Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage Nr. 4/2020

Satire

FELDPOST

 

 

Soldatinnen und Soldaten! 

Machen wir uns nichts vor: Die Nachwuchswerbung mit Abenteuer-Appeal funktioniert bei den jungen Leuten nicht mehr. Wer will sich schon fern der Heimat zum Krüppel schießen lassen? Afghanistan – da war noch ein Rest Kifferromatik mit dabei; aber wer will schon freiwillig nach Mali oder wie die Reiseziele derzeit heißen? Alles ohne Reiz – und in pandemischen Zeiten geht es nicht um Ferntourismus, sondern um den Schutz des eigenen Lebensraums, also der Heimat. Da kommt der freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz gerade richtig, denn die Zutaten stimmen: begrenzte Dienstzeit, Grundausbildung auch an der Waffe, gleich danach eine Fachausbildung und schließlich der heimatnahe Einsatz als Reservist. Gewissermaßen an der Heimatfront, also genau dort, wo die Heimatschützer zu Hause sind. Und geradezu genial, wie unsere Ministerin diesen Dienst verkauft. „Dein Jahr für Deutschland“ heißt er. Da ist so viel nationale Emotion drin; da wird einem warm ums Herz. Das Dienen soll die neue Normalität werden. Erstmal freiwillig, aber unsere Befehlshaberin tritt ja schon lange für eine allgemeine Dienstpflicht ein. Der erste Schritt ist nun gemacht. Weiter so! 

gez. Alex von Lingua, Feldpostmeister 

Facebook E-Mail YouTube Twitter Instagram