„Was macht eigentlich unser politischer Geschäftsführer?“

Die Kolumne von
Michael Schulze von Glaßer

 Als Vertreter des erkrankten Monty Schädel ist Michael Schulze von Glaßer als politischer Geschäftsführer für die DFG-VK tätig. In dieser Kolumne berichtet er regelmäßig, was in der DFG-VK-Geschäftsführung gearbeitet wird, welche Themen im Fokus sind, welche Materialien erstellt werden etc.

  Seit der letzten Kolumne ist wieder einige Zeit vergangen. Vieles von dem, was ich in den letzten Monaten gemacht habe, könnt ihr in dieser ZivilCourage ausführlicher nachlesen – etwa die Aktionen zum „Tag der Bundeswehr“ (Seite 8), die Bulli-Tour durch Marburg, Kassel, Trier und Rüsselsheim (Seite 34) und das U35-Treffen der jüngeren DFG-VK-Mitglieder, welches Thomas Mickan (Gruppe Stuttgart), Simon Kiebel (Gruppe Kassel) und ich organisiert haben (Seite 32). An dieser Stelle aber wie immer noch ein weiterer Einblick in meine Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht.

Viele Aktionen und viel gefilmt

 Im Vorfeld der Proteste gegen den „Tag der Bundeswehr“ gab es bei vielen Aktiven Informationsbedarf: Was plant die Armee? Welche Kritik sollte man anbringen und wie argumentieren? Vorträge dazu führten mich nach Leipzig, Halle und Jena. Auch in Stuttgart und Ulm, wo der Armee-Tag der in einer nach dem umstrittenen Wehrmachtsgeneral Rommel benannten Kaserne stattfand, waren Informationen gefragt.

Die Aktiven zu unterstützen, ist eine meiner wichtigsten Aufgaben im Verband. Und so begleitete ich in diesem Jahr auch erstmals den Pacemakers-Radmarathon von der Station Eisenach nach Erfurt, um daraus ein Video für unsere Internet-Auftritte zu machen. Wie in dieser Kolumne schon öfters betont, gilt es für uns, die guten Aktionen, die stattfinden, auch gut und weit zu verbreiten. Fotos und Videos sind dazu ein gutes Mittel. So machte ich auch für Aktionen in Nordhessen – etwa eine Blockade des Panzerbauers „Krauss-Maffei Wegmann“ – die Presse- und Medienarbeit. Doch damit noch kein Ende der Aktionen.

 

Neues von der „Crytek“-Kampagne

Für die Kampagne gegen die Kooperation des Videospielherstellers „Crytek“ aus Frankfurt am Main und der Rüstungsindustrie waren einige Aktive aus Köln und ich Mitte Mai in Rotterdam, wo die Rüstungsmesse ITEC stattfindet. Dort wurden die aktuellsten Schießsimulatoren vorgestellt – auch welche, die mit Software von „Crytek“ ausgestattet sind. Dagegen haben wir protestiert – was auch mediale Beachtung fand. Da sich „Crytek“ aber noch immer allen Gesprächsangeboten verweigert und bislang all unsere Kontaktversuche ignoriert hat, haben wir den Protest Anfang Juni direkt zu dem Unternehmen geführt: Vor der Firmenzentrale in Frankfurt protestierten Aktive aus Hessen mit einem Transparent, Schildern und einer Videospiel-Figur des Unternehmens, die ein Gewehr zerbrach. Ende Juni gab es dann nachts noch eine Licht-Performance an dem Gebäude: „MAKE GAMES – NOT WAR“ haben wir auf die Wände des „Westend Carree“ projiziert.

Auch zur im August stattfindenden weltgrößten Videospiel-Messe – der „gamescom“ in Köln – soll es Proteste geben. Aktuelle Pressemitteilungen, Fotos und Videos zur Kampagne gibt es unter: www.CRYTEK.DFG-VK.de

 

Neuer Webshop, neue Materialien, neue Wege

Regelmäßig gibt es neue DFG-VK-Materialien für Infostände und Aktionen. Bestellen könnt ihr die nun im neuen DFG-VK-Webshop, den Jérôme Drees (Düsseldorf), unser Bundessprecher Ralf Buchterkirchen sowie Susanne Jallow aus unserer Verwaltung zusammen mit Thomas Mickan erstellt haben. Schaut mal rein – www.dfg-vk.de/shop – und besorgt euch welche der neuen Materialien, bevor sie vergriffen sind: So finden die an junge Leute gerichteten neuen „Einhorn“- und „StopWars“-Aufkleber aktuell reißenden Absatz.

Sowohl bei unseren Web-Auftritten als auch unseren Materialien müssen wir mit der Zeit gehen: Auf der Mitgliederversammlung des Landesverbands Bayern wurde im April zu Recht kritisiert, dass die von uns viel verwendeten Materialien wie Flugblätter – gerade bei Jüngeren – nur noch begrenzt ankämen. Wenn sich politische Debatten in die digitale Welt verlagern und Menschen ihre Lebenszeit vermehrt „im Internet“ verbringen, müssen wir uns anpassen.

Dies wurde auch im Mai auf dem Gründungstreffen der neuen DFG-VK „Medien-AG“ betont. Trotz berechtigter Kritik sollten wir große Social-Media-Plattformen und unsere Website verstärkt nutzen und darauf für unsere Ideen werben. Das heißt nicht, keine pyhsischen Materialien mehr zu haben: Es ist extrem wichtig, den Menschen bei Infoständen und Aktionen Materialien „in die Hände zu drücken“! Dennoch müssen wir den digitalen Sektor in Zukunft stärken.

 

Die DFG-VK für die Zukunft aufstellen

 So modern wie unsere Medien müssen wir dabei auch die ganze Organisation denken:

Vom 10. bis 12. November 2017 findet in Berlin der 21. DFG-VK- Bundeskongress statt. Dort werden die Weichen für die zukünftige Arbeit gestellt. In den vergangenen Monaten gab es dazu auf Gruppen-, Landesverbands- und Bundesausschuss-Treffen schon viele spanende Diskussionen: Es geht mit der DFG-VK voran, die Mitgliedszahlen steigen und die zunehmende Aktivität auch junger Mitglieder stimmt – wie der Bericht über das U35-Treffen zeigt – positiv.

Offenheit für neue Ideen und Wege ist dabei wichtig. Denken wir sie und entscheiden wir darüber im November! Tragt euch den Termin schonmal in den Kalender ein!

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