückkehr der Bundeswehr – je eher desto besser. Die Bundesregierung ignoriert die Wünsche ihrer Bürger/innen und beantragt im Bundestag die Verlängerung des Kriegseinsatzes um ein weiteres Jahr. Dieser Antrag wird der Öffentlichkeit verkauft als „Abzugsplan“. Bis 2014 soll die„Sicherheitsverantwortung“ in die Hände der afghanischen Armee und Polizei gelegt werden, sodass dann die „Kampftruppen“ das Land verlassen können – „falls“ die Sicherheitslage es zulässt. Das ist kein Abzug, sondern die Verlängerung des Krieges.

Wir verlangen dagegen einen sofortigen Waffenstillstand und den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr. Mit dem Rückzug des Militärs muss die Verstärkung der ausschließlich zivilen Hilfe einhergehen. Das sind wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.

Quelle: Flugblatt des Bundesausschuss Friedensratschlag, 
Germaniastr. 14, 34119 Kassel, Tel.: 0561/93717974
Spenden: Kt.Nr. 217 001 232; Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53, 
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Unterschreiben Sie den Appell der Friedensbewegung: „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen“. ()...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. -  Sprüche 31,8]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2011/552</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-552</guid><description><![CDATA[(Neujahrsgrüße des israelischen Aktivisten Reuven Moskovitz)

Liebe Freundinnen und Freunde,

Die wenigen Leser, die auf meine selten gewordenen Briefe reagiert haben, bringen  zum Ausdruck, dass sie sie eine Hoffnungslosigkeit darin spüren – nicht nur im veränderten  Logo,   sondern auch im Inhalt des Geschrieben. 

Dass wir Menschen ohne Hoffnung nicht leben können, ist selbstverständlich. Nicht selbstverständlich ist die Erwartung, man solle von Hoffnung sprechen in einer aussichtslosen Situation. Alle unsere Propheten haben die Hochmut der Regierenden angeprangert und zur Umkehr aufgerufen, um die Zuversicht wiederherzustellen. 
In den vergangenen Jahren stand ich oft am Rande der Verzweiflung. Immer aber blieb ich bei meiner festen Überzeugung, dass die Hoffnung Voraussetzung ist, um aus der Ausweglosigkeit herauszufinden.

In diesem Zustand  traten  zwei Ereignisse ein, die meine Zuversicht  gesteigert haben: meine Teilnahme an der Gaza - Fahrt des Bootes der “Jüdischen  Stimme für einen gerechten Frieden“ - und die Nachricht dass Sumaya Farhat Naser und ich für den Amos-Preis nominiert worden sind!


Das jüdische Schiff  nach Gaza

Die Entscheidung, mich an der Bootsfahrt zu beteiligen, traf ich, als ich erfuhr, dass das jüdische Boot sich kurz vor den  Herbstfeiertagen auf dem Weg machen sollte. Wie Ihr wisst, bin ich keinen gesetzestreuen Jude, dennoch tief durchdrungen vom jüdischen Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und der Menschenliebe.  Diese Feiertage sind Tage der Umkehr, der Bitte um Verzeihung und der Versöhnung. Vor Rosh Hashana  bittet man Gott um Verzeihung für Sünde und Versäumnisse. Die zehn Tage zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur sind die Tage der Umkehr und der Versöhnung. Eine uralte jüdische Regel heißt, dass Sünde zwischen Mensch und Gott von Gott verziehen wird, während für Sünden zwischen Menschen die Menschen sich gegenseitig um Verzeihung bitten und versöhnen müssen. 
Ich schlug vor, die Gaza-Fahrt in die Zeit der Verzeihungsgebete und der Umkehr zu verschieben.

Selbstverständlich war mir klar, dass ein kleines Boot mit einer Handvoll Menschen die politischen Umstände nicht ändern wird. Ich habe meine Hoffnung nur darauf gesetzt, dass nach dem mörderischen Piraterie - Drama auf der Mavi Marmara,  meine israelische Regierung sich siebenmal überlegen würde,  ein kleines Boot, hauptsächlich mit Juden besetzt, ebenso zu überfallen.

Die Sprecher der Besatzung, Rami El-Chanan so wieJonathan Shapira und sein Bruder Itamar, haben eindeutig in allen Presseerklärungen klar gemacht, dass wir keine Provokation beabsichtigten, sondern einen symbolischen Durchbruch der Blockade. Das war unsere Botschaft:“ wir halten es für unsere Pflicht als Juden, unsere Feinde – die Hamas-Anführer von Gaza – aufzurufen, den Teufelskreis von Hass und gegenseitigem Morden zu verlassen“.

Unsere Hoffnung wurde gestärkt durch ein eindeutiges Angebot aus Gaza, dass jeder Jude und Israeli der mit Friedens- und versöhnlicher Absicht nach Gaza kommt, mit der traditionellen arabisch-moslemischen Gastfreundschaft empfangen wird. 
Uns Teilnehmern war klar, dass die israelische Regierung versuchen würde, uns davon abzubringen nach Gaza zu fahren. Wir hielten auch für möglich, dass man uns  mit Gewalt  stoppen würde. Wir waren entschlossen, in diesem Falle Folgendes zu erklären: „Wir befinden uns in einem Boot unter britischer Flagge. Wir leisten keinen gewalttätigen Widerstand. Die einzigen Waffen, die wir haben, sind symbolische Güter wie Wasserreinigungsgeräte, Fischernetze, Medikamente, Kinderspielzeug und 50 Mundharmonikas für Kinder in Gaza.“

Mit Absicht haben wir uns fern gehalten von israelischen territorialen Gewässern. Als wir noch über dreißig Meilen von Gaza entfernt waren, näherten sich mehrere israelische Kommandoboote mit dem Aufruf, dass unser Versuch illegal sei und dass Gaza sich unter internationaler und israelischer Blockade befände. Unsere Antwort war, dass wir uns in internationalen Gewässern aufhielten, dass uns eine internationale Gaza- Blockade nicht bekannt sei, und, da Israel Gaza 2005 geräumt hat, die israelische Flotte kein Recht habe, ein Boot unter englischer Flagge zu entern. 
Dann der blitzartige Überfall: etwa sieben Kommandoschnellboote und dazu zwei Kanonenboote umzingelten unseren winzigen Katamaran..Gemäß unserer Entscheidung saßen wir untergehakt -  und ich spielte auf meiner Mundharmonika “Hevenu Shalom Elechem“ – Wir wollen Frieden für alle. „We shall overcome“ zu singen, haben wir nicht mehr geschafft, da plötzlich Dutzende von schwer bewaffneten Soldaten mit voller Wucht auf das Schiff sprangen und den Kapitän gewaltsam vom Steuer entfernten. Ich zog instinktiv einen Hebel um die Motoren zu stoppen. Dabei merkte ich, dass mehrere Soldaten und ein Oberleutnant versuchten, Jonathan und Rami El Chanan zu trennen und andere fielen über Itamar her, sein Sendegerät wurde beschlagnahmt und die Antenne zerbrochen. Ich sah, wie ein Offizier, seine Pistole zog und auf Jonathan eine Kugel abschoss, die einen elektrischen Schock verursachte, worauf  der einen schrecklichen Schmerzensschrei ausstieß. Rami versuchte Jonathan zu schützen und wurde von mehreren Soldaten überfallen. Da fing ich an  zu schreien und zeigte auf meine und die anderen Mundharmonikas, dass das die einzige Waffen sind, die wir besitzen. Dazu, dass Rami kein Verbrecher, sondern Vater eines bei einem Terroranschlag getöteten Tochter sei. Unser Gepäck, auch die Tasche mit meinen Medikamenten und Ausweisen, schleuderte man auf die angreifenden Schiffe. Dann wurden  Israelis und nicht-israelische Insassen getrennt. Jonathan und Itamar wurden mit Gewalt von uns gerissen und auf ein Kommandoboot transportiert. Mir wurden derweil die Mundharmonikas, die  Geschenke für die Kinder, mit einem Gewehrstoß aus den Händen geschlagen und ich hörte das Knirschen der „Waffen“ unter den Soldatenstiefeln.

Mein Herz fing an rasend zu schlagen -  und die Tasche mit meinen Medikamenten war nicht zu finden. Da kam die gespielte Barmherzigkeit der israelischen Armee zum Zuge. Ein Arzt wurde gebracht, der mich behandelte und sich bemühte, mich zu beruhigen -  und sich zu entschuldigen! Plötzlich erschienen Kartons mit Mineralwasser, Käsebrote und Obst -  als ob die Aktion dazu gedient hätte, uns vor dem Verhungern zu retten. 
Angehängt an ein Schnellboot mit starker Bugwelle, standen wir plötzlich alle fast bis an die Knie im Wasser. Der Befehlshaber der Aktion versuchte mit mir ins Gespräch zu kommen und mich für die unverantwortliche Aktion die er für sich peinlich fand, zu tadeln. Versöhnlich wie ich bin, kam ich mit ihm ins Gespräch. Er hat sogar mein Mundharmonika-Spiel in meinem fortgeschrittenen Alter bewundert. Es sind dann noch ein paar jüdische Sprüche und Anekdoten unserer Weisen gefallen, was dem Oberst offensichtlich Unbehagen bereitete. Es war schon ein surrealistischer Zustand, der einen israelischen Spruch bestätigte, der auch zu einen Buchtitel geworden ist: „Wir schießen und weinen“.  Mehreren Soldaten, die dem Gespräch zuhörten, war ihre offensichtliche Verlegenheit anzusehen. 

Dann kam die Festnahme im Hafen Ashdod. Die fünf Israelis wurden erwartet von Hunderten Polizisten, Offizieren, Gefängniswächtern, militärischer Presse, zahllosen Geheimdienstlern und einem unfreundlichen Empfang,  Durchsuchen und Verhör bei brennender Hitze. Nur auf unseren Protest und nach Beratungen einiger Offiziere durften einige im Schatten warten.

Als ich das erste Mal Kafka gelesen habe, dachte ich, dass er übertreibt und Kultur und Recht  zu hoffnungslos  beschreibt. Die Situation im Hafen von Ashdod überstieg seine Darstellung vielleicht noch. Der Polizei überantwortet und in  Anwesenheit einer Rechtsanwältin, hat sich die Situation dann geändert. Nach mehreren Stunden – zwar freundlichen  - Verhörs sind wir auf Bewährung freigelassen worden nachdem wir eine Garantie von 5000 Shekel unterschrieben, uns der Polizei oder dem Gericht zu stellen, wann immer wir aufgefordert werden.

