Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage

Wie weiter im kolumbianischen Friedensprozess?

Von Stephan Brües

 

Der 2016 zwischen der kolumbianischen Regierung und der marxistischen Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) geschlossene Friedensvertrag hat einen 55-jährigen Bürgerkrieg zwischen den reichen Eliten und der Guerilla vorläufig beendet. Die Bevölkerung war eine Geisel der Polarisierung. Friedensgemeinden versuchten, sich den Bedrängnissen der militärischen Gruppen zu entziehen. KDV-Organisationen, mit denen die DFG-VK innerhalb der War Resisters´ International (WRI) kooperiert, finden in allen bewaffneten Gruppen einen Militarismus vor, den sie ablehnen.

Der Friedensvertrag entwaffnete die Farc und versprach ihr Amnestie und Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Wenn der Mitte Juni gewählte neue – und rechte –  Präsident Iván Duque den Friedensvertrag in Frage stellt, dann macht er die Ruhe zunichte, die notwendig ist, um den Friedensprozess im Sinne der Bearbeitung der Konfliktursachen anzugehen, v.a. Landreformen und Auflösung der rechten Paramilitärs.

Was gibt Hoffnung? • Die internationale Gemeinschaft unterstützt den Friedenspfad. • Die Zivilgesellschaft arbeitet an den Konfliktursachen – und benötigt unseren physischen Schutz, z.B. durch PBI (Peace Brigades International) und andere. • Die 42 Prozent Stimmen für den linken Präsidentschaftskandidaten Gustavo Petro zeigen, dass viele am Friedensprozess festhalten wollen.

2019 soll die WRI-Ratskonferenz in Kolumbien stattfinden. Dort können wir der kolumbianischen Friedensbewegung unsere Solidarität zeigen. Und von ihrer Kreativität und ihrer Kompetenz lernen.

 

Stephan Brües ist (seit 1986) DFG-VK-Mitglied, Ko-Vorsitzender des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV) und Vertreter des BSV bei der WRI.

 

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