Online-Version des Artikels aus der ZivilCourage

Antimilitarismus

Internationales Friedensbüro -

mit knappen Mitteln sehr aktiv

Von Guido Grünewald

Zum jährlichen Ratstreffen kam das IPB (International Peace Bureau) Ende November in Nikosia zusammen. Tagungsort war das Home for Cooperation, der einzige Ort in der entmilitarisierten Zone der geteilten Stadt, in der Nord- und Südzyprioten sich treffen können. 

Das IPB befindet sich im zweiten Jahr der Umstrukturierung (Aufgabe des Zentralbüros; Organisierung der Tätigkeiten durch drei dezentrale Büros in Barcelona, Berlin und Genf zu günstigen Kosten) und ist trotz knapper Finanzmittel sehr aktiv. Aktionsschwerpunkte waren und sind die „Globale Kampagne gegen Militärausgaben“ jährlich im April/Mai, die maßgebliche Beteiligung an den internationalen Protesten gegen die Nato sowie die Anti-Atomwaffenarbeit. Hier hat das IPB eine langjährige Expertise in der Lobbyarbeit bei den Vereinten Nationen sowie den Konferenzen rund um den Nichtweiterverbreitungsvertrag (NPT); mit Ican gibt es eine gute Zusammenarbeit. In diesem Jahr nahm das IPB erstmals am Asia-Europe People’s Forum (Paralleltreffen der Zivilgesellschaft zum alle zwei Jahre stattfindenden Asia-Europe Meeting Summit der Staaten) in Gent (Belgien) teil; es gelang, für den bisher unterbelichteten Themenbereich „Frieden und Sicherheit“  größere Aufmerksamkeit hervorzurufen. Zur Vorbereitung des nächsten Forumstreffen 2020 in Asien wird das IPB 2019 einen Workshop zu diesem Thema in Berlin organisieren.  Ein Jugendnetzwerk des IPB (IPBYN) ist im Aufbau; 2019 soll ein großes Jugendtreffen in Berlin stattfinden. Mit dem neu entstandenen Global Net Against the Arms Trade (Verbindung zur Aktion Aufschrei und anderen nationalen Anti-Rüstungsexportkampagnen) besteht eine Zusammenarbeit. Für 2021 ist in Barcelona  ein zweiter Weltkongress geplant. Der erste Weltkongress 2016 in Berlin wurde nicht nur von vielen AktivistInnen besucht, sondern führte auch auf nationaler wie internationaler Ebene zu guten Kontakten zu einigen bedeutenden Gewerkschaften, was sich u.a. in der Unterstützung des Aufrufs „Abrüsten statt Aufrüsten“ zeigt. Mit einem Aufruf zur Verteidigung des INF-Vertrags, die als Anzeige im englischen Guardian erscheinen soll, versucht das IPB außerdem, eine europäische Protestbewegung in dieser Sache anzustoßen.

Guido Grünewald, internationaler Sprecher der DFG-VK

 

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