Trotz der Traurigkeit nach diesen Erlebnissen, ist meine Hoffnung gewachsen  durch die anrührenden neuen Begegnungen auf dem Schiff. Der kleine, zarte und schlanke Kapitän, Glynn, die zwei Frauen, Edith und Lilian, Rami und die beiden Brüder Jonathan und Itamar, ein israelischer und englischer, aus Indien stammende Reporter, sind für mich eine Art Offenbarung von Liebe, Solidarität und der Entschlossenheit, die Menschlichkeit und Hoffnung nicht aufzugeben.


Amos Preis

Nun kam die absolut unerwartete Überraschung. Der Prophet Amos war schon immer einer meiner meist geliebten Propheten. Als Student, mit meinen Lehrern Ernst Simon und Martin Buber, habe ich mich oft unterhalten über den Weg, die junge Generation im Geist unserer Propheten, und insbesondere Amos, zu erziehen.  Nun wird meine Hoffnung entfacht, dass dieser Preis mir und meinen Gleichgesinnten neue Voraussetzungen schafft, vielleicht erfolgreicher als bis jetzt gegen die hoffnungslose Politik israelischer Machthaber aufzuschreien und zu mahnen. Weil „alles seine Zeit hat“ ist es die höchste Zeit zu versuchen die israelischen und deutschen Regierenden zu einem raschen Ausstieg aus der hoffnungslosen Politik zu bewegen.
Mit herzlichen Wünschen zu frohen Weihnachten und zum neuen Jahr,  Euer Reuven.

Reuven Moskovitz – Hotel Leonardo Inn, Nr.721, Postfach 3686 , 96100 Jerusalem,
Tel. 00972 2 653 51 03, vardamos (at) hotmail (punkt) com

Quelle: E-Mail-Brief ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IPPNW kritisiert -Fortschrittsbericht Afghanistan- der Bundesregierung]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/545</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-545</guid><description><![CDATA[Sofortiger Waffenstillstand ist Bedingung für wirkliche Verbesserung der Gesundheit in Afghanistan

Der "Fortschrittsbericht Afghanistan 2010" der Bundesregierung über die Lage in Afghanistan bestärkt die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges in ihrer entschiedenen Ablehnung des dortigen Krieges. "Der Krieg im Land und seine Auswirkungen auf die Versorgung der Menschen kommt in dem Kapitel zum Gesundheitswesen gar nicht vor", kritisiert Dr. med. Angelika Claußen, Vorsitzende der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges. 

Die Aufzählung zahlreicher Indikatoren des Gesundheitswesens im Regierungsbericht soll die Verbesserung des afghanischen Gesundheitssystems seit 2001 auf niedrigem Niveau belegen. "Dabei wird aber wohlweislich darauf verzichtet, die angegebenen Daten in Bezug zu anderen Ländern oder zu Zielvorgaben der UNICEF oder WHO zu setzen", moniert die Medizinerin aus Bielefeld. 

Ein Beispiel sei die seit 2002 reduzierte Sterblichkeitsrate bei gebärenden Müttern, die von 1.600 auf 1.400 Fälle bei 100.000 Lebendgeburten im Jahr 2010 fiel. Trotz aller Hilfsprogramme und der nach Afghanistan geschleusten Hilfsgelder ist das nach wie vor nach Sierra Leone die weltweit zweithöchste Müttersterblichkeitsrate. 

Auch bei der Darstellung der Pro-Kopfausgaben für die Gesundheitsversorgung im Lande von $ 10,92 wird mit keinem Wort die Forderung der WHO erwähnt, die Ausgaben zwischen $ 15 und $ 30 pro Kopf für die Gesundheit für Länder im Krieg fordert. 

Unerwähnt bleiben im Regierungsbericht auch die strukturellen Auswirkungen des Krieges auf die Gesundheitsversorgung in Afghanistan. Für Claußen gehören dazu die bleibende ungleiche Verteilung der Gesundheitsressourcen zwischen Stadt und Land. Bereits der Versuch kranker Menschen, Gesundheitsangebote zu erreichen, kann aufgrund der Kriegssituation sowohl in den städtischen Ballungszentren als auch auf dem Lande das Leben gefährden. Als Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie kritisiert sie besonders die völlig mangelhafte Versorgung der vielen kriegstraumatisierten Menschen. 

Vom Internationalen Roten Kreuz ist bekannt, dass die Zahl der durch Waffeneinwirkung verwundeten Zivilisten in den Konfliktgebieten in diesem Jahr erheblich angestiegen ist. Laut Aussage von Reto Stocker, dem Delegationschef des Internationale Roten Kreuzes in Kabul, haben sich beispielsweise waffenbedingte Verletzungen bei der Zivilbevölkerung im August und September im vom Roten Kreuz unterstützten Mirwais Regional Hospital in Kandahar im Vergleich zum Vorjahr auf 1.000 Opfer verdoppelt. 

"Auch wenn die Dokumentation der Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung mangelhaft ist, ist offensichtlich, dass der Krieg wieder einmal gerade sie trifft", so Dr. Claußen. Deswegen fordert sie im Namen der deutschen Ärzteorganisation "einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen, die zu einem Abzug der NATO-Truppen führen. Das ist die Voraussetzung für eine Friedensperspektive in Afghanistan und eine wirkliche Verbesserung der Gesundheitsversorgung." 

Quelle: 
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...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[CDU/CSU drängen auf Intensivierung der zivil-militärischen Kooperation]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/542</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-542</guid><description><![CDATA[IMI-Standpunkt 2010/053

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will die „Kapazitäten für eine effektive zivilmilitärische Zusammenarbeit“ weiter ausbauen. Das geht aus einem Thesen-Papier mit dem Titel „Gemeinsam für Frieden und Sicherheit“ hervor, das am 22. November 2010 beschlossen wurde.

Kritik von Nichtregierungsorganisationen an der Instrumentalisierung von Entwicklungspolitik für militärische Ziele wird ausdrücklich zurückgewiesen, stattdessen werden „gemeinsame Ziele im Sinne der von einem Konflikt betroffenen Menschen“ unterstellt.

Die CDU/CSU-Fraktion rechnet bereits mit neuen Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Dafür soll frühzeitig „ein Konzept für die zivil-militärische Zusammenarbeit im Einsatzgebiet erarbeitet werden. In den zuständigen Ministerien sind entsprechende Planungs- und Koordinierungskapazitäten und Modelle für solche Einsatzkonzepte vorzuhalten.“

Die Unionsfraktion möchte beim Umbau der Bundeswehr sichergestellt haben, dass Strukturen für zivil-militärische Operationen erhalten und „wo notwendig, geschaffen werden“. Die Bundeswehr soll entsprechende “Übungen mit potentiellen Partnern intensivieren“.

An „Nichtregierungsorganisationen, Kirchen, Stiftungen und andere zivilgesellschaftliche Akteure auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit“ wird appelliert, sich „der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr weiter zu öffnen und, wo dies bereits geschieht, diesen Weg konsequent und verstärkt fortzuführen.“

Damit der nächste Bundeswehreinsatz ein Volltreffer wird, soll auch gleich das Parlament in Reih und Glied ausgerichtet werden. „Der Bundestag muss seine Arbeit an den Erfordernissen der zivil-militärischen Zusammenarbeit ausrichten. Eine verstärkte Kooperation zwischen den zuständigen Ausschüssen ist daher anzustreben.“

Wehrminister Guttenberg lobte das CDU/CSU-Dokument auf einem entsprechenden Kongress der Fraktion als „richtungsweisendes Thesenpapier“ und stellte es in die Tradition des Schäuble-Lamers-Papiers von 1994, das die Idee eines „festen Kerns“ innerhalb der EU mit Deutschland und Frankreich im Zentrum („Kern des festen Kerns“) erstmals öffentlich publizierte und auf eine Militarisierung der EU („eigenständiges Handeln unter Nutzung der NATO-Mittel und von Teilen der NATO-Stäbe“) drängte.

Quelle: „Gemeinsam für Frieden und Sicherheit“, Thesenpapier. Beschluss der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vom 22. November 2010.


Arno Neuber

Quelle: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/222.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Zivile Konfliktbearbeitung statt NATO]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/536</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-536</guid><description><![CDATA["Das neue strategische Konzept der NATO ist noch immer geheim - auch für uns ParlamentarierInnen. Eine Entmachtung des Parlaments, die erneut zeigt, dass NATO und Transparenz sich ausschließen. Eins steht aber schon fest: Die NATO will sich immer mehr zivile Aufgaben unter den Nagel reißen", erklärt Kathrin Vogler, Bundestagsabgeordnete der LINKEN, anlässlich der heutigen Debatte im Bundestag über das neue NATO-Konzept.

"Unter dem Vorwand, dass Militär alleine nicht reicht und dass zivile Organisationen aufgrund der Sicherheitslage oder aus logistischen Gründen nicht agieren könnten, fordert NATO-Generalsekretär Rasmussen nun auch zivile Kapazitäten für die NATO. Die Erkenntnis, dass Militär keine Lösung für Konflikte ist, ist inzwischen nicht nur in der Friedensbewegung weithin anerkannt. Aber die Schlussfolgerung von Rasmussen ist schlicht falsch. Die Unterordnung des Zivilen unter das Militär ist keine Zivile Konfliktbearbeitung, sondern die Fortsetzung der alten falschen Politik in neuem Gewand.

Notwendig ist nicht eine weitere Aufblähung des überholten Militärbündnisses NATO, sondern der Ausbau der Zivilen Konfliktbearbeitung und humanitärer Hilfe unter ziviler Leitung. Wer zivile Kapazitäten militärischer Führung unterstellen will, um dem Militär ein humanistisches Deckmäntelchen umzuhängen, verschlechtert die ohnehin schon schwierigen Arbeitsbedingungen ziviler Helfer. Diese Erfahrung haben mir verschiedene Mitarbeiter ziviler Organisationen auch auf meiner gerade beendeten Erkundungsreise in den Sudan bestätigt. Zivile Konfliktbearbeitung braucht schon zum eigenen Schutz die Distanz zum Militär. Jeder Euro, der in einen neuen ,zivilen&#39; Arm der NATO fließt, fehlt den ohnehin unterfinanzierten Entwicklungs- und Hilfsorganisationen. Die Linke wird einer solchen Mandatsausweitung der NATO deshalb keinesfalls zustimmen."

