Anti-Militarisierung

Die Militarisierung der Außen- und der Innenpolitik sind zwei Seiten einer Kriegsmedaille. Während die Bundeswehr sich immer neue Einsatzgebiete außerhalb der Bundesrepublik ersch(l)ießt, wird auch die Militarisierung im Innern immer weiter vorangetrieben: Die Überwachung der Bevölkerung nimmt zu, die Polizei rüstet auf und die Bundeswehr wird immer häufiger im Inland eingesetzt. Zudem sollen die Menschen auch geistig auf die militaristische Sicherheitspolitik „auf Linie“ gebracht werden – mit Werbung und Propaganda an der Heimatfront. Über all diese Themen berichten wir hier.

Anti-Militarisierung

AGDF und EAK: Bundeswehrkonzerte haben in Kirchen nichts zu suchen

Deutliche Kritik an Militärmusik in Kirchen, gerade auch in der Adventszeit, haben die beiden evangelischen Friedensverbände Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) geäußert. Bundeswehrkonzerte haben in Kirchen nichts zu suchen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Verbände, die an den evangelischen Militärbischof Dr. Sigurd Rink gesandt wurde.
 
Nach Ansicht von AGDF und EAK werbe die Bundeswehr mit ihren Konzerten in Kirchen nicht nur für Nachwuchs angesichts einer zunehmenden problematischen Personalsituation, sondern zugleich auch für ihr militärgestütztes Sicherheitskonzept und nutze dabei die besondere Ausstrahlung und Prägung des Kirchenraumes für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Sie bedient sich des positiven Ansehens der Kirche in weiten Kreisen der Bevölkerung, kritisieren die beiden evangelischen Friedensverbände. Die Vorstände von AGDF und EAK fordern daher Kirchengemeinden auf, für Konzerte nicht auf Musikformationen der Bundeswehr zurückzugreifen und ihre Räume nicht für deren Konzerte zur Verfügung zu stellen.
 
AGDF und EAK regen darüber hinaus an, in den Fällen, wo Militärkonzerte bereits stattgefunden haben, nun einen Diskussionsprozess in den Kirchengemeinden über die Rolle des Militärs in der deutschen Politik und das Verhältnis von Kirche und Militär zu führen. Denn nach Ansicht der beiden Friedensverbände sei eine kritische Auseinandersetzung über dieses Thema angesichts unterschiedlicher Sicherheitskonzepte notwendig. AGDF und EAK verweisen dabei auch auf die EKD-Friedensdenkschrift von 2007, in der sich die Evangelische Kirche in Deutschland für den Vorrang einer gewaltfreien Konfliktbearbeitung ausgesprochen hatte, um kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden.
 
In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Diskussionen über Militärkonzerte in Kirchen. Erst kürzlich hatte der Dietrich-Bonhoeffer-Verein zur Förderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft in einem offenen Brief an die Synode und den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gefordert, sich grundsätzlich gegen Militärkonzerte in Kirchen auszusprechen.


https://www.dfg-vk.de/dateien/Gemeinsame_Erklarung_der_Vorstande_14_12___10.pdf
Die Erklärung der Vorstände von EAK und AGDF "Bundeswehrkonzerte haben in Kirchen nichts zu suchen ? Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sicherheitskonzepten notwendig"

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