Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage Nr. 4/2020

Antimilitarismus

Beitritt zum Atomwaffenverbot!

Beispielhaftes Atombomben-Gedenken vor Ort in Herford

Von Bernd Oberschachtsiek

 

 

Laut erklingt ein Atomalarm aus der Lautsprecherbox. 20 Menschen sinken „sterbend“ auf den Boden und verharren dort, „tot“. Zum Lied „Hiroshima“ von Wishfull Thinking stehen sie nacheinander mit ihren Buchstaben auf und stellen sich in eine Reihe.

Vorübergehende Menschen bleiben stehen, und die Zuschauer*innen lesen weithin sichtbar die Forderungen der Aktivisten: „Atomwaffen abschaffen“. Zwei Teilnehmer halten das Transparent „Hiroshima und Nagasaki mahnen, Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot“.

Der Sprecher der DFG-VK-Gruppe Ostwestfalen-Lippe, Rolf Reinert, spricht über das Mikrofon ein paar aufklärende Worte und unterstreicht die Forderung, dass die Atomwaffen am Militärstandort Büchel abgezogen werden sollen und die Bundesregierung dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beitreten soll.

Dieses „Die-In“ wurde auf vier Herforder Plätzen durchgeführt. Mit einer großen Akku-Lautsprecherbox auf einem Bollerwagen zogen die Teilnehmer*innen am 6. August, dem 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, durch die Innenstadt von Platz zu Platz und machten auf sich aufmerksam. Die Buchstaben im A3-Format – im fetten Rot auf weißem Grund, laminiert und daher immer wiederverwendbar – waren sehr gut zu sehen. Leider durften wir keine Flyer verteilen und mussten wegen der Corona-Vorschriften die Abstände wahren.

Unsere Bewertung der Aktionen: Die Außenwirkung auf die Zuschauer*innen war nicht so wie erwartet. Auf Grund der Hitze, mehr als 30 Grad, waren nur wenige Menschen in der Fußgängerzone unterwegs, nur auf dem zentralen Alten Markt war die Resonanz wie erhofft. In den zwei Herforder Zeitungen war neben den Vorankündigungen ein größerer Artikel mit Foto abgedruckt, aber auch in der Löhner Ausgabe der Neuen Westfälischen.

Die Innenwirkung dagegen war enorm. Für die Aktion wurde nur per E-Mail an einen Verteiler mit 140 Adressen aus unserem Netzwerk geworben und eine Telefonwerbung mit persönlicher Ansprache durchgeführt. Offensichtlich gab es ein großes Aktionsbedürfnis bei den 20 Friedensfreund*innen, die trotz großer Hitze und Ferienzeit erschienen und uns z.T. zum ersten Mal unterstützen. Wir stellten das Aktionsmaterial und die Aktionsform zur Verfügung, und zu unserer Überraschung nutzten mehr Menschen als erwartet unser Aktionsangebot.

Diese Form der Aktion werden wir sicher noch einmal wiederholen.

 

Bernd Oberschachtsiek ist aktiv in der (reaktivierten) DFG-VK-Gruppe Ostwestfalen-Lippe (siehe ZivilCourage Nr. 1/2020).

 

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