Kathrin Vogler ist Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag und aktives DFG-VK-Mitglied...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/251.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ Berufungsprozess gegen Antimilitaristin in Flensburg gestartet]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/538</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-538</guid><description><![CDATA[*** Verurteilung bereits jetzt offensichtlich  ***  Pflichtverteidigung abgelehnt  ***  „Das kann dann das OLG entscheiden“  ***  Militärangehöriger als Schöffe: „Nicht befangen!“ ***

Die 25-jährige Aktivistin Hanna Poddig steht seit heute in Flensburg vor Gericht. Die Vorwürfe gegen sie lauten Nötigung und Störung öffentlicher Betriebe. In erster Instanz wurde sie vom Amtsgericht Husum wegen einer antimilitaristischen Blockadeaktion zu 120 Tagessätzen verurteilt. Gemeinsam mit weiteren Friedensaktivist_innen war es ihr im Februar 2008 gelungen, anlässlich einer Protestaktion die Weiterfahrt eines Militärtransportes der Bundeswehr auf dem Weg zu einem NATO-Response-Force-Manöver für mehrere Stunden zu verzögern.

Ein Transparent vor dem Gericht und solidarische Zuschauer_innen begleiteten den heutigen Prozessauftakt. Der Prozess begann mit einem Antrag der Angeklagten auf Pflichtverteidigung, da hier ein komplexer Sachverhalt verhandelt werde. Die Rechtslage sei überhaupt nicht eindeutig. Das Gericht widersprach dieser Einschätzung nicht, fügte aber an, es gäbe in ähnlichen Fällen bereits Urteile, weswegen eine Pflichtverteidigung nicht notwendig sei. „Diese Einschätzung des Gerichts ist absurd, denn die bisher in ähnlichen Fällen gefällten Urteile sind widersprüchlich und für juristische Laien nahezu undurchschaubar. Eine Pflichtverteidigung hätte in jedem Fall gewährt werden müssen“ so ein Prozessbeobachter. Richter Grisée kommentierte die Erwiderung der Verteidigung nur lapidar mit den Worten: „Mag unser Oberlandesgericht dazu Stellung nehmen!“. „Bereits hier zeigte sich deutlich, dass auch diese Verhandlung die übliche Farce wird!“ sagte die Angeklagte. Der Verweis auf das OLG zeige, dass Richter Grisée bereits mit einer Revision der Verteidigung rechne; dies setze eine Verurteilung voraus.

Geladen waren die Lokführer und Fahrdienstleister, die zum genauen Ablauf der Rangierarbeiten und Streckensperrungen befragt wurden. Der demonstrative Charakter der Aktion wurde mehrmals betont und das Gericht räumte ein, dass die Rechtseinschätzung der ersten Instanz zum Thema Versammlungsrecht so wohl nicht haltbar sei. Das Amtsgericht in Husum hatte in erster Instanz geurteilt, die Aktion sei keine Versammlung gewesen, da sie nachts und abgelegen stattgefunden hätte. Die Angeklagte erklärt dazu: „Ich bin weiterhin der Meinung, dass es zu keiner Zeit eine Pflicht zur Entfernung von den Gleisen gegeben hat, da die Versammlung nicht aufgelöst wurde. Ich rechne dennoch mit einer Verurteilung, denn es entspricht der Rolle der Gerichte, die kriegerischen Einsätze der Bundeswehr zu decken und Widerstand dagegen zu kriminalisieren.“

In einer Verhandlungspause erfuhr die Angeklagte, dass einer der zwei Schöffenrichter beruflich bei der Bundeswehr tätig ist. Sie stellte daraufhin sofort einen Ablehnungsantrag wegen des Verdachtes der Befangenheit. Den lehnte der vorsitzende Richter jedoch ab. Der Schöffe Kowalski arbeite zwar in der Streitkräftebasis, und bilde Soldaten in Fernmeldetechnik aus. Daraus leite sich jedoch noch keine Befangenheit ab. Die Angeklagte dazu: „Deutlicher kann eine Befangenheit kaum sein: In unserer Pressemitteilung vom Februar 2008 fordern wir die Abschaffung der Tötungsinstitution Bundeswehr und nun soll ein Bundeswehrangehöriger darüber entscheiden, ob meine Handlungen oder nicht vielmehr die Kriege der Bundeswehr verwerflich sind- das Ergebnis steht doch fest“. Die Streitkräftebasen stellen zudem die Logistik für die als Auslandseinsätze verharmlosten Kriegsbeteiligungen bereit. „Und gegen genau diese richtete sich die verhandelte Aktion!“ sagte die Angeklagte. Sie blickt trotz allem optimistisch auf die kommenden Prozesstage: „Jeder Prozess bietet eine Plattform, die Inkompetenz der Polizei und den grausamen Krieg der Bundeswehr zu thematisieren- das finde ich
wichtig und dafür lohnt es sich.“

Der Prozess wird am 17. und 19.11. jeweils um 9.00 Uhr vor dem Landgericht Flensburg fortgesetzt.

Kontakt: 0175 9767027...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/229.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Kriegsbeteiligung in Afghanistan soll im Januar verlängert werden]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/535</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-535</guid><description><![CDATA[Vier Wochen früher als erwartet soll der Bundestag über die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr entscheiden. Als Termin sei der 28. Januar 2011 geplant. Unter Berufung auf nicht genannte Koalitionsmitglieder meldet die Süddeutsche Zeitung am 3. November 2010, dass zwischen der Abstimmung und den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Baden-Württemberg ein größerer zeitlicher Abstand liegen soll. Dies haben allerdings Vertreter der Bundesregierung, die noch "im vergangenen Jahr mit Rücksicht auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen umstrittene Projekte (...) verschoben hatte", widersprochen. Es gehe darum, über die Verlängerung nicht erst unmittelbar vor dem Auslaufen des bis Ende Februar befristeten Mandats zu entscheiden. ()...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/655.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[“Wir haben genug von Gewalt und Terror!”]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/529</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-529</guid><description><![CDATA[Irakis fordern ein Ende der Gewalt in ihrem Land

Heute endet die Vierte Irakische Woche der Gewatfreiheit; das Engagement für Frieden und gegen Gewalt im Irak geht weiter: Das irakische gewaltfreie Netzwerk LaOnf machte vom 1. – 8. Oktober mit Aktionen im ganzen Irak auf das Problem der alltäglich gewordenen Gewalt aufmerksam und rief die Bevölkerung und Politik dazu auf, an dem Aufbau eines friedlichen Irak mitzuwirken.

Unter dem diesjährigen Motto „Es ist an der Zeit für eine nationale Regierung! Schluss mit dem Warten!“ gingen LaOnf-Mitglieder in allen Teilen des Irak auf die Straße, um in der Öffentlichkeit stabile politische Verhältnisse und ein Ende der Gewalt im ganzen Land zu fordern. LaOnf, das bedeutet „Keine Gewalt“, und ist der Name eines 2006 gegründeten Netzwerkes, in dem sich zivilgesellschaftliche Organisationen und Einzelpersonen aus dem ganzen Irak zusammengeschlossen haben, die die gemeinsame Überzeugung teilen, dass der Verzicht auf Gewalt die Basis für einen Wiederaufbau des Irak und einen politischen Wandel im Land sind. Die Ideen von Frieden und Gewaltfreiheit versuchen sie seitdem in Gesellschaft und Politik zu verbreiten, indem sie auf die negativen Folgen einer von Gewalt durchzogenen Gesellschaft aufmerksam machen und für Alternativen sensibilisieren. In der jährlich stattfindenden Woche der Gewaltfreiheit finden zu diesem Zweck im ganzen Land verstärkt öffentlichkeitswirksame Aktionen statt, die möglichst breite Teile der Bevölkerung erreichen sollen.

Nicht zufällig ist der Termin stets um den 2. Oktober herum gewählt, den Geburtstag des großen Vorbildes Mahatma Gandhi und seit einigen Jahren Internationaler Tag der Gewaltfreiheit. Die Theaterperformance in Bagdad, das Kulturfestival in Babylon, die
Fachtagung „Keine Gewalt gegen Frauen“ im kurdischen Dohuk oder das Fußballturnier in Erbil – die irakischen LaOnf-AktivistInnen boten eine bunte Palette von Events und Aktivitäten, die zum Mitmachen und Nachdenken über Sinn bzw. Unsinn von Gewalt anregten und Alternativen aufzeigten. Als besonderen Erfolg werteten die Veranstaltenden die Tatsache, dass in diesem Jahr erstmals auch RegierungsvertreterInnen an einzelnen Veranstaltungen teilnahmen und damit offen ihre Zustimmung zur Arbeit von LaOnf ausdrückten.

Auch in Deutschland wurde Solidarität gezeigt: Der Bund für Soziale Verteidigung veranstaltete am 2. Oktober einen Solidaritätstag in Münster, in dem u. a. in einer Live-Schaltung per Internet direkter Kontakt zu irakischen LaOnf-AktivistInnen aufgenommen wurde. „Es ist eine furchtbare Situation voller Gewalt und Terror, unter der die irakische Bevölkerung leidet. Wir wollen einen friedlichen und prosperierenden Irak schaffen, wir wollen Schritte in Richtung Gewaltfreiheit und Frieden gehen und möglichst viele dazu anregen, diesen Weg mitzugehen“, so Salar Ahmed, Koordinator des Netzwerkes. Die Öffentlichkeitsarbeit ist hierfür von besonderer Bedeutung, weiß Ahmed: „Das fehlende Bewusstsein für die verschiedenen Facetten der Gewalt und ihre negativen Folgen ist eines der größten Hindernisse für eine friedliche Entwicklung.“ Die andere große Hürde sieht er in der Zersplitterung der politischen Parteien. Die Parlamentswahlen im März haben noch immer zu keiner neuen Regierungsbildung geführt. „Die politische Instabilität hat die Gewaltakte im Land wieder verstärkt, die Menschen sind frustriert und wenden sich wieder verstärkt dem Terrorismus zu“ meint auch der LaOnf-Vorsitzende Ibrahim Ismael. Daher fordert das diesjährige Motto der Woche auch explizit die lange fällige Regierungsbildung. Auch die Arbeit von LaOnf selbst bleibt von der Gewalt im Land nicht unberührt. Mangelnde Sicherheit ist immer wieder der Grund dafür, dass geplanten Veranstaltungen keine offizielle Genehmigung erteilt wird. So drohte die Großveranstaltung in Bagdad zum Auftakt der Woche der Gewaltfreiheit aufgrund von Sicherheitsbedenken der Behörden zu scheitern, konnte jedoch, einen Tag früher als geplant, doch noch stattfinden. Eine Übersicht über diese und alle anderen im Rahmen der Woche der Gewaltfreiheit durchgeführten Veranstaltungen im Irak gibt der Bund für Soziale Verteidigung unter .

