Pazifismus & Antimilitarismus

Internationaler Protest gegen die Kooperation des deutschen Videospiel-Herstellers „Crytek“ mit Rüstungsunternehmen

Pressemitteilung: Im niederländischen Rotterdam kam es gestern zu Protesten vor einer Fachmesse für militärische Trainingssimulatoren: In der Kritik stand dabei der deutsche Videospielhersteller „Crytek“ aus Frankfurt am Main, der seine Spiele-Software auch an Rüstungskonzerne verkauft, die damit Schießsimulatoren für das reale Militär herstellen. [Fotos von der Aktion zur freien Verwendung gibt es hier]

 

Niederländische und deutsche Friedensaktivisten trafen sich am Dienstag (16. Mai 2017) vor der „Ahoy Rotterdam“, um gegen die in dem Veranstaltungszentrum stattfindende Militärmesse ITEC zu demonstrieren. Auf der Messe treffen sich jedes Jahr Militärs aus aller Welt, um über die virtuelle Ausbildung von Soldaten zu beraten. Zudem stellen Rüstungskonzerne ihre neuesten Trainingssimulatoren vor und hoffen auf Verkäufe. „Viele dieser Trainingssimulatoren nutzen als Basis zivile Software, die eigentlich für Videospiele entwickelt wurde“, erklärt Michael Schulze von Glaßer dazu. Der stellvertretende politische Geschäftsführer der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) organisiert derzeit eine Kampagne gegen die Kooperation des Videospielherstellers „Crytek“ aus Frankfurt am Main mit der Rüstungsindustrie: www.CRYTEK.DFG-VK.de. „Eigentlich stellt das Unternehmen Videospiele her, es verkauft seine Software zum Bau virtueller Welten – die so genannte ‚CryEngine‘ – mittlerweile aber auch an Rüstungskonzerne wie ‚Lockheed Martin‘ und ‚Thales‘, die auf der ITEC vertreten sind“, so Schulze von Glaßer. Die Demonstranten vor der Messe in Rotterdam sehen darin eine Beihilfe zur Kriegsführung: Mit der „Crytek“-Software würden Soldaten für teils völkerrechtswidrige Kriege trainiert, so ihre Kritik.

Die DFG-VK fordert „Crytek“ daher dazu auf, seine „CryEngine“-Videospiel-Software nur noch an zivile Unternehmen weiterzuverkaufen. Gesprächsangebote der Friedensorganisation an den Videospiel-Hersteller blieben bislang ohne Reaktion: „Wir sind weiterhin gerne bereit, mit den ‚Crytek‘-Verantwortlichen zu sprechen, ihnen unsere Positionen und Argumente darzulegen und natürlich auch ihre anzuhören“, so Michael Schulze von Glaßer. Ansonsten seien weitere Protestaktionen in Planung: „Die Aktion in Rotterdam verlief gut“, bilanzierte der stellvertretende DFG-VK-Geschäftsführer. Man habe mit englischsprachigen Transparenten sowie einer Performance mit dem Kostüm einer bekannten „Crytek“-Videospielfigur viele Leute vor der Messe erreicht und für Aufsehen gesorgt.

Hochaufgelöste Fotos von der Aktion in Rotterdam zur freien Verwendungen finden sich hier.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Kampagnenseite www.CRYTEK.DFG-VK.de oder nehmen für Interviews oder bei Nachfragen jederzeit telefonisch unter 0176/23575236 oder per E-Mail unter svg@dfg-vk.de Kontakt auf!

Michael Schulze von Glaßer, Rotterdam/Stuttgart, den 17. Mai 2017

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