Anti-Militarisierung

Die Militarisierung der Außen- und der Innenpolitik sind zwei Seiten einer Kriegsmedaille. Während die Bundeswehr sich immer neue Einsatzgebiete außerhalb der Bundesrepublik ersch(l)ießt, wird auch die Militarisierung im Innern immer weiter vorangetrieben: Die Überwachung der Bevölkerung nimmt zu, die Polizei rüstet auf und die Bundeswehr wird immer häufiger im Inland eingesetzt. Zudem sollen die Menschen auch geistig auf die militaristische Sicherheitspolitik „auf Linie“ gebracht werden – mit Werbung und Propaganda an der Heimatfront. Über all diese Themen berichten wir hier.

Anti-Militarisierung

Kriegerdenkmal umgestaltet

Im Mai hat der DFG-VK-Aktive Wilfried Porwol, der als Künstler in Kleve lebt, zum wiederholten Mal ein Kriegerdenkmal in niederrheinischen Kalkar farblich in ein Friedensmahnmal umgestaltet.

Schon im Sommer letzten Jahres hat unser Mitglied eine ähnliche Aktion durchgeführt. Das Denkmal stelle eine „keinen Tag länger hinzunehmende ungeheure Verhöhnung der Opfer und Glorifizierung des verbrecherischen rassistischen Vernichtungskrieges der deutschen Wehrmacht“ dar, so Wilfried Porwol. Auf der Rückseite des Kriegerdenkmals steht ein Zitat aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Im letzten Jahr hatte die Stadt Kalkar angekündigt, sich der Sache anzunehmen und noch im März dieses Jahres war angekündigt worden, noch im Frühjahr zumindest eine Infotafel anbringen zu wollen. Doch nichts geschah und über den 75. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus hinaus wollte Wilfried Porwol das unsägliche Denkmal nicht so stehen lassen – er handelte und gestaltete das Denkmal um. Die Stadt Kalkar zeigt sich uneinsichtig und hat nun Strafanzeige gegen den Aktivisten gestellt.

Doch viele Menschen in Kalkar denken ähnlich wie unser Mitglied. In Leserbriefen, die in der lokalen Presse abgedruckt wurden, übermittelten sie ihre Zustimmung zu der Aktion: „Die in den Weltkriegen für sinnlose Ziele gefallene Soldaten sind keine ‚Helden‘ – also keine Vorbilder – sondern sie sind unseres Gedenkens und unserer Trauer würdige, um ihr gesamtes Leben betrogene Opfer skrupelloser Verbrecher. Meine ganze Sympathie gilt deshalb Herrn Porwol, seiner Überzeugung und seiner Zähigkeit“ hieß es in der „Neuen Ruhr Zeitung“. In einem weiteren Kommentar schrieb jemand: „Es gibt eine Lösung für das Kalkarer Nazi-Denkmal: zwei Stangen Dynamit und zwar zügig!“ Auch wir fordern den Abriss des Kriegerdenkmals! Zudem fordern wir und unser Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds, der Wilfried Porwol Unterstützung in der juristischen Auseinandersetzung zugesagt hat, die Rücknahme der Anzeige durch die Stadt Kalkar.

Erklärung Wilfried Porwol zu seiner Aktion (PDF).

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