Dass es ein beschwerlicher und teilweise auch gefährlicher Weg hin zu einem friedlichen Irak ist, hält die Laonf-Mitglieder nicht davon ab, diesen Schritt für Schritt zu gehen. Als unterstützend empfinden sie dabei insbesondere auch die internationale Solidarität, die sie von Friedensorganisationen aus aller Welt erfahren. Der Bund für Soziale Verteidigung führt zu diesem Zweck eine Solidaritäts-Fotoaktion durch, an
der sich alle Interessierten unter    beteiligen können.

Auch für das nächste Jahr gibt es bereits Pläne: „Wir beginnen gerade mit den Vorbereitungen für den Internationalen Bagdad-Marathon gegen Gewalt,“ so Salar Ahmed, „es soll der größte Lauf in der Geschichte des Irak werden.“
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[NEW IPB CO-PRESIDENTS COMMENT THE 2010 NOBEL PEACE PRIZE]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/531</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-531</guid><description><![CDATA[This year&#39;s Nobel Peace Prize, awarded to Chinese human rights activist Liu Xiaobo, illustrates once again the dilemma faced by the Nobel Committee, and all commentators, in interpreting the meaning of &#39;peace&#39; in our era.

It is true that no sustainable peace can be achieved at the national level without full respect for human rights and democratic participation in decision-making. In this sense we applaud the decision of the Norwegian Nobel Committee to shine a spotlight, not only on Liu Xiaobo and his Charter 08 movement, but on human rights defenders all over the world.


On the other hand, international peace cannot be achieved without mutual respect, including between nations. There is a risk that the award of this prize, to a person who may be regarded as a hero by western governments and analysts, and as a criminal by the Chinese government, will exacerbate tensions between states.  

In our view it is not self-evident that this choice contributes, as the Committee claims, to &#39;fraternity between nations&#39;. Alfred Nobel was inspired by the vision of a disarmed world community living within a framework of international law. In that sense the 2010 award can be seen as another missed opportunity to return the prize to its roots.

The motivations for making this year&#39;s choice are no doubt multiple: it could be thought for example that after the world&#39;s most powerful politician, it was time to re-focus on grassroots actors. Another explanation could be that the Norwegian Nobel Committee is deliberately developing its taste for the controversial in order to provoke even greater media interest. That is a subject that will no doubt be raised as part of the next round of the national debate in Norway, and elsewhere.

Ingeborg Breines
Tomas Magnusson

Co-Presidents International Peace Bureau

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The International Peace Bureau is dedicated to the vision of a World Without War. We are a Nobel Peace Laureate (1910) and over the years 13 of our officers have been recipients of the Nobel Peace Prize. Our 276 member organisations in 70 countries, and individual members, form a global network bringing together expertise and campaigning experience in a common cause. Our current main programme centres on Sustainable Disarmament for Sustainable Development. We welcome your participation. IPB needs your support!...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/210.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensnobelpreis: Wieder ein Fehlgriff ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/530</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-530</guid><description><![CDATA[Friedensratschlag kritisiert Nobelpreiskomitee: Der richtige Mann - aber der falsche Preis Friedensnobelpreis verliert sein Alleinstellungsmerkmal 

Zur Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an den in China inhaftierter Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Liu Xiaobo erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme: 

Als Friedensbewegung vermögen wir nicht in den Chor der Laudatoren einstimmen: Der Bundesausschuss Friedensratschlag hält die Vergabe des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo für einen Fehlgriff und beobachtet mit Sorge die Entwicklung der Vergabepraxis des Nobel-Komitees.

Die Kritik aus der Friedensbewegung hat nichts damit zu tun, dass die Verdienste des Preisträgers nicht zu würdigen wären, dass sein Engagement nicht internationale Anerkennung verdiente - etwa von amnesty international oder von Human Rights Watch. Das Problem ist vielmehr, dass der Friedensnobelpreis in den letzten Jahren zunehmend entweder nach politischen Gesichtspunkten vergeben wurde (das war etwa im vergangenen Jahr der Fall, als Obama den Preis erhielt), oder dass er Leistungen bedacht hat, die nur in sehr entfernter Weise mit dem ursprünglichen Charakter des Preises zu tun haben. Im abgelaufenen Jahrzehnt wurde die Hälfte der Auszeichnungen an Personen oder Organisationen verliehen, die sich um die Umwelt, um Menschenrechte und die wirtschaftliche Entwicklung verdient gemacht haben. Der Friedensnobelpreis ist aber weder ein Umweltpreis, noch ein Menschenrechtspreis, noch ein Demokratiepreis; vor allem sollte er nicht als politische Waffe für oder gegen ein bestimmtes Regime instrumentalisiert werden. 

Ein bezeichnender Eintrag von Grußbotschaften auf der Website des Nobelpreiskomitees kurz nach der Bekanntgabe des Preisträgers lautet: "&#39;Congratulations!!! Fuck Chinese Communist Party!!!&#39; / On behalf all chinese". Ob diese Meinung tatsächlich "im Namen aller Chinesen" abgegeben wurde, muss dahin gestellt bleiben. Der Komitee-Vorsitzende Thorbjoern Jagland hatte jedenfalls Recht, als er kurz vor Bekanntgabe sagte, die Wahl des Komitees werde "eindeutig" ähnlich umstritten sein wie die Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr. 

Zu erinnern ist an das Testament des Preisbegründers Alfred Nobel, wonach die Preisträger "den besten oder größten Einsatz für Brüderlichkeit zwischen Staaten, für die Abschaffung oder Abrüstung von stehenden Heeren sowie für die Organisation und Förderung von Friedenskonferenzen" gezeigt haben sollen. 

So gesehen, hätte es jede Menge Alternativen für das Nobelpreiskomitee gegeben. Wir nennen nur vier: 

1) Malalai Joya, diese unerschrockene Kriegsgegnerin und Kämpferin für Menschen- und Frauenrechte in Afghanistan, die unermüdlich für eine Beendigung der Besatzung als Voraussetzung für einen selbstbestimmten Frieden eintritt. 

2) Uri Avnery, der sich wie kaum ein anderer in Israel seit Jahrzehnten für die Rechte der Palästinenser auf ein menschenwürdiges Leben in einem eigenen Staat einsetzt 

3) Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und jetziges Mitglied des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats. Sein globalisierungs-, kapitalismus- und militärkritischer Verstand verbinden sich mit einer unvergleichlichen Sprachgewalt, die den Zorn über die Verhältnisse und die Empathie für die Hungernden und Entrechteten dieser Welt zum Ausdruck bringt. 

4) Mordechai Vanunu, israelischer Nukleartechniker, der sich seit einem Vierteljahrhundert mit Zivilcourage und herausragender Standhaftigkeit für die vollständige atomare Abrüstung, für transparente Demokratie und für Frieden zwischen den Nationen einsetzt. Vanunu hatte die Welt 1986 über das bis dahin streng geheim gehaltene Atomprogramm seiner Regierung informiert und wurde dafür zu einer Gefängnisstraße von 18 Jahren verurteilt. 


Mit Sorge beobachten wir die schleichende Umdeutung und Entwertung des Friedensnobelpreises. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte man noch von acht "genuinen" Friedensnobelpreis sprechen, im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts waren es nur noch vier. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, verliert der Friedensnobelpreis sein Alleinstellungsmerkmal als weltweit bedeutendster Friedenspreis. Die Zeit wäre dann reif für die Gründung eines "Alternativen Friedensnobelpreises". 


Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: 
Lühr Henken, Hamburg/Berlin 
Peter Strutynski, Kassel ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Online-Aufruf: Den Krieg gegen Iran verhindern!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/526</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-526</guid><description><![CDATA[In jüngster Zeit häufen sich die offenen Drohungen mit einem militärischen Schlag gegen den Iran. Ein angedrohter und erst recht ein akuter Krieg, aber auch weitere Eskalationsschritte wie Sanktionen sind die Gundlage dafür, dass im Iran jede gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Kritik im Keime erstickt werden. Fordern Sie Bundestag und Bundesregierung auf, einen Krieg gegen den Iran zu verhindern. 

Den Krieg gegen Iran verhindern Kriegstreiber stoppen, Sanktionen aufheben

Wir fordern von Bundestag und Bundesregierung

   - Stopp aller Sanktionen und sonstigen Kriegsvorbereitungen
   - keine Beteiligung am militärischen Aufmarsch gegen den Iran
   - sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und dem gesamten Nahen und Mittleren Osten sowie Einstellung aller Waffenexporte
   - Eintreten für die Geltung des Atomwaffensperrvertrages für alle Länder und eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten einschließlich Iran und Israel

Nur so hat ein gerechter Frieden zwischen gleichberechtigten und souveränen Staaten im Nahen und Mittleren Osten eine Chance.




...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Für ein friedensförderndes Energiekonzept – gegen Nutzung von Atomkraft und Abhängigkeit von fossilen Ressourcen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/527</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-527</guid><description><![CDATA[Für ein friedensförderndes Energiekonzept – gegen Nutzung von Atomkraft und Abhängigkeit von fossilen Ressourcen

Am Tag der Unruhe im nahe gelegenen Wendland verabschiedet die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) auf ihrer Mitgliederversammlung am 02. Oktober in Hamburg folgende Resolution:

„Mit Nachdruck richtet sich die Mitgliederversammlung der AGDF an die Bundesregierung, die an ihr beteiligten Parteien und ihre Mitglieder, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen, den Ausstieg aus der Atomenergie sofort zu vollziehen. Es gilt die Abhängigkeit von lebensfeindlichen und endlichen Rohstoffen wie Öl und Uran beenden.

