Theorie und Praxis

Der politische Pazifismus unseres Verbands verlangt dauerhaftes politisches Handeln mit dem Ziel, Bedingungen für eine Welt ohne Krieg und Unterdrückung zu schaffen. Aus der Überzeugung, dass sich Mittel und Ziel entsprechen müssen, verfolgt die DFG-VK ihre politischen Ziele ausschließlich mit gewaltfreien Mitteln. Über die dazugehörige Theorie und die Praxis unseres Handelns gibt es hier weitere Informationen – außerdem geht es auch um Interna aus unserem vielfältigen und unabhängigen Friedensverband.

Theorie und Praxis

Neue Kriege und die Zukunft des Pazifismus

 

Öffentliche Podiumsdiskussion von DFG-VK Bundesverbandes und Bertha-von-Suttner-Stiftung

Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr, Jugendherberge Mannheim, Rheinpromenade 21

Die weltpolitische Lage ist von einer Vielzahl von furchtbaren Kriegen und Konflikten geprägt. Häufig wird daraus aber nicht der Schluss gezogen, dass die militärische „Lösung“ von Konflikten offensichtlich untauglich und zum Scheitern verurteilt ist. Dagegen wird Pazifismus als schöne, doch weltfremde Idee belächelt. Mehr noch: Der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani äußerte, die Haltung der Pazifisten sei verantwortungslos oder gar verbrecherisch, weil sie sich nicht für die militärische Bekämpfung des IS einsetzten und Waffenlieferungen an die Peschmerga ablehnten. Heiner Geißler provozierte 1983 mit der Äußerung der Pazifismus habe Ausschwitz erst möglich gemacht.

Wenige wissen allerdings, dass die Friedensforschung belegen konnte, warum nichtmilitärisch gere-gelte Konflikte häufiger zu friedlichen Zuständen führten als der Einsatz von Waffen. Zu schnell wird vergessen, dass die vermeintliche Ausnahmesituation, in der angeblich ausnahmsweise nur noch Waffen eingesetzt werden könnten, der Regelfall ist. Man darf auf die Argumente der Podiumsteilneh-mer gespannt sein. Die Veranstaltung geht der Frage nach, welche Wege zur Lösung aktueller Kriege und Konflikte der Pazifismus anbieten kann. Als seit Jahrzehnten engagierte PazifistInnen haben sie sich mit den Ursachen von Kriegen und Gewalt theoretisch wie praktisch auseinandergesetzt.

 

 

Bei der öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des 20. Bundeskongresses der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstverweigerInnen (DFG-VK) diskutieren:

· Jürgen Grässlin, DFG-VK Bundessprecher, Ko-Sprecher von Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!; Buchautor u.a. „Netzwerk des Todes“ und „Schwarzbuch Waffenhandel“

· Wolfram Beyer, Politologe, ehem. Vorstandsmitglied der War Resisters’ International, Autor „Pazifismus und Antimilitarismus. Eine Einführung in die Ideengeschichte“, und Musiker

· Christine Schweitzer, Ethnologin, führend tätig u. a. für Bund für Soziale Verteidigung, Nonviolent Peaceforce, Balkan Peace Team, Publikationen zur zivilen Konfliktbearbeitung, Redakteurin der Zeitschrift „FriedensForum“.

Moderation: Uli Wohland (Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden/DFG-VK).

20. Bundeskongress der DFG-VK vom 23.-25. Oktober 2015

 

weitere Veranstaltungshinweise

Das Cinema Quadrat zeigt in Kooperation mit der DFG-VK Gruppe Mannheim-Ludwigshafen am

20.10.2015 um 19.30 Uhr den Film „Meister des Todes“.
Der Film zeigt, wie ein Waffenhersteller und mit Unterstützung der Behörden illegal Gewehre nach Mexiko lieferte und das Ganze durch einen mutigen Whistleblower öffentlich wird. Der fiktive Film von Daniel Harrich nimmt Bezug auf den G36-Hersteller Heckler & Koch. Harrich hat die kriminelle Machenschaften der Firma recheriert und die erschütternden Ergebnisse im Dokumentarfilm "Tödliche Exporte - Wie das G36 nach Mexiko kam" präsentiert. Die Fakten hat er mit Jürgen Grässlin und D. Harrich-Zandberg im Buch „Netzwerk des Todes. Blutiger Handel – die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden. veröffentlicht.

Sa. 24.10.2015, 12 Uhr Mannheim, Bahnhofsvorplatz, Mahnwache für die Freigabe der Coleman-Kaserne im Mannheimer Norden

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