Anti-Militarisierung

Die Militarisierung der Außen- und der Innenpolitik sind zwei Seiten einer Kriegsmedaille. Während die Bundeswehr sich immer neue Einsatzgebiete außerhalb der Bundesrepublik ersch(l)ießt, wird auch die Militarisierung im Innern immer weiter vorangetrieben: Die Überwachung der Bevölkerung nimmt zu, die Polizei rüstet auf und die Bundeswehr wird immer häufiger im Inland eingesetzt. Zudem sollen die Menschen auch geistig auf die militaristische Sicherheitspolitik „auf Linie“ gebracht werden – mit Werbung und Propaganda an der Heimatfront. Über all diese Themen berichten wir hier.

Anti-Militarisierung

Bundeswehr auf der gamescom: Protest gegen die Verharmlosung des Dienstes an der Waffe

Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) protestiert gegen die skrupellose Werbung der Bundeswehr auf der Videospielmesse gamescom in Köln: Die Bundeswehr stellt den Dienst als Videospiel dar.

Mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher kommen jedes Jahr zur Videospielmesse gamescom nach Köln. Während sich die zumeist sehr jungen Leute auf der Messe über die neuesten Spiele informieren, versucht die Armee sie für den Dienst an der Waffe zu gewinnen. Die Grenzen zwischen Spiel und Militärdienst versuchen die Bundeswehr-Rekrutierer dabei zu verwischen. So wirbt die Bundeswehr im Umfeld der gerade stattfindenden gamescom auf Plakaten mit den Slogans „Multiplayer at its best“ [übersetzt: „Mehrspieler(-Modus) vom Feinsten“] und „Mehr Open World geht nicht“ – offene Spielwelten sind seit Jahren ein Trend in Videospielen. Friedensaktivistinnen und -aktivisten sehen darin einen klaren Trend zur Verharmlosung des Dienstes an der Waffe.
„Auslandseinsätze in Mali und Afghanistan sind kein Open World-Spiel, sondern tödlicher Ernst“, so Kathi Müller (29) von der DFG-VK. Die Bundessprecherin des Verbandes ist selbst vor der Messe in Köln aktiv um die jungen Besucherinnen und Besucher vor dem Eintritt in die Armee zu warnen: „Die Bundeswehr verschweigt die negativen Aspekte am Dienst an der Waffe und lockt junge Menschen mit Versprechen, die sie nicht halten kann“, so Müller. Die Karrierechancen seien etwa angesichts eines absehbaren Beförderungsstaus schlecht. Statt Abenteuer drohten jungen Rekrutinnen und Rekruten Traumatisierung im Auslandseinsatz. „Wir fordern ‚Game Over‘ für die Bundeswehr auf der gamescom – echtes Militär hat auf einer Videospielemesse nichts verloren“, erklärt Kathi Müller entschlossen.
Auch am Freitag (24. August 2018) werden Aktive der DFG-VK noch vor der Kölner Messe (Eingang Süd/Bahnhof Deutz) gegen die Armee protestieren und junge Leute aufklären.

Für Interviews oder bei Nachfragen nehmen Sie bitte jederzeit per E-Mail unter mueller@dfg-vk.de Kontakt auf!

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart/Köln 23. August 2018

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