Pazifismus & Antimilitarismus

Friedensaktivisten protestieren vor „gamescom“

Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) protestiert vor der Videospiel-Messe „gamescom“ in Köln gegen die Zusammenarbeit des deutschen Videospiel-Herstellers „Crytek“ und Rüstungsunternehmen sowie gegen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr auf der Messe.

 

„Wir haben nichts gegen Videospiele“, macht Michael Schulze von Glaßer, stellvertretender Geschäftsführer der DFG-VK gleich zu Anfang deutlich – er selbst sei Videospieler. „Uns gefällt es nur nicht, dass der Videospiel-Hersteller ‚Crytek‘ seine Spiele-Software auch an Rüstungsfirmen verkauft, die dann damit Schießsimulatoren für das reale Militär ausstatten“, so der 30-Jährige weiter. Mit der Software aus Frankfurt würden heute viele Soldaten für reale Kriege trainiert: „Dann lernen die Soldaten mit der Videospiel-Software real ‚besser‘ und zielsicherer auf Menschen zu schießen“, kritisert Schulze von Glaßer. Um darüber aufzuklären und die Videospielerinnen und -spieler-Gemeinde zu sensibilisieren, ist die DFG-VK von Donnerstag bis Samstag von 10 bis 14 Uhr unter dem Motto „Make Games – Not War“ vor dem Süd-Eingang der Kölner Messehalle mit einem Infostand vertreten: „‚Crytek‘ sollte seine Software nicht mehr an Rüstungsfirmen wie ‚Lockheed Martin‘ verkaufen, sondern sich rein auf die Produktion ziviler Videospiele konzentrieren“, so Michael Schulze von Glaßer.

Bundeswehr-Werbelastwagen während der gamescom 2017 in Köln

Ein weiterer Grund für den Protest der Friedensaktivistinnen und -aktivisten vor der „gamescom“ ist die Anwesenheit der Bundeswehr auf der Messe. „Seit es die Videospiel-Messe gibt versucht die Armee dort junge Menschen für reale Militäreinsätze zu werben“, kritisiert Benno Malte Fuchs von der DFG-VK-Gruppe Köln. Die Bundeswehr sei dabei ein themenfremder Aussteller und habe nichts mit Videospielen zutun: „Von den Armee-Werbern werden gezielt technikaffine Jugendliche angesprochen, die Militäreinsätze vor allem aus Videospielen kennen, wo solche Einsätze aber meistens sehr verharmlosend dargestellt werden“, so der 29-Jährige. Dabei würden die jungen Videospielerinnen und -spieler von der Bundeswehr mit Werbeversprechen gelockt, die die Armee nicht einhalten kann: „Der Dienst in der Armee ist kein Spiel, ‚Game Over‘ bedeutet Tod“, spitzt Benno Malte Fuchs es drastisch zu. In diesem Jahr etwa wirbt die Bundeswehr auf der „gamescom“ mit einer „Bundeswehr Challenge“-App „Wir warnen die ‚gamescom‘-Besucherinnen und -Besucher davor, auf die Bundeswehr hereinzufallen – Krieg ist keine ‚Challenge‘ sondern tödlich“, so Fuchs. An die Messe-Veranstalter stellt er die Forderung kein reales Militär mehr auf die Messe zu lassen: „Die haben auf einer Spiele-Messe nichts zu suchen.“

Weitere Informationen zur „Crytek“-Kampagne der DFG-VK gibt es unter www.CRYTEK.DFG-VK.de und allgemeine weitere Informationen gegen Bundeswehr-Werbung unter www.bevor-du-unterschreibst.de sowie www.dfg-vk.de.

Am Freitag (25. August 2017) veranstaltet die DFG-VK-Gruppe Köln zudem noch eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu Militär-Videospielen: „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie“, 19.30 Uhr, Bürgerzentrum Alte Feuerwache (kleines Forum), Köln.

 

Für Interviews oder bei Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit telefonisch unter 0176/23575236 oder per E-Mail unter svg@dfg-vk.de Kontakt auf!

 

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart/Köln, 24. August 2017

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