Voller Entsetzen und Zorn nehmen wir zur Kenntnis, dass die Bundesregierung statt des geplanten Atomausstiegs eine Politik zugunsten der kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen einiger weniger Konzerne macht. 

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist keine Brücke in die Zukunft, sondern ein gefährlicher Umweg, der den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien bremst. Die erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme stehen für Zukunft und Sicherheit.

Von der Nutzung und Verbreitung ziviler Atomtechnik ist es hingegen ein kleiner Schritt zur Atomwaffen. Mit größter Sorge treten wir daher Plänen für eine weitere Nutzung der Atomkraft entgegen, die auch die Weiterverbreitung dieser Technologie durch deutsche Exporte bedeutete. Vom Uranabbau über Atomtransporte und Betrieb von Atomanlagen bis zur unlösbaren Atommüllentsorgung zerstört die Atomenergienutzung Umwelt, Mensch und Demokratie.

Wir plädieren für einen effizienten Einsatz erneuerbarer Energiegewinnung und warnen zugleich vor der weltweiten Gefahr von Konflikten durch eine Verknappung von endlichen Rohstoffen und fossilen Brennstoffen.

Die AGDF ist einer Kultur und Praxis der Gewaltfreiheit verpflichtet, wie sie aktiv von ihren Mitgliedern in den Kirchen und auf unterschiedlichen politischen Aktionsfeldern in der Friedensbewegung entfaltet wird.

Nachdrücklich bekunden wir unsere Bereitschaft mit gewaltfreien Mitteln für eine friedensfördernde und zukunftsfähige Energiepolitik zu streiten. 

Wir erklären uns solidarisch mit dem vielfältigen gewaltfreien Widerstand gegen Castor-Atommülltransporte, die im November im Wendland erwartet werden.

Die AGDF schließt sich daher dem Aufruf für die bundesweite Demonstration „Rote Karte für Atomkraft“ am Samstag, 06. November 2010 in Dannenberg an und ruft zur Teilnahme an diesem Protest auf.“

---------------------------------------------
Büro und Sekretariat der AGDF:
Endenicherstr. 41
D-53115 Bonn
Tel. 0228 24999-0
Fax 0228 24999-20
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/659.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[IrakerInnen zelebrieren die Vierte Woche der Gewaltfreiheit – In Münster Solidarität zeigen!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/523</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-523</guid><description><![CDATA[Keine Gewalt in Bagdad, ohne Waffen in Kirkuk, friedliches Miteinander in Falludscha –  in ihrer Vierten Woche der Gewaltfreiheit setzen sich die Mitglieder des irakischen Netzwerkes LaOnf für eine Kultur der Gewaltfreiheit in ganz Irak ein. Eine Solidaritätsveranstaltung in Münster unterstützt die Ziele von LaOnf symbolisch.

LaOnf, das bedeutet ´keine Gewalt´, und ist das Motto, das die Mitglieder des 2006 gegründeten Netzwerkes eint. Es sind Irakerinnen und Iraker, die den Wiederaufbau ihres Landes und den Frieden vorantreiben wollen. Der häufig als Normalität erfahrenen Gewalt in Familie, Gesellschaft und dem öffentlichen Leben setzen sie eine Kultur ohne Gewalt entgegen, in der Konflikte ohne Waffen gelöst werden. In ihrer vierten jährlichen Woche der Gewaltfreiheit organisieren die LaOnf-Mitglieder zwischen dem 2. und 8. Oktober im ganzen Land öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, mit der sie die irakische Bevölkerung für die Gefahren, die von einer von Gewalt geprägten Gesellschaft ausgehen, sensibilisieren und für gewaltfreie Methoden im Umgang mit Konflikten werben wollen. 

Zum Auftakt der diesjährigen Woche der Gewaltfreiheit am 2. Oktober, dem Geburtstag Mahatma Gandhis, veranstaltet der Bund für Soziale Verteidigung e. V. in Kooperation mit dem AStA der Universität Münster in Münster den Solidaritätstag Irak ohne Gewalt. Um 13 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Kulturkneipe Frauenstr. 24 in Münster mit Vorträgen und einer Live-Schaltung zu den irakischen Aktivistinnen und Aktivisten. Ab 18 Uhr spielt die Band Caravana del Mundo ein Solidaritätskonzert; um 19:30 Uhr wird der irakische Spielfilm Schildkröten können fliegen gezeigt. Der Eintritt ist frei und für alle offen.
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/160.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Beteiligung des ehrenamtlichen Naturschutzes und der örtlichen Parteiebenen an Kampfdorfbesichtigung der britischen Streikräfte]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/519</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-519</guid><description><![CDATA[Am kommenden Freitag, 1. Oktober, stellen die britischen Streitkräfte die fertiggestellten Kampfdörfer in der Senne erstmalig den Vertretern deutscher Behörden vor.

Dazu erklärt Marcus Foerster, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen den Bau neuer Kampfdörfer: 

"Es kann nicht sein, dass zu diesem Termin nur Vertreter der Behörden, Landräte und Bürgermeister eingeladen werden. Der ehrenamtliche Naturschutz bleibt wie so oft außen vor, ebenso bedenklich ist die Nichtbeteiligung der Fraktionsspitzen der örtlichen Parteiebenen an dieser Aufklärungsveranstaltung."

Besonders brisant findet Foerster auch den Hinweis von der Pressesprecherin des britischen Militärs Helga Heine, dass es unabhängige Umwelt- und Lärmstudien zum Bau der Einrichtungen gäbe. "Wer soll denn an die Richtigkeit dieser Studien glauben, wo doch allen Beteiligten klar sein sollte, dass die Senne nicht nur  Hauptübungsplatz der Britischen Rheinarmee sein wird, sondern das damit einhergehend die Belastung für Mensch und Natur deutlich zunehmen werden? Vor diesem Hintergrund sind diese Studien äußerst fragwürdig. Fest steht, eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung will diese Kampfdörfer nicht, wir kämpfen deshalb weiterhin für eine Aufgabe der militärischen Nutzung und der Ausweisung eines Nationalparks" so Foerster. 
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/52.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Erneute Kaperung eines Schiffs nach Gaza: Israel verstößt gegen internationales Recht]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/520</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-520</guid><description><![CDATA[Die deutsche IPPNW protestiert entschieden gegen die Kaperung der "Irene" durch die israelische Marine. Das Schiff der Kampagne "Jewish Boat to Gaza: Two Peoples one Future" war zur Unterstützung der belagerten Bevölkerung von Gaza mit Hilfsgütern unterwegs. Seine Besatzung bestand aus internationalen, jüdischen Passagieren.

Matthias Jochheim, stellvertretender Vorsitzender der IPPNW aus Frankfurt und im Mai selbst Opfer der Kaperung der "Mavi Marmara", kommentiert diesen erneuten Übergriff: "Trotz der internationalen Forderung nach Aufhebung der völkerrechtswidrigen Blockade hat die israelische Regierung erneut einen Akt der Piraterie begangen. Wir appellieren auch an die deutsche Bundesregierung, ihre Rüstungskooperation mit einer Regierung einzustellen, die immer wieder mit illegaler Gewalt die Isolierung und das Besatzungsregime gegenüber der palästinensischen Bevölkerung durchsetzt."

Die IPPNW fordert den Stopp aller Rüstungslieferungen in den Nahen Osten. Sie erneuert besonders ihren Protest gegen das Ansinnen der israelischen Regierung, aus Deutschland zwei Korvetten geliefert zu bekommen. Zudem wird der Lieferstopp der U-Boote der Dolphin-Klasse an Israel gefordert, die sich als Atomwaffenträger umrüsten lassen.

Weitere Informationen unter ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Bundeswehr - und das ist auch gut so!]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/514</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-514</guid><description><![CDATA[Vor mehr als zwei Wochen rief das frisch gegründete Bündnis "Ruppiner Anti-Militaristische Aktion" (Rama) zum Protest gegen eine geplante Infotour der Bundeswehr auf. Über einen längeren Zeitraum wurden kreative Aktionen vorbereitet, Redebeiträge geschrieben, Gespräche mit Verbündeten geführt und Vorbereitungen getroffen.

Aber die Bundeswehr ließ sich nicht blicken. Kein "Sterbenswörtchen" in der Presse. Nix. Nun gut! Wir sind nicht böse darüber - im Gegenteil. Und vielleicht hat unser angekündigte Protest ja auch dazu geführt, dass sich die Bundeswehr von ihrem Vorhaben distanziert hat. Schließlich hatte schon 2007 ein provisorisches Feldlazarett vor dem Bundeswehrtruck die "Mordsstimmung" ordentlich versaut.

Für uns ist klar: wir bleiben trotzdem dran! An der Aktualität unser Kritik wird sich vorraussichtlich nichts ändern. Krieg wird nicht auf einmal chic werden und das Märchen der "Bomben für die Menschenrechte" bleibt weiterhin ein Märchen. Deutschland und die EU werden weiterhin Kriege führen, um Absatzmärkte und "deutsche Interessen" gewaltsam durchzusetzen - solange bis wir zusammen aufstehen und sagen: STOPP das muss aufhören! Zeit, sich zu bewegen!

Auch unsere alternativen Bundeswehroffiziere, die direkt über Kriegseinsätze berichten können, werden es sich nicht nehmen lassen auch beim nächsten Mal eine andere, unbequeme Sicht auf Krieg und deutsche Verantwortung zu verbreiten. Unsere Redebeiträge bleiben aktuell - eure Verbrechen auch! Unsere Musik bleibt tanzbar - eure Gleichförmigkeit ätzend! Kommt nur, kommt! Ob an der Schule oder im öffentlichen Raum - Wir werden immer da sein und eure Propaganda entlarven, euch die Show stehlen und unsere Vision von einer friedlichen Welt ohne euch verbreiten.

Kein Vergessen den deutschen Kriegsverbrechen!
Militär stören, rettet Menschenleben!
Kein Raum den Kriegstreibern!

