Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage

Nicht nur dabei, sondern mittendrin

Das Engagement der DFG-VK beim „Frieden geht!“-Staffellauf

Von Sarah Gräber

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen lehnt den Export von Rüstungsgütern in andere Länder ab. Und trotzdem ist der Druck auf die Politik bislang nicht groß genug, um etwas daran zu ändern. „Frieden geht!“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen zu mobilisieren, um gemeinsam ein deutliches Zeichen zu setzen und etwas zu bewegen. Und tatsächlich beteiligten sich nicht nur Menschen, die sich sowieso friedenspolitisch engagieren, sondern auch Sportler, Kulturschaffende wie Musiker und Künstler sowie die Kirchen an diesem einzigartigen Projekt, ob als Läufer oder Mitorganisatoren.

Gemeinsam mit 17 anderen Trägerorganisationen hat sich die DFG-VK für das Gelingen des Staffellaufs eingesetzt. Ihr kam dabei eine besondere Rolle zu, wenn man bedenkt, dass die Initiatorin, Gisela Konrad-Vöhringer, Mitglied der DFG-VK ist und dass der Name „Frieden geht!“ auf die Idee von Roland Blach, DFG-VK-Landesgeschäftsführer in Baden-Württemberg, zurückgeht. Außerdem wurde ein großer Teil der Vorbereitung und Koordination in der DFG-VK-Geschäftsstelle in Stuttgart geleistet. Und nicht zuletzt war Benno Fuchs, Mitglied im DFG-VK-BundessprecherInnenkreis, die gesamten 13 Tage als Begleitfahrer mit dem DFG-VK-Bulli an der Strecke dabei und half beim Versorgen der Läufer mit Essen und Getränken sowie beim Verkaufen und Verteilen der T-Shirts.

Aber nicht nur personell, sondern auch finanziell konnte sich die DFK-VK dank ihrer Mitglieder an der Umsetzung des Laufes beteiligen. An dieser Stelle möchte ich mich gerne persönlich ganz herzlich für Eure großzügigen Spenden bedanken, die es mir ermöglicht haben, dieses Projekt so intensiv über ein Jahr lang zu begleiten. Es ist also nicht übertrieben zu sagen, dass „Frieden geht!“ ohne die DFG-VK nicht stattgefunden hätte. Und wenn Ihr mich fragt: Es hat sich definitiv gelohnt!

Zahlreiche, zum Teil überregionale, Medien haben über „Frieden geht!“ und damit über die Rüs-tungsexportpraxis der Bundesregierung berichtet. Sowohl Zeitungen als auch Fernsehen und Radio haben uns Beachtung geschenkt. Am Ende waren mehr als doppelt so viele Läufer dabei, wie vorher angemeldet waren. Aus den Gesprächen zwischen den Teilnehmern und Helfern vor Ort haben sich zahllose interessante Kontakte und sogar einige neue Freundschaften ergeben. Und bis heute, über einen Monat nach der Ankunft in Berlin, erreichen uns immer noch Nachrichten von Leuten, die begeistert sind von dem Projekt und sich wünschen, dass es in irgendeiner Form fortgesetzt wird.

Außerdem war es tatsächlich möglich, unseren Staffelstab an die Politik zu übergeben. Uli Freese (SPD), Alexander Ulrich (Die Linke) und Katharina Dröge (Bündnis 90/Die Grünen) vom Wirtschaftsausschuss sowie Dr. Gesine Lötzsch (Die Linke) vom Haushaltsausschuss des Bundestages nahmen ihn mitsamt unseren Forderungen und einer Resolution entgegen.

„Die Zeit ist reif für neue Sicherheitskonzepte“, heißt es in der Resolution, die sich an alle Bundestagsabgeordneten sowie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die dem Bundessicherheitsrat angehörenden Minister wendet. „Frieden und weltweite Sicherheit sind nur mit der Stärkung des Völkerrechts und Initiativen zur Schaffung einer gerechten Weltwirtschaftsordnung, mit Entwicklungsförderung und internationaler Zusammenarbeit möglich. Nachhaltige zivile Sicherheit verlangt Mut, die Militarisierung der Politik zu überwinden“.

Natürlich haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. Es muss jetzt darauf aufgebaut werden, was wir erreicht haben. Wir dürfen nicht riskieren, dass das Thema wieder in Vergessenheit gerät. Aber ein starker Anfang ist auf jeden Fall gemacht.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und CDU/CSU zugesagt, die Rüstungsexportrichtlinien aus dem Jahr 2000 noch in diesem Jahr zu „schärfen“ und damit auf die veränderten Gegebenheiten zu reagieren. Die DFG-VK und die anderen Trägerorganisationen werden die Politiker an ihren Taten messen. Der Protest gegen Rüstungsexporte geht weiter!

 

Sarah Gräber hat für die DFG-VK den Staffellauf „Frieden geht!“ hauptamtlich vorbereitet.

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