Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage

Sieben goldene Nasen in Augsburg

Kunstaktion gegen Rüstungswahn

Von Klaus Länger

 

„Den Opfern Stimme, den Tätern Name und Gesicht“: So lautet das Motto der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, auf deren Forderung nach einem Verbot von Waffenexporten eine Kunstaktion am 3. November in der Augsburger Innenstadt aufmerksam machte. Die gemeinsame Kundgebung von Augsburger Friedensinitiative, Pax Christi Augsburg und der DFG-VK Augsburg stellte allerdings nur einen Teil des Gesichts der sieben wichtigsten Rüstungsmanager in den Mittelpunkt: deren Nasen.

Der Künstler Erik Tannhäuser hatte im vergangenen Jahr von der „Aktion Aufschrei“ Fotos der führenden Unternehmer im deutschen Rüstungsgeschäft erhalten und nach diesen Vorlagen die „goldenen Nasen“ der Profiteure des Todes gestaltet. Die Tafeln mit den Nasen entstanden im Rahmen des Projektkurses „Guerilla und Social Media“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim.

Die Nasen gehören: Andreas Heeschen, Hauptgesellschafter der Heckler & Koch GmbH, Frank Haun, Geschäftsführer von Krauss-Maffei Wegmann, Bernhard Gerwert, Chief Executive Officer von Airbus Defence & Space, Claus Günther, Vorstandssprecher des Bereichs Diehl Defence, Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG und Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.

Premiere hatte das Kunstwerk gegen Rüstungsexporte bei einem Aktionstag von „Aktion Aufschrei“ am 26. Februar 2016 vor dem deutschen Bundestag. Jürgen Grässlin, einer der Sprecher des Aufschrei-Bündnisses und der DFG-VK, erklärte den Hintergrund der Aktion: „Mit der Ausstellung nennen wir beispielhaft sieben Profiteure deutscher Rüstungsexporte mit Namen und zeigen dazu jeweils die überdimensionierten Nasen-Profile der für die tödlichen Geschäfte verantwortlichen Personen in den Unternehmen.“

In Augsburg war die Resonanz auf die Aktion sehr positiv. Dabei konnten wir auch auf die Bedeutung von Augsburg als Standort der Rüstungsindustrie (Renk, Premium Aerotec und MT Aerospace) und auf die gerade begonnenen Augsburger Friedenswochen hinweisen. Zudem waren drei Fernsehsender am Königsplatz, um Berichte über die Aktion zu drehen.

Die Nasen sind derzeit auf einer Tour quer durch Bayern. Vor der Aktion in Augsburg waren sie in Erlangen zu sehen – die nächste Station ist München. Dort wird voraussichtlich am 17. Februar die große Demonstration gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz stattfinden, und das Kunstwerk soll auf dem Marienplatz stehen und darauf hinweisen, wer sich mit dem Export von Mordwerkzeugen eine goldene Nase verdient.

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