Eure Rama

___________________________________

Quelle: Bericht auf  und E-Mail der Gruppe Rama an die DFG-VK...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/650.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Keine Wehrpflicht durch die Hintertür]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/511</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-511</guid><description><![CDATA[- Die Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht darf nicht zu neuen Ersatzdiensten führen
- Absage an Freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr und Freiwilligem Zivildienst

pax christi begrüßt die Pläne des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg zur Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht. Dieser längst überfällige Schritt räumt auf mit der Mär von der Wehrgerechtigkeit und befreit die jungen Männer von einem nicht mehr begründbaren und dem Geist des Grundgesetzes widersprechendem Zwangsdienst. Gesellschaftliches Engagement kann nur auf der Grundlage von Freiwilligkeit erreicht werden. Auf dem Hintergrund der langjährigen Erfahrung mit Freiwilligen, beobachtet pax christi mit Sorge die aktuelle Diskussion um einen freiwilligen Wehrdienst in der Bundeswehr, bzw. einem Freiwilligen Zivildienst.

„Freiwilligendienste sind nur aus zivilgesellschaftlichem Engagement heraus begründbar. Jedwede Verzweckung, sei es sicherheitspolitisch oder sozialpolitisch steht dazu im Widerspruch“, betont pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann.

„Die vorgeschlagenen Schritte hin zu einem Freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr und einem neuen, staatlich organisierten Freiwilligen Zivildienst bleiben verhaftet in der Idee des Pflichtdienstes. Demokratie aber lebt vom freiwilligen Engagement und dessen Förderung braucht Kontinuität und verlässliche Rahmenbedingungen. Wer die Wehrpflicht aussetzt, kann nicht im gleichen Zug fortgesetzten Zugriff auf die jungen Menschen planen. Der Dienst an der Waffe ist nicht vergleichbar mit dem zivilgesellschaftlichen Freiwilligen Dienst, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr/ FSJ, dem Freiwilligen Ökologischen Jahr/ FÖJ oder dem Jahr für den Frieden, wie pax christi es anbietet. 
Freiwillige brauchen Lernorte und Gestaltungsspielraum. Denn junge Menschen wollen sich engagieren und die globalisierte Welt mitgestalten. Ausbildung und Dienst in der Bundeswehr mit ihrer Ausrichtung auf Funktionalität der Einsätze und sicherheitspolitische Ziele sind nicht mit der Zielsetzung eines gesellschaftlichen und persönlichen Lerndienstes vereinbar. Über Folgen und Chancen der Aussetzung der Wehrpflicht muss gründlicher nachgedacht werden. Die Aussetzung der Wehrpflicht erfordert, dass an Stelle des Zivildienstes die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement so verbessert werden, dass mehr junge Menschen für einen Freiwilligendienst gewonnen werden“, fordert die Generalsekretärin.

pax christi entsendet am 25. September erneut 12 Freiwillige in ein Jahr für den Frieden. Das besondere am Freiwilligen Jahr für den Frieden bei pax christi ist die Ausrichtung der Projekte auf Friedens- und Versöhnungsarbeit. Einsatzorte sind zum Beispiel: das Zentrum für Versöhnung und Dialog in O&#347;wi&#281;cim in Polen, das Friedensprojekt in Derventa in Bosnien-Herzegowina oder ein Ländlicher Entwicklungsverein in Ecuador. Die Verarbeitung von Gewalterfahrungen durch Kriege mit ihren individuellen und den gesellschaftlichen Dimensionen spielt in diesen Projekten eine besondere Rolle. Die jungen Menschen erfahren, was Erwachsene und Kinder brauchen, um Gewalt- und Kriegserfahrung zu verarbeiten. 
Ihre Mitarbeit im Projekt gibt den Freiwilligen die Gelegenheit, ihren Lebenshorizont und ihre Sozialkompetenz zu erweitern. Das freiwillige Jahr für den Frieden im Ausland ist stets zugleich ein Jahr interkulturellen Lernens und der Begegnung mit den Lebensbedingungen anderer Länder.

Im freiwilligen Jahr für den Frieden bringen die jungen Erwachsenen sich mit ihrer Kreativität und Eigeninitiative in die Arbeit der Projektpartner im Ausland ein. Die Begegnung mit Fremdem, der  Spracherwerb und die Alltagsarbeit in den Projekten ist als Lerndienst gestaltet, der ihre Persönlichkeitsentwicklung fördert. Nach der Rückkehr unterstützt pax christi die jungen Menschen dabei, ihre Erfahrungen in Gemeinde und Kirche hier in Deutschland einzubringen. Die jungen Freiwilligen leisten damit in zwei Richtungen einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung. Viele engagieren sich in Verbänden oder sozialen Bewegungen und stärken die Demokratie in Deutschland. Ihre Erfahrungen im Ausland fördern ihre Fähigkeit die globalisierte Welt zu verstehen und mitzugestalten.

Alle weiteren Überlegungen zur Fortentwicklung der Freiwilligendienste haben sich an diesen und den Erfahrungen tausender freiwilliger junger Frauen und Männer zu orientieren, die in den zurückliegenden Jahrzehnten Dienste im In- und Ausland geleistet haben. Dieses frei gewählte zivilgesellschaftliche Engagement muss der alleinige Maßstab für Freiwilligendienste sein....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/519.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ISRAEL: Kriegsdienstverweigerer Omer Shoshan zu 20 Tagen Haft verurteilt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/512</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-512</guid><description><![CDATA[Der Kriegsdienstverweigerer Omer Shoshan ist am 14. September zu 20 Tagen im Militärgefängnis verurteilt worden.

-----
Eine Protest-Mail an den israelischen Minister der Verteidigung Ehud Barak kann geschickt werden über .
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Omer Shoshan hatte vor etwa acht Monaten seinen Dienst in den israelischen Streitkräften (Israeli Defence Forces, IDF) angetreten. Während des Dienstes kam er aus Gewissensgründen zur Ablehnung des Militärdienstes. Er verließ seinen Posten am 6. September, am 14. September kehrte er zu seiner Militäreinheit zurück. Er wurde zu zwanzig Tagen im Militärgefängnis verurteilt, aber zunächst auf der Militärbasis festgehalten. Am 19. September wurde er in eine Arresteinrichtung der Militärpolizei in Jerusalem überstellt, wo seine Gefängnisstrafe offiziell in Kraft trat. Dadurch wurde die Zeit seiner Haftstrafe erhöht: zur Gefängnisstrafe kam die vorhergehende Gefangenschaft in der Militärbasis hinzu.


In seiner  schrieb Omer Shoshan:
***************************
Ich weigere mich, ein Teil der Israelischen Streitkräfte zu sein, einer Armee, die täglich die palästinensische Bevölkerung besetzt hält und unterdrückt. Dadurch werden die Chancen, Frieden zu erreichen unterminiert, und damit auch Israels Sicherheit, sowie die Moral und der demokratische Charakter des Staates korrumpiert.

Für mehr als 40 Jahre haben die IDF täglich die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten unterdrückt und ihr ihre elementarsten Rechte auf ein normales Leben vorenthalten. Das beinhaltet die Behinderung ihrer Bewegungsfreiheit, die Unterminierung ihrer Wirtschaft, Körperverletzungen, illegale Festnahmen und viele andere schwere Verbrechen, die üblicherweise nicht in die etablierten Medien gelangen. Schon die Tatsache, dass jeder einfache Soldat, der jenseits der Grünen Linie dient, Macht über das Leben der örtlichen Bevölkerung hat und sie zwingen kann zu tun, was ihm gefällt, ist illegal und undemokratisch und bewirkt das genaue Gegenteil von dem, was angeblich beabsichtigt ist: Es werden mehr Terroristen produziert, der Hass gegenüber uns wächst und es wird jede realistische Chance für Frieden unterminiert. Also welchem Zweck dient diese Unterdrückung wirklich? Nur einem - der Verewigung der israelischen Siedlungen in der West Bank, die an sich schon illegal sind und die das Hindernis sind, um zwischen den beiden Völkern einen Kompromiss zu erreichen.

Sogar vor meinem Dienstantritt hatte ich meine Zweifel darüber, ob oder ob ich nicht in der Armee dienen soll, ob ich die Armee, die mein Land repräsentiert, unterstützen oder ob ich verweigern soll. Ich entschloss mich schließlich, den Dienst anzutreten, weil ich den Eindruck hatte, dass ich von innen verweigern, Dinge anders tun und Wandel bewirken könnte. Heute weiß ich, dass allein schon die Handlungen der Armee in den besetzten Gebieten und ihre Präsenz das sind, was die Besetzung ausmacht und dass keine Handlung von mir, noch nicht einmal eine bessere Behandlung der palästinensischen Zivilbevölkerung, irgendeinen Unterschied machen würde.

Ich glaube, dass in einem Land, das beansprucht eine Demokratie zu sein, es gut und sogar notwendig für uns alle ist, Kritik und Entrüstung zu äußern, wenn das Land im Unrecht ist. Die IDF sind eine Organisation, die für Interessen kämpft, an die ich nicht glaube, die anti-demokratische und unmoralische Handlungen begeht und erheblich die Chancen, Frieden zu erreichen, unterminiert. Ich bin nicht länger bereit, ein Teil davon zu sein.
**********************************

Omer Shoshans Entlassung ist am 6. Oktober fällig, und es ist wahrscheinlich, dass er danach wieder inhaftiert werden wird. Da Omer Shoshan in einem kleinen Arrestzentrum und nicht in einem Militärgefängnis gefangen gehalten wird, kennen wir nicht seine Haftadresse, aber Unterstützungsschreiben können ihm per E-Mail geschickt werden über: 
Sie werden ausgedruckt und ihm bei Besuchen überreicht.

Die  und die  bitten um Protestschreiben an israelische Behörden und Botschaften.
Eine vorformulierte  an den israelischen Minister der Verteidigung Ehud Barak kann über die   oder aber auch an nachfolgende Adresse geschickt werden.
---------------------------------
Seine Exzellenz Herr Yoram Ben Zeev
Botschaft des Staates Israel
Postfach 33 05 31, 14175 Berlin
Tel. 030-89 04 55 00, Fax 030-89 04 55 55

_____________________________________________________________________

Die War Resisters&#39; International (WRI) und die DFG-VK fordern die unverzügliche Freilassung des Kriegsdienstverweigerers Omer Shoshan und aller anderer inhaftierter Kriegsdienstverweigerer.


Weitere Informationen

- Auf der Homepage unserer israelischen Partnerorganisation 
      Dort werden weitere Adressen für Protestschreiben genannt.

