Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage

Jung und aktiv

Zweites bundesweites Vernetzungs- und Aktions-Treffen jüngerer DFG-VK-Mitglieder in Kassel

Von Thorge Ott

Junge DFG-VK-Mitglieder beim 2ten Vernetzung- und Aktions-Treffen

 Dass die Friedensbewegung „in die Jahre gekommen“ ist und junge Gesichter bei Demonstrationen und Aktionen leider viel zu selten zu sehen sind, ist kein gänzliches neues Problem. Auch die DFG-VK hat das Problem erfreulicherweise erkannt. Lediglich rund 200 ihrer 3 500 Mitglieder sind 35 Jahre alt oder jünger.

Um diesem Zustand entgegenzusteuern, fand zum zweiten Mal an dem Wochenende vom 16. bis 18. Juni das sogenannte „U-35-Treffen“ in Kassel statt. Es sollte dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung junger Menschen innerhalb der Friedensbewegung dienen. Etwa 20 Aktive waren der Einladung zu diesem Wochenende gefolgt. Ein paar bekannte Gesichter vom ersten Treffen, welches im November 2016 stattgefunden hatte, waren ebenfalls wieder dabei.

Neben lockeren Gesprächsrunden, die dem Kennenlernen und Austausch etwa über die jeweilige Lage der lokalen Friedensgruppen dienten, gab es auch inhaltlichen Input zur „Atomwaffenfrei“-Kampagne oder eine „antimilitaristische Schreibwerkstatt“. Aus dieser ergab sich eine lange Diskussion über die Frage, ob und in welcher Art und Weise eine DFG-VK-Jugendorganisation gegründet bzw. reaktiviert werden könnte. Mehrheitlich sah man hier großes Potenzial – aber war sich auch einig, dass man das Label „DFG-VK“ wieder verjüngen möchte. Es bleibt also abzuwarten, was künftige Gespräche und Diskussionen im Verband hierzu noch bringen werden. In jedem Fall braucht es innerhalb der DFG-VK und allgemein in der Friedensbewegung mehr junge Menschen!

Junge DFG-VK-Mitglieder beim 2ten Vernetzung- und Aktions-Treffen

Aktionen bei der „documenta 14“

 Die am gleichen Wochenende während der „documenta 14“ von den jungen Aktivist*innen zu Rüstungsexporten durchgeführten Aktionen waren sehr eindrucksvoll und öffentlichkeitswirksam. Dabei rutschten korrupte „Politiker“ auf dem zentralen Königsplatz auf einer „Schmiergeldrutsche“ entlang, während sie von „Rüstungs-Lobbyist*innen“ mit Geldscheinen überschüttet wurden. Denn kaum eine andere Branche ist so häufig in Schmiergeldaffären verstrickt wie die Rüstungsindustrie, die auch in Kassel beheimatet ist.

Etwa hundert Meter weiter auf dem Opernplatz hinderte ein selbstgebauter „Leopard 2“-Panzer - umringt von blauen Panzersperren - Passant*innen am Vorbeigehen. Die Friedensaktivist*innen wollten damit auf die einflussreiche Rolle Deutschlands im Rüstungsgeschäft aufmerksam machen, obwohl sich dadurch die weltweit geführten Konflikte nur noch weiter zuspitzen und lediglich große Rüstungskonzerne hohe Profite einstreichen. Für die Aktivist*innen war klar: Weder Panzer von „Krauss-Maffei Wegmann“ aus Kassel noch anderes Kriegsgerät dürfen weiter gebaut werden und deutschen Boden verlassen. (Videos der beiden Aktionen gibt es auf dem YouTube-Kanal der DFG-VK zu sehen: https://youtu.be/zm2q-Fn82ZQ)

Die Abende klangen dann in geselliger Runde aus. Für viele junge Aktive war es ein wichtiges Wochenende, um sich auch außerhalb ihrer Ortsgruppen/Landesverbände besser zu vernetzen, neue Kontakte zu knüpfen, kreative Aktionsideen mitzunehmen und zu erfahren, was die Geschichte der DFG-VK ist und wie man sich auch auf Bundesebene einbringen kann. An diesem Wochenende konnte sich die DFG-VK von einer anderen, erlebbaren Seite zeigen.

Man darf gespannt sein, was sich daraus in der Zukunft entwickelt. Das nächste Treffen wird dann während des Bundeskongresses der DFG-VK im November dieses Jahres in Berlin stattfinden. Auch hierzu sind neue Gesichter herzlich eingeladen. Die Vernetzung junger Leute geht unterdessen also weiter. Und das ist richtig und wichtig, damit die Zusammenarbeit vieler Generationen innerhalb der Organisation auch weiterhin gelingen kann. Dafür sind wir alle gefragt. Die ersten Schritte sind getan.

Thorge Ott ist 24 Jahre alt und in der DFG-VK-Gruppe Kiel aktiv.

Spenden-Aufruf

DFG-VK-Jugend stärken!

 Beim U35-Treffen in Kassel haben die jungen DFG-VK-Mitglieder viele Ideen für Aktionen und die weitere Friedensarbeit entwickelt. So würden sie gerne eine Kampagne „Jugend gegen Krieg“ anstoßen und friedenspolitische Themen sowie den Verband mit spektakulären gewaltfreien Aktionen ins öffentliche Bewusstsein bringen. Um dies zu koordinieren, zu planen und die Jugendarbeit auch in Zukunft nachhaltig zu stärken, gibt es den Wunsch, eine Projektstelle „Jugendarbeit“ bei der DFG-VK einzurichten. Dafür wollen wir in den nächsten Monaten Geld sammeln. Bitte spendet, um die Jugendarbeit im Verband voranzubringen – sie ist unsere Zukunft!

DFG-VK-Konto

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Stichwort: Jugendarbeit

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