Schulfrei für die Bundeswehr

Friedensbildungs-Kongress in Koblenz

Die Flüchtlingsfrage stellt aus friedenspädagogischer Sicht eine große Lern- und Entwicklungsmöglichkeit für die deutsche Gesellschaft dar. „Diese Chance kann nur genutzt werden, wenn wir uns sowohl der bestehenden Risiken wie auch der Ressourcen bewusst werden, die uns zur Verfügung stehen“, wurde auf der Tagung „Frieden lernen! Perspektiven einer Friedensbildung im 21. Jahrhundert“ in Koblenz betont.


Aus friedenspädagogischer Sicht stelle die „Flüchtlingskrise“ die Gesellschaft nicht nur vor große Schwierigkeiten, sondern sei auch eine Chance, sich von veralteten Einstellungen zu trennen, längst fällige Strukturreformen vorzunehmen und die deutsche Gesellschaft für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern, machten die friedenspädagogischen Fachleute in Koblenz deutlich. Denn angesichts der zunehmenden Globalisierung könnten die ökonomischen, sozialen, politischen und ökologischen Probleme nur mehr konstruktiv bearbeitet werden, wenn sich alle als „Global Citizens“ verstehen würden. Dies bedeute aber auch eine doppelte Integration: Zum einen von Migrantinnen und Migranten in die deutsche Gesellschaft, zum anderen die Integration Deutschlands in die Weltgesellschaft. Gerade bei der deutschen Integration in die Weltgesellschaft könnten die Flüchtlinge wichtige Impulse geben, heißt es weiter.


Hierbei sehen die friedenspädagogischen Fachleute Bildung als Schlüssel, Integration und soziale Kohäsion zu stärken. Sie wenden sich gegen die verbreitete Auffassung, Bildung sei ausschließlich dazu da, Arbeitskräfte für den wirtschaftlichen Wettbewerb auszubilden. Vielmehr müsse Bildung auch immer Menschen- und politische Bildung sein, um die Lernenden zu befähigen, am Aufbau einer demokratischen Gesellschaft mitzuwirken. „Nur so kann Bildung einen Beitrag zur Integration leisten“, wurde in Koblenz auf der Tagung unterstrichen.


Friedensbildung bietet den Lernraum, sich mit Werten und Lebensentwürfen dialogisch auseinanderzusetzen. Sie ermöglicht, Konflikte konstruktiv austragen zu lernen. Daher muss nach Ansicht der Konferenzteilnehmenden die Flüchtlingskrise ein Anstoß für Bildungsreformen sein. Insbesondere müssten alle Lehrkräfte in den Grundlagen von Friedenserziehung und Deutsch als Zweitsprache ausgebildet werden.


Die Tagung bildete den Abschluss des 2011 gestarteten Projektes „Friedensbildung, Bundeswehr und Schule“. Die Konferenz war eine Kooperation der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) mit der Friedensakademie Rheinland-Pfalz an der Universität Koblenz-Landau. Sie versammelte Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Praxis, um das Potential einer zeitgemäßen Friedenspädagogik zu diskutieren.

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