- Auf der Homepage der

-  von Omer Shoshan

- In Deutsch: Immer wieder aktuelle Beiträge über Kriegsdienstverweigerung in Israel: 

----
Quellen: E-Mails von  und 
Übersetzung: ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/184.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[UN-Menschenrechtsrat legt Untersuchungsbericht  vor Angriff auf Gaza-Flotte: Verstoß gegen internationales Recht bestätigt]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/513</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-513</guid><description><![CDATA[Pressemitteilung der IPPNW
Die IPPNW begrüßt den Bericht des UN-Menschenrechtsausschusses zu dem israelischen Angriff auf die FreeGaza-Flotte Ende Mai diesen Jahres. „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die im Bericht aufgezählten Verstöße gegen internationales Recht wie vorsätzliche Tötungen, Folter und Misshandlungen strafrechtlich verfolgt werden. Außerdem muss Außenminister Westerwelle sich nachdrücklich für die sofortige Aufhebung der Gaza-Blockade einsetzen“, erklärt der stellvertretende IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim, der an Bord der Mavi Marmara war. 

Israel hat nach Ansicht der UN-Ermittler internationales Recht gebrochen. Die israelische Blockade des Gazastreifens selbst wird als ungesetzlich eingestuft. Der Menschenrechtsausschuss hatte den Angriff auf unschuldige Zivilisten bereits im Juni mit großer Mehrheit scharf verurteilt. Laut UN-Bericht haben die israelischen Soldaten ein "nicht zu akzeptierendes Maß an Brutalität" gezeigt. Sie hätten sich während und nach dem Einsatz schwerer Rechtsbrüche wie vorsätzlicher Tötung und Folter schuldig gemacht. 

Die IPPNW bedauert, dass Israel die Untersuchungsmission des Menschenrechtsrats als parteiisch ablehnt und seine Beteiligung verweigert hat. Israel unterstützt lediglich die von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon geleitete Kommission. Während es sich bei dem Untersuchungsbericht des UN-Menschenrechtsausschusses um eine Fact-Finding-Mission handelt, hat die von Ban Ki-Moon eingesetzte Untersuchungskommission den Zweck, die Beziehung zwischen der Türkei und Israel positiv zu beeinflussen. 

Zur Gruppe der fünf deutschen Passagiere an Bord der Mavi Marmara gehörten neben Matthias Jochheim die beiden Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger, der Völkerrechtler und IPPNW-Beiratsmitglied Norman Paech sowie Nader al Saka von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland. 


...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/254.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[US-Deserteur André Shepherd erhält taz Panter Preis]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/506</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-506</guid><description><![CDATA[Positive Entscheidung im Asylverfahren eingefordert

Connection e.V. und das Military Counseling Network begrüßen die Verleihung des taz Panter Preises an den US-Deserteur André Shepherd am vergangenen Samstag. „Dies ist ein deutliches Zeichen, wie groß die Zustimmung zu seiner Entscheidung ist“, sagte heute Rudi Friedrich von Connection e.V. „Das Bundesamt für Migration ist nun gefordert, André Shepherd endlich den notwendigen asylrechtlichen Schutz zu gewähren.“

 Im November 2008 stellte der US-Soldat André Shepherd in Deutschland einen Asylantrag. Er hatte sich 2007 einem erneuten Einsatz im Irakkrieg verweigert und erklärt: „In dem Angriffskrieg gegen das irakische Volk hat die USA sowohl US-Recht, als auch internationales Recht gebrochen. Ich will nicht dazu gezwungen werden, in einem illegalen Krieg zu kämpfen. Das ist der wesentliche Grund für meinen Asylantrag.“

 Der 32-jährige André Shepherd stammt aus Ohio. Er war in Ansbach-Katterbach stationiert. Als Mechaniker für die Apache-Hubschrauber wurde er 2004 für einige Monate im Irak eingesetzt. Die Apache-Hubschrauber wurden Anfang 2010 durch ein von  bekannt, dass die kaltblütige Erschießung von unbewaffneten Zivilisten im Irak zeigt. Shepherd war sich aufgrund seines Einsatzes solcher Verbrechen bewusst. Zurück in Ansbach, erhielt er 2007 einen erneuten Marschbefehl in den Irak. Statt dem nachzukommen, flüchtete er aus der Einheit und tauchte in Deutschland unter.

 In seinem Asylantrag verweist Shepherd auf die Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen. Noch immer steht eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration über seinen Antrag aus. Nach US-Militärrecht müsste er mit einer langen Haft rechnen.

 „Der LeserInnen-Preis 2010 ehrt mit André Shepherd einen Irak-Kriegs-Veteranen“, so die taz heute, „der mit seinem Schicksal zur Symbolfigur wurde". Laudator und taz-Redakteur Bernd Pickert würdigte den Preisträger: „Er hat gemacht, was Soldaten bei Strafe verboten ist: Er hat entschieden. Allein. Er hat sein Leben in die eigene Hand genommen und gesagt: Ich mache nicht mehr mit." „Damit", so die taz, „stellt er dessen Mut heraus, gegen den Strom zu schwimmen und große persönliche Härten für seine Überzeugungen in Kauf zu nehmen.“

 gez.

 Marius van Hoogstraten,  (06223-47506)

 Rudi Friedrich,  (069-82375534)
******************************* 


Wir bitten weiter um Spenden

für den Rechtshilfefonds für André Shepherd. 

Mehr dazu unter:
 oder auf 
Konto 70 85 704 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 20 500. 

Spenden sind steuerlich absetzbar....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/368.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Friedensbewegung fordert Truppenabzug aus Afghanistan ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/507</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-507</guid><description><![CDATA[Ernüchterung nach der Scheinwahl in Afghanistan: Ein erster Ausweg aus der Sackgasse: Beendigung der Besatzung! Friedensbewegung fordert sofortigen Abzug der Bundeswehr, nicht nur der Tornados

Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag 

Kassel/Hamburg, 20. September 2010 - Angesichts der desolaten Lage Afghanistans nach der "Wahl" erklären Seitens der Friedensbewegung die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme: 

Nach den Wahlen in Afghanistan am vergangenen Samstag hüllt sich selbst die offizielle Politik in Berlin in beredtes Schweigen: Lediglich die Vuvuzela des Auswärtigen Amts, Minister Westerwelle, verkündet wider besseren Wissens, die Wahlen seien ein "bemerkenswerter Schritt auf dem Weg zur Demokratie", die Wahlbeteiligung sei höher als bei der letzten Wahl und die Hoffnung liege jetzt bei der Wahlkommission, die "Verdachtsfällen von Wahlbetrug konsequent nachgehen und, wo nötig, entsprechende Korrekturen veranlassen" müsse (Erklärung Westerwelles am 19.09.10). Unabhängige Beobachter sprechen dagegen davon, dass die Wahlbeteiligung gegenüber der letzten Parlamentswahl vor 5 Jahren um rund drei Millionen Stimmen geringer ausgefallen sei: Sie sank nach offiziellen Angaben von 54 Prozent auf etwa 40 Prozent. Überdies war die Sicherheitslage im ganzen Land desaströs und es muss von zahlreichen Unregelmäßigkeiten ausgegangen werden. Dass die afghanischen Wahlinstitutionen hier "Korrekturen" vornehmen können, wie Westerwelle vorschlägt, ist natürlich möglich: Dies gelang ja auch schon bei der Präsidentenwahl 2009, wodurch dem korrupten Amtsinhaber Hamid Karzai eine weitere Amtszeit beschert wurde. Mit Demokratie hat das aber nichts zu tun. 

Experten verschiedener außenpolitischer Think Tanks der USA sprechen mittlerweile davon, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen und daher so schnell wie möglich beendet werden müsse. Planspiele des Council on Foreign Relations (CFR), der "Afghanistan Study Group" oder der New America Foundation legen den USA einen radikalen Strategiewechsel in Afghanistan nahe. So könnte etwa der paschtunische Süden ganz den Taliban überlassen werden - was auf eine Teilung des Landes hinaus liefe -, man könne sich auch mit den Aufständischen darauf einigen, Al Kaida nicht mehr im Land zu dulden. Die Afghanistan Study Group geht davon aus, dass ein militärischer Sieg nicht nötig sei, um dennoch amerikanische Interessen in Afghanistan zu schützen. Nach neuesten Umfragen in den USA ist mittlerweile eine Mehrheit von 58 Prozent gegen die Fortsetzung des Krieges am Hindukusch. 

Die USA, die NATO und die Bundesregierung stehen letztlich vor der Entscheidung: Abzug sofort und den Dingen in Afghanistan ihren Lauf lassen - oder weiter kämpfen, töten und sterben, um später doch zum Abzug gezwungen zu werden. Die Mehrheit der Menschen in den NATO-Staaten, die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland befürworten eine schnelle Beendigung des Kriegseinsatzes. Die Friedensbewegung fordert in einem Appell die bedingungslose Beendigung der Kampfhandlungen (Waffenstillstand), den sofortigen Beginn des Truppenabzugs und die drastische Aufstockung der Mittel für die rein zivile Hilfe zum Wiederaufbau des geschundenen Landes. ...

Verteidigungsminister zu Guttenberg plant offenbar den Abzug der sechs deutschen Aufklärungs-Tornados aus Afghanistan. Die Friedensbewegung hat deren Einsatz vor dreieinhalb Jahren begründet abgelehnt und darauf hingewiesen, dass damit eine neue Eskalationsstufe im Afghanistan-Krieg heraufbeschworen würde. Insofern begrüßen wir diesen Schritt. Wir würden ihn gern als erste Abschlagszahlung auf einen generellen Rückzug der Bundeswehr werten, wissen aber, dass die Bundesregierung halsstarrig am Hindukusch-Abenteuer festhält. Bis auch sie die Zeichen der Zeit erkennt und sich dem Druck der Argumente und hoffentlich auch dem Druck der Straße beugt. Die Holländer haben es vorgemacht und ziehen gerade ihre Truppen ab; Kanada wird folgen. Die deutsche Friedensbewegung wird alles daran setzen, dass Deutschland bald folgen wird. 

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: 
Peter Strutynski, Kassel 
Lühr Henken, Hamburg 

P.S.: Unsere Empfehlung: Alles über den Afghanistankrieg lesen Sie im entsprechenden 

_________________________________________________________________

Der Appell der Friedensbewegung zum  und  auf ...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/202.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Flüchtling P. droht Abschiebung nach Afghanistan]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/505</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-505</guid><description><![CDATA[Eine Information des Bayrischen Flüchtlingsrates

Der Kriegsdesserteur Ahmad P. (28) sollte am Dienstag, den 7. September, von Frankfurt nach Kabul abgeschoben werden. Mit einem dramatischen Fluchtversuch über das Rollfeld konnte sich der Afghane zunächst retten, mit einem nächsten Abschiebeversuch ist jedoch zeitnah zu rechnen. Ahmad P. floh im Jahr 2008, nach seiner Desertion aus der Afghanischen Armee, nach Deutschland. Seine berechtigte Angst im Kampfeinsatz zu sterben ist jedoch kein Asylgrund – sein Asylantrag wurde abgelehnt. Seither lebte er mit einer Duldung in Passau, bis er vor zwei Wochen in Abschiebehaft genommen wurde. Straftaten hat Ahamd P. zwar begangen, trotzdem sollte er am Dienstag um 20.30 Uhr mit einer Maschine von Safi Airways ab Frankfurt abgeschoben werden. Wenige Minuten vor dem Start der Maschine floh Ahmad P. und rannte aus dem Flugzeug auf das Rollfeld. Wäre ein Flugzeug gelandet eine lebensgefährliche Tat.

Seit zwei Jahren ist dies bundesweit der erste bekannt gewordene Fall eines Asylbewerbers, der nach Afghanistan abgeschoben werden soll. Die Lage in Afghanistan hat sich indes weiter verschlechtert. Die UN berichtet für das erste Halbjahr 2010 von einem Anstieg der zivilen Opfer des Bürgerkriegs um 30 Prozent: 1.271 zivile Todesopfer und 1.997 Verletzte sind dokumentiert, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Neben der Gefahr durch den bewaffneten Konflikt, sind in Afghanistan willkürliche Verhaftungen, Folter, Entführungen und Erpressungen an der Tagesordnung. Lebensmittelpreise in Kabul sind derzeit kaum bezahlbar, die medizinische und sanitäre Versorgung ist weiterhin völlig unzureichend.




Unterstützen Sie die Forderung nach einem Bayerischen Abschiebestopp nach Afghanistan mit Ihrer Unterschrift!

In Afghanistan herrscht nach wie vor Krieg. Die Vereinten Nationen sprechen aktuell in 2010 von einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage und einer Zunahme der zivilen Opfer um 30%. Weder die medizinische noch die Versorgung mit Lebensmitteln sind auf dem Land oder in den Großstädten gewährleistet. Abschiebungen in dieses Kriegsgebiet verbieten sich deshlab derzeit grundsätzlich.

Wir fordern deshalb den Bayerischen Landtag auf, gemäß den eingereichten Petitionen einen sofortigen  zu beschließen und die  zu lassen. 

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<item><title><![CDATA[Kampagne Castor Schottern ]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/500</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-500</guid><description><![CDATA[+++ Unterstützung für Kampagne Castor Schottern wächst +++ Massenzeitung erschienen +++ Kampagne will Enteignung +++

Hannes Wader und Konstantin Wecker tun es, Prof. Dr. Peter Grottian und Prof. Michael Brie sind dabei, Aktive aus dem bundesweiten Koordinierungskreis von attac unterstützen sie ebenso wie GewerkschaftssekretärInnen oder die Bundestagsabgeordneten Halina Wawzynia und Sahra Wagenknecht – die Kampagne Castor Schottern hat schon in der ersten Woche ihres Bestehens zahlreiche Persönlichkeiten für sich gewinnen können.

Ebenfalls dabei sind über 60 Gruppen, Initiativen und Organisationen aus der ganzen Republik – und aus dem Wendland selbst. UmweltaktivistInnen, PfadfinderInnen, StudentInnen, Autonome und AntifaschistInnen sind sich einig: Der Castor wird gestoppt!

In der gemeinsamen Erklärung heißt es zur geplanten Aktion während des Castortransportes: "Mit Hunderten, Tausenden von Menschen, die aus unterschiedlichsten politischem und sozialem Alltag kommen, werden wir am Transporttag auf die Schienenstrecke gehen. Wir sind entschlossen, massenhaft den Schotter aus dem Gleisbett zu entfernen, also die Gleise zu unterhöhlen und sie damit für den Atommüllzug unbefahrbar zu machen. Wir wählen für die Aktion einen Schienenabschnitt, an dem an diesem Tag kein Zugverkehr außer dem Castortransport stattfindet."

AktivistInnen von Castor Schottern werden auch am 18.9. in Berlin dabeisein. "Wir werden bei der Berliner Großdemonstration mit einer 4-seitigen Massenzeitung unsere Aktionsidee weiter bekannt machen", erklärt Sonja Schubert, Pressesprecherin der Kampagne Castor Schottern, "Wir haben zunächst 50.000 Exemplare gedruckt und hoffen, dass dies für Samstag und die nächsten Tage ausreicht", so Schubert weiter. Die Zeitung steht unter www.castor-schottern.org zum Download bereit. 

"Innerhalb kurzer Zeit haben wir bei facebook mehr als 700 UnterstützerInnen gewinnen können. Jetzt tun wir alles, um aus dem virtuellen Protest realen Widerstand auf und unter den Schienen zu machen. Schottern kann man lernen, wir bieten dafür spezielle Trainings an.", so Tadzio Müller, Pressesprecher der Kampagne Castor Schottern.

Zur Diskussion um die Enteignungspläne der Bundesregierung zur Durchsetzung des Atommüll-Endlagers in Gorleben, sagt Mischa Aschmoneit von Castor Schottern: "Nicht die wendländischen Kirchengemeinden und der Graf von Bernsdorff müssen enteignet werden, sondern E.on, RWE, EnBW und Vattenfall. Eine ökologisch verantwortliche Energieerzeugung ohne Kohle und Atom wird nur möglich sein, wenn die großen Energiekonzerne in demokratisch kontrollierte Einheiten verwandelt werden."

"Die Kampagne Castor Schottern wird – gemeinsam allen anderen Protest- und Aktionsformen - zu einem echten praktischen und politischen Problem für die Atomregierung werden. Wir warnen aber davor, schon jetzt zu spekulieren, ob der Castor-Transport wegen des erwarteten massiven Widerstandes noch kurzfristig abgesagt wird. Das ist zwar möglich, aber unsere Aufgabe ist es jetzt, uns mit aller Kraft auf die Aktionen vorzubereiten.", erklärt Christoph Kleine, Pressesprecher der Kampagne Castor Schottern, abschließend....]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/635.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[Den Worten müssen umgehend Taten folgen]]></title><link>http://www.dfg-vk.de/aktuelles/informationen-der-friedensbewegung/2010/502</link><guid isPermaLink="false">dfg-vk-502</guid><description><![CDATA[Die Zentralstelle KDV fordert: Einberufungen aufheben, wenn der Einberufene widerspricht

Nach den Festlegungen der CSU und des CDU-Präsidiums und -Vorstands, dem Kurs von Verteidigungsminister zu Guttenberg zu folgen, ist klar: Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, die letzten Einberufungen zum Grundwehrdienst und zum Zivildienst dürften zum 1.1.2011 erfolgen. Wer noch Grundwehrdienst oder Zivildienst als Pflichtdienst leisten will, muss sich also beeilen. Bald geht es nur noch freiwillig.

Einberufungen zu Wehr- und Zivildienst greifen erheblich in die Ausbildungs-, Berufs- und Lebensplanung ein. Zurzeit werden Studenten einberufen, die am 1.1.2011 mitten im ersten oder zweiten Semester sein werden. Andere mit einem Zeitarbeitsverhältnis hätten die Chance, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Promotionen sollen ebenso unterbrochen werden wie der Start in die Selbstständigkeit. All das darf vor dem Hintergrund des absehbaren Wegfalls der Wehrpflicht nicht mehr sein.

Die Zentralstelle KDV fordert Verteidigungsminister zu Guttenberg und Jugendministerin Schröder auf, die nachgeordneten Behörden anzuweisen, jedem Widerspruch gegen eine Einberufung im Rahmen der Ausübung des Einberufungsermessens stattzugeben. Es kann nicht sein, dass Behörden heute noch unter Berufung auf die Rechtsprechung des Kalten Krieges von vor dreißig Jahren der Wehr- und Zivildienstleistung Vorrang vor Ausbildung und Arbeit verschaffen.

Gleiches muss für Entlassungsanträge aus dem Dienst gelten. Wer früher in Ausbildungen gehen kann, wer die Chance hat, einen Arbeitsplatz anzutreten, wer ein Studium aufnehmen kann, darf durch den Wehr- oder Zivildienst daran nicht mehr gehindert werden. Er sollte vorzeitig entlassen werden.

"Die Wehrpflicht ist ein so tiefer Eingriff in die individuelle Freiheit des jungen Bürgers, dass ihn der demokratische Rechtsstaat nur fordern darf, wenn es die äußere Sicherheit des Staates wirklich gebietet." hat der damalige Bundespräsident und ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgericht Roman Herzog 1995 formuliert. Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat darauf in seinem Bericht für den Deutschen Bundestag am 1.9.2010 ausdrücklich Bezug genommen. Nach der aktuellen Debatte ist deutlich, dass schon heute, Tag für Tag, die Grundlage für die Wehrpflicht entfallen ist. 

Zurzeit gibt es 195.000 Zeit- und BerufssoldatInnen und 25.000 freiwillig länger Wehrdienstleistende in der Bundeswehr. Das sind deutlich mehr als nach den diskutierten Bundeswehrmodellen (zwischen 150.000 und 210.000 SoldatInnen) sicherheitspolitisch nötig sind. Der sofortige Verzicht auf einzelne Einberufungen zum Grundwehrdienst oder die Zustimmung zu vorzeitigen Entlassungen aus dem Grundwehrdienst würde keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen haben.

Nicht zuletzt deswegen ist in der jetzigen Übergangszeit allen Widersprüchen und Entlassungsanträgen zu entsprechen. 

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Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e.V.
Sielstraße 40, 26345 Bockhorn
Tel.: 04453/9864888, Fax: 04453/9864890
E-Mail: Zentralstelle.KDV@t-online.de 
Internet: www.zentralstelle-kdv.de
...]]></description><enclosure url="http://www.dfg-vk.de/img/bilder/162.jpg" type="image/jpg" /></item>
<item><title><![CDATA[ 
